Ausgabe 
30.6.1914
 
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lieber das Attentat

werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Der Beör- der schoß 2 ii-s inimittflbcurer Nähe, waS die unheilvolle Wirkung der beiden wohlgezielten Schüsse erllärt, Obwohl der Landeschef den Eindruck hatte, daß nichts geschchensei, wollte er die Fahrt durch die Stadt unter reinen Umständen sortsetzen Er befahl dem Chauffeur in den Konak zu fahren. Die Herzogin sank gegen ihren Ge­mahl und zwar gegen seinen rechten Arni, Ter Landesches Poliorek glaubte, daß die Herzogin infolge eines Nerven- chocks in Ohnmacht falle und wurde in dic>er Meinung noch dadurch bestärkt, daß der Erzherzog und die Erz­herzogin leise einige Worte miteinander wechselten. Erst als der Landesches, der den ortsunlun- digen Chauffeur dirigieren mußte, sich den .Hoheiten wieder »ukehrte, bemerkte er in deni offenen Munde des noch immer ausrechtsitzenden Erzherzogs Blut, Als das Automobil vor dem Konak hielt, war die Herzogin vollständig bewußtlos. Als sie aus dem Automobil gehoben wurde, sank auch der Erzherzog im Automobil zusammen, Aerztliche Hilfe war sofort zur Stelle, aber vergeblich. Beim Erzherzog wurde der nach ungefähr einer Viertel st unde ein - gctrettne Tod sestgcstellt; wenige Minuten spa- ter starb auch die .Herzogin, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben,

Tie letzte» Worte Franz Ferdinands,

Die Wiener Blätter, vorzugsweise dieNeue Freie Presse", bringen noch Einzelheiten über das Mtentat und seine Folgen aus Serajewo. Danach waren die letzten Worte des Erzherzogs! Sophie, bleibe leben für unsere Kinder! Der Erzherzog hatte noch gestern, bevor er von Jlidze nach Serajewo fuhr, an die Kinder ein Telegramm aufgesetzt, worin er ihnen Ereignisse des Samstags schildert. Das Telegramm schließt! Grüße, Küsse von Pappi,

Der Mörder P r i n c i p erklärte vor dem Unter­suchungsrichter, seine Tat sei Rache für die Unterdrückung der Serben,

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Tas Befinden des Kaisers Franz Fosef.

W i c n, 29, Juni, Der K a is e r ist bei b e stc m Do h l- befinden mir Gefolge heute vormittag ll.lv Uhr auf der Station Penzig eingetroffen, wo er von dem Erzherzog Karl Franz Josef empfangen wurde, Ter Kaiser fuhr im offenen Wagen nach Schloß Schönbrunn, von dem zahlreichen Publikum lebhaft begrüßt.

Als Kaiser Franz Joses vom Bahnhöfe durch die Trauerschmuck tragenden Straßen zum Schlosse Schönbrunn fuhr, koirnlc sich da.» massenhaft angesammekte Publi­kum trotz des Ernstes der Stunde nicht zurückhalten, durch brausende Hochrufe und Hüte- und Tücher- schwenken dem Kaiser eine Huldigung darzubringen, für die der Monarch, der ungemein ernst und ergrisfen aus­iah, gerührt dankte,

Tic serbische lßciandtschast in Wien nntcr Schutz gestellt.

Wien, 29, Juni. DasNeue Wiener Tageblatt" mel­det! Die hiesige serbische Gcsandschaft sowie das serbische Konsulat würben unter besonderen Schutz gestellt, um Kund­gebungen zu verhüten,

Wien in Trauer.

Wien, 29, Juni, Gleich nach der Ankunft des Kaisers in c-chönbrunn trafen zahlreiche Würdenträger und Diplo­maten in dem schlöffe ein, uni sich in die Kondolenzliste einzutragen. Der Trancrschmuck in der Stadt vervollständigt sich inimer mehr, kein ,hous ist ohne Trauerfahne, Ans den ltzebäutan der fremden Missionen wehen die Fahnen auf Halbmast, In den Geschäftsläden sieht man schwrrzumslorte Bilder des Thronfolge cpaares. Auch auf der Straße wer­den die Bilder des Erzherzogs und seiner Geniahlin zum Kauf angcboten. Die ganze Stadt steht immer noch unter dem lähmenden Eindruck der Katastrophe, Die Strafst,, sind dicht gefüllt mit Menschen, die, in iffruppen zusammen- stehcnd, das unfaßbare Unglück besprechen.

Militärische Berater de» jetzigen Thronfolgers.

TicNeue Freie Preffe" meldet! Um dem Erzherzog Karl Franz Josef Gelegenheit zu geben, den militärischen Dienst ans höheren Kommandopostcn kennen zu lernen, wer­den ihn, ein m i l i t ä r i s ch e r S t a b u n d m i l i t ä r i s ch c Berater zur Seite gestellt werden, die ans einigen Osfi- jtcren der bis^-rigen militärischen Kanzlei des Erzherzogs »ranz Ferdinand ausgewählt werden, Tie Militartauzlei des Gcncratinspeklorates als solche wird ausgelöst werden, Kaiser Wilhelm reist nach Wien.

Berlin, 29,Juni, Der Kaiser ivird sich zu den Beisetzungsfeierlichbeiten sür den ermordeten Erzherzog-Tlstonfolger nach Wien begeben,

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Eine amtliche serbische Aeiißcrung,

Belgrad, 29, Juni, Das Preßbnreau des Mini­steriums deS Aeußern veröffentlicht folgendes C om- muuiquä! Unter dem Eindrücke des tragischen Ereig- msses, besten Schauplatz gestern Sarajetvo war, haben wer nicht genug Worte, das schreckliche Atten­tat, dem der Thronsolger unserer Nachbarmonarchie und ferne Gemahlin zum Opser gefallen sind, z u b r a n d m a r - k c n, andern wir innig bedauern, daß durch den unerwar­teten und unter so fürchterlichen Umständeir eingetret-nen j.od der gleicherweise hochgeachtete und greise Monarch der österreichisch-ungarischen Nachbarmonarchie und die in der Monarchie lebenden Nationen ins Herz getroffen ivnr den. sind wir in der Lage, sestzustcllen. daß das traurige Ereignis auch ,n »nscrcm Lande die Gefühle der größten Indignation und strengsten Ver­urteilung an s g e l ö st h a t.

Eine Kundgebung in der italienischen Kammer.

Rom, 29. Juni, In der Deputicrtcntäminer teilte der Minister des Aeußcren das Unglück von Serajewo mit gab dem ehrfurchtsvoUcn Mitgefühl für den greisen Kaiser Aus­druck und sprach die Hoffnung aus, daß ein durch so Gel Unglück gestähltes Herz auch diese Prüfung ohne Sckwdrn sür seine Gesundheit, die ganz Europa kvstbar sei, überwin­den werde; denn in seiner hohen Weisheit sehe alle Welt eine der festesten Friedensbürgschaftcn Davauf gab der Präsident der Kämmer der Zustimmung zu den Worten des Ministers Ausdruck und erklärte die Kammer sende den Schwester-Parlamenten in Wien'und Budapest den lebhaftesten Ausdruck herzlicher Uebereinstim- mung in der Trauer,

Lir Edward Krev über den toten Erzherzog.

London, 29, Jimi, iUnterhans) Als Gr eh MM Etat des Auswärtigen Amts das Wort ergriff, ging er zunächst au> die Ermordunq des Erztarzogs und dessen Gemahlin cin und bemerkte, er könne sich nicht enthalten, ein vaar Worte pcrsön- licher Anteilnahme auszusprechcn, ohne dem Hause und deni Pre­

mierminister ^^uith vorgrechm *u^mgen'^uSbrucf' zu ta t Härten, tont ausführlicher i»rai r(ftn .

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G^Mlen"'emeS"Menschen ch-c veffÜ'Uichc^te ^d -me tontcre persönliche Empfindung entsteht ahlreichen Schicksals-

tan V^lnst benackffen der den österreichischen Kaiser betroffen h^ Jeder Minister tas Aeußcren >°ecü. c b?n

stcben des Kaisers sür den europäischen Frievcn gewesen ist und weiter sein wird.

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Acußerungcn der Wiener Preffe.

Wien 29, Juni. Trotz des Feiertages sind die Blätter

beule srüb erschienen Sie heben tan bewunderungswürdigen prmt L di'e taisvickgebende Psluhttreue ^r.mttder ta,: «M*« (Tntar-on sich den Aiffqabeii seiner hohen «lellung widmete, wtoic die tahen Geistesgaben und männlichen Tugenden durch die e sich allgemeine und au,richtig-'Verehrung crioorb, und ichl>e»Nw insbesondere die bleibenden Verdienste, die sich de^ ^iberwg um die Ausgestaltung von Armee und Flotte erworben hat, Aeuberungen der Blatter spiegeln die tMc mmschlcche ^tcilnahmc der Bcvöllerung an dem tragffchen schick,al de- -tt, Ehepaares wieder, dessen rührende Seel-ngcmeimchast em völlig ungetrübtes Familienglück schui, Sic stellen seit, daß a , cifc n der ganzen Monarchie sich einmütig um den greisen Herrscher s ch a re n , her neuerdings eilt Bet l v t r l v o Heroismus und unbeugsamem Pflicht g> c \ u ; 611 9I geben hat durch die Art. wie er die Kunde von dcm erschütternden

Attentat entgcgennahm und > 0 f °.. r 1 *7 e 1° c ^^Sbrmiihina Positionen traf. Mehrere Blatter.sprechen dw Vermutung aus, daß cS sich um einen ivohlvarbcrcitclen Mvrdanichlag auS yolttifchen Motiven handele.

Die Pariser Preffe.

Paris, 29, Juni, Aus Anlaß des Mordanschlages m S-raieivo gelangt in der hiesigen Presse insbesondere ne,e Tetl^ nähme und Miigcsübl sür Kai, er Franz Joses zum Aus­druck, der vom Schicksal so grausam «ctroffon Jet

DerFigar o" schreibt: Bei dem furchtbaren Unglück, welches das Haus Habsburg getroffen hat, wendet gemeine Teilnahme und Sympathie zunackyl dem vcrcürciiswertcn Oberhaiwtc dieser Dynastie zu. Der Schmer,, den Kaiser Man» Joses empfindet, ist auch der Schmerz des Volkes und c- gibt keinen Franzosen, der sich dieser ungeheuren Trauer Nicht an schließen würde, .... . . . 6

DerErcelsior" spricht die Hoffnung mir, daß Kaffer Franz Joses,' der kürzlich au! so wunderbare Wette von eurer schweren Krankheit genesen sei, noch lange genug leben werde, um dem neuen Thronsolger sür die innere und äußere potttit Oesterreich-Ungarns die Richtschnur zu geben, .

DerGaulois" will wissen, das, der Mörder Prrncip in serbischen und russischen Blättern eine leidenschaftliche Kam paane zu Gunsten des OberhanpicS seiner Familie, eines an­geblichen Herzogs von Zelycz, unternommen habe der ffck als Kronprätendent von Bosnien gebärde Zelycz, der in der rusffsmen Marine gedient habe, lebe jetzt in Paris und bemühe ffch, insbesondere in der Presse seine Ansprüche zu verteidigen.

Die russische Presse.

Petersburg, 29, Juni, Alle Zeiffingen sprechen ihr Mit­leid für den schwergeprüften Kaiser Franz Josef aus. Die No wo je W rem ja" schreibt! Die öffentliche Meinung Ruß­lands hat den Erzherzog-Thronfolger nicht zudenFrcundcn Rußlands gezählt, sie bedauert aber tief die Tragödie,

DerR i c t (ch" schreibt: Ten serbischen Patrioten galt der Erzherzog als die Verkörperung de- zähen Dranges der Ißibs- burgischen Monarchie nach Vorherrschaft aus dem Balkan, Ter Erzherzog siel als Opfer, der vntionalpvlitffchen Atmvsvhärc. die drohend Oesterreich von außen >md innen umgibt,

DerPetersburger Kurier" sagt! llngliicklicherweisc ist der Fürst von serbischer band gefallen, der in sich Funke» trug, an denen sich der europäische Brand entzünden sollte. Der Augenblick ist erschütternd sür Europa, besonders sür Oester­reich, Das Schicksal gibt Oesterreich Gelegenheit, seinen Kurs zu ändern und viele Sünden gut zu inachcn, die es in deni letzten Jahrzehnt begangen hat, NamenS des Friedens und tar Wohlfahrt Europas Hoffen wir, daß die Tragödie der Wendepunkt in der Politik Oesterreichs und Europas bildet,

Tic Stimmung in England,

London, 29, Juni, Die Zeitungen geben ihrem Ab­scheu Aber die Mordtat von Serajewo und ihrer Teilnahme für Kaiser Franz Josef Ausdruck, Ter D a i l y T e l e g r a p h schreibti

Es ist keine Phrase, daß dieser Mann, der der Nachfolger cincr starken Persönlichkeit mic Kaiser Franz Josefs werden sollte, seine Spuren i ff g a n z Europa h i n t e r l a s s e n haben würde. Sein Tod ist, wie wir glauben, ein c r n st e r B e r l » st sowohl für ganz Europa, wie sür Oesterreich-Ungarn selbst. In dieser Zeit, wo die Welt a» den, Mpngcl großer Persönlichkeiten! krankt, ist der Tod eines so starken und selbständigen Mannes, wie es der Erzherzog war, cin ivohrcS Unglück, dessen Bedeutung man schwer überschätzen kann,

Daily C h r o n i c l e" schreibt!

Der Empörung der zivilisierten Welt über diesen sinnlosen lind grausamen Mord wird nur die große Sympathie gleichkommcn, die alle Menschen für den greise» Kaiser Franz Joses empfinden werden, _ Wenn die Synrpaihic der zivilisierten Welt dem Kaiser ein Troff sein kann, so kann er dieser in vollem Maße sicher.sein. Alle souveräne Europas blicken mit herzlicher Verehrung zu ihm aut und der "schlag, der ibn getroffen hat, versetzt sie alle in eine Trauer, die der beredte Ausdruck dieser Empfindungen ist. Das Blatt sagt netter t .Die einzige Erklärung, die wir sür das gestrige Zerbrechen haben, ist, daß cs gegen die österreichisch-ungarische Monarchie geplant war. die das Zentrum und die Hauptstütze des osterreichisch-nngarischen Staates bildet. Aber der Schlag, der den Erzherzog und seine Gemahlin getroffen hat, stürzt nicht die Monarchie oder den Staat. Tic Politik des öfter reich,sch-ungarischen Staates kann durch tan Mord nicht ab geändert Ivrrden, tann sie ergibt sich aus den Bedürfnissen der Monarchie und der Völker, die ihr Gebiet bewohnen ,.D a i l y G r a p h i c" schreibt i - ^ Erzherzogs mit seinen hohen Idealen, seinn!

reichen Ersahruiig pnd seinem natürlichen Ernst ist ein Unglück, ein Unglück sür Oesterreich und durch Oesterreich für ganz Europa, Erst vor wenigen Monaten n>arcn die ritterliche Gestalt des Erz­herzogs und die soilnige Erschciming seiner schönen Gemahlin m Zpffercr Mitte und wir können empfinden, was seine Freunde und pandsleiite verloren lsabcn. Aber unsere Snmvathie wendet ® 11 höchstem Maße tarn schmerzgebeugtcn Kaiser zu, der sich nach einmal von einem nnversöhnlichen Schicksal getroffen fühlt, x . In ,f ' ncm Lebensjahre mehr vereinsamt sintat als >e und der dennoch tapfer eine Bürde von Kummer und Verant- nwrtung trägt, wie wenige Männer in der Geschichte berufen ge­wesen sind.

Aus Ktc>-t nud Cant.

Gießen, 30. Juni 1914.

,. Tageskolender lür Dienstag, de» 30. J»i: Stadt, laug"« Uhr ^E^^en-lIastspiel: ,7er lachende Ehemann." An-

w ^'"l?r«'"t''vcrsonalien. Durch Entschließt»!-, de»! Ministeriums des Innern ist der Lehramtsrefervndar Fritz Wurm zu Langen zumLchramtsasscssor" ernannt

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Roienbera und dem Fairsten und Gra,en zu Ertaiü>-^ap)n bera zu Me mit einem evongel.sckken Lehrer zu besetzende zweite Oehrerstelle an der Voltsschule zu La » ba(fl Tos ^ eut°tt°,'sr°cht steh, den, Grasen zu Salms-Lartbück, zu.

.» Ernannt würbe der Schulamtsaspiraut Ludwig Nr öl,l ans Jugenheim zum Reallehrer an der Blinde,i- anstalt zu Fricdverg unter Belastung », der Kates-m- der

VolWschullehrer, ra ge^, dem Schulamtsaspivanten

entert Steinmüller aus tzeuchelheim eine Lehrerstellc an der Volksschule zu Romroü, dem Schulamtsaspivanten Anton Schmuck aus Sobcrnheim crnc Lehrerstelle an der Volksschule zu Viernheim,

** Der Großherzog hat den Obersteuerkontrolleur Finanzassessor Bernhard Za " g zu Groß-Gerau zum Revi- sionsiontrolleur bei dem Hauptstrueramt Mainz ernannt, "* Gewerben uS st eil uug Dießen 1914. Zur Erinnerung an die ans der AnSstelliing vorhandenen Alt- Handwerke hat die AnSstellungSIeitung vier Ansichtskarten an- fertigen lassen, die den Nagelschmied, den Töpfer, den Zinn, gießec und den Weber darstellcn. Die vier Karten, die jnsaninikn nur 25 Psg. kosten, sind »ach Aquarellen des Kunstmalers K. FricS entworscn und in Mehrfarbendruck aus- geführt. Wir niSchtcn nicht versehlen, hiermit nochmals auf den K onzcrtabend am nächsten Donnerstag, den 2, Juli, ausmerkson, zu machen, zu dem der bewährte hiesige Gesangverein .Licderkranz" in dankenswerter Weise seine Mit- ivirkung zngcsagt hat. Er wird verschiedene Männerchöre zum Vorträge bringen und zum Andenken an den am 1«. Mai ds. IS. verstorbenen Liederkomponisten Koschat auch einige Lieder dieses berühmten Tondichters singen. Tie Leitung der GesangSoorträgc liegt in den Händen de? Herrn Dirigenten Franz Bauer, ivährend die an diesem Abend konzertierende RegimcntSkapellc wie immer dcr gediegenen Leitung ihres ObcrmnsikmeisterS Lüber untersteht. Das Konzert beginnt' am Donnerstag um 8 Uhr abends.

**1ic Bescheinigungen der ein gef chrieHee., neu Hilfskassen, Das Großh, Ministerium des Innern, erläßt folgende Bekanntmachung! Nach Artikel 7 der KEiser- liehen Verordnung von, 5», Juli 1912, die Inkraftsetzung von Vorfchrijleii der Reichsversickffiningsordnung bctr, SRe'g,-El. S, 439), werden die den eingeschriebenen HilfSkassen nach § 75 a des zvrankenvcrsicherungsaesetzcs ausgestellten Be-> sckminigiingcn, soweit diesen Hilfskassen nicht icreits vvrher als Versicherungsvereinen auf Gegcnseitigbnt eine Bescheini­gung nach 8514 Abs, 2 RBO, erteilt lvordcn ist, mit dem Ablauf des 30. Juni 1914 ungültig. Es werden daher hiermit sämtliche von »ns früher erteilten Bescheinigungen nach §7'>a KBG. mit dem Minus des 30. Juni 1914 wcherrufen, insolveit solche Bescheinigungen nicht bereits widerrufen oder gegenstandslos geworden sind, oder es sich um solche 33e>' sichcriingsoereine auf Gegenseitigkeit handeU. denen eine Beschönigung nach 85,14 Abs, 2 stlBO, erteilt worden ist.

Verband hessischer G e w c r be s ch u llehre r, A«n Sonntag, 28, d, M, dielt der Verband hessischer ltaiocrbeschul - lehrer seine 3. Berbandstammg im HotelKaiscrhos" zu Gießen ab. Der Vorsitzende, Architekt Garnon l(fficßen>, begrüßte die erschienenen Gäste, insbesondere die Leiter der Gerverbesämlen. Die angeregten Verhandlungen ribrach e» viel interessantes Material, das für die weitere Bearbeitung der von der Verrinurunq gesxre,'-- Zielc reck! wertvoll war, Belontars die AnsteUziugsverhäUNffse wurden einer eiiigelßmden Besprechung unterzogen, T>as von den Trilncbinern vorgcdracbte Material unrrta einem lbuLsclyff: zur weiteren Bearbeitung überivieien, Im Anschluß an die Sitzung wurde der Gelverbeausttrllung ein Bestich abgestattct, über deren Darbictimgen sämtlich,' Teilnehiner des Lobes voll waren. Den Schluß der Tagung bildete ein Rnndgang durch die Stadt.

** A >l s der Bntzback-Licher Eisenbahn tritt, wie schon kurz mitqeteilt, am l, Juli 19.4 unter Auchebung des bis- her gültigen Tarifs cin neuer Tarif in Krast, Es treten I5tnii» ; stigungen der Fahrpreise in tan Swtionsverbindungrn Butzlach-Pohlgöns, Butzbach-Ebersgöns, Butzback-Oberbörgern, Biitzbach-Nockcnbeiq und Bad-Nauhkim-Oppershosen ein. Für den Ausflugsverkehr nach und von Bad-Nanheim, nach Münzenberg (Burgrninc Mümzenbergi nick »ach Hos und Dors Güll 'Kloster Arnsberg) werden A u s s l u g s k a r t c n sür die 2, und 3, Waqen- klasse zu ermäßigten Preisen eingesührt, die an Sonn- und Festtagen und Mittivoch Nachmittagen ansgegeben wcrta». Von Bad-Naulwim werden im Sommer auch an den itbrigen Tagen Ausslugskartcn nach Diünzcnberg und Hoi und Dors Güll vcrab- solgt, ,rür den AüsstugSverkehr der 3 Wagenllaffc wurden die bekannten geräumigen mit großen Fenstern vcrseyenen Aussichts­wagen in die Z'lge eingestellt. Es werden srrner die auf den Staatseisenbahnstrecken üblichen Monatsnebenkartcn cin- gesührt, deren Preis bic Hälfte des Preises dcr Monatskarten be­trägt. Für Gesellschaftsfahrten von niindestens 30 Personen treten in allen Wagenklasscn Fahrpreisermäßigungen cin. Der Mindest» preis für bestellle Sonderzüge ist aus 30 Mk. herabgesetzt worden. Auskunft erteilen die Stattonen,

"" An grffff r' f offener estraße. Am Samstag obeick» belästigten zwei an ,,,runkene Eisenbalm-mgesbelktr in der Frank- suner Straße cm junges Mädchen, das mit seiner Familie des Weges kam, in untarschäinter Weise, Der Vater der stmgen Dame schritt selbstverständlich sofort gegen den rohen Burschen ein und zag ihm seinen Ltock über. Daraufhin ergriffen dir beidenHeiden" die Flucht, kehrten aber gleich darauf um mch wollten über tan Herrn taiffallen. Dieser setzte sich jedoch tüchtig »t Wehr und warf den einen der beiden Burschen zu Böden! als sich der Zweite mrt innein Stock von hinten über ihn stürzen wollte, entriß ihm em des Weges konimender Arzt den Stock und veru hinderte so, daß tar Ueberfallenc ernstlich verletzt wurde. Glück- iicherweffc mar die Polizei sofort zur Stelle mch nahm die beiden Burschen fest, um ihre Namen festznstellen. Der Vorfall hatte emen geioalttgen Menschenauflaus verursacht. Wenn jetzt auch nicht eineKörpeec>erletzung" vorliegt, so gebührt tan beiden Helden ntt ganz gehöriger gerichtlicher Denkzettel, Man kann wähl zu der Annahme gelangen, daß solche bemalen Angriffe auch einmal zu einer Notwehr mit der Waffe iübren können, und snr cm namenloses Elend, das hiaedurch entstehen könnle, mußten allem die Angreifer die Verantwortung wagen,

m dem Bureau des Stadttheaters,

sei nachdrücklich auf die heutige Anfführung der Eyßlcrschen OperetteDer lachende Ehemann" hin- gewiesen, die wie in Homburg und Bad-Ncntheim sicher "»ch stier lebhaslen Anklang finden lvird.

® a n d e rpreis sür das Jungdeutschlandfest c >" Bismarck-Relief, ist auf einige Tage ^Schaufenster dcr Kunsthandlung I, .Hirz am Scltersweg

^ Samstag fand eine Sitzung des Gesamtvor- ^vffelsberger Höhen-Eknb» in Gießen statt, in tar datangeschietanen ersten Vorsitzenden, Herrn Ober-

f'fc ycl)rcr 1,111(1 Rndingöham , tar

i ri Re chner nieder gelegt hatte, gewähli. Um die Geneh. imgimg des Amtes eines brüten Bvrsitzenden, das in tan Satzun»m