etiter elektrischen Bahn auf den Feiooerggipfel in Angriff genommen würde, entspricht erfreulicherweise riicht den Tatsachen. Die Forstbehörde denkt nicht daran, die Bauerlaubnis zu erteilen und auch die Wandervereine wehren sich ganz energisch gegen die Verschandelung des Berggipfels, dessen „Besteigung" doch tatsächlich nur ein Spaziergang ist.
**DerzweitehessischeBäckermeister-Ver-
bandstag fand vorgestern unter dem Vorsitz von Obermeister Weber-Darmstadt in Alzey statt. Als Ehrengäste waren Vertreter der Regierung, der Stadt und der Handwerkskammer, sowie die benachbarten Innungen von Baden, Ntitteldeutschland, Pfalz und Frankfurt anwesend. .Nach dem Kassenbericht beträgt das Vereinsvermögen nahezu 4000 Ndark. Interessante Berichte erstatteten Klein-Büdingen über die Durchsührimg des Kinderschutz- g esetzes, Weber -Darmstadt über das M ü h lcn syn- dikat, Deibel-Gießen über das Hcsesyndikat, Fi n g e r » Darmstadl über den Arbeitgeberverband. Eine lebhafte Ausspraclw fand über die Tätigkeit der Nah- rungsmiitelbcrussgcnosienschaft statt. Der bisherige Vorort Darmstadt und auch der Vorstand wurden wieder gewählt.
** I u n g -- D e u t s ch l a n d. Nachdem cs dem Vorstand i>cs Bezirks Gießen-Stadt in ganz kurzer Zeit gelungen ist, nahezu alle Vereine, welche Leibesübungen irgendwelcher Art iür unsere deutsche Jugend pslegen, in dem Stadtbezirk zu- sammenzuschlicßcn, soll in einer ersten großen össentlichcn Veranstaltung gezeigt werden, daß bei einigem guten Willen zu Nutz und Frommen unserer Gicßener Jugend und nicht zum letzten auch zum Vorteil der körperschaftlich ange- schlosscnen Vereine ein einträchtiges Zusammenwirken auch, von scheinbar auseinanderstrebenden Anschauungen möglich ist, wenn alle nur das große gemeinsame Ziel im Auge behalten. An die ganze Gicßener Jugend ergeht die Aufforderung, sich an dem am 4. und 5. Juli d. I. stattfindendeü Wasser-, Turn- und Sport-Fest des Jung-Teutschland-Bun- des recht zahlreich zu beteiligen. Die Bedingungen für die einzelnen Wettkämpfe, die zu Wasser und zu Lande aus- gefochten werden sollen, gehen allen Schulen und Vereinen zu. Am Samstag, den 4. Juli, findet in der Militürschwimm- . anstatt von 3—6 Uhr das Schwimmen und von 6 Uhr ab vom Bootshaus der Rudergcsellschgst das Wetlrudcrn statt,
' während das Einzelwctturnen aus Sonntag, den 5. Juli, vormittags 7 Uhr, in die Turnhalle am Oswaldsgarten und die rasensportlichen Wettkämpsc und Spiele auf die Zeit von .3—6 Uhr am Sonntag nachmittag gelegt sind und auf dem Sportplatz an der Rodhcimer Straße vor sich gehen. Dort findet auch abends um 7 Uhr die Siegervcrkündigung statt. Von seiten eine» Gönners ist ein Bismarckschild als Wanderpreis gestiftet worden, der derjenigen SLule zusallcn soil, deren Schüler bei dem Fest die meisten Siege in den einzelnen Ueüungsarlcn erringen. Wird er dreimal hintereinander oder überhaupt ohne Rücksicht auf die Reihenfolge sechsmal von derselben Schule erkämpft, so geht er in deren Eigentum über. Wenn das Fest bei unserer Gießener Jugend Anktang und bei der Bürgerschaft die nötige Unterstützung findet, soll cs wie in anderen hessischen Städten zu einer ständigen Einrichtung werden.
** Die Baugenossenschaft des evangelischen Arbeitervereins hält heute abend ihre Hauptversammlung in der Herberge zur Heimat ab.
** ,Lur russischen Frage" sprach Dr. Johannes H o v i n g - New ?)orf gestern abend in Steins Garten aus Einladung des Alldeutschen Verbandes. Dr. Frbr. von Licbig begrüßte die Versammlung und gab einen Uebcrblick Uber die gegenlbärtige Lage Deutschlands, die nur von den erklärten Friedens- und Verständiaungssrcunden erträglich gesunden werden könne. Demgegenüber konnte der Redner aus die verderblichen Folgen der verwirklichten Abrüstungsidee, wie sie in Mexiko hervortrcten, Hinweisen. Es sei sicher nur eine Frage der Zeit, wann die grgnerischen Großmächte versuchen würden, Deutschland aus ihrer Reihe zu streichen. Wohl lei die deutsche Rüstung leidlich, aber es fehle an dein rechten tatenjreudigcn Geist. Dr. H o v i n g - RcwAork ergriff alsdann das Wort, um — obgleich selbst Schwede von Geburt — Deutschland als dem stärksten und. größten Repräsentanten des Gcrniancntums das Gewissen im Kampie gegen das im Vordringen begrissenc Slaventum zu schärfen. Der Redner konnte aus eigener langjähriger Erfahrung das Verhalten der russischen Kaiser gegen Finnland als lypisch für die p a n s l o v i st i s ch c Politik schildern. Er'zeichnete in großen Strichen die Schicksale Finnlands seit seinem Uebergang in rufsisckze Hände (1809), die sich durch eine lange Reihe »on Wortbrüchen und Meineiden, namentlich den Staatsstreich vom 17. Februar 1899, so überaus traurig gestaltet haben, obwohl Finnlanb immer die sicherste Stütze des Thrones gewesen ist. Die Erschütterungen des russisch-japanischen Krieges, der Tod Bobrikows. des Henkers Finnlands (1904), die Geburt der Duma, die Tätigkeit Stolpvins, des neuen berüchtigten Ministers, die aus weitere Einschränkung der Rechte des Volkes hinausläust, und endlich die Person des General-Gouverneurs Sayn zogen vor den Augen der Zuhörer vorüber. Ter Redner gab seiner Uebcrzeugung Ausdruck, daß Rußland einen Angriff aus die skandinavische Halbinsel plane, um Zugang zum eisfreien Atlantischen Ozean zu gc- wiimeu und daß es zu diesem Zweck selbst nicht das Mittel verächtlichster Spionage scheue. Dreier Angriff werde sreilich so lange nicht erfolgen, als Friede zwischen den europäischen Großmächten sei. Aber in einem allgemeinen europäischen Krieg hoffe Rußland im Trüben tischen zu können, und Frankreich, sein deuligcr Bundesgenosse, werde die Zeche zu bezahlen haben. Wann die Katastrophe hereinbrechen werde, hänge allein von der Entwicklung der innerpolitischen Verhältnisse Rußlands ab. Für die Germanen aber gelte es, allezeit zu arbeiten und auf dem Posten zu sein, das seien wir unserer eigenen Freiheit und der unserer Nachkommen schuldig. Lebhafter Beifall, in den sich das Getrampel der zahlreich anwesenden Alemannen, Germanen und Frankonen mischte, dankte dem Redner für seine warmherzigen Ausführungen
»*JnderFremdenlegiongesallen. Eine jetzt in Wiesbaden wohnende Familie erhielt vor einigen Tagen von dem französischen General Goulcnt die Mitteilung, daß ihr Sohn Albert am 12. Mai d. I. im Tal des Thouls im Kamps mit Marokkanern durch einen Schuß in die Brust sckpver verwundet wurde und bald daraus gestorben sei. Die Beerdigung habe am folgenden Tage stattgesunden. Der Gesallcne lernte in Saarbrücken Kaufmann, fiel in Metz französischen Werbern in die Hände und wurde, wie er damals seinen Angehörigen mitteilte, mit einer großen Zahl deutscher Leidensgenossen nach Asrika transportiert. Der junge Mann diente im sünsten Jahre; in 3V: Monaten wäre seine Dienstzeit beendet gewesen. Der General erwähnt in seinem Schreiben, daß der „für die Ehre Frankreichs Gefallene" ein tüchtiger Soldat gewesen und den Rang eines Korporals bekleidet habe. Seine Brust haben mehrere Me daillcn für hervorragende Tapferkeit geschmückt.
Kreis Friedbcrg.
L Friedberg, 1«. Juni. Sladtverordneleniißnnq am 18 Juni unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Stahl. Reden kleincren Bauaesuchen werden an Neubauten genehmigt: Dem F Schmoll ein Wohnhaus an der Jrankturter Straße: der Firma frt Schwor, Söhne Maqo,in und Schuvv-n, dem Kort Dietrich rin WirllchaklSgebänd- am neuen Bahnboi. Bei der Vergebung ro» Arbeiten und Lieiernngcn erhielten den Zuschlag tnr Erdarbeit
Plattenlieierunq Sind Berg, Zeinentplaltcnlieier.mg Gkbr. Aäckel, Schreinerarbeit am Krematorium Seb. Halt, Glaserarbeü
Gg. Vieler »nd !k. Mili»?, Linoleunilieserung I. Kogler lis Wenigst- lordernde. Der Voranichlag der Auguslinerjchute lür 191b wird nicht beanstandet; bei dieser Gelegenheit soll die Wiedererrichtung der seinerzeit verlorenen Oberleknnda beantragt werden. Da« Gehaltsreqnlaliv der Echulverwalterinne» nnd kchulverwalter wird ansgehoben. Der Sanitätskoloune werden 109 -Mark Zu- lchuß bewilligt und soll im Herbst ein geeigneter Rom» iür Ein- nellimg der Gcrnlschaiten zur Verlügnng gestellt iverden. Dem Fußhallverein 1904 und dem Ersten Stemm- und Ringklnb werden anläßlich ihrer Jubilniunssestlichkeite» Ehrenpreise gestiftet. Tie Kinder des Johannes Kilian werden in Fürsorgeerziehung genommen. Die Kosten der Elettrffchen Anlage bclragen 178 498 Alk.; der Voranschlag war 187 000 Alk. In den Ansschust wegen Erbauung einer elektrischen Bahn, deren Bildung die pandelekanimer angeregt hat. wurde Beigeordneter Wmdecker. lowie die Stadk- verordneleu Tamm und Lenchtgens gewählt. Tic Stadt Bad-Ra»- hcin, soll ebcnsalls drei Mitglieder wählen; das KrciSainl und die Badebirektion soll von der Handelskammer zu den Verhandlungen emgcladen werden.
Hessen-Nassau.
m. Weil bl, rg, 19. Juni. Die Buderusschen Eisenwerke haben aus sämtlichen Gruben Feierschichten eingelegt.
Gerich»»saal.
Der Prozeß Fehl, h. Frankfurt a. M, 19. Juni. Die Staatsanwaltschaft hat gegen das frcisprechendc Urteil im Prozeß Dr. Fehl aus eigener Entschließung Revision eingelegt. — In juristischen Kreisen wird der Prozeß mit allen seinen Ernzeshciien als einer der eigenartigsten der letzten Jahre bezeichnet und dementivrechcnd lcbhast erörtert. Man bezeichnet den Prozeß jetzt nach Klarlegung ailcr Vorgänge als einen Mißgriff der Staatsanwaltjchajt. Schars verurteilt wird die monatelangc Untersuchungshaft des Rechtsanwalts Fehl und Gcfangcnenausschcrs Hclftich, ebenso die unllarc Rcchislagc überhaupt. Dem Staatsanwalt waren die Instruktionen des Gejängnisinivektors über die Zuweisung von Klienten an Rechtsanwälte durch Gesaugenausschcr geworden. Sind) die Anwaltskammer wußte nicht das mindeste von den Beriügungen der Staatsanwaltschaft. Sodann ergab die Verhandlung das Gegenteil von der Voruntersuchung; die Hauvtbelastnngszcugen mußten aus- scheiden. Im Fall Fehl liat die Staatsanwaltschaft die Anklage- crhcbung ans besonderen Wunsch der Obristaaiüanwaltschast erfolgen lassen. Dies wird ihr von der Anivallichast als ein 2lns- ffuß mangelnder Sachlichkeü gedeutet. JadensaliS wird der Prozeß die juristischeu Kreise und deren Prozesse Iwch eingehend be- schästigcn.
Die Glberfclöer Siebcstragööie vor Erricht.
4 Elberfeld, 19. Juni.
Ter Andrang des Publikums zum Gerichtssaal ist heule noch stärker als gestern. Ten Prozeßbcteill'ten muß durch Polizcibeamte der Weg zum Eintritt srcigcmacht e cden In der fortgesetzten Beweisaufnahme bekundete ein Kau,mann Oehlcrs, der die Angcllagtc kannte, daß diese ihm Mitteilungen über ihren letzten Besuch bei Nettclbcck gemacht habe. Sic sagte, sie hätte gewissermaßen Nettelbeck mit Aorten die Pistole aus die Brust gesetzt und erklärt: Heirate mich oder rclja&i[itierc mich sonstwie. Nettclberk habe erwidert: ein Frauenzimmer wie sic heirate man nicht. Tann sei es ihr schwarz vor den Augen geworden nnd plötzlich habe es geknallt. — B o r s.: Sie luden stets erklärt. Sie seien durch Ncttelbeck ins Gerede gekommen. Ti.' Beweisaufnahme hat aber ergeben, daß Sic selbst mehreren jungen Leuten von dem intimen Verkehr mit Nettclbcck erzählt haben. Sic luden sich also selbst ins Gerede gebracht. — Angckl.: Ich mußte doch jemanden haben, der mir helfen sollte, und den mußte ich ins Vertrauen ziehen. — Tie kommiffarilch vernommene Schwester des verstorbenen Nettclbcck, Frau Assessor S p r i n g m a n n, hat ansgesagt, daß ihr Bruder zwar die Angellagte sehr lieb hatte, ständig Bilder von ihr in der Tasche trug und auf dem Schreibtisch einen Abguß ihrer Hand liegen hatte, daß er aber nie die ernste Absicht hatte, sic zu heiraten. — Unter Ausschluß der Ocsfcnt» .lichkeit werden der Assistent an der Technischen Hochschule in Darmstadt, S t r a ch in a n u, und der Referendar Trost ver- vernommen, die Beziehungen zu der Angeklagten unterhalten hoben sollen, als das Mädchen noch nicht 16 Jahre alt war. — Der Vater der Angeklagten erklärt hierzu, daß er beabsichtige, gegen diese Zeugen wegen Verführung seiner Tochter Strafanzeige zu erstatten. Er habe von diesen Geichichlcn erst vor drei Tagen erfahren. — Ein Zeuge St e r t c 1, ein Freund des Verstorbenen trat am Abend des 16. Februar den Angeklagten Nolten. der ihm sagte, das Ehrengericht brauche nicht mehr zu tagen: sie hat ihn erschossen! und er fügte hinzu: Es ist ihm recht geschehen. — Im weiteren Verlaufe der Verhandlung muß dir Angellagte zeigen, wie sie die Pistole geladen hat. Es gelingt ihr das erst nach längerer Anstrengung. — Bei der Vernehmung des Rechtsanwalts Krausen kommt cs zu einem ausschcnecrcgcndcn Zwischenfall. Ter Zeuge sagt ans: Rotten kam am Abend des 16. zu mir und sagte: Herr Rechtsanwalt. geben Sie mir Ihr Ehrenwort, daß Sie über l ic Dinge, die ich Ihnen jetzt sagen w'rdc. niemandem etwas erzählen werden. Ick; lehnte das ab, sicherte ihm aber Diskretion zu. Darauf erzählte er: JaS Ehrengericht braucht nicht mehr stattzusindcn. Ich war ganz perplex. Jawohl, wiedcr- holfc er ruhig, Fräulein Wilden hat Nettclbcck erschossen! Einen Schuß in den Bauch, einen in den Kops nnd einen >n den Hals. Tann rangen sie miteinander, sie siel nieder und verletzt- sich dabei am Munde. (Große Bewegung im ganzen Saale.) — Vors, (mit erhobener Stimmen Das ist die Wahrheit, die jetzt durch einen Zufall in diesem Saale zum Vorschein kommt.
Der Zcnac bekundet weiter, Tr. Nolten Hab: ein: gewisse Genngttning bei seinen Milteilungcn zur Schau getragen. Er glaube daher nicht, daß Nolten um di: Tat gewußt habe, denn für so gesnhlsrotz halte er ihn nicht. — T-r illngckl. Nolten bestäfigt die Richtigkeit der Darstellung des Zeugen.
Ter Voilincndc erklärt, daß ihm daS Verhalten des Angc- klagicn begreiilich cricheine. da er Fräulein Wilden schonen wollte.
Morgen wird die Verhandlung sortgesctzt.
vor Hamllünzwift im Hause Wagner.
0 Bayreuth, 19. Juni, i Ter Familien streit im Hause Wagner hat durch ein zivilrechtliches Urteil des hiesigen Landgerichts eine Entscheidung erfahr"», die allerdings keine endgültige sein dürste. Tie Urteilsverkündung wurde für heute vormittag sestgcsetzt. Das Gericht beschränkte tick lediglich aus die rein formale Seite. Ta Frau Isolde Beider in der Ehe der Frau Eosima mit bans v. Bnlow geboren sei. habe sie auch als Kind Bülows zu gelten. Ihr Antrag aut Anerkennung der Vaterschaft Wagners durch ihre Mutter wurde daher kostcnpslichtig abgeiviesen.__
Ardeikerdewca ina.
X Hanau, 19. Juni. In der Frankfurter Maschinenfabrik Framag zu Großauheim bei Hanau sind wegen Tisicrenzen in den Lohnvcrhälttiisscn 150 organisierte Arbeiter in den Ausstand getreten und von der Fabrikleitung entlassen worden.
Ein großes verglinolirS.
C a l g a r v (Staat Alberta, Canadab 19. Juni. In der Hillercst Kohlenzeche bei Fernic hat eine Explosion stait- gefnndcn. Ti- Schätzungen der Zahl der Toien schwanken zwischen 200 und 600. BisabendswarenSOLeichcngeborgen.
vermiscbtcs.
* Aus Anlaß der 23. Hauptversammlung der Bereinigung der Elektrizitätswerke, die 550 Werke des In- und Auslandes umfaßt, hielt am Donnerstag Universitäts- proscssor Dr. Himstedt im physikalischen Hörsaal der Universität Frei bürg einen Festvortrag über neuere Forschungen ans dem Gebiete der X-Strahlen. Sodann sprach Direktor Schustcr- Trcdenhoien unter Vorsührung eines 800 Meier langen Films,
der von ihm selbst geschaffen ist, über das Dia-Positiv und de» Film als Werbemittel'für Uebeilandze »traten.
* Wohltäter der Menschheit. „Warum kleiden die Frauen sich nur nicht vernünftig?" „Wenn sie das täten, dann machte die halbe Industrie der Welt Bankerott."
»Splitter undBalken. „Ich verabscheue die Heuchler." „Ich auch." „Nehme» Sie z. B. Jackson; der ist der grösste iHcuchlcr aut XErben." „Aber es scheint doch, als ob Sie sein bester Freund wären." „O gewiß, ich versuche mich gut zu ihin zu stellen. Dabei fährt man am besten."
Kleine Cagesdjrontf-
Aus Tcchtojcioo (Serbien! wird gemeldet: Um Milternacht zum Freilag wurden die Bcivohner durch heftige Erdstöße erschreckt. Mehrere Gebäude sind ein ge stürzt, darunter ein Artilleriestall. Ein Arlillcrist und sechs Pferde wurden von den Trümmern erschlagen. _
Börsen-Wochcnbcricht.
Frankfurt a. M., 19. Juni.
Angesichts der m a n n i g s a ch e n U n s i ch c r h c i t e n ,n politischer und wirlschastlicher Beziehung trat auch in dieser Wockw die Börse aus ihrer Zurückhaltung nicht heraus. Aus keinem Gebiete fanden neuncnswerlc Umsätze statt und bei der großen G c - schästSnnlust kann cs nicht wundcruchmen, wenn die Kurse vorwiegend nach nntcil neigen. Zeigte sich nur geringe Stauslnsi, so trat andererseits doch auch kein größeres Angebot hervor, was immerhin aus eine gesunde Vcriaffung des Marktes schließen läßt. In maßgebenden Börsenkreiscn hat man auch das bestimmte Emv- sindcn. daß sowohl die deutschen wie die internationalen Börsen, von denen London und Paris noch durch inncrvolittschc Sorgen und Wallstreet durch die Hinausschiebung der Frachtratrnenlschci- dung bedrückt sind, nicht mehr lange untätig bleiben dürsten. Inmitten des erschlafften Börsenverhehrs Iwbcn sich nur wenige der Erwähnung werte Erschcmungcn heraus. Das meiste Interesse bc- ansprnchtc die Bewegung auf dem Markt der o de r s ch l c s i > ch c n Werte, die zu einer Anzahl von Gerüchten und stombinotionenl führte, die indessen von intercfsiertrr Seite sämtlich als nicht svruch- rcis bezeichnet iverden. Was die führenden westlickien Montan- werte anbelangt, so traten nur Phönix und Gclsenkirchener Aktten vorübergehend durch Festigkeit hervor. Reben den Perbandsmel- dungen wirkten Auslassungen aus Auffichtsratskreiscn über den relativ bcsricdigendcn Gcschästsgrad der Phönix-Gesellschgst^ und imvcrläßlichc Dividcndentaxen von 15 Proz. ffir diese GcseNschast anregend. Schifsahrlsaklien lagen schwersällig. Die Berichte über den Frachtenmarkt wirkten zurückhaltend. Die Spekulatton rechnet aut wesentlich hinter dem Vorjahre ,nrückbleibende se- mesrralgewinne. Soweit bei der Geschäftsstelle eine Tendenz erkennbar war. muß sie als fchtvächcr bezeichnet werden. Von Bahnen lagen österreichische Werte im Einklang mit Wien gedrückt. Oricnt- bahnen profitierte» von einer Meldung, daß man jetzt den Abschluß der Verhandlungen wegen Verkaufs der serbischen Linien an den serbischen Staat erwartet, und daß alsdann sofort die Derhand-- lungen mit der österreichischen Regierung tvegcn der Einzrlbedin- gungen beginnen Iverden. Am Bankcnmarkt konnten tich nur die Aktien oer Petersburger Internationalen stärker erholen, heimische Banken lagen schwäck-er, da die Forderung der Rcichsbank von größeren Barbeständen der Banken verstimmte. Die Börse sieht in der neuen Aktion der Reichsbank eine Erschtvcrung der Tätigkeit der Lanken, eine Belastung dieser Institute, die zwar dem all- gcmcineu Interesse dient, den Banken aber erheblichen Gcwiun- cntgang bereiten dürste. Jndu st ricpa Piere gaben bei geringen Umsätzen ebensalls meist etwas nach. Stärker gedrückt waren chemischen Werte und Maschinenfabrikllktien, von denen Kleyer ans Abgaben von der Verwaltung nahcsteliendcr Seite 18Vr Prozent einbühten. Raphta Nobel haben neuerdings wieder 10 Proz. verloren. Bon Anlagewcrten stclttcn ,ich fremde Fonds meist ettoas niedriger, Türken, Griechen und Mexikaner waren auf die unbefriedigenden politischen Nachrichten besonders gedrückt. Geld war iveiter flüssig. Privatdiskont 2"/l» Prozent._
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst. Gießen.
Wettcranssichtkii in Hessen am Sonntag, den 11. Juni 1914: Zunehmende Bewölkung, noch nieist trocken, worin, südliche bis südwestliche Winde, sleNemveise Gewitter.
Müllersche Badeanstalt.
M ai' f r m Ärin« dec Lahn am 20. Juni 16' Ir.
Letzte
Abänderung des preußischen Warcnhaussteuer- gcs etzcs.
Berlin, 20. Juni. Zwisck>en dem Finanz- nnd dem L a n d c l s m i n i st c r i n m schweben Verhandlungen wegen Abänocrung des Warenl-ausslenergesetzes. Vielfach sind im Bause der Zeit Wünsche von den Destaillistcnverbändcn geäußert worden. Es sind auch Ersahrnngen gesammelt worden, die bei der Abänderung des Gesetzes Beachtung finden dürften.
Ein BootSungtück auf dcni Wannsce.
Berlin, 20. Juni. Auf dem Wannsce ereignete sich gestern nachmittag ein schwerer Bootsunjatt, bcl'deni ein junges tOt ä b &t c n seinen Tod fand. Beim Wechseln der Plätze verlor die 18 Jahre alte Eharlottc Schüler, die mit dem Handlungs- gehilsen Paul Schmidt hinausgesahren war, das Gleichgewicht. Das Boot kcntcrte und beide Jnsatlen fielen ins Waffer. Obgleich dca HandlungSgchilsc alle Anstrengungen machte. NM das Mädchen zu retten, sank es !un:er und titeank. Der junge Mann wurde völlig crschöpst von einem vorübcrfahccnden Segelboot aus gerettet.
Todesurteil.
Z w e i b r ü ck e n , 20. Juni. Da? pfälzilche Schwurgericht verurteilte gestern abend gegen 9 Uhr den Arbeiter Paul Ludwig aus Tarnowitz, der im April den Gendarmen Kißlina von der Gendarnicricstation Rheinzabern in Jockgrim erschossen hatte, wegen Mordes z u m T o d c nnd ferner wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu zwciJahren Gefängnis.
Zwischenfall bei einer Promotion in Prag.
Prag, 20. Juni. Bei einer Promotion an der deutschen Universität kan, cs zu einem peinlichen Ztvischcnfall. Einer der jungen Doktoren erklärt sich dagegen wenden zu müssen, daß die Wissenschaft an der Prager deutsche» Universität nationalisiert und terrorisiert wird. Wissenschaft und Kunst sind in der ganzen Welt international, nur an der Prager Universität werden sic zu Quellen von Schlagtvortcn. Bei diesen Worten wurde er von dem Hosrat Rauchbcrg umelbcochen, der ihm bedeutete, daß polüischc Diskussionen nicht zu einer Promotion gehörten.
Gewerbe-AussteiliiNI Gießen 1914 ,ej„, j„ ;ya„>n Rr. 7g a I> c und Raun, << n b c hochherrlchalttiche WobnnnaS- Einrichtungen. Aber mrljt mir in diesen iciiicn Anssübrungen, sondern auch in gediegenen, bürgerlichen, Wohnurigscinrichlungen iit die Firma Tb. Brück, Dos Möbelfabrik, Gießen, Ecke S ch l o ß g a i s e, B r a n d v l a tz u. K a n z l e i b e r a, lehr leisttinaS' sahig Beachten Sie deshalb vor Antaus die 19 Schauienller der Firma und deren Auöllellung, enthaltend komolette WobnungseiN' rrchtung, z. B.: Schtaiztmmer echt Eiche mit nußb. Mater, Svcisc- ,immer echt Eiche. Küche oiich-vlnc, zusammen Mk. >929.—. Feine mittlere Einrichtung, bestehend aus: Schlaszunmer echt Mabaaonl Sneisczimmer echt Eiche, mit Steil. Büiett, Küche weiß lackiert, zusammen Mk. 1995.—. Der gute Rus der seil 1858 bestehenden Firma bietet volliie Gewähr für sachgemäße, zeichnerische und tünftlerische Herstellung nebst dauernder Garantie. 7437a


