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A<r» St »dt tutfc Catsd,

Dieben, 7. August 1914,

" @M«a»uDer Grobherzog Hot den Re- ^jeruttgSasseffsr Ferdinand Pennrich aus Offenbach a. M. zv« KaduzettSsekrciLr bei der Labmettsdirektion ernannt. D^ch Eotfchbiobnag Größt». Ministerüinis deS Innern wurde der Referendar Karl Bornscheuer zu Darmsladt zum Re- giernagSasscsior. der Michael Metzger in Mainz zum Bureau« bei der Knlturinspektion Mainz, der feminaristisch Hebeldcre Lehrer an der Obstbauschule und landwirtschaftlichen Mnterschulc zu Fciebberg Karl Ludwig RingShausen j,nn Reaüehrer, unter Belass»«ng in der Kategorie der Volk?, schuüehrrr. ernannt.

" Schuldienst-Nachrichten. Erledigt ist die mit sinem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der AolkSschute zu WonSheim, Kreis Alzey. Mit der Stelle jy die Halste d«S OrganiktendiensteS verbunden.

"O-rganisation der WohlsahrtSarbeit während de? Krieges. Es wird uns niitgeteilt. daß die so not- weninge Zusammenfassung aller WohlsahrtSarbeit während deS Krieges unter Leitung des Herrn Oberbürgermeisters im Sange ist.

** Kcz-«v1t den Wehrdeitrery. An alle Wehr- beitraHSvflick»tigen, sowerl sie iin Besitzt der bo .1 nsvrderungSgettcl sind, wird das dringend»- Er. schien gerichtet, das erste Ziel des Wehrboitrags, uott» besser aber «ich der aiederen beiden möglichst sofort an die juftän* biflen Zadtstelleu tzrbzuliesern. Es ist nicht mehr wie eine pLrrotrfche Pflicht, das Reichs von dem ungeheure Opfer verlangt werden, durch Zahlung der Steuer ufn>. zu unter- stützen,

'»Ausruf an die Kausmannschnft. Tie Grvßh. »avdeVkainmer Sieben vrroiscnrlicht folgenden Ansrns : Ter Aus- Vevch de» Xnegc-i gibt un< VeraRiasstuig, an die gesamte Mouimonn stich« unseres Bezirkes die cindringlickv' Bitte zu richlcn, in diesen ernsten Zetten die den deutschen Sausmann so auszeichnendc Be- smmruhrit za bew a hren and ihre Betriebe, soweit dies die Um- stäube gestatten, aufrecht zu erhallen. EntlassungeiivonAn- gestellte» und Arbeitern sollten nach Möglichkeit ver»reden und statt dessen, wenr, ,-riorderlich. die Arbeitszeit verkttrrt werden. Smd in einzelnen Fällen Entlayungcn nicht zu umacdru. dann sollten diese frei »»erdenden Arbettskräslc miuer- züniud der Laadw»rt'ch»st. weicher durch die Mobilmachung viele Leute entzogen worden smd. zur Einbringung der Ernte zugc sähet »eroea Den Angehörigen der ins Feld ziehenden Ange hellte« imd Arbeitern aber möchte der Prinzipal ein williger Heller und Berater in der Rot sein. Die Industrie wir» den emp­fohlenen Standpunkt jedoch nur dann einnchmen können, n»enn sie von ihren Abnehmern tatfräftig unterstützt wird Letztcre sollten daher alle Versuche Unterlasten, Auitröge zu annullieren oder aus «ribrrc Weise den Fabrikanten Schwierigkeiten zu bereiten. Es muß seru« alles vermieden werden, was die Lage der Banken, deren jstlie die Industrie in so schtoercr Zeit in ganz besonderem Grade bedarf. »»günstig beeinflussen könnte. Unter allen Umständen sollte das nicht unbedingt notwendige Zurückhalten und Abheben von Vormütrtn, durch welche» der Geldverkehr in empfindlicher Weise getroffen und auch die Auszahlung von Gehältern und Löhnen unnötig beeinträchtigt wird, unterbleiben.

(sth Die Hassiavereine hielten gestern abend im Jseyenkcllor eine gut besuchte Versammlung ab, dir sich mit dem h-chaH der Bahnlinien und der Unterstützung von An gehörigen der Erreger befaßte Der Vorsitzende Hansel Arne» ru seiner Bewrußung auf diese wichtigen Fragen b-in Der Rektor der Laudesüniversität, Geheimrat llttofessor ,Dr. Eck, Kielt eine längere Ansprache. Er führte etwa aus: Etniq, rnniig und stark gehe» >mr den großen Dingen ent-

K . 18» singen wir erst an Industrie ^u treiben, heute wir große Schätze zu hüten in Induitrie und Handel. Dies ist der Grund de» .Hasses Englands. Bon allergrößter Bcdeutting ist unser Bahänetz, das jetzt einen große» Nirtzcn bringt. Es nmst intakt bleiben, damit wir die Truppen be«

E deru, Lücken füllen können usw. Wir müssen den llriegeru Rücken decken. Industrie und Arbeit sollen möglichst erholten bleiben, «cker die Alltagsarbeit schrumpft zusam« inen gegenüber dem höheren Interesse des Pateclandos.

Unsere Arbeit, unsere^ Schätze kämt len vernichtet werden. Unsere Männer und Söhne sind fort, die Ernährer fehlen, vielleicht sind sie der Not und dem Hunger preisgegeben. Die .Eriegervereine sollen ihre Kassen hierzu bereit stellen, Sammlungen müssen veranstaltet werden. Unter lebhaften Beifall schloß der Rektor mit dem Auftuf:Darum auf zur Wact>e, auf zum Geben!" ES wurden zwei Listen in Umlauf gesetzt. Eine Anzahl ineldete sich zum Bahn» bewachungsdienst, viele haben bereits früher sich dazu ge- meldet. Die in Umlauf gesetzte Sammelliste ergab die be­trächtliche Summe vou 101,Ä>2Kf. Beschlossen wurde noch, eine allgemeine Saormlung unter der Bürgerschaft zu ver­anstalte», zahlreiche Sammler meldeten sich. Der Voriitzmde Hansel schloß die Versammlung mit einem begeistert auf« gcnommenen Hoch aus den Kaiser.

** Landwirtschaftliche Winters ch ule. Ter Großherzog hat den zweiten Landwirsichaftslolzrer an der landwirtjchasitichen Wintrrschuke zn Büdingen Otto Wagner zum zweiten Landwirtschaftslehrer an der land» wirtschaftlichen Winterschule zu Heppenheim, den zweiten LandwirtschastSlehrer an der landwirtschaftlichen LSinter- schule zu Heppenheim Dr. Rcinhold Wetz zum zweiten Landwirtschaftsslehrer an der larrdtvirtsä-astlichen Winter- schule zu Büdingen ernannt.

" Die Zweigverwaltung deS Roten Kreuze? teilt uns mit, daß sämtliche Meldcburcaus aus 8 Tage ge- schioste» werden.

" Die weibliche Schuljugend im Ticnste d e s Baterlandcs. Wir weisen die Eltern von schulpflichtigen Mob­ilien aus eine Bekanntmachung der Höh. und Erw. Mädchenschule l,in. die die Schülerinnen, und zivar auch diejenige» der Stadt« Mädchenschule aussordert, sich als Strickerinnen zu melden. Es soll möglichst bald damit begonnen werden, einen Vorrat von Strümvsen zu >ck»sjcn, an denen es unseren Soldaten im Felde sehr bald fehlen wird. Tic Mädchen tun ein vatcttändisches Werk, wenn sic Helsen.

** Strümpfe für die Soldaten. Es wird von Frauen und Mädchen vielfach der Wunsch laut, daß, el)e das Rote Kreuz, dem sich viele zur Verfügung gestellt haben, ihre Kräfte braucht, sie sich schon jetzt betätigen inöchten. Deshalb Iraben sich Frau Eugen Wallen« se 1 s und Frau Professor Giscvius erboten, im Hause Moltkestraßc Nr. 4 zwei Stricknachmittagc einzu richten, unr Soldatenstrümpse zu stricken und zwar jeden Montag und Donnerstag nachmittags zwischen 3 und 8 Uhr. Ta die Dienstmädchen gewiß meist nur abends abkommcn können, so sollen diese Montag und Donnerstag, abends zwischen 8 und 10 Uhr, kommen. Strickmaterial ist vorhanden.

Die Gewerkschaft Gießener Braun st ein« bcrgwerke v. Fernie in Gießen stellt 54 komvlette und neu bergerichtete Betten zur Austtellung in einem Kriegslazarett *ur Verfügung.

** Ein deutscher Gruß in großer Zeit! Ter Tarurst. Zig." wird geschrieben: Gottlob! die wenigen Stunden mid Tage, da unser ü'nijer rief und alle, alle, kamen, hoben unser gesamtes deutsches Volk von neuein deutsch handeln geleint. Nim lerne cs auch wieder deutsch grüßen! Aut einem Berliner Bahiihos war's. Eines jungen Offiziers rosiges Weib ummil Wstchicd von ihrem Gatten: vielleicht für immerdar. Als letzten Gruß ruft sie ihm leuchtenden Auges zu:Gott mit uns Und loaintich, in diesem Augenblick wirkte allesAdieu! Adieu!" iimher wie schal mid abgestanden! Was soll'« denn auch mit diesem >»altischeu Laut, da mm endlich wieder eine große Zeit euwortlammr, überallhin, soweit die deutsche Zunge klingt! Was soll ein Gruß, in dem dos deutsche Herz nicht flammtV Nicht sein Gemüt? Und wo »iw deutsches Gemüt je ohne Gott? So leuchte es auch duvch unseni Gruß! Weg mit dein fadenAdieu

Grüß Gott!" das ist der deutsche Gruß!

Gott mit uns!" sei der Gegengruß.

Lanvkreis Gießen.

Es. Steinbergb. Gießen. 6. Aug. Der Gesangverein Jugendfreund seierte am 3. August den Abschied von 10 Mitgliedern, welche zur Fahne eiiiberuscn sind; der Lerci» bctvilligte einsrimniig für jedes Mitglied 10 Mk. m:s der Bcreinskasse.

Starkenburg und Rheinhessen,

m. Ottenbach a. M., 7. Aug. In der gestrigen Stadt« verordnetensitzung bewilligten in einmütiger Weile die Stadtvcr-- ordneten für Umerstütziliigen und für die von der Stadt der Mili« tärverwaliung zu leistenden Naturalien zunächst 500 000 Mk.: die Ausführung der Maßnahmen soll der Verwaltung unter Hinzu« ziehuilg eines aus den Kreisen der Bürgersckkist gebildeten '.'tu«* schusies überlassen werden. Gin tödlicher Unglücks-« fall ereignre sich in den deutsch-amcrikanischcil Ledcrioerken. Tort geriet der in den 50er Jahren stehende 'Ultpcr in den Ventilator, nxüici chm der Kopf vollständig abgeschlagen nmrde.

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Das Großherzogtum Hessen. Eine Heimatkimde. Herausgegeben von L. Tosch, weil. Großhci»ogl. Sck»ulrat. Neu« bearbeitn von H. Schmeel, Schulrat in Worms. Bierzehnb ?luflagc. Mit 1 Heimat , 1 Geschichtskatte und 3 Querschnitte». ('24 Q.) 8. geh. 30 Psg Verlag von B. G. Teulmer, Leipzig und Berlin 1911. Tie Heimatkunde deS Großderzogttim« Hessen von Tvsch. die sich schon immer ivarnrer Anerkennung ui^d reger Beuutzliiig ertreute. wird sich in der Neubearbeittmg, die Schulrat Schmeel in Worms besorgt hat, viel neue F-reuude erwerbe»: bietet sic dock, auf kleinem Raum ein lebensvolles und abgerundetes Bild »>.m Land und Leuten. Das Biulilein euibalt zunäckist eine cindruckvoll gedalieue Tarstetluiig der gesäühtlich.n Entwicklung, die eine beigrgebene Geschichiskarlr noch amdMiilidvr macht. Fm erdkimdlichcit Teil steht die Betrachtung der vh»sikalisck>cii Verhall« nisse überall im Bt'rdcrgrimd. Tie vrographisdi»' Gestaltung Ivird durch Nare Prositzcichnung i>erai!schaulicht. Tie »kennzeickmung der einzelneu Gebiete ist knapp und klar, den geologischen Verhältnissen ist gebührend Rechnung getragen. Eine gut ausgesührte plastisch wirfeiide Karte, die Sontwrlärtcheil sür Doriustadt und Main» austveist, ergän-t den Text des auch ivegc» seines außerordentlich billigen Preises emvsehlenewerten Büchleins.

lvöchentl. Nedcrflchl tzerTodcs^sle k. v. Stadt Kietzen.

30. Woche. Vom 19. bis 25. Juli 1014. Einwohnerzahl: angenommen z» 32 9 «o (i»f(. 1600 Mann Militär- Eterblichkeitszisser: 20,0»/^, nach 7Ib,ug vou 6 ürtsjre»a«n: 11,03i.

Kinder

Es starben an:' Zusammen! Erwachleue: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr :

Tiiberkiilose I

Liingeiientzündung 2 (1)

Bronchitis 1

Blinddarmentzündung 1 (1)

Idiotie I

Tarnikatarrh I

Schlaastust 1

sltiereiieutzunduiig 2 ( 2 )

ZellqewebSsntzüudung 1 (1)

»edcrsahrcuwerbeii 1 (1)

AlterSschiväck-e 1

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?1 u m.: Die in Klammer» gesetzten Ziffern geben an, wie viel

ter Todessällc in der bettcsjenoeu Krankheit aut von auswäril »ach Gicueii neben chic ktrnnke kommen.

Tie P r o v i d o l G r s e l l s ch a s t m. 1. H. Berlin NW. spendrte zur Verhütung vou Seuchengesahr dem Roten Kreuz 5O00 Stück Providol-Seise. hv 1 /«-

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Statt Rartan

Elsa Schlicht, stud. phil- Franz Albrecht, cand. nat. Verlobte

Gießen

August 1914

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