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6»ira untcTnuiumcn werden svlltcn. damit den an dem »»er- rmchcsth.serd.s>iwn Konflikt nicht lürell interchsicrtm, v n

lluad^di'' ^ta"en und Eng

land. die .lufpadc der Vermittlung übertragen werde

® uI i *« italienische Botschaf ter stattete heute nn ÄuSnnrrtiHen Amt einen Besuch ab

Eine englische Stimme.

sTrriipli JP CT ^ internationalen politischen

awh" TS u te Vertreter desDaily Tele-

f""» »Urtt: fein Staatsmann in der König Peters Regierung für ln-rant- ^? re . nbe ^erbrcckxm. Sie sind im grügten ^ b * e serbischen Minister nicht'zögern 'r , , rb i r J tnb U>Te Mitschuldigen mit der anßer- bC 3 ® e f c * zu besttajcn Aber die wrrlllche £*8/ 9*# wo anders. Niemand hier in Oesterreich fr-T-rd- 1 'riiV Ja wr*Staatsmänner dafür, daß sie grandiose kur ihr Land hege,,: bat ist ihre pattio- Pl"cht. Aber iverm das, was sie zu erreichen wün- irnrden stört und die Existenz O-esterrcich-Ungarns ^tadrdet, dann ist diese Macht eben gerechtfertigt, daß sic auc-> tut, was src Farm, um diese Plane und die öffentlichen und gehermen Mionen zu ihrer Verwirklichung zu unter- inuden. Der Streit ist eine Mnchtfrage.

Der Kaiser in Wildpark.

Wildpark-Potsdam, 27. Juli Zum Empfang des Kaisers halten sich auf dem Bahnsteig der Fürstenstalion ergründen: der Reichskanzler, die Generalobcrstc v. Kessel, v. Pressen, die Herren des Hauptquartiers, Oberstkämmerer ülurst zu Solms-Baruth, Oberhofmarschalt Frhr. v, Reischach, de r Ch ef des Generalsrcrbes General v. Moltke, der Chef des Adnrrralftrrbs, der Stadtkonrnrandant von Potsdam General v. Kleist. Kurz vor Ankunft des Zuges erschien die Kaiserin. Der Kaiser, welcher Marineuniform trug, begrüßte die Kaiserin aufs herzlichste und überreichte Ihrer Majestät einen Strauß roter Rosen. Der Kaiser unterhielt sich sodann mit den Anwesenden etwa eine Viertelstunde und fuhr davauf mit der Kaiserin im Autmnöbil nach dem Neuen Palais, ans dem Wege von einem zahlreichen Publikum init Hurrarufen empfangen. Zum Neuen Palais begaben sich auch der Reichskanzler, der Chef des Gencralstabes General .der Infanterie v. Mcütke und der.Chef des Admiralstabes Admiral v. Pohl.

Potsdam, 27. Juli. Der Kaiser nahm alsbald nach seiucr Ankunft im Neuen Palais zunächst einen längeren Vortrag des Reichskanzlers entgegen und empfing darauf die Chefs des Gencralstabes und des Admiralstabes. Der

Kaiser gedenkt einige Tage hier zu bleiben uud demnächst den gewohnten Aufenthalt in WilhelmShöhe zu nehmen.

Potsdam, 27. Juli. Der Kronprinz hat seine Reise von Zoppot nach Berlin ausgegcben.

Deutsche FricdenShoffnuiigcn.

Berlin, 27. Juli. Der mit amtlichen Stellen bekanntlich in Beziehung stehendeBerliner Lokalanzeigcr" sagt unter der lleberschristKerne Verschlimmerung der Krise", die hier als glaub­würdig bezeichnet? römrsche Meldung über einen englisch-italieni­schen Vermittlungsoorschlag könne als friedliches Zeichen angesehen werden. * '

Die Stimmung in Berlin.

Berlin, 27. Juli. Während gestern, am Sonntag »abend, fottwährend Truppen, besonders Unter den Lrnden, hin und her zogen, ist heute früh lvieder der Charakter tBettäns als Arbeitsstadt hervorgetteten. Aber überall, sieht man die Männer tiefernst ihrer Tagesarbeit iiachgehcn.

Die Spannung uud die Banken.

Berlin, 27. Juli. In einer von den maßgebenden Berliner Banken und Banksirmen abgehaltenen Versamm- flung wurde folgendes beschlossen: 1. Für den hiesigen IBörsenfirmen gewährte Vorschüsse begnügen sich die <5feü>» geller mit der vereinbarten Ueberdeckung auf Grund der 'Kassakurse vom 25. Juli pnd für die Ültimopapiere ans .Grund der ersten notierten Kurse vom gleichen Tage. 2. Um das Privatpudlikum vor einem Verschleudern seines Effek­te nllesitzes zu belvahren, wird bis auf weiteres von der ^Einforderung von Zuschüssen der Kundschaft gegenüber so­lange abgesehen, als der Kurswert der bevorschußten Wert­papiere die dagegen bewilligten Vorschüsse nicht unter­schreitet.

Paris, 27. Juli. Trotzbem in der politischen Lage noch keine Klärung cingetreten ist, wird die Tatsache, daß man jttrt der Börse heute die allgemeine Lage ruhiger und nüch­terner beurteilte, schon als Zeichen dafür aufgefaßt, daß .der lähmende Druck der Angst gewichen ist. Die Schlüße tendcnz war bei behaupteten Kursen ruhig

Berlin, 27. Juli. Bei einigen Groß-Bcrliner Spar­kassen machte sich ein stärkerer Andrang des Publikums be­merkbar, das Gelder abhob. Alle wurden anstandslos be­friedigt und der Andrang ließ sehr bald nach. Sehr be­ruhigend wirkte, daß gleichzeitig viele Einzahlungen gemacht wurden.

Funksprüche Poincare».

Paris, 27. Juli. In dem von dem Präsidenten Poin- carö von Bord de? PanzerschiffesFrance" an den König von Dänemark gerichteten Funkenspruch heißt cs: Der Crnst der Lage legt mir die bindende Pflicht auf, direkt nach Frankreich zurückzukehren, wohin ich von dem Minister- rat, dem Dolmetscher der öffentlichen Meinung, berufen werde. Präsident Poincarö sandte eine ähnliche Depesche an den König von Norwegen, in welcher es u. a. heißt: Da ich dupch den Ernst der Ereignisse plötzlich nach Frank- reich zurückkelircn nmß, kann ich zu meinem sehr lebhaften Bedauern nicht nach Christiania kommen, um Ew. Majestät und Ihre Majestät die Königin zu begrüßen und dem nor­wegischen Volke die Wünsche meines Landes zu übermitteln.

Friedensdemonstrationen in Paris.

Paris, 28. Juli. Die Vereinigung der Arbeiterspndi- kate de? SeinedepattementS hatte ihre Mitglieder auf- gefordert, gestern abend ans den Boulevards und vor den Gebäuden der Hauptzcitungen zugunsten des Friedens eine große Manifestation zu veranstalten. Kurz vor 9 Uhr be­gannen sich aus allen Stadtteilen Menschenmengen auf den Boulevards zu sammeln; gegen 10 Uhr wurde der Verkehr fast unmöglich. Die Polizei mußte durch Münizipalgarden verstärkt werden. Die Manifestanten, die unter den Rusen Meder mit dein Krieg',ES lebe der Frieden" die Boule- vards durchzogen, kamen verschiedentlich mit Zuschauern inS Handgemenge, die gerufen hellten:Es leben die drei Jahre." Die Polizei sprengte die Manifestantenansamm­lungen auseinander. Verschiedene Polizisten wurden bei den entstehenden Handgefechten verletzt.

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PariS, 28. Juli. Der Sonderberichterstatter desMa­tin" meldet aus Berlin, man frage sich daselbst, ob die rujsijchq Regierung wirllich wegen einer durch einige ser­

bische Mörder hcrvorgerusenen Frage den Krieg wolle. Eine russische Persönlichkeit habe ihm «rllärt, eS w>ire dieS in 'der Tat eine wenig ehrenvolle Sache, um Rußland zu veranlassen, in den Krreg zu ziehen.

Paris, 28. Juli. Mehreren Blättern zufolge betonte der russische Botschafter IS wolSki in seiner Unterredung mit mehreren Ministern, wie sehr die russische Regierung den Wunsch nach Bcrsöhnung bewiesen habe. Man dürfe in dieser Maßnahme jedoch nicht etwa ein Zeichen der Schwäche erblicken.

Rumänien.

Bukarest, 25. Juli. Die ZeitungDittorul" schreibt: Die Perpslichtung. die Serbien 1909 übermnnmen bat, scheint den Ton uud den Inhalt der Note zu rechtscrtigcn. welche die österrcichüch- ungarische Regierung der serbischen übergab. Rumänien erwartet ruhig und ohne Erregung die Entioillung der Ereignisse. Diminedza" schreibt: Die einzige Politik, die sich Serbien aus­drängt, ist die 'Ablehnung ausschließlicher Verpflichtungen und tne vollständige Aktionsfähigkeit ohne Abhängigkeit von irgendeiner Großmacht. Die Abhängigkeit von Rußland würde ein Verzecht aus die disberegen Früchte der rumänischen Politik sein und eene schwere Gefährdung der kommenden Generation bedeuten. Bis vor drei Jahren machten alle Dal'anstaaten die Politik der einen oder anderen Großmacht. Dar Ziel der großen Anstrengung während der vorherigen Krise war vor allem, sich von dieser Vormund­schaft zu befreien. Das Beispiel hierzu gab Rumänien, das, ohne ans die guten Beziehungen zu der Nachbarmcmarihie zu verzichten, Kaiser Nikolaus in Conüanza emvfing. Niemand würde aber wagen, deswegen omi einer völligen ichngäbe an die russische Politik zu svrechen. Gllcchenland und die Türkei folgten dem rumänischen Beispiel. Nur Serbien bleibt auf dein alten Wege und hält die Abhängigkeit seiner auswärtigen Politik von Rußland aufrecht. Die Schädlichkeit einer solchen Politik ist offenkundig. Serbien muß der Abhängigkeit von Rußland ein Ende machen, ohne daß es des­halb österreichische Politik zu machen broilcht. Er ist den Balkan- Völkern nicht mehr erlaubt, Gebieter zu haben.

Englische Prefsestimmcn.

London, 27. Juli. TicTimes" betonen, daß Serbien mit einigen Vorbehalten die Bedingungen der Wiener sttote akzeptiert habe Wenn diese Inhaltsangabe der serbischen Rote korrekt sei, so spräche jeder gebieterische Grund für einen Auftchub in der Eröff­nung der Feindseligkeiten. Tie Punkte, betreffs deren Serbien pro­testiere und Erklärungen fordere, enthalten zweifellos einen Bruch der elementarsten Rechte, die von der Souveränität untrennbar sind. TaS Blatt spricht von einer kllegslustigen Stimmung in Wien und Berlin, die an die Stimmung von Palls im Juli 1870 erinnere, hasst aber, daß Oesterreich-Ungarn vor der Verantwortung eines Krieges zulllckschreckcn werde. Tas Blatt schließt: Solange wir hossen können, daß der Friede erhalten werden kaün, werden wir mit den Großmächten zusammenwlrken. die nicht unmittelbar an dieser gefährlichen Sache beteiligt sind. Wir werden uns dieses Ziel vor Augen halten. Mer weirn i» irgend welchen Kreisest der Wunsch bestehen sollte, unser Festhalten an Prinzioien einen Probe zu unterwerfen, die unsere Freundschaften beleben und damit das europäische Gleichgewicht garantieren, so werden wir nicht minder bereit und entschlossen sein, sie mit der ganzen Kraft des Reiches zu verteidigen, nie war cS getan haben, weim sie in der Vergangenheit auf die Probe gestellt wurden. Das erheischen unsere Interessen, unsere Pflicht und unsere Ehre. TerDailv Telegravh" crklärt es für die Ausgabe Sir Edward Gretzs, soweit es möglich ist, zwischen den streitenden Parteien zu vermitteln und wenn möglich, die Gegensätze zu versöhnen. Wenn eine Vermittlung nicht nrehr möglich sei, so sei ostenbar das Nächstliegende, das Areal des KonilikteS zu lokalisieren und zu verhindern, daß der Brand zu weit um sich greift, serner Ruß­land zur Vorsicht zu raten und sich Mit Frankreich und viel­leicht auch Italien zu einer ernstlichen Friedensvolllik zu ver­einigen. Europa verlangt anss dinglichste eine friedliche Lösung in dem Augenblick akuter Gefahr und jede Hauvtstaht, und be­sonders London, muß sich jeder egoistischen Wsicht entäußern und auf eine jlledliche Lösung dieses gefahrdrohenden Problems hin­arbeitenDaily Ehroniclc" erinnert an die englische Anregimg zu einer Botschafter-Konferenz während des DalkanniegeS und lagt: ES ist Nicht immer möglich, einen solchen Erfolg zu wiederholen, aber eine ähnliche unausdringliche Anregung könnte vielleicht von Nutzen sein.Taily News" sagen: Deutschland und Frank­reich, Italien und England ntüssen imstande sein, Europa vor dem drohenden Unheil zu bewahren. Wenn es zu dieser späten Stunde nicht mehr inöglich sei, den Ausbruch des Krieges zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien zu verhindern, so wäre cS doch zum mindesten möglich, den Kampf zu lokalisieren.Daily Graphic" betont, daß England wcher durch Vertrag noch durch seine rnternationalen Interessen Vervslichtungen hätte, anzugreiscn. Wir sind Freunde, sowohl Oesterreich-Ungarns als auch Rußlands und unsere Aufgabe soll daher sein, zu versuchen, Frieden zu machen, oder den Streit zu umgrenzen. DerStandart" erklärt cs für die Pflicht der englischen Regierung, direkt in Petersburg und indirekt durch Frankreich einen hemmenden Einfluß auf die russische Regierung anszuübeir. Diese Bemühungen müssen aber nicht einseitig erfolgen, sondern von Teutschland uMerstützt wer­den, wie während der Balkankrise im Jache 1913. DieMor- nrng Post" schreibt: Die Lage ist eine solche, IN der ein mutiger fflaim der Menschheit einen seltenen Dienst erweisen kann. Ein solcher Mann ist der deutsche Kaiser: an der Spitze einer großen Nation, einer großen Armee und großen Flotte, einer Nation, die nichts fürchtet als Unreche zu tun, ist der Kaiser in der Lage, etwas für die Sache des Rechts zu riskieren. Er hat sich bereits Unpovularität zugczogcn, indeni er sich weigerte, einen Krieg her- aufzubeschwörcn »nd deshalb nöag es für ihn schwerer sein als damals. Aber der Kaiser ist vielleichjt in einer Lage, die ihn mehr dazu yualisiziert, die Jniljiative zu einem Schikitt zu ergreisen. indem die österrcichisch-ungallschc Regierung cingcladen werden könnte, mit den anderen Mächten in Verbindung zu ttetcn, bevor eine militällsche Aktion unternommen werden würde. Wenn die? erreicht werden kümite, so brauchte nach unserer Meinung in Europa lein Schuß wegen dieser Sache adgefeuert zu werden. Ein solcher Schritt könnte zur Zerstreuung vieler Wolken führen, die lange über Europa gehangen haben und zum Verschwinden von manchem gründlichen Haß und Argwohn. Wir geben uns der Hoss- nung hin, daß der deutsche Kaiser bemüht ist, den Fllcdcn zu erhalten.

Französische Pressestimmen.

Paris, 27. Juli. Auch die heutigen Morgrnblätker svrechen fast einmütig ihr Erstaunen darüber aus, daß Oesterreich die ser­bische Amwort, welche eine fast vollständige Unterwerfung bedeutet, als unzureichend abgelcbnt habe. DerGaulois" meint: Aus dieser Haltung Oesterreich-Ungarns geht Izeroor, daß die serbische Angelegenheit nur ein Vorwand war: denn, wenn die östcrrcichisch- ungarftchc Regierung lediglich ernsthastc Bürgschaften gegen die pcmserbischen Treibereien verlangt hat, dann hätte sie sich beeilen müssen, die vom Belgrader Kabinett gemachten Zugeständnisse sür genügend zu erklären. Man weiß nicht, was Oesterreich will. Tas eine nur ist sicher, iiaß es sich durch seine unbegreifliche Hart- näckigkelt aut einen ungiinstigc» Boden gestellt, die Unterstützung Rußlands gcsichcrl und die austro-serbische Angelegenheit in eine dentsch-stawischc umgewandclt hat. Wir stehen vor her Gefahr einer europäischen Konslaqiation und gerade deshalb sind die Aus­sichten aus eine friedliche Lösung gewachsen: denn angesichts einer allznschweren Verantwortlichkeit werden auch die Verwegensten zögern und zurückschrecken. Auch in anderen Blättern kommt der Gedanke züm Ausdruck, daß, wenn auch ein allzuweitgehender Optimismus nicht angebracht sei, immer noch die Hoffnung aus Erbaltung des Friedens bestehe. Zur Begründung dieser Aus- sassirng wird u. a. aus die halbamtliche Odrte hingcjwiesen, nach der der demschc Botschafter Freiherr v. Schmr und der interimistische Minister des Aeußern Bienvenu Marlin in einer neuerlichen Unter­redung nach Aktionsmitteln der Mächte zur Aufrechtcrbaltung des Friedens gesucht haben. Jauräz schreibt in derHnmanitä": Wenn Deutschland von Oesterreich-Ungarn vorher nicht um Rat gefragt worden ist, dann hat es zweifellos das Recht, der östrr- rcichisch-ungallschen Regierung, von der cs in einen Konsliki hm-

eigigczogcn werden kann, Ratschläge zur Mäßigung und Vorsicht zu ertellen. Falls die österreichisch u»garisii»e Monarchie von Ser­bien nur Bürgschaften will, dann bleibt eine Verständigung möglich. Für den Krieg fehlt jede Entschuldigung und jeder Vonvand. Die nationalistischeAuloritö" schrcchi: Heute nacht zog an unserer Redaktion eine Anzahl.Manisestanten vorbei, die schrien:Nach Berlin!" Wir erklären diesen unbekannten Freunden ganz unzwei­deutig, daß sic viel besser daran täten, sich stlll zu verhalten. Denn wenn die ernstesten vandlungcn vorbereitet werden, dann geziemt sich Ruhe und Sammlung. Die revolutionäreBataille Syn- dicaliste" fordert ihre Anhänger aus, sich heute abend aus den großen Boulevards zu versammeln und die herausfordernden Kund­gebungen der Chauvinisten durch Ruse:Nieder mll dem Alleg!" zum Schwllgen zu bringen.

A«» Stadt «nd Canft»

Gießen. 28. Juli 1914.

** Tagcskalender fiir Dienstag, den 28, Juli: Stadt­theater: .Wie einst >m Mai' Anlang 8 Uhr.

G « w e r b e - A u s sl e I l » » g : Famtlienabend der beide» hie­sigen »nd auswärtigen Feuerwehren rmd der Sanitätskolonne.

Der Großherzog hat dem Pllnzen E r n st A u g. zu S o lm s-Brann f el s die Erbaubnis zur Annahme und zirm Tragen des ihm verliehenen Fürstlich-Reußschen EhrcnkreuzcS erteill. Dem Geheimen Medizanalrat Pro­fessor Tr. Groedel zu Bad-Nauheim wurde die Er­laubnis Mr Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Ruinänien verliehenen Kommandeurkreuzes des Königlich Rumänischen Kronenordens erteilt.

" Aus dem Schuldienste. Uebcttragen wurden dem Lehrer Ludwig M a t t h e S zu 'Schwickartshausen, Kreis Büdingen, eine Lehrerstelle an der Bolksschube zu Däne rn- h e i m, in demselben Kreise; dem "Schulamtsaspirauten Hain- rtch Schäfer aus Psungstcedt die erledigte Lehrerstelle cm der Volksschule zu Radmühl, Kreis Lauterdach. Bc- ställgt wurde der von dem Herrn Fürsten zu Löwensteiu- Wcrllreim-Rosenberg und dem Herrn Fürsten und Grafen zu Erbacl-schünberg auf die erledigte 2. Lehrerstelle an der Volksschule zu Lützel-Wiebelsbach, Kreis Erbach, varge- schlagene Schulamtsaspirant Karl.Bl ei aus Einarts- hausen. Kreis Schotten, für diese Stelle.

** Offene Lehrerstellen. Erledigt find: Eine mit einern evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Wackernheim, Kreis Bingen. Mit der Stelle ist Ovgänistendienft verbunden. Eine mtt einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Bürstadt, Kreis Bensheim. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volks­schule zu Dodenrod, Kreis Friedberg. Mit der Stelle rst Organisten- und Lektordienst verbunden. Dem Inhaber kann «ine Ottszulage bewilligt werden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende l. Lehrerstelle an der Volksschule zu Elmshausen, Kreis Bensheim. Dem Fürsten und Grasen zu Erbach-Schönberg steht das Präsen- tattonsrecht zu.

** Von der Technischen Hochschule. Auf An­trag der Slbtcilnng für Jngenieurwesen wurde durch Be­schluß von Rektor und Großem Senat dem Stobtbäurat a. D. Sir William H. Lindley, Zivilingenieur tu Frank­furt a. M., in Würdigitiig seiner Tätigkeit auf dem Gebiete der Wasserversorgung und Entwässerung der Städte, sowie des gesamten städtischen Tiefbaues und der öffentlichen Gesundheitspflege die Würde eines Doktor-Ingenieurs Ehrenhalber verliehen.

'* Eine militärische Ucbung spielte sich am Montag rnrd der darausfolgenden Nacht am Lakmtal Moischeu Klein-Linden und Atzbach ab. Das .Hauptgesccht war in der Nacht, und es handelte sich um die Erzwingung des Lahnübergangs. An der llebung beteiligten sich dos In­fanterieregiment Nr. 116, die Unteroffizierschule Wetzlar, das Pionierbataillon Nr. 21 aus Mainz, eine Scheinwerferobteilung und ein Flieger, der wiederholl das Gcsechtsgelände kreuzte. Am Montag mlltag ttafen die Pioniere in Allendvrf ein und bezogen am Wege nach, Rtünchholzhauscil Feldlager. Die vier Kompa-gnien kochten hier ab und bezogen Biwak. Um 12 Uhr kam eine Abteilung' 116er über Klein-Linden und Allendors bis Dutenhofen. Die .Hauptmacht der ll6er rückte über Heuchelhcini nach Atzbaci, Uud besetzte das rechte Lahnufer. Es entwickelte sich zwischen beiden Parteien ein hesttges Feuergeßeclst, in das auch die Maschinengewehre einarifsen. Da nach der An­nahme die Brücke bei Dutenhofen gesprengt war, so siel den Pionieren die Aufgabe zu, neue Flußübergänge zu er- llchtcn. Um Vj 1 Uhr rirckten die Pioniere aus ihrem Lager bei Allendors. Die blaue. Partei marschierte gegen die Lechn und eröffnet« nun ein heftiges Gefecht, während die Pio­niere an den Brückenbau grngcn. An der Stelle, wo die .Kleebach in die Lahn mündet, wurden innerhalb kurzer Zeit von den flinken Pionieren vier Brücken hergestxlll. Die rote Partei, die rechts der Lahn stand, ließ ihre Scheinwerfer- Abteiluna spielen, doch es gelang ihr nicht, den Brücken­bau zu hindern. Nach Vollendung der Brücke erfolgt der Vorstoß der Blauen, ein Teil ging über die Brücke, und die Roten würden gegen Atzbach zurückgeschlagen. Um y 2 5 Uhr war die Uebung bee»det und die Kompagnien rückten nach Gießen bczlv. Wetzlar ab. Die Pioniere schlugen die Drücken ab urid bezogen wieder ihr Lager bei Allendors. Eine große Mensck>enmenge aus den benachbarten Orten wohnte der sehr interessanten Uebung bei.

Der Straßenbahnvcrkehr beim Iugendfest. Die Straßenbahn beförderte beim Jugendicst 7993 Fahrgäste. Der Turchichnittsverkehi an Wochentagen beträgt gewöhnlich zwischen 32003400 Personen, so daß auf den vermehrten Festverkehr, der sich aus sechs Nachmittagsstunden erstreckte, rund 4600 Personen entfallen.

Einberufungen zur Fahne haben gestern sür österreichische Wehrpflichtige und auch für Militär­pflichtige aus Italien in Gießen stattgcftindcn. Me Leute lind sofort nach ihrer Heimat abgereist,

"EingutesRezeptsürSpitzbub'en verabfolgte am Sonntag mittag der Milchhändler H. Günther von Stcinbach einem Burschen von ungefähr 18 bis 20 Jahren G. kam aus einem Hause IN der Walltorstraße, als der Bursche gerade aus einem Korbe auf dem Milchwagen ein Paket herausnahm, und damit verschwinden wollte. G. nahm ihm das Paket ab und gab ihm' eine gehörige Tracht Prügel. Inzwischen batte sich eine große Menschenmeime angesammett, die mit Vergnügen der schnellen Justiz des Milchhändlers zuschautc.

** Kleine Mitteilungen. Während der bisherige Päch­ter der Rodheimcr l«. d. Dieberl Gemeindejogd tBaron van der Hvpvl 600 Mk. zahlte, haben 3 Herren ans Düsseldorf jetzt 1330 Mk. versprochen. Dies bedeutet in der 9jährigcn Jagdperiode für die Gemcindekasse eine Mehreinnahnie von 6570 Mk. Der 74 Jahre alte Privatmann Vetter zu D a r m st a d t, der sich an nnem 12 Jahre alten Mädchen vergangen hatte, sollte gestern vernommen werden. Aus Furcht hat sich der Mann auf dem Fried- Hofe erschossen. In Niedcr-Saiilhcim entstand am Montag mittag in der Wohnung des Eisenbahnbcdienstetcn Kvnrad Weingartner an einem Spiritusavparat eine Explosion, wobei der zwölsjährigen Tochter des W. die Kleider in Brand gerieten. Das Kmd wurde am ganzen Körper verbräunt uud von