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nctrr betoofrtlon >l)lvnrtK 5Mnmtn(Vnrt>en und tctparn- pl' -t.e tülikftimnjct/f nu« vi-ch und ,Vr ttafen in. S ^(fonnami-.' «>., Öd ta «anfttt hielt Rechlsamval!

* Geh. Ober-

rrgtrrtuig-M-at Äerf-LaJ)!: überbrachte die OKuctioünsch« der »allonüli.bev» cn Reuchslapsfriaktion und Geh Hosrat Reh. ma^.Äurwruhe d,e,en,gen der badisch,-,, Landtaasfraktion,

Griebe,'Ä"" *** Wahlkreise/ Gietzen- '! l»«dct Ihne» zum t-ü. Gtmrtsttiae die

h, r»Ir - ^re" ,.-,ück,mmsche mit dem Wunsche, Sie noch'tauge als erprobten I-uhrer an der Spitze der Partei zu sehen, _ a ' '? " gspvr. Krausmilller.

r»:r Prozeß ge cn §rau Lllillanx.

?>er heutigen Verhandlung wurden verschiedene Äerzte ge- andre nach der Verwundung Calmettes getrof- !chhmen brllrgtcn und eS zum Teil ablclpiten, ein Urteil ^b>n, indem sie sagten, daß die anwesenden ersahrenen Chir- - n r"J* ^ Frage, ob eine Operation am Platze qe- Ü',!!?. ^ iachverüandn, seien. Immerinn antwvrtele Tr Pozzi - , , Frage Labvrrs, daß, wenn ein chirurgischer Eingrijs srül)ei rwlgl wäre, er mehr Eriotg gehabt hätte, Am Montag werden noch andere Acrzle gehört,

Tie Verhandlung wurde daraus aufgehoben.

Die flauen an "en dexfi^en Universitäten im Sommer

_ ,??? Ergebnis der ersten Franen-Jmmatriknlationen in

-llkntschland im Jahre 1300 an den, den Frauen zuerst zugäng­lichen zwei badischen Universitäten war ein zahlenmäßig gering- fünigcr, schüchterner Versuch der Frauenwelt, an den Universi'Sts- uudien tejlzunehmen, 1905, als sich den Frauen alle süddeutschen Universitäten ausgenommen Strastburg geössnel hatten, stu­dierten bereits 137 Angehörige des weiblichen Geschlechts und 1303, bsw Znlaffnng zu den preußischen Universitäten, stieg ihre Zisser Plötzlich mif 1432, Das folgende Jahr brachte eine Erhöhung aus -163, 1312 ergab die Statistik 2368, im Vorjahre 3436 und in diesem Sommer sind die Universitäten des Reichs von 4 1 I 7 Stu­dentinnen hevölkctt. Die beträchtliche Jakireszimnhme von 681 zeigt die Nachhaltigkeit und Stärke de? weiblichen Bildungsstrebens, das dervierte Weg" ldie jüngst crsolgte Erweiterung der Berechti­gung der vrenstffchen Oberlvzeenl erneut gesteigert hat. Die absolute Zunahme in den letzten iünf Jahren ist zwar eine gröbere als die verhältnismäßige, Während nämlich die absvlute Zisser sich säst verdreisachte, ist die relative Zahl nur zweieinhalbiach gestiegen. Der relative Anteil der Frau am Umversitätsstudium stiea im Vorjahr von 2,7 v, ,h, im Sommer 1903 aus 6,63 und in diesem Sommer ans 6,76 v, ö. Bon den Frauen sind 60 Prozent vro- tcstantisch, nur 26 Prozent katholisch und 16 Prozent jüdisch. Von besonderem Interesse ist, welche Berufe die Frauen wählen, und welche Wandlungen die Entwicklung seit 1303, dem eigentlichen Beginn des deutschen Franenstudiums, zeigt. Die Studienwahl der Studentinnen ergibt aus bekannten und nahe­liegenden Gründen eine Abweichung von der der männlichen Kom- mssstonen Während derzeit von den letzteren 47,7 Prozent in der philosophischen Fakultät immatrikuliert sind, obliegen von den Frauen 74,6 Prozent dem Studium der vbilosovhischen Diszivlinen, Umgekehrt widmen sich dem medizinischen Studimn 23,6 Prvz, der Frauen gegen 26,1 Droz, bei den Männern In Preußen cnt- sallen ans die philosophischen Fakultäten 81,2 Prozent aller Stu­dentinnen gegen 61.6 Proz, an den austervreustischen Hochschulen, und nur 17.2 Proz, studieren in Preußen Medizin gegen 31,1 Vroz, Gegenüber den Vorjahren ist insofern eine bemcrkenstvertc Aendc- rnng eingetreten, als jetzt der Zugang zur Medizin relativ stärker ist als zur Oberlehrerinnenlaufbahn, und auch Zahnhcilkunde und Staatswi'senschasten und Landwirtschaft zeigen neuestcns beträcht­liche Zuuabmen, Tie Gründe der Vorherrschaft der pbilo- sovhischen Fakultät liegen wesentlich in der Art der Vor­bildung der prenstischen Studentinnen, Die nächste Zukunft wird zeigen, ob dervierte Weg" künftig die Abiturientinnen der Ober» lhzcen in dem erhofften Maste anderen St'idienzweigen zusilbrt, wobei allerdings unterstützend ins Gewicht sallcn dürste, dast den Oberledrerinnen wohl l-ald dieselbe lleberftillung droht, die bei den Männern bereits vorhanden ist Es ist auch nicht verständlich und in de» Vorlnldunasverhältnissen nicht genügend begründet, dast ein akademischer Beruf, der den Franen dankbares Betätigungsfeld bietet, die Medizin, immer noch nicht die Anziehungskraft aus- zmlben vermag, die bei der besonderen Eignuna der Frau hicrftiv und dem zweifellos vorhandenen Bedürsnis (in Deutschland prakti­zieren zurzeit neben 34 500 Männern nur 250 Frauen) ange­nommen werken kann.

Tic einzelne» Studiensöcher find solgendermasten besetzt: Phi- losovhie, Philologie und Geschichte 2216 gegen 699 vor 5 Jahren, Mathematik und Naturwissenschaften 753 lgcgcn 246), Medizin 370 1371), Zahnbeilkunde 43 1441, Kamcrnlia und Landwirtschaft 137 (42), Rechtswissenschaften 57 (23), evangelisck-e Theologie 16 (4) und Pharmazie 13 (41

Auch in der Wahl des Studienorts zeigt fick bei den Frauen eine Abweichung von den Ergebnissen der Statistik des Geiamtbesuchs der Universitäten, Während derzrft 51,8 Prozent der deutschen Studentenschaft in Preusten immatrikuliert sind, stu­dieren dort von den Frauen 60L Prozent tgegen 68,0 Pr^cnt vor drei Jahren), waS daraus zunlckznsübren ist, dost bei den Franen das prenstische Element relativ stärlcr überwiegt al§ l>ei den Män­nern, An den banerischen Universitäten befinden sich 15,6 Pro­zent der Gcsamtzisscr und nur 13,1 Prozent der Frauen, an den badischen 9,5 und 14,1 Prozent, dagegen an den übrigen einzel- staatlichen 22,3 und nur 12,1 Prozent der Frauen,

In Berlin studiert über ein Fünftel der Studentinnen, nämlich 842, ^egen früher ein Drittel, während von den Männern z, Zt, Unr ein Siebenrel dort immatrikuliert ist. Am nächsten steht Mün cheu, das nenestens von Frauen stark bevorzugt wird, mit 400, dann iolgt Bonn mit 398, Freiburg bat 316 Studentinnen, tzridcl- berg 266, Münster 226, Göttinnen 220, Marburg 217, Leipzig 200, BreSlau 133, Königsberg 123, Jena 111, Halle 101, Bel 88, Greifswald 79, Tübingen 78, Wnizburg 40, Erlangen 33, Giestcn 32 und Rostock 19 Studentinnen, Im Vergleich mit dem Vorjahr haben alle Universitäten, ausgenommen Göttinnen und Greiss» wald, mebr Studentinnen auf,»weisen: am stärksten zngenonrmen haben Leivziq, München, Würzburg, Freiburg und Tübingen, Pro­zentual haben Berlin, München und Bonn den gröstten Anteil am Frarienstitdinm, nämlich 20,4, 11,4 und 3,6 Prozent, dann folgen Freiburg mit 7,6, Heidelberg mit 6,4, Göttingen mit 5,3, Marburg mit 5.2 und Breslau mit 4,6 Prozent,

Auster den immatrikulierten Studentinnen sind diesen Sommer noch 374 Franen an den Universitäten als sogenannte Hörerinnen zugelassen, in dast z. Zt, insgesamt 5091 Frauen am deutschen Uni- versitätsunterricht teilnebmen gegen 4473 im Vorjahr, Die Höre­rinnen sind om zahlreichsten in München, wo 133 eingeschrieben sind. In Berlin sind as 103, in Lchpjig 67, in Bin-»-, 61, iw Breslau 45 usf.

Au» Stavt unv Caitd»

Gießen, 27. Juli 1914.

* Der neue Rektor der LnndeSnniversität. Der Grostherzog hat den ordentlichen Professor der incdi- zinischen Fakultät der Landcsnniversität Gießen Geh. Medizinal, rat Dr. Robert Sommer snr die Zeit vom I. Oktober 1914 bi? 30, September 1315 zum Rektor ernannt,

** Gewerbliche Revisionen 1914. (2. Vierteljahr) !Jn den Monaten April. Mai und Juni wurden revidiert: 1, Die Hausarbriter der Tabakindustrie ans Grund des z 10 des Haus- arbeitsgesetzcs und der bnndrsmUichcn Besfinrnrunqen vvm 17. No- remb-- 1313, 2. Beminlager ans Grund der Verordnung vvm 20, Mar 1903 und der güelffen Bedinnmgen. 3, Verschiedene Petrolcumlager, Tankwagen und Tankanlagc, der deutsch ameri- kaniichcn Petrolenmgesellschast auf Grund der Verordnung vvm 20,, Mai 1903 und der gestellten Bedingungen, 4. Bäckereien und

die mit diesen verbundenen Kondilvrereu mp Grund der biiNdes- ratlickn-i, Bestiinmirngen vom 4. März 1896 und der Polizetverord- nnng vom 20, Oktober 1907, 5, Offene Verkaufsstellen mit in der Regel über 20 Gelülsen imd Lehrlingen auf Grund des § 133k der Gelverbeordnnng, 6. Verschiedene Betriebe ans Gnmd des ß 1203 der Gewerbeordnung, 7, Steinbrüche und Strinhauereren ans Gnmd der buichGratlschen Bekanntmackmng vom 31, Mot 1dv3 8, Luntten- imd Knockzenlager auf Oirund des Lokal- Reglements vom 8, Oktober 1884, 9, Fruchteishändler in Bezug aus Rem- Haltung der Geräte und des zur Verwendung konrmenden Prate- rials, 10. Die gewerbsmäßigen und nick» gewerbsmäßigen Stellen- vermiitler auf Grund des Stellenvcrmittlergksetzes vom 1, Oktober 1910, II, Die geiverbsmästigen Güterhindlcr aus Gruno der Bekannttnachung vom 27, Juni 1908, 12, Brauereien und Bier- liändlcr bezügl, Führung von Bieren unter dem istamen »Mmlz- lncr" aus Grimd des Braunnlergeieches. 13, Steinbrüche und Gra- bcrcicn auf Grund der PolizeivervrdmiNg vvm 16, Dezember 190-, die IlnfallverbnNing in Strinbrüchen und Gräbereien betr., sonne auf Grimd des Art. 284 des Hess, Polizeistrasgesetzes, 14 Bvrsten- nirichtereien, Bürsten- und Pinsclmachereien mif Grund der buiweS- ratlichen Bestinimnngen vom 22, Oktober 1902, sowie beznal, Dcs- infekiion ausländischer Ware und Jminung ausländischer Arbeiter, 15, beider- und Wäschekonsektionsgeschöfte bezügl, Führung von Lohnbücknwii, mif Grisnd der bniidesrallichen Bekannttnachung vom 14 Febr-nar 1913 16, Egrbrdlaqer auf Grund der Verordnung

»om 2, Oktober 1905 und der Polizeivcrvrdnung vom 4, April 1906, 17, Feldziegeleien auf Grund der 135138 der Ge- wrrbeordmma, S 241 der Helf, Ansffihrungsvcrordnunq zur Ge- iverbcordming sowie der Bekannttnachnna vom 21, Februar 1910 Mid 8, Dezember 1913 und der Pokizeiverordmmg vom 1, Avril 1907 betr. Besckzäftigung iiigendlick>cr Arbeiter und Arbeiterinnen, imd Unterbringung von Arbeitern in Bgckstenrgrnbeii. 18. Waren- bässier, größere und offene Verkanssstelleii und aniwstende Schreib- sttiben, in Bezug ans Sitzgeteaenbnt -des Personals aus Grund der Bekannttnachung des Reichskanzlers vom 28, November 1911, 19, Friseur- imd Toilettengescknifte in Bezug aus bleibalttge Haar- särbemittel, 20, Geschäfte m Bezug aus öffentliches Anpreisen imd Tlnsstellen von Präservativs nsw. ans Grund des S 184 des Reichestrasgcsetzes, 21. Psaudleihinstoffen und Trödler ans Grimd der Verordriuna vom 2, August 1899. 22, Verschiedene Tamvs- kesselanlagen. 23, Warenbäuser und offene Verkaufsstellen in Bezug aus Laaerimg von Zelluloidsvaren, 24, Mineralwasser und Limv- nadensabriken ans Grund der Bekanntmachung vom 22, Jisli 1885, 25, Offene Verkanssstellen, in denen ein Handel mit gisthalfigen Farben betrieben wird, auf Grund der Verordnung vom 15. April 1895, 26, Badeanstalten bezügl, Beschäftigung des Personals an Sonntaaen, 27, Bescknistigiing sch'iloftichtiger Kinder in aewerb» lichen Betrieben aus Grund des Kinderschutzgesehes, 28, Schlosse­reien ans Grimd des ä 1203 der Gewerbeordnung, 29, Anpr-ffung von sog, Bliitwcin in den offenen Verkaufsstellen, 30, Oftmrmi- iabrikcn mii Grund gestellter Bedingungen. 31, Molkereien in Bezug aus Beschäftigung von Arbeiterinnen gus'Grund der bundes- ratlichen Bestimimmgen vom 4, Juni 1910, 32, Zur Erhebung kamen 59 Nabrungs- und Gennsnnittelproben darunter 29 Voll- miickiproben und wurden dem chemischen Untersnchungsamt über­geben. Bon den Milchproben wurden zwei als der Wässerung verdächtig beanstandet: von den übrigen Nalzeimgs- imd Genust- mittelprvben wurde eine Butterprvbe wegen zu starken Wasser­gehalts, eine Wurstprvbe wegen künstlicher Färbimg der Wnrst- lsüllc, imd eine Essigvrvbc wegen zu geringer Säure beanstandet: in allen Fällen trat Verwarnung ein. Außerdem wurden 91 Strastenkontrollcn mittelst des Milckmeffers vorgenvMinen,

** Vorschriften für Radfahrer, Trotz wiederholter Warmingen verstoßen die Radfahrer tagtäglich gegen die von ihnen zu beobachtenden Vorschriften, Insbesondere wird häuftg übermäßig rasch gesahren und die rechte Seite der Fahrbahn nicht eingehakten, Unqlückssälle sind die Folge, Bei Uebertrctungen dieser Art wird künftig stets Sttafanzcigr erchoben werden,

** Grundstücksverkehr, Ein Grundstück zu Londorf, das auf den Namen des Heinrich D a v p e r imd Frmi Auguste Dapver geh, Böttqrr van Londorf eingetragen war, soll Dienstag, den 6 Okwber 1914, vormittags 8'ä llbr, auf dem Geschäftszimmer de? Grosth, Ortsgerichis Londorf im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden,

** Güterrechtsrcgister, Herz genannt Hermann Weinberg zweiter von Gießen und dessen Ehefrau Veilchen geh, Jsenberg haben Gütertrennung vereinbart,

Kreis Büdingen,

# Büdingen, 25, Juli, Nachdem erst vor kurzem Oberschulrak Dr, Lucius aus Darmftndt einige Tage im KUeisc Büdingen .geweilt und eine Anzahl Volksschulen besucht hatte, bereiste gestern Und heute Durninspcktor, Schulrat Schmuck, aus Darmstadt im Auto den Kreis, um in Begleittmg des Kreisschnlinspektors, Schulrat Bakdan f von hier, in einer größeren Zahl Schulen eine Prüfung des Turminterrickits vorzunehmen, In den meisten Gemar­kungen des Kreises ist nun mit der Kornernte begonnen worden: doch tritt die Reife der Gerste zurzeit häufig rascher ein, als diefenige des Roggens, Daher kommt in diesem Jahre die Gerstcnernte in vielen Orten vor der Kornernte, Wem, auch in manchen Lagen das Korn dünn stecht, so ist der Kern doch vorzüglich entwickelt, und man kann die diesjährige Roggenernte hinsichtlich der Menge als gut, bezüglich der Güte sogar als recht gut bezeichnen,

^ B o b e n h a u s e n, 25, Juli, Heute feierten die Land­wirt Aiigust Ries IIP Eheleute in voller Rüstigkeit die goldene Hochzeit,

= Lorbach, 25. Juli, Auf der Höhe des Herrnhaags, an der Straße Lorbach,Diebach. a, H., wird ein neues Pfarrhaus für die Gemeinden des Kirchspiels Herrnhaag erbaut, zu den, die Dörfer Diebach q, ($., Lorbach und Vonhausen gehören,

Kreis Schotten.

Ober-Schmitten, 25. Juli, Gestern wurden hier die Arbeiten zur Erbauung eines neuen Schulhanses vergeben. Tic Maurerarbeiten wurden Maurermeister Rau von Eichclsdors, die Zimmerarbeiten den Zimmerinaistern F, Ustner und Otto Ulrich in Unter-Schmitten und die Svcnglerarbeiten dem Svenalermeister Jmhoi von hier übertragen. Bis zum I, Okwber soll der Rohbau vollendet seftl. Das Gebäude kommt in den jenseits der Pavier- fabriken und Bahnstrecke gelegen, östlich» Ausgang des Ortes zu stehen. Das alte Schillbaus, das nur eine Lehrerwohnnng ent­hielt, soll daim für die 2, Schnlstellc bcsffmmt werde»., die schock seit Ostern 1910 errichtet, aber noch nickst endgültig besetzt ist, <l> Ulfa, 25, Juli, Obgleich hier schon seit mehreren Jahren die Pferdezucht verhältnismäßig stark betrieben ivurde, hat sic sich seit der Errichtung des Gestüts nock, bedeutend gehoben. Zahlreiche Züchter besitzen vom lebten Frühjahr schöne Fohlen: ein Teil ist in der vcrflossciien Woch an baverisckic Händler ver­kauft worden. Die erzielten Preis« erschlfinen recht befriedigend, denn für >/«, Jahre alte Fohlen wurden 320 bis 370 Mk, gelöst. Die noch nrit dem Verkauf zurückhaltenden Züchter erhoffen noch bessere Presse auf dem Schottener Svminermarkt,

Heffcn-Rassnu.

I) Marburg, 26, Juli, Nachdem gestern früh vvm Patho­logischen Jnsfitut aus in, Anschluß an eine Traucrseier die Leiche des- so früh dahingcschiedenen besffschcn Dichters Karl Engel­hard nuS Hanau zur Einäscherung nach Osscnback, überführt worden war, fand heute nachmittag im Beisein der Angehörigen sowie zahlreicher Freunde und Verehrer des Dichters dir Persetznilg seiner Asche aus dem hiesigen Friedhof statt,

-m Niederscheld, 27. Juli. Gestern fanden Spazier, qänqer im Walde die an einen, Baume hängende, schon stark in Verwesung überqegangene Leiche eines in den 20er Jahren stehenden, ans Bosnien stammenden Mannes, WaS den Selbstmörder, der am Bahnbau beschäftigt war, in den Tod trieb, ist unbekannt. Er war erst vor kiirzem aus der Klinik enftasten worden.

Giebcner Strafkammer.

Gießen, 24, Juli Je 10 dNprk Geldstrafe erhielten der Äckafttvagenführcr Sch,, idrt in Barmen, und der Arbeiter Sitz- in Wetzlar wegen Hausfriedensbruch auf die Bc- ruffmg der StaatSanwalffchast gegen das sreisprechcndc Urteil dcS Schüisengcrichts Gießen, Dieselb.ni waren der Aufforderung eines Wirt« in Allendorf, fein Gebiet zu verlassen, nachdeni er mit einem weiteren Geiwisen der Angeklagten in Streit geraten war, nicht gefolgt.

Einen Monat Gefängnis erhielt ein Stiideni W, aus Gaarocii wegen Abgabe einer wissentlich falschen Versicherung an Eidesstatt, Derselbe halte an verschiedenen Universitäten Jurisprudenz sttidieri und dann bei der hiesigen juri- stischcn Fakultät zuul Zwecke der Promotion eine Distertation, be- litcl«Die Fusion zweier ?lkticngescllfchasten", eingcreicht. Der Fakultät gegenüber gab er dann die cioesstatttichc Versicherung ab, dast er bei Bearbeitung der Dffsertaiwn außer den in dem Lite­raturverzeichnis, das der Diffenalion beigefligt mar, aiisgeführtcnl Hilssmitteln keine weiteren benutz, habe, obwohl er die Promo- ttonsschriftFusion zweier Aktiengesellschajtcn" von Wilhelm Sommer benutzt hatte.

Freigesprochen tourde der Dienstmann B, von hier aus seine Berufung gegen das ihn verurteilende Erkenntnis des Schöffengerichts dahier von der Anklage der Sachbeschädigung, Er sollte sich am Zerschneiden von Erkcrichechen z, N, hiesiger Geschäftsleute bedelligt haben, was lhni aber heute nicht nochgewiesen werden konnte.

Freigcsvrochen ivurde der Arbeiter K, aus Frankenstcin von der Anklage des Diebstahls im strafrechtlichen Rückfall, Derselbe hatte bei seinem Weggang aus dem Dienste bei einem Landwirt in Nicder-Erleniach eine Joppe und einen Hut mitgenommen, Bleibes hatte er seinem Trenstherrn abgekaust und behauptet, den Kaufpveis abvcrdient zu baden, was dieser abstreitct. Die rechtswidrige ZueignungK- abslcht konnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden.

15 Mark Geld st rase erhielt der Viehhändler G, aus Düdelsheim, wegen Vergehen gegen das Viehseuchengesetz, Er hatte eine Schafherde nicht auf der ihm von der Bürgermeisterei zugcwiesenen Quarantäneweide gelassen, sondern geduldet, daß sein Schäfer dieselben nachts in einen an- grenzcnde n Garten getriebe n hat,

veremrncichrichten.

* Nidda, 25, Juli, Ter hiesige MusikvereinKai­ser-Orchester", besten ordentliche und außerordentliche Mtt- glicder den besten Kreisen der Stadt und deren Umgebung angc- hören, feierte gestern unter miter Beteiligung sein diesjähriges Svmmer-Familiensest im Krastschcn Garten und Saalbau, Nach­mittags 2V- Uhr fand ein Kindersest statt. Nachdem sich das lleine Voll an Kaisee und Kuchen gelabt hatte, führte es in vrächtigrn Kostümen mft farbenreichen Fähnchen eine schöne Kinderpolonaiss aus: daran schloffen sich mannigfache, teilweise recht originelle Kinderspiele, Abends gab von 8>/- Uhr das Orchester ein Konzert. ?Nle vorgetragenen Musikstücke zeugten von einer feinen musi­kalischen Aufsassung sowie meisterhaften Schulung der Mitwirken- dcn und einteten großen Beifall: ganz besonders geffelen die ftan- zöslsche Lustspiel-Ouvertüre van K, Beta und der Kalif von Bagdad von Boieldieu, Geselliges Zusammensein und ein Tänzchen bil­deten den Schluß des in allen Teilen wohlgclungencn Fami­lienfestes^_

Sport,

Bootslause und Sommeriest des Verein? Rudersport und des akademische» Rudervereius.

4t- Gießen, 27, Juli. Gestern nachmittag hatten die Bootstaufcn des Vereins Ruder­sport und des Akademischen Rudcrvercins trotz des Regens zahl­reiche Freunde des Wassersports am Bovtshause des Vereins Rudersport versammelt. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt H o m - b e r g e r, vollzog die Taufe eines Remwierers ohne Steuermann aus den Namen .Liidoviciana" und eines Gig Vierers mif den NamenRudersporl" und sprach in seiner Rede die Erwartung ans, daß die dcreinsffgen Kämpen in den Booten stets hvssnnngü- voll darin zum friedlichen Wettkampf ansziehen sollen, um auch als Sieger nneder hcimzukehren.

An die Bootslause schloß sich ein wassersportlichcr Teil, der folgenden Perlauf nahm:

I Wettfahrten im Rennboot: 1, 4 Min, 11 Sek, (Mannschaft .löset Moebs, Hch, Wegener, Gustav Geiße und Ernst Schürmann, Steuermann Emil Kiiccht- gegen Otw Bernhard, B, Mannseld, Lev Hoos, G, Svorhasc und Steuermann Wftly Schwan, welche die 1500-Mcter-Strcckc in 4 Min, 27 2 /s Sek. fuhren,

2, W ettfahrtcn in Gigbooten, 1, Verein Ruder­sport in 4 Min, 4 Sek, "Mannschaft Otto Bernhard, Bernhard Mannsetd, Gustav Geiste, Heinrich Wagner, Steuermann WAy Schivan) gegen Akad. Ruderverein in 4 Min, 4-/$ Sek, Mann­schaft Joses ilstoeser, ?ll>, Hcinrichscn, Franz Schacier, Anton Al- brecht, Steuermann Karl Strack,

3, Stascttcn-Sch wimmen (140 Meter), Sieger Sckmnmm- und Wassersporiverein in 2 Min, 9 Sek, gegen Verein Rudersport in 2 Näin, 15 Sek, Die Entsckieidung brachte allein Sanny Eck, der mit der Schnelligkeft eines geölicn Blitzes die Fluten teilte und seinen Mvalen hinter sich ließ,

4, Wasserbatlsviel »unschen Schwimm - und Wassersport- Verein gegen Verein Rrüx-rsport, Das sehr interessante Spiel endete mit 0 zu 2 zugunsten des Schwimm- und Wassersportvereins und muhte leider wegen dcS einsctzcndcn heftigen Regens abgebrochen werden.

Die Veranstalter, der Verein Giestener Rudersport und der dkkademische Ruderverein, haben als junge Vereine gezeigt, daß sie aewillt sind, auf svortlichem Gebiete voran zu kommen: sie versügen zusammen über 88 Mitglieder, darunter zahlreiche kräs- ttge Diannsihasten junger Ruderer,

Gcsellschaftsfahrt des Helstschen Automobilllnbs.

E r st e r T a g,

Uebcrlingcn a Br>densee, 25, Jull, Die Fahrt des Hessischen Antom obilklubs hat Samstag früh 6 Uhr, wie nur bereits meldeten, in Darmstadt ihren Ansang ge­nominen und die erste Etappe, die 350 Kilometer lange Strecke van Darmstadt nach UlPerlingen am Bodcnsee programmästig »nd ohne Unfall hinter sich gebracht, Folgende Fahrer stellten sich in Darmstadt dem Starter und wurden in der Rcihensolge wie folgt abgelaffen:

Wagen Nummer 1, Bes, Goebel-Gicsten (Adler), Unp, Lt, Holtz, Wagen Nummer 2, Bes, Bernhard-Darmstadt (Opel), Unp, Lt, Brodrück, Wagen Nummer 3, Bes, Schleinitz-Berlin (Onyri, Unp, Lt, von Mick>ele, Wagen Nummer 4, Bes, Dr, Stahlschmidt-Darm­stadt iBen»), Unp. Lt, v. Frankenberg, Wagen Nummer 5, Bes, Arnvldi-Frankfurt lAdler). Uno. Lt, Hanesse, Wogen Nummer 6, Bes, Bauer-Darmstadt lSldleri, Unp, Lt, Jrnisch, Wagen Num­mer 7, Bes, Ober-Darmstadt.Adler), Unp, Lt, von Wangcnheim, Wagen Nummer 8, Bes, Ass, Müllcr-Tarmstadt lOpell, Unp. Rittni, Hehler, Wagen Numnicr 10, Bes, Kellncr-Franksurt lAdler), Unp, Ltnt, v, d, Wcnze,

T-as Wetter ivar zur Startzeit günstig. Es war über Nacht rcirblich Regen gefallen, der für Stanbbindung in ausgiebigster Weise gesorgt hatte, ohne jedoch die im großen und ganzen aus­gezeichnete Beschaffenheit der Wege z» beeinträchttgen. Im Lause des Tages gingen allerdings mehrfach hcstige Regenschauer nie­der, so daß die Fahrt doch erhebliche Ansordcrungen an Fahrer lind Maschine stellte, und dadurch an sportlicher Bcdentting er­heblich gewann. Umso bemerkenswerter ilt es, dast alle Teilnehmer das Ziel ohne Unsall und ohne die Preisaussichten gesährcnda Straspunkle erreilbten. Die Fadrt ging von Darmstadt über Die­burg durch den Odenwald, Krähbcrq, Beerselden, Eberbach, Heil­bronn, Stuttgart, Tübingen, nach Uebcrlingcn, Als erster traf an dieser ersten Etavvenstation Wagen Nummer 1 um 2.59 Uhr ein. Er hatte also die fast 350 Kilometer lange Strecke in der Zeit von 8.59 Stunden zurückgelegt. Die Wagen liefen in folgender Reihenfolge am Ziel der ersten Etappe ein.: Nummer 1, 5, 3, 2, 6, 1 . 4, 10, 8.