'j f-xüereä Bombenattentat in Warschau und zwar aus f I CUs ks-plpostamt erfolgt ist. Tas Gebäude soll in Flammen
erjchei Tie russische Mobilmachung.
SonEydtkuhnen, 31. Juli. Die 2. und die 3. russische , ^allerirdivision stehen an der Grenze zwischen Wirballen and Augmstow.
f Sil lenste in, 31. Juli. Es kann keinem Zweisel unter- I liegen, daß die russische Mobilmachung an der Grenze in j, vollem Gange ist.
Königsberg, 31. Juli. In den Gouvernements Täu- | roggen und Suwalli sind Pferdcankäuse im Gange.
Thorn, 31. Juli. Im Gouvernement Plock werden j] Mobilmachnngspserde ausgehoben
E y d I k u hn c n , 31. Juli. Tic russische Grenzwache hat die Wachlhäuser in Brand gesetzt. Zollbeamte behaupten, daß dies die Mobilmachung bedeute.
Danzig, 31.Juli. Zuverlässige Reisende sahen aus der Fahrt von Petersburg nach Wirballen in Wilna drei Militärzüge mit Artillerie: alle Mannichasien waren kriegsmäßig ausgerüstet.
Tie Cholera in Rußland.
Lemberg, 81. Juli Infolge der Ausbreitung der astatischen Eboleva im Gouveruemeuc Podolien Hai die St«ttt»kterei die sanitäre Revision der au» den verseuchten tlKbiercn cuttommenden Reisenden und des Reisegepäcks aus den Stationen Brodh und Podwoloszyska verfügt.
Tic Russen sprengen.
Mtislowitz, 31. Juli Heute nacht Höne man von der russischen Grenze her mehrere Explosionen. Es ver lautet, daßdieBrückezwischenGranitzaundScza- kowa gesprengt worden ist.
Sofia, 31. Jull. Dem Dlait „Utro" zufolge ist das Archiv der russischen Gesandtschaft in Belara d gestern hierher geickmfft und in der hiesigen russischen Gesandtschaft untergehracht worden.
Tic österreichische Mobilmachung.
Wien, 1. Ang (Amtlich.) Tie Amtsblätter in Wien und Budapest werden morgen folgendes verlautbaren: Nach der amtlichen Mitteilung vom 31. Juli bat der Kaiser die allgemeine Wotüifterung de« Heeres und der Kriegsmarine sowie der beiden Landwehren. ferner die Auibietunq und kinberuiung der Landstürme-; anbesodlen Diese Verfügung ist veranlaßt worden durch die von Rußland angcordnete Mobilisierung. Tie vom Kaiser bc» sobleneMaßnahmehat keine wieimmer geartete aggressive Tendenz, sondern eS handelt sich lediglich um eine v o r - sichtsbalbcr getrofjenc Vorkehrung zum uner» lttzlichen Schutze der Monarchie.
Verordnungen.
Berlin, 31. Juli. Der „Reichsanzciger" verösfentlicht in einer -Sonderausgabe folgende Verordnungen: 1. eine Verordnung brtr. die vorübergehende Einführung der Paßpilicht: 2 eine Verordnung. berr. das Verbot der AuSsuhr und Turchsuhr von Waslen und Munition. Pulver, Sprengskossen, sonne anderen Ar- tiftln des Kriegsbedarf« und von Gegenständen, die zur Herstellung von KriegsbedariSaNikeln dienen: 3. eine Verordnung betr. da« Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Eiicnbahnmaterial aller Aei, Telegraphen, Fernlvr«t«erät sonne Teilen davon, von Luitschiftergerät aller Art, von Fahrzeugen und Teilen davon: 4. eine Beiordnung betr. das Verbal der Ausfudr und Dirchiuhr von RobUonen, die hei der Herstellung und d'»> Betriebe von GeienftäAdeii de» Krieg-;bedarf- tu: V r:.>endimg gelangen: 5. eine Verordnung deir da« Verbot der Ausfuhr und Durchiudr von Verband- und Arzneimitteln sowie von ärztlichen JnstruineMcn und lAuSfubr Von Tmiben: 7. eine Verwendung betr. die Verwendung Geraten: 6. eine Verordnung betr. daS Verbot der Einfuhr und ,Ausfuhr von Tauben: 7. eine Verordnung betr. die Verwendung von Tauben zur Beförderung von Nachrichten.
Franz Josef.
Wien, 31. Jstüi Ter Kaiser empfing gestern den Grafen Perchtold, den Kriegsminister Krobatin und den Generalstal'schcf Eonvad v. Hohendorf in zweistündiger gemeinsamer Audienz.
Französische Verhandlungen.
Paris, 31. Juli. Ter Ministerrat unter dem Vorsitz des Präsidenten PoincarS hat über die auswärtige Lage beraten. Ter Minister Noulens legte dar, unter welchen Bedingungen er die Bestimmung anwenden lasten wolle, die gestattet, daß die Sparkassen alle 14 Tage nur je 50 Frcs. an den Einleger auszalsten. Der Ministerrat berät morgen über die Frage der Verlängerung der Wechselfälligkeiten.
Mobilmachung in Belgien.
Brüssel, l. Aug. Di« Regierung ordnete die Mobilisierung an. Die Delegierten des Friedensbureaus, die hier zu einer aiißerordrnlücheii Tagung vereinigt sind, sandten an alle Moi-.arckwn Europas und a» den Präsidenten Wilson . Telegramme mit dem Ersuckwn, in letzter Stunde für däir Friede» zu wirken. Auch die Vermittlung des Papstes rief das Fricdcnsburoau an.
Holland» Vorsichtsmaßregeln.
Hsag, 31. Juli. Ter Bürgermeister rief gestern abend *u 10 Uhr die gesamte Mannschaft der Landwehr der Küstenwacht unter die Fahnen. Ein amtlicher königlicher Erlaß verbietet einstweilen für fremde Kriegs- schüre die Einfahrt in die niederländischen zkustengewäfser mit Ausnahme von Säststen der Fifchereipolizei und Kiflcgs- schiffen, die in Secgejahr sind oder Havarie erlittcri lwbcn.
Mobilmachung in Holland.
Haag. 31. Juli. (W B.) Tie Königin der Niederlande hat heute mittag I'/, Uhr durch Erlaß die allgemeine Mobilmachung befohlen.
Bulgarien bleibt neutral.
Sofia, 31. Juli Tser rumänische und griechische Ge- andre statteten gestern dem Ministerpräsidenten einen Beuch ab und erklärten ihm in der freundschaftlichsten Form, daß ihre Regierungen au der AufrechterhaUung des Buko- rr\-7 Friedens sesihicltcn Radoslawow wiederholt« die Erklärung, daß Bulgarien in dem österreichisch-serbrsckwn Kriege strenge Neutralität bewahren werde. — Tic bul- garstche Regierung dar ihre Vertreter im Auslande an- gewiejeu, die Ncutralitärserklärnng Bulgariens den b>> i treffenden Regierungen mitzuteilcn.
Spanien unterstützt Frankreich nicht, k Madrid, 31. gilli Ministerpräsident Taro erklärte > die Gerüchte, das: Spanien naä> dem spanisch-französischen l Vertrage verpflichtet sei. 100000 Mann in die französische Zone Marokkos zu entsenden, die, falls die französischen L Truppen abberufen würden, zu deren Ersatz bestimmt seien, » für unrichtig. Spanien sei durch keuierlei internationale | Verpflichtung gebunden. — „Epoca", das Crgitn des Mim- I stermms, erklärt, daß -Spanien im Falle eines internatio- I I nalcii Konfliktes strengste Neutralität bewahre
Sin Ersuchen an den Präsidenten Wilson.
B rüssel, 31. Juli. 1.30 N. Das Berliner Friedens- Raurean und zahlreiche Telegierie europäischer Friedens- Mhereine beschlossen, die Regierungen Hollands, Belgiens, » .er Schweiz, Spaniens, Portugals, Tänemarks, Schwöens
und Norwegens sowie Präsident Wilson telegraphisch zu ersuchen, den Regierungen der Großmächte üns- Vernriit- lung anzubielen und sttr die Erhaltting deS Friedens Europas emzu treten.
veuizelo» reist doch.
Brindisi, 3l. Juli. (Agenzia -slefani.) Der griechische Ministerpräsident Venizelos hat die Rückreise nach Saloniki angetreten.
Buch Kanada ist bereit.
Montreal. 31. Juli. Die kanadisch»: Regierung wird im Kriegsfälle als erstes Kontingent 30000 Mann stellen.
Der Kamps zwischen Oesterreich und Serbien.
W i en, 31.Juli. Ein Zug Grcnzjäger hat gestern einen überlegenen serbischen Angriff bei K I o I j e v a o zurückgewiesen, ohne selbst Verluste zu erleiden. Die Serben sollen einen Offizier und 22 Mann verloren haben.
Dien, l. Ang. (K. K. K -Bur.) Der gestrige Bericht über das Eingreifen der Artillerie in daS Bortruppengefechl bei Belgrad wurde von einem Teile der Presse irrigerwsise dahin ansgelegt, daß es sich um das Bombardement der offen«, >stadt gehandelt hat. Selbsrverstäüblich werden die allgemein anerkannten völkerrechtlich»:» Bestimmungen unsererseits viel zu gcwissenbasl beobachtet, als daß unsere Artillerie sich einer solchen Verletzrmg des Völkerrechtes schuldig machen würde. Es wurde lediglich auf di« kämpfenden Truppen geschossen, die sich einzelner .Häuser als Feuerstellungen bedienten. Ans dem Kriegsschauplätze ereignete sich sonst nichts Nemieuswertes.
Wien, 1. Aug. Zwei Grenzjäger aus Mährisch- Schönberg durchschwammen gestern an der mittleren Drina unter feindlichem Feuer den angeschwollenen Fluß und zer stönei- am feindlich«! User die dort befindliche serbische Telcphonlcitung.
Serbische Gefechte.
Sofia, 31. Juli. Nach d«i bisherigen Nachrichten svllnt die serbischen Vortruppen südlich von Belgrad bei A d a l a die erste Berteidigungsstellen beziehen. Die Hanpt- kräste wcrdnr in dem Raume von Arangelowaisch Uzice konzentriert werden, wo cs zu den ersten größeren Aktionen kommen dürfte.
Semlin, 31. Juli. Um 8>'j Uhr kam es zu einem heftigen Vorposteugesecht an der Save, wobei aus der österreichischen Seite auch Artillerie und Flugzeuge eingriffcn.
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Maßnahme» des BnndcSratS
Berlin, 31. Juli. Der Bundesrat hat heute dem Erlaß von drei kaiserlichen Verordnungen zugestiinmt betr. das Verbot der Ausfuhr von Verpflegung--, Streu- und Futtermitteln, Tieren und tierischen Erzeugnissen und von Kraftfahrzeugen, d. h. Motorwagen, Motorfahrräder» und Teile» davon, sowie von Mineralölen, Steinlohlenteer und daraus hergesteltten Selen. Tic Verordnung«' treten sofort in Shraft.
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Bon der Gauleitnng de- Wandervogels E. B.
wird folgcirde Flugschrist verbreitet:
heit allen Wandervögeln!
Unser Vaterland gebt schwerer Zeit entgegen. Die wassen- fähigc Mamrschast wird ins Feld müssen, und dann verdirbt dem Landmanne aus Mangel an Händen die Ernte. Laßt uns hier Helsen und genossene Gastsrcundschast vergelten.
Jeder Gau (Lrtsgrupve, meldet bei der Landivirtsck'astS- kanimcr seiner Provinz, wieviel wütige Wandervögel — in Gruppen zu zwei, drei oder mehr, Buben und Mädchen — bereit sind, als h el s er in der Wirtschaft tätig zu sein. Die Schule wird schon Urlaub erteilen. Denn cs fehlen der deutschen Land- lvirtschait einmal alle einheimischen, die zur Dasse einberusen werden, und dann die 400 000 fremden Wanderarbeiter.
Und jeder Wandervogel, der nicht wafscnsähig ist, wird Landarbeit am sreudigstcn tun. Das ist .ittiegsdienst auch für die nicht Wassensähigen.
Im Auftrag der Ebener W.-P.-Ortsgruppe und Gilde.
A. Wunderlich, Gießen.
Anmeldungen aus dem heim und bei den Führern.
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Auswanderung aus Amerika.
New Pork, 1.Atzg. hier erwartet man eine gewaltige Abwanderung europäischer Olestellmigspflichliger nach Europa. Ocsterreichischc und serbische Reservisten haben bc« rcils zu Tausenden die Vereinigten Staaten verlassen.
Ermordung des französischen5oziallftenführers)aurö5
Paris, 1. Aug. Gestern abend feuerte in einem Cafe ein Mann mehrereRevolverschüsse auf den sozialistischen Deputierten Jaurös. EinigeSckKsse trafen Jcmrss in den Kopf, der kurz darauf st a r b.
Au» StaSt und Land.
Gießen, 1. August 1914.
Außerordentliche Sitzung der Stadtverordncten- Bcrsamnllung.
Lbcrbürgcrmeifter Keller hat dir Stadtverordneten Versammlung aus nächsten Sonntag. I I Uhr vorm., zu einer außcrorvcntlichen Sitzung rinbeniftn. in der namentlich über Maßnahmen berate» iverden soll, wie der in der Stadt zutage getretenen unberechtigten Preissteigerung cntgegengcwirkl werden soll.
" Tage-kalender lür Conntag, 2. August: Ley lon- A » »stell u » g im Botanischen Garten. Zum letztenmal aeössnet Sonntag vormittag von 8—12 Uhr und nachniUlags von
2-8 Uhr.
L i ch t s p i e l h a u 8: Täglich Vorstellung.
Union-Theater: Täglich Vorstellung.
Oberdellilche» Museum und Gail'sche Sammlungen. Geöffnet Sonntag voeniittagr 11—1 Uhr unentgeltlich.
Museum t ü r Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormitiag» von 11—1 Uhr unentgeltlich.
Lderhrisilcherltunsl verein. Di« Gemälde-AuSstellung ist täglich von 11—1 Uhr, Mittwochs von 3 bis S Uhr, und a» Sonntagen von 11—3 Uhr geöffnet.
" Aus dem Schuldienste. Der Großherzog hat den Lehramtsassessor Dr. Heinrich Kiefer aus Gießen zum Oberlehrer an der Biktoriaschule zu Darmstadt ernannt.
** Offene Lehrerstellen. Erledigt sind: Eine mir einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Nackenheim, Kreis Oppenheim. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzeirdc Lchrerstelle an der Volksschule zu Gau-Bickelheim, Kr. Oppenheim.
»»SicherheitderGelberanfder Sparkasse. Man schreibt »ns: Von größeren Plätzen, wie Berlin, Stvaßbmrg irfw., wurde dieser Tage vereinzelt von
größeren ALHebünge» besondcr'sl äiigstlickfer Gemüter bck Depositenkassen und Sparkassen berichtet. Die besondere Sicherheit der öffentlichen Sparkassen ließ aber diese Abhebungen sehr bald adflanen, die iÄnzahlungen von Spargeldern haben wieder ihre normale Höhe erreicht. Dies trotz aller Kriegsgefahr. Gewiß ein Beweis für die in allen Zertrn der Gesahr dcwährle machtvolle Stärke der dcnt- scden Sparkaffeii. Am hiesigen Platze kann sestgestcllt werden, daß das Publikum von Stadt und Land in sein«» Verkehr mil Banken und Sparkassen größtenteils in jeder Weise seine Besonnniheit bewahrt. So halt sich z. B. bei der hiesigen Bezirkssparkafse der Einlage- und Ab- hebiuiM-rrkehr in normalen Grenzen. Ae Abhebungen sind, von Eiiizelfällen abgesehen, nicht höher als zu anderen Zeiten, die Einlagen haben die normale höhe: die Kriegsgefahr äußert keinen desondernr Einfluß. Und das mit Recht. St-argelder find nach staats- und völkerreckü- lichen Grundsätzen dem Zugriff jeder Staatsgewalt in Krieg und Friede» entzogen. Aus qlle Fälle sind Eftldcr bei einer Sparkasse sickeercr angelegt, als zu Hause i» der G.'ldkiste, ganz abgesehen von dem bei lniiislickwr Aufbewahrung ent- iichcndeil Züisvcrlustc. Der de» der hiesigen Bezrrkssparlcrsse durch Spargu!I>rbr» beteiligten Bevölkerung kann die an den Dag gelegte Besonnenheit und Riche mir >ruch weiterhin empföhle» rverdcii. Tie-dez i r kS s par ka ssc Gießen ist eine in und e l s i ch e r e, unter stamlichcr Aufsirlft stehende, öffentliche Sparkasse, die in jeder Hinsicht volle Sicherheit für die Einlage» dielet. De Stadt Gießen und 34 Landgemeinden deS Kreise-! lxiftoi neben den Hypotheken. Wertpapieren und Dein sonstigen Vermögen der Sparkasse mit ihrem eigenen gesamten Vermögen und ih re r gan ze n Stc u c r t ra f t für sämtliche Einlagen. Der Geschäftsbetrieb nftrd sell 'iverständlich auch während eines Krieges, in de» Deutschland verwickelt werde» sollte, aufrecht erhalten, erleidet keinerlei UiEerbrcchungen: das sei einigen Aii- sragen gegenüber ebenfalls betont.
** Tic erwartete Mobilmachung und tnweii Folgen hat in unserer Bevölkening «ne Unruhe hcrvorgerufen, die ganz außergewöhnlich ist und sich besonders bei den Frauen in Maßnahnie» Luft macht, die unbegreiflich sind. Seit zwei Tagen stürmen unsere Hauösrauen die Geschäfte, die Nahningsmitlel seil halt«!, und machen Einkäufe «i grvs. Man verproviantiert sich, als ob Gießen demnächst eine Belagerung zu erwarten hätte. Tie Umsätze in Niehl, Kaffee, Reis, Kartoffeln, Salz, Zucker usw. sind durch die gestrige Nachfrage enorm gesteijiert. Ei» Metzgermrister versicherte, daß er sich nicht bciiitncii könne, soviel Speck und Dörrfleisch, das sonst immer schwer abgeht, verkauft zu lsaben, wie in den letzten ^agen. Man kann lobend anerkeimc», daß bisher außer dem Mehlpreis unsere Kauslcute trotz der starken lftachfragr mit den Preisen nicht aufsclstugen. Nach der ganzen Marktlage ist es durchaus unrichtig, sich mit Mimdvorrat auf längere Zeit zu versehen, da dadurcl) erst ein Anziehen der Preise herbeigesührt wird. Sicher aber ist, daß bei der vorzüglichen Ernte eine Knappheit von Nahningsmilteln in Teulschland niclit bcvorsteht, selbst wenn cS zum Kriege kommt. In allen Dingen soll mau Ruhe bewahren und abwarteu, wie die Tinge sich gestalten werden.
" G civccbe-AiiSstcll nng. AngksichlS der ernsten Lage hat der AaSslelliingSoorsland beschlossen, von der Vcr. anslaltnng eines ossizicllcn Schlußaktes am Plonüeg, zu dein schon eingeladen mar, abzistebea.
" Gießencr Freilich t-Bühnc. Infolge der Unsicherheit in der politischen Lage, die sich gestern von Stunde zii Stunde zu verschlimmern drohte, hielt man es für angebracht, von einer Aufsührung im Naturtheater abzusehc» Zunächst soll diese als versäzoben gellen. 2»ülen sich jedoch die Verhältnisse so ändern, daß eine Pontellung in absehbarer Zeit unmöglich ist, dann bringt der Gicßener Anzeiger alles Nähere.
**DiesinanziellcKriegsbereitscha:tderbeut- schen privaten Lebensversicherungs-Anstalten. Angesichts der gegenwärtig sehr ernsten politischen Lage heisft es gerüstet sein! ölerüstct nicht bloß für de» Staat, mcht bloß für den Wehrvsliclaigen. sondern für wden Staatsbürger. Als eine der siäiersleii Kapilalanlage» ist »ach den Ecsah.imgcu aus irüberan »liegen die L e be n s ver s i ä! c rn n g anzuseben. So ist es denn auä: ganz natürliä». das: gerade in diesen Tagen besoirdi'rs viele Lebensversicherungen mit Einschluß der Krieg.--geiahr abge- scftlossen werden, um so für den ü-nfl des Todes im »riegr einen Ersatz der Aibeits- und Erwerbskroil zu schaflech Welche Mittel die privaten Lebeii-versiäerung-gesellsthailen allem sür den »ricg, d. h. den schgversten Krisensall, bereiigestellt haben, zeigt da« Beispiel der „Stultgorler Lebensverftchcrungsbanl a. G Alte Stuttgarter ", bei twlrf-cr die vorhandenen Kriegsdeckuugsmittel mehr als 56 Millionen Mark betragen und ansvühcn würden, einem Kricgsverlust voll zu decken.
Kreis Alsfeld.
-- Alsfeld, l. August, heute morgen hat sich der Inhaber eines lsicsigeii BankgeschäftesB. erschossen. Er stand im Alter von OK Jahren Wie mir hören, sollen zu der Tat Zahlungsschtvicrsgscitcn, wie man zuerst vermutete, nicht maßgebend gewesen sein.
vermischte».
* Tiealte Kettenbrücke zwischenOfen und Pest über die Donau ist gestern unter lautem Krachen eingestürzt. Seit einigen Monaten wurde» an ihr Ausbesscrungsarbeiten vorgenommen, die aus mehrere Jahre berechnet waren.
Amtlicher Drtlcrbericht.
Oeffentlichcr Wetterdienst, Gießen. Detteraussichten in Hessen am Sonntag, den 'i. Aug. 1914: Zunächst melsach heiler, trocken, warm, südliche Winde, spater Zu- »ahme der Bewölkung.
Letzte Nacl»r»<hten.
London, I.Aug. Gestern fand ein Sturm auf die Bank von England statt behufs Eintausch von Banknoten gegen ttzold. Am Nachmfttag verließen vier Wagen mir.Gold unter Bedeckung die Bank von England.
f^hrrad-Vei-ft-eler: iitnm JUrcher, [5öS2»j


