Vainbi dem albanische» hctuptmcrn» folgcnbe Mitteilungen au- dem Rebellenlager: Die Ausständischcn rekrutierten sich n»S den Gebieten von Dibra, Arana. Peking Kawaja und Schiak. Ihre Gesamtzahl betvage üöOOWann Davon seien wahre Anhänger der Bewegung nur ettva 3000, iväh- renb die übrigen, darunter zahlreiche Christen. durch Drohungen zur Solidarität gezwungen worden seien Er selbst war. wie er zncscbe, die Seele der Bewegung, Er verfüge über IbOO Leute, auf deren unbedingten Gehorsam er rechne» könne. Diese stünden unter der Führung des früheren Kvn- stantinopelcr Polizeibcanitcn Sch eilet und des früheren türkischen Oberleutnants Kiemil bei Elbassani lieber die übrigen Führer der Ausstaudsbewegung enthielt sich Scheich yamdi jeder Aeußcrung. Im n>eiteren Verlause der Unterredung erklärte der Scheich, daß er seine Leute aus fordern ivolle, die Waffen bedingungslos aus« zuliesern und sich dem Fürsten zu unterwerfen, Ter Scheich schrieb einen entsprechenden Brief an seine Leute, in welchem er die Ausjordcrung zur llnterwersung damit begründet, daß er jetzt, aus seinem früheren Milieu herausgerissen, mehr Zeit und Gelegenheit habe, die Lage objektiv zu beurteilen. Er komme zu dem Schluß, daß der beste Weg die Unterwerfung sei. Seine Leute möchten, wie er selbst, aus die Gnade des Fürsten rechnen, Scheich Hamdr ließ diesen Brief nach Schrak zu den Aufständischen bringen, /
Bruch des Waffenstillstandes.
Durarzo, 22, Juni, Trotz des Waffenstillstandes unternahm der Fqi n d des Abends Angrisssvcrsuche und erössnet« ein heftiges Feuer gegen die verschanzte» Regierungsmannschaften, die das Feuer lebhaft erwiderten. Bald griffen auch die Kanonen in den Kamps ein, der jedoch nach einer halben Stunde wieder verstummte.
Eine »tue Niederlage der NegierungStruPPtn.
Meldungen aus dem Süden besagen, daß die Regierungstruppen am Semenislussc von den Ausständischen geschlagen worden seien, wobei sic ein Geschütz und ein Maschinengewehr verloren hätten Der Platzlommandaut von Durazzo^ beabsichtigt, das gesamte buschige Gelände zwischen der Stadt und Rasbul, durch welches sich der Feind vor acht Togen unbemerkt an die Stadt heranschleichen konnte, durch Stadtbewohner planieren zu lassen, um einen freien lieberblick bis über die Sümpfe zu getvinnen, und dem Feinde jede Möglichkeit zu einer abermaligen Ueber- raschnng zu nehmen,
Dnrazzo, 2.3, Juni, 10,30 N, (Agcnzia Stesani,) Der gestrige Tag verlief ruhig. Nachdem die Aufständischen die Truppen Prenk Bibdodas umzingelt hatten, zogen sie sich wegen des Waffenstillstandes zurück, Bibdoda griff daraus die Aufständischen an, die nach Schiak ogen. Der Bürgermeister von Schiak protestierte gegen iesc Verletzung des Waffenstillstandes in Durazzo, woraus die Regierung Bibdoda befahl, die Feindseligkeiten cinzu- stellcn.
Nach heute mittag cingctroffencn Meldungen ist El- bajsan von den Aufständischen eingenommen. Die Regrerungstruppen sollen mit zwei Offizieren in Gefangenschaft geraten sein.
Die Befestigung der Stadt.
Durazzo, 23, Juni, Tie Regierung hat gestern eine Bekanntmachung erlassen, in der alle männlichen Personen von 14 bis 50 Jalzrcn ausgesordert werden, sich heute zu stellen, um an der Vervollkommnung der Befestigung der Stadt mitzuarbeiten,
Ter Bruder der Fürfliu.
Wien, 23, Juni Der Bruder der Fürstin von Albanien, Prinz Günther von Schön burg-Walden- burg, ist gestern aus Bukarest eingetroffen und abends nach Durazzo iveitergereist, Während seines Aufenthalts empfing der Prinz den Besuch des albanischen Gesandten,
Verrt?ches Aeich.
Der König von Sachsen ist am Dienstag vormittag um 0,09 Uhr in einem russischen Sonderzug von Petersburg kommend in Eydtkuhncn cingctrosfen. Die Weiterreise nach Trakeh-nen erfolgte um 9,53 Uhr,
DerGroßherzogvon Baden reiste am Dienstag mittag 3,40 Uhr nach Königstein im Taunus, wo die Großherzogin sich, bereits seit Montag befindet.
Die badische Zweite Kammer hat in ihrer Sitzung am Dienstag den Stantsvertrag zwischen Baden und Hessen über den B " u einer Eisenbahn von Neckar st cinach nach Schönau imOdcn- wälder Steinachtal einstimmig genehmigt.
Wegen Landesverrats wurde in Berlin rin Schreiber der höheren Militärbehörde verhaftet. Er hat zugestandenermaßen Fe st u n g s p l ä n c an eine ausländische Macht verraten.
Au»lai,v.
Die russischeReichsduma hielt eine geschlossene Sitzung ab, in der 14 Vorlagen, unter anderen folgende, angenommen wurden: Vorlage betreffend Geldmittel für den Bau einer neuen Pulverfabrik, bctresscnd Verlängerung der aktiven Dienstzeit der Unter- militärc des Landheeres um drei Monate, Geldmittel zum Bau strategischer Chausseen au der West- grenze, Geldmittel zur schleunigen Verstärkung der Schwarzcn-Meer-Flottc in der Periode von 1914 bis 1917, Ergänzungskreditc für die Anschaffung von Minen. Geldmittel snr den Unterhalt des Flugwesens, sür Bildung und Unlerhalt einer besonderen Garnison in der Festung Peters des Großen, einen Ergänzungskredit von 100 000 Rubel für geheime Ausgaben des Marinemini st eriums im Laufe des Jahres 1914, ferner ein zeitweiliges Verbot der Pferdeausfuhr über die europäische und die SchwarLe-Meer-Grenze.
Ein Besuch des russischen General stabs- chcss in Frankreich, Nach einer Meldung aus Toulon wird der russische Gcneralftabschej Russin sich in Begleitung des französischen Marine^cncralstabschefs Pivet an Bord des Panzerschiffes „Courbet" einschisscn um insbesondere den Schießübungen der Kriegsflotte an der Küste von Korsika und sodann mehreren Flottenmanövern in der Näh« von Toulon beizuwohnen. Es heißt, daß auch der frühere Botschafter in Petersburg und ehemalige Marineminister D e l c a s s s an Bord des Panzerschlsses „Voltaire" den Manövern beiwohnen wird, Herr Russin war schon am Montag bei dem französischen Marineminister in Paris zu Gast, wobei bundesbrüdcrliche Reden gewechselt wurden, Admiral Russin, der Chef der russischen Äkarine- nnssion, wurde zum Grobossizier der Ehrenlegion, vier Offiziere der Mission zu Offneren und einer zum Rätter der Ehrenlegion ernannt.
Der Gicheurr Rathauswettbewerl» um die „alte ttlinik".
Die ausgestellten Entwürfe aus dem Wettbewerb zur Verwandlung der Alten Klinik in ein Rathaus haben kein besonderes Interesse hcrvorgerusen; viele, wohl die Mehrheit der Bürger, hatten ja das Ausschreibcn für gänzlich unnötig gehalten Wir konnten uns denn auch überzeugen, daß die Wettbcwerbsentwürsc den Gedanken eines solchen Umbaues nicht gerade zu stützen geeignet waren, 'Daß der alte Bau eine ganze Anzahl von Raumen besitzt, wußte man schon vorher, und daß diese Räume nun) im wesent- lichen numeriert und sür Rathauszwecke eingeteilt wurden, erforderte keine großen Kunstleistungen der Architekten, Die 14 Verfasser von Entwürfen haben denn auch zum großen Teil sehr bezeichnende Kennwort« gewählt: „Alte Räume, neue Bezeichnungen", „Mehr Licht", „Lieber neub, „Provisorium", „Wandelbar", „Achte daS Alter", „Aus eiserner Zeit", „Putzliscncn" usw.
Daß das Ausschreiben etwas überstürzt vor sich gegangen ist, scheint uns die folgende Zuschrift eines der beteiligten Architekten zu beweisen. Wenn es richtig ist, daß das Preisgericht das Programm vorher gesehen und genehmigt und hinterher nach andern Richtlinien geurteilt hat, so ist die nachstehende Kritik zweifellos berechtigt. Warum werden beim Erlaß solcher Wettbewerbe nicht gründliche fachmännische Beratungen allgestellt? Im vorliegenden Falle hätte man vielleicht den Kostenpunkt genauer umgrenzen, im übrigen aber den Beivcrbcrn erweiterte Freiheit lassen solle».
Wir stellen nun die nachstehenden Ausführungen zur sachlichen Diskussion, Wir glaeben, die Stadt und die Oessentlichkeit haben von solchen öf-ciitlichen Darlegungen, die alle Gesichtspunkte, unter Ausschaltung persönlicher Auseinandsetzungc», übersehbar und klar hcrvorheben, vielleicht einen größeren Nutzen, als von übereilten Beschlüssen in verschlossenen Sitzungen, Wir gewähren gerne auch >olck><en Stimmen ungekürzt Ausnahme, die sich anders äußern wie wir selbst, da wir zcde ehrliche Uebcrzeugung achten und bei allen Maßgebenden selbstverständlich den besten Willen voraussetzen, das Interesse der Stadt zu wahren. Wir hosfen aber, daß der Grundsatz voller und rechtzeitiger Oesscnt- lichkcit in unserer Kommunalpolitik immer mehr Geltung bekomme,
Die Zuschrift lautet:
Die Entscheidung dieses Wettbewerbs fordert eine genauere Betrachtung der in dem Urteil niedergelegten Begründung. Deiiu es wurden vier Entwürfe prämiiert, die den Sitzungssaal in den Hinteren Anbau legten, während im P r o g r a m m die Lage des Saales möglichst zusammcn- liegend mit anderen — namentlich bezeichneten — Berwal- tungsräunicn klipp und klar im 1, Obergeschoß gefordert ivurdc. Der größte Teil der Bewerber hat deshalb auch die Anordnung des Sitzungssaales vorn in deni Mittelbau des 1, Obcrgcscposscs gewählt. Das Preisgericht sagt in seinem E n d u r t e t l:
„Bei der Beurteilung der Entivlirse ging man von der Anordnung des Stadtverordneten-Sitzungssaales als einem der wichtigsten Gesichlspunkle ans,"
Diese Aussassung ist ziveisellos richtig. Sie muß aber schon bei Aufstellung des Programms bestanden haben, denn nur aus ihr heraus konnte dem Sitzungssaal die Lage im ersten Obergeschoß — die nebenbei bemerkt auch die natürlichste und praktischste ist — zugewiesen werden.
Wenn nun das Preisgericht nochmals die Wichtigkeit dieses Gesichtspunktes in seinem Urteil hervorhebt, dann konnte cs doch logischcrweisc nur den Zweck haben, alle Entwürfe, die nicht vorweg die Erfüllung der im Programm gestellten Forderung hinsichtlich der Lage des Sitzungssaales zeigten, als p r og r a in m w i d r i g e zu bezeichnen. Man mußte eine Entscheidung in dieser Richtung um so mehr erwarten, als dein Preisgericht doch vor dem Aus- schrcibcn das Programm Vorgelegen hat und von ihm einspruchslos genehmigt worden ist. Es ist nicht angängig, daß sich ein Preisrichterkollcgium über die im Programm sc st gelegten Bedingungen hinwegsetzt, während der Bewerber sich in seiner Bearbeitung gebunden fühlt. Das Preisgericht hat dazu auch dann kein Recht, tvenn sich selbst ergeben sollte, daß andere Lösungen, als sie im Pro- granim in Form einer bestimmten Forderung bereits fest- gclegt sind, besser sein sollten, was aber im vorliegenden Falle leinesivegs zutrisft. Es gibt dann Mittel und Wege, auch solche Arbeiten zu würdigen, aber nicht auf Kosten derjenigen, die in erster Linie die Bedingungen, die das Programm stellt, respektierten — vielleicht gegen die eigne Uebcrzeugung, Aber derartige Erwägungen und Gesichtspunkte scheinen sür has Preisrichterkollegium nicht bestanden n haben. Es setzt sich vielmehr mit seiner Entscheidung über ie im Programm enthaltenen Bestimmungen hinweg und legt hierfür in seinem Urteil folgende Begründung nieder. Es sagt:
„An sich erscheint cs zweckmäßig, den Saal im Mittelbau nach vorne anzuordncn, um ihn mit den Räumen in gute Verbindung zu bringen, die nach dem Programm in leincr Nähe (Anmerkung: Im Programm heißt's: „möglichst zujammenliegend"! liegen sollen. Doch erfordert dort die Lage des Saales die Beseitigung zweier starker Tragmaucrn, sowie zunächst der beiden vorderen Türme, da deren Abtragung durch Uiiterzüge bedenklich erscheint. Die Beseitigung dieser Türme führt aber zur Anordnung eines neuen Architckturnwtioes, als das in erster Linie ein Giebel in Betracht käinc. Alsdann wäre aber auch die Beseitigung der beiden hinteren Türme aus architektonischen Gründen geboten Solch« Aendcrungen würden also einerseits zu beträchtlichen Baukosten, andererseits zur Beseitigung eines im Stadtbildc charakteristischen Architektur-Motivcs führen, Bel den Entwürscn, die den Saal in den Hinlerbau legen, sind Fassadcnänderungen nickst begründet, sie Imirden daher, da sie ohne weiteres unterbleiben können, bei der Beurteilung nicht näber in Betracht gezogen
Mit geringen Kosten und Veränderungen ist der Saal im hinteren Anbau unterzubringen Wenn er auch dort Notierter liegt, wird doch der Verkehr nach den Räumen des ersten Obergcschoiscs im Vorderbau über einen Trepoenlaus nicht als zu unbequem empfunden werden. Die Grnndsläche reicht aus, um noch eine kleine Garderobe und Räume fürs Publikum (am besten wohl als Galerie) abzuteilen,"
Also die Zweckmäßigkeit, den Saal vorn im Mittelbau, entsprechend dem Programm, anznordnen, gibt das Preisgericht unumwunden zu. Aber es glaubt, die Bewertung dieser Zweckmäßigkeit hcrabsetzen zu können, weil nach seiner Ansicht die Herausnahme zweier Jnnenmanern notgedrungen zur Beseitigung der Türme führen müßte, da deren Abtragung durch Unterzüge bedenklich erscheine, Angestellte Untersuchungen aber zeigen, daß für eine solche Abtragungskonstruktion schon drei I-Träger D, N P, 38 genügen, eine Anordnung, die sehr ost bei einfachen Hausumbauten getrossen wird und deren Ausführung im vorliegenden Falle von keinem Baufachkundigen — und auch nicht vom Preisgericht—-ernstlich als bedenklrch bezeich
net werden kann. Schon die Tatsache allein) daß die herauS- unchmcnden Jnnenmanern nach den Plänen keine Deckenasten zu tragen haben, muß dem geschulten und geübten Fachmanne genügen, die im Urteil niedergelegten Bedenken sallcn zu lassen, l'lllc aus diesen Bedenken gebeiteten Forderungen, als Beseitigung aller vier Türme, Aufbau eines neuen Giebels, Aufwendung beträchtlicher Baukosten, Beseitigung eines im Stadtbildc charakteristischen Architektur- Motives usw,, müssen sonach als unhaltbar angesehen werden und in sich zusammensallcn.
Nun sagt das Preisgericht weiter, die Unterbringung des Saales in dem Hinteren Anbau fei mit g-eringen Kosten und Veränderungen zu crmöglühen.
Aber auch hier muß die mittlere, starke Tragmauer entfernt und durch geeignete Abtragungskonstruk- tionen ersetzt iverdcn. Der an erster Stelle prämiierte Entwurf des Herrn Schön plant aus diesem Grunde über dem hinteren Anbau einen Dachüberbau init eisernen Bindern, an die die Decke über dem Sitzungssaal angrhängt werden soll, Herr Meyer ordnet starke Unterzüge an und schlägt zu deren Verdeckung unterhalb derselben eine Scheindecke vor,
Herr M v h r stellt sogar mitten in den Saal zwei Pjeilcr, eine Anordnung, die ,edcnsaI1s niemals ans eine Verwirklichung Anspruch erheben tann. Nur Herr Garn o n verzichtet aus die unmöglich zu entbehrende Ersatzkonstruktion und liefert anscheinend damit die Grundlage für die vom Preisgericht behaupteten geringen Kosten und A e n d e r u n g e n. Jedenfalls erbringen die prämiierten Entwürfe selbst zur Genüge den BeiveiS dafür, daß die Anordnung des Sitzungssaales im lauteren Anbau keinesfalls geringere Baukosten in einem solchen Umfange erfordert, daß es gerechtfertigt erscheinen könnte, die positiv gestellte Prograinmfordernng außer acht zu setzen. Aber das Urteit leidet auch an Inkonsequenz, Denn der an zweiter Stelle prämiierte Entwurf „Provisorium" legt einen 70 Quadratmeter großen Raum ins erste Obergeschoß in den Mittelbau und beseitigt zu diesem Zwecke eine der beiden Tragmauern, Gegen diese Beseitigung aber äußert das Preisgericht bei der Beurteilung der Anordnung des Sitzungssaales Bedenken, Diese Bedcuken aber mußten hier, im Falle „Provisorium", noch erheblich größer sein, »veil in diesem Falle die Abtragungskonstruktion noch um die Mauer im zweiten Obergeschoß mehr beansprucht roird. Aber das Urteil hüllt sich demgegenüber in Schweigen, Das Preisgericht scheint schon allein durch die Anordnung des Sitzungssaales im hinteren Anbau bcsriedigt zu sein' Aber was dem einen recht ist, ist dem andern billig. Das Preisgericht dürfte konsequenterweise an diesem Punkte nicht stillschweigend vorübergehen.
Ans all diesen Gründen kann ruhig behauptet werden, daß das Preisgericht nicht in genügender Weise das Pro- gramin respektiert und nicht in hinlänglichem Nstaße die tatsächlichen baulichen Verhältnisse des Gebäudes geprüst und berücksichtigt hat. Man kann somit bercchtigtcnvei.se das Urteil des Preisgerichts als einen Fehlsprnch ansehen. Solche Erscheinungen aber sind nicht geeignet, das Interesse an lokalen Wettbewerben zu fördern und zur Mitarbeit jßi ermuntern. Zumal sich die gleichen Klagen schon bei früheren hiesigen Wettbewerben einstellten, ivobei eine vernichtende^ Kritik an den gefällten Entscheidungen geübt wurde, (Siehe Konkurrenz-Nachrichten Nr, 192 vom 30, Nov, 1009: „Das Ergebnis des Wasserturmwettbcwerbs in Gießen,") Die Stadt ober, die in erster Linie für die Wetk- bewerlbsveranstaltung in Frage kommt, muß das -größte Interesse an einer cinwandssreien Entscheidung nehmen, da sonst das ohnedies schon in Architcktcnkreisen bestehende schwankende Vertrauen noch mehr erschüttert wird und von dieser Seite dann kaum noch eine Beteiligung zu erwarten ist. Die Bildung eines P-cisrichtcrkollegiums, geringer an Zahl, dafür aber mehr Fachmänner von Ruf, dürste der erste und notwendige Schritt zur Besserung sein.
Au» Stadt und Land«,
Gießen, 24. Juni 1914.
** Tageskalcnder iiirMiltwoch, den 24,Juni: Deutsch- »atioualer HandlnngSgcbiise»-Verband: Vor
trag im Wintergarten de? Hotels Schuh über .OauImninisgerichtS- wahl und Ha>idl»ngsgel>ille»vewegung", Abends 9 Ubr.
Steins Garten: 9. AbonnemenIS-Konzert, (Solist: Herr Weichte.) Ansang S'A Uhr. <A usII o hINk Ive i I e Nicht a IN Donnerstag.)
Trinker-Fürs or qe ft eile sür Stadt und Landkreis Gießen, Gießen Slsterwcg 9. Sprechstunde jede» DonncrSlag abend S bis VI, M,r.
** Lehramtsperson alten. Der Großherzog hat den Lehramtsasscssor Dr, Wilhelm Malz an aus Tarnr- stadt zum Oberlehrer ernannt »nd den Lehramtsasscssor Friedrich Obermann aus Reuters zum Oberlelrrcr an der höheren Mädchenschule und dem Lehrcrinnenseminar zu Mainz,
** Veränderungen tm XVIII. Armcekorp, Zu Hauptlcutcn befördert: die Oberleutnants: Pitsch d Res, d. Füs.-Regts. von Gcrsdorfs (Kurhcst,- Nr, 80 (Höchst), Ro t- hamel (I Darmstadt-, Hcepke (Erbachh Reitzcnstein, Hausmann, Drüncr, Gruder (I Frankfurt a, M,> der Landw, Ins, l, Ausgcb,, — letztere zwei gleichzeitig zu d. Res,- Ossizieren d, Jnj.-Rcgts, Landgras Friedrich t, von Hessen Cassel (1. Kurbess,i Nr, 81, vcrs,, Ziemen (1 Frankfurt a, M.j, B ern- bar d (Höchst), Klc i nc r (Limburg a, L.) d, Landw, Jus. 2, Ausgebot, — Zum Rittmeister befördert: G ö p pc l, Oblt. d. Res, d, Drag.-Regts, Freiherr von Mantcuycl (Rhein.) Nr, 5 (Hanau), — Zum Oberleutnant befördert: E m m c l iu S , Lt, d. Re), d. 2, Kurhess, Fcldart -Rrgts, Nr. 47 iGicßeu , — Zu Leutnants der Reserve befördert: die Vizcjeldwebel: Gerhardt (Erbach:, d, 1, Oberrl-cin, Jnf-Regts, Nr, 97, Weil (I Frankfurt am Main), d, 4, Unterelfäff. Jns -Regls, Nr, 143, Müller (Limburg a, Lahn), d, 5, Loihr. JniFRcgts, Nr, 144, Hahn (Fricdberg), d. 5, Großh. Hess, Jns-Rcgts, Nr, 168, — Versetzt: Wagner, Lt, d. Res, d. Ins, Leib-Regts, Großherzogin (3, Grvßb, Hess.) Nr. »17 (Mainz-, zu d, Res.-Ofsiziercn d, Jni,-RegtS, Prinz Carl (4. Großherzvql, best.) Nr, 118. — Der Abschied bewilligt: dem Oberleutnant Schneiders d. Res, d, 5. RIein, Jnf.-Regts. Nr, 65 (Limburg a, L,).
** D i e Hagelschäden im Großhcrzogtum verursachten i, I, 1913 einen Schaden von 128 736 Mk., von denen für 32 320Mk, versichert waren. Die Zahl der geschädigten Gemarkungen betrug 17, davon 9 in Obcrhesscn, Die Größe des geschädigten Landes betrug insgesamt 2459 ha, davon 826 in Oberhesscn, In Oberhcssen wurde - sür die mit 13 480Mk, versicherten Früchte die Summe von 12 910MI bezahll,
** Die Obsternte in unserem Kreise und in der Provinz oerimicht Heuer ganz ausg»eichnet zu werden. Die Kirschen sind recht gut geraten, wenn mich die Früchte nicht so süß und aroma- tisch schmecken wie sonst. Man berichtet dagegen, daß die Sauerkirsche, die sür Erirmachzweckc bevorzugt wird, Heuer nicht zur Reise kommt, vielmehr ihre rote Farbe verliert unb von den Bäumen sällt. Dagegen wird es eine sehr gute Mirabcllcnernle und ebenso eine Fülle von Becrenobst geben. Die Aepsel- und Birnbäume sitzen )-hr rckl Ht, l«scn, wenn nicht etwas Außergewöhnliches


