Ausgabe 
1.7.1914
 
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tragen wurden, .hierbei gaben die außerhalb' des Bahnhoft-S stehenden Bataillone die Ehrensalve ab. Normals nmrden die Särge eingesognet Tarauf wurde der Leichenwagen plombiert und an den sonderzug gekoppelt, der um < Uhr abend- unter den Klangen der VolkShtzmn« und KÄnonen- schujse» nach Metkowitz abging, wo die Särge auf ein Kriegs- schiff gebracht werden.

Mctkowitz, 30. Juni. Aus Anlaß der Ankunft der Leichen des Erzherzogs Franz Kerdinanü und der Herzo,;in von Hohenberg hat die Bevölkerung des dalmatinischen Na- rruta-Getäetes Vorbereitungen für ein« würdevolle, still« Trauerscier getroffen. In der Stadt Me.kowitz find alle Hauser schwarz beflaggt, die Straßenlaternen umflort, die Jahrzeuge und Dampfer führen die Flaggen auf .halbmast. Um h Uhr langten die Leichen mittelst Sonderzuges aus Zcrajewo an. Die Schuljugend und die gesamte Bevölke­rung von Metkowitz bildete Spalier. Die Särge wurden von Matrosen der Kriegsmarine aufgehoben und von dem katho­lischen Geistlichen von Metkowitz unter dem Geläute aller nirchenglocken cingesegnet. Unter dein gedämpften Trommei- n-irbel brr Ehrenkompagnie wurden sie sodann auf die .«iiegs,achtTalmot" getragen. Unter der Abseuerung der Generalsalvc der Ehrenkoin.agnie fetzt« sich das Schis, lang­sam in Bewegung. In allen Gemeinden und Ortschaften längs des Users, welch« reichen Trauerschmuck trugen, hatte sich die ganze Bevölkerung mit der Schuljugend und den Gemeindevertretungen aufgestellt Tic Männer und Frauen hielten brennende Kerzen und als das Schiff herannahte, mieten alle nieder, während die Geistlichkeit unter den, Ge­läute der Kirchcnglöcken den vorbeifahrenden Leichenzug seg­nete. Als die Kriegsjacht vor der Narentainündung an- lmgte, leistete das dort verankerte KriegsschilfViribus Unitis" einen Gcschützsalut von Ist Schüssen. TieTalmat" legte an der Seite des Schlachtschiffes an, woraus die beiden Särge an dessen Bord gebracht wurden. Nach 9 Uhr lichtete dieViribus Unitis" die Anker und steuerte nach Norden.

Tie Roheit der Mörder.

S r r a j e w o, 30. Juni. Princip und Eabrinovic verhallen sich andauernd außerordentlich z n n i s ch und zeigen nicht die geringste Reue. Sic scheinen sich viel­mehr darüber zu freuen, daß die ruchlose Tat ge­lungen ist. Auf die meisten Fragen verweigern sic die Antwort, leugnen aber nicht, die Bomben aus Belgrad be­kommen zu lsaben, wie sie sagen, von zwei Konntatsches. Ebenso gestehen sie nunmehr ein, in Verbin­dung miteinander gehandelt zu haben. Ihre Verabredung sei dahin gegangen, daß, falls dem einen der Anschlag mißlänge, der andere das Werk sortzusetzen hätte.

Tic Lerbcnhetze in Scrajcwo.

2 e r a j e w o, 30 Juni. Bei der Kundgebung gegen die serbische» Geschäftsläden standen die Eigentümer eines serbischen Geschäftes, drei Brüder namens Jovicic, in der Nähe ihres Ladens. Einer von ihnen feuerte mehrere Schüsse gegen die Demonstranten, von denen einer, im Rücken getroffen, zusammenbrach. Tie Menge stürzte <rui die Brüder, welche flüchteten. Einer von ihnen wurde jedoch cingeholt, schwer verwundet und sestgenommen. '.'Kau fand bei ihm mehrere Browningpatronen

Wie das BlattNovesinje" meldet, ist der Präsident der serbisch - radikalen Oppositionellen der Narodgruppe Alhanajic Sole verhaltet worden, als er aufreizende Neben an die Bevölkerung hielt.

Nach einer Privatmeldung aus Serajewo wurde der Ehefredakteur Radulovic des serbisch-radikalen Blattes Narod "wegen Aufreizung der Bevölkerung verhaftet, ebenso das Landtagsmitglied Jefänovic-Sera- jcwo Das Beheben einer Verschwörung zur Ermordung des Thronfolgers sei durch das znnische Geständnis der beiden üterbrecher vollkommen erwiesen. Di« von den Tätern ver­wendeten Bomben waren sogen, serbisch« Militärbombcn.

Trauer-Kundgebung im ungarischen Abgeordnetenhaus.

pfenpcst, 30. Juni. Tie heutige Sitzung des Abge­ordnetenhauses gestaltete sich zu einer ernsten, eindrucks­vollen Drauerkundgebnng für ErzherzogFranz Ferdinand. Der Präsident gab dem Beileid des Abgeordnetenhauses u«druck Redner der einzelnen Parteien ergriffen sodann oaS Gort, um auch ihrerseits die Gefühle der Trauer aus- zusprechcu Baron Rajatsitsch erklärte im Namen der ser­bisch-kroatischen Koalition, er fühle sich verpflich­tet, weil zw«, »«rirrte Angehörige des serbischen Volkes die Täter seien, das verruchte Attentat mit der größten Ener- aie zu verurteilen Doch hoffe er, daß diese« aus die Ge- iiimung der serbisch kroatischen Koalition keinen Schatten werfen werde, weil diese ihre politischen Bestrebungen stets nuf die treue Anhänglichkeit an die Dynastie gründete.

Eine Trauerkundgebung des kroatischen Landtages

wurde, wie aus Agram gemeldet wird, durch heftige Lär m- ! z e n e n unterbrochen. Während der Rede des Präsi- deuten braclicn Mitglieder der Rechtspartei, gegen die Koa­lition geivendct, in die Ruse aus, Habt ihr Bomben mit ge bracht? Nieder mit den Mördern! Das ist ein Werk von Belgrader Hand! Erst nach mehrstündiger stür­mischer und von der Rechtspartei unablässig gestörter Sitzung gelang es dem Präsidenten, den Beschluß der Traiierkuichgebung des Landtages zu verlesen, tvorauf dieser een der serbisch-kroatischen Koalitionsinchrheit angenvm- men ivurde, während die kroatische Rechtspartei unablässig üfttir, daß die serbischen Abgeordneten, da ihre Landsleute daS Attentat angestistct hätten, an der Traucrfcicr für die Opiei nicht tcilnchmen dürfte» Am Schluß der Sitzung legte die Menge die scrbenfeindlichen Kundgebungen fort.

Im englischen ttiiterüaus

r>urde an, Tienstag einstimmig und unter großem Beifall - ine Adresse >rn den König angenommen, in der das Haus seiner Empörung über die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner pstmahlin Worte verleiht und den König bitte,, dem Kaiser und König Franz Josef den Au«, de ick des Abscheus des .Hauses über da« Verbrechen und die t,e>e Teilnabine mit der kaiserlichen und königlichen Familie soivi- mit den Regierungen und Völkern der Doppel monarchie zu übermitteln.

Ter König von Baneru reist nach Wien.

'J)< >» ch c n, 30. Juni. Ter König hat sein prrs lubes Erscheine» zu den Bersetzunqsfeicrlichkeiten filr l! Herzog granz Ferdinand in Wien ärnmelden lassen

i.

Tcr Präsident des deutschen Reichstages muer >m 29 Jmii^wlgendes Beileidstelegramm an ' , » rnien aionnena gerichtet, Tie, crichültert über

ßu.ei-nrbigc Verbrechern»» Attentat, «rlchcm der Eizherzzq Fp . - i mmiü uns seine -Mm mm Opser gesallen sind/ iwr.

w bes^ zurzeu nicht versammel

oai^ätn Rerch-iag« d. ersten Schmerzes und warm

Anteilnahme aus, indein ich Ew. Exzellenz rnbeimstelle, diese Kundgebung zur Kennrnis des Kaisers Franz A'>ei^bringen, zu wollen. Auch der Präsident des preugiiä-cn Abgevrdneten- hmises entsandte ein Beileidstelegramm._

Ans Albanien.

Rom, 30. Juni.Agenzia Stefani" meldet auS^Dur az z o vom 29., Auf den von dem gefangenen Amid Ben xtsdem uvcr- iandlen Briet antworteten die Ausständischen. in einem in iptcm Namen vom öofria von Schiak Unterzeichneten Briere, der Gefangene möge sich in sein Los ergeben, doch möge er >ich ve­rüb,gen. da sein Leben durch die Gefangenen, die iich bei innen, den Ausständischen. befänden, gesichert sei. Ter -lag rit tägig verlausen. Alles ist zur Verteidigung tertlg ge­macht worden, da die auf ihre Richtigkeit nicht nachzupru- feiche Meldung eingekroficn ist, daß die Ausständ>,chen in der Nacht Durazzo anzugreisen gedenken ^ . ...

Die Agen-sa Ltcfan, meldet, ^.urkhan Paicha Narr. am Dienstag morgen m Rom eine Unicrrebung mit dem Mi­nister des Aeußern di San Ginlian» und dem Generaliekretar de Martin,. .. , . .

«atona, 30. Jim, Ueber Valona ist beute der Bc- lagerungszustand verhängt worden. Ter holländische Ma>or Sluys wurde zum Platzkommandauteu crnanni.

D u r a z z o . 30. Juni. Der niederländische Kr e u z e r N o o r d Brabant" ist hier eingctrofien. General xt vccr ist vom Urlaub zurückgekchrt. Tic Nacht ist ruhig verlauten und die Lage unveränderi. Ta die Pcrirägc der albannchen Regierung mit dem .Ocsterreichi'chen Llovd über den DampferGiselas und mit der Talma'ischen Gescllichait über dieHerzegowina abg-lamen sind, haben beide Tamvicr Turazzo Verla,,en.

Aus »taS>t « Canö-

Gienen. I. Juli 1914.

T r > >, k« r- F >i r s o r a« il e I l e lür Stadt »nt La,>dkre,sGießen, Kienen Asterweg s. Sprechstunde jeden TomicrSlag abend s bis VI, Uhr.

Aus dem Schuldienste, llcbcriragen wurde den, IchiilamiSaspiranten Georg Kiefer ans Fiirscld, Kr. Alzen,

-,n» Lehrerstelle au der Volksschule zu Radheiin, Kreis Dieburg.

** Xie Elektrizitätsversorgung der Pro- vinz Oberhessen. Durch den Beschluß des/ßrovinzial- tags der Provinz Obcrhcssen vom 27. Juni d. I. kann das Kiel, die ganze Provinz mit elektrischer E iergie versorgt zu sehen, nuninehr als erreicht gelten. Ter Provinzialtag hat nämlich einen langer Land vorbereiteten Vertrag mit der Rheinischen Schuclert-Gesellschast in Mannheim angenom- men, wonach diese Gesellschast verpflichtet wird, in Ge- in e i n s ch a j t mit der Provinz den Kreisen Alsfeld, Lauter­bach und dem nördlichen Teil des Kreises Schotten in einer verhältnismäßig kurzen Zeit Elcltrizlläi znzuführen. Von den in Betracht kominendcn Gemeinden der genannten Kreise sind 83 innerhalb zweier Jahre vom Abschluß des Vertrags an gerechnet, die übrigen voraussichtlich inner­halb weiterer vier Jahre anzuschließen. Tie Versorgung der genannten Gebietsteile gemeinschaftlich durch die Provinz und ein industrielles Unternehmen hat den nicht zu unter­schätzenden Vorteil, daß die beteiligten Gemeinden viel rascher Und früher zu Elektrizität kommen als dies die Pro­vinz in alleiniger Regie im Hinblick aus die Höhe der au^zubringenden Mittel und des damit verkniipften Risikos hätte ermöglichen können. Äleichtvohi werden die Gemeinden daraus, dav die Provinz nicht unmittelbar und allein die Versorgung übernim.nt, keinerlei döachtcilc äerspiren. Tenn abgesehen davon, daß der Bau der Fernleitungen und eines Teils der Ortsnetze auf eigene Rechnung der Provinz er­folgen wird und damit schon eine Gewähr gegeben ist, daß inan den Interessen der Gemeinden nach Möglichkeit Rech­nung trägt, hat sich die Provinz auch darüber hinaus beson­ders für den Betrieb ein weitgehendes Auffichtsrecht ge­sichert, das eine einwandfreie und den übrigen Gemeinden gleichvertige Versorgung und Bedienung bedingt. Ter Eha- rakter des überwiegend kommunalen Unter­nehmens hat vor allem auch die Einheitlichkeit in der Ver­sorgung zur Voraussetzung. Dies ist dadurch gewahrt wor­den, daß die Elektrizitätslieserung an die Gemeinden und ihre Einivohner auf itzrund desselben Vertrags erfolgen wird, den die Provinz mit den Gemeinden ihrer Uebertand- anlage abgeschlossen hat. Tie Elektrizitätslieferung wird also in der ganzen Provinz unter,qleichen Bedingungen erfolgen. Außerdem hat sich die Provinz das Recht Vorbehal­ten, den Betrieb schon nach kurzer Zeit ganz in eigene R e g ie zu übernehmen.

** Das gestrige Militär-Konzert in der Ge- wcrbeausstellung war wieder außerordentlich gut be­sucht; alle Plätze im Garten waren besetzt, und in den Gän­gen entrollte sich das gewohnte soinmerlickwgeseKschastliche Bild. Wie zzut das Urteil der auswärtigen Besucher über die Ausstellung ist, geht aus einem Bericht desDarmst. Tägl. Anz." hervor. Wir lesen in diesem Blatte über die Eindrücke desTarmstädterLrtsgcwerbevcreins:

Wir wollen hier keine Kritik üben, aber was wir hier geschmack­voll und boch so überaus vrakliw, zuiammengestellt ausgesunden, das mußte doch wohl bei jedinn Besichtigcr ein Gesühl des Stolzes entsachen, ei» Geiühl des berecyiigtcn Stolzes aus unier hessisches Handwerk. Von dein kleinsten Landmeister, der mit liebevollem Fleiß sein, nicht immer bescheidenes Können zeigt, bis zur Seit- sirma hinaus, sind wohl fast alle Gruvvcn und Erzeugnisse hessischen L-ndwcrks und der Industrie vertreten. Ohne Prunk, in schlichter Einfachheit ist hier wohl allen tzandwcrlern Gelegenleit geboten, ihr Können zu zeigen und was mit eine Hauptsache ist, auch praktisch zu verwerien. Es würde uns zu w.i, sübr.-a. ans alle die Einzcl- deiten näher cinzugehen ,,if> die vielen peakiischen Borsührungcn zu beschreiben, aber das wollen wir doch allen hessischen Gewerb- treibenden enipirhien. cs nicht zu veriänmcn, einmal die Aus­stellung zu besuchen.

vre vii|ic m a INI c r eer Stande am II der Ausstellung eine» Besuch abstatteu wird, ist auch dem Bericht über die gestrige Sitzung der Ersten Kain, zu lesen.

** WifBenrt Slobttl,cator. Tas zweite Gastspiel Kurtheaters in Bad-Naubkii» brachte vor einem bcdaucrlichcrw nur mäßig besuchten Hause in einer guten Vorstellung die n Operette Ter.lachendc Ehemann von Julius Bramm und Alsrrd Grünwalb mit der Musik von Edmund Ehsl Der Inhalt des Werkes ist aus den Boramzeigen der Thcai dircktion bereits bekannt. Es bandelt sich um die aus unzähli Operetten lereits vertrauten beiden tanzenden Liebespaare die t aber, das muß man den Versassern schon zugeben, wirklich , neue, umerhalOame und lustige Geschichte erfunden haben. Ne vielen alten witzigen Einsällen, denen man immer wieder ein, gern begenct,nden sich auch manche neue, di« lebhafte Hei stit erregten und mcht wenig »u dem Erfolg des Werkes beitruc Pie Munk Ehsl ers ist liebenswürdig imb flüssig, verfügt ii eine fltmnate Jnstrumentalion und hat recht ansprechendes or nette «tclien wenn sie sich auch nicht stets von Senümentalitö sreibali. Jeden,alls iite »ehr gesällig und fand namcnilich den Liedern r.nc auherordcnilich weundliche Ausnahme Herr , auwur A dn el t und Herr Kapellmeister Lanzer hatten die di tuhrung iehrsoegia ttig und graziös vorbei eitel, und da auch i hervorragenden Rotten gut besetzt waren, konnte eS am Erfolg n

kehlen. Herr Ähnelt spielte den lachenden Ehemann mit seinen« knmvathischen, biederen Humor sehr schön und erzielte mit dem Lied vom Wein einen besonderen Erfolg Frl. Ga ist er als He- loisc war lein sehr niedliches, elegantes Weibchen und fand ebcnialls lebhafte Anerkennung, der reieznde Zwiegesang am Fernsprecher» den sic mit ihrem Manne pflog, ist besonders hcrvorzuheben. Frl. Jüngling war eine lehr erheiternde Lucinde Herr Harden spielte nnd sang den weiberliebcn Grasen Selztal mit schneid und Humor. Herr Nickel als Lutz sang recht hübsch, aber beim ge­wöhnlichen Sprechen merkt man den Ansänger nock, allzusehr. Eine entzückende Etelka war Frl. Martini, die auch mit Blumen bedacht wurde, und bei ihren netten Liedern, vor allem beiZwei­mal zioe, ist vier" schr^starken Beisall erwetc. Rech! gut mar der Pipclhuber des Herrn Schmidt. Eine sehr seine witzige Figur gab Herr Grosser-Braun als Wicdehopi. Eine auch sehr gut ausgearbeilcte Darstellung bot Herr V o l ck, der dazu eine ganz ausgezeichnete Maske gemacht hatte, als Periohiiungsanwalt. Tas Orchester unter Herrn Lanzers Leitung wurde seiner Ausgabe völlig gerecht.

** Wassersport. Auf der Lahn wird ;norizen der Erfinder^A Kolodziej seinen Wassergleiffchnh vorfiihren.

Flüchtiger Dieb. Gestern abend wurde einem jungen Manne eine Kiste mit Uhrmacherwerkzeug im Werte von 600 Mark zur Verbringung an den hiesigen Bahnhof übergeben. Er hat aber seinen Austrag nicht auSgesührt, son­dern mit der Kiste und eincin Fahrrad, Marke .Brennabor', das Weile vzesucht. Wer A»S!unft über den Verbleib der Sachen geben kann, wird gebeten, dies der Kriminalabtcilung des Großb. Polizeiamts mitzuteilcn.

** TiebeldenDanie n", die kürzlich einer hiesigen Firma Waren zur Auswahl abschwindelten und damit das Weite suchten, sind mit Hilfe unserer Kriininalpolizei in Dresden ermittelt und in Haft genommen worden. Es l-andelt sich um Personen, die wegen der gleichen Tat von Heidelberg und Kassel gesucht wurden und wogen des gleichen Sckpvindels schon wiederholt vorbestraft sind. Jnwlge der Strafverbüßungen verfügte die Dresdener Polizei über die Photographien derTamcn", wodurch die Ermittelung sehr erleichtert wurde.

** TaS Ergebnis der Tckweinezäblung vom 2. Juni 1914. Wie die amtl. Darmst. Ztg. miiteilt, wurden im Großherzogtum Hessen 400 983 Schweine gezahlt, gegen 4119 372 am l. Dez. 1913 und 340 686 am 2. Juni 1913. Ter Schwcine hestand ist also gegenüber dem Winlerbestand etwas geringer, gegen­über der vorjährigen Sommerzählung aber wesentlich in die Höhe gegangen, und zwar gilt dies für alle AltersNasicn. Denn bei der diesjährigen Sommerzädlung wurden ermittelt 271 131 Schweine unter Vs Jahr ,gegen 239 274 bei der vorjährigen Sommerzäh- lung), 1Ö1 038 Stück im Alter von V, bis unter l Jahr igegcn 78 97t) und 28 814 Stück im Alter von I Jahr und darüber gegen 22 441). Tie Zahl der t Jahr alten und älteren Zuchtsauen betrug am 2. Juni 1914 24 382, am l. Dezember 1913 22 234 und am 2. Jum 1913 19 099. Ta der Sommerbkstand an Schweinen nie­driger als der Bestand im darauffolgenden Winter zu sein pflegt, so ist zu erwarten, daß die im Dezember dieses Jahres stattnndende Winter,zählung einen erhöhten Bestand Nachweisen wird, zumal gegenwärtig die Zahl der unter V, Jahr alten Schweine recht groß ist. Die bei der diesjährigen Sommerzählung ermittelten Schweine verteilen sich wie solgt aus die Kreise: Tarmstadt 16 998 sdaruiitcr 491 Zuchtsauen im Aller von 1 Jahr und darüber), Bens- heim 23 574 ,1457,. Dieburg 32 672 ,1491,. Erbach 23 688 ,20791. Groß-Gerau 28,807 (2045), Heppenheim 17 022 11158), Ossenboch 14 (00 1784), Gießen 38 290 12170,. Alsi'eld 23 958 (1995.. Büdingen 30 760 13097), Friedberg 39 785 f26201, Lau­terbach 16716 999), Schotten 14 709 > 938), Mainz 13107 1461), Alzeh 15 896 1616), Bingen 11 291 1398), Oppenheim 21 419 1871), Worms 18 291 1712).

** Privatarchitekten undkommunalc Bau t e n. Das Gemeindekollegtum in um>->-6->»^> »t <üpz>>ch -wo,, Antrag angenommen, der eine Verbilligung ^urr kommunalen Bauweise dadurch erzielen will, daß zu den öffentlichen Bau ten auch Privatarchitekten heran-gezogen werden. Di« Grund- zage fiir die Beraebung von Staalsbauten an die Privat- architettcn sollen dem Muster der Stadt Lübeck nackrgebildet ivcrden, die vor einiger Zeit entspreü-ende Leitsätze ausge­stellt hat. Danach kann die Einführung eures staatlichen Baues einschließlich der Entwurssbcarbeituich von der Bau- dcputation einem Architekten übermittelt werden. Der Ileber- mittclung soll in der Regel ein Wettbewerb vorangehcn, ohne vorherigen Wettbewerb ist die Uebertragung nur in Ausnahmesällen zulässig. Das Berhäl-tnis der Privatarchi­tekten zur Baudeputation ist ldas Verhältnis zum Bauherrn. Die Arbeiten werden von der Daudepntalion nach dem bei ihr üblichen Verfahren vergeben. Jedoch kann der Architekt selbst die Arbeiten vergeben, loenn der Wert der einzcllien Arbeit den Betrag von 300 Mk. nicht übersteigt und die Arbeit lediglich eine Ergänzung bereits vergebener Arbeiten darstellt. Die Lübecker BauLeputatioii hat diese Leitsätze be­reits in die Praxis umgesetzt, indem! sie den Bau des Konver- saiionshauses in Travemünde' einem Privatarcksitektcn über­tragen hat.

** Ausverkäufe sind jetzt in unserer Geschäftswelt, mit zwar in allen Gattungen von Waren, an der Tagesordnung. B« diesen Gelegenheitskäuscn in unserer Stadt dreht cs sich nu ganz vereinzelt um Räumungsverkäuse wegen Geschaitsaufgabe, der Hauvtsache handelt es sich um dar Loeschlagen von lonimo artikcln, m denen der Absatz heuer, ivie allgemein versirhcrt wi, wegen des ungünstigen Wetters recht schlecht geioesen sein soll. sach hatten unsere Kauileute damit gerechnet, daß die Gewerk ausstellung ihnen Kundschaft von außerhalb bringen würde. T Hossnung hat sich aber, iotc uns vielfach versichert wird, nick erfüllt. Es läßt sich dies auch denken, denn bei der Nähe der Bah sind die meisten Besucher der Ausstellung von außerhalb ga nicht in das Innere der Stadt lnnein gekommen. Dir Vorräte i, allen Arten von Aaren, deren Verbrauch für die bessere Jahres zeit berechnet sind, zeigen also infolge des schlechten GeschäslS- gangS noch ein vollständiges Sortiment, so daß ,eder nach seinen (scschmack bei zweisellos billigen Preisen eine Au-.-n>abi treffe kann. Es empsichlt sich jedoch für die Kundschaft, welche Beda hat, oder einen vorteilhaften Gelegenheitskaus machen will, ftül zeitig die Läden auszusuchen, wo ein Ausvcrkau, ängekündigt wirk nnd nicht erst abznwarten, bis die zur Räumung bereft gestelllen Waren teilweise schon ausverkauft sind.

** GütcrrechtSregister Angust M o m l> erger,

Eiiendrehcr in Lollar, und Hessen Ebeiran Elisabetbe aeb. Kllnkel, haben Gütertrennung vereinbart Errungen­schaft s g e m e i N s ch a s t vereinbarten die Eheleute Balthasar Wilhelm Dietz und Anna Margaretha Dietz geb. Schmidt von

Nieder-Wcisel.

Landkrei-s Gießen.

rb Wieseck, 30.Juni. Ein bedauernswerter Unglücks- fall ereignete sich gestern nachmittag.^ Der etwa 12jährige Sohn Karl des Landwirts Philiop Schäfer half seine», Vater beim Heumachen. Dabei kam er der Sense zu nahe und wurde am Bein derart schwer verletzt, daß nach An­legung eine? Notverbandes die fofortige Ueberführung in die Gießener Klinik erforderlich war.

il- Großen-Lindcn Die Bantäffgkeit scheint sich auch in unserer Gemeinde Heuer wieder leidlich anzulassen. Antzer sechs in Llussicht stehenden Neubmiten im Ort, die bereits angesangcn, werden verschiedene Umbauten vorge­nommen und außcrden, die schon tanger geplante »osreite der Försterei errichtet, die ihren Platz an der Straße Gießen- Große n Linden, uwnittellxrr an der Waldschenke, erhall»