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Ofr unteren Stichwahl ein bürgerlicher Vertreter, Abg. Dr, Osann, in den R-stchstag entsandt wurde. In der Stadt Offenbach hatten damals schon die Sozialdemokraten eenen groben Vorsprung, Sie brachten bei 59 767, Einwohnern tBülgel war noch nicht an­geschlossen) 5210 sozialdemokratische gegen 2789 nationallibcralc Stimmen aus, ivährend das Zentrum mit 70l Stimmen antrat, und die Freisinnigen keinen Kandidaten ausgestellt hattciu In Ziehen standen bei 31787 Eruwohnern (nnt Wieseckt 2063 >o- zialbcmokratischen 2978 nationalliberale und 337 deutsch-soziale -Stimmen gegenüber. . .

Können die vorstehend aufgestellten Uebersichten über die lrüh^ ren Stärkeverhältnisse der einzelnen politischen Parteien auch keinerlei sichere Unterlagen für die Walirschcinlichkeit der Ent­scheidungen im Herbst 1916 bieten, so dürsten sie doch zu mancher­lei lehrreichen Betrachtungen und Erwägungen ernstliche Ver­anlassung geben. Sie lehren vor allem, daN das Bürgertum an den gröberen Städten Lessens uod) immer einen breiten, festge­wurzelten Boden bat und daß es nur eines einmütigen Zmammen- gehenö der biirgcrlichen Parteien bedarf, um auch bei den kommen­den Wahlen den Ansturm der roten Flut siegreich zurückzudrängen, Ueber die allgemeine Situation in den ländlichen Wahlbezirken soll in einem wetteren Artikel das Nähere gesagt werden.

Aus folgenden ländlichen Wahlkreisen sind mit dem Schluß des Landtags ausgefchieden: .

Provinz starkcnburg: Michelstadt: Wernhändler

Lang (natl,), Wald-Michelbach: Oberamtsrichter Tr, Wünzcr (na- tionall,). Ober-Ranstadk-Neinheim: Dierbraucreibesitzer Schön­

bergeratl , Babenhausen-Groß-Umstadt: Landwirt Georg Hauck III, Bbd,), Lampertheim: Rechtsanwalt Dr, Boxheimer -Zentr), Groß-Gerau: Bürgermeister Senßselder (Bbd,), Dazu noch Mühlheim: Redakteur 'Adelung, GernSheim-Pfungstadt für Friedrich ß.

Provinz Ober Hessen: Grünbcrg: Landwirt Lutz-Elpen- rod, Lautcrbach: Bürgermeister Stöpler-Laulcrbach, öerbstein: Tparkassenrechner Meisli-Mrichslein (natl.). Schotten: Dr, Weber, Forstmeister IN Konradsdori, Friedberg: Beigeordneter Damm Ä i fr. 23p.). Alsscld: Justizrat und Notar Reh, Bad-Nauheim: Kauimann Joutz (wild).

Provinz Rhein Hessen: PsedderSheim: Bürgermeister Finger inatl.), Oppenheim: Rechtsanwalt Dr, Winkler, Ingel­heim: Dr. Wolf-Gonsenheim, Bingen: Deinhändlcr Soherr (Zentrum).

Au? Albanien.

Durazzo, 2l,Juli, Die gestern abend aus dem Rc- bellenlager eingetrosiene Antwort lehnt es ab, an einem anderen Orte als Sch-iak Verhandlungen mit den Vertretern der Großmächte zu führen. Es ist festgestellt, daß der mili­tärische Leiter der ?lusstandsbe>pegung ein Offizier ist, der unter Torgut Pascha GeneralstabSoberst ivar,

Durazzo, 21, Juli, Heute trafen hier 340 rumänische Freiwillige mit mehreren Offizieren ein. Gestern traf in Durazzo die bisher unbestätigte Meldung ein, daß dre re­gierungstreue Bevölkerung von Berat die Rebellen aus der Stadt Vertrieben habe. Die Regierungstreuen sollen 12 Tote und 36 Verwundete gehabt haben. Auf Beseht des Majors Kroon werden die Verieidigungsarbeiten in der Stadt, ins­besondere Drahtverhaue von der Stadtbevölkernng wieder ausgenommen. Sämtliche Geschäfte in der Stadt sind ge­schlossen.

Au? Mexiko.

Puerto (Mexiko), 21, Juli, Huerta nebst Gattin mit zwei Tächtern, sowie Blanquet mit Gattin und Tochter be­gaben sich Nachmittag als Gäste an Bord des deutschen KreuzersDresden", der um 7,30Uhr nach Kingston abfuhr. Am Pier hatten sich nur wenige Personen cingefun- den, darunter etwa 50 Mitglieder der früheren Leibwache, Es kam zu keinerlei Kundgebungen,

A«»lanv.

Finanzkrise in China, Nach einer Meldung aus Peking ist im Oktober, spätestens im November d,I,, mit einer ernsten Finanzkrise der chinesischen Republik zu rechnen. In Teheran fand die Krönung des Schahs in Gegenwart des diplomatischen Korps und einer großen Ver­sammlung von Prinzen, Notabel» und Kaufleutcn statt. Im Anschluß daran empsing der Schah die Diplomaten,

ver prozetz gegen §rar> Caillaux.

Paris, 21, Juli, Zeitungsdirektoren und Pressevertreter füllten heute ebenso wie gestern den größten Teil des Saales, in dem gegen Frau Caillaux verhandelt wird. In dem dem Publikum vorbchaltenen Teil des Saales sind etwa 150 Personen zusammengedrängt, wo normal sich nur etwa 60 Personen aufhalten könnten.

Der Romanschriststeller wid Akademiker Paul Bourget sagte aus, er habe mit Calmette die Redaktion desFigaro" verlassen! wollen, als diesen: die Visitenkarte der Frau Caillaux überreicht wurde. Er habe Calmette abgeraten, Frau Caillaur zu emvsangen, doch habe dieser bemerkt: Es ist eine Frau, ich kann sic nicht ab­weisen, Bald darauf habe er einige so rasch auseinandersolgende Schüsse getwrt, daß er nicht wisse, wieviel abgeseuert worden seien. Der Redakteur amFigaro", Giraudeaut, der in das Bureau Ealmettes sosort eimrat, nachdem er die Schüsse gehört hakte, er­klärte, Frau Caillaur sei volllommen ruhig gewesen.

Der Zeuge Latzarus sagte aus, daß Calmette diplomatische Dokuments von der größten Bedeutung gehabt hätte, die voll­kommen genügten, Caillaux zu vernichten, doch habe er sich ge­weigert, sie zu verösfentlichcn.

Im weiteren Verlaufe der Verhandlung sprach der Verteidiger Labori von den im Besitz Calmettes gefundenen Schriftstücken. Darauf wurde die Sitzung unterbrochen.

Nach Wiederaufnahme der Verhandlung verlas der Advokat Ehenu das Dokument Favres und den mitDein Jo" unter- zeichneten Brief. Darauf wurde die bereits bckanwe Aussage Cail- laux' verlesen.

Vor dem Eintritt Caillaux', der sodann auszusagen hatte, er­innerte der Präsident daran, daß er keine Kundgebungen dulden werde, Caillaux gab mit klarer und leich bewegter Stimme eine Darstellung seiner ersten Ehe und seiner Scheidung, Er setzte aus- einander, wie er erfahren Habel daß die intinum Briefe, die ieino erste Frau verbrannt habe, für die Verösfentlichung bestimmt ge­wesen seien. Daraus erging er sich in lebhaften Lobeserhebungen über seine zweite Frau, Bei diesen Worten brach die Angeklagte ,n Schluchzen aus, Ueber den Feldzug der Presse erklärte Caillaux, daß er gewußt habe, daß er lebhaft angegriisen werden würde, aber er sei erstaunt gewesen, als derFigaro" den mitTdln Jo" Unterzeichneten Brief verössentlicht habe. Caillaux fuhr dann fort: Aber, wird man sagen, eS handelte sich nur um die volttischen Stellen! Indem man jedoch die intime Unterzeichnung beide- biclt, welche zeigte, in ivelchcm Grade der Brief persönlich war, wies man deutlich auf den privaten Charakter der Korrespondenz hin. Machte es nicht deni Direktor desFigaro" selbst Mübe, sich wegen dieser Verösfentlichung zu cmschuldiqen, indem er erklärte es sei seit dreißig Jahren das erste Mat, daß er so handele'? Am Tage der Veröffentlichung des erwähnten Briefes teilte mir meine erste Frau telephonisch mit, daß sic an dieser Veröffent­lichung nicht beteiligt sei und fragte mich, waS sie tun solle Sie möge nach ihrem Gewissen handeln, erwiderte ich ihr. In icnem Augenblick habe er durch sichere Mitteilungen erfahren, daß auch ine übrigen Briefe verössentlicht werden sollen,

Zeitungikritiken,

Paris. 21. Juli, Di- konservativen und nationalistischen Blätter kritisreren bereu; jetzt schon die Art und Weise, wie der Prozeß gegen Frau Caillaux geführt wird. DerFigaro"

schreibt: Frau Caillaux hatte sehr recht, als sie Herrn Albanel zum Vorsitzenden ihres Prozesses wünschte. Dieser Richter ist nicht aus der rauhen Schule von einst, die mit ihrer Unbarmherzigkeit bei den Zuhörern oft Ruse der Entrüstung auSlöstcn. Wir können Herr» Albanel deshalb nur loben. Aber warum geht er in seinem Wohlwollen so weit, daß er in seinem Verhör seine Rolle säst ganz aufgibt? Gewiß, er hat recht, Ivcnn er alles sagen läßt, aber vielleicht könnte er doch dann und wann cincn^Jrrtum richtig stellen oder eine Bemerkung machen, DerSolei!" schreibt: Ter GerichtSvräiident Albanel übcrtteibt ein wenig, Caillaux ielbst, der ein intelligenter Mann ist, dürfte finden, daß er etwas zu sehr übertreibt. Im Interesse der Angestagtcn wäre eS besser ge­wesen, wenn eS nicht so aussähe, als ob Herr Albanel nur auf höheren Befehl aus seinem Präsidentcnstuhl säße, Die radikalen Blätter geben ihrer Sympathie für die Angeklagte sehr lebhaften Ausdruck, TerRadical" schreibt: Die Berleidigung der Ange­klagten hat init einer Besttmmthcit und einer schmerzlichen Aut- richtigkeit alle Ursachen und Umstände des Dramas ins vollste Llcht gesetzt, Ter Eindruck ist drr, daß eine lange Reihe von Demüti­gungen und Kränkungen den bitteren Kelch in tragischer Well« »um Ueberlausen gebracht hat, DieAurore" sagt: Ter poli­tische Kampf dringt nun auch in den GcrichtSsaal ein. Würden wir denn sonst, wenn cs sich nur um die Tölung eines Mannes durch eine Frau handelt, solche Ausbrüche von Haß zu hören,be­kommen? Wenn man die Gegner Caillaux' anhört, dann und die Richter, die Geschworenen, der Staatsanwalt und die Polizei bestochen und verkauft bis ins Mark hinein, und gerade dieienigen, welche die Mißbräuche der Bcamtenschaft sonst verteidigen, werten sich heule zu deren Anklägenr auf.

Aus Stadt und LanS.

Gießen, 22. Juli 1914.

Aus der Sitzung der Stadtverordnete«.

Die gestrige Sitzung hatte eine nur wenig umfangreiche und schnell zu erledigende Tagesordnung: cs handelte sich in der Hauptsache um Baugesuche, Wahlen usw, Dinge, die von den Ausschüssen fotoeit beraten waren, daß sie nur der Bestätigung der Versammlung bedurften.

Eine weit ausführlichere Betprechung erfordertau meh­rere Mitteilungen des Oberbürgermeisters, Besonders die Bekanntgabe des Vertrages zwischen der Provinz Ober­hessen und der Rheinischen Schuckert-Gesellschast in Mann­heim über Lieferung von elektrischer Energie erregte einen Sturm der Entrüstung, da man darin eine erhebliche Schä­digung für das Gießener Elektrizitätswerk erblickt. Sämt­liche Redner traten für die vom Oberbürgermeister vor- gcschlagcnc Entschließung ein, die gegen den Vertrag Ein- svruch erhebt. Der Abdruck der Entschließung soll dem Mi­nisterium, den Kammern der Landstande, dem Provinzial­landtage und den Gemeinden zugestellt werden.

Große Freude entiachlc die Mitteilung, daß Herr Geh, Kommerzienrat Heichelheim seine Spende von 50000 Mark, die als Grundstock für den Saalbau dienen soll, der Stadt bedingungslos übergeben hat, nachdem die frühere Bedingung, wonach der Saakbau bis zum 1,Juli19l4 fertiggestellt sein sollte, nicht zu erfüllen gewesen war. Um besorgte Gemüter zu beruhigen, machte der Vorsitzende des Saallmuvereins, Stadtv, Ha b e n i ch t, die Mitteilung, daß heute die Ausführung des Saalbaues noch in weiter Ferne liege,

Ueber den Wirtschaftsbetrieb in der Gewerbeausstellung machte Justizrat Grüncwald einige abfällige Bemerkun­gen und nannte ihn einenJahrmarkstrubel", dem aber energisch von den Abg, Schaffst« dt und Petri wider­sprochen wurde. Wenn der Trubel auch dem Stadtv, Krumm reichlich groß erschien, so war man im allgenieinen doch der Meinung, daß eine Ausstellung solcher Veranstal­tungen, irre Konzerte, bedürfe, um Gälte anzuziehen. Der Vorsitzende stellte fest, das; sich jene Kritik nur aus den Wirt­schaftsbetrieb, nicht auf die Ausstellung selbst bezogen habe.

Herr Justizrat Arünewald kam dann auf die Frei­lichtbühne zu sprechen und erwähnte dabei, daß die Besprech­ung, d;e der Gießener Anzeiger über denPfarrer von Kirch- feld" gebracht habe, zu scharf und falsch gewesen sei. Wir sehen keinen Grund, uns mit Herrn Justizrat Grünewald über literarische Fragen auseinanderzusetzen, zumal er im Stadtrat bei künstlerischen Fragen des öfteren den Stand­punkt vertreten hat, daß hier nur die Fachleute zu, entscheiden hätten. Wir sehen auch keinen Grund, unsere sachlich begrün- detc Ansicht über die Ausführung mach nur in einem einzi­gen Punkte zu ändern, denn wenn Herrn Justizrat Grüne­wald der genaue Text des Stückes gegenwärtig gewesen wäre, dann wäre er mrt seinem Urteil wohl etivas vorsichti­ger gewesen. Daß sein Standpunkt von der Versammlung übrigens nicht geteilt wurde, ging aus der unwidersprcühen gebliebenen, scharfen Entgegnung de§ Herrn Kommerzien­rats S ch a ffstäd t hervor, der besonders darauf verwies, daß sehr viele Leute, die von künstlerischen Fragen etwas verständen, mit der Kritik durchaus einverstanden gewesen wären. Es geht daraus hervor, daß auch in unserem Stadt­rat die erfreuliche Ansicht herrscht, daß die Freiheit der Kritik, die wir uns von niemandem beschränken lassen dürfen, nicht angetastet werden sollte, wenn man nicht das Odium einseitiger Jnteressenwirtschaft ans sich laden will. Daß sich unser Kritiker, der auch zum Ehreniusschuß der Freilicht­bühne gehört, durch diese Zugehörigkeit in ferner freien Mei­nungsäußerung nicht behindern lassen darf, ist natürlich selbstverständlich und bedarf wohl keiner besonderen Fest­stellung,

** TageSkalender lür Mittwoch, 27. Juli: Gewerbe- A u S st e 11 u n (i : Konzert der Regiinentskapelle 8II Uhr abends. Tiroler Gesangs- und Tanzgruppe in Alt-Hessen, 47 und 811 Uhr.

Trinker-Fürsorge si eile sür Stadt und Landkreis Gießen, Gießen Asterweg s. Sprechstunde jeden Donnerstag abend 6 dis VI, Uhr.

"DerGroßhcrzoghat dem Ortsgerichtsvorsteher, Standesbeamten und Bürgermeister Johamr Klein III, in Burkhards das Allgemeine Ehrenzeichen mit der In­schriftFür langjährige treue Dienste" am Bande des Phi­lipps-Ordens verliehen,

** Aus dem Schuldienst Uebcrtragen wurde dem Lehrer August Becker zu Wohnscld, Kreis Schotten, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Nieder-Rosbach, Kr, Fried­berg: dem SchulamtSaspiranten Alfred Jung aus Groß- Gerau die erledigte Lehrerstelle an der Volksschule zu Betzen- rod, Kreis Schotten,

" Aenderung der Reisepässe und Pa ßkar-

t c n, Tie .Königlich Sächsische Regierung Hai einige Aende- derungen der Pässe und Paßkarten angeregt, wobei folgen- der Vorschlag von besonderem Interesse sein dürfte: Tie jetzige Kennzeichnung des Paßinhabers durch eine kurze Per- sonakbeschrerbung und seine Unterschrift habe sich nicht als genügende Unterlage für die Prüfung des berechtigten Be- sitzeS des Passes erwiesen. Auf dem Gebiete des Verkehrs­wesens, für die Führung von Kraftfahrzeugen, für Bahn- abonnements u. dal, habe mm längst durch Einfügung von Photographien in die Äusweispapiere erhöhte Gewähr gegen Mißbrauch geschaffen. Als sicherstes Mittel zur einwand-

sreicn Personalscststellung empfehle sich die Abnahme etneSj Abdrucks des rechten Zeigefingers neben de«! Unterschrift des Paßinhabers, Außerdem sollte etwa aus dem vierten Seite des Passes die Photogravhie des Inhabers ein-« gellebt und mit dem Passe in der Weise untrennbar verbun-i den werden, daß der anitliche Stempel und Bescheinigung^« vermerk die Photographie leillveisc überdecken, Tie gleichet Anregung ist für diePaßkarten gemacht worden. Das Rcichs- amt des Innern bemertt hierzu inil Recht, daß der Auf­nahme von Fingerabdrücken in Pässe und Paßkarten daS Bedenken cntgcgenstchen dürfte, daß diese Maßnahme bis­her im allgemeinen nur zur Erkennung von Verbrechern und lästigen Persönlichkeiten verwendet ivordew ist und daher in weiten Kreisen der Bevölkerung sehr unliebsam empfunden werden würde, was im öffentlichen Interesse nicht zu be­grüßen loäre. Es stände wohl zu befürchten, daß viele Rei­sende aus diesem Grunde die Beschaffung von Pässen oder Paßkarten unterlassen würden,

** In der nichtöffentlichen Sitzung der Stadt­verordnetenversammlung, die der öffentlichen Sitzung gestern nachmittag um 7 Uhr folgte, wurde die freie Feld­schütz c n st c lle dem städt. Meßgehilsen L. Hofmann über­tragen. Der bisherige Branddirektor Siadtbaumeistcr Brau­bach, dessen Amtszeit abgelaufen ivar, wurde als Brand- ! direktor wiedergewählt.

*' Herr Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Usingcr hat am Montag einen 12tägigcn Urlaub ange« < treten. Sein Vertreter ist Regierungsrat Welcker.

** Di c LandwirtschastSkammcr für das Groß« Herzogtum Hessen veranstaltet Ansang September eine land- - wirtschaitliche Studienreise zur Besichtigung süddeutscher, \ Weinbaugebiete, Die Reise wird sich aus die Dauer einer Wache erstrecken. Am ersten Reisetag wird die Pfalz, am zweiten ein - badisches Weinbaugebiet besticht. Ter dritte Tag ist zum Bestich ! der staatlichen Wcinbauantagen in Laanenexy und des Gebietes um Metz vorgesehen. Es handelt sich hierbeji u, a, um die Besich­tigung von Weinbergen, die mil Hilse Amerikaner Reben rekon- ) struiert sind. An den salzenden Tagen wird dem Wcinbauinstitut I in Colmar und dem Weinbaugebiet in der Nähe ColmorS ein Be- 1 such abg chattet. Den Schluß der Reise macht die Besichtigung des , Weinlwugebictes in der Umgegend von Twann und Ncuenburg in ! der Schweiz, Tie Reise wird eine zahlreiche Beteiligung finden i und ist daher baldigste Anmeldung bei der Landwirtichastskamwer t Darmstadt, die auch bereit ist, weitere Auskunft z» erteilen, zweck- s mäßig und zwar besonders auch deswegen, weil die Höchstzahl dev l Teilnehmer eine beschränkte sein muß,

** Gießener Stadttheater, Das fünfte Overelten- gastsvie! des Bad-Nauheimer Kurthraters brachte unter der Lei- 3 tung des Herrn Ahn et t eine treffliche Aufführung vom jidelen! » Bauern, die sehr starken Beifall sand, Herr Georg Schmidt J war ein ganz ausgezeichneter Lindobercr, Herr Ähnelt ein vor- M züglicher Scheichelroither, Ten Stephan brachte Herr H a r d , r- : sehr schön heraus und als Annamirl feierte Frl, Martini wieder f Triumphe, Daß das Lied vom Heinerle, das von Frl, B e h n und 4 der kl. Stcuerwald gesungen wurde, lebhaften Beifall iändJ» : braucht nicht besonders erwähnt zu werden. Eine sehr schone FiquvM war Herr Grosser -Braun als Zopf: Herr Nickel sang den^ Vinzenz mit großem Ersolg, Die Regie hatte Herr Ähnelt, dis I musckalische Leitung Herr Lanzer,

* Konzert-Verein. In der vor einiaen Tagen abgehal- I te»cu Sauvtoersaniinlung konnte der Rechner seststellen, daß das »s verflossene Konzertjahr ohne jede llntcrbilanz abgeschlossen habe. I Zugleich wird daraus hingewtesen, daß nia» im vorliegenden I Konzcrlsahr daß Zurückstellen der Konzerle bis in de» Mai ver- I miede» habe, dadurch ist zwar ein stärkeres Znsammendrängen I der Konzerte nicht zu vermeiden gewesen, Alii Ausnahme der I beiden Kirchenkonzerte, die am Mittwoch stattsinde» mühen. M werden ,vie immer, alle Konzerle SonntaqSnachmittags zur üblichen A Zeit abgshalten iverden. Das erste Kirchenkonzert würde nach M langjähriger Pauie eine Wiederbolung des Reguiem von I, BrahmS R, bringe»: das z-veite Beethovens E-d»r Messe und Bruckners Tcdsnm, W beide find in Gießen noch nicht zur Aufführung gelangt. Erst- W ktassige Quartettvereinignngen find gewonnen worden: M die tl»ünchener, die Böhnien und das Klingler-Qnarteit, letzteres W i» Gießen »och nie gehört. Zwei große Orchester-Konzerte » mit hervorragenden Solokräsien sind wieder in Aussicht genommen, W Für das am In. November 1914 ist der Cellist Botormnnd engagier», sür das am 12. Januar 1915 Frau Bosetti, die auSgezeichnele j Münchener Kamnisrjängcliii, Weiter sind u. a. vervfiichtet: Frl, Elena Gerhard, Frau Ellen 91oi), Frl. Rhode, Flau C a l> n b l e u - H i n t e n. So kann der Vorstand leine» Mitgliedern ein lnnstlcrisch reich anSgestalteteS Konzertjahr bescheren und hohl, daß z,l seinen affen Freunden sich noch recht viele neue finden werden.

" Ceplon-Ausstellung. DieKönigin der Nacht * dürfte morgen ober übermorgen zum letztenmale blühen.

Die Maul- und Klauenseuche ist auSgebrochen und erloschen im Viehhof Frankfurt a. M.

** (Siegelt d i e klei neu Stechmücken, die sich ganz besonders lästig machen. Hilst auch oft Einreiben des Gesichts und der Hände mit Nctlenöl, Für das Zimmer bewährt sich bas fleißige Bestreuen der Fensierrändcr Mit unverfälschtem vevi- schen Jw'ektenPulver, Das beste ist ftcilich ein in die Fenstcr- össnung eingevaßter stsazerahmen. Gegen Abend werden Tür und Fenster geschlossen, in der Dämmerung ziehen sich die Mücken an die Gazefenster, und ma» tötet sie leicht mit einem Tuch und kann so ruhig schlafen. Auch empsiohlt ez sich noch, em Nachlstcht auk entern Teller mit Wasser in die Mitte der Stube auf den Boden zu stellen. Das Licht lockt die Mücken an, und sie fallen ins Wasser,

** E > n gefiederterSvitzbube, Man schreibt uns auS unserem Leserkreise: Am SamStag vormittag vaffierte eS meiner Frau, daß sie beim wiederholten Betreten des SchlaszimmerS jedes- 4 mal einen Vogel unmittelbar vom Bett auffliegen sah, der zum ^ Fenster hinauseilte. Durch die wiederholte Beobachtung veranlaßt, betrachtete sie das Bett genauer und entdeckte, daß der Vogel das , Kopikiffen an der Naht qeöffnet hatte und aus dem ganzen Befund I ging hervor, daß der Sperling, ein solcher war es. Federn aus 1 dem Kissen entnommen hat, zweifellos, um damit sein Wochenbett , zu füllen,

'* Kleine M i t t«i I» » q e n. In B a d - N a » h e ! in wird im Frühjahre das Erand Hotel Astpria, ein Patastba» in groß­zügig moderner Ausmachung, eröffnet werden. Tas sechsjährige , Kind des Landwirts Emde zu Flechtdori oeriet iniler ein ge­stillter Faß und verschied nach kaum einer Stunde an einer schwere-, Kopsverletzung. TerDachdeckernieisterAnton WeierS Häuser I ans Wohra, der in vergangener Woche vom Tache des Land. I wiriS Claar in Al bs b a ujen stürzte, ist in derMarburger Klinik I qesiorben. Eine im Felde beschältigte Frau aus Hobensolins s ivurde durch einen Rehbock zu Boden geworsen. Dabei trug d-e t! Fron einen Armbrnch und Hautabschürlnngen im Gesicht davon, i Ter achtjährige §oh» des Maurermeisters Kehr ans Nieder» R F l o r st a d t ertrank anr Montag beim Baden in der Nidda. Die J Leiche Tonnte noch nicht geborgen werden. Ter Gntspüchter T h i e r i ch hat sich a,n Montag im Hause seiner in Gries­heim a. M. wohnenden Eltern ersckioffen.

Konkurse ln Hessen, lieber das Vermöge» des Handels- mannes Julius Marx in Eich wurde am 17. Juli und über das Vermögen von deffen Eheirau wurde .m 18. Juli das Konkurs- , versabren eröffnet, da die Gemeinscht.idner ihre Zahlungen ein­gestellt »nd die Eröffnung des Konknrsveriahrens beantragt haben. Rechtsanwalt Weidmann i» Oslhoien wurde znm Konkurs­verwalter ernannt. KonkurSiordernngen sind bis zum 2?. August 1914 bei dein Gerichte anzumelden. Aus Montag, den 17.August 1914, - vormittags 9)4 Uhr, und Dienstag, l. September 1914, vormittags 10)4 Uhr, sind Termine anberaumt worden.