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EckrulgesundheitSpslege in ncridufbcncr Richtung (Scktulärzte, Kör- perpstege> m,t zunehmciidem Ertolge ein.

Der zwischen dem Säuglings- und dem beginnenden Schul­alter I,egenden Entwicklungszeit des Kindes vom 2.6. Jahve hat sich aber die össentliche und private Fürsorge bislang noch wenig zugewaiidt. Rur die Fröbelscheii Kindergärten lzabeu sich die­ser Jugendliche» angenommen; aber sie legen den -Schwerpunkt ihrer Wirksamkeit vorwiegend aus die Seite der Beschäftigung, Uiiterltaltung Und Belehrung.

Der Mangel an ausreichenden Spielplätzen jür die Kleinen und Kleinsten ist allerdings sehr fühlbar. Tie gesundheitliche Seite des kleinen Kindes, das im Spielalter sich besilidet, darf vor allem nicht übersehen werden, - ein StückchenVaterland" für das vorschulpllichtige Alter, das ist hie Ausgabe des Spielplatzes, Es handelt sich lsier nicht etwa um eine Saä>e bloßer Menschenliebe lund Menschenfreundlichkeit c vielmehr ltabeii wir es hier mit einer Ausgabe der staatsbürgerlichen Erziehung zu tunt nur ge­sunde Jugend vermag später gesunde Arbeit zu leisten.

Die Spielplahangelegenheit sördern heißt die wahre Natur des Kindes sich in ausgiebiger Weise entwickeln lassen. Wir för­dern im allgemeinen die Erziehung des Kindes durch eine ver- nünstige Anleitung aus dem Spielplätze, körperlich wie seelisch; denn die ^Krone aller Erziehung ist Selbslerziehung. Welche enorinen Schätze der Intelligenz, der Erfindungsgabe, der Wil­lenskraft, der Begabung jeglicher Art aut dem Spielplätze verborgen liegen, das glaubt man nicht! Die Förderung des Spielplatzes ist zudem ein verl-ältniSmäßig billiges Verfahren, Laßt die Kleinen ihre körperlichen Bewegungen im Schutze des Spielplatzes aussüh- ren, damit sie ihr Spiel nicht als etwas betrachten, das sie sich er- stehlen müssen, aus ©tränen und Gassen, in Dösen und Gärten.

Geordnete Spielplätze sollten sich in erster Reihe aus dem Terrain der Wohnhäuser sindeu. Tie tzauseigeutümer sollten verpslichtet sein, den genügenden Platz i« »ach der Größe des 'Grundstücks zum Spielen zur Vertilgung zu stellen. Garten­städte, Bauveroine und älmliche Gesellschaften- tollten sich der Sack>e aunehmen. Die Stadtverwaltungen vor allem müßten die Angelegenheit in Parks und Anlagen sowie Mit unbebauten Grund­stücken sörderii. wo sich die Kinder gern auidalten. Wenn ir­gendwo unbebaute, >m übrigen aber bcauent und geschützt gelegene kleine Plätze zur Versüguug stehen, wird hier selbst ein Keiner, aber gut eingerichteter Sandspielplatz den Kindern als Sviel- eldorccho erscheinen, (lieber die Bvrzüge des Sandsvielens siehe noch mein BuchDos Spielen der Milder im Sande", Verlag K. I. Koebler-Leipzig 1909i.

Kein Stadtteil, am allerwenigsten die besonders dichtbevöl­kerten Großstadtviertel, darf bei der Errichtung von städtischen oder privat-organisierten Spielplätzen vernachlässigt werden, und es müssen auch nach Möglichkeit frühere Sünden aus diesem Gebiete gut gemacht werden. Tie größeren Spielplätze müssen der Ordnung wegen umzäunt sein und das ganze Jahr hindurch zu bestimmien Tageszeiten geNsnet und geschlossen werden. Wem! der Spielplatz aus freiem Terrain angelegt ist, ist er tiefer zu legen und mit einer angepslanzteu Umzäunung aus Erlen-, Birken-, Weiden- oder Daselsrrauchbüschen, die schnell emporwachsen, zu um­geben. Zum Tummeln müssen ausreichende Raseullächen vorhanden sern, deren Gras durch Schneiden, Begießen und Rollen möglichst sorgfältig zu pflegen ist, ferner Planschwiesen zum Wasserwaten im Sommer und zu Gleitbahnen und Schlittschuhlauseii im Winter, ein oder mehrere große Bassins mit Sand und eine genügende Anzahl von einsacheu Spielapparaten. Welche Apparate man an- wenden will, ist natürlich zum Teil Geschmackssache. Kinder Mül­len etwas zumGreisen" haben, etwas, woran sie ihre Glieder er­proben und womit sie ihrem kleinen Körper Massage geben können.

" Der Ehrenbürger unserer Stadt, Gnauth, feierte gestern seine» 80. Geburtstag. Herr Oberbürgermeister Keller übermittelte ihm au? diesem Anlaß telegraphisch die Glückwünsche der Stadt.

** Altdeutscher Verband Nächsten Freitag, den 19. Juni, abends 8-/« Uhr, veranstaltet die hiesige Orts» 'gruppe in Steins Garten einen öffentlichen Dortragsckbend, in dem Dr. Hoving über dierussische Frage" sprechen .wird. Dr. Hoving war längere Zeit in Finnland als .Arzt täbig, kennt also die Verhältnisse aus eigener Erfahrung; er mußte schließlich den Schwierigleiten weichen, die ihm als Germanen Dr. Hoving ist Schwede von der russischen Regierung bereitet wurden.

** AbonnementS-Konzerte. Das 2. Monn»- mestts-Konzert unserer Rcgimentskapclke am Donnerstag, den 18. Juni, abends 8V., Uhr, in Steins Garten verspricht wieder einen außergewöhnlichen musikalischen Genuß, in­dem Obermusikmeister Löher «in sehr schön gewähltes Pro­gramm ausgestellt hat.

** Aufhebung der Schonzeit für Amseln und Stare. Das hessische Ministerium des Innern hat mit Rücksicht darauf, daß sich die Amseln und Stare außer­ordentlich stark vermehrt und teilweise ihre Lebensweise in einer für die Landwirtschaft und den Gartenbau ungünstigen Weise geändert haben und an Trauben, Obst und Garten­gewächsen empfindlichen Schaden anrichtcn, sowie Nestbrut nützlicher Vogelarten zerstören, in Hessen die Hegezeit für diese Vogelarten vom 1. Juli 1914 ab auf die Dauer eines JahreS aufgehoben.

** Benutzung der Fernsprechanschlüsse durch Dritte. Teilnehmer, die für ihren Fcrnsprech- anschluß die Panschgebühr zahlen, dürfen von Tritte» für die Benutzung des Anschlusses zu Gesprächen im Orts- und Nachbarorts- bezw. Vorortsverkehr keine Gebühr (auch nicht etwa.in der Form einer Entschädigung für die Hergabe des Raumes oder in anderer Form) erheben. Nur diejenigen^ Teilnehmer, welche die Grundgebühr und Gesprächsgebühren entrichten, dürfen sich von Dritten, die ihren Anschluß be­nutzen, die Gesprächsgebühren mit je 5 Psg. erstatten lassen.

** Schlafwagen dritter Klasse und Schlaf­wagenzüge. Gegenüber einer dieser Tage verbreiteten Meldung über die Einstellung von Schlafwagen 3. Klasse und Schlafwagenzügen lvird niitgeteilt, daß bisher von der preußischen Eisenbähnverwaltung eine Entscheidung nicht getrojsen worden ist. Der Eisenbahnminister hat lediglich in der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses erklärt, daß für den Fall, daß ganze Schlafwogenzüge gefahren werden würden, er auch mit der Eventualität der Einstel­lung von Schlafwagen 3. Klasse rechne.

** Verleihung von Schießanszeichnungen an die Maschinengewehrtruppen. Nachdem den Jägerbataillonen am 1. Oktober 1913 Maschinengewehr­kompagnien zugeteilt sind, treten diese mit den Maschinen- gewehrabteilungen um das Kaiserzetchen, den Kaiserpreis und dos blechende Erinnernngszeichen in Wettbewerb. Die Verleihung erfolgt künslig auch für diese Maschinengewehr- Kompagnien und -Abteilungen gemeinsam alle zwei Jahre. Dieselben Auszeichnungen sollen auch die den Infanterie- Regimentern zugeteilten Maschinengewehr-Kompagnien und Festungsmaschinengewehrabteilungen mit der Maßgabe er­halten, daß die Verleihung alle drei Jahre an eine Ma schinengewehrkompagnie oder Festungs-Maschinen-Gewehr- abteilung eines jeden Armeekorps erfolgt und das Abzeichen nur ein Jahr zu tragen ist. Hierzu wird bemerkt; Bei der Auswahl kommt diejenige Maschinengewehr-Kompagnie, Maschinengewehrabteiluiig oder Festnngs-Majchinengewehr- Abteilung in Betracht, die nach mehrjähriger Beobachtung als die beste im Schießen (hauptsächlich dem gefechtsmäßi­gen) erkannt und nach ihren Leistungen in den übrigen

Dienstzweigen unter Berücksichtigung der persönlickjen Wirk­samkeit und Verdienste des Kompagniechess (Abteilnngsfüh- rers) der Auszeichnungen würdig ist.

"Futter-undGetreidezählung, Am 1. Julid. Js. findet im Deutschen Reiche zum erstenmal eine stasistsiche Auf- nabme der Vorräte an Getreide und Eitzeugnisten der Getreide- mütlereien Natt. Für die Aus»ahme kommen sämtliche gewerb- siche, Dandels- und Verkehrsbetriebe und die landwirtschaftlichen Betriebe mit fünf nnd mehr Hektar landwirtschaftlich benutzter Fläche in Betracht. Hierzu ist auch Pachilaud zu rechnen. Die An­gaben dürfen bestimmungsgemäß nur für Zwecke der amtlichen Statistik verwendet iverden. Die Betriebsinhaber füllen die Zähl­karten aus und übergeben sie in einem verschlosseuen, mitgelieserttm Bricsumschlag der Ortspolizeibehörde, die ihn unerüssnet dem Stasistisck>en Landesamic in Berlin einreicht. Dieses Verfahren schließt jeden bei derartigen Zähiungen bisher noch lantgewoc- denen Verdacht, die Angaben würden von den Ortsbehörden zu steuerlichen Zwecken benutzt, aus.

Landkreis Gieße».

Henchelheim. 12. Juni. Schon beinahe ein Jahr ist es her, daß die Preise sür Schlachtvieh ganz bedeutend lferunter- gegangen lind, aber die hiesigen Metzger sind immer noch nicht gewillt, ihre Verkausspreise der Ifeutigen Marktlage anzupassen. Obgleich in dem nahegelegenen Gießen sowie in der ganzen Um­gebung die Verkaufspreise für Fleisch- und Wurstwaren schon lange herabgesetzt worden sind, zahlt man in unserem Orte noch die alten, teilweise NM 10 und 20 Pfennig höheren Preise, das ist die billige Lebensweise aus dem Lande.

Kreis Lautcrbnch.

" L a ii t e r b a ch, 10. Juni. Unter dem Vorsitz des Geheimen OberschulratS Dr. Block aus Darmstadt fand heute an der hiesigen Realschule die mündliche Abschlußprüfung sür Zöglinge der Dürerschule Hochwaldhausen statt. Alle drei Prüslinge er­warben die Reife für Ober-Sekunda.

Krcis Schotten.

z. H eichen Hain, 12. Juni. Sest einiger Zeit hält der Tod eine reiche Ernte unter den Männern des Dorfes. Vier Greise und ein Mann von erst sünszig Jahren sind in kurzer Zeit gestoibeu. Gestern wurde ein Greis von 70 Jahren seiner letzten Ruhestätte übergeben, und nur wenige Stunden darnach starb schon wieder ein Mann. , >

Kreis Fricdberg.

A Friedberg, 12. Juni. Sein 50j ährrges Jubi­läum wird der Borschuß-und Kreditverein in diesem Jahre begehen. Das Fest soll sin Oktober im Hotel Trapp gefeiert werden. Der Verein ist das größte Geldinstitut in unserer Stadt.

L. Friedberg,14. Juni. Trotz des schlechten Wetters waren an tausend Mitglieder des E v. I ü n g l i n g s b » n d e s ftir Hessen in unserer Stadt erschienen. Sie feierten das 12. Bundessesh Um 10 Uhr laich in der Stadtkirche ein Festgottesdienst statt. Die Kirche war bis ans den letzten Platz besetzt. Es mlzzon über 1200 Leuw anwesend gewesen sein. Festprediger war Professor D. Schian- Gießen. Weitere Ansprackfen hielten der Vertreter des Oberkonsisto­riums, Superintendent D. Petersen - Darmstadt »nd des Bun- desvorsitzenden Pfarrer M ül l er - Osscubach, die vereinigten Posaunenchöre des Bundes, der eoang. Kirchengesangverein uich die Chorschule wirkten beim Gottesdienste mit. Um 12 Uhr war der Gottesdienst zu Ende und nun begann in den Familien das Miltagessen der Vereinsmitglieder. Trotz des ungünssigen Wetters bewegte sich, als der Himmel sich aufheiterte, von der Mainzer Toranlage ein Festzug nach dem Sportplatz Seewiese. Hier begrüßte Bürgermeister Baurat Kohl die Versammlung, ebenso Prosessor L a m p a s. Aus dem Festvlatz landen Turnspiele statt. Gegen 5 Uhr ging der Zug in die Burg und daun wegen des Regens in die Stadt­kirche, wo Direktor O, Schoell und der stellvertretende Vorsitzende Pfarrer v. der A u e Ansprachen hielten.

k. Butzbach, 12. Juni. (Gemeindcratssitzung.) An­wesend: Großh. Bürgermeister Flach, die beiden Beigeordneten lind sämtliche Gemeinderatsmitglikder mit Ausnahme des Dr. Bogt. Die zurzeit festgesetzten Ortslölme stir gewöhnliche Tag­arbeiter sollen beibehalten werden, da sie gegenwärtig einer Aende- rung nicht bedürfen. Der Wirtschaftsplan über den Stadtwald und derjenige über den Hospitalwald für das Jahr 1915 wurden der Finanzkommission zur Prüfung überwiesen. Bei Beratung des Voranschlags der Großh. Realschule für 1915 stellte Oppen­heimer folgenden Antrag: Der Gemeinderat wählt aus seiner Mitte eine Kommission von drei Mitgliedern, die die Verhältnisse ixi Großh. Realschule zu prüfen nnd festzrrsteslen hat, ob es nicht möglich sei, die Ausgaben herabzusetzen, und auf welche Weise es zu ermöglichen sei, die Schülerzahl zu erhöhen. Die Kommission hat spätestens bis zum I. September dem Gemeinderat hierüber Bericht zu erstatten. Dem Anträge wurde z»gestimmt. Aus Vor­schlag des Oppenheimer wurden als Kommissionsmitglieder er­wählt: Hend, Metzger und Ohnacker. Die Eingabe der Großh. Garnisonverwaltung dahier um Anschluß der Kaserne und des Unterossizierlvohngebäudes an die elektrische Lichtleitung wurde der technischen Kommission zur weiteren Verhandlung überwiesen. Die Baukommission hält den Ankauf eines Geländeslreifcns zur Verbreiterung der St.-Wendel Straße vom Winterschen Grund­stücke noch nicht für nötig und schlägt vor, die Angelegenheit vor­läufig für erledigt zu erklären. Ohnacker regt an, da es Sache der Feldbereinigung sei, die Verbreitung der Straße auszilführen, nochmals einen diesbezüglichen Antrag bei der Felbbereinigiings- kommission zu stellen und im Ablchningsfalle im Beschwerdewege bei Großh. Kreisamt Friedberg und Großh. Ministerium eine Entscheidung herbeizusühren. Teil Anträgen der Baukommission und des Mitgliedes Ohnacker wurde zugestimmt. Die /Verstellung des Trottoirs in der St.-Wendel^traße soll erst erfolgen, wenn alle anliegende Grundbesitzer hierzu ihre Zustimmung erteilt haben. Die Pflasterung eines l Meter breiten Fußsteiges auf der rechten Seite der Straße wurde abgelehnt. Metzger beantragt, den an den Häusern herführenden Fußsteig mst Schlacken zu überschütten. Beigeordneter Heil einpfiehlt eine Höherlegung der Straße in der Mitte der Fahrbahn. Bürgermeister Flach wird ermächtigt, den Fußsteig mit Schlacken oder Kieß überschütten zu lassen. Die Bau- kommissron schlägt vor, zur Verbreiterung der Hochweiseler Straße bei dem Knappeschen Wohnhause einen Geländcstreisen von 4 bis 5 Meter von dem Grundstück des Christoph Heyd IV. dahier an- znkausen und den Garten.zaun zu versetzen. Auf Antrag Tröster wird der Vorschlag abgelehnt, bezw. die Angelegenheit zurückge- stellt. Die Baukommission schlägt vor, den Graben an der Weidig- straße von dem Wohnhause Nickel bis zum Dreherschen Gebäude zur Verbreiterung des Trottoirs auffüllen zu lassen und an den Stellen, wo es nötig erscheint, durch das Trottoir Abflußrohre zu legen, Hevd beantragt vor Beschlußfassung eine OrtSbesich- itgung. Dem Anträge wurde zugestimmt. Der Termin wurde auf Donnerstag, den 18, Juni, nachmittags 6 Uhr, seftgefetzt. Dem Gastwirt Jean Steinhäußer VI. dahier wurde die Aufstellung eines Firmenschildes gegen Bezahlung einer jährlichen AnerkennungS- gebühr von 5 Mark gestattet. Send berichtet in ausführlicher Weise über den Antrag der technischen Kommission, belreffend Verbot der Verwendung b kerziger Metallfadenlampen. Er habe sestgestellt, daß bei Verwendung derartiger Lampen der Elektrizi­tätsmesser einen Stromverbrauch nicht anzeige und dadurch das Werk geschädigt würde. Tie Ueberlandzentrale habe in ihren Be­stimmungen ein..Verbot über Verwendung solcher Lampen vor­gesehen. Er empfiehlt einen diesbezüglichen Nachtrag auch in unserem Statut genehmigen zu lassen und verliest den Entwurf desselben, der lautet;Tem Gemeinderat bleibt Vorbehalten, über die Zulassung der Art von Beleuchtungs-, Heizungskörpern und Motoranlagen, sowie über die zur Verwendung kommenden Systeme und Fabrikate von Gebrauchsgegenständcn, welche durch die elek­trische Kraft des Werks betätigt werden sollen, ,u entscheiden und erforderlichenfalls deren Verwendimg zu verbieten." Dieser Zusatz fand einmütige Zustimmung. Heyd beantragt weiter, das Nach­stehende zu verössentlüi,en: Zu Heizungs- und Kochzwecken kann aus Antrag der Krafttaris in Ansatz gebracht werden, wenn für die Sommermonate, von Avrck bis einschließlich September, monatlich durchschnittlich 10 Kilowattstunden verbraucht werden und einwond- fret feststeht, daß zum Schaden des Werkes kern Mißbrauch mit der elektrischen Krast getrieben wird. Auch dieser Antrag wurde ein­

stimmig genehmigt, ebenso der Antrag Metzger, durch den Kontrol­leur seststellen zu lassen, in welchem Umsange derartige Lampen zurzeit in Gebrauch sind, Bei der statlgehabten Wahl der Mit­glieder zur Veranlagungskommission für die Einkommensteuer 2, Mteilung wurden gewählt; Wilhelm Braubach, Johann Jakob Schmidt, Philipp Groß, Ludwig Kießelbach, Georg Flach, als Ersatzmänner; Christoph Wießler, Karl Heil und Beigeordneter Heck, Gegen die Heranziehung eines Kostenbeitrags sür die Herstellung des Fußsteiges in der Griedler Straße wurde von dem Kirchenvorstand der katholischen Kirchcngemeinde Einspruch er­hoben, da das Trottoir wenig Interesse für sie habe, Ter Vorstand bittet um Uebernahme der Kosten im Betrage von 460 Mark auf die Stadtkajse. Aus Antrag des Beigeordneten Hadermann wird der Betrag auf 300 Mark ermäßigt, Der Großh. Zellenstras- anstalt Butzbach soll niitgeteilt werden, daß zur vertraglichen Ver­besserung und Verbreiterung der Cleeberger Straße die Mittel im nächsten Voranschlag vorgesehen werden sollen. Die Aus- sührung der Arbeiten sei jetzt nicht möglich, da hierfür in diesem Jahre keine Mittel im Voranschlag vorgesehen seien, Die An­schaffung von 2 Hydrantenstandrohren für die Freiwillige Feuer­wehr wurde genehmigt. Dem evangelischen Kirchengesangverein dahier wird zur Abhaltung eines Festes am 28. Juni 1914 die Markthalle zur Verfügung gestellt. Das Gesuch des Geometers Sauer um Bewilligung eines Betrages für Anfertigung einer Uebersichtskarte wurde der Baukommission zur Prüfung über­wiesen. Dem Antrag Metzger, den Fußvsad an der Römersttaße mit Schlacken zu überschütten, wurde zugestimnrt. Am Bitmarcks- hain soll eine Schutzlfütte hergerichtet werden.

Stnrkenburg und Rheinhessen, d. Mainz, 12. Jimi. Der 30jährige Schnlverwalter P. G. aus Frankfurt a. M., der seü 1907 an der Volksschule in Mainz- Momboch angestellt ist, verging sich seit 1908 in dreizehn Fällen an Srhtilern. Das Gericht verutteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis,

Worms, 13. Juni. Zu dem Morde in Hofheim wird gemeldet, daß der mntmaßliche Mörder Flörsch in seinem Heimatdocfe Monzernheim sestgenoulmen worden ist. Er gibt zu, bei dem Bäckermeisler Back in Diensten gestanden zu haben, leugnet jedoch die Tat. Flörsch wurde in das Nnitsgerichtsgefängnis nach Pfeddersheim gebracht.

Kreis Wetzlnr.

X Erda, 12, Juni, Am 15. Juni wird hier eine Poskagentnr errichtet. Die Agentur wird dem seitherigen Inhaber der Post­hilfsstelle Jakob übertragen.

Hessen-Nassau, h, Franlfnrt a. M 14, ^Jzmi, Frankfurt kann den Ruhm für sick) in Anspruch nehmen, die reichste Stadt Deutschlands »u sein. Noch den endgültig erfolgten Feststellungen für den Wehrbeitrag hat cs 38096 000 Mark zu leisten. Damit bringt die Stadt,allein rund den 25, Teil des gesamten Wehrbeitrags auf.

LanVrvirtschaft.

** Die Bienenzucht verspricht in diesem Jahre einen wenig lohnenden Ertrag, Wenn auch die Völker sich im Frühiahr regelrecht entwickelt hatten, und die Blüten der Johannis- und der Stachelbeeren sowie der Obstbäume den Immen reichlich Nahrung darboten, so tonnten sie diese wegen der naßkalten Witterung doch nicht eintragen. Viele der eitrigen Tierchen fanden im Sturm und Regen ilpen Tod. Da die Haupltracht mit der Heuernte aushörh so verbleibt nur noch wenig Zeit >zur cAcheit. Auf gefüllt« Honigtöpfe ist nicht zu rechnen.

Gerkchtrsaal.

Vilbel, 12, Juni. Wegen Milchfälschung waren ine Ehe­leute M. von Nieder-Erlenbach ongeklagt. Das chemische Urrter- suchungsamt stellte sest, daß die Milch enttalimt war. Do sie ine Milch für Vollmilch verlausten, wilrden sie heute vom hiesigen Schöffengericht Imit 15 Mark Geldstrase besttast, V

Sport.

Allgemeines Tenn is-T o » r » ier Gießen 1914. Aus den Plätzen an der Hardt land gestern ei» allgem. Tournier statt, das spottlich einen sehr interessanten Verlani nahm. Von bekannten Spielern beteiliaten sich ». a, Sch,nitgen - München, Lohnert-Fraiitturter Law» Tennis-Klub 1914, Speth - Blitzbacher Te»nis-Kl»b, sowie Engelhardt-Gießen. Schmitgen mar der beste Mann aus dem Platze. Er schlug in der Vorrunde de? berre»- CinzelspielS ohne Vorgabe de» jugendlichen Spetb, der hervorragend spiejte, 8:4, 8:1, Ter beste Gießenee Spieler war Engelhardt. Selbst ei» erfahrener Tournierspieler wie Lohnert, bei dein man allerdings jegliches Training vermißte, loume Engelhardt i» der Vorrunde des H. E. o, V. nur knapp 6:2, 8:6 schlagen I» der Schlußrunde des Herren-EtnzelsplelS traten sich sonach Schmitgen Lohnert, das Schmitgen sicher ge>vn»». Die Ergednisse sind: Herren-Einzelspiel ohne Vorgabe tl8 Nennungen): I. Preis Schmitgen, 2. Preis Lohnert, 3. Preise Speth und Engel­hardt; Herren-Einzelspiel mit Vorgabe: 1. Preis Spetb ( 15%), 2. Preis Engelhardt ( 3. Preise Tietz (+ 15)

und Kaub (+ 15). Am Sonntag, 21. Juni, findet ein Tame»- Einzelsviel o. V., ein Tamen-Herren-Doppelsviel o. V, und ein Herren-Dovpellpiel o. V, stott.

= 29, Mainzer Regatta, Am Samstag, den 20, tlnd Sonntag, den 21, d. Mts, findet die große internationale Regatta! des Mainzer Ruder-Vereins auf der bekannten Strecke Weisenauer ZementsabttkEisenbahnbrücke statt. Die Meldungen zu diesem beliebten Svottsseste sind ganz hervorragend ausgesallen, 24 Vereine aus Bingen, Bonn, Koblenz, Köln, Düsseldorf, Frank­furt (31, Gießen, Griesheim, Kastei, Mainz (2), Mannheim (31, Ostenbach, Oppenheim, Schweinsurt, Ulm, Wiesbaden, Worms ( 2 ) und Zürich iverden sich ein Stelldichein geben. Durch das'Er­scheinen der berühmtell Eurovameiuersck>astsmannschast, derZüricher Graßhopper, ist die Jnternatioualität der Regatta gewahrt und da sie in den Hauptrennen mit der deutsckzen Meistertckoltsmamischaft des Mainzer Ruder-Vereins, die aus den chisherigen Regatten in Frankfurt und Berlin alle ihre Gegner spielend abgesertigt hat> zusammentrifft, so sind hochinteressante, spannende Rennen zu erwarten.

Lnstsciiisfobrt.

Z I verunglückt.

Diedenhosen, 13. Juni. Der Miliiär-Lustkreuzer Z I ist heute mittag kurz vor 12 Uhr aut der Fahrt von K ö l » ii a ch M e tz bet Diedenhosen gelegentlich einer Not­landung verunglückt. Das Lultschiss, das durch deu Regen ohnehin stark beschwert war, wurde dicrch eine senkrechte z Boden gedrückt und knickte zwischen der Hintere» 6!o»del »nd dem Steuer rechtwinkelig durch. Wie die »Lothr. Nachrck melde», muß das Liistschlsf gau, obmontiert werden, Pauptmann Klcinschmidt wurde leicht verletzt, ebenso ein Oberleutnant am Kopse. Nur mit Mühe gelang es jii verhindern, dgß dgz Luflschiff i» die nahe Mosel geriet.

lieber den Unsall wird weüer berichtet, daß das Luftschist auf der großen Wiese südlickt von Diedenhosen zwischen dem großen Moselbogen und der in die Mosel eiiimündenden Fentsch liegt. Der Hintere Teil des Luftschistes ist zwischen zwei Bäumen ein­geklemmt, zwischen denen das Lustschiff in dem Augenblick des Unfalles gerade hindurchsuhr und die es festhielten, als es von der plötzlich auftrclenden Böe erfaßt und nach rechts getrieben wurde, so daß es im letzten Drittel umknickte. Zwei Kompagnien des 135. Jirsanterie-Regimenls haben den Platz in wtiiem Bogen abgesperrt und sind bei den Bergungsarbeiten behilstich.

Hauplmann Kleinschmidt, der Führer des Luftschiffes, hat, wie verlautet, einigen Berichterstattern folgende .Darstellung gegeben: Nachdem eine militärische Uebung, zu der derZ, I"" frühmorgens in Köln aufgestiegen war, beendet war, geriet das Luftschiff aus dem Heimwege in schwere Gewitterböen, deren starke verttlale Lujlsttümungeii das Lufllchifl, dessen Stosjhülle sich voll-