8r. lbi i _Erstes Blatt 164. Jahrqanq
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Freitag (7. Juli TO
General-Anzeiger für
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Mhrltrt) 'lVf. 3.30; büren vl »bolf- u. Hweigstettm n.onatlich Pf.; durch diePasl 4)lk.L.— viertel- jübrl. ouSsttrl. Beslella, ZeilonpreiS: lokal lLPf^ aueavan-s 30 Ultimi«. Ebelredakteur: A lLoelz. Berautivortlich iilr den pollt. Teil: Llua. Doeq; iüc .^euilleivn", .Vermischtes' und.OerichtS' saal": Karl 3leuratb; Ittr ,Viadt und ü<uüi”i
„ . _ . ... . - , Kurt Bendt; für den
Ne-aMon. GxpedUion nn- Pruckerei: 5chnlftrafte 7. Anze,«enteil: v- Bett.
Die heutige Nummer umfasst 10 Seiten.
Hlcrifo.
Ctf&ibf fünfzehn Monate Iwt die ^rrfrfuift £nicrta« gedauert. Am 18. Februar 1913 wurde sei» Berga»,,er Gnstrwv Madrro „durch eine» Zufall" erschossen. De» Politikern der Union, die in ihrer rücks,ck»tslosen Gewinn- und Erwerbsjagd täglich über Leickwii gehe», ward die Mordtat lein gelegener Ai,las:, Nu Nachfolger ,I>ee» Günstling» Ma- 'tn-ro von Beginn seine» Regierungsantritt« an >.', Monate Inndnrch in wilder Jagd zu Iwtzei, (K< geschah „ich, ein« au» sittlicher Entrüstung. Nur im-il man in ihm den Gegner jeder amerikanisch.-» Einmischung in die l'Kschicke de» Lande» und den unerschrockenen Lst-rfechter inerikanisclier «Selbständigkeit, den Feind jeder Auslieferung reicher Petro- Icumdistriktc a» die amcrikanisckg:» Oeltrust» I>rftte. sollte er die Präsidentsclnrst nichi führen. Ini Norden und Süden standen, von gleißenden Dollar» gelockt, und von anieri- kanifchen Waffen unterstützt, Gegner gegen Huerta auf, die ihn I^utc zum landflüchiigen Fremdling gemacht haben.
Engllsckie 2ck>ifsc bringen ihn und seine Familie in 'Silln-rlx-it. Wird er — vielleicht ,>iir unter dein stillen, aber mächtigen Schutz Großbritannien» — eine» Tage» wieder zii -ilckkehrrn, um Carranza und dessen ikreatnre» von der Slaatskrippe zu verdrängen und lvicdcr mit eiserner Faust die Zügel der Regierung zu führen ? Oder stxrrtet vielleicht auch seiner da» Los seine» Sck>icksal»gcnvsscn, de» Präsidenten ISaftro: der Tod im große» Bergcsscnwerde». Inzwischen haben die Rebcllcnführer, die llarranzisten niid Zapatisten, miteinander Fühlung genommen. Der Dollar, der au» der Union kommt, überbrückt schnell die kleinen Gegensätze. Die Unterblndler de» einstigen Professor» Wilson, der al» Präsident sehr schnell gelernt hat, den Wünschen der Trust-Magnaten und allmächtigen Imperialisten trotz aller lheorelisclg'n Abneigung gegen die Trust» ger,r>U zu werden, haben schon dafür gesorgt, daß auch bei dem neuen Regime in Mexiko die Interesse» der Union nicht zu kurz kommen. Wie Madero den II. St. A zu Lielst' daraus au» war, alle» da» zu vernichten. Iva» Pvrsirio Diaz zielbewusst zum Sckiutz de» Lande» gebaut und geschaffen hatte, so tvirh auch sein „Rächer" Earranza da» Land unbedenklich den zlihen Widersachern der mexikanischen Selbständigkeit in die Hände spielen.
Freilich vorläufig l>erßt c» auch hier: Eile mit Weile. Uncle Sam lässt von den Mexikanern selber die Ereignisse soweit vvrbrreitcn, bi» er al» der willkommene Retter in der Not, al» der Friedensengel erscheinen kann. Wozu hat man denn in Washington so schöne Worte von ber friedlichen Verständigung der Völker, die nach und nach die Kriege überflüssig machen müsse, geprägt? Die neue Regierung, die den „Sieg der gerechten Sacka" bedeutet, wird bald ebenso viel Unzufriedene und Feinde finden, wie die Huerta». Wer nicht an 'der Krippe sitzt, ivird wieder zum Rebellen oder gar zum Räuber und brandschatzt die kleinen Pueblo» ohne besondere Firma.
Aber in Washington rühmt man sich selbstgerecht ob seiner Mäßigung und Besonnenheit. Man Itz.t Wort ge laltc». Kein Krieg! Die Flaggenschinach von Tampico ist gerächt. Huerta ist bcsriedigt. E» genügte ein sanfter Druck, der Rest für eine kluge Diplomatie. Dann beginnt der neue
Alstchnstt, für den man nicht» versprochen hat. Der Aus rühr vernichtet noch mehr fremde» Eigentum al» zuvor. Die Kräfte de» Lande» labe,, sich Nlld völlig aufgerieben. Jetzt kommt „Uncle Sam" und ln-setzt da» arnre xbmd im Interesse von dessen eigener Sieiwrlieit. selbstverständlich auch ohne Krieg. Wer sollte denn noch Widerstand leisten? Wenn er sich sckion vorher, che e» noch so weit ist, ein wenig umschatten sollte, so geschieht'» »>egr» der >ap«mischen .Urfahr. Freilich die klugen Löhne Ostasien» laben jetzt wichtigere» zu tun, al» nach Abenteuern in Mexiko auszuspähen. Die japaniscka Einwanderung nach Mexiko, von der so viel in ainerikanischen .Heilungen gefabelt wird, ist kaum der Rede inert. Kaum 4.HX1 Japaner liaben sich in Mexiko an- gesiedelt, die über da» ganze Land, da» nait größer al» Deutschland ist, verstreut sind nich von denen ein ge.» r Dbil Mexikanerinnen geheiratet iwt; ihre Kinder sind dann völlig im MexikEnertiuu aufgegangen. Soll auf solche» Menscheninalertal Japan seine „mexikanisckK" Politik stützen? Nein, hier gibt e» keine japanische Gesahr für Amerika. Aber man filmt sie gut al» Vorwand gebrauchen, wen» man sich ein wenig eingehender mit de» inneren Per- hültnissen de» Staate» befasse» ivill. Wie lange wird da» Land, da» seinen Kaiser Maximilian standrechtlich erschossen lat. noch ein selbständige» Staatslebe» führen, wie schnell ivird e» in die gleiche Adlan.xigkeit von der Union geraten wie da» „besreitc" »üba?
Präsident yuertas Hficftritt.
Mexiko, 15. Juli Die Abdankung Huerta» tvird durch aniiliche Manifeste bekannt gegeben. Der Minister de» Aeußern Earbajal übernimmt wie vorgesehen die Interim» präsidentscixrst.
Der Gouverneur de» hanptstädtisrl>e» Distrikte» verspricht öfsentlich encrgisclte Aufrechterhaltinig der Rul>e. Die Stadt ist jetzt tatsächlich ruhig, obwohl die Straßen sehr belebt sind.
In der H,t>tptstadt fehlt e» an Militär; e» >»errscht de»hall> Beunruhigung. Gestern gingen hier sieben Bahnzüge mit Militär al», um die Linie nach Beracrnz zu schützen.
Me x ik o, ft!. Juli Der Minister Carlrajal legte gestern abend den Eid al» Präsident von Mexiko vor den versammelte» Abgeordneten und Senatoren ab. Daraus begab er siäi, von der Elarde geleitet, unter begeisterten Zurufen der Menge znm 9ia.tioualpalast. — Nachdem Huerta gestern abend feine Vll'dank»ng den Abgeordneten unterbreitet Ibitte, beauftragte da» Ministerin», de» Aeußern eine Kommission mit der Erstattung de» Berichte», wonach entscknrde» toerden soll, ob die Abbanktiiig anziinehme» ist. Die 'Abgeordneten und Tröbünenbesnckfer riesen „Hock, Huerta", al» die 'Ab- dankungöakte verlesen wurde». >
, E» tvird allgemein erwartet, daß Obrrgon» vder Gon- zale»' 'Armee elwstcil» in der Hauptstadt sein tvird. Daß Billa zuerst einzieht, gilt al» nntvahrscheinlich, da Carranza ihm mißtraut. Präsident Wilson sucht jetzt diilü» seine Vertreter bei Carranza ein bestimmte» Versprechen strenger Disziplin in der Stadl Mexiko und allgemeiner Amnestie zn erivirken: e» hieß jedoch in den letzten Tagen, die Revolutionäre hätten dreißig hohe Offiziere und Beamte ak» unbedingt dem Tode verfallen bezeichnet.
Huerta machte in seiner 'AbgaiigSprvllamatio» äußerst Ifestige Eingriffe ans die Vereinigten Staaten. Earbajal bereitet die Nebergabe der Regierung an einen Vertreter
Carranza» vor Ei» Sonderan»schnß, bestehend an» drei früheren Mitgliedern der Drpntieeienkammer. bat die Hauptstadt verlasse», uni sich mit d» Führer» der »v»- stitniionalisten behns« Uebcruahme d>r Regierung i» Verbindung z» setzen.
Die A b bank u n g H » e r t a » wurde bvm »' o n g r e st mit ILI gegen 17 Slimmen angenommen. In seiner Bot- sclmsl über seinen Rücktritt In'bt Huerta seine 'Anstrengungen hervor, den Frieden herbeizusühren, sonne die S.tuvil-rig- t'eiten, denen er dabei begegnete, da die nötigen Fond» sehlten und die große Macht de» amerikanischen Kontinent» ofsenkuiidig die Rebellen schützte. Dieser Sck>ntz Imbe seinen HilhePunkt erreicht in dem empörenden Borgehen der amerikanischt'» Flotte vor Beracrnz. gerade in dem Augenblick, a>» die Revolution niedergeschlagen nur. Huerta iveist lveiter die Beltanptung zurück, daß bei ihm persönliche Interessen vorherrsckKnö gewesen seien Seine 'Abdankung sei ein Betvei» dafür, daß da» Interesse de» Staate» sein erster Gedanke gewesen sei. Später erschien Huerta in seinem Liel>Iing»Eas>-, gefolgt von einer »ngehrurr» Menschenmenge, die Hockirnse aus ihn ausl'rachte. Biele schüttelten ihm die Hand, andere »mannten und küßten >Iin. Bon Rührung iibenvatiigt. erhob Huerta sein Mas und sagte; Die» soll hier mein letzter Teinkspruch sein, ich trinke aus den neuen Präsidenten von Mexiko. Die Straße» tvare» bi» zur späten Stunde voll von Menschen, bo>l> kam e» zu keinen Ruhestörungen. E» ereignete sich ein einziger Zwischensall. AI» d.'r neue Präsident. Earbajal, die »aniiner verließ, da ertönten Ruse de» Iliitvillen» gegen die 'Abgeordneten, die sich geiveigert hatten, ihre Stimnia für die Einnahme der Al<danknng Huerta» abzugeben. Die Truppen zerstreuten aber die Dcinonsbranten.
Mexiko, Hl. Juli. Fast alle Mitglieder de» di»- herige» Kabinett», mehrere Generale und hohe Beamte verließe» gestern ua.hmiltag vor Huerta die Hauplstadt. Eine Soiibenvmmissivn, an» drei früheren ,Abgeordnete» be- stel-end, begab sich nach Eelaha, uni mit d.'» Führern der »onstitutionaliste.n Abmachnnge» für eine» sriedlichr» Einzug i» die Hauptstadt zu treffen.
Der Regier»ng«vechsel tvird von d.'r Bevölkerung ruhig ausgeiiominen. Bevor Huerta die Stadt verließ, stattete er Earbajal im 'Palaste einen Besuch ab und sprach ihm seine Glückwünsckfe irtie». Die Bildung de» neuen Kalänett» ivird heute erivartet. Eaelmjat hatte eine Besprechung mit dem llnterstnat»sekretären der verschiedenen Ministerien. Ans Freitag ist ein offizieller Empfang de» diplvmatisstt.'» Korps an gesetzt.
Die rlusfiissimg in -en vereinigien Staaten.
Washington, Hl. Juki. Die Abdankung Huerta» wird i» amtlichen Kreise» al» erster, tvirklicher Scliritt zur baldigen Lösung der inexikaiiis.it.'» Frage betraclitet, obwohl die Konstitntionalisten erklärten, [u- würden Earbajal nicht anerkennen ivollen. Wie e» Iieißt, tvird die nenn Regierung nur svlmige am Ruder bleiben, bi» hinreichende Abmacktungen für den Einzug Carranza» in die Hauptstadt getroffen sind.
Die New Parker Presse ist wenig geneigt, Huerta» Abgang n>» Sieg Wilson» ausznsasfen. Sie verlangt, bast jetzt Realpolitik getrieben tverbe, an Stelle de» ideatistisüien Dilettauti»mn», der bisher mastgebend genasen sei.
Die vuncanschlile.
I" i o fl c n, 17. Juli.
Ein liestigc» Gewitter zog Mitltvoät nachmittag blötzliä» heraus, Donner imb Blitze folgten einander nnb bald stürzte prasselnd der Regen Ijernii-iH-r. Ich saß in der Bahn ans di'in Wege na<i> Bad Nauheim. Immer hi-stiger stürmte der Wiiw. minier ärger strömte der Regen. AI» ich in -Bad-Nauheim ankam, ivar kaum ein Wagen zu erlangen. .»» mich in da» .i'vnz.'rtlmtt» zn führen. Bald aber saß iä» in dem stimmungsvolle» Saale und hatte Sturm und Unwetter vollständig vergessen. Ein liebliche« Bild entrollte sich vor meinen Angen. Klcrnc bnstige Elle» slltirn'bten über eine Wiesenflur, nickten einander zu, scherzte» wiieinander, sänenen die Erbe kann, zu berühren, sänveblen bald wie Sännetterlinae datün. führten einen Reigen ans, haschten einander ivie neckische Kobolde oder sonstige schelmische Geister der Lust und de» Walde». Einnml führten sie stumm ihr Spiet aut. dann wieder ergötzte» sie sich am Ballspiel, warfen lustig und frohgemut einander de» Ball zu oder nmkreisten neckisch, immer im Rhnthmu» de» Spiele» de» rhvthmisch springenden Pall ober sie reichte.! einander die Hände, verbanden sich zu lustigen Reigen, sangen srohc sckn'linischc, einsack»' Kinderlieber. Man hätte glauben können, i» den Sommernachtötranm versetzt zu sein, vder »tan hätte annehmen können, daß die Elfen und Kobolde unserer allen Märchen sich Ister znm Rrndczboiis vcn'inigt hätten iml> in Fleisch »Iih Blut vor NN» erschienen.^In Wahrheit aber sah,'» »nr die Anfführnng der D» » c a n »Schn l e vor »n», t..,’ c« sich zum Zivcck gesetzt Izat. durch treue Schulung die jungen Menschenkinder gcsckuneibig, elastisch, anmutig, zn Bcheericktern ihrer IBewegnngen und ihre» Körper» zu niackte». Alle» nnrkte wie die Eingebung eines 'Augenblicke», wie ein lustige» neckische» ..linder spiel und jeder sühlte die ernste Schulung, die wohlüberd,.ck>tc Trainieruug, die sorgsame, fleißige Uebung in dem leichtesten Spiel. In unserer heutigen Zeit, nro für Körperkultur viel getan wird, ist das »ntcrnclnnen der Duncan mit Freuden zu b,'- grüßen Wie ich ihrem Buck»' entnahm, gi'ht eine Schulung in kontrollierter Atmung itiren Uebungen voran. Ohne diese geschulte 'Annnng wären die kleinen 6- und 7jährigen Elfe» auch wohl kann, imstande, ihr annrntige» Spiel mit solckrer tzlnsdaner bii.ckiznslitz.cn Leiber verpasste ick. die Einleitung, nwlehc scknvr- disckie Gymnastik vorfültrte. Daß auch diese von der Duncan >»-ran- ' gezogen nnrd. hatte ich sür äustz'.'st vorteittzist. Man sielst, mit welchen. Enist sie Um sich blickt, und alle» für ilw Unternehmen l.c. - onzickst. wo» irgend al» Ergänzung dazu dienen kam.^ Für da» Publikum sind natürlich bei weitem die anmutigen Spiele »nd Tänze da» Interessanteste. E» fasst sich darin ja anck) da» Resultat, die Blüte alle» Erstrebten zusammen.
To» Publikum genoß mit sichtlicher Freude und großem Interesse die ganze Änsfiihnmg und schien sich sür jede» einzelne Kind besondcv» zu interessieren. Unser verehrter Großlwrzog mü seiner Gemahlin miü seinen prächtigen jknaben, soivic mehrere
andere Fürstlichkeiten wohnten etwnfall» der Austühnmg bei, nnh die Gegeiovart de» edlen Fü.-stenpaare» trug sicher nicht tvriiig dazu bei, die allgemeine Feststiiiimung zu hebe». I,.
In der Tanzschule der Isadora Du »ca» zu Pari» entstand gestern nnchniittag. ivsthrend die Dnnean einen Spaziergang »lachte, Feuer Die Schülerinnen tvaren seit drei Tagen «nt einem Erholungsurlaub. Nur ein junge» Mädchen war zurück- geblicben. Diese» siel bei dein Ausbruch be» Feuer» in Ohnmacht und mußte in Hospital gebracht werden Da» Feuer ist vermutlich durch Kurzschluß entstanden. Der Schaben soll bedeutend sein. E» verbrannten n. a. Tanzpartiturcn im Werte von 7000 Frank» und zahlreiche wertvolle Kunstobjekte.
* * *
Decjos, Ulanct «nö an-ere.
Der bekannte irische Ronianschrislsteller George Moore gibt in seinem Buch; Hail and Fareivell (Salve algue Bäte) einige Scknittenrisse berühmter Maler, die er alle seinerzeit gut gelaunt Iiat. Er Ixit inanckien 'Alnnd mit ihnen in der 'Aonoelle AUtöni-», ienem Künstlereasö, verbracht. Hlon Degas gibt er solgeudk« Bild; Dega», bäiigesckiultrig, in einem Pfeffer- und Salz Anzug. Nicht» >st-rvorsteckst-nb Frauzösisckie» an ihm, außer seiner riesigen Halsbinde; seine Augen si.üi klein, seine Worte scktars, ironisch, zhuisch. ES UHir Dega», der zu Whistler sagte: „Whistler, wenn Sie kein Genie wären. Inären Sic Nt lächerlichste Mensch in Europa!"
lieber Whistler, Nu cr nicht in Pari», sondern in London kennen lernte, N>> er linder nickst viel zn sagen. E» scheint, dasz der Poseur Whistler den Ironiker Moore abstiickz. Er berschtet von ihm, an» Anlaß einiger Zeicknnistudien, die Whistler in seiner Gegenwart mackste; „Die Zeichnungen, die er aus Blättchen braunen Patnrr» »mäste, ersästenen mir leer »nd nickstssagend Seine Witze waren mir unangenehin; er schien mir seine Knust nullt ernst zu udmtai. Ich bewunderte die Präraphaelite», besonder» Rossetti. ?I.n nächsten Sonntag besuchte ick. ilm er war von Ireunden nmg>'be», redete .nel »nd laut. Da» melan cholisckie Porträt seiner Mutter ding vor mir, geraN' »olbudet -mir sagte e» nickst». 'Als er schlieszlich meine» cttva» kindischen Entlnisiasmn» für die Präraphael.ten durch eine koniisck),' Amekdotc immbtot machte, twiste ickt ibu!"
Bon Manet saht Moore; „Er erzählte mir einmal, daß er versucht balw. zu schriube», e» aber nickst sertig gebracht ltnbe. 'Moore glaubte dainnl», Monet lialw Kiese Unfähigkeit bedauert, cr sand aber bald heran», daß er sich damit rühmen wallte."
?ln. beiten ist e» wohl, loa» er über Eözanne sagt; „Ich er- innere mich nickst, Eözanne in der Nonnette Atbtzne. je gesehen zu haben; er war ein zn rauher, wilder Geselle. In Pari» erschien er <in>r selten. Man hörte iwn ihm reden, er tiielt sich an den Grenzen der Stadt ans und stieg an N'N Abbängen umher in .t'irnonensticseln. Da sich lei» 'Mensch für seine Bilder interessierte, ließ er sic ans den Feldern zurück. Al» eine Nacktfragc daimch
entstand, gingen sein Sohn und seine Tockiter in Nm Banernbänser» umher und suckiten sie auch hielten sie llinfcktau an den Zäunen und Hecken, wo er xzenialt tnitte, um sie danil cinzusaiiimelu.. ' . '
Da» beste deutsche Lustspiel bi» Lesslng. So wird mit Fug und Reckst da» Lustspiel „Die geliebte Dornrose" genannt, N>» 'Andrea» Grhphiu» schrieb, der am H>. Juli vor zweihundertnndfünfzig Iahien starb E» ist ein Bane.»spiel im schtesisckiin Dialekt und gibt stärker al» alle anderen Weite diese» Dichter» wirllickti-» Leben wieder. Die Handlung der „geliebten Dvrnrose" ist interessaiil und klar; ein Bursch und sein 'Rädel, die fiel» lieben, Bcrwandtenzii ist. Nt sie zn tiennen sinlst und »ach nieten Verwicklnngi'n deigelegt wird, so daß die Liebenden sich endlich kriegen. Dazu ein non dem Mädchen znrückgewiesener Freier lind eine alte Hexe, die Nm inngen -Bnrscktin sür sick, ergatter» möchte. Da» gibt die lustigsten B-'.Wicklungen, die endlich nor ttze- richl geklärt werden. 'Alle Charaktere haben persönliche Prägung und die Sprache ist, »ne in allen Lustspiele» GrhpbiuS Prosa, aiischaistiäi und lebendig. Linder ist „Die geliebte Dornrose" eingcsckxickitelt in ein t-nnisüie» Singspiel, „Da» verliebte Eß'- sprnft", dessen Berie wie Erfindung durcktau» kinimmlionell smd. 'Bei den berns-mässtgen Scktanspieli'ru, die da» Erde Nt englischen Komödianten angctrrten hatte», sand da-' Stück großen An klang und tmirde oft gespielt. E» untre iiilercssant genug, c» einmal auf einer heutige» -Bühne auserstehen zu sehen.
-— BerbiS „'8 I anint". Der Komponist Giorza, N'r kürzlich in Seattle gestorben iß, erzählte gern solgende tstüische Geschichte von einem Sckierz, tum er sick, „ni Verdi erlaubt tnitte: „Eine Zeitlang wähnten Verdi und ich in Mailand einander gegenüber E» ivar eine enge Straße und da» Wetter war sehr beiß, so daß wir unsere Fenster weit ossenstehen hatten. Verdi sck.rieb geraN' eine seiner Opern, und iminer, wenn er eine Melodie komponiert batte, setzte er sich an ba» Klavier und spielte sie. Ich wollte ihm einen kliniien Streich spielen, und nachdem ick, die Fensterläden geschlossen batte, setzte ick, inich an inetn Klavier und spielte ihni die Melodie, die er eben kvnidoniert t.atte, nach Al» ich dann durch die Ritze» der Läden guckte, sab ich, wie Berdi bald an« dem Fenster licranshiug nnh aufgeregt nach allen Seilen blickte. Bon seinem Ktadierspiel aber hörte ick, nicht» mehr. 'Am 'Atzend glngiT, wir zusammen spazieren, und bn er angi'iisckst'inlich trüber Stimmung war, fragte ich ihn, wa» ihm lebte; „Denken Sie nur, Giorza," antwortete er, „da liatw ich heute nachmittag eine Melodie komponiert, ov» der ich iinbedingt üder- zengt uwr, daß sie ganz original toäre; aber kamn Iiatte ich sie gespielt, da hörte ich, Nste jemand in der Nachbarschast die Sa.be schon kannte und nnch spielte E» ist mir schrecklich, daß ich mir rinbilden konnte, die Komposition eine» andere» stammte von mir. . Al» ich ihm nun die Wahrheit mitteiltc, klärte sich sein Gesicht aus mib cr kam ist die sröhlichsle Lamie."


