ücfttn, Olnträge zur Regieomgsvorlage, betr, dir Revision der OrdeuSgcjebe ab. Au der Sitzung nahmen als Regieruugsver- trricr die Herren Staatsminister Dr. v. E w a l d, SBimjlcr des Jiueern v. H >> mbergk und Staatsrat Lorbacher teil. Der Antragsteller war ebenfalls eingelaüen und begründete resp, erläuterte seine inhaltlich bereits bekannt gegebenen Anträge Rad, sehr eingehender Aussprackic zog Abg. Kvrell den von ihm zu >Art. 1 Pos. IV gestellten neuen Artikel 3d, ivonach mit Grnrh Ulignng des Ministeriums des Innern den bisher an den bischvj liehen Knabcnerzlchungsanstalten zu Klein-Zimmern und Drais nurkeudcn Orden, die sich ausschließlich dem Unterricht widmen,
S tet werden soll, neue Mitglieder aufzunehmen, soivcit ein rfnis dafür vorhanden ist, wieder zurchck, desgleichen den hierzu cingcbrachten Evcntualantrag, Von den alsdann zur Abstimmung gestellten übrigen Amrägen wurde der Antrag Kocrll aus Streichung des letzten Satzes im Art, 1 Pos. III „das Ministerium des Innern kann in besonderen Fällen Befreiung von der Vorschrift des Art. 4 Abs. 1 des Gesetzes vom 5. Juli 1887 (bctr. Vorbildung und Anstellung der Gcjstlichenl nach Maßgabe dieses Gcsetzes crtcilcn" angenommen. Alle übrigen Anträge üorell wurden abgelchnt: bei der Abstimmung im Ausschuh enthielten sich der Vertreter der Sozialdemokratie bei allen Anträgen, die beiden Vertreter der Fraktion des Bauernbundes bei drei der Anträge der Stimme, — Zu Punkt III, Art, 3a, nach welchem die Aufnahme neuer Mitglieder in die vorhandenen Niederlassungen über den Bestand vom 1. Oktober 1874 hinaus und die Errichtung neuer Niederlassungen gestattet ist und betrcsss der weiteren Bestimmung: „Das Ministerium kann,
wenn der ln Abi, 2 erwähnte Nachweis lcrncs dauernden, vermehrten Bednrftnsses noch Aushitse in der «eelsorgc) erbracht wird, auch einem andern, im Großhcrzogtum dermalen nichts bestehende» Orden, der sich ausschllcsstich der Aushilfe in der Seelsorge ividinet, die Errichtung von Niederlassungen gestatten", wurde im Ausschuß von der Regierung die ausdrückliche Erklärung zu Protokoll gegeben, dan hier von dem Jesuitenorden au, jeden Fall ausgeschlossen bleiben soll 'lieber den eventuell neu zuttckastclide^- Orden iß noch keine Bestimmung getrosten. Die Z n I a j t u n g_ n tu e r Niederlagen soll sich ausschließlich auf die drei Städte Mainz, Osfcnbach und Bcnshcim beschränken. — Da die Fertigstellung des neuen Ausschutzberichtes über diese Beschlüsse nicht mehr rechtzeitig bis zu der für Freitag geplanten Plenarbcratung der Vorlage erfolgen könnte, so wurde diese erst sür Dicnstae,, den 18. Juni, vorm. 10 Uhr anbrraumt Die ülussichten sür die Annahme der Regierungsvorlage sn der jetzt vom Ausschuß empfohlenen Fassung erscheinen noch sehr ungewiß, da bekannt ist, daß außer dem Zentrum keine andere Fraktion geschlossen dafür eintrctcn wird, vielmehr die Ansckiounngen darüber auch bei der fortschrittlichen Volkspartci und den Rationallibcralen, wie auch beim Bauernbund und den Sozialdemokraten stark auseinander- gehen.
Der Bahnbau Alsscld-Echcidlache-Hcrsseld-Trcysa,
Die Abgeordneten Reh und K o re l l lAngenrod) haben in der Zweiten Kammer folgende Eingabe vorgelegs und der Regierung zur Beachtung empfohlen:
Die Strecke Alsfeld—Niederaula geht ihrer Vollendung entgegen, und da wir bei unseren wiederholten Eingaben um die Bewilligung einer Verbindung von Alsfeld nach Tcheidlache oder einem anderen geeignet erscheinenden Punkt der Strecke Hcrsseld— Treysa stets aus diesen Zeitpunkt vertröstet wurden, erlauben wir uns an die hohe Zweite Kammer die ergebene Bitte zu richten, Gr. Regierung zu ersuchen, die zur Ausführung des vorerwähnten Bahnprmckts erforderlichen Matznahmen zu treficn. Wie schon in früheren Eingaben ausgesührt, würde die fragliche Strecke bei einer Länge von nur etwa 15 Kilometern, von denen ein Drittel aus hessischem und zwei Drittel aus preußischem Gebiete liegen, eine lang entbehrte Verbindung zwischen der Main-Weser-Balm und der Obeicheffischen Bahn Herstellen und den Weg von Alsfeld nach Kassel zum Beispiel um etwa 50 Kilometer abkürze n^ sic würde eine ganze Anzahl von wohlhabenden Orten im Schwalmtal berühren und einen Lokalverkehr zu erwarten haben, der sie auf alle Fälle rentabel machte, zumal bei dem Fehlen jeder Tcrrainschwierigkeit — die Strecke würde ausschließlich im Schwalmtal lausen — die Baukosten verhältnismäßig gering fern dürsten. Au, hessischem Gebiet kommen die 3 Orte: Eudorf, Elbenrod und Heidelbach mit zirka 1000 Einwohnern, aus preußischem Gebiet die Orte: Solzburg, Schrecksbach, Hattendorf, Röllshausen, Salmshansen und Zella Mit ea. 3300 Einwohnern in Betracht. Es sind das sämtlich sehr wohlhabende Orte, die den mangelnden Bahnanschluß vermissen, zumal der Verkehr nach der Station Loshanscn durch die alljährlich wiederkehrenden Ueberschwemmungen bet Zella sehr oft erschwert und .unmöglich gemacht wird.
Außer dem Transport landwirtichafllicher Produkte und Düngemittel würde für die Bahn auch der oon Basalt ans Hvlzburq und dem Alssclder Bezirk, von Kalk, der für die hiesige Umgegend ans Nassau bezogen werden muß, aus Wcißenborn und vor allem fton Braunkohle aus Frielendorf in Betracht kommen.
Welches Interesse sür das Projekt in den in Frage kommenden preußischen Orten vorhanden ist, das beweisen die zahlreichen Unterschritten aus den dem Gr. Ministerium überreichten Aus- sordernngen an das Eisenbahn-Komitee zu weiterer Tätigkeit, das beweist ferner echc am 17, Mai ds. Js. in Schrecksbach stattgebabic öffentliche Versa' tmlnng, die den großen Saal des Gemeindewirtshauses bis auf den letzten Platz füllte und in der die Ausführung des Projektes von verschiedenen Rednern als eine Lebensfrage sür dos obere Sitzoalmtal bezeichnet wurde. Es wurde ferner hcrvorgchoben, daß Herr Landrat von Schwcrtzell in Ziegcnharu, der sich seither ablehnend verhielt und der den Ausbau der Station Scheidlache sür den Güterverkehr zur BedinglMg sür seine Zustimmung zu dem Projekt machte, nach Erfüllung dieser Bedingung jetzt sür das Projekt eintrctcn werde,
Alsield, sowie die preußischen Orte Schrecksbach und Rölls- bausen stehen vor der Feldbereinigung und es würden bei event. späterer Ausführung des Projekts ganz wesentlich höhere Kosten entstehen. >
Tie Kgl, Ei senbahndrrekt i on in Frankfurt a. M, steht dem Projekt sehr shmvatbisch gegenüber, zumal die Strecke auch eine Entlastung für die Frankfurt — Bcbraer- Babn bringen würde, und wir sind der festen Uebrrzeugung, daß die Ausführung des Proickts, die ja für Hasicn mit verhältnismässig geringen Kosten verknüpft jft und der Grenzstadt Alsield das durch den Ban der Strecke Hcrsseld—Treysa verlorene Absatzgebiet wieder erschließen würde, leicht zu erreichen wäre, wenn die Gr, Regierung sich desselben ernstlich annehmen wollte.
Evangelischer Bund. In Sachen des neuen hessischen Ordensgesetzes richtete der hiesige Zweig-Berein des Evangelischen Bundes folgend« Eingabe an die beiden Ständekammern: Der Borstand des Zweig-Dcrcins Gießen des Evangelischen Bundes beklagt es tief, daß die hessische Regierung in ihrer Vorlage zu dem Ordens-Gesetz vom 5, Mai d. Js, den ernsten Bedenken, welche nicht nur von seiten des Evangelischen Bundes, sondern auch von dem Vertreter der evangelischen Landeskirche in der Ersten Kammer erhoben worden sind, leine Rechnung getragen hat, vielmehr mit ihren Zngeständ-irissen über ihre Erllä- rung vom 0. April hin ansgegangen ist, — Indem fast alle wesentlichen Schranken sür die !wciblick)en Orden und vrdens- ähnlichen Kwngregationeu ausgehoben imd mehrere Münner- Orden, unter denen auch der Jesuiten-Orden verstanden werden kann, nach dem Befinden des Ministerium? zugelos- sen sind, dient der Entlvurs der Regierung nicht dem konfessionellen Frieden, sondern es werden daraus unserem Lande in nicht ferner Zeit noch ernstere und folgenschwerer« kirchenpolitische und konsesiionclle Wüchse erwachsen. Durch seine Annahme wird der Boden für eine Verschärfung der konfessionellen Gegensätze bereitet, da die mit der Zunahme der Orden, Ordensniederlafsungen und Ordensglicdcr und
deren Arbeitsgebiete sich steigernde propagandistisch« Tätigkeit der Orden unsere konfessionell gemischte BeviKkerumtz in steigendem Maße konfessionell erregen iimtz, — 1 Wir erheben unsere Stimme nicht aus Feindschaft gegen katholische Frömmigkeit, gegen unsere katholischen Mitbürger imd deren Kirche, sondern wir tun cS in ernsteur Pflichtbewußtsein, von unserem ®cniiffeti gezwungen, um unseres Volkes und Staates und, nicht zum wenigsten, um des kvn- scssionellen Friedens willen. '.'lauft nationale Gründe bestimmen uns, da die oberste, unbedingten Gehorsam von ihren Mitgliedern beanspruchende Leitung der Orden nicht in Deutschland ihren Sitz hat und somit Ausländer einen maßgebenden Einstich aus deutsche Verhältnisse gewinnen können. — Indem wir diese Bedenken ausspreckzen, erhoffen wir von hoher Kammer, daß sie bei ihren Beratungen daraus Rücksicht nehme und den Emtwurf, der so tief in die Le- bcnsinteresscn des Staates und des Volksganzcn einschnci- det, einer allseitigcn, gründlichen Kritik unterziehe, umsomehr, als angenommen werden kann, daß die römisch-katholische Kirche erst dann zufriedengestellt sein wird, ,wrnn jede staatliche Auffickst über sämtliche Orden gefallen' ist.
Deutschs» Reich.
Zum Nachfolger des verstorbenen Ofter- präsidenten von Posen Schwartzkopff ist, wie wir Horen, der Unterstaatssekretär im Staatsministerüim, v. Eise nhart-Rolhe, bestimmt worden.
2l«»lanv.
Die neue st e Tat der englischen Suffragetten. Aus London wird gemeldet: JnderWcstminster- a b t e i ist eine kleine Bombe in unmittelbarer Nähe des Krönungsstuhles explodiert. Der Schaden ist unbedeutend. Ein Teil der.Holzschnitzereien am Rücken des Sluhles ist abgebrochen, ferner wurde das Stcinnietzwcrk an der Wand dahinter, anscheinend von Eiscntcilcn, die die Bombe enthielt, beschädigt. Die Bombe selbst bestand aus einer dünnen Zinkhülse und ist durch eine Zündschnur in Brand gcsctzk worden. Bei dem Sluhlc wurde eine Fcderbos, ein Fremdenführer und eine kleincsch warze Sei den lasche gesunden. Der Anschlag erregte in der Nachbarschaft große Erregung, Die Leute versammelten sich zu .Hunderten außerhalb des ehrwürdigen Baudenkmals, Als die Explosion erfolgte, befanden sich etwa 100 Personen in dem Innern der Abtei, Sic bcsürchreten infolge der Erschütterung eine Katastrophe und drängten nach dem Ausgange, Eine Frau wurde dabei ohnmächtig. Die Explosion verursachte starke Rauch- und Staubwolken, Mörtel fiel von der Decke und von den Wänden, Die Polizei war schnell zur Stelle und hielt einige Anwesende zurück, um sie zu vernehmen. Zwei Frauen, die im Zusammenhänge mit dem Anschläge der Westminsterabtei verhaftet worden waren, sind Fremde, Ihre Festnahme erklärt sich daraus, daß sie nicht cnlisch sprechen konnten.
Ar»» Staöt und LnnS.
Gießen, 12. Juni 1914.
** Tageskalcnder sür Freitag, den 12. Juni: Gewerbe» ansstellung: Abends 7—lv Uhr: Militärkvnzcri, (Solist: Herr Kümmel,) ,
*• Die Grobherzogliche Hofhaltung wurde gestern nach Jagdschloß Wolfsgarten verlegt,
** Ein oberhessischer Jungmeistertag sinket anläßlich der Gewerbcausstellung Gießen 1014 am Sonntag. 21. Juni, in Gießen statt, um den Jungrncistern Oberhessens Gelegenheit zu geben, mustergültige Erzeugnisse des Handwerks und der Industrie zu ichaucn, Seit Einführung der Meisterprüfung ist den Jungmeistern Oberhessens noch keine so vorteilhafte Gelegenheit geboten gewesen, eine solch« Fülle des Anregenden und Interessanten in so übersichtlicher und lehrreicher Zusammenstellung vereint zu sinken Eine besondere Bedeutung gewinnt diese Tagung noch durch einen Vortrag des Rechtsanwalts Kaufmann, der darüber sprechen wird, welche rechtlichen Bestimmungen der Jungmeister bei Eröffnung seines Betriebes kennen muß. Zu der Tagung gibt die Ausstcllungsleitung besondere Eintrittskarten heraus, die zum beliebigen Ein- und Austritt am 21, Juni gelten. Vormittags um V-10 Uhr findet die Begrüßung durch die Aus- stellungslcitung statt, daraus folgt der Vortrag des Rechtsanwalts Kauffnann. Anschließend erfolgt unter fachkundiger Führung in kleinen Gruppen ein Rundgang durch die Ausstellung. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Festhalle, an dem auch Familienangehörige und Bekannte der Jungmeister teilnehmen können, ist Konzert in der Festhalte »nd in Alt-Heffen, — Zum Jungmcistertag sind zahlreiche Anmeldungen bereits erngegairgen, Die Ausstellungslcitung teilt auf vielseitige Anfragen allgemein mit, daß alle Handwerker mit ihren Angehörigen bei vorheriger Meldung an dieser Tagung zu billigen Preisen teilnehinen können. Anmeldungen durch Karten sind aber umgehend erwünscht. Dauerkarten und Beikarten können von heute ab nur noch an der Tageskasse der Ausstellung gelüst tvcr- den. Der Verkauf dieser Karten bei den Vorvcrkäufsstcllen in der Stadt wird eingestellt.
** Ein Erfolg der Oberhessischen Werkstätten G. m. d. H, ist aus der Gewerbe-Ausstellung zu berichten. Es wurden verkauft: das in Eiche geschnitzte Herrenzimmer, ausgestellt in Raum 104, sowie das Schlafzimmer in Raum 95, Letzteres ist ebenfalls in Eiche geschnitzt, Im Interesse der oberhessischen Handwerksmeister »nd ihrer aus der Ausstellung zum erstenmal vor die breite Ocffentlichkeit getretenen Genossenschaft darf dieser Erfolg begrüßt werden,
** Anlagekonzert, Infolge Beurlaubung der Regimentskapelle am Sonntag, dem 14, ds., findet die Anlage- mufik am Samstag, dem 13. ds., nachm, 6 Uhr, (mir bei gutem Wetter) statt, l. Glück aus, Marsch mit Benutzung eines alten Bcrgmannsliedes, E Wilde, 2. Ouvertüre zur Oper: „Die Frau Meisterin", Fr, v, Suppä, 3, Fantasie aus C, M. v, Webers Oper: „Der Freischütz", bearb, von W, Löber, 4, Fröhlich Pfalz, Gott erhalt's! Marsch, Th, Gruß,
** Im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34, findet morgen, Samstag, abend ein größerer ,Konzert-Abend mit 12 Mann starker Kapelle statt; hierbei wird unter cw- dcrem der dis jetzt in allen Städten großes Auffehen erregende Kunstfilm „Das Regimentssest", vorgesührt. Wir verweisen auf die morgige Anzeige,
** Das erfie Abonnemcntskonzcrt unserer Militärkapelle, das merkwürdigerweise sehr vom Wetter begünstigt war, fand gestern abend in dem üblichen Rahmen von! bunten Mützen und leuchtenden , _en Frühjahrskleidcrn in Steins Garten statt und nahm bei dem schönen Spielplatz, den ihm Obermusikmeisier Löher zu Grunde gelegt hatte, einen guten Verlaus, Die Darbietungen, von denen wir Jsoldetis Liebestod, die großen Fantasien aus „Walküre" sowie aus „Faust", das Vorspiel von „Dichter und Bauer", die Reise durch Europa und das Charakterstück „Die Amazone" besonders hcrvorhrben, wurden vorzüglich vorgrtrpgrn und fanden so lchhaftm Beisall, daß sich Herl
Lödcr mchrsach zu Zugaben entschlleßcn mußte. Eure besondere Anziehunqskrajt gewann das Konzert iwch durch die Mitwirding
des bestens bekannten Pistonvirtuosen K ü mmcl vom Großh, Hos- thratcr, der sein Instrument wieder mit gewohnter KünsUcrschaft meisterte. Lebhafter Beisall folgte jeder seiner Darbiemngen, besonders einer eigenen Komposition, in der Herr Kümmel alle Vorzüge seines Instruments vorzüglich zur Geltung gebracht hat, — Heute wirkt Herr Kümmel in dem Konzert in der Gcwcrbeaus- stcllung mit,
**Verstärkter Eisenbahnbetrieb, Am Sonntag, den 14, Juni, findet, wie schon mitgctcilt, in Nidda ein großes Gesangsscst statt. Um den voraussichtlich starken Verkehr zu bewältigen, werden die Züge Gießen — Nidda am Festtage verstärkt, außerdem wird ein Sonderzug Fricdberg—'Nidda gefahren, — Weiter findet am 14, Juni Turnfest in Beienheim und in Gedern s25jährige Jubelseierl statt; ab Gedern 10,55 nachts geht ein Sondcrzug nach Stockheim, 11,44 an, ” Die Maul- und Klauenseuche ist auS- gcbrochen im württcmbergischen Oberanitsbezirk Gera- bronn und in den obecbayccischen Bezirken Ingolstadt und MicSbach. Im Schlacht- und Vichhof zu Frankfurt a. M. wurde die Seuche abermals festgestellt. Samt- licheS Großvieh wurde sofort gesperrt, lieber den Schlacht- und Viehhof wurde die Sperre verhängt.
** Gin alter Schwindel ist gestern in unserer Stadt wieder verübt worden. Zwei Damen, eine Holländerin, die andere der Sprache nach aus dem Schwabcnlande, betraten cmen Laden uich ließen sich in eine näher angegebene Wohnung Waren zur Ansicht senden. In her Wohnung wurde die Auswahl abgenommen mit der Aufforderung, in einer Stunde das Nichtbehaltenc wieder abzuholcn. Nach dieser Zeit waren die Damen mitsamt den Waren verschwunden, sic waren nämlich abgerrist. Die Wohnung war erst am Tage vorher gemietet und die Wrrttn hat die beiden Schwinchcrrnncn, die sehr sicher anftratcn, cinc Nacht umsonst beherbergt. Der Schaden des Geschästsmanns beträgt über 50 Mark, 1
** Das Fest der goldenen Hochzeit feiern heute die Ehelciite Friedr. Muh! und Fra», ged. Decherk.
** Kleine Mitteilungen, Aus Griesheim a, M, ist nach Unterschlagung von 1000 Mk der Buchhalter Eugen Holm flüchtig gegangen, — In Frankfurt a, M, hatten die Schul- diencr den Magistrat um Verleihung des Titels „Schulwart" ersucht. Der Magistrat schlug das Gesuch ab,
Lauvkreis Gießen.
A RI e t n • C i n b e n, 10. Juni. Landwirt Ludwig Theiß und feine Eheira» leierten ihre silberne Hochzeit. Der Kirchengesangvcrein »nd der Polaunenchor brachten ihrem langjährigen Mitglied abends ein Ständchen,
Röthges, 10. Juni. Der langjährige Beigeordnete Damer wurde auf weitere 9 Jahre wiedergewählt.
Kreis Alsfew.
£ Grebenau, 10. Juni. Die Eisenbahnstrecken, welche den nördlichsten Teil Oberhessens mit Nieder-Aula verbinden, werden im Laufe dieser Jahres eröffnet. Die Strecke Schlitz—Nieder-Aula wird am 15. August dem Verkehr übergeben, und am l. Oktober folgt die Teilstrecke Grebenau—Nieder-Aula. Die Eröffnung der letzten Teilstrecke Grebenau—Alsfeld erfolgt voraussichtlich erst 1915.
Kreis Lautcrbach.
X Schlitz, II. Juni. Gestern leierte hier der Grast. Ober- lörster Christian Gniß in geistiger und körperlicher Frische und Rüstigkeit sein 50j ä h r i g e S D i e n st j u b i I ä »in. Früh morgens brachte ihm die Kapelle Wagner ein Ständchen dar. Zahlreiche Ehrungen wurden ihm außerdem im Laule des Tages zuteil. Im Grast,chen Schloß tand dem Jubilar zu Ehren ein Festeste» statt. Oberiörster Gniß erlreut sich weithin großer Wertschätzung, noment- lich auch wegen seiner Kenntnisse und Ersahrung in der Forst- wirtschait.
(z) Frischborn, 11.Juni, Auf große Hinderniffe ist man bei dem Bau unserer Wasserleitung gestoßen, weil sich im Dorfe eine Menge Felsen vorsindet. Die Arbeit kann deshalb nur langsam von statten gehen. Täglich hört man das Donnern unzähliger Sprengschllsse. Unsere Wasserleitung ist daher mit einem großen Kostenaufwand verbunden, wie ja schon der weite Weg zur Quelle im voraus ersehen ließ. Das 6 Kilometer entfernte Qucllengebiet teilen wir ans eine Strecke von 3 Kilometern mit der Nachbargemernde Manswinkcl, von wo sich der Rohrstrang abzwcigt und jeder Gemeinde ihren Bedarf zufüftrt. Die Nachbargemcinde führte den Bau ihrer Wasserleitung schon voriges Jahr zu Ende, während wir erst nach Ostern den unsrigen in Angriff nahmen. Wie verlautet, wird es noch 6—8 Wochen dauern, bis man damit fertig ist,
Hessen-Naffau. ch Marburg, ll, Juni Der Dachdecker H, Rehm stürzte gestern beim Ansbeffern eines Daches durch Brechen eines Dachhakens zirka 7 Meter hoch vom Dach« und zog sich einen Brtich des Nasenbeins zu. Inwieweit innere I^r- lctzungrn in Frage kommen, ist noch nicht festgestellt. Er wurde in die hiesige chirurgische Klinik gebracht,
— Saiger, 10. Juni, In großzügiger Weise begeht nächsten Sonntag unser Städtchen tue Feier der Sttfmng seines 1000- jährigen Gotteshauses, Generalsupcrintcndent Hosprediger Ohly, ein geborener Haierer, hat die Festpredigt übernonnnen, Nachmittags erfolgt die erste AnWhrnng des von Dvfrat Spiclmann vcrsaßtcn Westerwälder Ritterspiclcs „Der Vogt von Saiger", Wiederholungen der Feier sind sür Montag imd Dienstag geplant. Für die Fcstt'itznng der städtischen Körpeffcbaftcn am Montag haben Odcrpläjident von Hengstcnbcrg, Regicrungsvräsident von Meister, Landrat v, Zrtzcnwitz, die Eisenbahnpräsidenten zu Frankfurt am Main und 'Elberfeld u, a, ihr Erscheinen zugefagt. Der lion Dr, Dönges-Dillenburg cntwvrscne für Montag Mittag vorgesehene Fcstzug enthält 20 Gruppen mit 350 Personen und 90 Pferden, Am Dienstag erfolgt die Einweihung des neuen städü- schen Spielplatzes auf dem Haarwasen,
h, Fra n ks ur t a, M,, ll, Juni, Die ErrrchMng des n cuen Unsversitätsgcbäudes stößt aus erhebliche Schwierig k e i t c n, da man bei den Fundamcnticrungsarbeitcn sehr starke Wasseradern, hohes Grundwasser und ausgedehnte torsartige Moor- lagcr sreilegte. Infolgedessen müssen in ganz bedeutender Tiefe gewaltige Gruichpseller errichtet werden, auf denen die ktzcwölbe- mauern Ausstellung finden. Zur Entwässerung des Grundstückes sind Tag und Nacht Pumpwerke tätig,
= Limburg, 10. Juni, Unsere Stadtverordneten bewilligten sür die Abhaltung zweier Pserdeniärktc lAlärz und September! einen Kredit von 1000 Mark, wovon 500 als Prämilcn sür Pferdehändler verwendet werden und 500 Mark dazu dienen sollen, den Pserdemärktcn ein besonderes Gepräge zu geben. Der nächste Pserdemarkt findet den 9, September statt.
Ankversitätr-Nachrichten.
S t r a ß b u r g , 11, Juni, Durch Anschlag am schwarzen Brett gibt der Rektor bekannt, daß der akademische Senat auf Grund des §36 der akademischen Vorschriften einstimmig beschlossen habe, den Studierenden der Univcrsttät die Teilnahme an dem P h armazentenvcrein in Elsaß-Lothringen zu untersagen. §36 der akademischen Vorschriften besagt: „Die Teilnahme der Studierenden an Beccinen von Nlchtstudentcn kann im Interesse der akademischen Disziplin untersagt werden," Das entscheidende prinziviellc Verbot des akademischen Senats hat laut „Straßburger Post" seinen Grund in einem Vorkommnis aus der jüngsten Zeit, das dem Verein als Bekundung deutsch feind«


