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mtb mehr nach Qualitätsarbeit frage» müsse», die der Handwerksbetrieb am besten zu leiste» imstande ist.

Möchten die heimischen Gewerbetreibende», die uns die Proben ihres Könnens zeigen, rege Unterstützung sinden, möchten alle Bewohner von Stadt und Land durch den Be­such der reich und gut ausgestatteten Ausstellrmg sich selbst und dem heimische» Wirtschaftsleben Nutzen fd>a'ffcn!

Der Kaiser in Wiesbaden.

Wiesbaden, 13, Mai, Der Kaiser sah gestern nach der Oper im dinglichen Schloß noch außer dem General­intendanten Grasen von Hülsen-Häseler und dem Jntcn- dantcu Baron von Mutzcnbäctzer auch den Intendanten Gras Bhlandt-Rephd aus Kassel Und den Gesandten von Dircksen bei sich. Heute hörie der Kaiser den Vortrag des Vertreters des auswärtigen Amtes, Gesandten von Treutler, Um 12 Uhr niittags tras Prinz Heinrich aus Darmstadt zu kurzem Besuch hier ein. Der Kaiser und Prinz Heinrich speisten heute mittag bei dem Regierungspräsidenten Dr, von Meister,

Der Zoll Tampico;.

Brown svillc (Texas), 14, Mai, Ueber den Fall von Tampico am Mittwoch abend werden durch einen offiziellen Bericht des Konslitntionalisten-Kommandeurs in Mätcuno- ros Einzel1>citcn bekannt Am Montag abend wurden 10 Ka­nonen und 14 Maschinengewehre im Norden von Tampico ausgestellt und am Dienstag das Feuer eröffnet. Dar- Geschützseuer der Bundcstrnppen war unwirksam und zwei Schisse 'konnten während des Kampfes den Panucosluß hinausfahre». Der letzte Angriff auf Tamchco erfolgte lmtcr General Cavallicro Die Bundestruppen ergriffen die Flucht und wurden von Cavakltero und Gonzales verfolgt. Nach dem Bericht aus Matamoros kämpften auf konstitutionalisti- schcr Seite 7000 Mann, Eine große Anzahl von Leuten, die in den Oclländereien beschäftigt sind, wollen sofort nach Tampico aufbrechen,

Washington, 14, Mai, (Reuter,) Kontrcadmiral Badger meldete dem Marinedepartcmcnt, daß Kontrc­admiral Mapo mit dem KreuzerDes Meines" und dem DepeschenbootD-olphin" den Fluß Pannco hinaufgefahren sei und vor Tampico'Anker geworfen habe.

Die hier befindlichen Angestellten von den O e l f e l d e r n bei Tampico haben erklärt, sic würden sofort dorthin zurücktehren. Nach Meldungen ans Tampico sind in der Stadt selbst keine Gebäude beschädigt wor­den, Die Er d ö l a nla ge n sind gleichfalls unversehrt ge­blieben, Die Ausländer werden ausgefordert, nach Tam­pico zurllckzukehren, da General Gonzales ihnen vollen Schutz verbürgt, Die Zahl der bei den Kämpfen bei Tampico Gefallenen wird aus 300 angegeben. DerNew Pork Herald" meldet aus Tampico: Die Stadt ist beinahe dem Erdboden gleich ge in acht worden. Was von dem Geschützseuer verschont geblieben ist, haben die Flammen vernichtet. Die Insurgenten be­graben jetzt ihre Toten und auch die Toten der Kundes­truppen, Der Jnsurgentengeneral Gonzales schätzt die Ver­luste der Bnndestruppen auf 280 Tote und 600 Verwundete, Tic Insurgenten hätten 34 Tote und 128 Verwundete ge­habt, Ausländer sind weder getötet noch verwundet worden.

Die Vermittlung,

Washington, 15, Mai, Der spanische Botschafter erklärte namens der Vermittler, daß die Verschie­bung der Konferenz in Niagara Falls politisch bedeutungslos sei,

El Paso, 15, Mai, Eine englische Firma erhob bei fbat Konstitutionalistcn Vorstellungen wegen der Verhaf­tung des Vertreters der Eagle Oil-Company in Monte reh, der italienischer Staatsangehöriger ist, Tie Rebellen machten die Freilassung von der Zahlung eines Löscgeldes von 10<X)0 Pesos abhängig,

Washington, 15, Mai, Staatssekretär B r y a n hat der Regierung Huertas mitgcteilt, das Staatsdeparte­ment betrachte den Umstand, daß die mexikanischen Bnndcs- bchörden Jnsormationen über den Verbleib des Sol­daten Sa in uelParks zurückhicltcn, als f e i n d s e l i g e Handlung,

vsrrtschs» Reich.

Zur dritten Lesung der Besoldungs- Novelle im Reichstag brachten die Nationalliberalen, die Freisinnigen und die Konservativen einen Abänderungs­antrag ein, der im wesentlichen verlangt, die Regierungs­vorlage wiedcrherzustcllcn und bis zum Herbst 1915 einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen mit Wirkung vom 1, Januar 1915 die Bezüge der Beamtenklassen 11a und 11b, gehobene Unterbeamten, um mindestens 100 Mark in der Stufe aufgebessert werden. Ferner wurde die Annahme einer Entschließung beantragt, die Erledigung auch der durch das Gesetz nicht zur Ersüllung gelangten Teile der Beschlüsse der zweiten Beratung mit Wirkung vom l^Januar 1916 tunlichst herbeizüsühren.

Die Förderung des Kleinwohnungsbaues in Baden, In der badischen Zweiten Kammer erklärte am gestrigen Freitag der Minister des Innern Freiherr v. Bodman, daß das Finanzministerium sich bereit erklärt habe, aus den Mitteln der Amortisations-Kasse für die gegenwärtige Budgctpcriodc jedes Jahr die Summe von 200 000 Mk, als Darlehen den Gemeinden zur Förderung des Kleimvohnungsbaues zur Verfügung zu stellen.

Auslanv.

Das Königspanr von Dänemark ist Freitag abend von London nach Parts abgercist, König Georg und Königin Marn verabschiedeten sich von ihnen am! Bahnhof,

Reise des schwedischen Königs nach Karlsbad Aus Stockholm vom 15, Mai wird gemeldet: Ter König die Königin und Prinz Wilhelm reisen am 20, Mai abends nach Berlin von wo der König und Prinz Wilhelm sofort die Reiseach Karls- bad sortsetzen, während die Königin sich nach Karlsruhe begibt In Begleitung des Königs befinden sich der Kabmettstämmerer Freiherr von Thott, der erste Leibarzt Dr, Flensburg und der Lcgationsrat im Ministerium des Acuszcrn Boström,

Die Kämpfe der Franzosen ,n Marokko, Ein Telegivmm des Generals L i a u t e y an den französischen Kriegs- »ninistei berichtet im einzelnen, daß die französischen. Truvven am 13, Mai vormittags den Znistamm und die Elhachami nach einein harlcn Kampsc von dem besetzten Bergkamm in nördlicher Richtung ßerabgcdrängt haben. Der Feind habe die Flucht ergriffen, außer einzelnen Gruppen, die in den Schluchlen und Dörfern sich sest- setzien und mit Mitimitbomben niedergckämpst wurden. Die Ver­luste der Franzosen betragen neun Tote, darunter ein Offizier und sechs weihe Soldaten, und 30 Vernnindete, darunter vier Ossizicre und zwöls weihe Soldaten, Dev Feind ließ viele Tote aus dem Schlachtsetde zurück. Er gesteht ein, über 2 0 0 Tote verwren zu haben. -

)ltt» Stadt und CanK

Giessen, 16. Mai 1914. Lagerung von leicht brennbaren Gegenständen in der Nähe von Eisenbahnen,

Da vielfach Zweifel darüber herrschen, in welcher Ent­fernung leicht brennbare Gegenstände in der Nähe von Eisen­bahnen gelagert werden düricn, was hauptsächlich in der Erntezeit durch Landwirte zu beachten ist, hat das Ministe­rium Nachstehendes bestimmt:

Während die ailgemeine Bauordnung in feuerpolizei­lichem Interesse die Frage regelt, in ivelchcr Entsernung von Eisenbahnen Bauten ausgeführt werden dürfen, fehlt es an Bestimmungen über die Lagerung leicht entzündlicher Gegen­stände in der Nähe von Eisenbahnen, Dieser Mangel hat nach Angabe der König!, Preußischen und.Großh. Hessischen Eisen - bahndireklion Mainz zu Mistständen geführt, Ein Bedürfnis, die Angelegenheit durch Polizeiverordnung zu regeln, kann auf Grund der Erhebung zwar nicht anerkannt werden, es wird jedoch empfohlen, im Einzelsall den Ersuchen der Eisen­bahnbehörden auf Beseitigung solcher Lagerungen zu ent­sprechen und gegebenenfalls nach Art, 60 der Kreis- und Pro­vinzialordnung cinzuschreitcn. Nach den Erfahrungen der Eisenbahnbchördcn sind solche leicht entzündlichen Gegen­stände der Fcnersgefahr durch Funkcnslug ausgesctzl, die nicht durch feuerfeste Bedachung oder durch sonstige Schntzvorrich- lungen gegen das Eindringen von Funken oder glühenden Kohlen gesichert und die innerhalb einer Entfernung von mindestens 38 Metern von der Mitte des nächsten Schienen- gleiscs gelagert sind. Liegt die Eisenbahn auf einem Damm, so tritt zu der Entfernung von 38 Metern noch die andrrthcttb- sache Höhe des Dammes, Diese Maßnahmen erstrecken sich auch auf die für vorübergehende Zwecke aus Anlaß von Festen, Jahrmärkten nsw, errichteten Hallen und Zelte in der Nähe von Bahnkörpern,

** Tagcskalender lürSonniag, den 17. Mai: G e w e r be­ll u s ft e 11 ii ii (i: Nachmittags Militärkonzert.

Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung O b e r t) e [ (i | cf) e t S n fl u e r c i n. Tie Gemälde-Ausstellung ist täglich von 111 IIhr, Mittwochs von 3 dis 5 Uhr, lind an Sonntagen von 113 Uhr geöffnet.

Ober hessischer Museum nn d G a i l' s ch e S a in in - lnnaen. Geöffnet Sonntag vormittags II 1 Uhr »nentgelllich, 311 u | e it IN für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11l Uhr unentgeltlich.

** V e r l c i h II n g, Ter G r o ßl> e r zo g hat am 25, April dem Kreisschnlinspeklor Schulrat Schrod in Mainz anläß­lich seines 50 j ä h r i g e n D i e n st j u b i l ä u m s am 6, Mai die Krone zum Ritterkreuz 1, Klasse des Verdienstordens Phi­lipps des Großmütigen verliehen,

** A ii s d e m S ch n ld i c» st e, Uebertragen wurde dem Lehrer Hugo Maurer zu Nieder-Seemen, Kreis Schotten, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Bingenheim, Kreis Büdingen,

** Offene Stelle. Eine evangelische Lehrerstelle zu BischosSheim, Kreis Groß-Gerau, ist erledigt.

**LegatefürStudierende, Aus der Landrichter Dr, Müllerschen Stiftung zu Darmstadt sind durch die Unter­zeichnete Behörde vier Unterstützungslegate von jährlich 500 Mark an bedürftige elternlose Studierende der Rechts­wissenschaft ans den Provinzen Starkcnburg oder Ober- Hessen zu vergeben, Bewerbungen um diese Legate sind binnen vier Wochen bei dem Großherzoglichen Ministerium der Finanzen, Abteilung für Finanzwirtschast und Eisen­bahnwesen, einzureichen,

** Sonderzüge Gießen Köln, Am 7. und 21. Juni w«K>en voraussichtlich von Gießen Sonderzüac zur Deutschen W c r kb u n d a u s st c l kn n g nach Köln fahren: es ist allerdings vorausgesetzt, daß sich eine hin­reichend große Tcilnchmerzahl rechtzeitig bei der Geschäfts­stelle der Deutschen Werkbnndansstellüng, Bürgermeister Heckmann in Köln-Deutz, anmeldet. Die Fahrpreisermäßi­gung beträgt 4050 Prozent 3, Klasse, Die Wahl des Rück- sahrtzuges bleibt frcigestellt. Die Anmeldung geschieht am zweckmäßigsten durch die Vorsitzenden der hiesigen Vereine, welche die Teilnchmcrzahl an Bürgermeister Heckmann ein­reichen,

** Das Gießener Regiment aus dem Trup­penübungsplatz Bad Orb, Mit deni heutigen Tage hat das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr, 116 seine Hebungen in Bad Orb begonnen, nachdem es bereits gestern die Garnison verlassen hatte,

** Haltestelle der Straßenbahn vor der G e w e r b e a u s st e l l u n g. Während der Tauer der Ge- wcrbcausstellnng ist von den Elektrizitätswerken und der Straßenbahn an dem. Eingang der Ausstellung eine Be­da r s s h a l t e st e l l e eingerichtet worden,

** Eine wertvolle Zeichnung Fa ders. Eine Zeichnung von historischem Interesse für Gießen hat unser Museum erworben. Es handelt sich um eine Zeichnung des Gießener Bürgers Wilhelm Ehr, Fa her, die nach einem Original-Knpscrstich seines Verwandten Wille-Paris in den Jahren 18111813 hcrgestellt worden war. Es handelt sich um den Stich WittesLe Mareschal des Logis", welcher sich ebenfalls im Besitz des Museums befindet. Die zeich­nerische Kopie, auf welcher die drei handelnden Personen nur bis zum Knie fertig gezeichnet sind, während die untere Partie des Bildes nur slizziert ist, trägt auf der Rückseite solgcnden, vom Zeichner handschriftlich mitgeteilten Ver­merk:

Diese Bild habe ich im Frühjahr 1811 anaefangcn und bis Herbst 1813 daran gearbeitet. In Folge daß die Russen mir 1, November 1813 nach Gießen kamen und mein hierauf am I, April 1814 crsolglcs Etablissement waren die Ursache, daß es nicht vollendet wurde, Wilhelm' Christian Ficker," Weiter trägt das eingcrahmtc Bild den Hinweis:An der Zeichnung selbst darf weder etwas geputzt oder noch viel weniger verwischt werden," Im Museum hat man dem Ori­ginal neben der zeichnerischen Wiedergabe seinen Platz ge­geben, so daß ein interessanter Vergleich zwischen dem Kupferstich und der Zeichnung möglich ist, Die alte Wirtjchastsuhr aus dem ehemaligen Hotel züm Ein­horn, die dort eingemauert war, ist ebenfalls ins Museum gekommen, ferner hat man aus dem alten Wirtshaus meh­rere Fensterscheiben, in denen Namen französischer Lsfizierc und die Jahreszahl 1810 elngckritzt sind, der Nachwelt er­halten und diese gläsernen Dokumente ins Museum getan, **ZudemAutoinobilunsallinWetzlar wird uns noch mitgeteilt, daß nicht ein Gießener Herr, sondern ein Herr aus Wetzlar Besitzer des Autos ist, der Gießener be­fand sich als Fahrgast in dem Auto und hat den Wagen nicht gesteuert. Allerdings hat er im letzten Augenblick als er- sahrener Automobilist das Steuer ergriffen, als er sah, daß der Lenker ausgeregt wurde; leider war es aber zu spät, die Schüler vor Verletzungen zu bewahren. Die beiden angcfahrc- nen Knaben Witter und Jur neck fuhren aus einem Rade, Witter Halle sich auf die Lenlstange gesetzt, und konnten wegen dieser Spielerei auf der abschüssigen Straße nicht

richtig ausweichen. Es ist daher anzunchmen, daß dir Hauptschuld die Knaben trifft,

** Vorführung von landwirtschaftlichen Ma­schinen. Ilm den Landwirten Gelcgenlieit zu geben, Hackmaschi­nen in Tätigkeit zu sehen, veranktoltel die L a n d w i r t s ch a s t s - k a m m e r am M o n t a g , den 18, M a i, um 2 Uhr in Grün - bcrg eine Vorführung von Hacknioschinen, Die Zusammenkunjt ist um 7,2 Uhr an der Neumühle bei Grünberg,

" Fle i s ch a b s ch la g, Die Ochsen- und Rindsmetzger hoben beschlossen, von Montag ab einen Abschlag des Ochsen- und Rind- fleisches von 24 P g. cintrelen zu lassen,

* T i c r st-B i s m a r ck-F c n i pi el e zum Besten des Bismarck-Rational-Dcnknials Bingerbrück sinden täglich von 6 bis ll Uhr im Saalbau Cafe Leib, Kolosseum, statt. Es erübrigt sich, aus 'die trcsstichc Wiedergabe der einzelnen Bilder aus dem Leben des großen Kanzlers nochmals empfehlend hinzuweisen, (Näheres siche Inserat,)

** Union-Theater (Settersweg), Ein sorgfältig zu- sammengestelttcs Programm verspricht in dem unter neuer Leitung stehenden Union-Theater angenehme Unterhaltung, Vor allem ist das zwriaktige SticrkämpfcrdramaDein Sttec gegenüber", zu erwähnen, das oll seiner spannenden Handlung sowie leincr inter- cssanien Milieiiichildcrung besonders ansprcchcn dürste. Außer­dem ist noch zu beachten die drciaktigc TragödieZerstörtes Lcbensglück", Einige prächtige Natnrausnahmcn und humoristische Sujets ergänzen den Spielplan,

** Eine polizeiliche Verfolgung mit Streich­hölzern, An, Freitag abend gegen 9 lthr wollten Schutzleute zwei junge Burschen sesmehmen, die verschiedentlich Paisanteir des SeltcrswcgS zudringlich und in drohender .HalMng angebettelt batten. Die -Burschen flüchteten, gefolgt von einer großen Men­schenmenge und verschwanden ln einem Gäßchen, Die oortigen Grundstücke wurden von den Schutzleuten vergeblich nach den Burschen abgesncht, wobei sich die VeiOtten zur Belimchttmg Streichhölzer bedienen nrußten. Es wäre emviehlcnswert, wenn man die Sicherhcitsbcamten mit elektrischen Taschenlampen versehe,

Kreis Lauterbach,

R, Lauterb ach, 15, Mai, Die Sammlungen z» dem Bismarck-Nationaldenkmal haben im Kreise Lauterbach den ansehnlichen Betrag von 969,70 Akk. ergeben. In Lauterbach selbst sind 270,15 Mk, und in Schlitz 145,60 Mk, cingegangen,

Kreis Schotten, h, Gedern, 15. Juni, In zweitägiger Arbeit gelang es der Polizei, die Geschäftsverbindungen aufzudeckcn, die der Kaufmann David Grüne bäum sich für den ?ll>satz der bei der Firma Gustav Bauer n, Co, gestohlenen Tuche, Leinen und Spitzenware» geschaffen hatte. Die Hauptabsatz- quelle hatte der Dieb in dem kleinen Gedern, wo er mit dem Kaufmann Gustav- Blumenthal jnn, eine schwung­hafte Hehlerei betrieb, Blumcnthasl holte sich die Sachen teils selbst von Frankfurt, teils sandte sie ihm Grüncbanm durch die Post zu. Oft aber schob der Frankfurter eine Anzahl Pakete unter die vom alten Blumcnthal bei Bauer selbst gekauften Waren unter, ein Trick, von dem der alte Herr keine Ahnung hatte, Jnsgesanit setzte Grünebaum im Lause der Jahre für etwa 12 000 Mk, Waren ab. Er verdiente selbst wenig, so an der letzten Sendung, die einen Einkaufs­wert von 300 Mk hatte, nur 106 Mk, Im Blumenthal- schcn Geschäft zu Gedern fanden gestern umfangreiche Haus­suchungen statt, deren Ergebnis u, a, die Berhastuipgj des jungen Blumenthal war. Ferner deckte die Polizei Hchlerncstcr in Osfenbach, Griesheiin, Sprendlingen usw, auf. In Worms verhaftete man den Kaufmann Otto Kahn, Dieser hatte seiner Firma große Mengen Bi jouteriewaren gestohlen und sie an Grünebaum Iveiter ver­kauft, Die Zahl der Personen, die bewußt oder unbesvußt die Frankfurter Dicbcsbeute tauften oder hehlten, ist sehr groß, Grünebanm verdiente persönlich nicht viel, da auch die Hehler mit hohem Gewinn arbeiteten. Die gestohlenen Sachen füllen bet der Kriminalpolizei bis jetzt zwei Zimmer, Durch die vielen in Frankfurt vorgcnommenen Haussuchun­gen ist die Polizei auch aus weitere ungeahnte Spuren von Verbrechen gegen das Eigentum gekommen, die nur in losem Zusammenhang mit den Diebstählen bei der Firma Bauer stehen,

Kreis Friedberg,

L, Fricdbcrg, 15, Mai, Wegen des Ausbruchs der Maul - und Klauenseuche in Rodheini v, d, Höhe ist dieser Ort als Sperrgebiet und die benachbarten Dörfer als B c o b a ch - tungSgebiet erklärt worden,

r, Bad-Nauheim, 15, Mai, Stadtverordneten­versammlung, Die Witwe des vor mehreren Jahren ver­storbenen ehemaligen Beigeordneten Heinrich Langsdorf hat bei ihrem vor kurzem erfolgten Ableben dem städtischen Kranken­haus 1000 Mk, testamentarisch vermacht, Der Verband der Mitteldeutschen Arbeitsnachweise hält am 20, Mai im Konzerthaus seine Vertreterversammlung ab, Für Herstellung einer neuen Einfriedigung des städtischen Gaswerkes werden 5000 Mark bewilligt, Vierzig Straßenlaternen sollen mit Fern­zündung versehen werden, wofür 1100 Mk, angefordcrt sind. Es ist beabsichtigt, die gesamte Straßcnbeleuchtting nach und nach mit Fernzündung zu versehen, Das Krcisamt hat die erneute Fest­setzung des üblichen Ortslohnes gewünscht. Die Versammlung beschließt, cs bei dem im August vorigen Jahres scstgcsetztcn Tarif zu belassen,

d Bad-Nauheim, 15, Mai, Der Blnmenvflcge durch Schulkinder schenkt man hier seit Jahren große Aus- merkfamlcil, Auch heute wurden wieder mehrere Hundert Topf­pflanzen (Geranien), die die staatliche Gärtnerei zur Verfügung stellte, in den Schulen zur Pflege während der Sommermonate verteilt. Die bcstcntwickeltcn und gepslcgtcn Stöcke werden dann im Herbst mit Preisen bedacht, Ten Schülern wird eine An­leitung zur Pflege der Blumen gegeben,

Kreis Wetzlar,

--- Launsbach, 16, Mai, Ii Laimsbach wurde der 70sähr, Landwirt Heinrich Pseifser, cm Veteran des Krieges 1870/71 beerdigt,

Hessen-Nassau.

-s-Eschwcge a, d, Werra, 15, Mai, Nach den vorläufigen Feststellungen hat die Sammlung stir das Rote Kreuz in der hiesigen Stadt 2000 Mark ergeben. Der Wchrbcitrag im Kreise Eschwcge beträgt 449 532 Mark,

Starkcnburg und Rhcinhcssen.

Mainz, 16. Mai, Bei Weisenau kam gestern abend ein Boot der Mainzer Rudergcsellschaft in den starken Wellengang des DampfersBadenia" und schlugum. Die fünf Insassen suchten das Ufer zu erreichen. Hierbei verließen den 22jährigen Johann Reuter die Kräste und er ertrank. Die vier anderen konnten sich r etten, ____

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Der Prozeß Spohr-Bachem,

Frankfurt a. M,, 15, Mai. Unter dem Vorsitz des Land- gerichtsdircktors Tr, H e l d m a n n begann heute die abermalige Verhandlung gegen die Naturärzte Dr, S p o h r und Dr, Bache m. Es dreht sich um die bekannte Pockenerkrankung einer russischen Schauspielerin, die Dr, Svohr behandelte, ohne die vor- gcschriebene amtliche Meldung zu erstatten, Dr, Svohr erkrankte daraus selbst an den Pocken und steckte nach Ansicht der Anklage mich andere Personen an. Eine Frau Funk starb, weshalb Dr, Svohr der fahrlässigen Tötung beschuldigt wird. Die Stras- lammcr lnu im Juni 1913 die beiden Aerzle lediglich wegen Ucbcr- tretung des Scuchengesetzcs und Nechterstattung der notwendigen