cfrcnfon* jeiHt- vfutenH-Uatiun über die ausMuiirtinc Laae »u- nld utvb Mrütfte den Wunsch«--», bafi der Ministerpräsident bem Wunsche '.HnbrnfW* fofflcn und Kr dir Zeit der ttiasabr einen GvlteSfr,edr-n schaffen möge. ^ ' p
Vedrohtiche «iizeichen»
Die Svmtsamv>n>li>i»isi j« Prag beschlaanabmte srch-, tsttzoilzische Morgenblut irr. tvelche Leilorttkl über dir öfter reich'sech-serbisch« --puunuug gebr«!>, hatten. wegen der Mel- dünge» über die österreichischen Kriegsvorbereitnngcn.
,,, Wien, 23 IM. Dem „Fremdenblott" zufolge Hut der Kurser de» Enzliepzo^Tlironfolger Karl Franz Joseph zum nannten U " b SPon ™ ant,cur bcs Husarenregiments 1 «
§>eg des Zreifinnr in Labian-welflau.
' r , A. Juli. (Vorläufiges amtliches Wahlergcb- t r ^n^k, u ^'^kagsersadstielmmhl im Reichs-
erhielten Bürgermeister Un£> ' 2ratärat S cki r e me- tSJlJ'Iv 5 »l-)<foO Stimmen. Ungültig nmen 10 Stirn- ® a !l ncr ist somit mit einer Mehrheit von 1422 Stimmen gewählt.
Tschechische tkunüftebungen.
U ' 23 5uli. Die Kundgebungen im Mährisch- >7^i)lciirrvirr sind allabendlich zu Ausschreitungen E Buri<l)en und liffitsckzeuer E.emente au-geartet.
m a ^lf. n "5. r 8 fanden gestern abend große Ausamm lungen statt. Dre Demonstranten wollten nach Witkowitz zielten, nnirden ledoch von der Gendarmerie daran gehindert. Als dieGendarmen eine Perhaftung vorna' inen, wollte die erregte Menge das Wachlokal sturmen und den Verhafte len Bcfrere». Die anrückende Gendarmerieverstärkung wurde von der Menge mit Steinhagel überschütlet. Fast alle Beamten smd von Steinen getroffen worden. Tie Gendarme- rie ging wiederholt mit dem Bajonett gegen die Menge vor, zn»er Demonstranten wurden durch Bajonettstiche verletzt Aus der Menge fiel ein SchuH, der vvii zwei Olendarmcn cnvioert wurde. Ob jemand getroffen worden ist, ist unbekannt. Allmählich wurde die Menge auseiuandergetriebeu und zerstreut. Um einer Wiederholung derartiger Äusschrei tungen vorzubeugen, sind besondere Sicherheitsniaßnahmen getroffen worden.
OcuHctoc* Reick»
R ei ch s I ändi s ch e Juristen i» Preußen. Verschiedene Gerichtsassessoren sind bei preußischen Gericht« zu längerem, Dienst angewiesen worden. Eine feste An ellung dieser Juristen in Preußen wird jedoch nicht erfolgen: sie sollen Heb lediglich über die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse eines großen Staates unterrichten.
Au»lc»«v.
Das französische Geschwader verläßt Rußland. Rach dem Tiner an Bord des Linienschiffes ..France" dem der Kaiser, die Kaiserin, die Großfürst« und die Großfürstinnen beiwohnten, ging das französische Geschwader um VzlX Uhr noch Schwedenin See.
ver Prozeß geoen Zrau Laiüanx
Paris, 23. Juli. Trotz der im Namen der Regierung vom Generalstaatsanwalt gestern abgegebenen feierliche» Erklärung, daß das sogenannte „Grüne Dokument" nicht eriüiere, halten die Caillaut-seindlichen Water daran fest, daß dieses Schriftstück, welches auf das Vorgehen Caillaur während der deutsch- französischen Marokkoverhandlungen ein so bedenkliches Lickt werfe, wirllich vorhanden und keineswegs apokrnvh sei. — Des „Figaro" schreibt: Zwei dieser Schriftstücke, welche den Beweis für die unerlaubten Handlungen Caillaur' bilden, befanden sich in den Händen Calmette's, und es waren keine Fälschung». Herr Caillaur irrt sich, wenn er glaubt, daß eine von zwei Ministern den Geschworenen zugesandte Erklärung ihn reinwaschen könne, er irrt sich, wenn er denk», daß drei Zeilen des Justizministees Dienvenu Martin und zwei Zeilen des Ministers des Innern Malvy ein hinreichendes Zeugnis bilden. Herrn Caillaur steht eine einzige Jurisdiktion open, wenn er sich nur in loyaler Weise auseinandersetzen will: Das ist nicht das Schwurgericht, das ist der Staatsgerichtshof. — Im .D'hvmme libre" erllärt Clemeneeau, er habe die ihm von einem Zeugen, dem Figarvredqkteur Latzarus, zugeschriebene Aeußerung, daß Caillaur vor den Staatsgerichtshos gehöre, in dieser Form nicht getan. Ter Sachverhalt sei folgender: Man habe ihm von Papieren gesprochen, aus denen hervorgehen sollte, daß Caillaur alz Ministerpräsident seine Befugnisse überschriten und mischraucht habe. Bei dieser Gelegenheit habe er bemerkt, falls dies sestgestellt würde, müßte man den Staatsgerichtshot einberusen. Er müsse, schließt Caillaur, diese Nuance hervorheben, da ihm niemand diese Schriftstücke gezeigt habe. — „Radieal" schreibt: Tie amtl- liche Erklärung des GeneralstaatSanwaltS bildet einen neuen Beweis dafür, wie leidenschaftlich, ungerecht und verleumderisch die gegen Caillaur geführte Fehde war. — Die „Aurorc" sagt: In diesem politischen, vollständig politischen Prozesse stürzen alle Argumente der Anllage Calllanr' lläglich Zusammen.
In der heutigen Verhandlung gegen Frau Caillaur waren die Zeugenaussagen über die intimen Briese bisweilen einander widersprechend. Der Eheftedakteur des „Paris - Journal", Verv- eort, sagte aus, daß Frau Gueydch, zu einer Zeit, die er nicht genau angeben könne, ihnt gegenüber den lebhaften Wimjch geäußert habe, die van Caillaur an Frau Raynonard geschriebenen Briese veröffentlicht zu sehen. Verveort versicherte, er sel der Ueber- zeugung, daß Calmette die intimen Briefe nremals veröffentlicht hätte: er glaube jedoch, daß Frau Calllaur, die den Charakter <£n(mette'S nicht kannte, diese Veröffentlichung babe sürcksten können. Daraus nmrd« Painleve und Gostvn Dreyfus einander gegenübe-gestellt, ohne daß dadurch ein Ergebnis erzielt wurde. Painlevö hielt seine Behauptung aufrecht, Dreyfus habe zu ihn, von intimen Briefen gesprochen. Er habe ihm gesagt, er kenne sie nicht.
Frau Gueydan, geschiedene Caillaur, bat um die Erlaubnis, Auszeichnungen benützen zu können, um einen Berg von Lügen niederzureißen .Der Vorsitzende erklärte, daß sie sprechen solle, ohne Aufzeichnungen zu benutzen, wie jeder andere Zeuge. Der Verteidiger Labory riet Frau Gueydan, sich ans die Zeugin- rolle zu beschränken, falls sie nicht wolle, daß er ihr entgegentrete., Ein neuer Zwischenfall ereignete sich zwisänn ihr und Labori: als sie Auizeichirungeu benutzte und als Labory sagte, daß Frau Gueydan ihm nur bedingt Achtung ein flöße, erhob sich Unruhe im Saale. Der Vorsitzende richtete daraus Fragen an Frau Guey- dan. Caillaur hörte sehr aufmerksam der Aussage der Frau Gueydan zu. Frau Gueydan erklärte, sie habe nach der Ehescheidung kein Uebereinkommen geschlossen über die beiderseitige Korrespondenz mit Caillaur. Sie erhob lebhaften Widerspruch gegen die Intrigen, die im Zusammenhang mit ihrer Ehescheidung angezettelt seien. —
Um bald 3 Uhr wurde die Verhandlung inmitten enier ungeheuren Aufregung unterbrochen.
Um 3 Uhr wurde die Sitzung wieder ausgenommen. Fran Gueydan fuhr fort: Mies was die Angeklagte jagte, ist salsch, ebenso ist alles, was Caillaur sagte, falsch. Die Zeugin bat Nm die Erlaubnis, einen Brief »erlesen zu dürjen, den siq dem Präsidenten aushändigte.
Tie Zeugin beschwor, daß sie Calmette keinerlei Mitteilungen gemacht habe. Aut eine Frage des Rechtsanwalts Chenu erllärtc Mdm Esileodan, daß die in ihreui Besitz befindlichen Briefe nichts dem Publikum interessierendes enthielten; sie habe sie
übrigens bei sich. Chenu sragte, ob sie d«raus bestände, ste nicht verüssentlichcn zu wollen. Unter gesparmlenz Schweig« der Zuhörer erllärtc Frau cffueydan, nachdem sie einen Augenblick gezögert hatte, entschlossen: Jawohl, ich weigere mich. Ep 1 ’ 11 bestand aus seinem Verlangen. Md. Guehdan antwortete: Ich er- Iläre Ihnen, diese Briese interessieren nur mich. Chenu entgeg- ncte: Man wird Ihnen keinen Glauben schenken. (Bewegung.) Frau Gueydan entgegnete: Wenn die Briese etwas pvlittick»es enthalten, dann sind sie für Caillaux durchaus ehrenhatt. Leute, die erllärt haben, sie konnten die Briese und ihren Inhalt, haben gelogen. Mdm. Gueydan schlug daraus vor, daß sie den Brief Ladori einhändigen werde, der damit nach seinem Belieben verfahren könne.
Daraus wurde die Sitzung unterbrochen. „ .
Als die Sitzung wieder ausgenommen wurde, erllärtc Labori, daß Caillaux nochmals aufgerusen zu werden wünsche. Labori er- llärte daraus, er behalte sich die Verwendung der Briese vor und fügte hinzu, daß, was er auch immer damit tun würde, die Geschworenen sicher sein könnten, daß sie von diesen Schriftslucken Kenntnis erhalten würden.
Caillaur bellagte sich, daß man ihm gegenüber Verfahren anwandte, wie mau sie noch nie bis dahin kannte. Aber mit allen Kräfte» bin ich mit ibr, ich möchte an ihrer Seite sein — dabei wies er auf Frau Cailfaur. — Diese wurde in diesem Augenblick von einem heftig« Schluchzen ersclmttert. Indem er sich gegen Frau Gueydan wandte, saate er: Ich habe nur ein Unrecht begangen, nämlich, sie zu heiraten. Darauf antwottete -nau Gueydan: Sie sind im Begriffe, sich selbst Schande anzutuir (Andauernde Bewegung.) Caillaur: Ich werde mir keine «bmach antun. Der Zusammenstoß unserer Naturen war derart, daß wir nicht zusammenleben konnten. Die Sorge um meine Würde gestattete mir nicht mehr, mit Ihnen zu leben. Erst seit November 1911, seitdem ich meine jetzige Frau heiratete, war ich vollkommen glücklich. — Zu Frau Gueydan gewendet, die bei diesem Satze nt Die Höbe schnellte: Das enthält keinerlei Beleidigung für Sie. Ich liettatet.' eine bourgeosiehast gefilmte Frau.
Barthou erllärtc in seiner Aussage u. a.. daß er aus dringendes Ersuchen des früheren Ministerpräsidenten Doumergue Calmette bot, das „Grüne Dokument" nicht zu veröffentliche», und daß er Calmette des weiteren bat, das Protokoll des früheren Oberstaatsanwalts Fabre nicht zu publizieren. Calmette, bemerkte Barthou, antwortete ihm darauf, wenn er die Schriftstücke nicht veröffentlichet dann besitze er iiberbauvt keine Waffe mehr gegen Caillaur und er müsse seine Fehde einstellen. Mtt großer Entschiedenheit leugnete der Zeuge sodann, daß ihni Frau Guehdan auf der Straße unter einer Laterne die viel besvrochenen intimen Briese zeigte. Diese Erklärung veranlaßte eine Gegenüberstellung Caillaur' und Bar- thous, die einen sehr lebhaften Verlaut nahm. Caillaur verblieb dabei, daß Barthou selbst ihm dies erzählte, während Barthou dies entschied« als Irrtum bezeichnete. Ter Verteidiger Labori suchte zu vermitteln, indem er bemerkte, es sei kein Zweifel, daß beide Zeugen guten Glaubens seien.
Um 1 >7 lifir wurde die Schwurgcrichtssitzung abgebrochen und auf morgen vertagt.
Paris, 23. Juli. Nach der gestrigen Prozeßverbandlung kam es in der Nähe des JustizyalasteS zwischen Camelots du roi. welche unter dem Rufe „Caillaur. der Mörders" eine Kundgebung veranstalteten, und einer Gruvpe Sozialisten und Radi kalen zu einer argen Reiberei, hei der mehrere Personen nicht unerheblich verletzt wurden. < •
A«» StaSt Mseö €ait9.
Gieß e n. 24. Juli 1911.
Das Gietzcner Jugendfest.
D<as diesjährige 38. Jugendsest, an dem auch die Eltern der Kinder so regen Anteil nrllMeu, daß. mau es ein Bol ks- f e st nennen könnte, nzar vom Wetter nicht so begünstigt, wie man es erhofft halte. Anim Sitzen war es recht kahl, besonders gegen Abend, nmd die Wirte der Schanstzelte konnten nicht den Durst ihrer immerhin sehr zahlreichen Gäste feststellen, wie sie es bei der Hitze vergangener Tage hätten tun können. Dennoch war das Geschäft immerhin gut zu nennen.
Für die springenden und laufenden Knaben und Mädchen war eS ein wal)-res Glück, daß die Hitze nattsgelasseiil hatte. Wie schnell die Ermüdung und Mattigkeit der letzten Zeit vergessen war, das zeigte schon der gemeinsame Abmarsch ans der Stadt. Froh und strahlend vor Festesfreude versammelte sich um 2 Uhr das Leine Volk vor der Bürgermeisterei und eine Viertelstunde später setzte sich der endlose Zug, der von mehreren Musikkapellen unterb'rvchen war, in Bewegung. Herr Oberbürgermeister Keller hatte es sich nicht nehmen lassen, mit mehreren Stadtverordneten und anderen Herren selbst an dem Zuge teilzunehmen.
Im Philosopheuwalde wurden die beiden unteren Jahrgänge der Scksüler und Schülerinnen sogleich an ihre Angehörigen entlassen, nackxdem sic ihre Geschenke erhalten hatten. Die Kinder des dritten, vierten und fünften Jahrganges wurden auf ihre Spielplätze geführt, fk-ährend sich die oberen Klassen aus dem Festplatze versammelten. Hier hielt Herr Dr. Ebel eine Ansprache, in der er die Kinder zur Liebe zum Vaterland« ermahnte. Seine Rede schloß mit einem .hoch auf das deutsche Vaterlartd. Mit der National- hynrnc schloß die Feier. Daun begann ein eifriges.Spielen itnld Turnen auf -den den einzelnen Klaffen zngeteilteni Plätzen, während sich die Angehörigen den leiblichen Genüssen zuwandten.
** Tageskalendcr für Freitag, de» 24. Juli: Gewerbe- 21»«fte 11 1111 (i: Konzert der RegiuienlSkapelle 8—11 Uhr, 9 Uhr italieiiffche Rächt, ,
•* OrdcnSa uzzeichn u ng. Der König von Preußen hat dem Eisenbahnzugführer a. D. Stiehl in Gießen das Perdienslkreuz in Silber, dem Eisenbahnweichensteller a. D. Einmcl in Walldorf (Hessen) das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.
" Ans dein Forst dien ste. Der Grobherzog hat den Forstassisienten Otto Schwieder zu Ortenberg zum Oberförster der Obersörsterei Grebenhain ernannt.
*' Offene Stelle. Erledigt ist die Stelle des Revisionsinspektors bei dem Großh. Hauptstcueramt D a r m st a d t.
" Der diesjährige Fortbildung8kursuS für Organisten und Chordirigenten des Großherzog- tumS Hessen wird unter Kirchenmnsikuieister Professor Mendelssohn? Leitung vom 21. September bis 10. Oktober in Darmstadt abgehalten werden.
** Gewissensfreiheit der Lehrer. Die katholische Kirchenbehorde zu Darmstadt hatte bei der Kreis- schulbehörde Beschwerde über einen katholischen Lehrer geführt, der außer der standesamtlichen Trauung die kirch- licheEinsegnung nicht für nötig hielt, und beantragt, die von dem Lehrer verwaltete Schulstelle durch einen cin- deren wirklich „kalholischen" Lehrer zu besetzen, da dieser durch Unterlassung der kirchlichen Trauung ein eigentlicher „Katholik' nicht mehr sei. Die Lchulchchörde hat diesem Ersuchen gegenüber nun erklärt, daß die Gewiffensfreiheit eines jeden Staatsbürgers nicht angetastet werden dürfe. Die Unterlassung der kirchlichen Trauung sei kein Verstoß gegen irgendeine staatliche Einrichtung und der Lehrer habe durch diese Unterlassung noch rächt anfgehört Katholik zu sein, hierzu gehöre erst dessen offizielle Erklärung, daß^ er ans der Kirche ausgetreten sei,, oder jein Bekenntnis gewechselt habe.
Gegen diese Entscheidung soll ttt der Ständekankmer'Protest erhoben werden.
" Die Sehlachtnngcn in Gießen. Im ab» gelaufenen Nierteljahr stellen sich die Schlachtungen, oec»
glichen mit denen
in
den
letzten
drei
Monaten
der
fahre, wie folgt:
1910
1911
1912
1913
1914
Großvieh . .
9)7
827
795
781
756
Kälber . . .
2005
1754
1680
1686
1813
Schweine , .
2865
£980
3 '16
3178
3113
Schafe . . .
184
177
159
188
171
Ziegen . . .
6
6
10
4
7
Ziegenlämmer
7
15
15
12
6
Syonserkel .
1
2
3
Schaflämmer.
2
6
5
4
4
Vierde . .
23
31
32
29
14
" Der Heumarkt auf Oswalds Garten hat in. den letzten 14 Tagen nur vereinzelte Znsnhren erfahren. Seit der vergangenen Woche, in der die Gießener Diehmärktc verboten wurden, ist Hensutter trotz des geringen Angebots im Preise um 25—40 Psg, der Zentner abgeschlagen und wird in guter Qualität mtt Mk. 4,00 der Doppelzentner verkauft.
•• Hebung der 116er. Gestern morgen um 10 Uhr trafen die 116er während einer militärischen Hebung oberhalb Klein-Linden ein und bezogen dort Biwak, wo zwei Schweine geschlachtet wurden. Eine große Menschenmenge wohnte dem .Schlachtfeste' bei. Um 2 Uhr erfolgte der Abmarsch nach dem oberen KleebachtnI. Dort fand nachmittags Besichtigimg durch den Obersten des Regiments statt. Nachts rückten die Koiiipagnien wieder hier ein.
** Ceplon-Ansstellnng. Die Zahl der Besucher, welckie gestern abend der Königin der Nacht huldigten, betrug über 500. Die letzte Knospe dürfte sich heute abend öffnen.
** Beim Abspringen von der Straßenbahn kam gestern nachmittag um 3 Uhr ans der Kaiser-Allee die Elfesran des Lokomotivfiihrers W. zu Fall und wurde an Knie und Armen verletzt. Innere Verletzungen wurden nicht sestgestellt. — Wie uns dazu noch milgeteilt wird, ist die Frau von dem in voller Fahrt befindlichen Wagen abge- sprnngen, weil sie einen Zusainmcnstoß mit mehreren nachfolgenden Wagen, die bei der Glätte der Schienen nicht gehalten werden konnten, befürchtete.
" Sonderzug zum Büdinger Schützenfest. Das Eisenbahnbetrtebsamt 2 Gießen teilt uns mit, daß am Sonntag, den 26. Juli, aus Anlaß des Büdinger Schützenfestes folgender Perioncnsonderzug von Gelnhausen bis Büdingen mit Aufenthalt in Lieblos und Mittelgrnndau gefahren wird: Gelnhausen ab 10,55 vormittags, Lieblos ab 11,02 porm., Mttelgründau ab 11,08 vorm., Büdingen au 11,18 vorm. Außerdem erhalten die Personenzügc 506, 507, 509 und 512 auf der Strecke Nidda—Gelnhausen Vorzüge. Die Fahrzeiten der Vorzüge sind 10 Minuten vor der fahrplanmäßigen Zeit.
** E in hessischer Dichter g e ft 0 r b en. Am Mittwoch abend starb in Marburg ein hessischer Dichter und Schriststeller, her Lehrer Karl Engelhard ans Hanau. Der Verblichene, der ein Alter von 34 Jahren erreichte, hat sich durch seine zishl- aeichen Auffeben erregenden Arbeiten aus dem Gebiete der dichte» tisehen Behandlung der altgermanischen Götterlehre ttoh seiner Jugend öchon einen Namen als hervorragender Mythologe zu tiesickaffen gewußt. Atchrere seiner Dramen, z. B „Kuno und Else", „Pestalozzis Liebe" usw. fanden bei ihren Aufführungen Anerkennung, wie auch seine literarffchen 2ll>handlungen Verbreitung: fanden. Mit Karl Engelhard ist auch ein tteucr Sohn des Hejsen- landes dalffngegangen. In seinen vielen Gelegenlteitsverseu schilderte er gar ost die erhabene -Schönhett einzelner Orte und Lond- sckiafteu seiner hessischen Heimat und deren gefchickstliche Vergangenheit. In Marburg, wo er bei seinen ebenfalls als Lehrern tättgen beiden Brüdern in den Ferien weilte, wurde er von ein« tückischen Krankheit ergriffen, die eine Operation nötig machte. Mittwoch siüh begab er sich in die Klinik und abends gegen acht Uhr hatte er bereits sein Lehen ausgehaucht.
** Ein hessischer Diamantenkönig. Der Diamantenkönig W e r n h e r , der in London verstorben ist, hat 230 000 000 M k. hinterlassen. Er war ein geborener Darmstädter und hat dort am 9. April 1850 das Licht dev Welt erblickt als Sohn des um die hessischen Bohnen verdienten Eisenbahntechnikers August Wernher. Der.spätere Multimillionär hatte in Mainz die Schule besucht, dann in einem Bankhause zu Frankfurt a. M. seine Lehrzeit durchgemacht, war von 1869 zu Paris, von 1871 ab zu London im Banksach tätig, begab sich noch 1871 nach dem Kap- lande und hat sich dort bis 1877 mit dem Einkäufe von Rohdiamanten abgegeben. 1905 erhob ihn, den nunmehr großen Bankherrn, König Eduard VII., der ihn auch persönlich sehr schätzte, zum erblichen Baronet,
** Warnung vor unlauteren Darlehcns ver- Mittlern. Das Großherzogliche Polizeiamt Gießen schreibt uns: Wir haben schon wiederholt vor dem unlauterenGeschäfts- gebaren gewisser 'Darlehnsvermittler gewarnt, die in Zeitungen sich zur Vermitllung oder Beschaffung von Darlehen unter anscheinend günstigen Bedingungen erbieten, denen es aber vielfach weniger um die Beschaffung der Darlehen zu tun ist, als um die Erzielung von Gewinn dadurch, daß sie entweder die Behandlung der Dutlehensgesuchc von der Vorauszahlung eines die wirllickzen Auslagen übersteigend« Kosttnvor- schusses für lkinholung einer Auskunft über die Kreditwürdigkeit! des Nachsnchend« usw. abhängig machen, oder aus Grund von zur Irreführung geeignet« iZeiMngsannoneen und Prospekt« den DarlehenssiickMtden eine sogenannte Gelooffert«liste, d. i. cm Umfangreiches Verzeichnis von Tarlehensvermittlern und Darlehensgebern, gegm Bezahlung einer Gebühr, die meist durch Nach» nolMe erhoben wttd, übersend«. Wie berechtigt diese Warnung ist, beweist die Tatsache, daß fortwährend Verurteilungen derartiger Persmnn wegen Betrugs zu empsindlichen Strafen bekannt werden^ Do auch hiesige Einwohner durch das unlautere Gefchäftsgebaren derartiger Person« zu Schaden gekommen sind, können wir unsere iMahmmg Mr Vorsicht gcgmüber unbekannten 'Darlehensvermitt- lem nur wiederhol«.
** Die Tage werden kürzer. Nachdem wir eh« der lang« Sommertage froh geworden sind, milss« wir uns mit der be- trüb«den Taffache absind«, daß die Tage — wenn auch kaum! Merklich — kürz« werden. Denn während die Sonne am X Juli 3,51 Uhr ausging, und 8,15 Uhr wieder verschwand, läßt sie sich am 31. Juli erst um 4,25 Uhr blicken und entzieht sich bereits 'um 7,47 Uhr unserem Gesichtskreis. Die Tageslänge betrug demnach am 1. d. Mts. 16,24 Stunden, am 31. d. Mts. aber mir 15,22 Stunden.
** Kleine Mitteil»ngen. Ein Bewohner Hart- mannsha ins hatte seinem Nachbarn durch das Dienstmädchen sagen lassen, seinen Hund, welcher schon oftmals seine Hoireite betreten habe, bei nochmaligem Kommen nieoerzuschießen. Ms der Hund wieder in den Los gelaufen kam, brachte er ihin einen Schrotschuß bei, der ihn unzwriselhast verenden läßt. Ter Beschädigtt wird gegen den Schützen Klage erheb«. — Beim Ueberschreit« des Fahrdamms der Klostergasse zu Frankfurt a. M. wurde das neunjährige Töchterchen des Taglöhners Wagner, Fahrgasse 36, von dem Automobil eines Arztes überstzhren und so schwer verletzt, daß eS nack einer Stunde im Heiliggeist- Hospital st a r b. Eine Spielfreundin der Wagner konnte sich rechtzeitig durch einen Sprung retten. — In d« Elektronwerken zu Griesheim a. M. siel der Arbeiter Bleber in ein« mtt Lauge gcjüllt« Kastm. Er erlitt schwere Brandwunden. —- T«


