lönne der Finanzausschuß nicht cintrcton, man fotlc abwar- ten, wie sich das Ilnterncchncu enOvickclu würde.
Oberbürgermeister Keller meint, das Unternehmen sei so bedeutend für Gießen, da es sicher auch Besucher aus der Um gegend deranzieden würde, das; er gegen den Antrag des Auo schusseö die Bewilligung eines Garantiefonds von 1000 Mk, befürworte.
Stadt. Ebel betont, daß der Platz am Philosovbenwald allein der ideale Platz für das Freilichttlfeater sei, wenn auch der a» dere Platz recht gut sei, so habe er doch tiicirt dieselben Vorzüge «»szuweisc» und oor allem fehle es aus dem Fichtenkovi au einem genügenden Lchnfik Lee Publikums bei plötzlich eintretendeni Unwetter, während sich in der Nähe des zuerst »I Aussicht genommenen Platzes das Philvsophcnwaldhaus und die LiebigShöhc befänden. Mau solle daher, wenn man auf dem Fichteukops bestehe, eine Schutz Hütte errichten und auch einen Garantiefonds bewilligen. Dann hob auch er den Vorteil einer Lichtbühne für Kiesten hervor und beanlwortcte den Zwischenruf „Wiesbaden!" damit, daß die Freilichtbühne in Wiesbaden nur darum sich nicht habe halten können, weil man dorr in zu großem Stile gearbeitet habe. Tic „Maibraut" von Wolzogcn habe täglich 2000 Mark IIulosten erfordert vier in Kietzen seien nur geringe Aufwendungen nötig- Tie Kulissen und Kostüme stelle Direktor Steingoettcr und die .Hilfskräfte fpicltrn freiwillig und ohne Entschädigung. Tas alles bürge für ein dauerndes Bestehen der Freilichtbühne.
Beigeordneter Grünewald ist für den Play im Plnlo- sophcnwalde, die wenigen gefällten Bäume würden wenig schaden, «such Stadtv. Sinn triit für den Philosovhcnwald ein, während Stadtv Plank dein Fichtenkovi zustimmt, da dieser in fünf bis sechs Minuten von der Straßenbahn aus zu erreichen sei. Auch sei der Fichtenkovi zur Anvflanzung der Fichten geeigneter. Stadtv. Löbcr rät cbeutalls, den Plnlosophcnwald io zu erhaltcu, wie er jetzt ist; er ist gegen de» Garantiefonds, stadtv. Sommer ist für den Vorschlag der Ausschüsse und stimmt dem Garantiesonds zu. Er verspricht sich auf dem Platze des Fichtenkovfes auch eine größere künstlerische LBirtung. Stadtv. Vetters ist auch für die Leistung des Garantiefouds, wenn ihm gewährleistet wird, daß jedem die Möglichkeit gegeben wird, den Aufführungen beizn- Ivohnen, indenr man nur Sonntage in Aussicht nehme. Stadtv. Ebel versichert, daß die „Frcilichtbülmc" grundsätzlich anstrebe, die Aussührungcn Sonntags zu veranstalten, garantiert könne nur jeder zweite Sonntag werden, da die Mitglieder des Stadt- theaters durch die Bad-Nauheimer Aufführungen in Anspruch genommen seien.
Stadtv. Wimmenauer rät eindringlich, sich den Philo- sovdenwald zu erhalten, man müsse darin etwa 80 Bäume fällen, wälnend die Fichten, die mau zu dieser Jahreszeit anvflanz-, sicher ausgeltcn würden. Derselben Meinung ist Stadtv. Heichelheim, tritt auch für den Garantiesonds ein. Auch Betgeordn. Grünewald stimmt nunmehr dem Fichtenkovi zu, rät jedoch sofortige Inangriffnahme der Vorarbeiten. Stadtv. Sommer schlägt vor, den Platz auch Vereinen zur Verfügung zu stellen. Stadtverordneter Ebel trat nochmals für das Gesuch der „Freilichtbühne" ein.
Oberbürgermeister Keller legt der Versammlung zur Beantwortung drei Fragen vor:
1. Will die Stadtverordnetenversammlung der „Freilichtbühne" den in Aussicht genommenen Platz auf dem Fichtcnkovfe zur Verfügung stellen?
2. Will die Stadtverordnetenversammlung zur hcrrichtung des Platzes der „Freilichtbühne" einen Kredit bis zu 2000 Mark bewilligen?
3. Will die Stadtverordnetenversammlung der „Freilichtbühne" noch einen Garantiesonds von 1000 Mark bewilligen?
Alle drei Fragen wurden e i n st i m m i g mit „I a" beantwortet.
Schluß der öffentlichen Sitzung 5V- Uhr.
Nach der öffentlichen Sitzung hielt Stadtv. I a n n einen längeren Vortrag über die Erziehungsarbeit in den Gießener Kindergärten. Oberbürgermeister Keller dankte ihm für seine Mitteilungen.
Au» StaSt «nS Can6,
Gießen, ug. Mai,1914.
" Das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (116) trifft am SamStag in drei Souderzügen, von Gelnhausen konimend, in Gießen ein. Tie Ankunft erfolgt um 2">, 3 36 »nd 3 58 Uhr nachmittags.
•* T i e » st j ub i l ä u IN. Am I, Juni steht der Oberaärtoer Friedrich Kyritz 2b Jahre in Ttensten des Komn,erziel r.'ts Schirmer zu Meßen.
** D i e zehn Natnr^schutzgebotc. 1. Du sollst der Natur, die dich durch ihre Schönheit erfreut, nicht mit Undank lohnen, indem du sie schädigst: 2. du sollst zur Erinnerung oder für deine »ammlungcn von Blumen, Schmetterlingen odm dergleichen p'.r io viel mitnehmcn, als du wirklich brauchst: 3. ou sollst die Natur nichl durch wcggeworsene Blumen, Papier und sonstig: Abfälle verschandeln; 4. du sollst keine überslüssigen Sammlungen ankegcn, weder von Pflanzen, noch von Schmetterlingen, Käsern oder sonst etwas, wenn du dich nicht ernstlich damit beschäftigen willst: 5. du sollst aut die Mitnahme solcher Natur- sellenhetten, deren Bestand dadurch gefährdet ivtrd, überhauvt verzichten und bedenken, daß auch noch andere sich daran erfreuen wollen: 6. du sollst keine Pflanzen mit den Wurzeln ausreißcn oder ausgrabcn; 7. du sollst von den Bäumen und Tträuchern keine Zweige abrcißcn, sondern sie nötigenfalls mit einem scharfen Messer oder einer Schere abschneidcn: 8. du sollst beim Pflücken der Blumen darauf achten, daß der Stock nicht bcschadiat wird und wenigstens noch einige Blüten daran bleiben: 9. du sollst die Rinde der Bäume nicht als Stammbuch benutzen: 10. du sollst Kinder und unverständige Erwachsene zur möglichsten Schonung der Natur anhalten.
** Postscheckverkehr. Die neuen F o r m u l a r m u st e r zu Zählkarten, zu Nachnahmekärten, Nachnahme-Paketkarten «bisher -Postvaketadressenj und Postaufträgen mit anhängender Zahlkarte sowie das Muster zum neuen Schcckbricsumfchlag für den Verkehr der Kontoinhaber mit den Postscheckämtern sind erschienen. Die Formulare können sämtlich auch van der Privatindustrie her- gestellt werden, wenn sie in der Größe „nd Farbe des Paviers sowie NN Vordruck und, adgäsehen van den Tcheckhriefumschlägen, auch in der Ställe des Pavicrs mit den amtlichen genau übereinstimmen. Tie Muster sowie eine gedruckte Beschreibung über ihre Größenverhältnisse und die Beschasfenheit des zu verwendenden Papiers können von den Postscheckämtern kostenlos bezogen ivcrden Zur Permcidung von Weiterungen empsichlt es sich, daß die Privat- druckcreien vor der Herstellung jeder neuen Auflage einen Probeabdruck dem Posn'chcckamt zur Prüfung einsenden. Tie von der Post bezogenen blauen Zahlkarten des bisherigen Musters sowie die bisherigen braunen Nachnahnietormularc mit auhänaenber Zahlkarle können bis auf weiteres ausgebrmicht werde». .Hierher wird daraus aufmerksam gemocht, daß auch die Formulare zu Nachnahme-Paketkarten und Nachnahmekartci, mit anbängender Post- anwcisuilg geändert werden, und daß die Postvatctadressen die Bezeichnung Paketkarte erhalten. In Aussicht genommeii ist ferner neue Formulare für Postaukträge mit anhängender Postanweisung einzusühren und die Herstellung dieser Formularck der Prioatindu- strie sreizugcbcn. Wegen der Muster sük diese Formulare „sw. Ivird näheres Nock, bekannt aenracht werden. — Zum „Verzeichnis der Kontoinhaber bei den Postscheckämtern im Reichspostgebict", Ausgabe 1914, erscheint in den nächsten Tagen der erste Nachtrag nach deui Stande vom 1. Mai. Er ist bei allen Postanstalten für 40 Pfg. käuflich. Das Verzeichnis selbst lStand vom l. Januar kostet 2 Mk. Den Kontoinhabern wird der Preis für Verzeichnis und Nachtrag aus Verlangen vom Konto abaebucht: auch können sie sich den regelmäßigen Bezug des Verzeichnisses sowie der im Laufe des Jahres erscheinenden beiden Nachträge durch cinmaligc Bestellung bei ihrem Postscheckamt sichern.
** Grundstncksvcrkehr. Ein Grundstück zu R o h r - h a ch, das auf den Namen der D i t t m a n n, Friedrich, Landwirt zu Aulendicbach/ T i t t n, a n n, Katharine ged. Hansel, dessen Ehefrau, oor der Auseinandersetzung im Grundbuch eingetragen war.
soll Freitag, den 10. Juli 1014. vormittags 10>/- Uhr, im Amts- gerichtSgebäude (Sitzungssaal) zu Büdingen im Wege der Zwangsiwllstrecknng verueigert werden. Der Versteigc-nmgsocinnerk ist am 28. April 1914 in das Grundbuch eingetragen worden. — Grundstücke zu Gießen, die auf den Rainen des Karl Nöding in Gießen eingetragen waren, ioll.'N Fre.tag, den 17. Juli 1914, oormittags 9 Uhr, durch das Amlsgericht Gießen im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. Der Versteigernngsvcr- merk ist an, 7 Mai 1914 in das Grundbuch eingetragen worden.
Ein Grundstück zu B a d--N au he i m, das auf den Namen des Joseph H a b e r 1, Gastwirt in B a d - N a u h e > m, »nd dessen Elicsrau Emma geborene Rchm, im Grundbuch eingetragen war, soll Mittwoch, den 22. Juli 4914, vormlltags 10 Uhr, durch das 'Amtsgericht Bad-Nauheim zum Zwecke der Auseinandersetzung versteigert werde». Der Versteigerungsvermerk ist am 24. Dez. 1943 ü, das Grundbuch eingetragen worden.
** Gütcrrechtsregistcr. Sattler Wilhelm S ch ö s s 1 e r in Ai » i ch e n h c i m UN» Eheiran Auguste geborene Wolfs lfabcn Errungenschastsgemcinschaft vereinbart.
** Konkurse in Hesse». Das Konkursverfahren über das Vermöge» des Restaurateurs Johgun Ada», Huth z» Dar,,,. N a d t ist, da eine den Kosten des Verfahrens entsprechende Maste »iclit Vorhände» ist, eiuaestcllt worden. — lieber das Perniöacn des Möbelsedreiiiers Wilhclu, Ternts in N i e d e r-F l ö r s h e i,n ist au, 22. Mai das KonkuiSveriahre» eröffnet worden. Der Rechtsanwalt Obe „ a >ier in Pseddcrshem, ist zu», Konkursverwalter cruauut. KoukliiSsorderimgei, sind bis zum 12. J»»i 1914 bei de», Gerichte auzumeldcu. Es wird zur Befchliißfastuiig über die Bei- bebaltnug des ernannten oder die Wahl eines anderen Ver- walleiS „fw. a»I Freitag, 2,!. Juni 1814, vormittags 19 Uhr, vor dem 'Amtsgericht Pteddcrsdeim Termin anberaumt. — In de», Konkurse über dns Vermöge» deS Restaurateurs Conrad Köhler in Gieße» soll die Schlußvertcilung erfolgen. Dazu sind nach Berichttqmig der bevorrechtigten Ansprüche uerlügbar Mk. 13 23S. Zu bcrückslcht, e„ sind Mk. 47 66 ‘,71 nicht bevorrechtigte Forderungen. — Das KouklirS»erführe» über das Vermögen der Firma Öeimnn ,, & Nitzge in Hevvenhei »> ist, nachdem der >» de,» Vergleichs,ermiue vom SS.'April 1914 angenommene Kwaugs- vcrglcick bestätigt ist, auiaehobe,,.
Kreis Schotten.
-cht. L a u b o ch , 27. Mai. Nach althergebrachter Sitte feiert Ulan hier alljährlich das sog. „Ausschuß-Fe st". An diese Feier knüpscn sich einige bemerkenswerte historische Erinnerungen. Tie Grafen früherer Jahrhuntertc hatten noch ihr eigenes Militär. Von diesem wurden die älteren Mannschaften, die sich nicht mehr im Dienste bewährten, als pensionzberechtigt ansgcfchicdcn. Jin Schießen mußte sich dieser „Ausschuß!' jedoch weiter üben. All- jährlich stiftete der Graf von Laubach als Ehrengabe für den besten Schütze» einen Hammel, während her zweitbeste Schütze von der Gräfin ein seidenes KIcio erhielt. Diese Sitte hat sich bis auf 'den heutigen Tag erhalten, nur find cs nicht mehr die gräfliche» Soldaten, die iich Ehrengaben erschießen, sondern die Mitglieder der fick, aus Bürgern ziiiainmciisctzeudcu Äusschußgesellschast, die all- fährlich zu Ostern ihren Hauptmanu und die Führer wäl.lt. In diesem Jahre wird das Fest vom 14.—16 Inn, gefeiert. An dem Montag vormittag wird sich ein origineller Festzug durch die Straßen Laubachs bewegen. Die Fahnen von 1813 und von 1848 werden in dem Zuge mitgeführt. Auch der mit Bändern geschmückte Hammcl muß mitmarschicren. Ter vorjährige Hammclschütz.' trägt im Fcstzug eine vom Grasen gestiftete prächtige Kette, die sog. bammelskette, dieöils Wanderpreis besteht und dadurch alljährlich ihren Inhaber, der sich ihres Besitzes nur an dem einen Tag er- sreuen kann, wechselt. In dem Fcstzug, der sich nun seit Jahrhunderten alljährlich durch die .Straßen Laubachs nach dem gräflichen Schlosse bewegt, sind die Vorstandsmitglieder mit alten Schlevpsäbeln bewaffnet. Weißgekleidete Jungfrauen und Musikkapellen vervollständigen das Bild des Festzuges.
Kreis Fnevbera.
— Bad-Nauheim, 27. Mai Den Bad-Nauheimer Kurgästen stehen für die Zeit vom 1. bis 7. Juni interessante Tage bevor. Diese „Bad-Nauheimer Woche" wird eingcleitet durch ein Morgenkonzert auf dem Johannisberg am 1. Juni. Nachmittags und abends ist D o v p e l k o n z e r t aus der Terrasse. Der Dienstag dringt am Nachmittag und Abend Vorstellungen eines vorzüglichen Marionetten-Tbeaters und der Mittwoch ein Sommernachtsest auf dem Jnsclteich mit Beleuchtung der Seeuscr und Insel, Fackelschwingen der Turner, Korsosahrt der Sänger in blumengeschmückten und beleuchteten Kähnen, Marmor- gruppcn der Turner usw. Am Donnerstag ist im Konzerthaus großes Künstlerkonzert unter Leitung des Kgl. Pros. Hans Binder st ein und unter Mitwirkung von Madame Charles Cahier. Der Freitag ist ein V c r k e h r s t a g mit Schaufenster-Wettbewerb und Promenadenkonzert in den Straßen der Stadt: beim Abendkonzert aus der Terrasse wirkt ein T o v p c l q u a r t e t t mit. Am Samstag findet ein Abend- s c st im Freien statt. Auf der großen Wiese vor dem Kur Haus sind Aussührungcn der Turner und Turnerinnen mit elektrischer und bengalischer Beleuchtung der Gruppen und des Parks, sowie Reigen „nd Fecntänze. Der letzte Tag der „Bad-Nauheimer Woche", Sonntag, der 4. Juni, bringt ein großes Festkonzert unter Leitung von Pros. A. Mendelssohn, der seine Kompositionen, die „Paria" und „Der 137. Psalm" selbst dirigieren wird. Unter Mitwirkung der Hofkapcllc und des Musik- oercins und Lchrerocrcins aus Tarmstadt, sowie bedeutender Tarm- städter Solisten wird unter Leitung des Kgl. Professors Hans Binderst ein Beethovens 9. Sinfonie mit Schlutzchor über Schillers Ode „An die Freude" ausgeführt ivcrden.
Gericht»?««!.
Wiesbaden, 28. Mai. In dem umfangreichen vor der diesigen Strafkammer verhandelten Juwelendiebstählsvrozeß gegen die Ehefrau des Magistratssckretärs Meißner und die Ehefrau des städtische,, Revisionsbeamten Kolderg wegen fortgesetzter in den Jahren j 1911 bis 1913 bei Juwelieren in Wiesbaden. Mainz, Darmstadt, Frankfurt und Hanau begangenen Juwelendicbstählcn im Gesamtwerte von 7000 Mk. wurde erkannt gegen die Ehefrau Meißner auf ein Jahr Gefängnis ivcgeu 26 derartigen Diebstählen und gegen die Ehefrau Kolberg wegen 19 Diebstählen auf 2 Jahre Gefängnis.
Kiel, 28. Mai. In dem Bcstcchungsvrozcß, der sich im Anschluß an den früheren Kieler Werftprvieß entwickelte, wurde beute nacht 2 Uhr das Urteil verkündet. Das Gericht hat alle An- gellagten bis auf den Kaufmann N e u g e b a u e r für schuldig gesprochen. Den Angeklagten, dem früheren Gefängnisoberauffcher die st ermann und dem früheren Gefangenruauffcher R o l f s wurden mildernde Umstände versagt. Hiesterman» erhielt 3 Jahre Zuchthaus und Rolii 0 Jahre Zuchthaus, außerdem wurden gegen icdcu auf 5 Jahre Ehrverlust erkannt. Ter '.Angeklagte, frühere Hausvater Wählers erhielt vier Monate Gefängnis, der frühere Hiltsauifeher Griefe erhielt vier Monate Gefängnis, der Kaus- niann F r a „ t_c n 11) a l 2> - Jghre Gefängnis und 5 Jahre Ehr- vertust, Käthe F r a >I k e n t ho l und Diplomingenieur Heinrich w i,0tf Mark tdeldstraie. N eng eh au er imirde sreigefprochen. Tic Verurteilten haben sämtlich bis auf Wählers die Annahme oes Urteils adgelehnt. Alle bisher in Hast gewesenen wurden dem Gefängnis wieder zugeführt. Der Andrang des Publikums 'u der Verhandlung war außerordentlich stark, so daß verichjedent- I,m pollzeilichc Hilfe nollvendig toar, um die Ordnung im Gcrichts- gcoande aufrecht zu erhalten.
Luftschiffahrt-
. Berlin, 28. Mai. Zu der von uns gemeldeten Notlandung dsdocher Flieger bei Rppin in Rußland erfahren wir an zu- ttandiger stelle, daß es sich ,au ein Flugzeug der F-liegerstalion Graudenz handelt, das am 26. Mai durch einen Gewittersturrn über die Grenze getrieben wortx'n ist. Führer des Flugzimgs war Hauvtman» Tckfnwger vom Infanterieregiment Nr. 125, Beobachter Obcrleutnan, Paul vom Jnsanlericrcgiinenl Nr. 52. Tie beiden Ofsizicre werden von de» rufsischen Behörden s e st g e ° halten. llLeitcre Ein,el beiten find noch nicht bekannt.
vermifchter.
* Im §> o ch sch w a rz w a l d fällt bei 1° Kälte seit Mittwoch «chnee und zwar ans den Bergen vom Belchen nach dem Hcrzogenhorn und Feldberg bis nach Todtnau hin. Am Donnerslag schneite cs auch in den Vogesen weiter.
"Erdbeben. 'Aus D a r m st a d t, 28. 'Mai, wird gemeldet: Die Erdbebewvarte Jugenheim meldet von heute mittag 1.30 Uhr: Soeben wurde innerhalb dreier Tage das fünfte Erdbeben aufgcs zeichnet Ter Einsatz erfolgte um 12.32 Uhr, das Maximum „m 12.43 Uhr, das Ende nach l Uhr. Die epizentralc Entfernung beträgt 2500 Kilometer, der Herd liegt also nicht in Europa. Hierzu wird ans Hohenheim, 28. Mai, gemeldet: Heute früh 4 Uhr 36 Min. >0 Sek. begannen die Erdbebcninstrumente ein mäßig starkes Fernbeben anfzuzeichnen. Der Herd liegt etwa 9000 Kilometer entscrnt, also in geringerer Entsernung als das gestern gemeldete schwere Beben, dessen Herd in etwa 13- bis 14 000 Kilometer zu suchen ist, ivahrfcheinlich auf der Inselwelt des großen Ozeans. Tie stärksten Ausschläge des heutigen Bebens erfolgten zwischen 5 Uhr 5 Min. und 5 Uhr 15 Min.
* D i c 'Ausnutzung der oentschcn Nadelholz- Zaofcnernte, welche schon immer fleißigen Leuten guten Winfcrverdicnst bot, wird jetzt und kiinftig noch mehr in den Vordergrund trsten, da die Forstwirtichast aUgenicin deutschen Kiefern- und deutschen Flchteusanicn bevorzugt. Die Reife dieser Zapfen beginnt im November und Aufgabe vorausschaucnder Unternehmer ist, sich rechtzeitig,den Zavienenrag größerer Wald- gebietc zu sicher», was gewöhnlich durch Erpachänng geschielft. Wenn irgend möglich, sollen Lieferungen stets in Ladungen von 10 000 Kilo erfolgen. .
* P o st s ch w i „ d c l. Aus Paris, 28. 'Mai, nreldet ein Priv.-Telegr.: Auf gemeinsames Ersuchen der deutschen und fran- zösijchen Postbehörden verhaftete die Polizei im Pariser Haupt- pvstamt eine» Deutschen namens Bernhard Rohr aus Köln. Er wird befchuldigt, während der letzten zwei Monate 15 000 Franken ergaunert zu haben, indenr er Postanweisungen nbhob, die von einem' belscrshelfcr, den er nicht nennen will, ausgestellt waren, dluserdem ist ein Deutscher namens Tannhänser aus Buticnhausen verhaftet worden, der verdächtig ist, an dem internationalen Potent» schwindet beteiligt zu fein.
* Eine fürchterliche Nacht. Sieben junge Leute der höheren Gesellschaft Petersburgs fuhren auf der Jacht des akademischen Jachtklubs auf den finnischen Meerbusen hinaus. Tie Jacht wurde durch den starken Wind ans die Seite gelegt und füllte sich mit Wasser. Die Insassen klammerten sich an die Masten an und hielten sich in dieser Lage die ganze Nacht über Wasser. Am nächsten Morgen wurden sechs von den Fluten weg gespielt, der siebente wurde von Fischern gerettet.
Kleine Tagerchroni!.
Zuin zweiten Bürgermeister von Kassel ist der Stadtsyndikns Brunner gewählt worden.
I» K a s s e l starb der Lehrer der Kunstgewerbeschule Professor Hatzfeld während einer Pause an einem Herzschlag.
Der A l l g e n, c i n c L a n d s m a n n s ch a f t c n - K o n v c n t auf der Marksburg hält seine übliche .Tagung vom 30. Mar bis 3. Juni in B r a u b a ch aus der Marksburg ab.
In B c r l i n ist ein zugereister Hotelgast an Lepra erkrankt. Er wurde in das Birchow-KrankenhauS gebracht. Vorsichtsmaßregeln sind getrosten.
Der 'ölrnstädtcr Verband mathematischer »nd natur- wisienschastlicher Vereine an deutschen Hochschulen wird in der Zeit vom 4. dis 7. Juni in Arnstadt in Thüringen seinen 12. Äer- bandstag abhalten.
In A , ch a ch fand in Gegenwart des Königsvaares die 800. Jahrseier der Burg Wittelsbach statt. Rach einer Ansprache des Königs wurde ein Gnadenakt verlesen, durch den di! iGeiangencn der Strafanstalt Aichach begnadigt werden. Dnruntei befindet sich eine Frau, die vor 30 Jahren zunr Tode verurteilt, dann aber zu lebenslänglichem Zuchthaus bi'gnadigt wurde.
In cinein Personenzug crickfvß he, Samara der Lemuanl Gulajew die Opcrnfängcrin Drein, deren Bclauntichasi er im Zuge gemacht hatte.
Tic den t s che Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hielt in Köln ihre 48. Hauptversammlung ab.
In L o n d o n warf eine ältere Frau, ansclfeinend eine Suffragette, von der Straße Steine in das Fenster der Nationalgalerie und zertrümmerte drei Fensterscheiben. Weiterer Schaden wurde nicht angenchtet. !
van-cl.
Berlin, 28. Mai. In der heutigen Ausiichtsratsiitzung der Deutschen Bank wurde die Errichtung von Zweigstellen in Metz und Bagdad beschlossen.
Märkte.
I, Frieddcrg, 28.Mai. Der gestrige Markt war sehr schlecht tzeiucht. Cs reauete den aaincu Tag mrd dam, durfte auch der 'Viehuiarkt wegen der Maul- und Rlauenieuche i» Rodheiin v. d. H. nicht abge! alte» werden. Ter '! r ä n, e r >» a r k t war schlecht, nur wenig Stände waren niügeiclilage». Aus dem Obst- und Gemüseinarkt stände» die ersten Kiriche», das Psund z» 60 Psq., zum 2'erkaus.
Ic, Wiesbaden, 28 Mal. H,e„- und S tro l, ,n a r kt.
Augeiahren waren: 19 Wagen „nt Heu und Stroh. 'Man
uotierie Heu tzöchüer Preis 4,19 Mk, niedrigster Preis 3,99 Mk., Turchschnittsvreis 3,59 Alark. Stroh <Richlilroh> höchster Preis 9, 9 'Mk., niedrigster Preis 9,99 Alk.: Turchichnittspreis 9,90 Mk. Kriiinnislroh hüch>ier Preis 2,2o All,, ni-driguer Preis 1,89 Mk.; Turchichnitlsvieis 2.92 Alk. — F r u ch t in a r k t. Hnicr höchster Preis 9,50 Mk., niedrigster Preis 9,29 Alk.; Durchichnittspresz 9,35 Mk. Alles per 59 Kilo.
Kirchliche rlaclirichte«»
Jrraelilischc Keligionsgcmein6e.
Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).
Sonntag, den 31. Mai »»d AI o n t a g, den I. Juni 1914: Wochenfeft.
1. Tag: Vorabend 9.15 Uhr.
Morgens 8.39 Nhr. Predigt.
Nachmittags 4,09 Uhr.
2. Tag: Vorabend 0.15 Uhr.
Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Festesausgang 0.20 Uhr.
Meteorologische veobachtungen der Station Sichen.
Wäi ||o-| 1914 J| a-2
u
b>
.2 5
& 1 to
, «
if
i
A -1
säg*
zA
Welte«
1 l 1
28 ! 2 !, !l 747,8
13.5
6,4
56
WNW
z
8
28.' 9’1| 748,0
93
6,7
76
NW
9
39.! < u | 747.8
7,8
SS
87
WSW
2
10
I I I I I
Höchste Ternveratur am 27.-38. Mai 1911 --- -j- 14 4' Niedrigste , . 27.-28. „ ISll --- > 8,0°.
Liiederschlag: 0,0 mm. __
i Heilbewährt.,be! Kaiarrnen.Husten % Heiserkeityerschieimung. Jnfhjenza.
Magen- Darm.-Gicht-u. Blasenleiden überall erhältlich In Apotheken Drogen- und Mlnera/wasser-Handluncwi ___ A


