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Die Besetzung von Luxemburg durch deutsche Truppen.

Berlin. 2. Aug Luremburg ist ;um Schutze der dort befindlichen drur-chen Ei'enbahnrn von Truppenteilen des L Armeekorps besetzt worden.

Ereignisse im Westen.

Berlin, 2. Aug In der Nacht vom 1. zum 2 August hwrb« ein feindliches Luftschiff auf der Fahrt von Kerprich noch Andernach beobachtet IN der gleichen Nacht machten eine Cochem er -tzastwirr und sein Lahn den Versuch, den Cochem er Tunnel zu sprengen. Dies mißlang jedoch. Beide wurden erschossen. Feindliche Flugzeuge wurden auf der Fahrt von Düren nach Köln beobaclstet. Ein französischeSFlugze ug wurde bei Wesel heruntergeschossen.

Koblenz, 2. Aug Heute vormittag versuchten 80 französische Effijiere in preußischer Uniform in Kraftwagen die preußilche Grenze bei Wal deck, westlich von Geldern, zu überschreiten. Der Versuch mißlang

Ter kommandierende -Seneral des ll. Arme-siprp«

. teilt mit, daß die Gerüchte über ungünstige Gefechte im Elsaß der Begründung entbehren. Die Fran­zosen haben an einzelne» Stellen mit Patrouillen und kleinen Abteilungen die Grenze überschritten, sind aber überall zurückgesch agen worden.

Lörrach (Badens 2 Aug lOllhr abdS Heute früh 1 Uh: wurde in Muttanz bei Ba>el einehemaligersran- züsischer Lfsizier wez,en Einfuhr von Brieftau­ben verhaftet. 156 Brieftauben wurden beschlagnahmt Ter Verhaftete wurde dem Gefängnis in Lifkal überwiesen. 'Such in diesem Falle hat sich die Beobachtung verdächtiger Ele­mente zum Vesten der Sach« wieder glänzend bewährt.

Ein Ausruf der sranzösischen Negierung au da« französische Volk.

P a r iS, 2. Aug. Der Präsident und die Mitglieder der Negierung haben einen Aufruf«» das französi­sche Volk erlassen, in loelchein es heißte

Seit einigen Taien bat sich die Lage in Europa wesentlich verschlimmert. Trotz der Anstrengnnqen der Diplomatie bat sich der Lori ton! versinke:! Tie meiste» Nationen mobilisieren, selbst neu­trale Staaten,m die aaramiertc NeutralüLt zu schüven Frank­reich, da« seine friedlichen Absichten im Verlaufe der letzten tra­gischen Tage kundgegeben hat und Europa den Rat »ur Mäßigung und lel-endigel Bei, viel der Berüändizkeii gab. seine Anstrengungen «ur Erhaltung de« Selsrieden» verdoppelte, hat sich aui alle Even­tualitäten vorbereitetnd jetzt die ersten unerläßlichen Maßnahmen »um Schutze seine« Gebiete« getrossen, eingedenk! seiner Verant- »vartung und im Bewußtsein, daß e« eine geheiligte Pflicht ver­letze. wenn ei dir Truge so ließe, wie sie sind. Tie Regierung hat die Anordminge» getrosten. die die Lage gebietet. Tie Mobili­sation bedeute nicht den Krieg Im Augenblick er­scheine sie im Gegenteil al» da« beste Mittel, um den Frieden in Ehren tu erhallen Schließlich sagt da« Manifest: Tie Regierung hone noch, eine friedlich' Lösung zu erziele» Sie rechne mit der Kaltblütigkeit der Nation und aus den Patriolitmu« aller Fran- »osen. die alle bereit seien, ihre Pflicht zu Mn. In dieser Stunde " dt es keine Parteien, sondern nnr ein einige«, friedliches, ent- chtossene« Frankreich, da« Vaterland de« Recht« und der Gerech- igkcit. in Rübe, Würde und Wachsamkeit geeint.

Paris, 2. Ana. Das Kabinett Diviani hat sich in ein Ministerium der Landesverteidigung umaewan- Telt. Biviani bleibt Ministerpräsident, Delcasss hat daS Anrßere, Clemenceau das Innere. Ribot die Finanzen und General C a st e l n a u den Krieg übernom­men. Generalissimus wird General P au.

Französische Flieger über Nürnberg.

Berlin, 2. Aug. Soeben läuft die militärische Mel­dung ein, daß heute vormittag französische Flieger in der Umgebung von Nürnberg Bonibrn abyeworsen haben. Ta eine Kriegserklärung zwischen Frankreich und Deutschland bisher nicht erfolgt ist, liegt ein Bruch deS Völker­recht« vor.

N ürnberg, 2. Aug Tie Eisenbahndirektion Nürnberg teilt auf Anfrage mit, daß aus den Strecken Nürnberg--Kitztilgen >md aus de» Strecken tzkürnbevg Ansback Flieger gesehen wurden, die Bomben auf die Bahnstrecken warfen. Irgendwelcher Schaden wurde bisher n i ch t a n g e r i ch t e k.

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Die Haltung Englan-r.

London, 2. Aug TerTaily Telegraph" schreibt, oirwohl keine bindende Berpslicktinrg vorlieg«, erklärte Sir Edward Greb deutlich. daß England aus den parallelen Linien mit den anderenEntentemächtrn handele. TieTailv News" schreibt: Tie Pslicht der Regierung sei nickt nur, sich vom Krieg fern zu hak t e n. int Falle er ausbrccifr, sondern sofort strrnge Nentralitäk zu erklären.

Ter lowcrva iveStandard" schreibt: Wir haben die Freiheit, trotz der Entente an dem Krieg teilzunehmen, oder ihm scrnziil'leiben

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Ter König von Bayern an den Kaiser und an da» baverische Heer.

München. 2 Aug König Ludwig richtete an den Kaiser nackstehendeS Telegramm:

Ta« baverilche Heer ist heutr. mit dem Beginn der Mobili­sierung. unter Teuren Bei-hl al« Bundeeieidhrrr getrnrn Schon ,n Frledcnszriten in dem siristr erlogen, der die dmtichrn Trup­pen vor 4s Jahren ,um Siege silbrte. wird da« baverische Herr sich de« Vertrauen« würdig erweisen, da« >,»> leuksch- land in seine Kne,r»tüchtiqkeit setzt Nie ist da« Deut'che Reich vor einer ernstcren Entscheidung gestanden, als in dieier Smnde, in der seine Fürsten und Völker nnt ein Mann »»fliehen, um seine Ebne. Stellung und Zukunft gegen mächiige Fi-inde ;u verteidigen. NieaMrwirdsich die unerschütterliche Treue, ü, der die Teulscheu iusammensteden. üderwöluqende: oncndaren. als in dem Kanipse, der uns aui gezwungen wird. Ta« Vrrlrauen auf Gott u>ch seine Gerechtigkeit wird unsere Heere stärken In dem Bewiißtiein idrer >'«rschtoilend-i». ihrer eisernen Mannrspickt und ihre« ernsten Mule« werden sie, wenn es zum Kriege kommen sollte, den Kump, für Ew Majestät und da« ^emerniamc Vater­land. für den Ruhm und die Wurde de« dentlchen Namen« mit Ehre bestehen. In dieser Erwartung heiße ich Bavern« Söhne, sich um ihre Fahnen scharen, und bitte Gon. er uiöge. wenn 'der Kampf entbrennt, den deutschen Wasirn den Sieg verleiden.

Ter König von Bayern hat an da« Heer nack­sielzenries Manifest gerichtet:

An mein Heer! Alle Versuche. den Frieden in Ehren zu wahren, baden unscrc Nachbarn z» Schanden gemacht. Tic Edre des Reiches »nd da« Schickal de« Vaterlande« stehen aus dem Spiel und -nnngen uns da« Schwert in die Hand Unter dem Oberdcfcdl unsere« erhabenen und -geliebten Bundcsfeldberrn. des deutschen Kaiser«, wird die auch schon in manch schweren Tagen erprobte baverische Armee ihre» Mann stellen, ihrer ur ernst«

Frieds»Sackest gestählten Kraft bewußt, ein würdige; Glied wnres großen deutschen Heere«, würdig der Opfer ihrer Väter. diesem Wunsche begleite ich meine brave Armee ins Feld; vertrauend aui den Allmächtigen Gorr, der unsre gerechte -ache schirmen wird, ersteh« ich seinen Segen für Bayerns und des deut­schen Heeres Fahnen! Gegeben zu München am l. Augast 1914. Ludwig.

München, 2 Aug Die beiden Kammern des Laichüages wurden beute vormittag durch Allerhöchste Bol- scharr bis auf weiteres oerragt In der Kammer der Reichs- räre aedachre der Präsident Fürst Fugger in seiner Schluyanspracke des Ernstes der Weltlage und sagte: In voller Erkenntnis dessen, was wir dem König und dem Vater­land«, dem Kaiser und Hem Reiche iclMtldig sind, sehen wir in heiliger Begeisterung nnl girier Kraft und reinem Gc- wissen den Ereignissen entgegen Gott schütze unser Vaterland und verleih« unseren Waisen den Sieg! Das Haus ging mit einem stürmischen Hoch auf den König auseinander. Tie Kammer der Abgeordneten nachm in ihrer Schlußsitzung ein­stimmig den Antrag des Zentrums an. die Regierung zu er­suchen. anqesicht« der Mobilmackarnq de« deutschen Heeres die notwendigen Maßnahmen zur Einbringung der Ernte zu treffen. Minister v Soden versicherle. daß die Regierung alle diesbezüglichen Maßnahmen gelrossen habe. Abg. Held grck daraus im Namen de« Zentrums eine Erklä­rung at>, in der er sagte: Da« deutsche Volk chcke dem Trei­ben de- Feinde« eine seltencLangmut entgegengesetzt. Ter Feind will den Krieg. Ter Kamps gilt einer berechtig­ten Sach«. Darum nehmen wir ihn mit gutem Gewissen apj. Kein Feind soll deutsch« Erde zerstampfen. Tie bayerischen Truppen werden in dem schweren Ringen ihre alte bayerische Treue und Hingebung für Laser und Reich glänzend be­weisen. Der.Rede folgte ein stürmisches Bravo. Tie So­zialdemokraten verließen mit Ausnahme erneS den Saal. Präsident Orterer schloß daraus die Sitzung Ter König von Sachse» hat alsbald nach Pekanntwerden deS Mobilmachungsbefehls an de» Kaiser solgendeS Telegramm gerichtet: Es drängt mich. Tir zu sagen, daß ich mich in dieser ernsten Stunde ein« weiß mit Dir im Vertrauen auf Gott und unser gutes Heer, daß meine Sachsen Dir kriegsbegcistert zujubeln. Friedrich August.

Auch der König von Sachsen hat anläßlich der Mobil­machung eine Amnestie für Militärpersonen erlassen.

Eine Proklamation de» Großhcrzog« von Baden. Karlsruhe, 2. Aug. Tie lgeutigeKarlsruher Zei­tung" veröffentlicht folgende Proklamation des Großherzogs von Baden unter dem Darum des 2. August 1914:

An mein teure« badische« Volk! Unser Kaiser ruft zu den Walsen. In dem sck»vrrrn Kamps, den Deutschland zu führen sich anschiät. handelt es sich um die Ehre und die Eriken» un­sere« Vaterlandes, um unsere höchsten und heiligsten Güter. Ich »erst daß mein teurer Volk mit unbedingter Hingebung und a.reuc die sklgreren Pflichten ersilllen n-ird, die an un« heran- treten werden, vor allem unsere Söhne und Brüder, die zu Feld ziehe» und von denen ich sickger bin und erwane. daß sie, eingedenk des Wassenrilhmc« ihrer Väter, tapfer und selbülos ihr Leben einsetzen werben für da« Vaterland. Aber auch die übrigen Glieder des Volke« werden, deß bin ich gewiß, in ernster Ueberzeuaimg die Ltüer zu bringen bereit sein, die gefordert werden müssen. Gott schütze und erhalte Deutsch­land!"

Stimmen der deutschen Presse.

TaSBerliner Tageblatt" schreibt:

Die Würfel sind gefallen. Tie Erregung in den letzten Stun­den war unerträglich geworden. Berlin hatte sich merklich ge­wandelt. Wo sonst im sieien, ueitschrchtige» Leben die Standarte de« raüloien Schassen« slatlerte, schlichen gestern quälend die Stunden in läbmeudem, gehemmtem Lauf. Gegen Mittag schien e«, al« ivolle die Sonne Ke« Frieden« wieder leuchten. Gerüchte zinkten durch die erregte M-nge. daß Rußland die Rüstungen cin- Aestellt und den Forderungen Teuischiano« entsprochen habe. Al« sich gegen lech« llhr die Kunde von der Mohilisirrung unserer Slrrrtkräste wie eine Woge durch Berlin wälzte, verschwand das Hessen von den sorglosen Gesichtern uno Erqrüfrnheit und tiefste Bewegung senkten sich auf die Seelen der Menschen. Der grstern schon die vielen Tränen stießen sab. wer überall da« wehe, wund« Gestibk ans sich wirken ließ, mit dem heute tzunderttankende non Frauen und Kindern dein Ernährer nachblicken, der fühlte den Ernst der kommenden Laae.

DieV o s s i s ch e Z e i t u n g" hebt hervor:

Tie Mobilmachung ist noch nicht der Krieg Gewiß nicht. Es bat wirklich Fälle gegeben, wo trotz der Mobilmachung der Krieg unterblieb Aber diese Fälle sind so eigenartig und selten, daß sie sich »um Vergleich mil den heungcn Berhälinlüen nicht eignen. Wenn eine ungeheure Katastrophe über die Kultnrwelt heirin- bricht. so trägt niemand die Verantwortung dafür, außer Rußland, da e« nicht unterlassen ivill. der für die schmähliche Ermordung de« Thronfolgers Sühne verlangenden habsburaischen Monarchie in den Arm zu fasten. Ohne die brutale Einmilchung Rußland« bliebe der Krieg zwischen Oesterrrich-Ungnrn und Ser­bien lokalisiert, wie e« Deutschland, wie r« England und leibst Frankreich gewünscht haben. Aber was kümmert sich Rußland um dre Wünsche anderer Mächte. E« bat kein anderes Ziel, al« seinen Witte» aller Welt rücksichtslo« anfzuerlegrn. Deutsch­land beugt sich nicht.

In derKreuzzeitunb" wird gesagt:

Jetzt beißt e«. der Wirklichkril. dem was kommt, fest und ruhig in« Auge sehen. Unsere Mobilmachung ist nnr die Antwort aus die Mobilmachung der russischen Armer und Flotte. Wir werden nicht vergessen, wem wir all da« Eiend und Unheil ver­danken, da« wrr letzt ans un« zu nehmen baden. Rußland und Rußland allein ist e«, da« die Veranrworruna für diesen Kr'^g

trägt. Dieser Krieg hat keine inner« sittliche Rech l-

f e r t i g u n g. Un« gegenüber, die wir bar gute Recht gehabt hätten, schweigend in den Kamps argen den Feind unsere« Bun- delgeiivssen einzulreren. und dt« wir doch aut lernen Wunsch, zu seinem Vesten, zum Frieden geraten baden, bedeutet e« den >i«- erhär» eften Ireudruch. einen Uederfatl au« dem Hinter- hail! Die Möglichkeit zu« Frieden Metbt Rußland auch ,rtzt noch oben. Er kann ihn haben, wenn e« Oesterre,ch-Un>iarn ,m Rahmen de« Nouoendigen sirre Hand läßt. Aber dieser Frredenszmtle des,«hl nicht. Wir haben e« schmerzlich en'ahrrn müssen DieTägliche Rundschau" meint:

Europa ist heult ein Knegrlager Rußland will den Krieg den es .ahrelang »orderene, hat. der da« Ziel seiner k^-ndespotilik mu Frankreich wgr. So reiße den» die deutsche Geduld!

TerVossischcn Zertung" wird aus München ge- meldet:

Eine derartige Entfesselung de« Bolkraeiste« wie nach der Anordnung der MobUmachnng durch den König ist nixb nickt erlebt worden. Vergesse» waren die Rangunltr-

schied«,

Ti« Schule» geschlosie« zur Hilfe bei Erutearbeite».

Frankfurt, 2. Aua. Der kommandierende General des 18. Armeekorps erläßt folgend« Bekannt- machung: Damit die Ernte eingebracht wird und die notwendigen landwrrtschaftltchen Arbeiten ausgeführt werden, bestimme rch^für den Bezirk des 18. Armeekorps: 1. Eämliche Schulen auf dem Lande und die Volks» und Mittelschulen in den kleineren

und mittleren Städten werden sofort bis auf weitere»

geschlossen. L-

2. In allen Schulen der großen stadte. näm­lich: Frankfurt a. M.. Wiesbaden. Lsanau, s^ulda.^

berg, Lüdenschcrd.Stegen.Tarmsladl, Mainz, Osfeiwacha.T!.,

Worms und Gießen, sowie in den höheren Echmen rn deir anderen Städten werden die Schüler von den Schul­leitern aufgefordert, sich zu demselben Zwecke zur Ver­fügung zu stellen. .

Röln. 2.August. Der Oberpräsident der Rhe, n- p rovrn; hat sämtliche Behörden ersucht die ihnen unter­stellten Schulen schlreßen zu lassen. Bezüglich der hö­heren Schulen wurde dies durch das Prornnzialschul» kollcgium angrordnet. Es fei auf lunlictßte Mitwirkung der Schulkinder auch der Schüler der höheren Lehran­stalten bei den Ernlearbriteu hinzuwirken.

Man schreibt unS:

Ter Wandervogel bittet die älteren Scküler. die sich .Nicht freiwillig »um Erntrur in« Heer gemeld« baden, um Mit bäte bei den Ernieardeitrn Besonder« soll den Bauersleuten in der Nahe von Gießen qedolsen iverden. die ibren einzigen Ernäbrrr ber- gegeben haben. Tie Hilte soll iür beide Teste unentgettlick Inn. nur Kost und Wohnung wird gegeben werden. Wer tick an den Arbeiten bcrestigen will, nndet Vorscktäc am Wandervogrlheim, Walllorstraße 58.

Ter Poftverkehr

zwischen Deutschland und Rußland forme

Frankreich ist gänzlich eingestellt und nndet

auch aus dem Wege über andere Länder nicht mehr statt. E4 werden daher keinerlei Postsendungen nach den angegebenen fremden Ländern mehr angenommen, bereits vorliegende oder durch die Brieslasrrn zur Einliescrrmg gelangende Sen­dungen rverdcn den M'sendern zuruckgegebem. Ter private Telegraphen- und Fernsprechverkehr zu und von diesen Län­dern ist ebensallS eingestrltzt.

Ta die ReichS-Postverwalllmg eine namhafte Zahl ihrer Beamten zum Feldheere teils für den Dienst mit der Waffe, teil« zur Wahrnehmung deS Feldpostdienste« ab­gegeben hat, werden voraussichtlich an manckien Orten d>c Beamienlräfte nicht mehr ausreichen, um die seitherigen Tienststunden der Postämter sür den Verkehr mit dem Publikum in ihrer vollen Ausdehnung aufrecht zu erhalten.

Die Postämter sind daher ermächtigt worden, ihre Tienststunden einzuschränken, soweit die unabweiSlicbe Not­wendigkeit dies bedingt und eS ohne wesentliche Beeinträch­tigung der Verkehrsbedürsmsse geschehen kairn.

Tie Vcrhälmisie machen die sofortige Einstellung des PostanweisungS-, Postlreditbrief-, deS Postnachnahme- und PostaustragSverfah- rcnS in den Ober-PostdirektionSbezirken Straßburg (Elf.), Metz, Trier, Gumbinnen, Mnigsberg iPr.), Tan,;ig. Broin- bcrg, Posen, Breslau u. Oppeln erforderlich Postanweisun­gen, Postnachnahinesendringen und Postaustragbrrese sind daher bis auf wertere« im Verkchrr nach und von den Post­anstalten der genannten Bezirke nicht zulässig; auch die Ausstellung von Postkreditbriescn sowie die Auszahlung von Beträgen auf Grund solcher Postkreditbriese wird sür di« bezeichneten Bezirke aufgehoben; finmer können daselbst weder Einzahlungen auf Zahlkarten sür ein Postscheckkonto noch Auszahlungen auf ZahlungSairweisungen der Post­scheckämter erfolgen. Die Postscheckämter lßchen die an Emp­fänger in den io Frage komnienücn Orten bar zu zahlenden Scheckbeträge mittels Wertbriefs abzusenden.

Ti« Einziehung gestundeter Steuer«.

Ti« .Norddeuisck« ?ll>qe,neine Zeitung' veröffentlickt lolgend« D«k«m»kinack»»a deireffend die lolortige Einziehung ge­stundeter Zölle und Relchrstenern:

Auf Griiiid der nur iür de» Faß einer Kriegsgelahr beige- leqlen Vestigiiisie bestiinnik ich:

1. Die zurzeit gestundeten »nd nach den gesetzlicken Vor- schri<t«n noch zu stundenden Beträge von Zöllen und Reich«- lleuern mit Au«nah»ie der Erdlchal1»s!ener sind bei der zu­ständigen Zoll» oder Eie»,erstelle gegen Gewährung eine«; Abzug« von «'/,von. Hundert tnr ein Jahr sogleich ln bar' e > n z » > a bl e >,, lotern der Stundung«,ledmer e« nicht vorziedt, in der Höbe der gestundete» Beiräq» Wechsel zu zeichnen und zu übergeben. Diel« Desliiiimung sindel keine Anivendiing, ivenn die z» dem Zenpiiutl >äl! .i werdenden gestundet«« Beiruge injammen di« Summe von 30a Mark nicht erreichen, doch steht «4 de» Stundungsnehmern in Vielem Falle frei, die Beträge gegen Deivährung de« >n Absatz t seftqrseisten Abzug« solort dar eiu» zuzadlen.

3. Tie Anrechnung noch nicht lälliqer Vraunlweinsteuer- o e r g ü t» n q «s ch «i n », «ranutweinsteuergulscheine, Znckersteuer- veraüiimqen aut gestruidete Abgaben ist bi« aut ,vettere« au«ge- Ichlolseu. Ter Relchskinzler. In Bertretung: Kühn.

Uebce die Sicherheit der Sparkasiengelder kursieren anscheinend noch Befürchtungen, daß der Staat oder die Militärverwaltung die Auszahlung der Spar­kassengelder bei den öffentliche» -Sparkassen verbieten werde, wie in Frankreich, um sic »u Mobil,nachungszwecken zu ver­wenden. In Frankreich sind di« öffentlichen Barkassen StaertSeinrichtungen. Ter Staat hat über sie freie Ber- filguna. In Preußen und DeutscÄand dagegen sind die ölientlichen Sparkassen Einrichtungen der Kommunen, Städte, Kreise, Landgemeinden usw. DerStaatistganz außerstande, diese Gelder den Kommunen fvrtzu- nehmen und für sich zu verwenden Demgemäß ist es für einen jeden Einsichtige» verstöndlichz und auch in der amt­lichen öffentlichen «ekanXtma-chung de« preuß. Minister« deS Innern vom 31. Iulilid. I gesagt, daß die Einlagen bei ossentlichen Sparkassen als Privateigentum auch gegen Zu- griffe des Staate« wie einer feindlichen Mach« geschützt sind. Wie ' an tue Kommunen keinerlei Verbote ergangen sind noch ergehen werden, mit der Auszahlung der Sparkassen- gelder zurückzuhalten. so wird und kann, wie da« preuß. Ministerium de« Innern mitteilt, der Staat oder die Militärverwaltung unter keinen Umständen diese Gelder sür Kriegszwecke angreifen E» bleibt dabei, daß eS keine sicherere Aufbewahrung der Spargelder gibt als bei den öffentlichen Sparkassen. Wer sein Geld nicht ver­lieren will, hebe es dort nicht ab, sondern ttofle allesGeld, was er nicht nötig braucht, zu den öffentlichen Sparkassen hin.

Tie Teutsche Gesellschaft sür Rausmann».

Erholungsheime Kal ihre Heime in Wiesbaden. Traunstein. Oberbayer» Buhl Baden , Salzhau,'en (Oberhcssen/ mit .zusammen übe, oOO Belten dem Küiser als Krie azlazar e t te »ur Verfügung gestellt.

Tie Oesterreichisch-Nngarische Bau» hat den Diskont von 8 auf 8 Prozent erhöht.

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DemBerliner Lokalanzciaer" wird mrS zi e ua ge meldet , daß die optrsiüen WerHdsLter: tma Skn#