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am \Wuit des m-nen «fridjtiiabtf« ?, Mitaliederiatzt tu.,, o,, U-VVSÖO am 31 Mär» 1913 aut 1 uV/905 am il'» J;'l 1 /' '»"»» eine Zunahme t>on 103 055 Mitgliedern ober

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Die türkische Kammer nahm Me nuftfrorbent-

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Mae Ren'uat"d dilson hat den Generalstaatsanwalt ^ angewiesen, unter dem Shermanschen taffÖn' a ^ n öur Auflösung des Systems »»XrLÄ t,,illItifen ' Ferner hat der Präsident der'°nvd^^? bl ' strasrechtliche Seite der AngelegculM der Bunde sanklage;urh vorgelegt werde.

GrotzstaStelend in «anoda.

« b letzten 10 Jahren einen derartigen Heiß- a a if Einwanderer entwickelt, eine derart innfangreiche

s7ae. und Rekdiinctatlgkeit entfaltet, datz sich die jährliche Be

^ ^ ^'aahme säst verzehnfacht hat. Natürlich schwamm in e>n .,!enick>enltrom, der sich über Kanada ergötz» viel Gesindel mit, ner weuans größte Teil des Bettelvvlks Ivar aber zn schlapp und energielos, um den Kainvt mit der Wildnis im Innern des Landes antzunehmeni er blieb deshalb in den basenstMcn, Dermelrrt wurde das städtische Proletariat durch den nicht Prozentsatz jener Farmer, die als Ackerbauer Schiss­bruch gelitten hatten und daraus in der Stadl ihr »eil versuchten, Wer Kanada aus den Zeitungsnotizen kennt, die ab und zu ils die europäische Presse geschnmggelt werden, hält eine solche Land­flucht für undenkbar. Und doch ist sie vorhanden. In Neu- brannschweig bat die ländliche Bevölkerung in den lebten zehn Jahren um 1103 Seelen abgenonrmen. Dasselbe trifft aut Neu- fmottlanb und Ontario »u Dort ging die Landbevölkerung um 23931 Personen »nrück, und in Ontario betrug die Abnahme aus dem Land 52 18t Seelen. 'Xaä sind beunruhigende Zahlen, die die auswanderungslustigen Europäer aber selten erfahren werden. Besonders beunruhigend für ein Land, das zwar eine wachsende Industrie besrpi, aber vorderhand doch noch Ackerbau­staat ist und sein sollte, lim so mehr begrüßt man die beachtens­werten Bcröffentlichungen Tr. R Heindls in den neuesten Num­mern der Technischen Monatshefte (Stuttgart), denen auch diese Zeilen, die die Wahrheit über Kanada sagen, entnommen sind.

Tie Folge dieser Landflucht ist zunächst eine gewaltige Stei­gerung der städtischen Lebensmittelpreise, Wie erstaunt aber sind die rukunstssrohen Einwanderer, wenn sie noch der Landung erfahren, datz Rind- und bammclsleiich, Geflügel, Putter und Eier aus Australien und Neuseelarch bezogen werden müssen.

Zu den hohen Lebcnsmtklelpreisen gesellt sich eine himmel­schreiende Wolprungsnot, Fsfth-Avemre-Häuser in New Bork und Grundstücke am Strand in London Und nicht teurer als Häuser in Montreal, In den anderen Städten Kanadas liegen die Wolmverhältnisse nicht besser. Erst kürzlich wurde bei einer Ver­sammlung von Arbeiterführern in Winnipeg zur Sprache ge­bracht, das; die Mieten kaum mehr aufzubringen seien, das, die 'kanadischen Arbeiter gezwungen seien, weit mehr als ein Fünftel ihres Einkommens zu verwohnen. Kein Wunder also, datz in Winnipeg oft 10 Personen in einem Raume schlafen oder datz in Toronto Verkäuferinnen oft zu dritt und viert ein geurein- samcs Zimmerchen mieten, loeil sonst der Zins unerschwinglich ist. Man hat diese Mißstände mit privaten und städtischen Mitteln zu verbessern gesucht. Aber die jungen Genie,mveien lind nicht imstande, ihrem überaus schnell anwachsenden Proletariat wirksam zu helfen. Dir sanitären Kvmmunaleinrichtungen sind natnr gemäß noch nicht genügend ausgebant. So kommt es, datz in keiner Stadt des amerikanischen Kontinents so viel Tbvknisfälle zu verzeichnen sind, wie in Montreal, datz in der Provinz Qnebeck der grösste Prozentsatz von tödlichen SchwindsuchtsUNen der gan­zen zivilisierten Welt zu finden ist,

Tas ist die Atmosphäre, die den Proletarier erwartet, der übers Meer gebt, um die reinere Luft der neuen Welt zu atmen. Ja, werden mir Zweifler einwenden, der Arme hat es ja in jenem Land der unbearenzten Möglichkeiten in der band, ein Reicher zu werden. Aber die so sprechen, wissen nicht, wie schwer auch in den kanadischen Städte» der Kamps ums täg­liche Brot, wie grotz auch dort die Konkurrenz, der Ueberflutz des Arbeiterangebots ist,

< : kos.

Aus Stadt und Land.

Dieben, 23. Juli 1914.

* Da? Groß herzogspaar in Gietzen. Wie jetzt bekannt wird, werden der Großherzog und die Grotzherzogi» am Samstag nachmittag, gegen 5 Uhr die Gewerbe au S- stellnng besuchen, Aus diesem Grunde wird von 36 Uhr das AusstellungSgebände abgesperrt.

DerGroßherzog empfing am 22, Juli den Geh, Justiz rat Gebhardt von Gießen,

** Offene Lehrer st eile Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Mör seiden, jdreis Groß-Gerau,

** Herr Justizrat Grünewald sendet uns auf unsere Ausführungen über die Vorstellung des Pfarrers von KirchfcD natürlich) eine Berichtigung, die folgenden Wort­laut hat:

Ten Artikel in Nr, 169 des Girtzener Anzeigers betr, die gestrige Stadtverordnetensitzung berichtige ich dahin, datz

1, ich die Kritik über die Ausführung desPfarrer von Kirch- feld" nicht alszu schafi und falsch", sondern alsfalsch und ver­kehrt und die idealen Interessen der Freilichtbühne und damit die­jenigen der Stadt schädigend bezeichnet babe und datz namentlich die Beanstandung des Kritikers, es sei nicht das Bühnenbild ver­ändert worden, als widersinnig charakterisiert habe, weil eine Na­turbühne sich nicht ändern lasse",

2, Ihre Behauptuiig, der genaue Text des Stückes sei mir nicht gegenwärtig gewesen, ist falsch, denn nicht nur der Text, son­dern auch die Bühnenweisungen des Dichters sind mir be­kannt ilnd gerade letztere ergeben die Unrichtigkeit Ihrer Krifik,

3, Es ist unrichtig, datz mein Standpunkt von der Versamm­lung nicht geteilt worden sei mit Ausnahme des Ihrem Verlage nahestehenden Herrn Stadtverordneten Schaiistaedt hat die Ver­sammlung Ihre schädliche und falsche Kritik ebenso mitzbilligt wie der gesamte Ehrenausschutz der Freilichtbühne, der anerkannt hat, datz die Vorstellung eine in allen Stücken vortreff­liche war,

4, Es ist falsch, daß Herrn Schaiistaedt nicht widersprochen worden sei, es wurde ihm durch Ziurufe und außerdem durch mich widersprochen, noch ein bischen schärser als er sich geäußert hatte.

5, Ten versteckten Vorwurf, datz ich Ihr Recht sreier,- sach­kundiger und richtiger Kritik anzweiseln wolle und datz meine Kri­tik Ihrer Kritik das Odium einseitiger Jmeressenwirtschast (welcher Interessen heraus damit!) aus mich lade, weise ich als einen ungehörigen zurück.

Hochachtungsvoll

Justizrat Grünewald,

Darauf haben wir zu entgegnen: Ob Herr Grünewald gesagt hat. unsere Kritik sei falsch und verkehrt gewesen, was sa wohl dasselbe ist, oder zu scharf und falsch, ist sicher­lich ziemlich nebensächlich, T- man auch bei einer Natur- bühne durch kleine Wttel das Bühnenbild verändern kann

und das; das sehr häufig geschehen muß, ist für jeden, der nur einigermaßen Verständnis für die Sache hat, selbstver­ständlich, Bei der hiesigen Freilichtbühne aber, die aus die versunkene Glocke zugeschnitten ist, läßt sich das auf die Tauer nicht vermeiden. Herr Tworkowski hat

diese Ansicht sogar selbst mehrfach vertreten,

auch in den Sitzungen des Ehrenausschusses, als Herr Grünewald noch nicht zugezogen war, Herr Tworkowski, dessen sachmännisches Urteil Herr Grüneivald wohl nicht bc streiten will, hat sogar die Ansicht vertreten, daß bet dem einen oder anderen Stück die Blockhäuser mit bcmalter^cin- wand verdeckt werden müßten. Wir würden an deren stelle allerdings lebendes Grün setzen. Wenn .Herr JustizratGrune- wald den Text so genau kennt, wie er jagt, dann müßte er eigentlich einschcn, daß verschiedene Rollen falsch ansgesatzt waren, aber seine künstlerische Auffassung ist nicht Gegen­stand unserer Kritik und auch nicht maßgeblich dafür, -tenn Herr Grünewald behauptet, daß die Versammlung tun seinen Ausführungen einverstanden gewesen sei, so fit das wohl eine starke Selbsttäuschung, denn von mehreren stadtverorc neten wird uns schereinstimmend bestätigt, daß es so ge­wesen ist, wie wir gestern mitgeteilt haben, Darnach wurde nicht Herr Schassstädt durch Zurufe unterbrochen sondern Herr Grünewald. Daß der Ehrenausschutz, der Freilichtbühne, das heißt die Herren davon, die anwesend waren, nach dem Urteil des Herrn Grünewald, die Vorstellung in allen Stücken für vortrefslich hielt, scheint doch nicht ganz zu stam­men, denn einige Herren behaupten, daß man unsere srritiT zwar als scharf, aber nicht als falsch bezeichnet hatte, Ter Vorwurf, Herr Grünewald wolle unser Recht auf Kritik an- anzweifeln, ist absolut nicht versteckt gewesen. Wir haben dockt deutlich genug gesagt, daß wir uns dieses Recht von niemano beschneiden ließen. Wir erblicken darin eine einseitige Inter essennahme und Schädigung des Unternehmens, das; Herr Justizrat Grünewald entgegen dem Urteil der Sachverstän­digen, die wir bis jetzt gehört haben, dem Kritiker und nicht dem gerügten mäßigen Spiel öffentlich eine Schuld veimessen will, wenn die späteren Vorstellungen schlecht bc- sucht würden,

' G-iv-rbe-Ansstellung, Geifern waren die Bürger­meister und >8 e »t e t n S e b e a m t e ti desKreisesSchot- t e it etwa 200 Personen ans Veranlassung des Kreisrnies Herrn Tr, Merck zum Besuch der Ausstellung hier. Nach der Besichti­gung der Ausstellung sand i» der Festhnlle ein geineinsames M>,. iagsmahl statt. Hierbei begrützie der Vors,i,ende der AiisstellungS. Icitiuig Pro'. Tr, Kran SMüller die Wäil« und svrach de»! Grobh. Kreisamt Schotten jemtii Tank ans für seine latkrällige Unterstützung zur Förderung der Ausstellung. Herr Dr Merck daiikle in, Ngmen aller Amvesenden lür de» frcimblicfieu Emplang und die Führung dnrcl, die Ausstellung: er hob die schönen muster- güliigen Leistungen oberhessischen Gew.'rdefleitzes besonders hervor, die geeignet seien, vor der iveiien Oefseiilttchkeit gtäiizeud z» besiehe», Allgeinein bewiniderle nian auch die übrige» Veranstaltungen der Alisstellnng und igiijchte bei, vorzüglich gelpielie» Weisen der Zirn'lchen Kapelle und den Vorträge» des Komikers Velch-Mario, der i» eine,» Eonvlet die alierletzien lofaleu Ereignisse kritisierte und damit io slürmtichen Beifall erzielte, datz er sich zur Wieder- holiing gezwungen sah, Weiler wird belaiint geaeben. datz der Reitierlrag de? Roten-Kreuz-Tages am Eamstag für die örllicheu Oraainsattane» des Roiet, Kreuzes zur Berwendiing bei der Mobil- machung m Gießen d«zw, zu ihrer Vorbereitung destimnit ist. Die Be- sehlutzsgssung ilber die Berivendung, besonders auch sür die Zwecke der Sanitälskolaime soll dem Vorstand des hiesigen Zweigvereins vom Rote» K, en» überlaste» werde». Um Zweckel zu heben, sei be­merkt, datz aiich die Mitglieder hiesiger Krieger- und Mililärvereine Kongretzkorlen zu 50 Big. durch Vermittelung ihrer Vereine erhalten.

** Jugend sc st. Zu dem diesjährige» 38. Jugcndfest, das heute nachmittag statkstndet, stellt sich der Festzug gegen 2 Uhr nachmittags in der Ost- und Südanlagc aus; der Abmarsch erfolgt pünktlich 2/i Uhr von der Bürger­meisterei a»S, Bei der Ankiinjt ans dem Festplatz maschieren die zwei unteren Jahrgänge aus den Bretzelplatz, wo sie ihre Geschenke erhalten und dann an ihre Angehörigen ent­lassen werden. Die Kinder des 3 4, und 5 . Jahrgangs begeben sich im Walde sofort auf ihre Spielplätze, Die Übrigen Züge nehmen Ausstellung vor der Ncdncrbühnc, wo Herr Dr. Ebel eine Ansprache halten wird,

** GießencrPaedagoginm veranstaltete gestern auf dem Schisjenberge ein Wetturnen und Konzert, Die sehr zahlreich erschienenen Eltern der Schüler und Freunde der An­stalt zeigten durch ihren Beifall, wie sehr die einzelnen Dar­bierungen gestelen, Ten sportlichen Teil des Programms bildeten l. Barlauiwetlspicl, 2, Faustballwettsviel, 3, Einzcllämpse, a) Laut über 100 Meter (Sieger: Fischer II), b> Sackhüpfen (Sieger: Botst), o) Hindernislaui über 150 Meter (Sieger: Christ), ä) Sack­hüpfen mit Hindernissen (Sieger: Westrum,^e) Geländelaus mit stark steigender jBahn Aber zirka 1000 Meier (Siegpr in 4 Minuten: Schlich), Während der nach den Wettkänipsen stattfindenden gemein­samen Kaffcetasel in der Kapelle führten vier'Schüler (Klavier: G u! z e i t: I, Violine: Christ: II, Violine: L u d w i g. I u n k e r) ein Konzert aus, das ebenfalls wohlverdienten reichen Beifall fand. Nachdem dann der Tirektor der Anstalt, Herr Br acke­rn a n n, an die Sieger in den Einzelkämpsen Eichenkränze ver­teilt statte, schloß er nach einer kurzen Ansprache mit einem Hurrab aus den Großherzog und ans den Kaiser den ossiziellen Teil der jVeranstalwng, Während ein Teil der Gäste, besonders die Aus­wärtigen, ging, blieb der Rest, und das waren durchaus nicht wenige, noch längere Zeit bei Tanz und flohen Liedern, die mit komischen Vorträgen einiger Gäste abwechsclten, zusammen. Ein gemeinsamer Abstteg durch den nachtdnnkeln Wald, hei dem es nocki einige viel belachte Stürze gab, beschloß die in allen Teilen wohlgelungene Veranstaltung,

Familienfest. Am Dienstag mittag fand stier in EteinS Garten bas Familienfest der Familie Bern deck statt Die Familie ist besonders in Hetzen sehr verbreilet, und so es anch erklärlich, datz über hnndert Glieder der Familie an der Feier teilnahinen. Das Oderstauvt oder der Senior der Familie in der wohl in weiteren Kreisen bekannte Plärrer >. P. Christian Scriba. Im nächsten Jahre sind es vierzig Jahre, daß da« Korresvondenzblatt der ganiilte Bernbeck, welches atznionatiich berat,«gegeben wird, zum erstenmal erschien. Die nächste Zu» sammenkunit der Familie findet in der Pfingstwoche ISIS statt,

** Telegraphenamt Gießen, Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie an dem Ver­bindungsweg von Krnmbach nach Daldhaus bei Krofdorf liegt bei dem Kaiserlichen Tetegraphencrmi in Gießen von heute ab vier Wochen aus,

** Unfalltterfufcerunfl. Der Taglöhncr Anton Vreh- mann in Dorn holzhausen verunglückte dadurch tödlich, daß er sich bei der Obvuktion bezw, beim, Verscharren einer ver­endeten Kuh eine Milzbrandvergiflung zuzog, Tie Hinterbliebenen stellten Antrag auf Rente mit der Begründung, daß der Ver­storbene zur Hilfeleistung ausgefordcrt worden sei und durch seine Tätigkeit in den landwirtichafllichen Betrieb de« ^Landwirts Way, dem die Kuh gehörte, übergetreten wäre, Tas Schiedsgericht sür Arbeiterversicherung verurteilte auch die Berussgenoisenschait zur Zahlung einer Rente an die Witwe und rentenberechtigten Kinder des Verstorbenen, Gegen dieses Urteil verfolgte die Bernssgenosien- schasi Rekurs an das Reichsversicherungsamt Berlin mit dem Er­folge, daß die Hinterbliebenen mit ihren Ansprüchen abgewiesen wurden, Tas Reichsveriicherungsamt hat noch Beioeis erhoben über die tierärztliche Obduktion der an Milzbrand verendeten Kuh, durch Vernehmung von Zeugen und Einholung eines kreis- ärztluhen Gutachtens darüber, ob anzunehmen sei, datz der Ver­

storbene, der auch die Stelle des Abdeckers versah, sich die Milz» hrandvergisttrng nicht schon gelegentlich der tierärztlichm Obduk- tion, sondern erst beim Beficharren des Tieres zivrezogen habe, INr lepteren Falle handelt es sich um die Aussühnmg einen, polizeilichen Mastnahme, die als Tätigkeit im lgndwfltschafllichen, Betriebe nicht angeielten werden kann. Aber selbst dann, wenn der Verstorbene sich die Vergiftung bei der Seklion zugezogen hat, war der Verstorbene nach Ansicht des ReichrversichcrungSamts im Dienste der Gemeinde bei der Ausführung einer polizeilichen Maßnahme, für die er auch von der Gemeinde entlohnt wurde,. Es könmen deshalb derartige polizeiliche Maßnahmen nickst dem, landwirtschaftlichen Befliebe des davon betroffenen Landwirts zu- gerechnet werden. Durch diese ENtscheivung des Reichsversickte- rungsamts wurde den Hinterbliebenen die Rente entzogen: außer­dem wurde die Witwe ausgcsordert, die inzwischen erhaltene Rente mit zusammen ,685 Mark wieder zurüchzuzahlen, Tnrch Ver­mittlung der Gemeinnützigen Rechtsberatungsstelle des Evamg, Arbeitervereins Gießen hat die Berufsgenosscnschaftant die Rückzahlung dieses Betrags verzichtet,

** 21 us dem oberen Bogelsberg, Seit einigen Tagen sind wieder die Köhler hier angckommen, die schon seit Jahren im Obcrwalde mit dem Köhlen von Nadelhol»

beschäftigt sind, Sic verkohlen etwa 1000 Raummeter .hol» jährlich für eine große Firma aus Westdeutschland, Tätlich sieht man Neugierige, die sich das seltene Handwerk eines Köhlers anschen wollen,

** Die allgemeine Lage des Arbeitsm grkte muß als wenig günstig bezeichnet werden, insbesondere trifft dies wieder sür die M e t a l l i n d u st r i e, namentlich die Groß­industrie zu. In Frankfurt a. M'. ist die Zahl der tzlrbcitslosen, gegen den Vormonat etwas gestiegen, da jedoch auch die Zahl der visenen stellen imichs, war das Verhältnis trotzdem etwas gün­stiger als im Vorjahr und Vormonat, Ten verhältnismäßig stärk­sten Anteil an den Besetzungen hatten die Schmiede, Bam'chlosser, Spengler und Installateure, In Mainz Ivar »ach dem Bericht des Llrbeiisamts in der Metallverarbeitungs- und Maschinen-Jndustrie die Nachfrage nach Arbeitskräften in allen Zweigen mit Ausnahme der Wagnerei größer als im Vormonat. In Ottenbach a. M, zeigte der Arbeitsmarkt in der Metallindustrie eine Keine Belebung, Im, Tapezierergewcrbe war der Geichästsgang im allgemeinen unbefriedigend. Nach dem Bericht des Tapeziererverbandes in Frankfurt a. M, war die Beschästigimgsmöglichkeit im Juni d, Js. noch fchlechtcr als in den Wintermonaten,, Im Holzgewerbe hat in Franksurt a. M, der Arbeitslosenandrang nacktgelassen. Am meisten wurden Bau- und Möbelsch-einer, teilweise auch erstklassige Möbelschreiner sür Innenausbau verlangt. Für Banschreiner >Werkstättenarbeiter) und tzlnschläger machte sich ein kleiner Fort­schritt in der Vermittlung bemerkbar. Als ungünstig wird der Ge­schäftsgang noch für die Bauanschlägcr angesehen: die Neubauten; stich rwch nicht soweit sortgeschritten, um mit diesen Arbeiten be­ginnen zu können. In Frankfurt a. M, war im Schuhmacher­gewerbe der Geschäftsgang im Stadtgebiet nicht so günstig, wie im Dofiahr, dagegen war die auswärtige Vermittlungstätigkeit reger. Im Schneidergewerbe ist gegenüber dem Vorjahr der Gesckfästsgang der gleiche. In Mainz ist die Zahl der arbeitsuchenden, Schneider erheblich gestiegen, trotzdem konnten nicht alle Stellen besetzt werden, da es an ?lrbeitern aus Militärnnisormen sehlte. Für Schuhmacher war ebenfalls reichlich Arbeitsgelegenheit, In Frankfurt a. M ist die Zahl der dlrbeitsuchenden im Bäcker- g e w e r b e gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres ge­stiegen (259 gegenüber 149!); die Zahl der »fsenen Steilen ift ( ebenfalls, aber nicht im gleichen Verhältnis gestiegen. In Castcl' brach Anfang des Monats ein Ausstand im Brauerei­gewerbe aus, der bis zum Abschluß dieses Berichtes noch nicht beendet wurde. In der Z r g g r e t t e n i n d u st r i e war auch iin Juni die Besserung anhaltend, dagegen war in der Zrgarrenindu- strie noch Ueberangebot von Arbeitskräften vorhanden. Im Bau­gewerbe n>ar in Mainz während des ganzen Monats Mangel an Zimmerleuten: Maler und Weißbinder wurden Mitte des Mo­nats nach BeendrMttig der Slrbeiten am Krankenhausneubau in größerer Anzahl arbeitslos, doch konnten die Ortsansässigen bis aut wenige wieder in 'Arbeit kommen. Für Lackierer in Fabriken blieb die tzlrbeitsgelegenheit normal, Dfl Bantätigkeit ist noch immer sehr gering. In Wiesbaden bewegte sich Angebot und Nach­frage in bescheidenen Grenzen, In den Kurorten (Bad-Nauheim, Bad Wlldungen) ließ die Beschäftigung im Baugewerbe infolge der sortgeschritteneu Saison nach. In Worms war im Baugewerbe ein lebhafter Geschäftsgang. Im graphischen Gewerbe macht sich besonders in den Schristgsetzereien die Arbeitslosigkeit mehr und mehr bemerkbar. Die Zähl der arbeitslosen Mitglieder war in Frankfurt a, M, etwas höher als im Vorjahr, die Lokalunter- stützungeu jedoch niedriger. Gegenüber dem Vormonat war die Arbeftslosigkeit geringer. Im Gastwirtsgewerbe wird aus Frankiurt a, M, berichtet, daß ständige Nachirages>ach jungen Kell­nern, besonders aber Saalkellnern, herrschte, so daß viele Aufträge unausführbar waten. Das Arbeitsamt Wiesbaden schreibt, datz der Geschäftsgang gegenüber dem Vormonat etwas ruhiger war. In Mainz konnte die Nachfrage nach tüchtigen Erdarbeitern nur mit ?Äühe gedeckt werden. In Ossenbach g, M. ist die Einstellung von Fabrikarbeitern erheblich zurückgegangen. In Wies­baden war der Slrbeitsmarkt für ungelernte Berufe günstiger als für die Handwerkerberuse, In der landwirtschaftlichen Vermittlung in Wiesbaden war die Nachfrage nach Arbeitskräften größer als das tzlngebot: Worms hatte eine starke Zunahme der offenen Stellen zu verzeichnen, das Vermittlungsergebnis ist ein wenig günstiges, da die Landwirte fast durchweg Knechte »nd Ar­beiter unter 20 Jahren verlangten, während Arbeitsuchende in die­sem Alter säst gar nicht vorhanden waren. In Wiesbaden machte sich in der F r a u e n a b t e i l u n g sür Privatversonal die Ferien­zeit in einem stärkeren 'Andrang der Dienstboten bereits bemerkbar. Für Putz- und Monatssrauen bot sich reichlich Arbeitsgelegenheit.

** Die Eisenbahnpaketadressen für die Auf­lieferung von Eisenbahu-Expreßgn t (rotgeränderte tveiße Paketadrefse) und Eisenbahnpaketen (blaue Paket- adresse) find nach einem Beschluß der deutschen Eisenbahn- Verwaltungen geändert worden. In den neuen Paketadreflen ist der ?lbsendcr nickst nur auf dem Abschnitt, der dem Emp­fänger mit der Sendung ausgchändigi wird, einzutrazen, sondern auch in der Paketadrefse selbst in einer hierfür be­sonders vorgesehenen Spalte, Die Absicht der 21endernng ist, auch nach Slushändigung der Sendung ohne störende Rückfrage beim Empfänger schnefl den Absender aus der Paketadrefse ermitteln zu können und so ettva notwendig werdende Nachforschungen zu vercinsackMn, Die alten For­mulare dürfen bis zum l.März 1915, weiter verwendet wer­den, Es empfiehlt sich aber, auch in diese alten Formulare schon jetzt die Adresse des Absenders in der SpalteErklä­rungen" einzusetzen, was auch durch Firmenstempel ge­schehen kann,

**Das Ansklopscn von Teppichen Berechtigte Klagen über erhebliche Belästigungen durch rücksichtsloses Teppichklopfen zu jeder Tageszeit, insbesondere auch in den frühen Morgenstunden, geben Veranlassung, daraus auf­merksam zu machen, daß das Ausklopfen von Teppichen usw, ans die Werktage von8Ufirv^ormittags bis 12 U h r m i t t a g s zn beschränken ist. Sollte dieser Hinweis wider Erwarten keine Beachtung finden, so wird die Polizei­behörde Strafmaßuahmen zur Anweirdung bringen,

Das ® r o 6 b. veIsische R e >, e r n » g s h I a t I Nr, l 1 vom 22, Jnl, hat folgenden Inhalt: 1, Bekanntmachmig, die Wahl der Versichertenbeisttzer bei dem Grobherzoglickien Oberversicher,nig« amt Tarnistadt betreffend, 2. Bekauntmachnng, die Wahl der Vertreter der Arbeitgeber und Berycherte» in, AuSschntze der LairdeSverstcherungSanstalt Grotzherzagtmn Hetzen zu Tarmslgdt (§§ 1351 ff, der R.-V.-O.) betreffend.

" Der Stand der fflnivl- und Klauenseuche, lieber den Stand der Maul- und Klauenseuche in Hetzen ver­öffentlicht der Reichsanzeiger, dc ß von der Seuche zurzeit in