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Söcbiivimijc jn schelten, itxm.t m<m beit Menschen die Mög- ltchkett uimnit. Anteil zu nehmen an den Kulturgütern unserer Zeit. Den Angestellten kann man gewiß nicht den Äonvurj machen, bnf; ihr Gott der Bauch sei, geben sie doch für Essen nnd Trinken im Verhältnis zu ihrem Einkommen weniger aus. als der Arbeiter Aber sic sind rdrcr sozialen, gcsckzastlichen nnd gcsellscksaflliäien -Stellung wegen gezwun- gen, mehr für ihrrn äußeren Austvund auSzugeben, Sie ge- tährden ihre gesellsckzaftlichc und. was n,xt> slchverwiegender ist, itrcc geschichtliche Stellung, «neu» sie darin ihren Standes- genosscn nachbleibcn, ganz abgesehen davon, daß auch darin ein Knltnrrückgang zu erblicken chäre. Wie gute Saat nur ans gutem Boden »vachscn kann, so kann eine gute Kultur nur aus einer gesunden wirtschaftlichen Grundlage wachsen, Diese zu erringen, ist dis Ziel, Die Angestellten können als Ver­braucher auf dem Wirtschaftsmarkt Anspruch erheben, mehr gehört zu werden als bisher. Befruchten sie ihn doch ins­gesamt mir einer Kaufjummc von natzezu vier Milliarden Mark, Es ist nur nötig, ihnen klar zu machen, daß die Mackst, die in dieser Summe liegt, nur organisiert zu werden braucht, um als bewußte Macht zu linrkcn, Der Bcrbaird Deutsclzcr Handlungsgehilfen hat schon seit 1907 seiner Arbeit dies Ziel gesteckt, ES ist hohe Zeit, daß die Angestell­ten sich darauf besinnen, daß in zwei Jahren abermals über ihr Schicksal mit entschieden wird. Kommt derlückenlose", Zolltarif mit Erhöhung der bestehenden Lebcnsmittelzölle uud neuen Zöllen auf Gemüse, Kartoffeln, Eier, Butter, Milch usw, so bedeutet das für die Angestellte» eine weitere Einschränkung ihrer Kulturbedürfnisse und Erschwerung ihrer Lebenshaltung, Wer sich naher über diese Frage unter richten will, bestelle die SchriftDie Macht der Privat- angcstellten als Verbraucher" gegen Einsendung von 20Pfg, Porto von der Houptgeschüstsstclte des Verbandes, Leipzig, Harkortstraße 3,

Aus Stadt uns £<md.

©icfj-cn, 13. Juli 1914.

Reue obcrhcssische Eiscnbahnpläne.

Cs wird uns geschrieben:

Ern langgehegter Wunsch der Bewohner des Klee- b acht als zwischen Dutenhofen und Butzbach soll nunmehr aus Anregutng der Wetzlarrr Handelskammer und der an der Erschließung des Kleebachtals interessierten Kreise seiner Verwirklichung eutgrg/eureifen, Ter zu­nehmende Gntertransitvcrkehr, der vom westfäli­schen Jndustricbezirk über Wetzlar nach Süddeutschland geleitet wird, nimmt vorzugsweise die Station Gießen nnd von hier ab die Main-Weser-Bahu in Anspruch, Der Dahnhos Gießen ist diesem ständig wachsenden Zustrom nicht mehr gewachsen, Selbst die ihrer .Vollendung entgegcn- gehende Umgehungsbahn Du 1e nh oscn K l ein- Linden wird die Mängel schwerlich beseitigen.

Eine durchgreifende und den Bahnhof Gießen voll­ständig entlastende Maßnahme glauben die interessierten Kreise nun in dem Bau einer ganz neuen Bahnlinie zu erblicken. Diese soll den Ausführungen der Wetzlarcr Handelskammer zufolge von der Station Duten­hofen abzwetgen, in südöstlicher Richtung das Kleebach­tal dnrchschnvchen und bei Butzbach in die Main-Wcscr- Bahn einmünden. Die Linie würde nicht nur eine hervor­ragende Entlastung Gießens bedeuten, sondern auch ein bisher vom großen Verkehr abgeschlossenes Gebiet in das oberhcssischc Eisenbahnnetz cinbcziehen, Jn einer Länge von etwa 13 Kilometern soll die Dahn an den blühenden Bauern­dörfern Ullendorf, Lützellinden, Hörnsheim, Hochelheim, Dörnholthausen, Riedercleen usw. vorbeiführen, um hei Butzbach in die Main-Weser Bahn cinzumiinden. Für diese Orte würde sie eine bessere Absatzmöglichkeit von land- wirtscklastlicheu Erzeugnissen herbcifllhren, sodann ivürdc gleichzeitig der Industrie ein neues Betätigungsfeld cr- vssnet. Insgesamt konnncn rund II006 Einwohner des Kleebachtals in Frage, die von dem Bau der Linie wesent­liche wirtschastliche Vorteile hätten, zugleich böte sich ihnen aber auch hinreichende thelegeuhvit, leichter als bisher die Städte Gießen, Butzbach und Wetzlar zn Einkausszweckcn zu besuchen.

** So g eSf alcubc »rfür Montag. 19. Juli' Gewcrde- Ausstellung: Konzert der Kapelle Weller unter Mitwirkung des Nenniannschen GesangL-Qnartetts ans Fvauksurt a, M, Abends von 8 bis II llhr. ,

" Personalveränderungen. Der Großherzog bat dsn GerichtSafsefsor Hans Becker in Lich zui» Amts­richter bei dem Amtsgericht Dieburg, den Gerichtsasieffor Ferdinand Lutz in Büdingen znm Amtsrichter bei dem Amts­gericht WormS und den Gerichtsassessor Ferdinand Willen- d ü ch c r in Friedbcrg znm Amtsrichter beim Aintsgcricht Bad- Nauheim ernannt.

** lieber die Bodenbenutzung in den drei Provinzen Hessens verössentlicht die amtliche Darmst. Zeitung folgende Tabelle:

Kultur arten

Starken- l>urn

Ober-

hessen

Nbein-

liessen

Ackerland........

123 454

14Ü229

102 678

Wieieu..........

35 34f»

60 836

4 ^56

Weinberqe........

14

13 836

Walduuqen . ...... .

127 2 IA

109379

5 058

Hans- und Holränme . . . .

3 307

2 080

2 024

Unbesteuevte Fläche.....

12 814

13 576

8 168

Zusammen

302 6?3

32-'ttl4

137 280

Don den drei hessischen Provinzen hat Obcrhcssen die größte Fläche, Etwas kleiner ist Starkenburg, Rhein- Hessen ist noch reicht halb so groß als diese Provinz, Hinsicht­lich der Größe der landwirtschaftlich benutzten Fläche sind aber die Unterschiede der drei Provinzen viel geringer, da Rheinhessen sehr waldarm ist, ivährend die Waldungen in Starkenburg 42 Proz. der Gcsamtsläche und in Obrrhessen 33 Prozent der Fläche onsmachen. Berücksichtigt man außer­dem die größere Güte des rheinhcssischen Bodens, so steht Rhcinhessen an laich-wirtschaftlicher Bedeutung den beiden anderen Provinzen nicht nach Die meisten Wiesen besitzt Obrrhessen, dami folgt Starkenburg, während Rheinheslen arm an Wiesen ist, dagegen bekanntlich eine große Wein- bcrgsläche aufweist. Jn Oberhessen fehlen die Weinberge säst ganz, in Starkenbnrg finden sie sich nur an der Bergstraße und in der Umgegend von Groß-Umstadt.

** Gewerbe-Aus st ellung. Der gestrige Sonntag brachte der Ausstellung sehr starken Besuch von ausnvärts, Bon nah und fern war besonders unsere Landbevölkerung herbeigeströmt. Unter anderen waren mit großer Teil­nehmer zahl anwesend: der Verein der Meckurniker und Optiker von Wetzlar, die Gewerbevereine Echzell, Vilbel und Schlitz, Gesangvereine aus Kirtorf, Waldgirmes und Grvßen- Buseck, der Jungdeutschlandvcrein Gonterskirchen, Verein deutscher Apotheker, Verein ehemaliger landtvirtschaftlicher Schüler von Montabaur, Verein junger Landwirte aus dem Untcrtaunuskreis, Da es schon wiederholt vorgekommcn ist, daß entgegen den Abmachungen Ausstellungsgegenstände

entfernt wurden, sind die Wächter angewiesen worden, jeden, der mit einem Paket die Aussteltung verlassen will, anzu- haltcn und seine Personalien festzustellen, Ansstellungs­besucher, die mit einem Paket die Ausstellung betreten, müssen sich an der Kasse melden und erhalte» dann eine Nummer zur Kcnntlichmachimg des Paletes, Wer dies unter­läßt, muß daraus gefaßt sein, daß er «»gehalten wird und de» Inhalt seines Pakets vorzeigen muß, Zur Erinnerung an die Aussteltung gibt die Ausslelbungsleitung eine Photo- graptTtenjaminlniig von 15 Bildern heraus, die zum Preise vvn 7 bis 10 Ml, verkauft werden sollen, Anmeldungen sind laut Anzeige an den Geschäftsführer der Ausstellung, Herrn Architekten Kockerbeck, zu richten,

** Das Preisgericht üiriit Ausstellung auf btr Kün st lerkolonieDarm statt, dos aus den Herren: Stadl- bnurat Burbaum, Will,, Fürst-Mainz, Tireklvr de- Kunstgewerlp- museums Dr, Kienzle, Hosral Alcrander Koch, Direktor der Knnst- gcwcrbcschulc Mainz Prof, Kübel, Pros, Meißner, Pros Metzcn- dvrl, Schrcinermeistrr Martin Müller, dem Vorsitzenden der Zen­tralstelle für die Gewerbe, Geh, Regieeungsrat Noack. Geh, Baurat Pros. Putzer, Fabrikant Ferh Raucki-Mainz, Proi Betterlein, Geb. Baurar Proi, Walde »nd dem Direktor der Landesbaugewerkschule Proi. Wienkoop besteht, bat bcschtoNen, 13 Ausstellern die goldene Staatsmedailte, 33 Ausstellern die goldene und 29 Ausstellern dir silberne AusstcllungSmedaillc zu verleiben, deren Gcncdmrgrmg auch bereits durch den Großberzog eriolg! ist. Die goldene Staats­medaille crbietten: Ludwig Atter, Möbeliabrik, Darmstrdt: Bam- berger, Lcroi & Ec., Fiankiurt a M,: Georg Ehrbardt & Söhne, Mölel'abr Darmstadt: I Glückrrt. Jntrmöfccl'abr , 2ormftabtj Gr, Hotgärtnerei. Darm stad:: Wild. Klein, Hoiwrißiindrr, Tarmstadt: Gebe. Römer, Hoiweistbinder und Mater, Tarmstadl: Puhl & Wagner, Bereinigte Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei. Berlin-Treptow: L, und A Riedingcr, Brvnzewareniabrik, Augs­burg: Joseph Trier, Hmimöbelsabril, Tarmstadt: Villeron L Bvcki, Mosaiksabrik, Mettlach a. d, Saar; Ernst Wablih, k, k, Hoflieserani, Porzellanmanuiuktur, Wien: H, und I, Weber, Hosweißbinder, Darmstadt Die goldene Ai^stcllungsmedaillc erhielten in Heften folgende Firmen: Heinrich Ewinger, Kunstftetnsabrik, Naubeiin bei Groß-Gerau: Gaili'che Tampfzicgelci, Gießen: Gasavvarat und Gußwerk. Mainz: Gabriel A. Gerster, Mainz: Earl Schließ- mann, Main»-Kastelt Wächtersbacher Steingutiadrck. G. m, b, H.. Schlierbach b. Wächtersbach: Albert Burgbardt, Bildhauer.^Er­bach i, O,: Joh, Ilngcr, Kunststeiniabrik, Piurigstadt: Tarmstädter Möbcliabrik: Darmstädter Zcntralbcizungsiabrik, Ingenieur

Heinrich Friß: E. Eckert's Rachivlgcr: HevI u, Co.: Aipdalt- und Betonbaugeschäit: G, Hillgäriner: Robert Müller, Juwelier:

I. Schubert, Weißbinder: Stadtgärtnerei Darmstlldt. Ludwig Strihinger, Möbeliabrik: Aug, Wilk. Hoitieierant, sämttich in Tarmstadt.. Die silberne Ausstcllungsmedaille erhielten u, a. Gebrüder Bianzzv, Bingen: Burgau & Güster; Bronzegießerei

Mainz-Gonsenheim: Oberdan & ®ccf, Mainz: Oberdehische Kalk- und Steinindustrie, Bußbach: Möbelindustrie Wißdach-Oficnbaäicr- Bürgell

** Der Ballon Gießen unternahm gestern unter Führung von Dr, S t u ch t e n eine Fahrt von Marourg aus. Bet der herrschenden Windstille legte er in lar neunstündigen Fahrt nur 40 Kilomclcr zurück und landete- glatt bei Laasphe,

** Wieder ei» jugendlicher Ausreißer. Der hiesige 13 jährige Vollsschüker R wollte am Samstag nack>- mittag mit dem »m 8,17 llhr nach Frankiurt a.M, abgehen-, den Personenzng ohne Wissen seiner Eltern e-nc größere Reise oartreten, ausgestattet mit 34 Mark Bargeld und einem geladenen Revolver. Er hatte sich eine Fahrkarte dritter Masse nach Frankfurt a.M. gelöst mit der Absicht, von da nach München zu reisen. Auf der Fahrt zwtfchen den Sta­tionen Bad-Rauheim und F-riodberg muß nun der Junge mit dem Revolver an der Tasche gespielt haben, deren auf einmal ging der Schutz los und traf ihn in die rechie Hand, Von ebnem ?.>Mitreisenden notdürftig verbunden, wurde er dann in Friehbrrg ausgefctzt, tvo ihm der Bahnarzt weitere Hilfe leistete. Mit dem EUzuge wurde der Junge nieder nach Gießen zurückgrschäckt und am Bahnhof vvn seiner inzwischen verständigten Minttcr abgeholt, welche ihn wach der Klinik verbrachte.

** Eine wüste Schlägerei spielte sich gestern am svätcn Nachmittag auf der «oberen Kaiserallce ab. Aus einer dort gelegenen Wirtschaft kamen plötzlich zwei jüngere Männer gestürzt, die sich inmitten einer großen Zuschauermenge tüchtig auieinanber tos-, schlugen. Im Rn naren noch eine Anzahl Zechgenosjen zur Stelle, barunicr auch einige Soldaten, und sowohl Stühle als auch Tische rint» ein Tchließlorb flogen durch die Lust und gefährdeten die PassaMen, Auch eine Anzahl Fensterscheiben ging in Trümmer,

^^Sanitätsübung, Am gestrigen Sonntag unternalMen die Eisrnbabnsanilärskolonne und die hwiigr Frei­willige Sonitätskolvnnc eine gerneinschastliche Ueh>nrg an der im Bau begriffenen Umgehnngsbah» hei Klein-Lm- den. Durch den .angenommenen' Einsturz eines Bautverkes waren dnelrrerc Arbeiter schwer verletzt worden, die zu borgen und nach Anlegung von Verbänden in den DUfKxug zu verbringen waren. Tic im -Gelände vorhandenen Hiuderniffe verursachten beim Tragen und Einladen der Verwundern große Schwierigkeiten, gestaltoten die llcbung aber sehr lehrreich, da äbnliäzc -irchwierigkcitcn bei jedein größeren Eiseribahnunglück zu erwarten sind.

** Vom Stadttheater wird uns geschrieben: Durch die ReuemrickMing des Königl, Kurtbeatres Ems ist Direktor Stein- goctter in der Loge, in der kommenden Spielzeit an unserer Bühne eine größere Arrzahl wertvoller Reuanschastungen zu bringen. Auch an, Gageneiar ist ,n keiner Weise gespart worden rmd unsere Bühne, die an sich den Ruf genießt, die höchsten ^Gagen in der Provinz" zu zahlen, ivrrd in der kommenden Spielze» ihren höchsten Gagenelat seit Bestehen haben, Nochmals in aut die morgige Operettcnoonlrllung, die SuppesSchöne Galatke" nnd Leo Falls .jtzrüöerlein fein" bringt, ausdrücklich kingewicscii,

"Ersolg einer Gicßcncr Firma, Aut der bienenwirtschafttichen Ausstellung in Würzburg erhielt die Firma Lang u. Wieder st ein, Gießen auf ausgestellte Geräte die bronzene Medaille,

"*DidschlagundSonne«istich sind an folgenden äustc- rcn Zeichen zu erkennen: trennender Durst, große Mattigkeit, schwacher Pulsütstag arnd gi'rötrtc, trockene Haut, Jn solchen Fällen ist die enle Bedingung, daß der Patient an einem möglichst kühlen Ort ruhig hingelegt wird. Die Kleider müssen gcöNnet und es muß dem Ermatteten Wasser gereicht werden. Nach Anweitdung dieser Mittel wird der Aniall sehr bald vorübergeltcn. Läßt man diese Mittel jedoch unbeachtet, jo tritt leichi der Fall ein. daß der Kranke sein Bewußtsein verliert. Der Atem geht daun im schnellsten Tempo, »«ährend die Bewegungen des Pulses noch kaum fühlbar sind. Nicht lange, uud cs beginnen Glieder- und Gesübtszuckungcn. u, man kann sehen lAugenblick joarauf gefaßt sein, daß eineHerz- oder Lungciüähmung dein Leben ein Ende macht. Man fei also aut der Hut und werrde^s» rasch loie möglich oben erwähnte Mittel an, falls kein Arzt zur Stelle ist, den man unter allen Umständen zu Rate ziehen sollte. Ist erst Bewußtlosigkeit cingctcetcu, so können die Folgen sehr schlimm sein.

" Die Königin der Nacht kommt in den nächsten Tagen ini Botanischen Garten zur Blüte. Die ersten Blume» dnrfirn sich morgen abend, die eine vielleicht schon heute abend öffnen. Gegen ein kleine? Eintrittsgeld ist die seltene Blume in der Ceplon-Ausstellnng abends von 910 llhr zu sehen. Da sich das Orfsnen der Blüten erst gegen Abend erkennen läßt, wird näheres durch Anschlagzettel an, Eingänge znm Botanischen Garten, sowie im Schansenster drS Blnmen- hansrs Dictz zu crsahcc» sein.

** Das Gcwcrbeblatt für das Großhcrzvgtum Hessen iZeitschrist des LandeS-Gewerbevereins), Nr. 28 o. 10. Juli, bat folgenden Inhalt: Großh, Zentralstelle für die Gewerbe, Bekannt­

machung, bete, Abänderung der Beiordnung über die Tagegelber und Reisekosten der Zivilbeamtcn ustv,: Bezirksverband Alzen: Gewcrbevercin lüroßckSeran: Damenschneiderinnen-Fachiure >n

Gießen: Handwerkskammer zu Darmstadt: Protokoll über die 19. Sitzung der Handwerkskammer lSchiuß),

Die Manl- und K lauen fett che herrscht fort in löroß-Bieberau und Nennkirckwn, Kreis Dieburg, in Hüt» lenthal und Harnstadl, Kreis Erbach, in Affolterbach und Siedelsbrunn, Kreis Hcppimheim, in Seligenstadt, »reis Lf- fenbach, in Rvdhcim, Kreis FrieBberg, in Welgesheim, Kre,S Alzey, in Ober-Jngecheim, ochwabcnheim, Groß-Wintcrn- hcini, Dromersheim, Elsheim und Bubenheim, Kr, Bingen, Die Seuche wurde sestgestellt in Stadecken, Kreis Mainz, und in Zotzenheim, Kreis Alzey,

Landkreis Gießen.

Ein 76-jährigkr vom Zuge überfahren.

Am -Sonntag nachmittag wurde vom Zuge 4258 bei Kilo- inrter 18,4 bei Bellers he im der 76jährige B, aus Bellers­heim überfahren und getötet. Am Tawrt hintcrlasscne Briefe lasten auf Seibstmvrd schließen.

Ueber den Selbstmord geht uns von unserem Mstarbeiter folgende Schilderung zu:

Bellersheim, 12. Juli. Als hntte.nachmittag der Per- frnenzug 3,05 Uhr der -Strecke Hungen-Friedberg in die Stattan Bellersheim einfahrrn wollte, sprang plötzlich eine Minute vors der Statton entfernt, der 76jährige Rentner B, von Bellersheim in srlbstmvrheriicher AbsickU in den Zug und wurde sofort ge­tötet, Er harte in einem Gebüsch den Zug erwartet, und hatte sich dann ungefähr 15 Meter von der Maschine vor den Zug ge­worfen. Daß, ein Selbstmord nnzrveisclhatt »vrliegt, geht aus hinterlasscnen Briefen hervor, welche der Bcrfwrbene einen an den Pfarrer des Ortes, den anderen an den Kriegervrrein gerichtet hatte, Jn dem ersten bat er, von einer größeren Trauer- seier abzusel>cn, und nur ein stilles Gebet an seürem Grabe zu sprechen, in dem anderen Brief smach er den Wunsch aus, daß er in aller Solle van den ältesten Kriegerverefnsmitgliedern beerdigt sein wolle, er war nänürch Felt^ugstrilnehmer von 1866 sowie 1870/71, Be>n Hanse ging er vergnügt weg, nachdem er seine,» Kastec getrunken hattt, nur mtt dem Unterschied, daß er bei seinem Weggehen laut Adieu sagte, was er socht nicht tat. Der Grund zur Tat soll in deni vor kurzem erfolgten Tode seiner Frau liegen, Voriges Jahr hat er feine goldene Hochyeit gefriert,

I. Mainzlar, 11, Juli. Bei der heute vargenommenen Wahl eines Beigeordneten für die hiesige Gemeinde wurde der bisherige Beigeordnete Gastwirt Wiliieli» Bingel »nt 111 von 117 gültig abgegebenen Stimmen wicder- g e w ählt.

-ß Ettingshausen, 10, Juki. Nachdem der hiesige Gc- meindeschäser Otto Weber sein Aint nicdergclegt hat, weil ihm keine Lohnerhöhung bewilligt wurde, hat der vor etwa 20 Jahren von der Gemeinde entlassene Sckiäser Georg S c m m l c r wieder das Hüten der Schafe übernommen.

Kreis Büdingen,

Ri dd a, II, Juli, freute abend gegen 7 llhr iiberstog das Luftschiff .Viktoria Lulle', von Nordwefte» kommend, unsere Stadt. Rasch iainmelte sich in de» Straße» Mid aus drn lreien Plniiea zahlreiche Einwohner Riddas, um das Luftschiff jubelnd zu Mgisthrn. Tnölelbe verminderte sichtlich über der Stadi einige MniiUen seine Slcschivtndigkeit und stog so niedrig, daß man deut­lich die Pahägiere ivuiken sali: dann verschivand es IN raichenr ssliige in südwestlicher 3t,chlu»g. Das Lnltichiff wurde uni 6 Uhr in Oddorntiosen gesichtet, es kam a,is der Richtnug Bad-Nanheim.

O Wallern Hausen, 12. Juli. Da unser seitheriger Dseiyeordneter Gustav Schmidt sein Amt niederaelegt hat, findet nächste» Mittivoch, den 15. d, Mts.. Neuwahl ltati. Es werde» die Lavdiotttc L. Aßmuß »nd O. Lenz als Kandidaten genannt.

Kreis Schotten,

z. Aus dem Dogelsberg, 11, Juli, Die diesjährige Himbecrernte der Dogrlsb-erger Waldungen, hauptsächlich des Oberwaldes, scheint ertragreich zu werden. Das Wetter darf natürlich von jetzt bis zur Reife mcht zu regnerisch sein, denn l idurch kommen die Beeren nicht zue richttgen Bildung und ver­lieren auch an ihrem süßen Geschmack.

Kreis Fiievbrrg.

-- D o d - R a il h e i m , 12. Juli, Dir Fest-Anfsührung dcrElizabeth-Diincan-Schule am 15, Juli 'nachmittags 5 llhrj in Dad-Ranheim sticht im Mittelpunkt des Interesses unseres Badclebens, Die Karlcnnachsraqe ist eine sehr rege, und da der Umbau des Kursaales für dir BeranstaÜnng sie findet inmitten de? großen Saales statt nur eine beschränkte Karten«usgabc gestattet, dürste es sich empfehlen, sich bei guter Zeit einen Plntz zu sichern, Das Programm umfaßt sämtliche llnterrichtszweigr der Schule, Zunächst wird Herr Oberleutnant Palion der gvmnastischen Uebungcn der Kinder vorführcn. Es iolgcn Bzwegungsipielr, die sich als liebenswürdige Improvisa­tionen des Augenblicks geben. Der brüte Teil des Programms bringt Alte Lieder aus dem 13, Jahrhundert, eine Gavotte von Corclli, das Adagio und die Gavotte grazieuse ausLes pcttts riens" von Mozart und einen Galopp von Schubert. Ten Beschluß der Aufführung bildet em Walzer vvii Lanner, ein 'Scherzo von Map Merz <dem Direkwr der Schule/ und die allerliebste Bolks- licder-Seric, mit der sich die Kinder die.Herzen ihres Publikums im Sturme erobern werden, Die musikalische Leitung liegt in Händen des Herrn Professors Ferdinaich Edlinger,

Kreis Wetzlar.

w, Wetzlar, 12, Juli, Heute traf Gencralmasor H e r h u d t p, Rohden, Inspektor der Jnsanterirschulen aus Berlin hier ein, nm vom 13, bis 17, Juli die llnterofnzirrichulc zu besichtigen, Q Krofdorf, 12. Juli, Nack/ mehrwvchenllichem prüsungs- schwrrem Leiden verstarb in der Gießcner Klinik Haupt- lelwcr P. H o ff m a n n , /velchcr am heutigen Sonntag unter reger Anteilnahme zur letzten Ruhr gebettet wurde, t3eboren am 7, Juli 1847 im Lehrrrhause zu Ranbach Kr, Neuwieds trat er nach einer kurzen Wirksamkeit im Heimatkreise im Frühjahr 1872 in dn, Dienst der hiesigen Schule und wurde im Jahre 1902 zum Hauptledrer ernannt.

x Ehringshausen (Dills, 12, Juli, Vom herrlichsten Wetter begünstigt wurde gm Sonntag dos Kriegerdenkmal seiner Bestimmung übergehen.

Hessen-?,'assaii,

- Frankfurt o. Dl., 12. Juli. Wie die .Franks, Ztg.' er- kähri, ist der Mogillrat der Stadt ^Frankfurt geneigt, in der An» getegnidcst der Erhöhung der Gehälter und Löhnc der städtischen Beamten, Lehrer in,d Arbeiter Zugeständnisse zn inachr», die eine Erhöhung der von ihm in den Etat eingestellten Sun,me von Mk. 42Ü2(lv »IN etwa stick. 50 000, also aus Mk. 470000 t>«di>igen werden. Das bteibt weit hinter den Beschlüffen des Sonder- vusichnffe« der Sladtverordneten-Bersanimlnng zurück, der seine Anschauung tu emei» Geueraldericht nnd drei Sonderberichten ver­treten wist.

--- Frankfurt, 10. Juli. 20 Schüler der Frank- furter Musterschule, darunter die Zwilliug- s ö hn e Philipp und Wolfgang des Prinzen Friedrich Karlvon Hessen sind seit einigen Tagen unter der Füh­rung des Direktors Sander in London, Sie sind der Obhut des Profcsiors Co ck vom Kingcollege anvcrtraut uud wurden in der Londoner Gesellscklait herzlich ausgenommen, X, Hanau, 12, Juli, Tie große k a v a l l r r i ü I s ch e A u f» klärungsübung, welche vom 14.18, t>. M, von Hanau aus