der SftinißT. Preufi. Kaminermnsirer Fritz Werner-Wiesbaden »IS Solist initwirN, hat Oberrnusikmeister Löher wieder ein gut ausgedackftes Prvgrainm zusaiinnriizvstellt, lpelck>rs hohe Anforderungen an jedes Mitglied der Kapelle stellt, <rber auch durch das mnsiklicbendc Pub-likum mit regem Interesse verfolgt werden wird. Außer den drei Soli für Trompete entlstilt das Programm u, a die Ouvertiire zu: „Rienzi", R. Wagner: Fantasie „Tiefland", d'Alberl:
Ouvertüre „Der Wildschütz", A- Lorping; Fantasie aus „Traoiata", G Verdi; Aufforderung zum Tanz, C. M v. Weber: Ungarische Rhapsodie mit Benutzung ungarischer National Melodien, A. Reindel,
— Anlagen n> n s i k. Infolge Verhinderung der Regiments- Musik an, Sonntag, findet die Anlagenmusik morgen, Freitag (bei gutem Wetter) abends um 7 Uhr mit folgenden: Programm statt. 1. Für Thron und Ehre! Marsch von W. Ko,»mallem.
2. Ouvertüre zur kam. Oper: ,Leichte Cavallerie*, Fr. v. Suppe.
3. Der Natursreund l Potpourri, E. Starke. 4. Armeemarsch Nr. 224, Großherzog Friedrich von Baden, I. Haefclc.
•• Die Ceylon-Ausstellung, deren Schluß sür den l 2. d. MtS. vorgesehen war, wird bis zu», 2. August ver- längcrt. Es soll hierdurch den Schulen, welche die Ausstellung bisher nicht besuchten, Gelegenheit gegeben werden, ihren lk lassen, da? sehr reichhaltige Anschauungsmaterial zu zeigen. Gestern wurde die Ausstellung, die sich steigenden Besuches erfreut, ». a. von den höheren Schulen in Grünbcrg, die Pra- varandcn-Anstalt und höheren Mädchenschule zu Lich, sowie den Schulen von Annerod. Neiskirchen und Rödgen besichtigt.
** Bürgerverein OHe&en. Wie im Anzeigenteil des Gieß. Anz. loicderholt bekannt gegeben wurde, hält Provinzial- dirckwr Geheimerat Dr. Ilsinger morgen — Freitag, 10. ,vul: — einen Vortrag über „Die Elektrizitätsversorgung der Prornnz Löberhessen". In der Zeit, da die Eddertalsperrc ihrer Vollendung entgcgengeht nnd auch die Stadt Gießen an der Arbeit ist, ein größeres Gebiet an ihr Elektrizitätswerk anzuschließen, dürste es mit großer Freude nnd Dankbarkeit begrüßt werben, daß die berufenste Stelle es den Mitgliedern unseres Vereins und der gesamten Büigcrichaft unserer Stadt ermöglicht, sich einen Einblick in die Vorgeschichte »nd Durchführung des Werkes zu verschallen (Näheres über den Vortrag im Anzeigenteil ds. Bl.)
** Das große Wasser-, Turn- und Sportfest des I u n g d c u t sch l a n d be z i r ks Gießen-Stadt ist vorüber und bat bei der Jugend großen Anteil gesunden, das zeigen die Zahlen der Meldungen. Zum Schwimmen halten sich 65 Jungen gemeldet, 58 tkaten an: zum Rudern meldeten sich 64, * von denen 56 antraten. In beiben Fälle» hielt wohl der Regen eine Anzahl Schwimmer und Ruderer, vor allem aber auch da? Publikum, zurück Und doch zeigte unl'ere Jugend gerade mit der Durchführung des Wassersvorts trotz des cingetretenen Rcgcn- wcttcrs, mit welcher Hingabe sic zur Jung-Dcutschland-Sachc hält. Am Schlüsse des Wettruderns sand noch eine Bootsaussahrt statt, an der sich 3 Schulvierer des Vereins Rudersport, der akademische Vierer der Rnderqesellschast und ein Vierer des Ruderllubs basjia beteiligten. Ein schönes Bild jugendlichen Könnens. Zum Turnen ivaren 285 Anmeldungen eingelausen und 266 Jungen an- getretcn. Am Freitag fanden schon die Ausscheidungskämpse sür den Rasensport und die Spiele statt, wobei 250 Jungen antraten, von denen etwa 130 in den Vor- und Zwischenkämpsen ausschicdcn. Auisallcnd ist das Zahlenverhältnis der einzelnen Schulen untereinander. Die Stadtknabenschukd hatte allein mehr Jungen gemeldet als die drei höheren Schulen, Gvmnasium, Real-Gymnasium »nd Ober-Realschule, zusammen. Hier muß in Zukunit die Werbetätigkeit des Bezirksvorstandes cinsepcn, die allerdings nur dann Erfolg haben kann, wenn auch das Lehrerkollegium diese Bestrebungen unterstützt. Herr Direktor Brackemann vom Gie- ßener Pädagogium hatte dem Bezirk einen prächtigen Bis - inorckschild als Wanderpreis für die Schulen gestiftet mit der Bestimmung, daß er der «chule zuiallen sollte, die beim Gesamt- fest die meisten Siege erzielte. Sollte der Schild von einer Schule dreimal hintereinander oder überhaupt sünsmal erkämpft werden,
- so geht er in das Ekigentum der Schule über. Für 1914 errang ihn die Stadtknabenschule mit 50 Siegen vor der Ober-Realschule, die 47 Siege errang. Dann folgt das Real-Gymnasium mit 31, das Gymnasium mit 24 und das Pädagogium mit 7 Siegen. Ter Bezirksvertrauensmann, Rechtsanwalt Kaufmann, leitete um ö'/j Uhr abends die Siegerverkündigung. Er dankte den beiden Vorsitzenden des Landesverbandes, den Mitgliedern des Vorstandes und der Fachausschüsse sür die Vorbereitung und Durchsührung des Festes und brachte ein begeistert ausgenommencs Hurra aus das deutsche Vaterland und unser liebes Hcssenland aus. Dann verkündete Herr G. Petri die Sieger aus den wasscrsportlichn, Herr Karl Fix die aus den turnerischen und Herr sind. yhil. E m m e r i ch die aus den rasensportlichcn Wettkämpfen und Spielen. Herr Emmerich brachte dann noch ein Hipp, Hipp, Hurra! aus Jnng- Deutschland und dessen hessischen Führer Exz. Bernhardt aus. Zuin Schlüsse dankte Exz. Bernhardt sür alles, was ihm in dieser zweitägigen Arbeit gezeigt worden sei und freute sich, scststellen zu können, baß die Jugend mit großer Liebe und Hingebung trotz der Ungunst der Witterung Hervorragendes geleistet habe. Er dankte dein Bezirk sür die treue Bditarbe.it und wünschte ihm ein ferneres Wachsen und Blühen.
** lit neue Automobitspritze wird innerhalb der koniinenden Woche hier cintresfen, inzwischen sind orei Mann unserer zukünftigen aktiven Feuerwehr, zwei Schlosser und ein Schmied, zu Opel nach Rüsselsheim entsendet, um sich mit dem Bau und der Konstruktion des Fahrzeuges bekannt zu machen und als Fahrer dafür ausgebilvet zu werden. Bekanntlich ist den Lpelwerkcn die Lieferung des Feuerwehr-Autos von der Stadt übertragen worden.
** Keine neuen W o h n u n g s b au t e n. Um die Errichtung neuer Wohnungsbauten ist im abgelaufenen Vierteljahr beim städtischen Hochbauomt zur Genehmigung nicht nachgesncht. Es lagen nur 7 Gesuche für Umbauten vor, während im gleichen Zeitraum des Vorjahres 15 Bau- gcsuche, darunter 7 Wohnhäuser, genehmigt wurden.
** Der Kr ä rn e r m ar kt auf Oswaldsgarten hatte zahlreiche Landkundschaft gestern in unsere Stadt gezogen. Aus dem Markt herrschte ein lebhaftes Leben und Treiben.
** Warnung vor dem unlauteren Geschäftsgebaren von Serienlosgesellschaftcn. Schon wiederholt ist vor dem unlauteren Geschäftsgebaren zahlreicher inländischer und besonders ausländischer Unternehmer von sog. Serientos- Spielgeiellichasten gewarnt worden. Das Wesen dieser Unternehmer besteht darin, daß der Unternehmer einen Anteil an Serien- losen oder die Aussicht auf den Gewinn aus einer größeren oder lleincren Anzahl solcher Lose verlaust, und daß die Zahlung des Kauivreiies in der Regel in Raten erfolgen kann. Der Betrieb solcher Geschäfte ist strasbar. Es kommt hinzu, daß das Spielen in außcrheifiichen Lotterien, die nicht mit sloatlicher Genehmigung im Großherzogtum zugelassen sind, bei Geldstrafe bis zu 600 Mk im Großherzogtum Hessen verboten ist. Die Serienlosgesellschasten beruhen säst ohne Ausnahme aus schtvinbelhasier Grundlage. Die Beitrittserklärungen lassen die Natur des Geschäfts und die den Teilnehmern zuslehenden Rechte nicht klar erkennen. Dazu besteht nicht einmal die Geivähr, daß der Unlernehmer sich im Besitze der Lose besindet, an denen die Teilnehmer einen Antftl erwerben sollen. Das Großh. Dolizeiamt Gießen sicht sich deshalb veranlaßt aus diese Gelichtspunkte wiederholt lnnzuweisen, da trotz häufiger Warnungen m der Presse, trotz zahlreicher Bcstrasungen von Nmcr- nehmern derartiger SpielgeseNschasten, trotz der traurigen Erfahrungen vieler Spieler sich immer noch Leute finden, die aus die verlockenden Anerbieten dieser klugen Geschäftsunternehmer herein- sallcn, namentlich wenn diese unter einer hochtrabenden Firma wie „Interna,imale Vcreinsbank", „Nationale Renten- und KnHit- bank". „Deutsch-österreichisches Bankcsscklcn- und Kvmmcrzhaus" oder dergleichen sustrcieu, '
** D-a s Kürassier-Regiment Gras Geßlcr (Rher- nisches) Nr. 8 in Deutz begeht am 17., 18. und 19. Juni '1915 die Feier seines „Hundertjährigen Bestehens". Alle ebonaligen Osfizicrc, Reservc-Osfizierc, Beamten, Unlerosfiziere »nd Mannschaften des Regiments, die an der Feier teilnehnien wallen, wer- hierzu aufgesordert imd gebeten, ihre genaue Adresse an das Regiment zu sende». Hierbei ist anzugeben: Bar- und Zuname, Sland, Wohnort, Kreis bczlv. Postslation, Straße, Hausnummer, Dienstzeit im Regiment, Eskadronsnummer, letzte Charge, mitge- Machte Feldzüge, sowie Orden und Ehrenzeichen. Weitere Mitteilungen gehen dann jedem Auge,neideten zu. Sämtlickze Anmeldungen find an das Regiments-Geschäftszimmer zu richten. Kreis Büdingen.
DGlauberg, 8. Juli. Hier und in den umliegenden Dörfern war der Ertrag der diesjährigen Kirschencrnte recht gut. Das Pfund ivurde zu 25 Psg. in den benachbarten Städtchen und in der i,ord>i>estlichen Wetterau abgcsetzt Doch infolge der schweren Regengüsse in den letzten Tagen sind die Früchte meistens ausgeplaht und können kaum zu 15 Psg. das Pfund noch vcrkautt werden.
Kreis Schotten.
/XSelllirod,8. Juli. Ein Landwirt befand sich am Mähen des Heugrases. Ein junger Mann, der früher an epileptischen An- sälle» litt, brachte ihm den Morgenkasfee. Der Mäher sah il/n sich in der Nähe der Wiese auf einen Stein setzen. Er dachte, der Mann wolle sich ein wenig ausruhen und mähte weiter. Als eine geraume Zeit verstrichen war, und der Kasscebringer nicht ausstchen wollte, ging er der Stelle zu. Da gewahrte er zu seinem Schrecken, daß ein Toter aus dem Steine saß. Ein Herzschlag hättc dem Unglücklichen ein jähes Ende bereitet.
Hessen-Nassau.
? Simmersbach, 8. Juli, Unserm Pfarrer W. Löw wurde von der theologischen Fakultät zu Marburg der Grad eines Lizentiaten der Theologie verlieh:»,
m. Merenberg b. Weilburg, 7, Juli. Der hiesige langjährige Bürgermeister Molitor hat sein Amt aus Gesundheitsrücksichten niedergrlegt.
veretnsnachrichten.
= Blibenrod, 8. Juli. Bei dem am 6. d. M. in Fulda abgehaltencn G c s a n g s w e I t st r e i t errang der hiesige M ä n - ncrgesangverei n mit 39 Sängern in der l. Gastklasse (Vereine über 35 Sänger) den l. Preis mit 169 Punkten, obwohl der Wettbewerb sehr scharf war. Der Männergcsangvcrcin Schlüchtern mit 64 Sängern erhielt den 2. Preis mit 168 Punkten: „Sangeslust" Altengronau (39 Sänger) den 3. Preis mit 166 Punkten und Männcrgesangverein Heringen (72 Sänger) den 4. Preis mit 150 Punkten. Gewertet wurde bis 5.
Gerichtrsaal.
Gießen, 7. Juli. (S ch ö s s e n g c r i ch t.) „D as A m t s - g e h c i m n i s". Der Landwirt und Schmied Johannes L. von H. war zum Mitglied der örtlichen Bcranlagungs- k o m m i s s i o n sür die Gemeinde H. bestellt und an Eides Statt verpflichtet worden. Obwohl er zur Geheimhaltung des Inhalts der Kommissionsverhandlungen durch seine eidesstattliche Verpflichtung angchaiten war, äußerte er sich im November 1913 und Februar 1914 gegenüber dem Polizeibicncr des Ortes über die Tätigkeit und das Verhalten eines anderen Mitgliedes der Kommission und über die von diesem in den Verhandlungen gestellten Anträge, Hierdurch hatte L. sich aus Grund des Art. 36 des Hess. Einkommensteuergesetzes strafbar gemacht. Das Schöfscngcricht verurteilte ihn wegen seiner Pjlichtvcrletzung zu einer Geldstrafe von 40 Mk. — Ein „B r ö t ch e n d i e b" wurde i» der Person des Gelegenheitsarbeiters Emanuel N. von G. gefaßt und heute zu einer Haftstrafevon 3 Wochen wegen „Mundraubs" verurteilt. 16 Tage Untersuchungshaft wurden ihm angercchnct. — „Hausfriedcusbru ch". Anfang Mai d. Js. lamcn die Studenten Fritz W. von I. und Hans R. von M. in angeheitertem Zustande in das hiesige Antomaten-Restaurant. Durch angebliche „Scherze" und lautes Lärmen nnd sonstigen Unfug belästigten sie alsbald die anderen Gäste, so daß sie der Wirt aus dem Lokal verwies. Beide leisteten aber der Aussorderung keine Folge, so daß der Wirt, Kellner nnd andere Gäste sic gewaltsam aus dem Lokal cntserncn mußten. Auf der Straße — vor dem Automat — mißhandelte W. den einen Kellner, indem eu ihn gegen einen Trottoirstcin warf. W. wurde heute wegen Hausfriedensbruchs, M i ß h a ndl u n g und groben Unfugs zu Gcld- strasen von 35, 25 und 6 Mark, R. wegen Haussriedensbruchs und Unfug zu 20 und 6 Mark Geidstrasen verurteilt.
Ein Prozeß um Strrndbergs „Kronbraut".
h. Frankfurt a. M., 7. Juli. Bei einer Ausführung von Strindbergs „Kronbraut" am 4. Mai im „Neuen Theater" gab der Oberamtsrichter U h d e (Freiburg i. B.) seiner Meinung über das Stück in unverblümter Weise Ausdruck, indem er laut äußerte: „Das ist ja eine ganz gemeine Handlung, die ist ja schlimmer alz Ibsen." Als sich der in der gleichen Reihe sitzende Kunstmaler A. Kunz lMünchen) derartige laute Aeußerungen verbat, ries u h d e s Schwager ihm zu: „Sie sind wohl verrückt!" Kunz, der meinte, daß der Obcramtsrickücr diese Antwort gegeben habe, cnt- gegncte nun dem Uhde: „Sie sind ein ganz unverschämter Lümmel!" Die Folge war, daß Uhde den Maler forderte, was dieser ablehntc. Daraus verllagte Uhde den Kunz wegen Beleidigung, und Kunz den Schwager Uhdes cbensalls wegen Beleidigung. In der heutigen Verhandlung vor dem hiesigen Schössengcricht bekundete eine als Zeugin geladene Dame, daß der Oberamtsrichter die Vorstellung durchs ein Gespräch über ein Diner gestört und daß er und nicht der Schwager den Ausdruck „Verrückt" gebraucht habe. Der Dame wart Ilbde hierauf eine wissentlich salschc Aussage vor. worauf des Angeklagten Kunz Verteidiger erklärte, daß der Kläger die Zeugin bereits mit einer Anzeige beim Staatsanwalt bedroht habe. Die ganze Klage und Widerklage endete schließlich nach langen Verhandlungen mit einem Vergleich, in dem der Maler die gegen den Obcramtsrichter gebrauchte Beleidigung bedauernd zurücknimmt und die Kosten trägt. Sodann nahm der Schwager des Richters unter den gleichen Bedingungen die Klage gegen den Maler zurück.
Lnftschifscibrt.
— Eine arktische Rettungsexpedition mit der Flug Maschine. Aus Petersburg wird berichtet: Die russische Regier,mg rüstet gegenwärtig eine Expedition aus, die so schnell als möglich in die arktischen Regionen ausbrechen soll, um nach dem Schicksal der verschollenen Leutnants Russanow und >Brussilow zu forschen, die 1912 nach dem fernen Norden ausbrachen und von denen seitdem keine Kunde mehr cingetrosfen ist. Die Ret- ttmgserpedition, die der Norweger S v e r drn p leiten wird, nimmt einen Farman-Zweidecker mit. Das Flugzeug wird in der Arktis von dem bekannten Piloten Juskukow gesteuert werden, der als Flieger am Balkankrieg teilnahm nnd sich durch seine Ueberfliegung des belagerten Adrianopels anszeichnete, Juskukow hat die Ausgabe, mit dem Flugzeug die Eisfelder abznsuchen und außerdem die Verbindung der Rettungsmannschaft mit ihren Prooiant- stationen zu vermitteln. Die Expedition tritt bereits in den nächsten Tagen die Ausreise an.
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§ 91. E. G. Nach dem vom Vorstand der Allgemeinen Elektri- züätsgescllichaft rn Berlin erstatteten Bericht beliefen sich zum 30. Avril 1914 die Umsätze aus 371 Mill. M. gegen 349 Mill. i. V , die vorliegenden Aniträgc einschließlich der gebuchten Aufträge sür die A. E. G. Schnellbahn im Betrage von 60 Millionen Mark auf 413 Mill. Mk. gegen 330 Mill. Mk. i. B.. in Summa also 784 Mill. oder um 105 Mill. Mk. mehr als in der gleichen Zeit des Rckorchahres 1912/13. Die verfügbaren Geldmittel der Gesellschaft weisen eine ungewöhnliche Höhe ans. An die Berliner Elektriyckätswerke waren zu Ende des Geschäftsjahres 1913 14 etwa 280 700 KW angeschlossen oder etwa 28 200 KW. mehr als bei Beginn des Geschäftsjahres.
Märkte.
•' Kirsche.......... 9l»l Osivaldsgarten ii»d an der Wcstanlag«
standen gestern ettva 120 Körbe = 60-70 Zentner Kirsche» zum Berkaui. Die Hochelhenuer Landwir,»-Frauen, welche gute Herz- kirfckie» hatten, standen an der Westanlage, doch Ivar man sich schon iniltags bei Beginn des Marktes vollkonnnc» einig, die Früchte nicht unter 2b Pig. das Pknnd z» verkanlen, Nur einige Handelsleute, ivelche kleine »nd zmn Teil matschige Ware keilbolen, verkanien kür 20 PIg. Bei dem ichönen Wetter war der Marlt oon unserer Be- völkernng stnrk besucht, die natürlich des Glaubend ivar, dnk dem Markt billiger ei,Kamen zu könne» als bei den Händlern in der Stadt. Entkänicht verließe» zahlreich unsere Hanslranen den Markt und erklärte», dann hole ich mir das Psund Kirschen in der Stadt, wenn ich doch 2b Pfennig bezahlen soll, Troß des starken Andrangs ging der Derkans der Kirschen bis aeaen b Uhr »achmiitagS nur sehr langsam >md der Aorrat wäre sicher nicht Uiitcrziibrmgen gc» ivesen, ivenn nicht die Hochelheimer Fronen zuerst den Preis um b Pig. ermäßigt hätten, den, natürlich die Höker ans LswaldSgarlen notgedrungen iolgen nnibten. Stoch „ach 7 Uhr ivaren zu diesem wenigstens billigere» Preis Kirschen zu kansen, die man weit srüher los geivorden wäre, wenn man zeitiger den 'Abschlag bcwillial hätte,
* Nidda, 8. Juli. Die Zufuhr zu dem heute hier abgelwltcncu Schwei nm-rkt war fchr groß: sogar aus der Gegend von Altenstadt waren Züchter von Ferkeln gekominen. Im ganzen betrug der Austrieb 750 Stück Ferkel und Springer. Diesen, starken Angebot entsprach aber nicht die Nachfrage. Deslxüb ging her Handel bei recht gedrückten Preisen langsam, und ein großer Teil Ferkel blieb unvcrkaust. 8 Wochen alte Tiere kosteten das Paar durchschnittlich 25 Mk., 12 Wochen alte das Paar nur 28—30 Mk. Auch Springer waren sehr billig. Außer dem Aujschwnng der Schweinezucht in den letzten zwei Jahren trägt auch die Besorgnis über die zukünftige Kartosfelcrnte ivegen der bisherigen nassen Witterung und der hohe Preis für alte Kartoffeln zum Sturz der Schweineprcisc viel bei, denn ein Malter alte Kartosseln kostete in den letzten Tagen hier nnd in der Umgegend 8—9 Mk.
F(\ Wiesbaden. Dlehhai-Marktboricht vom 8. Juli. Auftrieb: Rinder 80 kOchsen 19, Bullen 13, Kühe und Färlen «8,,
Kälber 217, Schate 40, Schweine 4b2. Prelle für 100 Psd.
Geickäst mittel. Lebend- Schlacht
Ochsen. , gewicht
Bollflellchlge, anSqemästete. höchsten Schlacht- ML Mk.
werter im Alter von 4—7 Jahren .... 48—b2 8b—91
Junge, lleilchige, nicht auSgeniäslete und älter»
anSgemästete..... 47—51 64—90
Mäßig genährte junge und gut gegenährte ältere........... 42—IG 75—83
Buk l e n.
Bollfleischlqs, auSgew. höchsten Schlacht»». . . 41—44 70—75
Bollfietschigs, jüngere...... .... 38—40 68—70
Färsen. Kühe.
Dollflelschlqs anSgemästete Färsen höchsten
Echlachtivertes . .. ........ 46-40 64—90
Bollfleischige auSasmästste Kühe höchsten
CchlachtwerteS bis zu 7 Jahren..... 38—42 68—76
Akltere auSgemästeke Kühe und Ivenig gut entwickelte jüngere Kühe......... 40—44 76—91
Mäßig genährte Kühe und Färsen , , , > 33—37 82—68
Gering genährte Küh« und Färsen..... 29—32 58—01
Kälber
Feinste Mastkälber....... 62-64 103—108
Mittlere Mast- »nd best» Saugkälber.... 54—58 90—97
Geringere Plast- und gute Saugkälber , . , 48—53 80—83
Geringe Saugkälber.......... 45—47 76—80
Echafr.
Weidemaftschase:
Mastlämmer und jüngere Masthammel . 44,00—45,50 93—91
Schweine. ^
Lolkfleischige Schweine von 80—190 fcg Lebendgewicht.............. 44-16 57-59
Bollsteischiqe Schweine unter 80 leg Lebendgewicht 43' .-45 56 53
Bollfleijchig! Schweine von 100—126k; Lebend»'
gewicht.............. 457,-47 57—59
Vollfleijchige Schweine von 120—150 k» Lebendgewicht .............. 44-45 55—56
Fettsckiweine über 150 kg Lebendgewicht . . 40-43 50 -44
LImbnrg a. d. Lahn, 8. Juli. Fruch'markt. Durch» schnittevreis vro Malte:. Roter Meize» (Naiinuischer) 16,90 illlc,, weißer Weizen (angebanle Fremdsorten, 18,40 Korn 13,00 Mk., Gerste (Futter) 0,00 Mk„ Bra,meiste 00,00 Pik., Hafer 9,00—0,00 Alk., Erbsen 0,00 Pik. Kartosseln 50 Kilo 0,00—0,00 Mk, Butter das Piund 1,10—1,15 Pik., Eier das Stück 7 Psg.
kirchliche Nachrichten.
Israelitische Religionsgemeinde. Eottcr-icnst in der Synagoge (Süd-Anlage),
Samstag, den II. Jul! 191t: Borab end: 7.45 Uhr,
Morgen?: 8.30 Uhr,
Nachmittags: 4,00 Uhr. Schristerklärung. Sabbatausgang: 9.35 Uhr.
Israelitische Rcliyionsgesellschast.
Gottesdienst.
Sabbatleler am II. Juli 1914t Freitag abend 8.00 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr,
Samstag nachmittag 4.00 Uhr.
Sabbat-ÄuSqanq 9.35 Uhr,
Wochengottcsdienst: Morgens 6.09, abends 7.39 Uhr.
Müllersche Badeanstalt.
L a> e rw örn>e der Lahn am 9. Juli 14' II,
Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben.
Juli
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^ochste Temperatur am 7.-8. Juli 1914 = -s- 21,2° vriedria'te , , 7.-6. , 1914 = + 8.8°,
Niederschlag 0,0 mm. _
Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: N. L a n g e.


