AuSstug nach dem ENaß in Amanvillers vom deutschen Httnj' (tnxmiifac verhaftet und vvn 7 Uhr morgens bis mittags sestgehalten worden. Sie wnrden erst wieder frcigelassen. als das Ministerium in Elsaß-Lothringen ihnen gestattete, nach MeV zurückzukehren. Die Ausflügler kennten aut diese Weise dre Schlachtfelder vvn St. Privat nicht besichtigen.
Hierzu erfährt die „Tägl. Rundschau" von zuständiger Stelle, daß die Zöglinge der genannten Nonnalschule schon seit mehreren Tagen in ElsaßÄothringen weilen Sie über - ichritlen die Vogesen bei der Schlucht unweit Münster, reisten durch das Oberelsaß und einen Teil des Unterelsaß, um sich dann nach Lothringen zu wenden. Unweit der Grenze bei Metz nrurden sie allerdings von Grenzkominissaren an- gehaltcu. Es geschah dies zum Teil auch deshalb, weil die genannten LehramtÄandidaten in der Uniform ihrer Schule reisten Bisher war es üblich gewesen, daß vor derartigen Ausflügen von Schulen, Vereinen oder dcrgl. vorher bei der rcichsländischcn Regierung angcsragl wurde, ob cs erlaubt sei, in Uniform nach dem ReichÄande zu kommen. Dies hatten aber die Normalschüler von Douai unterlassen und es wurde ihnen bcdeirtet, daß es nunincdr an der Zeit sei, nach Frankreich zurückzukehren, da man nicht wünschte, daß sie noch länger in der Rühe oon Meß ihren Ausflug ous- dehutcn. Bon der französischen Regierung sind deutsche Ausflügler, sofern sie irgendeine Uniform trugen, immer zurückgewicsen worden.
15. Uongrch für Volk- und Jugendpflege.
--- Altona, 22. Juni.
Unter zahlreicher Beteiligung von an der Jugendpflege interessierten Periönlichkeüen trat lfier im Kaiscrho, der Zentralausscliuß für Balls- und Jugendipiele zu seinem 15. Kongreß zusammen, der unter der Leüuirg des unermüdlichen Vorkämpfers der Sache der Jugendpflege, Landtagsabgeordiicten o. Schenckcndorfs (Görlitz), stand
An erster Stelle sprach dann Bürgermeister Tr. & a g e» mciftrr (Suhl) über die körperliche Ertüchtigung der werktätigen Jugerch. Es sei unumgängtich notwendig, der werktätigen Jugend gerade in dem gefährlichen Alter zwischen 14 und 18 Jahren eine aai^i besonder körperliche Fürsorge zuteil wkroen zu lassen. Das aeergnetste Mittel hierzu biete die Fortbildungsschule, an der der Turnunterricht obligatorisch gemacht werden müßte. Die Mädchen- sortbildungsschulc müßte völlig auf hauSwirtschaftlichcn Grundsätzen errichtet werben. — Der Korreferent zu diesem Thema, Stadtschulrat Tr. Löwenbeck (Augsburg), verlangte als Ziel der körperlichen Erziehung: »> die Förderung des Wachstums, Stärkung der Organe und Beherrschung der Bewegungswerkzeugc, b) die Gewöhnung an rasches und sicheres Urtcll, e> die Stählung des Wüten» mich der Tatkraft, d) die Bildung des Sinnes für Schönheit in der körperlichen Fvrm und Bcivcgunq.
Prof. Tr. Eberhard (Stuttgart) erklärte, daß die allgemeine Einsührung des obligatorilchen Spirlnachniittags eine Forderung des Zentralausichusfcs sei, die als sprncheeis gelten müsse. Namhafte Pädagogen, Turnlehrer, Kommunalpolitiker und Mediziner hoben die Frage nach den verschiedenen Seiten hin geklärt und dir erforderlichen Unterlagen geschaisen. so daß ein sicherer Unterbau vorhanden ist. Ader nicht Nikr den Schülern der höheren Lehranstalten, sondern vor allem den Volksschülern soll diese segensreiche Einriiüstinq zugute kommen. Die zahllosen Schwierigkeiten, die sich der Ausdehnung aus die Fortbildungsschule „och entgkgcn- stellen. dürsten von der unentwegten Arbeit nach dieser Richtung hin nicht abschrecken.
Ter zweite Referent, Prof. Kohlrausch (Haimover), lvies ttgänzend au^ die Unzuttäglichkeiten hin, die sich bei freiwilligem Betrieb des Spiels ergeben, durch den vor allen, die ängstlichen, ungeschickten und körperlich trägen Schüler nicht ersaßt werden. Er beleckchtete dann die Vorzüge des Spiels im allgemeinen und zeigte, daß diese nur bei pflichttnäßigem Betrieb voll zur Geltung kommen können. —^ In der Aussprache wies Oberbürgermeister Dominikus (Schönebergi daraus hi», daß der Kultusminister durch neuerlichen Erlaß die fakultative Einführung des Turnens in der Fortbildungsschule cmpsohlen habe. — Abends fand eine Fcswersammliung mit Borsührungcn statt, um die Ideen des Kongresses nach außen zu propagieren.
Kircbc rrnS Scbnle.
t> W Taub erg, 22. Juni. Gäste»» wurde hier das .uahressest des Zweigvereins Siibiug™ der Gustav-Advlfs- itiftung gefeiert. In dem außerordentlich stark besuchten ^estgottesdienst predigte Pfarrer Weidner Affolterbach, liach der Feschredigt begrüßte Pfarrer Göbcl-Wols die Ge- »eindc im Namen des Zweigpereins Büdingen, llm V»5 Uhr -and in dem Schulhof eine wiederum recht gut besuchte Nachversammlung statt. Hier sprachen Pfarrer Göbcl-Wols, Pfarrer Weidner Asfoltcrbach Pfarrer Kalbhenn^ber- Nockstadt ui* Pfarrer Herpel-Lißberg. Nach einem Dankes- vort des Ortsgeistlichen, Pfarrer Jäger, an alle, die zum Gelingen des Feste? beigeiragen hatten, erreichte das schön «erlaufene Fest gegen 7 Uhr sein Ende. Die (Zesanitkollekte lrgab den Betrag von 64.50 Mk., der der Diasporagemeinde Affolterbach zur Tilgung ihrer Kirchhauschuld überwiesen vurde.
vcretnsnachrichten.
— Leihgestern, 23. Juni. Unser Gesangverein „Lieder - .ronz" unternahm am vergangenen Sonntag bei guter Beteiligung inen Ausslug nach der Saalvurg, der zu allseitigcr Zufriedenheit »erlies.
-- Stein doch, 22. Juni. Wie sehr der Männergcsang in mserem Orte gepflegt wird, geht daraus hervor, daß auch der slcsang-Berein „E'ntracht" lütt trotz sehr starker Konkurrenz auf KM gestrigen Gefangs-Wettstreite in Ostheim bei tzanau unter Leitung seines rührigen Dirigenten Hern, L. Horn in der Land- lasse 6 den zweiten Preis mit 196 Punkten, sonne den Ehrcn- neis mit 107 Punkten erwarb.
& Herbstein, 21. Juni. Zu dem heutigen Bezirks- r, eg er sc st des Hassiabczirks Herbstem Ifattcn sich 30 Kricger- bcgcinc des Bogetsbcrgs eingcsundcn. Dom Bahnst.', aus bewegte sich mittags der Festzug durch das Städtchen, das jesllich gesckwiückt war. Ans dem Festplatz begrüßten Bereinsrwrsitzenbkr R u b l und Bezirksvorsteher Dillemut h die Gäste., Stadtpsarrcr Winter dielt davsnf die Festrede. Unter Leitung des Bezirksvorstehers Förster Tillemuth-Bermutsbain fand dann der Bezirkstag statt be, dem der Vorsitzende über den Hassiatag zu Butzbach Bericht
R. W a l k e n r o b, 22. Juni. Gestein hielt der hiesige Krregcrvcrein sein diesiähriqes Preisschießen ab. Es wurden folgende Preise verteilte 1. Hrch. Zulau,, 2. Karl Döring, 3 Hrü, Hartman». 4. Kg. Rühl, 5. Hrch Gerbig, 6. Alb. Scrth 7 Dab- mcr aus Lauterbach, 8. St. Friedrich. 9. K. Eichenauer 10 Lehrer Maurer aus Brauerschwend, 11. tzch. Döll. 12. Karl Sertb aus B-aenrod, 13. Hrch v. Alt.
Holzbeim, 22 Juni. Der Hassiabezirk Bad- Nauheim-Butzbach hielt hier sein Bezirkssest ab' der bielige Krregervcrein verband damit sein Fa hn en we i hs e st und sein 40jähr,ges Jubiläum. Es waren über 30 auswärtiqc Knegttvkpeinc erschienen. Präsident K r i e b, der den Verein schon 40 Jahre leitet, begrüßte die Gäste, und Frl. S a m e s überreichte mit einem Festgedicht das neue Banner. Lehrer Buß aus Gießen hielt che Festrede, der Schriftführer der Krieg erkamrrad- schatt Hassia, Medizinalrat Dr. Bogt (Butzbachs übermittelte die Glückwünsche des Bezirks und des Präsidiums.
Sport-,
SubilSüMs-Kongrrb des Internationalen Olhmpischen
Komitees.
ParrS, 22. Juni.
Die letzte Sitzung.
Dcuiichtanö kann mit dem Ergebnis des OlvmMfchen Kon- greises >n vollen, Maße zufrieden sein setbit d,e bedenkliche Snmmunq gegenüber dein deutschen Turnprogramm^ verwandelte sich dank dein'energischen Eingreifen des Grafen slerlorps, btt Unterstützung des gesamten Internationalen Owmpnchen Komitees in Zustimmung. In der zehnten Sitzung am ---onntag vormittag zog der Internationale Athletik-Verband fernen Elnspruch gegen den turnerischen Seckiskamps zurück und stimmte mit Rücksicht au, die Deutsche Turnerichaft für seine ausnahmswene Zuiasiung bei den Olympischen Spielen 1916. ...... -
Auch bas ursprünglich abgelehntc Gewichtheben kam auf Antrag mehrerer Länder zur zweiten Lesung und ivurde rn bas
Programm ausgenommen. . _ . t _ . c 6f ..
D-er Segclau^schuß schlug vor, t>as; in der 6- und v-m-Ktane silr jede Nation je ein Boot starten solle. ^
Der moderne Fünfkampf bleibt in der brsherrgeir tform erhalten, besteht also aus 300-m-Schwimmen. 4M-m-(^elände- lausen, Pistolenschießen, Degenfechten und Gelandernten. rvur lc^teres stellt Deutschland eine -kuswal-l von Pferden, die unter die Teilnel..ner verlost merdim, da Starten mit eigenen Pferi^n verboten ist. Damit war das pflichtmäßige Programm erledigt, dem wahlfreien Teil des Programms fanden Golf und -.iinter- fport Aufnahme, während Hockey abgelekmt wurde.
Am Sonntag nachmittag wohnten die Kongreßteilnehmer den französischen Athletik-Meister schäften bei._
Gießener Strafkammer.
Gießen, 23. Juni.
D r e i M a r k G c l d st r a f c, im Uueinbeinglichkeitsfall mit 1 Tag Gefängnis zu verbüßen, und die Kosten beider Instanzen erlfielt der I-uhrmann W. aus Gief-en auf die Berufung der Großh. StaatsaiUvaltschaft gegen das Urteil Größt). Schöffengerichts (vicßen, wegen HüuSsriedcnsbuchS> wert er unbefuglerweise durch das Gernianiator anitatt drirch das Haupttoe an die Militärwasckianstalt fuhr und ttotz Äussorderung des Postens nicht anhielt.
Frc ige s p r och c n wurde her aus Oesterreich stammende Arbeiter b., zuletzt auf einem Hofe in Butzbach beschäftigt, von dem Vergehen des Diebstahls, de» gangen durch Mitnahme eines Anzugs, an dem sein Dienstherr, weil noch Nicht abvcrdicnt, Eigentumsrecht lzatte. Der Angeklagis hatte sich denselben mittels eines iolschen Sckilüssels aus dem Zimmer verichasit, in dem ihn sei» Dienstherr verwahrte, und hat sich damit heimlich entfernt. Bei seiner nrangelhaiten «pchulbüdung und da er nur sehr schlechi deutsch iprickn, konnte ihm nicht nachgeiviesen werden, daß er das Bewußtsein der Rcchtswidrigkeit hatte.
Berworfcii
wiurdc die Berusung des Gcilügelhändlcrgchüseii H. in Dorheim wegen Aiisbleibens in der heutigen Hauptverhandlung trotz ordnungsmäßiger Ladung. Derselbe hatte vom eschöfsengericht Fried- brrg wegen Betrug, Betrugsvcrsuch und Untcrschlagung cine Gr- samtgeiängnisstrase von zwei Monaten erhalten. Er hatte in Friedberg versacht, von vcrschiedenrn Fraurn Geldbeträge zu enchwindeln unter der Borgabe, er käme sür die abwesenden Ehemänner Weiter hat er ein Paar Gamaschen, die ihm zur Anprobe übergeben waren, ohne zu bezahlen gegen den Willen des Eigentümers mitgenommen.
DrciMonateGcsängnis unter Anrechnung von lieben Wochen llniersiichnngshafi erhielt der Bäcker T. aus Waltershaulen wegen Diebstahl im Rückfälle. Er hatte einem Knecht an der Erlenmühle bei Brauerschwend einen Kittel mitgenommen.
EinenTagGcsängnis erhielt der Schneidcrmrister G. in Alssctd, weil er unter rille Anzeige, die er bei dem Großh. Amtsanwalt in Wssrld cinrrichte, einen salichen 4lamen setzte.
Vertagt
aus iuibestimmtc Zeit ivurde die Sache gegen einen Kolporteur, jetzt Kuhsüttercr B. in Großenritte, wegen Betrugs im Rücksall, zwecks Anstellung weiterer Ermittclniigrn durch die Staolsanwalt- iwast, insbesondere auch darüber, ob cs zutrifst, daß er die erschwindelten Beträge mit Frauen durchgebracht hat.
Zwanzig Mark Geld st rase wegen Vergehens gegen das Viehseuchengesctz und süns Mark wegen Uebertretting desselben (Gesetzes erhielt der Viehhändler G. aus Schlitz. Er hatte zwei Rinder aus Fulda in hessisches Gebiet ein- gesührt ohne Ursprungszeugnis, und es auch nicht sofort zur Oua- rantänc angcmeldct.
Fünf Mark Geld st rase erbiclt der Stmidesbcamtc St. aus A., weil er die Trauung eines Witwers vvrgenommen halte, ohne ein amtsgcrichtliches Wicder- verehelichungszeugnis zu verlangen.
■= Gießen, 23. Juni (S chö ss en ge rt cht.) Der Ha» delsmann B. W. vvn Allendors an der Lumda führte ir Januar dieses Jahres bei sttcnger Kälte eine Kub von dlllendoi nach Gießen in den städtischen Schlachthos, ohne das Tier gegc dü Unbilden der Witterung durch Austegen einer Decke zu schützer Wegen Tierquälerei erhielt er durch Strafbrsehl cine 01 eII strafe von 10 M f.; er erhob Einspruch, doch sah das Gerick heute keine Veranlassimg — aus Grund der Zeugenaussagen — von der Strase Abstand zu nehmen — Der Landwirt I. C. K von Steinbach bei Gießen wollte seinen Hühncrstoll auswciße lind holte deshalb von einer Nachbarhofreitc einen Eimer vo Kalk Die Besitzerin der Liosreitc erstattete später Sttasanzcg wegen Diebstahls, d-xh gibt sie in der heutigen Bewri- anfnahmc selbst an, daß die Anzeige von ihr auf Beranlasjun dritter Personen erstattet worden sei,, und sic selbst die Entnahm des Kalkes als einen Akt „der nachbarlichen Aushülse" anseh der in den Neinen Orten eben Brauch sci. Das Gericht erblickt ebenfalls in der Tat keinen Diebstahl und sprach den K. frei! - Der Arbeiter G. H. von Anklam, zurzeit Strasgcsangener lx Strafanstalt in Butzbach, lackte während seines 'Aufenthalts ii hiesigen Arrestdaus in eine Mattatze ein großes Loch gcmackzt UN aus einem überlassenen Gebeibuche mehrtte Blätter herausg! rissen. Er ist geständig und erhielt wegen Sach be sch ädr gung 10 Tage Gefängnis. — Der lugeMichc Hausbursck Carl H. von liier Itzcktc seinem Dienskberrn aus einem Porti inonnaie 10 11 und mehrere Taler entwendet. ^De Geld wurde ihn, abtt wiedtt abqeiwinmen. Der Dienstherr hall keinen Sirasantrag gestellt. Er erhielt die Sttasc des qericht lichen Verweises.
— Eine Privatklage de« Abgeordneten D W er» er- G i eß e „ gegen den Redakteur des .11 lk' Fri Engel, beschchligle am Montag, wie ivlr in Berliner Blätter lesen, das Schüße,igencht Bertin-Sckiöneberq. Der Piivnlktäai war durch Rechtsanmntt Böticher-Buhdach vertreten - der Ana kiaal« wurde durch Juslizral Pivste verteidigt. Tr Werner-Gieß, batte im Reichstage ein, .kurze Antrag«- an die Reqieruna e, richtet, ob es nicht als erforderlich erachtet iverde den Ulf* i n öoä -B-ttiiier Tageblatt* vom Vertrieb ans den Eisenbahn-i, an- z,,ichl,eßen. Da es sich »n> eine Angelegenheit de? preußifch« Etlenvahnmm.il.rr band-it-, dre ,„ch, vor den Reistag gedo, Ried d,e Anträge ohii« Antwort. Tr. Werner bat dann in ent, Reichstagsrede Angrisfe aut .Ulk* und .Tageblatt" gerichtet w' darin behauptet, daß beide Blätter chriiten,kindliche Tendenzen ve treten »nd das vaterländische Empfinden in den Stand ckebe Außerdem protestier,- Tr. Werner gegen die ausweichende An wort der Regn-runa unter pm.vets aul di- dem Reiche nute sl-h-nd-n Reichs-Eilenbahnen. Ter ,»!k- brachte daran, e aut Tr. Werner bez„gl,ches Evoitgedichl und ein ihn ve ipettendes B,ld mit Unterschrift beide Publikationen Hab, den Tr. Werner veranlaßt die Prioa,klage anzunrengen. S, Angeklagte erhob die Widerklag-, die sich aus einige Au
sührnngen i» dem Schriftsätze di- Prozeßvertrcters des Prioar- kläaers stützte. Der Angeklagte machte gellend, daß die Publikationen im ,1Ilk* »nr eine Abwehr gegen überaus scharfe und »mberechtigle Angrisfe, di« Dk. Werner ii»ier dem Schutze der Jm- muniiät aus heiler Haut gegen de» ,lNl* erhoben »nd damit ihn in seinen Jnieresje» aufs schärfste verletzt haben, darsielle». Ter Bertteler des Privalkiägers überreichte mehrere Nummern des .Ulk" und wie« nach, daß die Charakleristik, die Tr. Werner über die Tendenz des „Ulf* gegeben, derechiigl sei, ivas von der Gegenseite bestritten wurde. — Nach längerer Verhandlung erklärie das Schößeugericht den Angeklagten der Beleidigung fchnldig und verurteilte ihn zu ö u 0 M k. Geldstrafe oder I 0 » Tagen Gefäiignts. Tos Gericht berückfichtigse, daß der Angeklagte an sich bcrechligl gewesen fei, die Sliigrisse der Gegenleste abzuwehren, daß auch dt« Sattte nicht unterbunden werden folls, daß aber der Angeklagte de» zulässigen Rahme» überschritte» »nd nicht bloß die Absicht gehabt habe, seinen Gegner politisch zu bekämpfen, sondern ihm auch persönlich eins a nLznivische» und an der Ehre zu verletze».
Ptrmifditte,
* Sprichcrbrond. Aus Paris, 23. Juni, wird gemeldet, Heule nacht zwischen l und 2 Uhr ist in belli großen Warenspeichcr im Stadwiertel La Billette in der Avenue d'Atle- mogne ein großes Sckfadenseuer ausgebroche». Die Speicher zer- satten in verschiedene Einzefränme. Das Feuer ist in dem Speicher A, in dem hauptiächiich zollpflichtige Wareir lagern, wahrsckfeiulich infolge Kurzschtufses ausgebroche». Ter Speicher A ist ein fünfstöckiges und 200 Meter langes Gebäude, das im Augenblick vollständig in Flammen steht. In dem brennenden Speickicr lagerten riesige Vottäte von Kakao, Ka'see, Teppichs: und andere aus dem Orient kommende Waren. Fast die geiamte Feuerwehr von Paris ist aus der Brandstätte erschienen und bemüht sich, die Feuersbrunst zu hekämpsen und den Brand wenigstens auf feinen 5dcrd zu beschränken. 30 Dampspumpen schleudern unansbörlich große Wasser- mengen in die Flammen. Gegen h Uhr morgen» schien es gelungen zu sein, dic umliegenden Gebäude, die zum Teil ans Holz grlaist sind, vor dem Ucbergreistn der Fiainmcn zu bewahren. Die Arbeiten tun Feuerwehr wurden durch heftigen Wind und den leißenden Qualm außerordentlich erschinert. Trotz der srühen Morgenstuiidc befindet sich eine riesige Menschenmenge an der Brandstätte und die Polizei hat einen Ordnungsdienst einnchten mfüsscn. Der Polizeipräsident und verschiedene Mftglicder des Magistrats welle» an Ort und Stelle. Ter Schaden, den die Feuersbrunst angrrichtet Hai, ist enorm und dürfte sich nach einer Schätzung auf eine Million, nach einer anderen sogar ans zwei Millionen belausen. Jedensalls ist er aber vollkommen ^urckr Versicherung ge- i deckt. Es ist anzunehmen, das; aus dem Speicher A auch nicht I das geringste zu retten sein wird. Die eft'ernen Rolläden, die dic , Fenster versperren, sind infolge der surchtbarcn Hitze rotglühend i geworden und brachten daS Leben der Feuerwehrleute in Gefahr.
Papier ne Schätze am Meeresgrund. Trotzdein die Aussichten auf eine Hebung der „Empreß os Jreland" nur gering sind — das Schiff liegt in einer Tieic von 17 Faden anjl Grund — hat inan die Hoffnung auf dic Hebung des Dampfers noch nicht völlig aiffgrgrbcn^ auf jeden Fall aber will ' man »criuchen, die vier Millionen Silber, die sich in der Münzlabine des Schiffes in 163 Säcken verpackt besandeil, zu retten. Diese vier Millwnen sind naturgemäß nur ein kleiner Teil des Geldwertes, der mit der „Einpreß Pf Jreland" m die Tiefe l iiiabsauk. Es besteht kein Zweifel, daß viele Hundctttauscnde von Mark, die sich im Besitz der Passagiere befanden, verloren gegangen sind llcbcrserpaisagierc führen gewöhnlich euien nicht jieringen Bottat an Bailknolen und Bargeld mit sich Bei diesen Banknoten, die nun versunken im Wrack liegen, tritt der seltsame Falt ein. daß der Bttlust dieses Geldes zugleich für andere einen Gennnn bedeutet. Tic Gttmnner sind die Banken, Wenn eine Banknote veNoren ist, verständigt man in England unter Nummerangabe dic Bank ^>f England Dann tritt eine Wartezeit von einem Jahr ein. Sind die verlorenen flivten inzwischen nicht ausgclaucht, so kann man sich das Geld auszableü lassen, wobei man freilich der Bank einen Jndcmnitätsschcin i stellt, durch de» man sich verpffichfet, für den Fall, daß die , Noten doch noch auftanckfen, der Bank den bczaNten Betrag zurück zu erstatten. Kann man jedoch Re Nmnniern der 3d>rine ii ich, an geben, und die Scheine auch nicht beibrinqen, so erlischt dir Verpflichtung der "rnk, Ersatz zu leisten, die Banknoten sind verschollen und dic Bank, dic sie seinerzeit gegen bares Geld in Kurs setzte, wirb zur Gcwinnerin.
— Gepulvertes Gem ü s c. Die auch von uns schon behandelten Fricdentbalschcn Gcmüsepuloer werden von 'Dr. Strauch (Altona', in der Zeitschrift f. exper. Path. n. Ther. besprochen. Sic wurden darnach in lange fortgesetzten Stoffwechjelreihen gut vertragen und reizten den Darm nicht. Ihre Ausnutzung mar bei. Botmen doppelt so gut, bei Spinat nur weniger besser als bei den* frischen Gemüsen. Von den Pulver» konuten Mengen genommen werden, die, auf frisches Gemüse bezogen, nicht bewältigt Iverden könnten. Die Zclluloieansnutzung der (tzeniüsevulver mar dreimal besser als die frischer Gemüse. Gasbildung ttat nicht aus. Für Schonungsdiät werden die Gemüsevulvcr empfohlen.
Auch ein Lob. „Ich schätze mich glücklich," so erzählte ein Pfarrer von Philadelphia, „daß ich unter den Mitgliedent meiner Gemeinde mehrere Igbe, die mir stets die Wahrheit üben mich selbst sagen. Einmal fragle ich eine würdige, wenn auch gerade .nicht sehr gebildete Frau, ob jic meine gcscktticbeilcni oder meine gesprochenen Predigten lieber hätte. Sie dachte einen Augenblick nach, und dann crwidttie sic mir: „Ich habe Sie am liebsten ohne das Buch, weil Sie immer wieder ein und dasselbe sagen; so kann ich cs besser behalte»."
Luftschisfahrt.
Deutsche L«stIchissahrts'A.-G. lDtlag) in Arankfutt a. M.
Dic Gesellschaft Hot im porige» Jahr ihren Verlust von l>/> Millionen Mark gleich der Hälfte des 'Aktienkapftals dadurch vermindert. daß sie sich ohne Erhol,nng deS Aftienkapitals IV» Mill. Mark durch die Umwandlung solcher 'Aktien in Vorzugsaktien, aus dic 3000 Mark zngezablt wurden, verschaffte. Der neue Abschluß, der der Hauptvermmmlung vvrgclegt wurde, enthält eine» neuen Verlust vvn 244 620 Mark, zu dem die Vcrwaltuna u a. bemerkt, daß sich die Betncbskosten bei dem ßörungssreien Fährbetrieb mit drei Luitschisfen im Jahre 1913 verhältnismäßig vcrringctt babcii, und daß auch neue Hallen, namentlich die in Leipzig, lungfräuliche Gebiete erschlossen haben, so daß ein rcintt Betriebsüberschllß von 260 000 Mk. (90 000 Mk. i erzielt Iverden konnte. Allein andererseits habe gerade das verflossene Jahr gezeigt, daß die Veraltung der älteren Lustschisst so schnell vor sich ginge, daß außerordentlich hohe Abschreibungen nötig seien. Schon nach dem bisherigen Ausmaß dieser Abschreibungen ergebe sich der genannte Verlust: man müsse sich wohl aber noch zu höheren Wschreibungen entschließe». Tie Gesamtein- nabme beträgt l 110000 Mk. (830 000 Mk.). Dic Bettiehsunkvneo bettugen 800000 Mk. ,740000 Mk., bei 640 (400' Fahrten. Di! Wschreibungen. dic nicht nur den Ilcberschuß verzehrten, sondern 00,1 rund V» Million Mark verursachten, betrugen 510000 Mk. (348 000 Mk ). —
,litder die Aussichten sagt der Geschäftsbericht, daß sic für 1914 und die weitere Zukunft vorerst nicht sehr günstig beurteilt werden könnten. Es dürsten bestensalls die Ergebnisse der nächsten Zcri ähnlich ausjallen wie im vergangenen Jahr. Der Abschluß ^ffuiwe genehmigt. Oberbürgermeister hldickes wird aus Gesundbeits- rncksiüiten aus dem Auffichtsrat ausjcheiden: Geheimer Kommcr» ^ r 'm''5S' ® rnlt Schieß in Düsseldorf übernimmt an seine, Stelle den Vorsitz un Auffichtsrat.
, K'ö "i gsberg, 23. Juni. Leutnant Scrna landeie Heu früh. Oberleutnant Surcen ist heute morgen in Jnsterbui auigeiiiegen. Er erlitt bei Taviau einen neuen Mowrdewkt. Heu nachmittag finden d,c örtlichen Weltbenrerbc statt. Ahcnds i Empfang durch die Stadtvcrwilltung.


