Ausgabe 
7.7.1914
 
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OfMndit werden. ii-orum ftc nicht Mwn bei Prüfung de» Programm» «m diele *irii<-ntcn fctneeimrien «ade». Bei qewiiienlnste' Prn- witii be-rlh'OfriümTn^ ntunr» iie iofori hiefe Bedenken cutimiiben dlnb hc inafctnt dann verbinden», das; ins Programm Beitim- <Mmg>ui kamen, die den größten Teil der Bewerber irre führten bnrd dir llriacde für eine im.'ifloie Vergeudung rtbtbudi.'r 'Ar- Tbctj-Stran und Zeit bittklcn. t'lu* den gleichen Gründe» mußte rni Programm zum Ausdruck kommen, baß de; Anordnung des Sitzungsiaales dir Skockhöhe de-r l. Obergeschosses allein für »u niedrig gebalten wurde. Dreien der Bewerbern wäre» dann auch von vornherein aussichtslose Ovser erspart geblieben

Dos Preisgericht hat aber nttvts getan, um diesem dem Pro­gramm andaiienüen Mangel zu steuern und es hat dadurch eine Atiterlaksungssünde aus sich (geladen, dir die Wurzel allen Uebels, das dieser Wettbewerb gezeitigt bat. bildet. _

Man mag also die Sache von einer Teile aus betrachten, Inie man »in, immer zeigt sich, daß das Preisgericht sich seiner Pflichten nicht in vollem Ilmsange bewußt gewesen ist ES behalt damit aucl: derjenige Kreis hiesiger Architekten recht, der aut Grund irüherer Erfahrungen beschloß, eine Beteiligung abzu- lehnen Wenn dann dieier Beschluß wieder aufgehoben ivurde. dann geilt ah es lediglich im Vertrauen aut dieienigrn Zerren Preisrichter, die an eigner Perion schon die Wirkung von Wett- bewerbsenlicheidungen infolge eigner Beteiligung erfahren haben. Tie Forderung, iolgrhin mehr solcher Mit d e m W e t t b e w e r- bersverfahren vertraute Fackileute in ein zu beru­fendes Preisgericht aurzunehmen, und aut seine unnötige dekora­tive Erwei.erung zu verzichten, muß nachdrücklichst wiederholt werden. Und sollte an berufener Stell: dieser Forderung bei der nächsten Gelegenheit gebührend Rechnung getragen werden, dann ist der Zweck dieser Auseina ndersetzung erreicht _

Provinzial-Ausschusi der Provinz Overi,essen.

Gießen, 4. Juli 1914.

Anwesend. Provinzialdircklor Geheimeral Tr. Ufinger, als Vorsitzender. und 5 Mitglieder.

Beginn 9. Endo 11 1 2 Uhr

1. Klage,dev Fi rmaGöbelLAppelzu Gießen gegen Großh. Polizeiamt Gießen wegen Ver­tagung der Erlaubnis zum gewerbsmäßigen Betrieb von A u t 0 d r 0 s ch k e n. Das Polizeiamt Gießen hatte der Firma die fragliche Erlaubnis versagt, weil ein

_ Bedürfnis zur Konzesitoiiierung weiterer Autodroschien zur- ' zeit nicht bestehe Die Firma erhob hiergegen Klage und der ÄreiSauSschuß gab dieser statt mit der Begründung, daß die Bedürfnissrage überhaupt nicht zu prüfen sei. da keine Bestimmung in der Polizeiverordnung für die Ztadt Gießen bestchc. ivvuach dies zu geschehen habe. Gegen das Urteil des Krcisansschuises legte das Polizciamt Berufung ein. Es wies daraus hin, daß nach 8 37 der Reichsgcwerbc- ordnung die Regelung des Autodroschkenvcrkehrs nicht nur hinsichtlich des Betriebs, sondern insbesondere auch hin­sichtlich der Zulassung zu diesein Gewerbe der Ortspolizct- behördc obliege. Diese könne auch ohne Polizeiverordnung, lediglich durch individuelle Verfügung, die Zulassung der­artiger Droschken von dem Vorhandensein eines Bedürf­nisses abhängig machen. Der Provinzialausschuß wies die Berufung des Polizeiamts als unbegründet ab und ent- jchicd. daß der Firma die Erlaubnis zur Aufstel­lung zweier Autodroschken zu bestatten sei.

2. Gesuch des Otto Wenzel in Gießen um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirt- schaft in dem Hause Brandgassc 1. Äesuchsteller will die schon bestehende Wirtschaft übernehnren und auf einen weiteren Raum auSdehnen. Tie Stadtverordnetenver­sammlung beschloß, das Gesuch insolang^ nicht zu besür- wortcn. als die Räume gesundheitsschädlich seien. Das Polizciamt beantragte Ablehnung des Gesuchs. Das Krcis- amk trug deshalb Bedenken, die Erlaubnis zu erteilen und lec.tc die Akten dem Provinzialausschuß zur Entscheidung vor. ^ie erging dahin, daß dem Gesuch nicht stattzugeben sei.

3. Antrag der Gemeinde Steinfurth aus AblosunbdcrderGesaintsamilieLöwvonuud zuSteinkurthobliegendcnBcrpflichrungzur Anschaffung und Unterhaltung des Fasel- Viehs dieser Gemeinde. Es kam ein Vergleich zu­stande. lvonach die Beteiligten sich mit der im Urteil d es Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 13. Dezember 1913 ausgemittelten Ablösungssumme von 39 600 3)2 k. und mit der Tilgungsrcntc von 5,15 Proz. einverstanden er­klären. Die Gemeinde e-tcinsurth verzichtet ausdrücklich auf das Recht, künftig Sprunggcld zu erheben und ver­pflichtet sich für den Fall der Zuwiderhandlung gegen die­sen Verzicht an die AblösungSpslichtigen den Betrag von 8000 Mk. -urückzuzahlcn. Tic Genehmigung des Gemcinde- rats und der im Termin nicht anwesenden Herren von Löw bleibt Vorbehalten.

Ikirche und Schule.

Wandbilder deutscher Kriegsschiffe s ü r die Mittel- und Volksschulen. Vom Staatssekretär des RcichsmarincamtS ergebt folgendes Runoichreiben: Seine Majestät der Kaiser und König haben zu bestimmen beruht, daß eine von dom FlottenveccinJungdeutschland" m Bonn in dem verflossenen Jahr gesammelte Flotten- svcndc der Jugend wieder zu gut kommen soll. Und zwar sollte ein Teil dieser Spende zur Herstellung großer litho­graphischer Wandbilder, aus denen in gemeinverständlicher Weise die wichtigeren SchifsSlnpen der Kaiserlichen Marine zur Darstellung kommen, verwendet und eine möglichst große Zahl derselben an die Mittel- und Volksschulen zur Be­lehrung der Jugend verteilt werden. Tie zur Verfügung stehende Anzahl von Exemplaren der inzwischen fertig- gestelltenAnschauungsbilder deutscher Kricgsschifse in zwei Tafeln" reicht natürlich bei lvcitem nicht aus, sämtliche Mittel, und Volksschulen des Reiches damit zu versehen, doch ist es dank der Kaiserlichen Bestimmung über die ein­gangs gedachte Flottenjpcnde möglich gewesen, den Preis so niedrig zu stellen (2Mk. für ein Exemplar der Toppcl- tascl und 1,75 Mk, bei Abnahme von fünf und mehreren Exemplaren), daß die Beschassung auch ärmeren Schulen möglich feilt wird. Es ist außerdem nicht ausgeschlossen, daß sobald sich die Höhe des Bedarfs übersehen läßt, noch eine weitere Preisermäßigung eintritt.

Sport.

Laubach, 6. Juli Am Sonntag fand in Büdingen ern F u ß ba l l io e t t s v l e l zwischen den Gnmnaiialsußballvereinen Bübingen nnb Laubach stait, das leider sebr unter der lln gnnü bee W-kterS zu leiden bolle, da der eigentliche Fußboll- vlah vollständig un,er Waster stand, so daß bas Spiel au, einer benachbarte» Wiese ausgetragcn werden iwußie. Von 'Anfang an Imtte Bübingen, das Mit kombinierter l. und 2 Mannjchast frtcltc, die Führung und kannte schon nach 5 Minuten Spielzeit einen unholibaren Schuß einienhen. Rach criolgiem Antritt brach Büdingen abermals steghast durch und erzielle nach einem E-kball das »weile Tor. , In der 18. Minute fiel für Büdingen das 0 Tor, valbzert noch zwei weitere Tore Rach erfolgtem

Platzwemzel ,vielte Lanbach geschlossener, konnte jedoch den Verlust von zwei unmittelbar folgenden Toren nicht vermeide», bis es lbw Al Minuten nach Halbzeit nach einem schönen Durchbruch emzu,enden gelang. In der 27. Minute kam Laubach zu einem

' Tv> Das (,v,e> endete mit l 1 2 für Büdingen T roß der '.Niederlage zeigten die Laubacher ei» schönes emwandsreies -viel, das um an Tempo und Zusammenjpiel manchmal .schien ließ, da der Laubacher Gvmnasialsußballvcrein erst seit Mitte »origen Monats bestem

DeuIjcher Sieg im Großen Preis von Frank­reich. Bei dem heute aus der Ri unstrecke bei L»dn zum Aus­trag gelangten Großen Preis von Frantrcich. an welchem 41 Wägen aus Frankreich. Italien. Deutschland. England, Belgien und der Schweiz iettnahmrn, schnitten die oeutichen Wagen ganz vor­züglich ab. Drei Mercedcs^Wagen belegten die ersten Mäße und Opel mit Jocrns am -lener leistete Großes imd placierte sich unter die Sieger Die 38 Kilometer lange Rennstrecke, welche zahllose Kurven und Steigungen ausweist, mußte 20 mal durch­fahre» iverden.

Lanüwirtschatt.

m Kirchhain, 2. Juli. Gute Erfolge der Viehzucht im Kreise Kirchhain wurden aui der BczirkStierschaii m £>erä- > eld erzielt. Es erhielten Preise in der Herdbiichgesellschalt lür Vogelsberger Vieh lür Bullen allerer Klasse: I. StaatSvreis Stabt Rajjschenberg: I. Preis I. Eibnm-Rnisschenberg. Für Bulle» jüngerer Klasse : 1. Preis K. Hcrwig-Giuleldorf. Für Kühe 1. Presse: JohS. Denker - lSroßleelbeini, (Stuft Becker - Frohnhausen, Friedr. Bromm-Girsselbort. Für Sinnnentaler Vieh wurden solgende Preise errungen : I. StaatsvreiS Stad! Kirchhain lür Bulle» Benz <120 Bll.) Mid lür den gleichwertige» Bulle» Cäsar ülberne Medaille: 2. Preis Siadt Neustadl lür eine» Bulle» und A. Predziger-Kirchhain tür em Rind 3. Preis. Tie Ausstellung war außerordentlich reich be­schickt in Lieh aller Rassen.

IV. Frankfurt a. 3)2., 6. Juli In der Tagung der Ver­treter derdcutschcnJmkcrverbände.die gestern hier statt- iand. wurde die ?luslösungdcs seit herigcnDeutschen I m t e r v erb and cs beschlossen, der nur einen Teil der Verlande umsaßte. 'An seiner Stelle wurde dieVereinigung deut­scher Jmleroerbände" gegründet, l»'c sämtliche Verbände Deutsch­lands umfaßt und rund 160000 Mitglieder zahlt. 'Als erster Prä­sident wurde Prosessor Frey-Posen gewählt, als zweiter Präsident Landesökonomicrat Büttner-München, als Geschästssührer Lehrer Küttncr-Äöslin (Pommern).

Der außerordentliche Professor für dculschrs bürgerliches Recht, Handels- und Privatversichcrungsrccht in Freiburg, Tr. H 0 c n i g n e r, hat einen Rus an die Handelshochschule in München als hauvtamtlieher Dozent erhalten. Der außerordentliche Pro­sessor sür Nationalökonomie und Finanzwisscnschail, Tr. Robert L i c f m 0 n n in Frciburg, ist vom Großhcrzog zum ordentlichen Honorarvroscssor ernannt worden.

Ter Privatdozent sür Chemie an der Bergakademie zu Clausthal, Tr. Werner Mechlcnburg, hat cwen Rus als ständiger Mitarbeiter und Nachfolger des Professors Tr. F. W. Henrichscn an das Kgl. Materialprüsungsamt^in Berlin-Lich- tcrfelde erhalten und wird ihm zum Schluß des Sommer- semestcrS Folge leisten.

Goldenes.Doktorjubiläum. Der Kgl. sächs. Ge­heime Rat Pros. Tr. theol , iur. et vhil. Rudolf So hm, Ordi­narius des deutschen Rechts und des Kirchenrcchts an der Leip­ziger Universität, begeht am 8. Juli sein öOjähriges Dvklvr- jubiläum. Der bekannte Germanist ist am 29. Oktober 1841 zu Rostock geboren.

Bei der Jahresfeier der 3)2 a II n h e i IN e r Handels- hochlchulc teilte deren Rektor Giauscr mit. daß der verstorbene englische Konsul Tr Paul Ladenburg- der Handelshochschule 25 000 Mark vermacht habe zu einer Paul Ladenburg-Ltistung Diese soll sich die Förderung des englischen Wirtschast»- lebens und des englischen Rechtes angelegen sein lassen durch Beihilfen zu (Lludienretseu nach England und durch Aus- ichung von Prämien für einschlägige Arbeiten.

Pom 2. vls 5. d. 'lllts. tagte ans dem Feldberg hos im Schwarzivald die diesjährige d e >: t s ch e v 0 ch l rh u I k 0 n s e r e n z, zu der sich Teilnehnrer ans den meissen 'LnndeSstaaten eingeinnde» und auch Oesterreich eine» Vertreter entsandt Halle. Der Schlnß- sihnng am Sonntag wohnte auch der badische Kultns- und llnter- rlchtsminisser Cxz. Tr Böhm bei.

^cricbtfiaaL

W. 3 ro c i b r ü d c » , 4. Juli. 32ach jünstägiger Tauer ging gestern eine Verhandlung vor dem Piälzcr Schwurgericht zu Ende, die sich gegen den 36 Jghrc alten Kausmann Rudolf Koch in Laud- stuhl richtete. Koch, der Inhaber einer großen Produklenbandlung, hatlc lick zu verantworten, weil er sein doch versichertes 'Automobil in Brand gesteckt hatte, ferner wegen eines in einem Zivilprozeß begangenen Meineides, wegen zehn Verbrechen der »rtundenfäl schling in Tateinheit mit Betrug und sieben Verbrechen der llrku»- tenfälschung und versuchten Betruges. Tie Geschworenen hatten 65 Fragen zu beantworlcn. Das Urteil gegen Koch lautete aui vier Jahre Zucht hau s, 600 3)2 k. Geldstrafe, fünf Jahre Ehroerlifst und dauernde .Eidesunfähigkeit.

Saumur, 6. Juli. Als heute der Flieger Lcgagncur über der Stadt einen Schlciscnflug machte, stürzte er mit seinem Jlugzcu in die Loire, Herbeicilcndc Seeleute konnten, ihn erst nach 25 Minuten rette». Legagneur war bewußtlos, beide Beine waren ibm gebrochen, außerdem war ihm der Brustkasten einqe- drüssk. Er st a r b bald nach seiner Einlieicrung in das Kranten- haus.

wan-ern und Reisen, Bäder und Sommerfrischen.

S 0 m in e r s r l sch c n u n d G a st st ä t t e n s ü h r c c 0 o m b a y r i s ch e n H 0 ch l g n d 1 9 l 4. Unter diesem Titel hat der Ver­ein zur Förderung des Fremdenverkehrs in München und im bayriichen Öochland c. V. ein über 100 Seiten umsgjsendes Schriit- chen l crausgcgebcn, das den im bayriichen Hochland Untcrimift suchenden Fremden gute Dienste tun wird. ES kann zum Preise von 20 Psg. von der Geschästsstelle des Vereins, Hauvtbahnhol-')kord- bau bezogen werden.

vermischte«.

Strenge Bestrafung plündernder Solda­ten. ZAus Peking wird gemeldet: 32rch der Plünderung der Stadt Kalb<in erhielten 3 Kompagnien, die an der Plünderung teilgenominen hatten, Befehl, die Massen niederzulegen. Sie wurden sofort auf ein Schiss gebracht und au eine einsame Stelle befördert Ein Infanterie- Bataillon erhielt Befehl-, auf die drei Kompagnien zu schießen. Es wurden 140 Mann getötet, andere schwer ver­letzt, wieder andere konnten, man weiß nicht wie, ent­fliehen. Eine Anzahl der gefallenen Soldaten wurde in einem Grabe beerdigt. Einige von ihnen, die sich tot gestellt hatten, konnten das Grab verlassen und die 32achrlcht übcr- b ringen.

* D as 2 7. Verbands schieße n des badischen, pfäl­zischen und mittelrheinischen Schützenverbandes in 3)2 a n n h e i 11t wurtw am Samstag abend mit einem Begrüßungsbankett eröffnet. Am Sonntag vormittag von 11 bis 2 Uhr durchzog ein h i st 0 r i scher Festzug die Straßen der Stadt. Ter Großherzog von Baden nahm in einem Fürstenzelt den Vorbeimarsch des Festzuges entgegen. Rach dem Festzug fand in der Fcsthallc ein Frstban fett statt.

B0m Hausdiener überfallen. Aus Berlin, 6. Juli, meldet ein Privattelegramm: In der vergangenen 32gcht wurde Professor Streit aus Wien in einem Hotel i» der M tttel - lltraßc von dem dort beschäftigten Hausdiener Sellitsch, einem gebvrene-i Oesterreicher, im Schlafe überfallen und mit einem Gummiknüppel so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Der Hausdiener, der- im Alter von 17 ^Prszcen

stehl. jpurde festgenvmmen Er hat die Tat angeblich aus Rach« vollführt dafür, daß Streit sim seiner im gleichen Hotel als! Zttnmermädchen beschäftigten Kusine Regina ccllttsch genähert

haben soll.

* Be i der Ortskrailkenkassc des Kreises Nie­der-Barn im ist ein Konflikt zwischen der Kassenverwal­tung und den Kassenärzten ausgebrochen. Sämtliche der lassenärztlichcn Vereinigung angehürendr» 'Aerztc, insgesamt 118, haben heule ihre Tätigkeit eingestellt, da das bisherige Jnteri- mistikum, das zwischen der Kasse und den Aerzten ungebahnt war, bisher zu keiner festen Abmachung geführt hat.

Kleine Tagerchronik.

In Hannover ist die Gräsin v. Waldersee, die Gemahlin des früheren Gencralseldmarschalls Grasen n. Waldersee, im ?llter von 76 Jahren an Lungenentzündung gestorben.

In 3)2 0 n t p e l l ic r starb im Slltcr von 41 Jahren der io- gcnanntc Prinz Auguste Jean de Bourbon, der sich für einen ?lb> töinmling Ludwigs XVII., des aus dem Temple-Gesängnis enl- wichenen Dauphins, hielt.

In Lodz ist die Spinn er ei von Max fliosenblatt abgebrannt. Ter Sclladen übersteigt 500 000 Rubel.

In Hock van Holland überranntc der von Am­sterdam kommende Abcndzug, der die Reisenden sstr den Dampfer nach soarwich brachte, infolge Versagens der Bremse den Prellbock und fuhr in den Schalter­rau in hinein. Zwei Personen wurden schwer, eine leicht werletzt. Bon den Reisenden kam niemand zu Schaden.

Sanvel.

In dem Anleihevcrtrag zwischen der DrS- tontv-Gcsellschaft Berlin und der bulgariichen R e g r c r u n g ist der Betrag der Anleihe aus 5 0 0 3)2 i l l 10 n c n Franken vorgesehen Von diesen werden sofort 120 Mttlionen als Vorschuß gegen Schatzscheinc, die bis zum 1. August 1915 laufen, gegeben werben. In dem 'Ameihevertrag sind zwei Optio­nen vorgesehen, die erste über 250 Millionen Francs laust bis zum 1. 'August 1915, die Option aus die zweite Hälstc ist inner­halb zweier Jahre nach der ersten Option auszuüben. Ter Zins­fuß der ?l>ttcihe beträgt fünf Prozent. Die 'Anleihe ist in 50 Jahren tilgbar Als Emissionstürs sind 84 Prozent vorgeiehen. Wenn ter Einsssionskurs 88 Prozent überschreiten sollte, so bat Bulgarien an der Hälstc des Mebrerlöses 3lnteil. !Wie das Wolssdurcau hierzu von zuständiger Seite erfährt, ist der Vertrag noch nicht unterzeichnet worden.!

Märkte.

eh. Ricvcr-Jngclhcim, 8. Juli. Ob et markt. Kirschen 12 27 Mark. Erdbeeren 2» Mk., Stachelbeeren 713 Mk.

Johannisbeeren 1213 Mk., Pftrsiche 61100 Mk., Frühbirnen 2228 Mk. bet Zentner.

Briefkasten der Redaktion.

lAnouiimc 'Anfragen bleiben unberüdftchttgt.»

..Ltammlisch in Vließen". Straßcnbahnmarken sind Wertzeichen

und unterscheiden 'ich vom Geld im Wesentlichen dadurch, daß sie kein allgemeines Zahlungsmittel und keine Wertlrager sind, d. h. daß sie keinen (wenigstens erheblichen- Metallwert besitzen. In der Verausgabung einer solchen Marke zu dem Prcssse, zu welchem sie gekauft ist, also zu sieben Pfennig, lieg! aber ohne weiteres ein Betrug nicht, da der Verausgabende sich in diesem Fall keinen rechtswidrigen Permögcnsvorleil verschasst. Doch würde ein Mensch, irr sich in einer Wirtschaft Speisen und Getränke verab­reichen läßt, ohne im Besitz von Gel» zu sein, sich nicht daraus leruscn können, daß er euva eine Anzahl Straßenbahnmarlcn de- sitze, die einen der Zechschuld glcichkommenücn Geldbetrag revrä- scnticrcn. Ter Betrcssende würde wegen Zechprellerei zu beslraftn fein, vorausgesetzt, daß die übrigen Tatbestandsmcrkmalc des ß 263 des Reichsgesetzbuchs vorliegen.

..Zlarlenburg". Wenn Sic im Jahre 1903. also nach dem 1. Januar 1900 geheiratet liabcu. ohne einen Ebeuertrog zu er- richten, so finden aus di- güterrechtlichen BerhälMisse Ihrer Ehe die Bestimmungen der SS 1363 bis 1431 des bürgerl Gesetzbuchs 'Anwendung. Ter Inhalt ist kurz folgender: Dem Ehemann steht die Verwaltung und 32 u tz n i c ß u n g an dem cingchrachten Gut der Frau zu: er ist berechtigt, dasselbe in Besitz zu nehme». Zu einer Veräußerung des Vermögens selbst ist der 'Mann Nicht befugt: tut er es gleichwohl, so ist der fehlende Bvtrag bei einer Auseinandersetzung aus dem Vermögen des Mannes zu ersetze». Die Frau kann u. II. aus Unterlassung, sogar aus Entzsebi^ng der Verwaltung und Nutznießung klagen, wenn der Mann sein Recht mißbraucht. Tie Erträgnisse des Vermögens, Zinsen usw. ilicßen samt und sonders dem 'Manne zu, dagegen trägt auch er allein die Schulden. Soll die Frau an der Errungenschaft tnlnehmen, so müssen die Ebegatten einen Ehevcrtrag errichten, in dem sie he- stimmen, daß sür ihre güterrechtlichen Verhältnisse dir Vorschriften des bürgerlichen Gesetzbuchs über die Errungciischaftsgemcinschast -HS 1519 bis 1.548: maßgebend fein sollen Einem solchen Vertrag lann rüdwirkendc Kraft hcigclegt werden. Tritten Personen gegen­über wirkt ein solcher Benrag nur, wenn er in das Güterrechts- register des Amtsgerichts eingetragen und amtlich bekannt gemacht ist. Zur Gültigkeit eines solchen Vertrags ist gerichtliche oder nota­rielle Beurkundung erforderlich Die Kosten lSiemvell betragen hei einem Vermögen bis zu 2000 3)2k. 3,50 312k., bis zu iOOOO Mark 6,50 Mt. bis zu 20 000 Mk 10 3)2l.. bis zu 30000 3)21.

13.50 3)2k.. bis zn 40000 Mk. 17 Mk., bis zu 50000 Mark

20.50 Mark.

Müllcrsche Badeanstalt.

((nlfriDtinne der Lahn am 7. I n l i 1 4 ' K.

Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzm

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(höchste Te.nperatur a>n 5.-6. Juli 1911 = -f- 22,2 ' . Niedrigste , . 5.-6. , 19U = + 13.8°.

Niederschlag- 5,0 mm.

Verantwortlich für den volitischi.'n Teil i. B.' R. Lange.

Lassen Eie sich gratis und frants ein Probestück und die Gutachten über dir fabelhafte Wirkung der tSchönheiiSseife providol kommen, und entscheiden Eie dann selbst, welche tägliche ToileiteseifcGie wählen, providol Ges. m. b. £>., Abt. 59, Berlin TUS.

Verbürgte Tatsache, kein Wahn.

Mein Bruder, der bei Rippenfellentzündung au seiner Kräftigung vom Ar u Bioson verordnet bekam, gab mir von seinem grüneren Vorrat ab. Ich llatte nervöse Zustände. Ntoufiueb und die damit zusammen' llängenden Lchmacheerscheinungen. Jetzt noch tangerer Verivendung Ihres vorzüglich schmeckenden Bioson suhle ich mich frisch, zufrieden und arbeitSluitig. tvetzhalb ich Bioson zur Krasterneuerung utii Ireudcu weitereiupsehlc.Aler Smolinfki, Breslau, Augustastr.6. Unterschrift hegt. 13.3.11-Sniolla, Kgl.Notar. Biasou, Pakct3M.,in Apoib. Drogcr.

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