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Gesterrelch und Serbien.

London, 16. Juli. Die .Times' veröffentlicht einen Leitartikel überOesterreich-Ungarn nnd Serbien'. Wöhrend oifiziell die Haltung der beiden Negierungen korrekt fei, heißt cs dorm, fei die Presse der beiden Länder in eine Campagne cingetreten, die zu wirklich unheilvollen Folgen führen könne. Dar Blatt verzeichnet mit Genugtuung, dag die grohe Mehr­heit der verantwortlichen Zeitungen in Oesterreich den, Bei- ipiele deS Kaisers folgte, von der Mordtat in Serajewo mit Besonnenheit »nd Zurückhaltung zu sprechen. Sic verlangt mit vollen. Recht eine gründliche Untersuchung aller Umstände des Verbrechens, sowie der Natur und der Verzweigung der Verschwörung, die unzweifelhaft dahinterstehe. Die Blätter fordern auch eine gebührende Bestrafung der Schuldigen. Ferner bestehen sie daraus, dass Oesterreich-Ungarn wirksame Garantien gegen die Unterstützung ausrührcrischcr Bewcgnngeu in der Monarchie durch serbische Untertanen erhält. Hierin stinimen wir alle überein, sagen die .Time?', und dies ist eine Pflicht, die die Serben sich selbst schuldig sind, und der sie auch Nachkommen werden. Das Blatt fährt fort, daß die rücksichtslose und provozierende Sprache vieler serbischer Blätter vor und nach der Mordtat Europa empört und die Sympathie der zivilisierten Welt abgewendet habe. Der weise »nd ehrenvolle Kurs für Serbien sei, aus eigener Initiative die Untersuchung vorzunehnicn nnd eine» vollständigen Bericht den Mächten vorznlegen. Andererseits müßte Oesterreich- Ungarn eingedenk sein, daß die südslawische Frage, von der die Beziehungen z» Serbien einen Teil bildeten, in einer für die Monarchie befriedigenden Weise nicht durch Gewalt oder durch Drohungen uiit Gewalt gelöst werden kötine. Jeder Versuch in dieser Richtung werde eine neue Gefahr für den europäischen Frieden bilden. Bisher habe Oesterreich-Ungarn mit Selbstbeherrschung rurd Zurückhaltung gehandelt, und eS sei ernstlich z» hoffen, daß eS bis z»m Schluß darin fort- fahren werde.

Ein Handschreiben des Kaisers Fran, Joses.

Wien, 17. Juli. DieWiener Zeitung" veröffentlicht folgendes Handschreiben des Kaisers Franz Joses an den Erzherzog Friedrich: In Ihrer Eigenschaft als rang-

ältester Ärmccinspcktor stelle ich Sie zur Disposition meines Oberbefehls. Ihr Verhältnis zu dein Generalstabc regelt eine besondere Verfügung. Indem ich Euer Liebden in- folgedeffen von dem Landwehrobcrkommando enthebe, drängt es mich. Ihnen für die durch sieben Jahre aus diesem Posten in hingebungsvoller Weise mit bestem Erfolg ent­faltete Tätigkeit meinen Dank und meine wärmste Aner­kennung auszusprechen. Ferner veröffentlicht dieWiener Zeitung" eine Anzahl von Auszeichnungen, die aus Anlaß der Auflösung des Kabinetts des verstorbenen Erzherzogs Franz Ferdinand an die Mitglieder des aufgelösten Kabi­netts verliehen worden sind.

Aus Albanien.

Durazxo, 15. Juli. Der vergangene Tag verlief ohne ZwifclzenfaU. Um 3 Uhr morgens stieg eine Rakete auf, deren Bedeutung nicht aufgeklärt ist. Aus Balona wurden das von Hauptincinn Ghillardi dorthin gebrachte Geschütz, sowie vier Maschinengewehre hierhin geschasst und beschlos­sen, Dnrazzo bis zum äußersten zu verteidigen, falls die Stadt angegriffen werde. Zahlreiche Gcndarmericoffiziere, welche aus gefallenen Städten flüchteten, sind hier einge­troffen.

Balona, 16. Juli. (Agcnzia Stesani.) Jsmael Kemal Bet, hat gestern die Bevölkerung Balonas rusammenberufen »nd sie ans- gesordert, sich des Namens der Skivetarcn »tttrdig zu erweisen, »u den Waisen zu eilen und die Stadt gegen die vorrückenden Feinde zu verteidigen. Die Bevölkerung riet begeistert:ES lebe der Krieg, es lebe Albanien, es lebe unser König Wilhelm." Es wurde eine Kommission gebildet, deren Aufgabe ist, die Mittel zusammen zu bringen, um den Flüchtlingen aus den von den Re­bellen besetzten Gebieten zu Helsen und für die Familien der Ver­teidiger der Stadt zu sorgen. Bon Koritza, Tepelcni, Berat und Fieri sind große Scharen Flüchtlinge cingetrosfen, die von entsetz­lichen Greucltatcn, Bränden und Massakres berichten, die in ihrem Gebiet begangen Wochen seien. Auch die albanesischen Truppen, die in dielen Ortschaften in Garnison lagen, sind aufgelöst und ent­kräftet cingetrosfen.

Ans Stadt «nd LanS.

Gießen, 17. Juli 1914.

** Tageskalendcr lür Freitag, den 17. Juli: Gewerbe- Ausstellung: Konzert der Regln,entSkavell« 8II Uhr.

Anlagenmusik: 7 Uhr abends (nur bei gutem Weiter).

Ernennungen. Ernannt wurden der AmtSgerichts- diener bei dem AnitSgerichtS Wald-Michclbach Reinhard Lehmann zum AmtSgerichtSdiencr bei dem Amtsgericht Bad Nauheim mit Wirkung vom Tage des DienstanirittS seines Nachfolgers; der Gesangenaufseher am LandcsznchthauS Marienschloß Friedrich Schneider zuni AmtSgerichtsdicner bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach mit Wirkung vom 1. August 1914,

** Kaisermanöver 1914. Es wird an maßgebender Stelle bestätigt, daß auch der türkische Kronprinz eine Einladung zu den Kaisermanövern erhalten hat und dieser ebenfalls Folge leisten wird. Der Prinz wird im Bad Homburger Schlosse Wohnung nehmen.

" Tie Reifeprüfung an den Gymnasien. Mit Ermächtigung des Großherzogs vom 4. Juli 1914 hat Großü. Ministerium des Innern bestimnit, daß den, Absätze 1 de? § 17 der Verordnung, betreffend die Reifeprüfung an den Gymnasien vom 18. Januar 1893, folgender Zusatz bei­gefügt wird: .In dcni Falle, daß der Inhaber des Reise- zeugnisscs eine? deutschen Realgymnasiums nach dem Aus­weis dieses Zeugmffcs als Schüler des Realgymnasiums sowohl in den Klassenleistungen als auch in der Reiseprüfung den Anforderungen im Lateinischen ohne jede Einschränkung genügt hat, ist bei ihm von einer besonderen Prüfung in diesen, Fache abzusehen.' Diesem Zusatze ist rückwirkende Kraft vom J»ti 1912 verliehen worden.

** Die Evangelisch-lutherische Konferenz für Obcrhessen tagte am 14. und 15. Juli wie all­jährlich in Grünberg. Rach einer von Pfarrer Weber- Langgöns geketteten Andacht ergriff Pfarrer Ries-Mel- bach das Wort W einem Bortrag über denBegriff des Fundamentalen in der christlichen Lehre"". .Aus den kn die iFassungskvceft der Hörer hohe Anforderungen stellenden Bortrag folgte eine Ausspraclie. Tie Abend­andacht hielt Pfarrer Bömel von Wallau bei Wiesbaden, die Püorgcnandacht des folgenden Tages Pfarrer M i ck c l -

Allendors a. d. Lumda. Ter zweite Tag brachte zunächst eine Fortsetzung der Besprechung des Vortrags vom vori­gen Tage. Darauf sprach Dekan W a hl-Beienheim über die Kasualrede zTaus-, Trau-, Grabrede), Auch hier schlsi sich einve Aussprack;e an, die bei der uninittelbar praktischen Bedeutung des Themas sehr lebhaft wurde. Das; die evangelisch lutherische Konferenz auch fernerhin eine Zukunft hat, zeigte sich darin, daß außer verschiedcncn Gästen ihr diesmal auch eine Reihe von Theologiestudenten aus Gießen beiwohnten,

** Gewerbe-Ausstellung. Die Ausstellungslei- tung macht die Eltern auf das am Montag, den 20. d. M., nachmittags 4 Uhr stattfindende Kinderfest mit Blu­me n k o r s o aufmerksam, zu dem schon Anineldungen er­folgt sind. Ter Korso ist so gedacht, daß Eltern die Kinder in kleinen mit Blumen geschmückten Kinderwagen, Sport­wagen oder Holländern in entsprechendem Anzug teiluch- men lassen: die am schönsten geschmückten Wagen mit Zin­dern erhalten Preise. Bis jetzt sind 6 Preise gestiftet in Gestalt von Gutscheine» von 20 Mk. abtvärts, für die die Eltern aus Kosten der Ausstellungsleitung Spielsachen oder nützliche Ausstellungsgegenstände zum Andenken kaufen kön­nen. Anmeldungen bitte! man an Herrn Fabrikant Wilhelm Homberg er, Blockstraße, zu richten, auch liegt eine Ein- zcichnungsliste beim Festwirt offen, Am nächsten Sonn­tag hat sich der O r t s g e w e r b c v e r e i n G r o ß - G e rau zum Besuch der Ausstellung angemeldet, um sür seine im Jahre 1915 mit der Jubiläumsfeier geplante Ausstellung Erfahrungen zu- sammeln. Weiter trifft an diesem Tage der Gewerbe- und Handwerkerverein Hanau ein. Angcmeldet sind ferner zum Besuch der Ausstellung für den 22. d. M. die Bürgermeister des Kreises Schotten mit ungefähr l70 Besuchern. Auch beabsichtigt die Freie Sludentenschaft Marburgs geschlossen am 25. Juli die Ausstellung zu besichtigen.

** Eine große militärische Ausklärungs­übung, welche unter Leitung des Obersten v. Glasenavv, Kommandeurs der 21. Kavalleriebrigade, steht, hat gestern bei Hanau ihren Anfang genommen. Auch eine Fliegcrabtcilnng hat an der Hebung tcilzunel) . ,-n. Ter Hebung, die zwischen den Kavallerie» rcgimentern des 18. ArmeelorvS stattiindet, liegt folgende Idee zu Grunde: Eine blaue Armee hatte sich in der Psalz gesammelt und marschierte gegen einen bei Halle gemeldeten roten Gegner. Eine Kavallcricdivision A <durch Flagge» markiert), hat am 14. Juli vor der Front der blauen Armee Tarmstadt erreicht. Weit vor- ausgesandt waren Ausklärungs-Eskadrons und Ossiziers-Fern- patronillen, die an demselben Tage bis in die Gegend Gelnhausen und Büdingen gekommen waren. Zur rückwärtigen Verbindung dieser Ausklärungsorganc mit ihrer Kavallcricdivision war am Dienstag eine Mclde-Tammclstclle in der Hanauer Kavallcric- kasernc errichtet, die mit einer leichten Funkenstalion, mit.Kavalleric- Telegraph, Motorradfahrern und Meldereitern mit der Kavallcrie- division verbunden war. Als am 14. ds. Mts. abends durch Flieger andere rote Kräfte im Vormarsch aus der Gegend SiegenArns­berg gemeldet wurden, mußte der gesamte Mcldcapparat, der nach Nordosten angesctzt war, nach Norden abgedreht werden. Diese überaus schwierige Operation gelang vollkommen, nickt zum wenig­sten mit Hilse der schnell und sehr sicher arbeitenden Funken- telegraphie. Am >5. ds. Mts. marschierten also die Ausklärungs- Eskadrons nach Norden, loährcnd die markierte Kavallerie-Division Hanau im Vormarsch Darmstadt erreichte. Aus Grund der eingegangenen Meldungen setzte sie am 16. ds. Mts. srüb ihren Vormarsch nach Norden sort. Von diesem Tage an wurde sie ver­stärkt durch eine halbe Feld-Fliegciabtcilung, die ihren Flughafen an) dem alten Exerzierplatz ausgcschlagcn hat. Am 17. ds. Mts. werden markierte Teile der blauen Hauptarmee den Main bei Hanau erreichen, womit die Ucbung ihren Abschluß erhalten wird. Gestern kamen verschiedentlich größere Abteilungen auch durch Gießen, zumeist 23cr Dragoner in der neuen Felduniioim,

** Sozialwissenschaftlicher Bortrag. Auf einem sehr gut besuchten Abend der sozialwiffenschaftlichen Ab­teilung der G. Fr. St hielt gestern stuck, pbil. B. Geck einen Bortrag über das Thema:Welche Aufgaben stellt die soziale St u deuten beweg ung an die' Freie Studentenschaft? Der Bortrag halle rein prak­tische Ziele, wenn auch die lhcoretischcn Voraussetzungen zu sozialer Studentenarbeit beleuchtet werden mußten. Er lies aus die Gründung eines studentischen Wohnungsamtes mit Hilfe der Gesamistudentenschast hinaus. Nachdem in der Aussprache Professor Dr. Ncsser und Oanck. pbil. Schmidt beachtenswerte Hinweise gegeben halten, zeichnete sich eine große Anzahl Herren ein, die unter der Leitung von Herrn Geck eine Wohnungsenquetc machen wollen, zur Gewinnung von geeignetem Material für das zu gründende Arbeitsam!.

" Die Freilichtbühne, die Ende des Monats ihre diesjährige Spielzeit beschließt, bringt als zweite Aufführung morgen Anzengrubers Pfarrer von Kicchscld. Da die Sitzreihen inzwischen erhöht wurden, kann man die Bühne von allen Plätzen aus bequeni übersehen.

Im Lichtspielhaus? übt zurzeit ein äußerst reich­haltiges Programm seine Anzieh, ingskrast a,,5. Sehr

interessant und spannend von Anfang bis Ende ist der Dreiakter .Das Geheimnis einer Nacht', Der russische Film in drei AltenDer Sieg der Liebe' ist äußerst wirkungsvoll, hervorzuhebcn sind dabei aiich die prachtvollen Raturauf- nahmen. Daneben bieten zwei Komödien, eine Naturaufnahme »ud das Pathö-Journal adivcchslungSrciche llnterhaltiing,

** Borspannleistung b ei den Manövern. Anläß­lich der diesjährigen Kaisermanöver werden zur Verpflegung der gewaltigen Trnppenmassen und zur Mitsührung des Gepäcks Prioatluhrwerkc in erhöhtem Umfange ersorderlich. Ta viele Fuhr- werlsbesitzer über die Verpflichtung zu Fuhrleistungen lür die Trup­pen noch im unllaren sind und es nicht selten zu Weigerungen und Auseinandersetzungen bei der Reguirierung kommt, möge folgendes gesagt sein: Nach den, Gesetz über die Naturallcistung für die be­waffnete Macht im Frieden sind zur Stellung von Vorspann Fuhrwerke, Gespanne, Gespannführer alle Besitzer von Zug­tieren verpflichtet. Zur Vorspaunteistung sind in erster Linie die beranzuziehen, die aus den. Vermieten ihrer Tiere und Wagen oder dem Betriebe des Fuhrwesens ein Gewerbe machen. Lei- stungspslichtige, welche ihren Obliegenheiten nicht Nachkommen, sind durch den Gemeinüeoorstand unter Anwendung der ihm zustchenden administrativen Zwangsmittel hierzu anzuhalten. Ist die Leistung nicht rechtzeitig zu erlangen, so kann sic anderweitig aus Kosten des Verpflichteten beschafft werden. Tie Kosten sind von diesen aus dem vorgeschriebenen Wege durch die Gemeinden betzutreiben. Ae Stellung von Vorspann lann nur gefordert werden sür die aus Märschen, im Biwak oder Lager befindlichen oder vorübergebend einguartietten Truppenteile und nur insoweit, als es nicht ge­lingt, den Bedarf rechtzeitig zu einem Preise zu ermictcn, welcher den vom Bundesratc sür den betreffenden Lieferungsverband scst- gcstellten Vergütungssatz nicht übersteigt. Nurwennmehrere Armeekorps zu gemeinsamen Ucbungen zu - sa m m c ng e zo g en werden, dürfen an den Korps- m an ö vertagen undbei den zugehörigen Märschen die Mietpreise die Vergütungssätze um 10 Pro­zen t ü b e r st e i g c n. In der Regel soll der Vorspann nicht länger als einen Tag benutzt werden; nur in den dringendsten Fällen ist eine längere Benutzung zulässig. Für außergewöhnliche Abnutzung an Zugtieren, Wagen und Geschirr, sowie sonstigen Verlust und Beschädigung, ist den, Eigentümer voller Ersatz zu actvähren. welche infolge oder gelegentlich der Vorspann- oder Spanndienftleistungcn

ohne Verschulden des Eigentümers oder des von ihm gestellten Ge- spaimsübrers entstanden sind. Tie Vergütung sür geleisteten Vorspann mit Ausnahme des Vorspanns zur Ans,ihr der Ver- pflcgungs- und Biwaksbedürtnisse bei Hebungen und sonstigen Truppenzusammenziehungen, sowie zur Anfuhr des Fonragcbedaris

ist von dem Truppenteil in jedem Quatticr sofort zu bezahlen. In den vorgenannten Fällen erfolgt die Zahlung monatsweise bczw. nach beendeter Ucbung gcmeindcweiie durch Liguidation.

" Ein eigenartiger Kongreß. Unser Mitarbeiter in Utphe gibt uns folgende humorvolle Schilderung: Wir leben im Zeitalter der Kongresse-. Wie sollte sich so ctioas nicht auch aut unsere Vogelwelt übertragen. So gaben sich am Montag »nd auch gestern die Störche der Äetterau aus den Wiesen unserer Gemar­kung ein Stelldichein. Es war ein für feden Naturircunü ent­zückendes Bild, alsach und nach ca. 30 der stelzbeinige» Klapper­vögel crntraien. Doch waren es anscheinend rein materielle Fragen, die da gemeinsam beraten nnd einer gedeihlichen Erledigung cnt- gegcngesührt wurden. Das Horloffbctt, soweit es im Eigentum un­serer 6)emeindc steht, wird nämlich zurzeit gründlich vom Schlamm und Wasserpest gereinigt. Währenddessen wttd das Malier durch seitliche Gräben geleitet und hat einen Teil der Wiesen über­schwemmt. Reiche Beute fanden da unsere gesiedetten Gäste vor. Auch einige Fischreiher und eine große Schar von Möoen nahmen an der reichbcsetzten Tasel teil.

** Das Großh. Hessische Regierungsblatt, Beilage Nr. 9 vom 16. Juli hat folgenden Inhalt- 1. Ocf- fciitllche Anerkennung. 2. Bekanntinachung, die Ergeb­nisse aus der Rechnung der Staatsscbuldenvenvaltung für das Etatsjahr 1911 betreffend. 3. Bekanntmachung, den Ausschlag des Gehalts des Rabbinen zu Bingen für das Jahr 1914 betreffend. 4. Uebersicht über die in den Ge­meinden des Kreises Offenbach zu erhebenden EKmeinde» Umlagen für das Rechnungsjahr 1914. 5. Uebersicht über die in der Stadt Offenbach zu erhebenden (Gemeindesteuern für das Rechnungsjahr 1914. 6. Uebersicht über die irt den Gemeinden des Kreises Oppenheim zu erhebenden Ge­meindeumlagen für das Rechnungsjahr 1914. 7. Ueber­sicht über die in der Stadt Bingen zu erhebenden Gemeinde- Umlagen für das Rechnungsjahr 1914. 8. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern ffir das Rechnungsjahr 1914 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der .Kommunal­bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinde Worms.; 9. Uebersicht über die in den Gemeinden des Kreises Schotten zu erhebenden Gemeindeumlagen ffir das Rechnungsjahr 1914. 10. Charaktererteilungen.

" Kleine Mitteilungen. Der Landwitt Franz Rein- liard z» Echloßbor» wurde a,» Miltwock, a»! den, Felde von einen, Gewitter überrascht und durch einen Blitzstrahl getötet.

Heute Irül, gegen 8 Uhr wurde in Egclsbach der 13 Jahre alte Schüler Werner erhängt aulgesnnden. Der wohlerzogene brave Lohn achtbarer Eltern loll gelten, das Pserd eines Nachbarn ge­schlagen habe» und bekam dieserlialb einen Verweis seitens seiner Eltern; ferner wurde ihm mit einer Anzeige bei seinem Lehrer gedroht. Die Bürger,neistcrwaht in Schanberg ergab sür PH. Hechler 54 Stinimen, die zu seiner Wahl lühtten. Tie aus Kreisen der Landwirte gegen die bcabüchiigie Wasserleiiunqsanlage i» Lamverlheii» an, letzte» Sonntag einberuienc Protesl- versanimliing war zahlreich besucht, Rebe» der i der Haupt­sache ablehnenden Stellungnahme wurden auch Stimmen sür die Wasserleitung laut.

Kreis Alsfeld, w Appenrod b. Homberg, 17. Juli. Heute mittag gegen 4 Uhr ereignete sich in dem Steinbruch oberhalb unseres Dorfes cm bedauerlicher Unglücksfall. Der Knecht Fleischhauer des Landwirtes Cloos war damit beschäftigt, einen Wagen Steine aufzuladcn als plötzlich ein Stein von unbeträchtlicher Höhe ihm auf den Kopf fiel und den s o- fortigen Tod des im besten Alter stehenden Mannes her- bciführle. Der Mann hinterläßt Frau und Kinder.

Kreis Friedberg, h. Fricdberg, 16. Juli. Beim Kirschenpflücken stürzte infolge eines Astbruches ein Arbeiter aus beträcht­licher Höhe ab. Hierbei zog er sich erhebliche innere Verletzungen zu, daß an seiner Wiedergcnesuilg gc- zweifelt wird.

h Vilbel, 16. Juli. Durch die den hessischen Ge­meinden gegebene neue Veranschlagungsordnung hat sich in säst allen Orten die Ausstellung der Haushalts­pläne um Monate verzögert. Infolgedessen kommen die Pläne erst jetzt in den Gemeindcratssitzungen zur Beratung. Dadurch verzögert sich aber auch die Zustellung der Stcuer- zettcl so sehr, daß im Monat August gleich zwei Ziele fällig und gemeinsam zu zahlen sind.

Starkenburg und Rheinhessen, rm. Darmstadt, 16. Juli. Wie die Ermittlungen der Staalsanwaltschaft ergeben, hat der gestern beim Bau der Lusts ch, f sh a l le aus 26 Meter Höhe ab gestürzte Schlosser Auracher den Unfall selbst verschuldet, da hinreichend Schutzgürtel vorhanden waren, er aber wegen der Hitze die Obcrkleider, wie auch den Gürtel zur Seite ge­legt hat. Danach kann die Bauleitung kein Vorwurf treffen.

rm. D a r m st adt, 16. Juli. Die Stadtverordneten­versammlung beschäftigte sich heute NIÜ der Vorlage bctr. die endgültige Festlegung der mtt der Ortskrankcnkassc getrossenen Ver­einbarung über die Versicherung der Dienstboten. Da­nach bleiben die nach Auslösung der Stadt. Krankenkasse in die Allg. Ortskrankenkasse Ausgenommenen bei dieser versichett 'mit der Maßgabe, Haß sie in eine besondere Klasse eingcreiht tvcrden. Der Beitrag btträgt sür die Dienstboten 4 1 /, Prozent, der Wert der Sachbezüge tür die Dienstboten wird aut 75 Psg. festgesetzt. Die Ortskrankenlassc hat alsbald wenigstens eine weibliche Hilsskrast als Krankenbesuchcrin cinzustellen. Der Kredit für die Wieder­herstellung der Rathausfassade wird aus 5000 Mk. erhöht und dann nach längerer Beratung die neue FttedhofSordnung, wie auch die abgcänderte Bcstattungsordnung genehmigt, nachdem die Bestimmungen, nach der die Stadt das ganze Bcstattungswesen i n eigene Regie übernehmen sollte, vorläufig gestrichen sind. Es sollen in der Zwisck^nzeit wegen der Abfindung der geschädigten Schreinermeister nno Bestaltungsgcschäfte Verhandlungen gepflogen werden. Weiter wurde die Einteilung der Wahlkreise für die nächste Landtagswahl genehmigt. Danach zerfällt die Stadt in drei Wablkreise von 27 858. 28 063 und 27 290 Wählern, diese werden wieder in zusammen 25 Abstimmungsbezirke cingetcilt, die die Wählerzahl von 3500 nicht übersteigen dürfen. Weiter wurde, entsprechend dem Vorgehen anderer Städte, beschlossen, die in der Liste eingetragenen Wähler über ihr Wahlrecht schriftlich, unter Angabe des Wahlbezirkes, zu benachrichtigen. Diese Bestimmung soll auch sür die Stadtverordneten und Reichstagsioahlen gellen.

Hessen-Nassau.

ck Frankenberg, 18. Juli. Aus einer Wagensahrt verun­glückte der Vertreter einer Kasseler Firma, Ferd. Braunlchweiq. Er wurde vom Trittbrett seines Wagens geschlendert, da die Pferde scheu wurden und erlitt einen lebenSgelährlichc» Schädelbruch, Er wurde in die Klinikach Marburg gebracht.

r R o d b ei IN a. d. Bieber, 16. Juli. Im V e r w a l I» n gs- st r e i t v e r s a h r e » hat der Kreisausschuß in seiner Sitzung am Dienstag die hiesige Gemcindevertreterwahl in Klasse I lür ungültig erklärt und best,innit. daß die Wählcrlsske durch Aus­nahme der Teilhaber der Firma Rin» u. Eloos z» berichtigen ist.

-j- Fulda, 16. Juli. Durch die hiesige Poltteivcr- waltung wurde heute inmitten der Spielzeit das hiesige Sommertheatcr Direktor Meno Mendelohne