<Ste mächtig? Öilfc müsse bie Kirche jöMctt, um keil Angrissen zu widerstehen, deren Gegensta^ sie sei, nicht nur seitens ihrer ossenen Feinde, sondern auch seitens ihrer Söhne, Es sei nötig, über den heiligen Schar der Mrche zu Ivacknm, um sie unberührt und rein zn erhalten Gegenwärtig suche man den Klauben mit dem modernen Keift in Einklang zu bringen: dies könne ja bei demjenigen kein Erftaunen erregen, der sich der Kraft des Fortschrittes und der Zivi sation rühine, die das weltliche Leben im Gegensatz zu dem der Kirche sicherten, I ns o l g e de ss e n müsse sich die Kirche zur Wehr sehen. Man trifft jetzt Leute, welche die Wahrheit in Zweifel zögen, Das seien olsenbarc Jrrtümer, die schon oft verurteilt worden seien. Wie viele Schisser, Lotsen und sogar was Gott verhüte, Kapitäne, seien aus die Wissenschaft vcr trauend, gestrandet, anstatt im Hasen anzulangen. Inmitten so vieler Gefahren, sagte der Papst, habe ich niemals versäumt^ das: Leben vorzuzeichnen, das ein Christ iührcn soll und aus die Schäden hingewiesen. Aber mein klares, deutliches Wort ist nicht immer vernommen und richtig aus gelegt worden: >m Gegenteil, die Zahl derjenigen ist nicht gering, die nicht vor einer willkürlichen Auslegung meiner Worte scheuten, Ich bedarf eurer Mitarbeit, sowohl in deir Diözesen, als in der Kurie und den Kongregationen, denn die Kraft und die Würde, wozu ibr erhoben worden seid, soll zuvorderst unter den Verteidigern der Wahrheit stehen Prediget aller Welt, besonders den Gläubigen, dag nichts de in Herrn und daher seinem Statthalter svmisjsällt, wieder Z wies valtinderLehrc: denn Satanus kann alles dabei gewinnen und zieht seinen Nutzen daraus, Tressct Vorsorge, das: die Priester iu lischt zu leblfastem Verkehre mit Leuten stehen, deren Glaubenstrcue verdächtig ist. Verhindert'die Lektüre nicht nur der ganz schlechten Zeitungen, sondern auch derjenigen, welche nicht die volle.Billigung der Kirche haben Wenn ihr Leute trefft, die sich ihres Glaubens lind ihrer Ergebenheit für den Papst rühmen, es aber ablehnr», sich klerikal ucnncn zn lassen, sagt ihnen, ergebene Söhne des Pontifex seien diejenigen, die ihm und seinem Willen gehorchten. Höret nicht auf, immer ,von neuem zu sagen, dass der Pap st die katholischen Gesell s ch a s t c n liebe, die das moteri.-llc Wohl ihrer Mitglieder bezwecken, aber saget auch, der Papst habe erklärt, das geistliche Wohl müsse bei ihnen immer an erster Stelle stehm, Konscssionell gemischte Vereinigungen und Bündnisse mit Nichtkatholiken sind erlaubt, aber der Papst bevorzugt die Vereinigungen, die sich um die Fahne drängen, die ruhmreicher ist als alle anderen, nämlich die Fahne der Kirche, Das ist das Feld, aus dem Ihr Euren Eifer betätigen sollt. Bittet Gott, der alle, die an ihn glauben, ausnimmt, uns zu inspirieren und Eintracht zu geben, damit alle Katholiken geeinigt sind, Ter Papst schloß mit dem Segen,
Der Nachfolger Lovvs.
Zum Fürstbischof von Breslau ist am Mittwoch vom Domkapitel der bisherige Biichos von Hildesheim, Tr, Adolf Bertram, gewählt worden, Bertram, als Sohn eines Kaufmanns 1859 geboren, war lange in der Verwaltung seiner Leimatsdiözesc tätig, bis er 190 > dort Bischof wurde: literarisch hervorgctreten ist er durch Artikel und Schriften namentlich zur hildcshcimischen Kirchen- und Kunstgeschichte, politisch darf er als unbeschriebenes Blatt gelten, d, h, man wird feine Wahl als Erfolg der „Kölner" hinstellen, und in der Tat gehörte Bertram zu dem Ausschuß der Bischöfe, der an einer der christlichen Gewerkschaften günstigen Behandlung der Gewerlschaftsfrage festgehalten hat — oder festzuhalten suchte, Tenn den römischen Weisungen, die in anderer Richtung gingen, haben die deutschen Bischöfe erheblichste Zugeständnisse machen müssen. Und wie Bertram sich zur oberschlesischen Polensrage stellen wird, mutz abgewartet werden.
Deutsche» Reich.
Der Kaiser ist am gestrigen Mittwoch aus Anlaß der Hundertjahrfeier des Gardeschutzenbataillons aus dem Kasernenhose in Lichtcrselde eingetrossen, wo das Bataillon und 3000 ehemalige Gardeschützen Aufstellung genommen hatten. Der Kpiscr überreichte das Säkularfahncnband mit einer Ansprache und nahm den Vorbeimarsch entgegen. Anwesend waren u, a. der Kriegsministcr, der Kronprinz von Sachsen in Begleitung des, Generalleutnants v, Earlowitz und Abordnungen zweier sächsischer Regimenter,
Der deutsche Kronprinz, Generalstabschef von Moltke, 18 Generale und 30 Generalstabsossiziere haben Mittwoch früh 8,30 Uhr von Freiburg aus eine Generalstabsreise über Colmar durch das Obcrelsaß angctrcten. Der Finanz-Ausschuß der bayerischen Zweiten Kammer nahm einstimmig den Gesetzentwurf betreffend die Erhebung eines ZuschlageszurReichs- erbschasts steuer an. Das Gesetz bezweckt einen Zuschlag von 25 Prozent für die Staatskasse und findet seine Begründung in der Notwendigkeit, im Budget für 1914/15 das Gleichgewicht zwischen den Einnahmen und Ausgaben herzustellen Man rechnet mit einer Mehreinnahmc von 1 700000 Mk,
In der badischen Zweiten Kammer wurde von dem Nationallibcralen Rebmann folgender Antrag eingebracht: Vor kurzem hat die bayerische Staatsregierung um die nachträgliche Genehmigung von rund zwei Millionen
Mark nachgesucht, die sie als niedrig verzinsliches Darlehen einer Rheindampffchiffahrts-Gcsellschaft zur Verfügung ge- stellt hat. Damit ist neben der badischen und der preußischen Gruppe von Schiffahrtsinteressenten auch eine bayerische Gruppe in den Wettbewerb um die Rheinschiffahrt eingetreten, An die Großhcrzogliche Regierung loird die Anfrage gerichtet, ob und in wiefern die Bildung dieser neuen Gruppe die badischen Interessen berührt, und ob nicht durch Vereinbarungen zwischen den beteiligten Regierungen Abmachungen getroffen iverden könnten, durch welche ein Zusammenarbeiten der drei Gruppen ermöglicht und die unerfreulichen und schädlichen Wirkungen des uneingcschränk- tcn Wettbewerbes hintangchalten werden könnten.
Aurlanv.
Erfolg eines Nürnberger Lieferanten in Amerika, Aus Pittsburg wird vom 27, Mai gemeldet: Nach einer scharfen Aussprache übertrug das Schulamt von Pennsylvanien einer Nürnberger Gesellschaft vertraglich die Lieferung von Bleistiften für die öffentlichen Schulen, Einige Redner wandten sich gegen das Tarifgesetz, daß den Ausländern es ermögliche, die Amerikaner zu unterbieten. Andere Redner lobten das Gesetz, das den deutschen Lieferanten es ermögliche, den Ring der amerikanischen Fabrikanten zu brechen, _ _
Au» StaSt und »an»,
Gießen, 28. Mai 1914.
Gießen—Wicfeck.
In der gestern abend abgehaltcnen Gcmeindcratssitz- ungzuWiescck stand wieder dieStraßenbahnGieße n — Wiescck aus der Tagesordnung, Bekanntlich iahte der Ge- mcinderal am 19, ds, Mts, mit knapper Mehrheit den Beschluß, die Verhandlungen mit der Stadt Gießen abzn- brechen und alle Schriftstücke an die Bürgermeisterei Gießen zurückzuschickcu. Am 23, ds, Mts, protestierte eine sehr stark be- suchtc östcutlichc Bürgerversamrulung gegen diesen Beschluß und verlangte in einer einstimmig angenommenen Entschließung, daß mit der Stadt weitervcrhandelt wird, Bürgermeister S ch o m b c r sah sich also gezwungen, dem nahezu einstimmigen Willen der Bärgerschait Rechnung zu tragen und einen Weg zu suchen, aus welchem ein Wciterkommeu möglich ist.
In der gestrigen Sitzung erklärte zunächst Bürgermeister Schomber, daß er die Ausführung des am 19, d, Mts, gefaßten Beschlusses aussctzen müsse, da die erwähnten Schriftstücke wichtige Dokumente für die Gemeinde seien. Ebenso könne er sein Einverständnis nicht dazu geben, die Verhandlungen lnrzcrhand abznbrechcn. Er lege dem Gcmcinderat die Angelegenheit erneut zur Beschlußfassung vor und hofft, daß heute abend ein Beschluß zustande lommt, der ein Weiterarbeiten ermögliche. Zunächst müsse man sich über die Linienführung ans- sprcchcn, Ter Plan der Feldbahn komme nicht mehr in Betracht. Ter frühere Beschluß, der Krcisstraßc entlang bis ins Herz Wicsecks zn bauen, bestehe noch und eine andere Linienführung komme nicht in Frage, Diesen Ausführungen schließen sich die Gcmcinderäte Wacker, Daniel E r b , L u h und S c i b c r k an, Fried r, Deibel will den am 19. Mai gefaßten Beschluß nicht ganz beseitigt wissen.und stellt den Antrag, das ganze vor- bandcne Aktenmalerial als Protokoll zusammcnzusassen und den Verhandlungen zugrunde zu legen. Hat 'ich die Stadt Gießen bis zum 1, Juli nicht im zuskimmenden Sinne geäußert, tritt der Beschluß wieder in Krast und die Vcrhan-rnngen gelten als abgebrochen, Damit sind Luh und Becker nicht einverstanden; sic halten besonders die Frist für zu kurz,
Bürgermeister Schomber legt nochmals dar, in welcher Weise sich der Gang der Verhandlungen abwickeln wird. S ei b c r t ist der Meinung, daß eine Erhöhung des Beitrags über 35 000 Mark nicht zu befürchten sei, so lange der Gemcinderat au dem früheren Beschluß ielthält
O ß w a l d befürchtet das Gegenteil, da nach dem in Gießen angenommenen Antrag der Verkehrsausschuß als Linienführung nur die Graben- und Kornblnmenstraße in Betracht komme, Diese Liniensühruug sei wesentlich teurer, und cs werde dann wohl auch mit einer höheren Forderung an Wieieck herangctreten werden.
Wacker erklärt, daß der Beschluß keine Tatsache sei, au der nicht gerüttelt werden könne, sondern nur ein Vorschlag, Mau müsse aber unbedingt au dem früheren Beschlüße scsthatten, dann sei auch nicht zu befürchten, daß mau mit höheren Forderungen komme.
Hiermit schließt die Aussprache, In der Abstimmung wird der Antrag des Bürgermeisters, auf der Grundlage der früheren Beschlüsfe mit der Stadt Gießen weiter zu verhandeln, mit großer Mehrheit angenommen,
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**DerGroßherzog empfing am 27, Mai den Oberbürgermeister Keller von Gießen,
** Kein Besuch des Zarenpaares inDarm- st a d t. Zu Meldungen verschiedener Blätter, die einen Besuch des Zarenpaares in Darmstadt für den Herbst dieses Jahres in Aussicht stellten, wird vom Hof marschallamt der anftlichen „Darmstädtcr Zeitung" mitgeteilt, daß am Darm-
Gegenübcr hat Joh, Lenz eine Ausstellung geometrischer In- strnmente veranstaltet: außerdem bringt er im ersten Stockwerk , ein Helles Schlafzimmer aus Eschcnholz mit reichen Einlegearbeiten, eine ausgearbcitcte Kommode und ein Tischchen alter Einlegearbeit, Schnell- und Kcttenwagen verschiedener Systeme hat St. Lchinidt ausgestellt. Eine reichhaltige Sammlung von schonen Trcchslerwaren hat H, Scheid II, ans Großen Buseck hcrgerichtet. Paul Jox aus Ober-Bessingen hat das zierlich gearbeitete Modell einer Srockwcrkstrcvvc und G, A Haincr, Gießen, ebenfalls ein sorgfältig ausgcsührtes Trevpenmodcll aui- gcftcllt, Emen Beschlag für eine Kirchcntür, deren Bande geschmiedet und getrieben sind, ist von H, Am eil dt ans Grimberg an gefertigt. Von demselben Meister sind ein Türklovser iGrnn- bergcr Wappen). ein Schlüssel, dessen Griss Petrus mit dem vimmelchchlüncl darftellt, ein Standleuchter lKaiscr Roibart im KyNhänscri, fowie eine Türfüllung und ein aus Eisenblech gc- trrcbeucr Kopf,
In dem rechten Flügel, des Erdgeschosses Hot Fr, K r o g m a u fine ganze Reihe von Kassenschräirkcn und Kasteiten verschieden “, r J. ausgestellt, die die Lciüungsiähigkcit dct Fabrik im best, Lichte erscheinen lasten, Tic wnchilgc Eingangslürc zu ein? Kastcngewolbc und der im Feuer bewährte Geldichrank verleih, ' Ä im 3s m ,j n m ' 1 dem großartigen, icderloscn Schl,
des Werkmeisters W, Öafsclbach aus Rodheim lBieber, au für dieicurgeil bewndere Anziehungspunkte, denen Äassenschrän sonst cm sagenhaftes Möbel sind.
Im nächsten Raum hat die Firma H, S ch a i i st a c d t, der Erzcugnistc zu bekannt sind, als daß wir darüber »och e Wörtchen zu verlieren hätten, eine mustergültige, vollständige A läge lur Heilzwecke erngerichtet, die auch dem absoluten Laien ein vollkommenen Einblick >n die Leistnngsiähigkcit der Fabrik n, . hydrotherapeutische Hestkunn gewährt Eine neuzeitliche Bat einrichtung sowie vcr>chicdcue einzelne Armaturen, Aovarate ui vervollständigen bieie hervorragende Ausstellung,
Im nächsten Raum stellt die Firma B ä n n i n g « r ihre », fd»ebenen Fittingsarten in sehr origineller Weise aus- befände lehrreich ist die venvickcltc Herstellung der Fitlings, von den man am Schlüsse der ubersichllichet, Darstellung mit Staun ersieht, daß das Erzeugnis dieses langwierigen Prozesses n 15 Psenma kostet, waö man anderen Prozessen nicht nachrühm kann.
Tic Firma Petri und Lehr in Oiscnbach hat ein reiches Lager von Jnvalitengeräten aller Art znsammengestclll, aber es ist wohl eine Eigeninmlichkcil aller gesunden Menschen, daß sie an diesen Dingen ohne sonderlichen Anteil vorübergehen. Trotzdem wird man mit großem Interesse all die vielen Hilis- mittcl sehe», die die moderne Technik den Wcgnnscrtigen zur Beringung stellen kann.
Die Maicknneniabrik von G. K, Reit (Gießen) bringt Schnell- bohrmaschinen aller Art in Präziiionsanssührnngen an die Lesfcni- lichkeit. Sie darf sür ihre Erzeugnisse die Bewertung als sanbersle Qualitätsarbeit in Anspruch nehmen, wodurch sie ja auch ihren Rnf begründet hat. Die Greßencr GnmmifabrikPoppen, Co, ver- anschanlicht den Werdegang der Gnmmisabrikatlon vom Roh- gummi bis zum fertigen Stück in ,eder Art, Eine besondere Sehenswnrtlgkcit dürste ein Gnmmischlanch mit 1 Meter lichter Weste sein, Georg A vv e l, Gießen, zeigt in sehr instruktiver Weite die Einrichtung einer modernen Niederdruck-Warmwasserheizung, die allen Nttr denkbaren Anforderungen in vollkommenster Weise genügt, Edgar Borrmann bringt Herde, Oesen, Wasch- und Wring,nascknncn sowie landwirtichaftl, Geräte, Engen Kauis- M a n n, der auch die Beleuchtung in den Fluren und Treppenhäusern der Ausstellung installiert bat, zeigt Belenchlnngskörver aller An, Eisschränke und Büfetts liat H, Reger (Licht anSgc- gestcllt. Ans tem Flur stehen Gewschränke aus der Fabrik von W, H assel ba ch in Rodheim, Auch die Fabrik von E, Horst hat hier ihr Lager nusgcschlagcn. Neben einem reichen Lager von Zementwarcn und Kunststeinen sind Fußbodenbeläge und Wandbckleiditngen zu sehen, sowie eine reichhaltige Sammlung von Bauartikeln, '
Wir sehen also, daß die Reichhaltigkeit und die Güte der Ausstellung schon gleich im Erdgeschoß nichts zu würischen übrig läßt, da sich Leitung und Aussteller estrig bemüht haben, ein möglichst vollständiges und abwechselungsrcichcs Bild von der Leistungsfähigkeit unserer Gewerbe zu geben. Man muß gestehen, daß ihnen das glänzend gelungen ist, und jeder Besucher wird sich schon bei einem kurzen Rundgang davon überzeugen, wie viel mehr erst bei häufigeren Besuchen, die ihm die Möglichkeit geben, auch in die Einzelheiten der Ausstellung einzudringen,
K. N.
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städter Hose von einem im August dieses Jahres bevorsieken-
den Besuche des Zarenpaares in Darmstadl nichts bekannt ist,
" Offene Stelle. Erledigt ist die Stelle eines Steueraussehers bei Großh. Hauptsteneranit Offen bach.
** Der Verband mittlerer Vcrwaltungsbeam- tcn hielt in Worms seine diesjährige .Hauptversammlung ab, die von Kreisamtsbnrcauvorsteher S ch n c l d e r - Heppenheim an der Bergstraße geleitet wurde. Der Berband zählt 135 Mitglieder und es wurde mit Rücksicht auf die günstigen Verhältnisse der Verbandskasse beschlossen, den Beitrag von 5 Mk, ans 3 Alk, herabznsetzen, Ueber die Verbandszcitschrist berichtete Kreisamts- gehilfc Bechtold-Gießen, Als Ort der nächstjährigen Tagung wnrdc Gr.-Geran gewählt,
** T i e Vorstellung des Arbeitsausschus- ses zur Erhaltung des Liebt g-Laboratoriums in Gießen, betr.: Gewährung von staatlichen Mitteln wurde vom ersten Ausschuß der Zweiten Kammer zurzeit für erledigt erklärt. Wir lesen in dem gedruckten Bericht des Ausschusses: Tie Regierung gab am 15, Febr, 1913 folgende Antwort:
„Das Ministerium des Innern beehrt sich ans die Amsrage vom i. Februar u. Js, zn erwidern, daß die in Frage kommende Eingabe des Arbeftsausfchufie-.- zur Erhaltung des Liebig-La- boratorinms in Gießen uns Veranlassung gegeben hat. mit dem genannten Arbeitsausschüsse in Berhandlangen über die Begründung seiner Vorstellung einzntrcten und ihm zunächst nahe zn legen, die Stadt Gießen um Gewährung eines Zuschusses zn dem glcickwn Zwecke zn bitten. Ehe die Stadt Gießen hierzu Stellung genommen bat — was zurzeit noch nicht geschehen ist — sind wir nicht in der Lage, Entschließung darüber zu treffen, ob eine Vorlage wegen Gewährung von staatlichen Mitteln für die Erhaltung des Liebig- Laboratorinms in Gießen statthaben soll oder nicht. Da der Arbeitsansschuß eine Abichrist seiner Vorstellung zu nnferen Akten gegeben hat, beehren wir uns das Ihrer Ansrage vom 1, Februar 1912 beigeschlossene Original jener Vorstellung anbei zurückzureichen,"
Der Finanzausschuß richtete sodann in den Sitzungen vom 10. August 1913 und vom 30, April 1914, die Ansrage an Großh, Regierung über den Stand der Verhandlungen mit Gießen, Es wurde erwidert, daß die Verhandlungen noch nicht zn Ende geführt seien; in der letzten Sitzung wurde darauf hingewiesen, daß sich die Verhandlungen mit Gießen durch Wechsel des Oberbürgermeisters verzögert hätten. Bei dieser Sachlage und dem bevorstehenden Schlüsse des Landtags bleibt dem Ausschuß nur der Antrag übrig:
die Vorstellung zurzeit sür erledigt zu erklären,
** Verkauf eines Gelände st rcifens des Großh, Landeseigentums an die Stadt Gießen, In den gedruckten Berichten des Ersten Ausschusses der Hess, Zweiten Kammer finden wir folgende Notiz: Die Stadt Gießen benötigt zum Ausbau der Lony st ratze von dem Gelände des Gymnasiums einen Streifen der Straße entlang mit im ganzen 6,8 -Quadratmeter Flächeninhalt, Wie den übrigen Anliegern soll der Quadratmeter dieses dem Großherzogtum-Landescigentum gehörigen Grundstückes mit 22 Mark bezahlt werden, Ter Ausschuß beantragt: die Zustimmung zu dem Geländeverkauf zu erteilen,
** Ter offizielle Ausstellungs-Katalog, dessen Erscheinen wir kürzlich schon erwähnt haben, stellt sich in seinem handlichen Format und seiner Übersichtlichen und geschmackvollen Druckanordnung als ein schöner und vorzüglicher Führer durch das gejamte Ansstcllungsgebiet dar. Dabei erhält er durch eine Anzahl anregender und wertvoller Aufsätze eine besondere Bedeutung und über den Tag hinaus dauernden Wert, Eingeleitet wird der Katalog durch ein von Prof, Dr, Kransmüllcr verfaßtes Vorwort, in dem er den Zweck, die Absichten und die Aufgaben der Ausstellung erläutert- Hieran schließt sich ein genaues Verzeichnis der einzelnen Ausschüsse. An der .Hand übersichtlicher, in zwei Farben ansgeführter Pläne gibt Archfteki H, Kockerbeck einen genauen llcbcrblick Über die gesamte Ausstellung, indem er in knappen Zügen ein anschauliches Bild von dem Reichtum der Ausstellung entwickelt, die hessisches und hessen-nassanisches Gewerbe im besten Licht erscheinen läßt. Das über 400 Namen umfassende Ausstellcrverzeichnis ist einmal nach Führnngs- nnmmern geordnet und einmal in alphabetischer Reihenfolge wiedergegeben, so daß man sofort jeden Namen und jeden Gegenstand nhchschlagen kann. Ein reich illustrierter Aussatz von Dr, D, Molz gibt einen lehrreichen llcberblick über Handwerke und Winterarbeit im Vogelsberg, Divl.-Jng, Tr. G, S t ö ck l e behandelt in anregender Weise DicJndnstrie O b c r h e s s e n i. Für die auswärtigen Besucher wird ein R n n d - gang dyrch Gießen besonders willkommen sein, denn sie erhalten hier eine knappe Anweisung zu einem Neinen Spaziergang durch Gießen, bei dem sie in kurzer Zeit alle Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen können. In dem angehängten Gc- schäststeil finden sich ein Geschäilsverzeichnis der Anzeigenteil- nehmer nach Geschästszweigcn geordnet, sowie wirksam ausgestat- tete Geschästsanzeigen zahlreicher Firmen,
** I m Lichtsvielhaus fanden gestern die ersten beiden Aufführungen der Flotowschen Oper „M a r t h a oder der Markt zu Richmond" statt, Ter Bearbeiter hat das Buch der Oper für den Film mit Sorgfalt eingerrchltet, hat alle Längen, die ans der Leinwand ermüdend wirken würden, gestrickfcn und durch Herans- schälnng der fortschreitenden Handlung das Werk recht wirkungsvoll gestaltet. Bedeutender noch ist die Behandlung des musikalischen Teiles, der ebenfalls dem Inhalt entsprechend »mgearbeitet worden ist und sich in der Hauptsache aus die Wiedergabe der rein melodiösen Stellen beschränkt. Trotz der Kürzungen bietet die Over einen hohen Genuß, was zum großen Teil den guten Leistungen der mitwirkenden Sänger und des verstärkten Orchesters zuzuschrerben ist. Es muß hervorgchobcn tvcrdcn, daß der gesangliche und instrumentale Teil der Oper nicht durch ein Grammoplion, sondern durch eigens zu dem Film engagierte Künstler wiedergegebeit wird, wobei der ans dem Film mit aufgenommene Kapellmeister die Harmonie ausrecht erhält. Eine eigenartige, aber künstlerisch durchaus Nicht wertlose Nenernnq, wenn sie auch für die Entwicklung des Films an sich auf keinen bedeutenden Fortschritt An- spruch machen kann. Die mitwirkenden Sänger haben wohl guten Grund, ani dem Programm nicht genannt zu werden, immerhin ist von ihren Leistungen nur Gutes zn sagen und cs ist anznnehmen, daß eilige von ihnen vor ihrem Film-Engagement ersten Theatern angchörte». Das Lichtspielhaus war in der Nachmittagsvorstellung gut besucht, abends ousverkanit. Die Oper tmrd täglich ziveunal bis zum Freitag gegeben,
**, Kleine Mitteilungen, Bei einem ehelichen Streit stach in Schlüchtern ein Ehemann seine Frau mit einem Messer nieder. Die Frau kam lebensgefährlich verletzt in das Krankenhaus, — Beim Uebcrschreiten der Straße wurde Geheimer --anitätsrat Dr, Wolfi in Griesheim von einem Radiahrcr angcsahren und zu Boden gerissen, Dr, Wolfs erlitt hierbei einen Armbrnch, — In S i l b e r g gerieten die Kleider eines nut «trerchhölzern spielenden Mndes in Brand, Ehe Hilfe herbeieilen konnte, war die Meine bereits verbrannt, — Beim Hantieren mit einer Tynamitpatrone crvlodierte diese und zerriß dem leichtfertigen Burschen, einem jungen Manne ans Lolzhausc», be>de Hände, — Im Kaisermanöver ist als Hauptauartier einschließlich für die fremden Offiziere Friedberg für die Zeit vom 14, bis 18, September bestimmt worden, — Die Stadt Öaiget feiert am 14., 15. und 16. Juni die Tausendjahrfeier,
Landkreis Gießen.
eu, Bcucrn, 25, Mai, Das zweijährige Söhnchen der Eheleute Greb siel in einem unbeivachten Augenblick in


