Ausgabe 
4.7.1914
 
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ft in Her, für dir flotte schlug, lote er für sic wirkte, ich Kat»' aber auch dir .vwffinm«, daN fein Geist lodtct letxm Ivtrb in den Offizieren imd Mannschaften der österreichisch-uuga rischen Marine. Mit mir trauert nietne (Hotte, in deren Mitte ich mich befinde, und welche morgen einen Trauersalut feuern soll, für den fürstlichen Admiral, der auch ihr Freund mar, gez.: Wilhelm I, K."

Ans dieses Beileidstelegramm i>t solgendeS-An t Wo r t telcgromm eingeganeten:

Nieder-,eschmetiert w>n der Tragik deS ScklicksalS, sind uns die gnädigen wannen Worte der Teilnahme, die Ew. Majestät an mich zu richten die Gnade hatten, ein wahrer Troff und ein Ansporn sn weiterem Arbeiten Genehmigen Ew, Majestät meinen und der Kaiser! »önigl. Kriegsmarine tief ergebensten Dank. Ich hiiie ferner anznbejehten, daß Ew, Majestät mlltraneender stolzer Flotte unser innigster kameradschaftlicher Dank bekannt gegeben werde.

Weitere Traucrbezcugungcn.

Wien, 3.Juli, Kaiser Wilhelm tat den deut­schen Botschafter Frcih c rrn v, Ts chirs chkt, und Bo g e n d o r f f mit seiner Vertretung bei der Trauerfeier für den Erzherzog und seine (Gemahlin beauftragt, der an der Bahre zwei .Kränze des Kaisers aus Orchideen, ii»:iße« Rosen, Maiglöckchen, Lorbeer und Palmen mit schwerscide nen weißen Schleifen und Goldsranzen, mit einem grasten W mit der Kaiserkrone, zwei Kränz« des Kronprinzenpaares, zwei des Prinzen und der Prinzessin Heinrich, einen des Großherzogs von Baden, zwei des Grvscherzogs und der Grostherzogin von Mecklenburg^Schwerin, einen des Her­zogs und der Herzogin von Sachsen-tCoburg und Gotha sowie einen des lllaiicnregiments Prinz August von Würt­temberg (Pvsensch. Nr. 10) nicderlegte. Der sächsische OK sandte 'legte zwei Kränze mit Bändern in den sächsischen Farben und mit der Inschrift Friedrich August, mit der Königskrone, nieder. Fm Aufträge des bat,rischen Königs- paareS legte-Gesandter Freiherr v, Tücher zwei Kranze mit weißblancn Schleifen mit den Initialen des Königspaares mit Krone nieder.

Eine Trauerfeier der deutschen Marine.

Kiel, 3. Juli. Anläßlich der Trauerfeier für das Erz- herzogspaar von Oesterreich flaggen alle im Hafen liegen- den Kriegsschiffe, Fachten und sonstige Fahrzeuge hall'mast, ebenso die verschiedenen öffentlichen Gebäude. Gegen 4 Uhr feuertedieganzcKrtegsflottecinenTrauer- salut von 21 Schüssen für den Erzherzog Franz Ferdinand ab

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Serbische Acusternugeu.

Das Wiener Korr.-Bur, meldet ans Belgrad, Die Samouprava" schreibt:

Wir verurteilen aufrichtig das furchtbare Attentat von Sera- jewo und verurteilen ebenso den Vandalismus, dessen Opfer das serbische Volk in Bosnien ist. Es darf nicht vergessen werden, daß eine übereilte Kombination über die Urheber des Verbrechens, be­sonders unter den gegenwärügen Verhältnissen, einen größeren Schaden Hervorrusen) als man im ersten Augenblick annehmen kann. Das Blau wende! sich gegen den von österreichisch-ungarischen Blät­tern geäußerien Verdacht, daß Serbien in das Serajewoer Ver­brechen verwickelt sei und wendet sich auch gegen die Drohung einzelner Blätter. DieSamouprava" sagt. Unberechtigte Ver­dächtigungen berühren uns nicht, über die Drohungen geben wir hinweg. Erst wenn gegen uns vositive Anklagen vorgebracht wer­den, werden wir Zeit zur Aussprache haben. Das Serajewoer Ereignis sann nicht gewaltsam zum Ttteitobjekt zwischen uns und Oesterreich-Unaarn gemacht Iverden, weit über das Ereignis auch'die übrige zivilisierte Welt urteilen wird. Heute hat in Ser­bien die Ueberzenqmig genügend Wurzel gefaßt, daß Serbien wegen der zahlreichen wichtigen Interessen in guten Beziehungen zu Le st erreich -Ungarn stehen und sich jeden Schrittes enthalten muß, der eine allgemeine Verurtellung bei allen Völkern eriäbrt Die rohe und durch ni ch t r I e r c ch t s e r t i g t« Mißhandlung der unschuldigen Serben in Bos- nienbetrachtenwiralseinenschwerenvolitischen Fehler, Gegenwättig sind wir geneigt, zu glauben, daß dies die Frucht der engen Ausfassungen der niederen behörd­lichen Organe in diesen Ländern ist, welche die Schuld an dem Attentat von sich a b z II w ä l z e n bestrebt sind. Wir glauben aber an den Verstand in Wien und erwarten, daß man rasch und energisch diesem Wahnsinn entgegentreten wird, der den Brand des inneren Hasses in Bosnien sch uIst Unser aufrichtiger Wunsch ist, daß die Berhältnissc Bosniens bald zur normale» Ordnung zurückkchren, Tie Beziehungen zwi­schen Oesterreich-Ungarn Ulü> Serbien, die auf dem Wege einer gesunden Normalgestaltung schon soweit sortgeschrillen sind, wer­den durch nnbeoachte journalistische Verdächtigungen nicht be­einträchtigt werden können, Die jnngradikalen, na» t i jna I i fti Id en und fortschrittlichen Blätter sehen die heilige Preßkampagne wegen der Ereignisse in Bosnien fort. Sic schreiben, man wolle in Wien den ersten Augenblick des Schmerzes gegen da» serbische Volk ausnuhen.

TicUnterdrückung" der Serbe».

Einige Ziffern werden am dcnllichsten dariun, ob lind inwie­weit die Behauptungen von der Unterdrückung des Scrbentums in Bosnien gerechtfertigt sind. Die am Grund der leyten Volks­zählung ui Bosnien-Herzegowina (1910) berechnete Bevölkerung für 1912 stellt sicki aus 1962 411 Seelen, darunter Serbisch- Orthodoxe 856 158, Mvslims 626 649, Römisch Katholische 451 686, oder in Prozenten: Serbisch-Orthodoxe 47,69, Moslims 22,65, Römisch-Katholische 27,48, Die Zahl der Landesbeamten einschließlich der Offiziere und Mannschaften der Gendarmerie belief sich Ende 1912 aus 13 266. Davon waren 5559 (41,90 v, H,> Landeskinder aus Bosnien, 4248 (32,02 v, H,) stammten aus Oesterreich, 3445 (25,97 v. H,) aus Ungarn. Ter Religion nach waren, 3242 (24,44 v. &>.) Landesaugestellte serbisch-orthodox, 7675 (57,86 v. H. katholisch, 1481 (11,16 v. H.) mohammedanisch. Der Nationalität nach befanden sich darunter 11387 (85,84 v. H.) Slawen nämlich 8634 Serbolroaten und der Rest Tschechen, Polen, Slowenen, Rutlwnen 1419 (10,70 v. Ö.) Deutsche, 38'> (2,86 v. ,H Ungarn Ter Gesamtauswand des Landcsbndgets für Kicktuszwecke betrug 795 33t Kronen, davon 332158 für den serbisch-orthodoren Kultus, 255 353 für den islamischen, 169 820 für den katholischen. Die Lehrerbildungsanstalt in Serajewo war von 49 Orthodoxen, 44 Katholiken, 31 Moslims besucht. Die sieben Ghmnaiien des Landes wurden von 710 Ortlivdoren, 514 Mohammedanern, 786 Katholiken beiuckff. Von den aus ihrer Llbhängigleit vom Grundherrn mit Staalshllfe abgelösten Päcbter- samilie» waren 76,1 v. '£>. orthodox, 22,93 v. H. katholisch. Man erkennt hier überall geradezu eine Bevorzugung des serbischen Elements. Fm Wahlrecht zum Landtag und sonst bei der legalen Betätigung im öffentlichen Leben kann von einer Benachteiligung des Serbenlnms auch leine Rede sein.

Gewerbe-Ausstellung Gießen

Für unsere Ausstellung ist morgen ein großer Tag. Die Techniker Hessens und der angrenzenden Gebiete veranstalten, wie schon mehrfach bekannt gegeben, heute und morgen aus Anlaß der Gewerbeausstellung Gießen 1914 eine Tagung von Angehörigen aller tech­nischen Berufe, um der (tawerbeausstellung einen Besuch abzustattcn und durch Vorträge der Oeffentlichkeit kund zu tun, welche Fragen die Angehörigen der technischen Berufe t>. (t. bewegen. Heute nachmittag findet zunächst eine Be­sichtigung der GailsckM Tampfziegelei statt, Abends schließt sich die festlich« Begrüßung in Steins Garten an, wobei neben heileren Vorträgen aller Art Ing. E. Burmester

über den Wert und die Wertung technischer Arbeit spreche» wird. Morgen vorniittgg nftrd die Ausstellung unter sach­kundiger Führung besichtigt, woraus eine öfscntlrche Ver sammluug im Ausstellungsrestaurant stattsinden wird. Hier wird zunächst Werkmeister Stimmer (Gießen) überEin heitliclses Angestelktenrecht" sprechm, worauf Tr, Höfle (Berlin! sich überTechniker und Volkswirtschaft" auslassen wird. Nach der Tagung und dem gemeinsamen Mittagessen, das ebensalls im ÄnSstellungsrestaurant abgehalten wird, ist eine ztvanglose Besichtigung der Ausstellung und der Stadt vorgesehen. Durch das Entgegenkommen der Aus- stcllungsleitung erhalten die Teilnehmer Daucrkarien zur Ausstellung, die drei Tage gültig siitd, zum Preise von 50 Psg, Hofsenllih), macht der .Himmel kein trübes Gesicht, damit 'die auswärtigen Gäste Giichen in seinem tasten Lichte sehen und neben der geschäftlichen.Tagung auch schöne Stun­den der Erholung hier finden.

Neben dem Liebig-Museum in besonderer Halle ist eine Reihe von landwirtschaftlichen Maschinen zu sehe», die in der Hanvtsache von der Firma A. F, Tröster, Butzdach zur Ausstellung ge­brach! sind. Sonntags wird ein Teil dieser Maichinen im Betrieb voraesührt und soll hier besonders daraus hingewiesen werden, in Iwrith einfacher und praktischer Weise der Elektrv-Motor in der Landwirtschaft nühtich angewandt wird. Im allgemeinen werden, da man bisher noch wenig Erfahrung hatte, die Anlagen i» den landwirtschaftlichen Betrieben zu umständlich »nd teuer, oder, da der Kostenpunkt, wie überall, eine große Rolle spielt, zu primitiv ansgesührt. ES werden in alte Gebäukw lange, meistens viel zu dünne Transmissionen mit viel zu Ickknig Stützpunkten an­gebracht I die Folge davon ist eine zu teuere Anlage mit zu Tel Krastverbranch. Derartige»prakttsche Anlagen werden sicherlich manchen Landwirt davon abhalten, sich der Elektrizität als treuen und krastvollen detser zu bedienen.

Die Firma T r ö st e r führt nun eine Antriebsart vor, die als das Ideal für den Laiidmirt zu bezeichnen ist. Zur Vorführung ge­langen drei Maschinen: 1 Hassia-Schrotmühle, 1 Rühenschneider und I Häckselmaschine. Zwei dieser Maschinen können zu gleicher Zeit angetrieben werden, es wäre ebensogut noch ein gleichzeitiges dritter Antrieb möglich, und zwar dadurch, daß aus dem Motor lFabrikat der Allgem, Elektrizitätsgescllschast Filiale Frankfurt am Main) sich eine Stuscnscheibe befindet, das ist eine Gruvpe von an­einander gegossenen Riemenscheiben von verschiedenem Durchmesser.

Fm allgemeinen wird man damit ausloinmen, daß zwei Ma­schinen zusammen arbeiten, denn dieselben leisten soviel, daß ein Mann mit Aufschütten und Wegräumei! des Produkts vollaui zu tun hat. Zu einer Gruppe von solchen Maschinen ist außerdem nur ei» einziger Riemen nötig, da zwei, drei oder mehr Maschinen so nebeneinandergestellt werden Wunen, daß der eine Riemen auf die dxei oder mehr Maschinen paßt. Den Motor hängt man am einfachsten an die Decke.

Aus Stadt und LanS.

Gieß en, 4. Juli 1914.

Ter kaufmännische Zug in der Stadtverwaltung.

Die Kommunalwirtschaft hat in den letzten Fahren ein ganz anderes Aussehen dadurch erhallen, daß die Städte mehr und mehr einen Teil solcher Geschäfte übernehmen, die bisher der privaten Tätigkeit Vorbehalten waren. Das darf Nicht groß Wunder nehmen, da die Ausgaben, die mit ihrer fortschreitenden, Entwicklung und Ausdehnung an die Städte herantraten, von Fahr zu Jahr größer und vielgestaltiger wurden. Man denke nur au die Einrichtungen, die mit der Waiserveriorgung, Be­leuchtung und Ftcischversorguug, vor allem aber mit dem Ver­kehr zusammeuhängcn. Die Slädte, und nicht nur die großen allein, haben heute zumeist eigene Wasscrversorgungsankaaen, Gas- ttnd Elektrizitätswerke, Schlachthöse nsw., manche besitzen eigene Ziegeleien und lSteinbrüche und betreiben Forstwirtschaft, viele habe» ein eigenes Straßrnbahnnrtz ansgebaut, das die Verbin­dungen nicht allein innerhalb ihrer eigenen Gebiete, sondern auch nach den Nachbargemeindcn unterhält und damit den gegen­seitigen Verkehr fördert und hebt.

Es sind so eine ganze Reihe neuer geschäftlicher üluigaben zu solchen getreten, die frülier in der Hauptsache fast ausschließlich in der reinen Vcrwolttmg überhaupt, in polizeilichen Maßnahmen, der Einziehung der Steuern usw, bestanden. Ein starker kauf­männischer Zug hat damit in den städttschen Verwaltungen seine .herrickiast begonnen und mackit mehr und mehr das Verlangen aut seine Rechte geltend, Mancher alte Zopf fliegt vor dem starken Ansturm der nenen Zeit beiseite und der reine Burkau- krattsmns der guten alten Zeit steht bebend und händeringend da und fragt bang: Was will das werden? Auch die gesamte Finanzwirlichast der Städte erfährt so eine andere Gestaltung: sic kann nicht mehr mit rein kalkulatoiischen Erwägungen aus'Grund alter Schemata rechnen: sie stutzt sich mehr aus Tatsachen und gegebene Verhältnisse. Für sie sind, die Forderungen des Tages maßgebend.

Nun kann allerdings die Befürchtung in vielen Fällen nicht ohne Berechtigimg zurüclgewiesen werden, daß an die Städte mit ihrer fortschreitenden Entwickelung zunehmende Anforderungen gestellt werden, denen gegenüber ihre Kräfte aus die Dauer nicht gewachsen sein mögen. Da gilt es aber vor allem wieder, guten kaustnännischen Geist zur Geltung zu bringen, als Gegen­gewicht zu dem rein verwaltungstechnischen und juristischen, der heute immer noch viel zu sehr unsere kommunalen Verwaltungen beherrscht und der sich nicht immer von einer gewissen Lebens- sremdhcit freihält.

So gut wie man bereits den Technikern in den Verwaltungen immer mehr Sitz und Stimme neben den Juristen cinräumt, sollte es heutzutage vor allem auch mit dem gesunden kaustnännr- schen Clement geschehen. Die Siadiverwaltmigen können in der Hinsicht gerade vom Großkapital und der Großindustrie lernen, die ihre gesamte Betätigung vorwiegend auf kaufmännische Grund­lagen stellen, lind die Städte sollten sich hierbei vor allem in ihren Verwaltungen von einem freieren Geiste leiten lassen, der nichts mehr mit dem altüberkommenen engherzigen Bureau- kratismus gemein hat, der ohnehin allem Neuen sich fremd und feindlick) gegenüberstcllt.

Es sei beispielsweise nur daran erinnert, wie wenig zeit­gemäßer Geist aus dem Verhältnis mancher kommunalen Ver­waltung der Presse gegenüber spricht, deren Bedeutung als einer der maßgebendsten Faktoren im öffentlichen Leben nicht immer die gebührende Beachttmg findet, obwohl heute schon in jeder Familie bereits der kleine AlBC-Schützc in der Zeitung des Vaters hcrnmbuchstabiert,

T a g e s ka len de r für Samstag, den 4 und Sonntag, den 5, F»l,: G e w e r be a u s st e l l » » q: Samstag abend von 611 Uhr Konzert der Kapelle des Leibdragonerreginieiits; Sonn­tag »achmittaa von 47 Uhr und abends von 8II Uhr Konzert der Kapelle Weller.

Ceiilon-Ansstelliing im Botanische» Garten. Sonntag geöffnet vormittags von 812 Uhr und nachmittags von 4-7 Uhr,

0 b e r h e s s i l ch e r K » » st v e r e i n. Die Gemälde-AuLstelliinc, ist täglich von 111 Uhr. Mittwochs von 3 bis 5 Uhr, und an Sonntagen von II3 Uhr geöffnet,

Oberheslisches Museum »nd Gall'sche Samm­lungen, Geöffnet Sonntag vormittags 111 Uhr unentgeltlich, M »i e u nt für Völkerkunde. Geöffnet a» Sonntagen vormittags von 11l Uhr unentgeltlich.

(Beide Museen sind auch Mittwoch» »nd SamStagS von 3 bis SUHr gegen ei» Eintrittsgeld von 20 Pia, lür die Person geöffnet.- L > chtspieI' a » s: Täglich Vorstellung,

U n i o »- T g ea t e r: Täglich Vorstellung.

" Verleihung. Der Großherzog Hai der Kraiiken-

pffcgeri» des Alice-Frauen »Vereins Scheuester Katharina Lippert in Gießen das DienstanSzcichniingSkreuz für Krankenvffege in Silber verliehen.

** Personalveränderung. Der Großh. Steuec» anfseher Georg Gunkel zu Mainz wurde in den Aufseher» bezirk Lantcrbach II versetzt.

(E, K,) Die Evatt g. Konferenz für das 01 r- Herzogtum Hessen (Fricdberger Konferenz) hält ihre diesjährige H a u p t v c r s a nt in t u it g am nächsten Ä! i 11» tt> o ch, 8. Juli, nachm. 3 Uhr in F r a n k f u r t a. M, (Restau­rant Kaiserkeller, gegenüber cockfauspielhauS). Der für Mit­glieder und eingcführte Gäste bestimmten geschäftlichen Sitzung mit Jahresbericht, Beratung einer Geschäflsord- nung u. dergl. folgt um 3/ 2 Uhr ein öffentlicher Vor­trag des Herrn Univ.-iProf, I), Sch tan, Gießen über das zeitgemäße ThemaKirchlichkeit".

.** D i e Anlagemusik fällt lvegen Verhinderung der Regimentskapelle morgen aus.

Gieß euer Freilichtbühne. Falls keine Aende- rung de? Wetters eintriti, muß die für inorgen angesetzte Aufführung der versunkene» Glocke auzfallen. Die endgültige Entscheidung ivird mit dem Theaterzettel angeschlagen werden.

I >1II g d e u t s ch l a » d f e st. 2lui gestrige» Nachäüttage be­gannen die Verunstaltungen des diesjährigen Fungdentschlandlestes mit den Vorlämvien ui den athletischen Hebungen. Schon zwei stunden vor dem sellgesehteii Termine bot der Platz an der Hardt ein Bild bullten Treibens, lieber 250 Teilnehmer aller Alters- Mckeii beretleteil sich vor, niti der nen angelegten Laulbahn sich den colcg einander streitig zu machen. Selbst bei den kleinsten bemerkte man, mit ivelchein Ernste und metchem inneren Ehrgeiz sie an die Sache heraiigingen. Angeieuert durch die laute» Zurule ihrer Mitschüler, boten tie alles aus, unter den jeweilige» Siegern zu lein. Leider war die Beranstaltung aester» vo» der Bürgerschaft nicht so besucht, wie es die Jmigdeutichlandsache verdient,

Dir Mitteldeutsche Kreditbank, Filiale Gießen, hak in Gemeinschas! mit dem Bankhanse Delbrück, Lehlcklcr & (So., Berlin mib Kommerz- und Diskontobank Bcrlin eine 4prozeniige Anleihe von 3 Millionen MT. zum Kurse von 94,56 übernommen und legt sie, wie wir hören, zum Kurse von 95,40 am 14. Jli zur Zeichnung aus.

** Beschädigung der Anlagen Man schreibt: uns: Fast täglich werden die ösfentlichen gärtnerischen An­lagen durch Abreißen v»n Blumen und Zweigen, durch Betreten der Rasenflächen und Beete beschädigt, durch Hin- wcrsen von Papier und sonstigen Absüllcn verunreinigt. Um diesem Unfug wirksam zu steuern, bedarf cs neben dem Eingreifen der Polizeiorgane, die in derartigen FäUen: unnachsichtlich Strafanzeige erheben werden, auch der tat­kräftigen Unterstützung des Publikums. Alle Besucher un­serer schönen Anlagen werden daher dringend ersucht, diesen ihren besonderen Schutz angedeihen zw lassen,

** O b e r h e s s i s ch e r Automobilklub. Dem Chauffeur Hch, Hieckhäuser aus Niederscheld wurden in der Monalsvcrsammlung des Oberhessischen Automobil­klubs eine Geldprämie von 100 Mark, sowie die Abzeichen eines Fahrers des Oberhessischen Automobilklubs: eine Armsponge und goldene Armlitzen, nebst Ernennungsdiplom überreicht als Anerkennung und Auszeichnung für neun­jährige musterhafte Führung als Chauffeur im Dienste des Herrn Hüttenbesipers Julius Frank, Adolfshütte bej Me- derscheld. Durch derartige Auszeichnungen ivird dauernd vonjeiten des Oberhessischen Automobilklubs an der He­bung und Erhaltung eines einwandfreien Chaiiffeurstandes gearbeitet

** Physik in der Kinderstube. Ein Leser aus Gießen schreibt uns folgendes nette Gefchichtchen, fiir dessen Wahrheit er sich verbürgt: Erlösend für die anhaltende Schwüle erwartet nian fiir die anbrechende Nacht das er­sehnte Gewitter, Die Familie ist vollzählig versammelt und bespricht die Wahrscheinlichkeit des Gewitters, nur die kleine Ruth fehlt. Nach langem Suchen findet nian st« in ihrem Zimmer, Die Mutier sieht ihr erstaunt zu, wie sie hier kleine Stecknadeln in ihrer Schürze sammelt, dort an­dere kleine Gegenstände, den Ring vom Finger abzicht, die Schere vom Nagel nimmst ja sogar die Schuhe mit den eisernen Nesteln auszieht warum dies all? Sie hörte gestern, daß Metall den Blitzan lockt und sie möchte beruhigt schlafen gehen, . . ,

** Kleine Mitteilungen. Zwischen Hirzenach und der Station St, 04 o a r entgleiste beute nachmittag der von Köln nach Frankinrt fahrende ll-Zug 268, Menschen kamen nicht zu Schaden, Ter Zug konnte nach mehr als. zweistündiger Verspätung die Fahrt fortsetzen. Der gesamte zurzeit sehr starke Reiseverkehr erlitt ans dieser Strecke durch den Unfall empfindliche Störungen.

Bei einem ehelichen Streit brachte der Gastwirt F a y itt_ der Rödelheimer Landstraße seiner Frau einen lebensgefährlichen Stich in die Brust bei, Am Neubau des Alieekraukenhauses in Mainz stürzte der Taglöhner Gahlstadt ab und erlitt erheb­liche Verletzungen,

Landkreis Gießen.

--- Harbach, 4. Juli. Der Anschluß an das städtische Elektrizitätswerk Gießen ist seit einiger Zeit fertiggestellt worden. Nachdem sich mehrere Hausbesitzer bisher zum Anschluß nicht verstehen konnten, sind jetzt sämtliche Häuser Harbachs an das Netz angeschlossen.

Kreis Büöktigen.

(h) Büdingen, 3, Juli, Ter 28 jährige Weißbinder Wilhelm Henrich aus dem nahen Hainchen hat sich am Donnerstag nn Frankfurter Stadtwald erschossen.

[H Bleichenbach, 3, Inst, Gestern mittag brach die baufällige Scheuer des Polizeidiencrs Günther in sich zusammen. Glücklicherweise tvar wegen der Heuernte nie­mand anlncsend, da sonst bei der engen Bauart im Hof leicht Menschen hätten zu Schaden kommen können.

Kreis Friedberg, r, Bad-Nauheim, 3. Juli. Tie heuttge Stadtver­ordnetenversammlung bewilligte für im Herbst auszu- sührendc K a n a l i s a t i o n s a r b e i t e n als dritte Rate 215 OOO Mark. Die Arbeiten sollen in drei bezw. vier Losen vergeben werden. Eine von der Bürgermeisterei ansgearbeitete Orts­satzung über Einauartiernng und Bildung eines Ansschnsies, der dazu berufen ist, die Bürgermmsterei zu unterstützen, wird geneh­migt. Für die hier stattstndende Bezirks-Geslügel-Ausstellung stiftet die Versammlung einen Ehrenpreis im Werte von 25 M k Zur Bescktaiiuug von Preisen für einen zum Besten des Roten Kreuzes zu veranstaltenden Bazar im Konzerihaus werden 50 Pik, bewilligt. ES wird beschlossen, mit dem 1. April Nächsten Javres die städtische Schäferei der hoben ikosten wegen eingehen zu lassen.

Die Anlage eines Platzes für llrnengräber auf dem neuen Friedhof wird genehmigt,

Starkenburg und Nheinhessen, m. Osfenbach a. M., 4, Juli. In der gestrigen Sitzung des Kreistages wurde die Herstellung einer neuen Ortsdurcki- sahrt in Ecrlsbach beschlossen. Die Kosten belausen sich ans 20 000 Mark, von denen der Staat 7500 Mk , Provin: imo ztreis sc 5000 Mark und die Gemeinde 2500 Mk. zu tragen haben. Die Rech- nungSablage des Kreises verzeichnet eine Einnahme von 923 524.71 «Mark und yinc Ausgabe von 836155.33 Mk, Die Krcisarmen-