TOrr feine fleuerficfjc tleberbürbung zu klagen haben, aber fletne bereit sind, in die abfällige Kritik einzustimmen und diese !o in der Oesscntlichkcit zu verstärken. _
Verhandlungen mit den Aufständischen vor vurazzo.
Wiederum bat Fürst Wilhelm zu Unterhandlungen mit den Aufständischen sich entschließen milsseu, wobei nicht die Abgesandten seiner Regierung, sondern seine Gegner die Bedingringen diktieren. Die vorliegenden Meldungen sind unvollständig, und man weiß nicht, ob die Aufständischen aus dem Rücktritt des Fürsten bestehen oder inü den unten genannten Freiheiten sich begnügen werden. Es wird kaum au» den Verhandlungen etwas herausspringen; wahrscheinlich warten die Aufständischen nur auf eine günstige Gelegenheit, wiederum die Stadt zu überfallen.
Es liegen solgende Meldungen vor:
Ein Waffenstillstand.
Am Freitag nachmittag fand eine Dersammlung der mohammedanischen Bevölkerung in D u r a z z o statt, worauf eine AbordnungvonvierHodschasindasLager derRebellennachSchiakfuhr,um namens der mohammedanischen Itadtbevölkerung Durazzos die Aufständischen zur Unterwerfung und zum Niederlegen der Waffen zu bewegen. Zwei.Hodschas kehrten abends zurück und brachten als Antwort der Rebellen mit, daß diese bereit seien, den Fürsten anzuerkennen, sedoch um einen zweitägigen Waffen st ill st and bäten. Die Hodschas wurden beauftragt, den Rebellen die Bewilligung des Waffenstillstandes zuzusagen unter der Bedingung, daß sowohl für den Fall eines Bruches des Waffenstillstandes als auch für den Fall eines abermaligen Vorrückens und eines evtl. Angriffs auf die sürstentreuen Hilfskräfte von den Rebellen Geiseln gestellt werden.
Die Forderungen der Aufständischen.
Bei den Verhandlungen mit den Unterhändlern, die in dollem Einverständnis mit der Regierung namens der Stadt über den Frieden verhandeln.sollten, verlangten die Ausständischen die Befreiung vom Militärdienst und von den Steuern, sowie Annahme anderer geringfügigerer Forderungen, die sie schon stellten. Außerdem verlangten sie einen dreitägigen Waffenstillstand. Da die Regierung aus einen dreitägigen Waffenstillstand nicht eingehen zu können erklärte, wurde schließlich vereinbart, daß, wenn dis Sonntag nachmittag 5>/» Uhr keine Antwort erteilt ist. sämtliche Verhandlungen abgebrochen sein sollte». Die Entscheidung traf die albanische Regierung bisher noch nicht. Der Tag ist ruhig verlaufen.
Schliffe iu der Stadt.
Durazzo. 20.Juni. Um 12,30 Uhr iu der Frühe fielen i u d e r S t a d t s e l b st elf von nicht sicher eruierten Individuen abgefeuerte Gewehrschüsse, die in verschiedene Häuser einschlugen, ohne jemanden zu verletzen. Kürz daraus begann die V o r p o st e n l i n i e ein starkes Gc - wehrfeuer, in welches die Geschütze eingrifsen. Nach einer halben Stunde verstummte das Feuer auf der ganzen Linie. Die Nacht verlief ruhig.
In der Stadt werden die Schüsse darauf zurückgesührt, daß es sich um ein Komplott von den in der Stadt lebenden Mohammedanern mit den Rebellen handeln müsse, das bezweckte, unter der Stadtbevölkerung eine Panik hervorzurtlsen, die die Rebellen benutzen wollten. Im Zusammenhang mit dem nächtl. Intermezzo ist der vor etwa 20 Jahren hierher eingewanderte mohammedanische Groß- kausmann Hadschi S u I e i m a n verhaftet worden. Bei einer durchgesührken Hausuntersuchung wurden vier Mausergewehre und zahlreiche Munition vorgefunden. Verhaftungen anderer verdächtiger Personen stehen bevor.
Um ähnlichen Versuchen vorzubeugen, ist heute nacht in der Stadt eine 120 Mann starke Nationalgarde organisiert worden, damit jeder einzelne den Rayon von fünf Häusern genau beobachte.
Ilm den freiwilligen Artilleristen, von denen einzelne 72 Stunden ununterbrochen als Bcdienungomann- schast bei den Geschützen verweilten, mehr Ruhe zu gönnen, hat heute der Artilleriekommandant Fabius einen Ablösungsdienst von einer freiwilligen Bedienungsmannschaft organisiert.
Die Untetnehmnugen der Herzegowina.
Um 10Uhr abends fand ein lebhaftes Feuergesecht zwischen Abteilungen der Verteidiger statt, in welchem 60 sielen und mehrere verwundet wurden. Der österreichisch- unggrische 7 ampser „Herzegowina" ist in der vergangenen Nacht unter albanischer Flagge abgefahren und hat heute früh Kawaja bombardiert. Um 4Uhr morgens wurde die Besckneßung wiederholt und es wurden 60 Mir- biten gelandet. Das Schiss ist zurückgekehrt. Der Erfolg des Vorgehen? ist noch nicht bekannt. Um 4 Uhr wurden vier Unterhändler zu den Aufständischen geschickt, von denen zwei bald nach 6 Uhr zurückkehrten, während die anderen noch von den Aufständischen zurückgehalten wurden. Die enteren beiden hatten eine Besprechung mit dem Fürsten Wilhelm und gingen um 8 Uhr wieder zurück, lieber die ihnen übertragene Mission wird Stillschweigen beobachtet. Der Tag verlies ganz ruhig.
Um etwaigen abermaligen Ueberrumvelungsversuchen vorzubeugen, wurden an sämtlichen einigermaßen gefährdete» Punkten Derschanzungen und Trabizäune errichtet, so daß ein Eindringen des Feindes in We Stadl int Falle eines unerwarteten überraschenden Angriffs ausgeschlossen erscheint. Hinter den "Ver- schanzmigen liegen überall starke Abteilungen von Miridite» und Malisforeu auf Wachposten. Das am Samstag organisierte freiwillige Artilleristenkorvs wählte den preußischen Rittmeister v d. L i v v e zum Kommandanten, der seinerseits den Befehlen der holländischen Offiziere untersteht. Gleichzeitig drückte das Freiwilligenkorvs sem vollstes Vertrauen zu den holländischen Offizieren aus. Tiefen Befchluß unierbrestete Rittmeister d. v. Lippe dem Fürsten, welcher ihn genehmigend zur Kenntnis „ahm.
Bedrohliche Lage in Skulari?
Paris, 20. Juni. Nach einer Meldung des „Temps" aus S k u t a r i sei die dortige Lage beunruhigend. Die Muselmanen schienen den Mmarich der katholischen Mirditen nach Durazzo zu einer Aufstandsbewegung benützen zu wollen. Ein Rcligionskricg sei zu befürchten.
Prtnk Bibdoda.
Am Freitag gegen Abend brachte Batram Du- klani die Nachricht, daß Prenk Bibdoda mit 2000 Mann bei I s ch m i, vier Stunde, nördlich von Durazzo, stehe und am andern Tag die Rebellen bet Schtak angreisen dürste. Abends trafen 80 Mann aus Kossowo ein, denen heute mehrere hundert folgen. Mau glaubt sichere Nachrichten zu haben, daß die Rebellen über 4 Millionen Patronen verfügen.
Vcutfcbe» Hcieb.
Deutsche Einheitskurzschrift. Der vom Reichsamt bes Innern berufene Sachverständtgenausschuß zur Schaffung einer deutschen Einheitskurzschrtst, bestehend aus 23 Vertretern von neun stenographischen Schulen, tagte am 20. und 21. Juni im preußischen Aultusmimsterium unter dem Vorsitz des ©djamratä
Diebe. Ter von dem Unterausschuß korgelegte Entwurf wutte noch eingehendster Beratung in seinen Grundlagen e i n it i nt nt t g a n - genommen uitd die Vorlage mit den von ihm beschlagenen Aendernngen dem Unterausschuß zur Ueberarbeituug überwitteu.
Au»lanv.
Der König von Sachsen wohnte am Samstag vormittag in Begleitung des Zaren der Parade über die Truppen von Zarslose Sselo und Pawloivsk bei. Nach der Parade war Frühstückstaiel, an der der deutsche Botschafter, der Kriegsminister und der Minister des .Aeußern teil- nahmen. Am Sonntag, um ValO Uhr morgens, ist der König von Sachsen mit seinem Gefolge in Petersburg angeiommen. Der Bürgermeister von Petersburg Gras Tolstoi bot dem König in einer silbernen Schüssel Brot und Salz an und hieß ihn namens der Hauptstadt willkommen. Nach der Begrüßung begab sich der König um 10 Uhr morgens in die mit Blumen geschmückte katholische Bonifatiuskirche, wo er dem Gottesdienste beiwohnte. (Wegen Mittag verließ er die Kirche. Die Stadt ist mit Fahnen tu den russischen und sächsischen Farben geschmückt.
Zu der Ankunft de? russischen Marine- General st abschefs Russin in Paris schreibt der „Temps": Dem Besuch des Admirals Russin liegt vor allem der berechtigte Wunsch zugrunde, mit den französischen Marinebehördeii in Verbindung zu treten. Es handelt sich heute nicht um neue Verhandlungen. Das Zusammenwirken der beiden Flotten bleibt so wie es in dem im Jahre 1912 zwischen Frankreich und Rußland abgeschlossenen Marineübereinkommen festgesetzt ist. Was Rußland anlangt, so umsaßt dieser Plan eine Flotte von Panzerschiffen in der Ostsee, eine Flotte von Panzerschiffen im Schwarzen Meer und eine Abteilung von Kreuzern in den ostasiatischen Gewässern. Bon besonderer Wichtigkeit ist die O st s e e f 1 0 11 e, denn sie würde im Kriegsfälle die kräftigen Anstrengungen des Laudheeres direkt unterstützen können. Dieses Zusammenwirken und manche andere Fragen dürften in den Verhandlungen der Leiter der beiden Kriegsflotten erörtert iverden. In Marine- und Heeressragen ist nichts schlimmer als die Improvisation. Deshalb begrüßen wir mit Freuden den Besuch des Admirals Russin.
Ueber dlie Krisis in den türkisch-griechischen Beziehungen sibrcibt die amtliche „Nordd. Mg. Ztg ", daß sie überwunden scheint, wenn auch eine Einigung über die streitigen Punkie im einzelnen noch ausstehi. Die Antwort der Pforte auf die Note Griechenlands enthält, wie zu erwarten war, nicht die uneingeschränkte Annadme der griechischen Forderungen. Die Psorie machte aber während der Rundreise des Ministers Talaat Bev durch die kleinasiattschen Ortschaften, wo griechische Untertanen geschädigt worden sind, bereits mit einer wirkiame» Abhilfe einen wesentlichen Anfang zur Besserung der Verhältnisse. Sie erklärte sich überdies in einer Mitteilung an die Großmächte zur Untersuchung der griechischen Beschwerden bereit und die türkischen Gegenmaßregeln durch besonders zu entsendende europäische Vertreter vornehmen zu lassen. Die baldige Aussührung dieses Anerbietens, an ’oem Deutschland mit den anderen Mächten mitzuwirken bereit ist, dürste bei der bereits sestgeftellten versöhnlichen Gesinnung der griechischen wie der türkischen Regierung der Gefahr eines kriegerischen Zusammenstoßes rechtzeitig Vorbeugen.
A«» Stadt «ad Land.
Gießen, 22. Juni 1914.
Die Städte und das Theater.
Es geschieht nicht alle Tage, daß auf einem Städtetage auch einmal ein Vertreter einer anderen Zunft zum Worte kommt. Wie gut das aber ist, sich dort mich von nichtkommn- nalen Fachleuten über Fragen, die das kommunale Gebiet streifen, belehren zu lassen, zeigt der Vortrag des Bühnew- geuosseuschaslspräsidenleu Rickelt ans dem jüngsten brandendenburgisch. Städletag, der die Theaterverlhiiinisse der mittleren und kleineren Städte behandelte. Rickelt nahm kein Blatt vor den Mund und sprach es offen ans, was wir ja alle wissen, daß viele Städte der Thealerfrage ebenso indifferent gegenüberstehen, wie früher den Fragen der körperlichen Hygiene. Er will einen deutschen Theakerverein geschossen haben, der dem Theaterproblem in Deutschland erst einmal „aus die Beine hilsl". Es wurde von Städtevertretern anerkannt, daß die Slädte das Theater mehr als Kultnrfaktor ansehen müßten, und daß auch über die Frage der sinan- ziellen Untcrstützunig Klarheit geschaffen werden sollte. Hier hakte der Leiter des Märkischen Wandertheaters mit seinen Erfahrungen ein, die den Städten kein besonderes Zeugnis ausstellten. Von 63 besuchten Städten hatten nur 10 Städte soweit ein Interesse an dem Theater gehabt, daß sie im Einvernehmen mit dem Wandertheater die Ausführungen ermöglichten. Einige Städte gaben eine Subvention von 100 bezw. 50 Mk. „Wenn jede der 86 Städte, in denen das Wandertheater bisher gastierte, jährlich nur 100 MI. geben wollte, dann wäre schon viel geholfen und es wäre
ein Anfang gemacht!" aber selbst diese 100 Marl
— eine Lappalie in den Hunderttansend-Etats der Städte — locker zu machen, ist oft eine Unmögltchkeit, weil man nicht will. Auf das Wällen kommt es an. Tie Bürgermeister haben sa schon ganz andere Sachen, bei denen höhere Beträge auf dem Spiele standen, durchgedrückt. Warum nicht einmal 100 Mk. für ein anständiges Theater? Es ist wirklich wahr: Die Städte habe,, bisher ihre Pflicht auf diesem Gebiete nicht getan, und es ist gut, daß ihnen endlich einmal Theaterleute gründlich an das Gewissen gegangen sind. Es muß Helsen.
** Gewerben ns st ellung Gießen. Samstag und Sonntag war ein überaus erfolgreicher Tag für die Ausstellung. Am Samstag waren unter anderen die Bergleute der preußischen Nachbargebiete und Oberhessens hier verseumnelt. Bergrat Köb- r i ch, Darmstadt, begrüßte die Erschienenen und hielt eine» sehr interessanten anschaulichen Vortrag über die BedeuNing des Oberhessischen BergVaues mil Lichtbildern. Beim Mittagessen in der Festhalle begrüßte Prof. Dr. KransmüNer die Gäste und betonte in seiner Rede, daß die Ausstellung der Bergindustrie ganz besonderen Tank schulde, weil sie von vornherein sich bewußt ge wesen sei, nicht in ihrem eigenen Interesse, sondern für die All gemeindeit hier anSznstellen Bergrat Köbrich gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich die vreußischen Kollegen in so stattlicher Zahl eingesundeii hätten: sein .hoch galt der Kollegialität, die nicht durch Grenzviähle gehemmt sei. — Der Jungmeistertag am Sonntag war von über 600 Teilnehmern besucht. Nach der Begrüßung .durch den Vorsitzenden der Ausstellungsleittmg und den der Handwerkskammer durch das Vorstandsmitglied Stadtverordneten L. Petr, II. hielt Rechtsanwalt Kaufmann einen Vortrag über das Thema: Welche rechtlichen Bestimmnngen muß der Jnngmeister kennen bei Eröffminq seine» Betriebes? Allgemeinen Beifall sanken die klar verständlichen, lehrreiche» Ausführungen, die mit persönlichen Effahrunqen aus her Praris vorqetragen wurden. Während des gemeinsamen Mittagessens gedachte Real lehrer HaggenmüNer in seiner Ansprache der nnyn-r gültigen Leistungen der Aussteller, die dem Oberhessischen Handtoerk zur Ebre gereichen: er brachte ein Hoch aus den hochherzigen Förderer unseres Handwerks, den Protektor der Ausstellung, de,, Groß Herzog, aus, in das alle begeistert einstimmten Reckstsanwoll Kaufmann sprach auf die Haudwerkvrfrauen, Stadtveoerdneter Pellrt ans gute KoLsialität im Ha-üai-crk. Jangm-Her Re».
n l n g aus Nid^a daukle den Veranstaltern der Juiigineistertagetz und dob die bah- Bedeutung solcher Tagungen aus Ausstellungen hervor. — Unter anderen besuchten noch in größerer Zahl die Ausstellung die Ortsgewerbevereine Großseldg, Homberg, Allen- dors a Lda. und der Gesangvereine Oberbessingen und Lich. An, nächsten Sonniag Itzt! der Ortsgwerbeverein Tarmstad! seinen Besuch angesagt.
** I u g r n d s e st. Laut Beschluß der Stadtverordneten- Versaminlung wird dieses Jahr wiederum das populärste aller Gießener Feste, das Jugendsest, abgehallen werden. Als Tag ist der 23. Juli in Aussicht genommen. Ter Festausschuß, an dessen Spitze Herr Stadtverordneter Dr. Ebel stell!, hielt bereits seine erste Sitzung ab, in der man sich über die Gestaltung des Festes im einzelnen verständigte. Tie Oberleitung des Festes hat wiederum Herr Hauptlehrer K n a u ß übernommen, dem auch die Bildung der Arbeitsausschüsse überlassen wurde. Die Reihenfolge der Schulen im Festzug wurde durchs Los wie folgt bestimmt: l. Oberrealichule, 2. Gymnasium, 3. Realgymnasium, 4. Sladtmädchcnschule, ü. Stadtknabenfchule, 6. Höhere Mädchenschule. Der Festzug soll um 2 ’ , Uhr an der Bürgermeisterei abgehen. Das Eintrittsgeld wurde wiederum auf 30Psg. im Vorverkauf auf 25Psg. festgesetzt. Nach 6 Uhr wird Eintrittsgeld nicht mehr erhoben. Den Eltern der Kinder der zwei untersten Klassen soll empsoblen werden, sich der Kleinen nach Ankunft des Zuges im Walde anzunehmeu, da deren Ueberwachung bei dem zu erwartenden starken Andrang sehr schwierig ist. An minderbemittelte Eltern dieser .Kinder soll je eine Eintrittskarte kostenlos abgegeben werden.
•• Die Naturbühne am Fichtenkops, die von der Stadt Gießen in liebenswürdiger Weise anSgebaut wird, ist nun,»ehr soweit fettiggestellt, daß gestern vormittag mit den Proben begonnen iverden konnte, die unter der Leitung de? Herrn Oberregifleurs DivorkowSki flehen. Zugang zu dcr Naturbühne ist an der Licher Straße, gegenüber dem zweiten Wohntzause der Heilanstalt; er wird an Tagen der Aiissührungen durch eine Fahne schon von der Haltestelle der S ristenbahn n»S ohne Schwierigkeit zu erkennen sein. Die Ausführung findet am Samstag 6 l / s Uhr statt.
** D i e 32. allgemeine Psarrkonscrcnz der evang. Geistlichen der Provinz Oderhessen findet nächsten Mittwoch, vorm. V 2 II Uhr, unter dem Vorsitz de? Super- intendenlen Geh. Oberkonsistorialrat v. P e te r s e n -Darm- stadt in Steins Garten statt. Hauptgegenstand der Verhandlungen wird ein Vortrag von Pfarrer Schultc-Großen- Linden sein über: „Der Pfarrer und der Friedhof in Ober hes sen".
** Seinen 80. Geburtstag feiert morgen Herr Geh. Rat Profestor a. D. Tr. Richard Heß.
** Ortskrankenkasse Gießen-Stadt. Am Frettag abend fand im Pvstkellvr die zweite Ausschußsitzung der .Krankenkasse ftatt. die in der Hauptsache aus der Beratung der Dienstordnung für die Angestellten der Kasse bfftand. Der Boffitzende des Ausschusses, Fabttkant Horst, eröfsncte die Sitzung. Zu Beisitzern wurden bestimmt die Herren Bernhard n. Schuvv-, zum Schttstführer Bureauvorstcher Lenz. Nach eingehender Ans- svrache wurde die Diensiordnung sowie der Bttildungsvlan in getrennter Abstimmung genehmigt. Zur Erledigung etwaiger weiterer Anstände bei der Prüfung der Dienstordnung durch das Oberversichcrungsamt wurde eine aus den Herren Braun, Ftttz, Kumvf, Mann, Raab und Schmidt bestehender Ausschuß gewählt. Zu Punkt 2 der Tagesordnung wurden einige kleine Aen- derungen der neuen Krankenordnung genehmigt!
! * Beisitzer zum Versicherungsamt. Für die am
20. l. Mts.^anqesetzte Wahl der Vertreter zum Dettichernngsamt Gießen-Stadt wurde sowohl von Arbeitgeberseite, wie auch von seiten der Versicherten nur je ein Wahlvorschlag et»« gcreicht, wodurch die Wahl illusorisch wurde und die nachstehenden Herren als gewählt gelten dürften: a' Ardeitgedert Ludw Raab, Rechtsanwalt, Fr. Mao, Direktor, Ga Haubach, Schreinermeister, Adolf Klinqspor, Fabttkant, Ehr. Schmidt 2„ Weißbindermeister, E. L. Sack. Metzgermttstcr. bk Arbeitnehmer: Rich. Andrä, Geschäftsführer. Hch, Noll, Geschäfts- fübrrr, Hch Bechtold. städt. Arbeiter, Jobs. Diehl, Schneidermeister, Karl Loth, Fräser, Trohe. K Mandler, Packmeister.
"DicBaugenossenschaftdesEvang. Arbeiterverein s hielt am Samstag abend ihre .haiivtversamm» l u n g ab. Nach Eröffnung der Sitzung und Begrüßung durch Pros. Dr. Kransmüller erstattete Prokurist Wolf Bettcht über das abgelaiifene Vcrttnsjahr. Eine Bautätigkeit wurde im letzten Jabre nicht entfaltet, weil kein geeignetes Gelände zur Verfügung stand, und weil die Beschaffung zweiter Hvvoihekeii große Schwiettg- keiten bereitet. Die Nachfrage nach Einzelhänschen war auch im letzten Jahre rege, dagegen nach Wohnungen in den Mtethäuiern gering. Nach dem Rechenschaffsberichi betrugen die Einnahmen der Genossenschaft im letzten Jahre 44 063,45 Mk.. die Ausgaben 4l 276,39 Mk. Bon dem Reingewinn von 1432,37 Mk. sollen 4 Prozent Dividende an die Mitglieder »ertttlt, der Rtti dem Häusernnterhaltungskonto überwiesen werden. Die Klttnkindev- schule der Genossenschaft erffeui sich eines guten Besuches, auch das ftnanzielle Ergebnis ist dank der Unterstützungen befttedigend. Bei den Wahlen wurde Architekt H 0 m a n n als Vorstandsmitglied, Landgerichtsdirektor Schmeckenbecher und Fabrikant Lüttgen als Mitglieder bes Auffickitsrats wiedcrgewähli. Zur all- sähttgen Revision der Häuser und Wohnungen ivurde eine aus den Herren Hamann, Kirchner und Neuling bestehende Kommission gebildet, linier Ansdruck des Dankes an die Vorstandsmitglieder schloß Pros. Dr. Krausmüller die Versammlung.
** Eine zweite Feuersircne ist an der Ober- Realschule angebracht worden. Sie wird heute mittag um 3 Uhr erprobt werden.
Landkreis Gießen.
B. Großen-Buseck, 2l Juni. Am Dienstag feiern Herr Solomon Berlin und Frau Chlothilde geb. Krämer bas Fest ihrer silbernen Hochzeit.
= SoIUt, 21. Jnni. Am Dienstag leiern Lehrer Da ab und Frau silberne Hochzeit.
Kreis Friedberg.
I, Fr iedde rq, 21. Juni. Heute nachmittag ging ein groß«? Unwetter, Hagel mit starkem Regen, nieder. In den Gatten und ans dem Felde richtete e? große» Schaden an. — Ein Auto üderiuhr gestern abend a»s der Allee am Bnraberg das Pferd eine? hiesige» BanunternehmerS, so daß eS getötet werden mußte.
Starkendurg und Rhkinhessen.
m Heusenstamm, 22.I»ni. Die Ge n offen sch a st s- krisiS, die über die Spar- unb Darlehnskasse I herein- gebrochcn ist, nimmt größere Formen an, als man anfänglich ermattet batte. Das Destzit, das man zuerst mit 62 OOO Mk. angegeben hatte, ist nunmehr ans rund 400 000 Mk. an- gewachscn. Die Angelegenheit hat jetzt die Staatsanwaltschaft in den Hände». In einer stürmisch verlaufenen Mitgliede» versanimlung, die gestern nachmittag abgehalten wurde, wurde die Spezifizierung des Fehlbetrages »ach den Feststellungen des Bücherrevisors Zinndors-Ofseubach bekannt gegeben. Die Mitgliederversammlung beschloß, z» dem neuen Vorstand eine zwcigliedettge Kommission zu wählen, die die Verhältnisse der einzelnen Genossenschaftsmitglieder auf ihre ZohliingSsähigkcit pttisen soll. Bis zuin 30. September soll sedeS Mitglied zur Herbeiführung einer Sauiening vorerst 100 Mk. einzahlen.
Hessen-Nassau.
ff Frankeuberg, 21. Juni. Aus Anlaß des heute hier obgehaltencu 12. Vcrtrepertags der Innungen, Land-


