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' mö >"»■» durch die Kriegserklärung Üderr-rsthl" w^n ieie» oder ob sie vorher von ihr gewußt hoben — Sjrtfrfr (djrnbt: DreKawstropde wäre unvermeidlich. werm'Rnßlmid v,«l „> weiter>>-ni, einnwrfchrercu ivstrde. Anqenschernlich
Ä‘I&mWSEE fo **«“« Schritt nicht. Gewisse . w rr"att das Blatt, muffen wir Zuschauer der Ent- Wickelung der Ereignr„e blerbeu. Oesterreich Ungarns Ben,er- luiigeii zu der serbrjchc» AuUvor! auf die österreichische Note r?2^! Berbondlungen bilden. Nachdem
O^rrenhs Prestig« durch die Kriegserklärung gewahrt ist,
günstige? für dieVcrmittelung
Revolution der polnischen Sozialisten?
"' *■ 3, ut j; Pulverlager von Raison ist durch Dynamit m die Luft gesprengt tvorden. ES verlautet, daß ernc Revolution der polnischen Sozialisten ausgebrochen sei. Eine russische Erllärnng.
.. 30.Juli. Ein Mitarbeiter des „Petit Pari-
m SS e «'1 c » Unterredung mir einer hochgestellten rum* r Persönlichkeit, welche erklärte: Es ist richtig, daß Rußland 16 — nicht 14 — Armeekorps namentlich in Südruß- land an der österreichischen Grenze mobilisiert hat. An der deupchen Grenze haben keine Truppenbewegungen stattgesun-- den. -vcan kann sich nicht erklären, wie die offizielle Noti- nzicrung Rußlands an Oesterreich in Deutschland der Oef- sciitlichkeit übermittelt werden konnte, denn es war vorgesehen, daß sie geheim bleiben sollte. Rußland hat im Laufe der letzten Tage immer wieder Beweise seines guten Willens und seiner Friedensliebe gegeben. Alle Schritte aber, die es in Wien unternommen hat. namentlich der, welcher um eine Verlängerung der Fristnote bat, sind abgelehnt worden. Das russische Kabinett kann daher nicht als unvorsichtig und von kriegerischer Tendenz bezeichnet werden. Es ist richtig, daß Oesterreich der russischen Regierung vor einigen Tagen eine Erklärung abgegeben hat, in der es bestätigt, daß die Unabhängigkeit der serbischen Gebiete gewahrt bleiben soll. Aber diese Garantien können nicht genügen, denn Oesterreich hat kein Wort über die politische Unabhängigkeit Serbiens gesagt und einen Eingriff in die Integrität Serbiens wäre weniger schwer und ernst, als ein Eingriff in seine Unabhängigkeit. Auf der österreichischen Botschaft erklärte man, daß die Eröffnung der Feindseligkeiten keineswegs den Abbruch der Unterhandlungen bedeute, an denen, wie man versichert, auch Deutschland tcilzunchmen bereit sei.
Serbische Donauschiffe nnter englischer Flagge.
W i e n , 30. Juli. Die englische Gesandtschaft in Belgrad erteilte den serbischen Schissen die Erlaubnis, unter englischer Flagge zu fahren. Die serbischen Dampfer haben daraufhin den Verkehr aus der Donau wieder ausgenommen.
Dcpeschenwechsel zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zar.
Berlin. 29. Juli. Die Nachricht, daß Seine Majestät Kaffer Nikolaus an den deutschen Kaiser ein Telegramm gerichtet habe, wird uns mit dem Hinzufügen bestätigt, daß sich dieses Telegramm mit einer Depesche Kaffer Wilhelms an den.Zaren gekreuzt habe.
Die Beratungen in Berlin.
Berlin. 30. Juli. Gestern in den späten Abendstunden fand in dem Neuen Palais bei Potsdam eine Beratung bei dem Kaiser statt, an welcher der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg, der Staatssekretär des Auswärtigen v. Jagow, der Kriegsminister v. Falkenhayn. der Staatssekretär des Reichsmarineamts v. Tir- pitz, der Chef des Großen Generalstabs v. Moltke. der Ches des Admiralstabes v. Pohl, sowie der Kabinettschef General der Infanterie Freiherr v. L Y n ck e r und Admiral v. Müller, ferner der Chef des Kaiserlichen Hauptquartiers Generaloberst v. P l e s s e n und mehrere Herren des Reichsmarineamts teilnahmen. Die Konferenz dauerte bis in die späten Ndchtstunden.
Die sinanzicllc Bereitschaft Deutschlands. Berlin, 29. Juli. Oberbürgermeister Wernruth er- klärte heute: Es kann nicht oft genug »gesagt werden, daß die Gelder der städtischen Sparkassen im ztriegsfalle nicht angegriffen werden dürfen. Im übrigen steht nach.meiner Ueberzcugung, die ich aus meiner früheren Stellung als Reichsbcamtcr unumstößlich gewonnen habe, Deutschlands finanzielle Bereitschaft im allerernstesten Stalle ganz .außer Frage. , ‘ i
Die deutsche Flotte.
Berlin, 29. Juli. Die deuffche Flotte ist nach den Heimatshäfen zurückgekehrt und zwar die Nordseeschiff« gestern abend nach Wilhelmshafen, die Osffeeschiffe heute früh nach Kiel.
Bitten um Frieden.
Bern, 29. Juli. Das internationale Friedensbureau 'richtet an den Grafen Berchtold folgende Depesche: Indem wir der durch die gegenwärtigen Ereignisse verursachten schmerzlichen Bewegung Ausdruck geben, bitten wir Ew. Exccllenz dringend, die Möglichkeit einer friedlichen Beilegung des Konfliktes nicht endgültig von der Hand zu weisen und die noch strittigen Punkte dem Entscheide des internationäken Schiedsgerichtes im Haag oder den.Großmächten zu unterbreiten.
Bern. 29. Juli. Das Internationale Frie densbureau sandte an Kaiser Wilhelm folgendes Telegramm. „Im Vertrauen auf das HereMigkeitsgesükK und die Friedensliebe, von denen Eure Majestät»der Welt so viele Beweise gegeben haben, bitten wir Sie dringend, der die Völker^ bedrückenden Beklemmung ein Ende: zu machen, indem Sie durch Ihre Vermittlung eine Beilegung des österreichisch-serbischen Konfliktes bewirken."
Brüssel, 29. Juli. DaS internationale Friedensbureau gibt bekannt, daß es am Freitag nach Brüssel eine Beratung aller Fricdensorganisationcn einberufr» habe, um die Aktion Sir Edward Greys im Interesse der kleinen Staaten zu unterstützen. Das Bureau gibt außerdein bekannt, daß der Kongreß, der im September in Wien statt finden soll, in Bern äbgehalten werde. »
Stuttgart, 29. Juli Der Frauenbund der deutschen Frie de n s ges ellsch a f t richtete an den Kaiser ein Telegramm, in welchem der Bund den Kaiser im Namen von Millionen Müttern bittet, den Frie- den zu erhalten. t
Vorbereitungen in Italien.
Köln, 39. Juli. Wie der römische Korrespondent der „Köln. Zta." aus Militärkreisen erfährt, haben der General- stab und baä Kriegsmi.nffte.riui» in de» letzten Acrgrn alle
Deutschland lBo rff er ri tungen fchl worden Auch sind Born
zu einer etwaigen Mobikmüchün« gjelroffftn.
Aucli sind Borrate gesichert. Freilich glaube» Kenner der russischen Heereszustande nicht an den Ernst der.russischen 'Drohungen. Bemerkenswert ist die Disziplin der Bolks- stimmung. i
M ailand , 30. Juli. Einer Privatmcldung des „Se- colo" aus Saloniki zufolge soll Griechenland die Einberufung von zwölf Altersklassen bereits ver- fügt haben, obgleich noch nicht gewiß sei, daß Griechenland Serbien Hilfe leisten ivcrdc. — Das hiesige Konsulat hat den türkischen M i l i t ä r p s l i ch t i g c n , die in Mailand wohnen, die Einberufungen zugestellt.
Der König von Italien.
Rom, 29. Juli. Der König ist gestern vormittag nach einer kurzen Kreuzfahrt im Mittelmeer hier ein getroffen. »Er empfing sofort den Ministerpräsidenten Salandra in Audienz. An, Nachmittag enrpfiiia der König di San Giuliairo und die Chefs des Generalswbcs und des Admiralstabes. Nach der Messe im Pantheon empfing.der König abermals den Ministerpräsidenten und dann den Kriegsminister. Der König ist heute wieder nach ^Sant Anna Valdieri, wo sich die Königin und die Prinzen befinden, abgereist und wird in den nächsten Tagen snach Rom zurückkehren. I
Italiens Aktion in Wien.
Rom, 30. Juli. Die italienische Diplomatie sucht allem Anschein nach eine Form, unter der sie ihre Aktion in Wien anbringen kann. Die direkten Besprechungen zwischen Rom, Wien und Petersburg werden sich wahrscheinlich doch noch länger hinziehen. Man glaubt hier, daß die russischen Mobilisierungen die Ereignisse nicht überstürzen werden, denn die Mobilisierungen erstrecken sich ja nur auf Gebiete, die die deutsche Grenze nicht berühren. Das Land ist ruhig; die öffentliche Meinung ist unbedingt dagegen, daß Italien in dem Konflikt intervenieren soll.
Italienische Stimmen.
Rom, 29. Juli. Tie Blätter sind im allgemeinen bei der Besprechung der Lage der Ansicht, daß ,bte Kriegserklärung nicht ein Scheitern jeglicher diplomatischer Handlung in^fich schließe, welche beabsichtige, denKonflikt zu lokalisieren. — Der „Meffagero" schreibt: Die Möglichkeit eines direkten Uebereinkommens zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland scheine ausgeschlossen. Der militärische Vor- niarsch der österreichischen Truppen könnte eine Genugtuung für das Volk und das Heerssein, die ein Einverständnis erleichtern würde. — „Popolv Romano" hebt hervor, daß Oestcrreich-Ungarn erklärt habe, daß es sich nur gegen serbische Hinterhältigkeiten schützen will. Folglich sei jede Gebietsveränderung ausgesckffosfen. Italien wünsche ebenfalls, daß Verwickelungen verniiedcn würden. Es begleite Oesterreich-Ungarn als Bundesgenosse und Freund. Poincares Rückkehr.
Dünkirchen, 29. Juli. Präsident Poincarö ist heute früh 7.15 Uhr hier eingetrossen und sofort nach Paris weitcrftereist, wo er heute mittag eintrisst.
Pari s, 29. Juli. PräsidcntPoincar6,der heute mittag 1.20 Uhr aus dem Nordbahnhof eingetrossen ist, wurde von den Ministern und dem russischen Botschafter Jswolsky empfangen. Das Publikum bereitete ihm einen begeisterten Empfang.
Pariser Stimmungen.
Paris, 29. Juli, 10,45 V. (Priv.-Tel. der Franks. Ztg.) Die Pariser Presse atmet wieder etwas auf. Man hatte mit ängstlicher Spannung darauf gewartet, wie Rußland die österreichische Kriegserklärung beantworten werde. Eine offizielle Kundgebung Rußlands liegt nicht vor. Aber mehrere indirekte Andeutungen lassen erkennen, daß Rußland sich mit einer Verstärkung seiner Grenzdeckung gegenüber Oesterreich begnügt und daß es im übrigen abwartet, wie die Dinge sich entwickeln, insbesondere, wieweit Oesterreich gehen wird. Der österrcichijche Bolschaster in Petersburg hat gestern, wie gemeldet, Herrn sasonow bei der Notifikation der Kriegserklärung ausführliche Erklärungen über die österreichischen Absichten gegeben. Es scheint aber nicht, daß er eine bestimmte Verpflichtung auf räumliche und zeitliche Beschränkung der österreichischen Kricgsoperalionen übernommen hat. Man rechnet infolgedessen damit, daß die gegenwärtige diplomatische Spannung noch einige Wochen dauern wird.
Wie die abwartende Haltung Rußlands, so wirkt heute auch die bedächtige Behandlung der diplomatischen Seite des Konslikls durch Deutschland sehr beruhigend auf die Presse. Die Zeitungen bequemen sich dazu, den friedlichen Bemühungen Deutschlands Vertrauen entgegen zu bringen. Sie begrüßen es, daß Deutschland, obwohl es eine förmliche Bot- schafterkonserenz ablehnen mußte, doch bereit ist, an den weiteren VernnttlungSverhandlungen teilzunehmen. In politischen Kreisen hat man nicht ohne Befriedigung gesehen, daß der deutsche Botschafter Freiherr v. Schön gestern im Ministerium des Aeußereu Gelegenheit zu einer längeren Unterhaltung mil Herrn Delcassö gehabt hat. Der „Matin" läßt sich aus Berlin den Eindruck übermitteln, daß Deutschland ehrlich auf die Erhaltung des Friedens bedacht ist, nachdem es die Ueberzeugung von der Solidarftät Englands mit Rußland und Frankreich erhallen habe.
Die Pariser Presse beklagt sich über die ins Ausland übergegangenen Gerüchte von einer Einberufung der Reserven und ähnliche Uebertreibungen. Die französische Regierung hat, wie wohl alle Regierungen der von dem geqenwär- tigen Konflikt bedrohten Länder, die üblichen Vorsichtsmaßregeln getroffen sür die Eventualität einer Mobilmachung. Sie hat die Vorräte sür die Armee vervollständigt und das Transportmaterial requiriert. Das Personal der öffentlichen Verwaltungen und der Eisenbahnen darf keinen Urlaub mehr erhalten. Die Eisenbahnen stehen unter militärischer Bewachung usw. Alle diese Maßregeln greifen natürlich schwer in das Privatleben ein und führen zur Verbreitung alarmierender Gerüchte. Die Regierung hat aber weder Dispositions- Urlauber noch Reserven einberusen und jeden Akt unterlassen, der als Beginn einer Mobilisierung charakterisiert werden könnte.
Paris, 29. Jüli. Der Obmann de? Patriotenbnndes Barres erläßt einen Auftuf, in dem er hie Pariser auffor dert, den Präsidenten Poincärä bei seiner Ankunft zu begrüßen, um demjenigen zuzujubeln, welcher soeben das russische Bündnis fester geknüpft und die Triple-Entente verkündet habe. Alle Fvanzosen, die den Präsidenten auf seinem Weg vom Norvbahuhof zum Elyfte begrüßen.wütfeen, würden damit bekunden, daß sie Freunde der Triple- Entente seien und sich entschlossen um die chrrifarbige Fahne scharen ivvllten. (
Paris, 29. Juli. Der revolutionäre allgemeine Ar- Veitcrverband erließ einen Aufruf, in dem der Wunsch <ru»g«sprochen wird, daß der österreichischsiserNsche Konflikt sich nicht auSdehnen möge. Die Regierung habe da? französische Volk für sich, wenn sie wirklich »ehrlich für den Frieden arbeite. Das sei eine Kraft, welche chefler als alle geheimen Verträge den cridgültigen Erfolg sichern.
Paris, 29. Juli. Die Strafkammer verurteilte 25 Personen, die sich vorgestern an syndikalistischen Küiidgebungen beteiligt hatten, zu Gefängnisstrafen von l Woche bis zu l Monat.
Paris, 29. Juli. GS heißt, daß die Regierung auf Antrag des Ministers Malvy alle gegen den >Krieg gerichteten Versammlungen, Ivctche die Clew-erkschoftSgrnppen für heute abend einberufen haben, verbieten werde.
Die Auffassung in Paris.
Daris, 30. Juli. In hiesigen politischen Kreisen hält man die Lage immer noch für sehr ernst und die Nachrichten über die militärischen Vorkehrungen in Deuffchland lassen hier daraus schließen, daß die Krise noch länger andauern kann. Die französische Regierung ist nach wie vor bemüht, im Einverständnis mit den Geschäftsträgern der Mächte ein Terrain zu einem Ausgleich zu finden und man hofft, daß diese Bemühungen von Erfolg begleitet sein werden. Frankreich mobilisiert nicht.
Paris, 29.Juli. Der „Petit Parisien" schreibt, daß er ermächtigt sei, das Gerücht von der Einberufung dreier Jahrgänge unter die Fahnen zu dementieren. Die Regierung beabsichtige gegenwärtig keineswegs die Reserven ein- zuberufen.
Ein griechisches Dementi.
Paris, 29. Juli. Aus Athen wird gemeldet: Der griechische Gesandte in Konstantinopel Panas dementiert entschieden die ihm vonr Pariser „Journal" zu geschriebene Acußerung, daß Griechenland verpflichtet sei, Serbien mit 100000 Mann zu unterstützen. j ,
Konferenzen.
Paris, 29. Juli. Noch seiner Rückkehr nach »Paris hatte der Ministerpräsident Unterredungen mit dem! deutschen und dem ruflffchen Botschafter. l
Paris, 29. Juli. Der deutsche Botschafter Freiherr v. Schön hatte vormittags mit dem stellvertretenden Minister des Auswärtigen Bienvenu Marti» neuerdings eine Unterredung über die Möglichkeiten einer Lokalisierung des österreichisch-serbischen Konflikts.
Paris, 29. Juli. Der Ministerrat, der heute nachmittag unter dem Vorsitz des.Präsidenten Poinoars jflJ*- gehalten wurde, beschäftigte sich ausschließlich mit der »auswärtigen Lage. (
London, 29. Juli. Der deuffche Botschafter stättetel heute vormittag im Auswärtigen Amt einen Besuch ab.
London, 29. Juli. Vormittag 11,30 Uhr trat der Ministerrat zusammen. .
Falsche Gerüchte.
Köln, 29. Juli. Die „Kölnische Zeitung" meldet auÄ Berlin, die Nachricht des Pariser „stlewyork Herold",-Kaffer Wilhelm habe an den deutschen Boffchafter in.Wien geschrieben, er möge dem Graftn Berchtold den »Rücken steift», sei eine gewissenlose Erfindung. Der Kaiser hat niemals einen solchen Brief an den Boffchafter in Wien »gelangen lassen.
Rom, 29. Juli. (Agenzia Stefane) Die von .einigen englischen Blättern veröffentlichte Nachricht über Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Ministerpräffdenten und dem Minister des Aeußeren hinsichtlich der Haltung Italiens während des.gegenwärtigen Konflikts entbehrt jeder Begründung. l
Paris, 29. Juli. Die Agence Havas ist ermäckftigt, das Gerücht zu dementieren, daß das Minffterium des Innern und die Polizeipräfektur sich anschickten, Ausweisungsbefehle gegen i»r Paris wohnende Deuffche und Oester- reicher zu erlassen.
Paris, 29. Juli. Die Agence Havas meldet, daß die Gerüchte, wonach die Regierung die Einberufung eines oder mehrerer Reservistenjahrgänge beschlossen hat, unrichtig sind. Die Regierung beschränkt sich darauf, die Sicherhefts- niaßregcln zu treffen, die durch die Umstände erforderlich geworden sind.
Paris, 29. Juli. Der 'ehemalige Depufferte De- l o n c l e behauptet in seinem Blatte „Paris Journal'", daß Kaiser Wilhelm bei seiner Ankunft in Kiel, nachdem er die serbische Antwort gelesen hatte, an Kaffer Franz Joseph telegraphiert habe: Das ist genug. (Diese Angelegenheit wird als erfunden bezeichnet.)
Sitzung des englischen Kabinetts.
London, 29. Juli. Die heutige Sitzung des Kabinetts dauerte über zwei Stunden. Churchill, Grey und Lord Hal- dane blieben noch einige Zeit bei Asquith, nachdem sich die übrigen Minister entsernteu. Während der Kabinettssitzung stattete der französische Boffchafter dem Ministerium des Aeußern einen Besuch ab.
Sympathien in England.
London. 29. Juli. Die „Times" schreiben: Weder die Regierung noch Sir Edward Grey erblicken in dem Umstand, daß Deutschland nicht in der Lage ist, den britischen Amegungen beizutreten, in irgendeiner Weise eine Ablehnung. Sir Edward Grch ergriff in der Elle, was ihm als Notmaßregel gut effchien, um den Ausbruch einer europäischen Verwicklung zu verhindern. Frankreich und Italien nahmen sie sofort an, aber Deutschland konnte nicht seine ungualifizicrte Zustimmung erteilen. Der Hauvtpunkt des Planes lag in der herzlichen Zusammenaicheit aller vier Mächte. Da eine von, ihnen draußen bleibt, fällt der Plan von selbst, wenigstens sür den Augenblick, zu Boden. Das bedeutet nicht, daß unsere Bestrebungen für den Frieden gelähmt sind. Sie werden unermüdlich fortgesetzt werden mit dem einen Zäe>, daS wir von Aiv» sang an im Auge gehabt haben: eine Ausdehnung des österreichischserbischen Streites durch die automatische Mrkung des Systems des Bestehens der Mächtegruppen in einem europäischen Krieg zu verhindern. — „Daily Chroniclc" schreibt: Deutschland hat angezeigt, daß seiner Meinung nach Sir Edward Greys Einladung jetzt ans» geschoben werden soll, da direkte Verhandlungen zwischen Wien und Petersburg vor sich gehen. Das bedeutet keinen Mangel an Sympathie für das, was Sir Edward Grey im Sinn hatte, und wir sind weit davon entscnrt, diese Haltung Deuffchlands sür unvernünftig zu halten. Das Blatt fährt fort: Das Schicksal Europas hängt von dem Ergebnis der direkten Verhandlungen zwischen Rußland und Oesterreich-Ungarn ab, von denen natürlich keines den Einslüssen oder Anregungen von Freunden und Verbündeten verschlossen ist. Wenn Oesterreich-Ungarn mit Deuffchlands Billigung beschlossen hat, wenigstens in seiner serbischen Kampagne vorwärts zu gehen, so muß Rußland erwägen, ob der europäische Frieden vernichtet werden soll, um der Kampagne in diesem Stadium Einhalt zu tun. Wenn wir alle Umstände berücksichffgen, so können wir nicht sinken, daß das geschehen müßte, wenn Oesterreich-Ungarn sein Veffprechen, das Territorium und dir Unabhängigkeit Serbiens nicht zu beeinträchffgen, auf eine feste Basis stellt. — Die „Daily News" schreiben: Was England betrifft, so ist rs undenkbar, daß wir uns in einen solchen Streit ziehen laffen sollen. Der Gckanke, daß wir britisches Blut und Gut opfern sollen, um Rnßlaiü, im Balkan festznsetzen, würde für ein demokraffsches Volk eine unbegreisliche Beleidigung sein. Unsere Hände sind in dieser Frage frei, und wir müssen Sorge tragen, daß sie frei bleiben. ^ Die „Morningvost" meint, daß Oestcrreich-Ungarn absichtlich hernussordere, und daß es bei diesem Schritt die Unterstützung Deuffchlands erhielte. Anscheinend werde dieser Prozeß zu einer Deraussordernng der Triple-Entente durch den Dreibund erweitert werden oder zu einer Heraussmderung der Realität der Konsistenz der Entente, wenigstens soweit England in Frage kommt. — Der „Standard" fragt, ob Rußland und Europa sich nicht mit der pAerAschisÄ-ungaristhol LÜärung zuftiedcu gehen können, daß die


