Ausgabe 
19.5.1914
 
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Beeidigung, die in dem Borwurf der Zatissakiionsuniähigkcit bciland, crtzrbli,ch schwerer Es mußte bei der Ausmessung der sirasc auch der Umstand in Betracht gezogen werden, bah beide Parteien inr öffentlichen Leben eine Rolle spielen und auch in der Gesellschaft eine Stellung einnehvlen. und dag der Privatkläger mit Rücksicht aus die Vergangenheit die ihm gemachten Vorwürfe sehr schwer empfinden musste. - '

Bel der Verhandlung am Samstag brachte Tr. Winkler auch einen Artikel desGiehener Anzeigers" zur Sprache, den wir am 13. Dezember 1912 mit dein VermerkVom Abg. Stint- Wald erhalten wir heute noch folgende Zuschrift" abgkdruckt hatten. Wir hatten damit, um Berichtigungen von vorn­herein zu vermeiden, ,-rnr Ergänzung unseres gleichzeitig verösscntlichlen Landtagsbcrichtes bringen wollen, und die Zuschrift des Abg Grünewald beschäftigte sich lediglich referierend über die Vorgänge in der Kammer. Da hieß cS in einem der letzten Absätze der Zuschrift u. a. auch:Mil der Person und den Exkursen des SD>s. Winkler auf das persönliche und politische Gebiet sich zu beschäftigen, lehne er lGrünewald) ab, da er den Abg. Winkler nicht ernst zu nehmen vermöge."

Herr Iustizrat Grünewald bestritt am Samstag, die letzten Absätze der Zuschrift uns wirklich iuqcstellt z» haben und erklärte, sie seien von anderer Seite, entweder von Darmstadl aus oder von einem Herrn der Redaktion in Giessen, hinzug-'fügt worden. Wir sind aber in der Lage, an der Hand des Manufkrivtes jener Zuschrift Nachweisen ,u können, das; Herrn Justizrat Effünewald ein Irrtum unterlaufen ist und das; die Ausführungen unter dem VermerkVom Abg. Grünewald erhalten wir heute noch folgende Zuschrift" in der Tat ganz von ihm herrühren. Wir haben 'selbstverständlich ein erhebliches Interesse daran, dies klarzustellen, da sonst auf unsere Redaktionsführung ein ungünstiges Licht fallen würde. Ta der Herr Vorsitzende des Gerichts am geprigen Montag unsere schriftliche Bitte, den Sachverhalt kurz richtig stellen zu

wollen, zurückwies, muhten wir an dieser Stelle a?if den Vorgang zurückkommen. Für das Gericht war, laut verkündetem Beschluss, die Sache unwesentlich, da Veriährung eingctrcten ivar.

Gießen, 19. Mai.

** Tageskalender sür Dienstag, de» 19. Mai: S?on- zertverein: Jeohia-Oratorimn i» der Ltadtkirche abends 7 Uhr.

Gewerbe-Ausstellung: Konzert 8 bis ll Uhr, Kavelle Weller.

Gerich»sa<»t.

Colmar i. E., 18. Mar. Das Landgericht verhandelte heute in mehrstündiger Sitzung gegen den Zeichner I. I. W o l tz (alias Hansi) wegen seines BuchesMon Village". Ter Staats­anwalt beantragte 6 Monate Gefängnis Und 150b Mart Geldstrafe. Das Gericht erklärte sich aber nicht sür zuständig, da das Buch hochverräterische Tendenzen enthalte, und verwies die Angelegenheit vor das Reichsgericht. Entsprechend dem An­träge des Staatsanwaltes wurde darauf Woltz wegen Flncht- verdachts verhaftet.

Büchertisch.

Der Kronprinz: Gedanken über Deutschlands Zukunft. Von Tr. Paul Lima». Verlag von Wilhelm Köhler, Minden in Westfalen. Dieses Buch bat schon vor seinem Erscheinen ein je nach der Parteistellung merkwürdig verschiedenes Aufsehen er­regt. Wälzreird die radikale Presse das Buch, ohne es zu kennen, mit heiligen Schmähungm begrüßte. stellte die obscktive bürger­liche Presse fest, daß mit einem solchen Buche eine politische Rot­wendigkeit erfüllt wird und daß nienrand mehr zu einem solchen Werke berufen sei, als der Verfasser. Und in der Tat kann man

jetzt, wo das Buck, erschienen ist, mit Uebcrzeugung seststellen, daß hier ein Werk geschallen wurde, dessen Bedeutung für unser natio­nales Leben über die Gegenwart hinaus anerkannt werden wird. Denn in diesen Umrisseir einer Gestalt, die uns Deutschen lieb und

wert bleiben soll, hat der Verfasser den Kaiser der Zukunil nicht nach byzantinischem Muster, sondern in der ehrlichen Weise eines deutschen Mannes geschildert, und nicht mit pädogogiickter Trocken­heit. sondern in der lstnreihenden Art des sür sein Vaterland be­geisterten Historikers. Was er mit dem Buche bezweckt, das sagt er im Vorwort: Er will nicht ein Lebensbild des fürstlichen Man­nes schreiben, der einst, wenn das Geschick sich vollendet, wohl die Kaiserkrone tragen :vird, der aber entscheidende Taten noch nicht vollbrachte und nur als Zuschauer von bevorzugter Stelle aus den Ereignissen folgte. Wer weil schon jetzt der Parteikamps sich des jungen Namens bcmächiigt und weil man, indem inan ihn aiigrejjt, sich auch eine Waise sür den Kamvs gegen den monar­chischen Gedanken zu schmieden sucht, deshalb iv»UI dieses Buch die Besinnung im Volke erwecken, damit nicht das ätzende G,ff der demagogischen Phrase ihm die Freude an dem Kaiser der Zukunst, an diesem jugendlichen Fürsten zerstöre, der doch ernst nur dann sein schweres Werk durchführen lann, wenn das Vertrauen der ge­samten Natron ihn geleitet. Tos Buch bringt keine Enthüllungen oder Pikantcrien, cs ist auch, wie der Vcriasscr hervorhebt, nicht mit Wissen und im Auftrag des Kronprinzen geschrieben. Aber cs soll das Vertrauen in die Zukunft wecken und den Pessimismus zerstöre». Das Buch klingt aus mit dem Worte, das in Goethes Tasso" Leonore von Alfonso braucht:Doch läßt sich ihm ver­trau'», und das ist viel."

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Vtrsebitng non LlrÄnnkublimbtittll

Die beim Neubau der Kreisstraße Bcrsrod- Reiskirchc» ersorberlichen Arbeiten und Lieferungen sollen nach Losen getrennt öffentlich vergeben werden.

Zcirhnnngen, Arbcitsbeschreibungcn und Bc- dingnngen liegen während der Dicnststnndcii ans dem Geschäftszimmer des Unterzeichnete» (Negie- rungsgebände. Landgraf Philipp-Platz 3, Zimmer Nr. 22) zur Einsicht offen, woselbst auch Angebots­vordrucke abgegeben werden.

Die mit entsprechender Aufschrift versehenen Angebote sind verschlossen und postirci bis Dienstag, den !>. Juni l. I. vormittags 10 Nhr bei dem Unterzeichneten cinznreichen.

Zuschlagsstist 3 Wochen.

Gießen, den 15. Mai 1914.

Der Großherzoglichc Krcisbaninspektor.

""'6 Hechler, Banrat.

Vergebung von vanarbeiten

Zum Neubau des Herrn Kreisarzt Or. Best in Schollen habe ich nachstehende Arbeiten zu ver­geben: Treppenarbeiten, Eisenlieferung, Flaschner-, Glaser-, Schreiner-, Schlosser-, Schmiede-, Maler- und Tapezierer-Arbeiten. c , S9 ss

Die Unterlagen können am Montag, den :I8. d. Mts., von mittags 2 Uhr an, bei dem Bau- tleiter Herrn Jaus im RestaurantZum Post- jhäuschen" in Schotten eingesehen werden. An­gebote stnd ebendaselbst mit entsprechender Auf­schrift versehen am Mittwoch, den 20. d. Mts., abends 7 Uhr, abzugeben. Zuschlägsfrist 8 Uhr.

I. A. Architekt Braun. Stuttgart Friedrichstr. 18. Telephon 11155.

NR Alle Anfragen in obiger Bausachesind an den Bauleiter Herrn Jaus in Restaurant Posthäuschen zu richten.

Allßtmcilie MkriinlenW Kiksjtli.

Di« Beiträge zur Kranken- und Jnvaliden- vcrsicheriq pro März 1914 können noch bis zum 25. Mai 1914 ohne Kosten bezahlt werden.

Gießen, den 16. Mai 1914. 6270V

_ Der Vorstand.

PiUMilMiisiW des CMitutliidicii Arbeitervereins

»» Gießen cinactr. Gciiosscnichast m. beschr. Snitpsticht

Bilanz für das Jahr I 9 8 3.

Passiva. .M

1. Per Zinien-Kvnto 62.98

2. Geswästsanieil-

Aktiva. ,*

1. AnKavital-Kouto SOG.

2. Jnimobilien-

Konto 382890.41

3. Mobilien Konto 176.

4. Kassa Konto 2787.06

386653.47

1. Mitglledcrstand Ende 1912 Zugang in 1913.....

Storno 12823.55

3. Anlehcn-Kto. 332764.35

4. Svareinlagen-

Slonto 411.82

5. ReiervefondS-

Stonlo 3662.

6. Svczialrcserve-

iondS Konto 27070.63

7. Slraßenkosten-

bcitrags Konto 1225.77

8. Trottoir-Bei-

trags-Konto 1900.

9. Kanalisations-

Kon, o 1700.

10. Häuscr-llnier-

hailungs-Konio 3000.

11. Gewinn-Saldo 1432.37

38G053.47 . . 105 . . 2

Abgang in 1913............... g

Stand Ende 1913............. föl

2. Das Miigiiedergntbaben betrug Ende 1912 13159.51 - ölt"

Das Milgllederguthnbcn betrag, Ende 1913 12823.!» Stbgang ,n 1913........... !nr>.9H v: f.

3. Die Hastsumme der Genossen betrug

Ende 1912 ............. 26900. - Mk

Die Hastsumme der Genossen beträgt

Ende 1913 ............. 26200.

Abgang in 1913 . . . 700.- Mk.

Gießen, den 19. Mai 1911.

Panacuostcnschall de» cvanacliickirn Arbeitervereins z» Gießen cinactr. Gcnosscnichal» m. bejchr. Hai,Pflicht.

_ Wolfs. _ Haas. >63020

Bullen - Versteigerung

Freitag, de« 22 . Mai 1914, nachmittags 3 Uhr, soll im alten Schulsaal dahier ein der Gemeinde Annerod gehöriger Bulle versteigert werden. Annerod, am 18. Mai 1914.

Großherzoglichc Bürgermeisterei Annerod.

Horn. p 1 * 1

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1250

Mk.:*

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Kreuzplatz 9. _ Q'99a _ Fernsprecher 706.

Spar-u.Lorschußverein^ollllr

e. G. m. u. H.

Generalversammlung.

Am 29. Mai 1914, abends 8'/, Uhr, findet im hiesigen Rathause die dritte Gencralversamm- lnng statt, wozu wir sämtliche Mitglieder hiermit ergebenst einladen.

Tagesordnung:

1. Zweite endgültige Beschlußfassung über di« Aus­lösung und Liquidation der Genossenschaft.

2. Wahl der Liquidatoren.

3. Neuwahl des Aussichtsrats.

Lollar, am 18. Mai 1914.

Der Vorsitzende des Aussichtsrats.

Schmidt. 6273

Bekanntmachung^

Die Holzobstibr in den Domanial- und Gemeinde­watdungen der Oberiörslcrei Treis a stumda ist von DienSlaa. den 19. d. MtS., ab wieder gestaltet. 6284 v DreiS n. st da.. 18. Mat 1914.

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So hört man oft klagen. Aber -warum er­müden Sie so schneit? Weil Sie keine Absätze Continental tragen 1 - Lassen Sie sieb raten und verlangen Sie vom Schuh­macher ausdrücklich die enorm haltbaren

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Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gietzen.

Fahrpreis der Straßenbahn.

Aui Beschluß der Stadwerordneienversammlung tritt vom 23. ds. Mts. ab insasern eine Berbilliaung des Fahr­preises der Siraßenbahn ein, als von diesem Tage ab aniiait seither ll, 14 Fabrmarke» sür 1 Mk. abgegeben werden. _ 63158

Die durch Ableben frei gewordene Sielle eines

Feldschützen

bei der Stadt Gießen ist alsbald zu besetzen.

21!it der Stelle ist ein AnsangSgehalt von 1125 Mark, steigend alle 3 Fahre »>» 95 Mark bis zun, Höchstgehalt von 1600 Mark verbunden. Außerdem wird eine Teue­rungszulage von 120 bis 170 Mark jährlich gewährt.

Die Anstellung eriotgv in widerruilicher Weise mit Anspruch aus Ruheaebalt und Hinierbliedenenversorgiing- Bewerber müssen aestind. nüchtern, zuverlässig und mit den Besitzuerhältnisse» der Feldgemartung Gießen vertraut sein, sowie die Fähigkeit zur Erstattung schrift­licher Anzeige» besitzen.

Meldungen nebil Lebenslauf und ausführlicher Dar­stellung des bisherigen LebenSgangeS findnler Anschluß von Zeuamssen bis ivätestenS I. Juni ds. IS. bei dem Oberviirgermeister der Stadt Gießen einzureichen. !626733 -

Es sollen vergeben werden

Dikiistliß, Sen 26. Mai d. Z., vsrmittnB 16 Nhr,

1. Tachdeckerarbeiteu: Kavelle aller Friedhof, Turn- . balle der Oberrealschule.

2. Spenalerarbeite»: .Kavelle alter Friedhof.

3. Schreinerarbeiteil; Kapelle neuer Friedhof, Schnlbans

West-Anlage.

1. Weikbiuderarbeiten: Kavelle alter Friedhof, Kapelle neuer Friedhof.

?l>niicrst«g. Sen 28. Mai d. oormittagS 10 Nhr,

1. Weikbiuderarbeiten: Höhere Mädchenschule, Stadt» Mädchenschule, Stadtknabenschule, Schulhaus in der West-Anlage, Schlachthof. (02816

Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen auf dem städtischen Hochbauamt zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zu dem genannten Termine dorthin einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Krasvrrstrigerniili der Stadt Metzen.

Die Stadt Gieffen Intjt Montag, den 25. Mai dS. FS. folgende Grasnutzungen öffentlich meistbietend versteigern:

1. vormittags 0 Uhr an Ort und Stelle die Grasnutzung von den städtischen Grundstücken bei der Kläranlage in der Nabe der Margaretenbiitte:

2. vorniittagS 10 Ubr an Ort und Stelle die einmalige Aberntung der Wieieckböschungen unterhalb dcS b'iienbabnviaduktS. Zusammenkunft in der Hamm» strafte am Eisenbahnübergang,-

3. vormittags ll Uhr an Ort und Stelle die Grab»

Nutzung vom Obstbaumstttck bei der 5sasernc zur ein­maligen Aberntung: 02866

4. nachmittags 2V 4 Uhr in der Nestauration von Melchior Schäfer Witwe. .Kaiser-Allee l, die Grasnutzung von sämtli^en Feldwegen für das ganze Jahr:

5. nachmittags 5 Ubr an Ort und Stelle die (KraS- nutzung vom Ariedbof am Nodtberg für das ganze Jahr.

Die Grasnullnng von den Schneisen und Wegen iin Giefteuer StndNvald wird

Moiitnq, Stil 2S. Mai 1614, nadunittajd 2 Uhr,

tn der Reüauration von Melchior Schäfer Witwe, Kaiser» A llee 4, öffentlich meistbietend versteigert. _ 028">6

Eisvcrkanf im städt. Schlachthof.

Hotels, Gastwirtschaften, Konditoreien, Bäckereien, Jischhnndlungen. Delikatessengeschäsie usw. werden auf das im städtischen Sckilachthof hergestellte

KristaÜeis

binnewieien. DnSsetbe wird in Blöcken von je 25 stx ,m Preise von 30 P!n. iägiich vom Eistancr im Schlackstbot von 5 Uhr morgens bis 6 Uhr abends abgegeben. 5817 8