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bf? Nouvelliste, Sibcl, beleidigt suhlten. Tee Vertreter des Privat- il<sgcrS war her ehemalige Vorsitzende dcS Nattonalbundes, Rcchis- vnwalt Hclnrer, der Vertreter des Beklagten der Vorsitzende des Alldeutschen Verbandes. Rechtsanwalt C l a ß-Mainz. In der Ver­handlung legte Rechtsanwalt Claß das Hauptgewicht aut die Frage, ob Wetterld sich als deutscher oder als Franzose fühle Weiterte antwortete, er sei Elsässer, weitere Fragen übet seine Gesinnung lehne er ab. TuS Gericht verkündete nach sechsstündiger Ver­handlung folgender Urteil: General Keim ivird »regen oisentlich begangener Bxsxjtzigimg zu 2 00 Mark 'Geldstrafe bezw. 20 Tagen Hast verurteilt. DaS Gericht habe die gebrauchten Ausdrücke als beleidigend angesehen, ivenn auch andererseits der Beweis erbracht sei, dass Met teils hetze. Ter Ver­treter des Generals Keim hat sofort Berufung eingelegt.

Die Ergebnisse des Wchrbeitrags int König­reich Sachicn Bei der Beratung des Voranschlagskapücls Direkte Steuern" gab in der Sächsischen Zweiten Kammer der Finanzminister eine Erklärung ab, nach der er bedauert, dass der Staat nicht mehr uneingeschränkter Herrscher im eigenen Hause sei. s^is dem Gebiete der direkten Steuern sei bei jeder eventuellen Acndcriing der Steuergesetzgebung auf die Reichsgesetzc Rücksicht zu nehmen. Der Minister sprach sich sodann entschieden gegen die Anträge aus Fvrtsall der unteren Steuerklassen aus und betonte, dah die Pflicht des Stcuerzahlcns mit dem Gebrauch des Rechts der Walch verbunden blechen müsse. Ter Minister machte sodann Mitteilungen über die Ergebnisse des Wchrbeitrages in Sachse». Es seien im Königreich Sachsen 60077 Personen zur Abgabe der Erklärung zur Webrstener ausgefordert nwrden. Von diesen hätten 94,93 Prozent die Erklärung rechtzeitig ab- gegeben, 2,20 Prozent hätten Verlängerung nachgesucht, 2,87 Prozent hätte die Abgabesrist versäumt. Das Ergebnis des Wehr­beitrages könne bis jetzt nicht genau angegeben werden. Immerhin könne man milteile», daßin2achsenctwa75Millioncn Mark Wehrbcitrag ein kommen würden. Diese Ziffer entspreche nicht ganz den Erwartungen, die das Finanzministerium gehegt habe. Was den Einstich des Wchrbeitragsergebnisses aui die Einkommensteuer anbelange, müsse fcstgestellt werden, dass sich die Einkommensteuer um einen geringen Bruchteil erhöht Hobe. Genaue Ziffern könnten noch nicht angegeben werden. Jedoch sei vongoldenen Bergen", die man sich in manchen Kreisen vom Wehrbeitrag versprochen habe, nichts zu spüren. Ties sei ein er­freuliches Zeichen dafür, daß bisher in Sachsen jeder Staats­bürger seine Steucrpflicht erfüllt habe. Im Sitzungsverlaiifc lehnte die Kammer den sozialdemokratischen Antrag aus Fortfall der vier untersten Steuerstusen gegen 27 sozialdemokralische Stimmen ab: dagegen wurde der fortschrittliche Antrag nur Fortsall der zwe i untersten Steuerklassen ohne Beeinträchtigung der politischen Rechte mit 48 Stimmen gegen 27 der Rechten ange­nommen.

Die Verstaatlichung der Ta in Pf schisfahrt aut demStarnhergcrSce. Die baherischc Kammer der Abgeord­neten hat einstimmig der Nachtragsforderung der Negierung, wo­nach die Dampsschlssahrt auf dem Starnberger See Pom l. Januar 4914 ab verstaatlicht wird, zugestimmt. Tie Kammer Hai ferner die Anträge der Sozialdcmokrateit und der Liberalen bctressend Aendernng des baherischen Landtagswahlgesctzes durch Einführung der Verhältniswahl abgclchnt.

In der badischen zweiten Kammer, die ant Mitt­woch die Beratung des Kultusvoranschlags beendete, erklärt.' der Kultusminister Tr. Böhm wiederholt, dasz die Regierung nicht in der Lage sei, die Aufhebung des I c s u i i c n g e s e tz e s zu stimmen, aber bei der Interpretation des Jcsuitcngesetzes im Bundesrat Mitwirken werde. Zur Frage der Zulassung von Männerklöstcru in Baden wies der Minister darauf bin, das; die .Nationalliberalen sich hanplsächlich aus volkswirtschaftlichen (Grün­den gegen die Zulassung von Männcrorden ausgesprochen haben, daß gegen die Zulassung 92 scharfe Proteste bei der Regierung rin­gegangen seien, woran sie nicht achtlos vorübep gehen könne. Er, der Minister, werde uni der Kurie in Verhandlungen cmtreten Und diese in friedlichem Geiste sichren als treuer Frcuud der Kirche. Höher als die Kirche aber steho ihm noch der Staat. Der Gesetz­entwurf betreffend die Ausbesserung geringbesoldeter Pfarrer aus Staatsmitteln, in welchem an staatlichen Zuschüssen für evangelische Pfarrer 300 000, für katholische Pfarrer 350 000 und für altkatholiickie Pfarrer 8600 Mark vorgesehen sind, wurde in nameullicher Abstimmung mit 49 gegen 15 Stimmen an« gcnoimncn.

Ülftlitltd.

Erwerb und 93 c r I u ft de r russischcn StaatS- angchörigk eix Ter russische Minister des Innern hat einen Gesetzentwurf über den Erweich und Verlust der russischen Staats­angehörigkeit auSgearbcitet. Ein dlusländcr, der sich naturalisieren lassen will, must die fremde Staatsangehörigkeit aufgcbcn und fünf Jahre in Rußland geläbt haben: die Ehefrau und die minder­jährigen Kinder erwerben die Staatsangehörigkeit mit. Jede natu­ralisierte Familie zahlt eine Gebühr von 100 Rubel. Ausländer sind als Bauern oder Kleinbürger einzutragcn, soweit sie nicht ein Recht auf eine höhere Stufe des Staatsbürgerrcchts besitzen und unterliegen der Militärdicustpflicht.

Der internationale Ausschust zur Fcstsctz unq der Nordgrcnzc in Albanien hat infolge von Meinungs­verschiedenheiten zwischen den Delogierten von Italien lind .Frankreich, welch letzterer sich übermäßig zu Gunsten von .Montenegro verwandte, die Arbeiten eingestellt. Ter Ausschuß ist nach Skutari zurückgckchrt.

Die Franzosen in Marokko. Aus Tazo wird ge­meldet, dast die französischen Truvpcn Nach einem sehr horten Kampfe das von Schluchten durchschnittene Gebirge überschritten haben, in dejM der Schcik der Hadiami starke Streitkräsic der Riete und Zuls zusam'mengezogrn liattc. Tic Stellung wurde ge- lnommen und der Feind zerstreut, der zahlreiche Tote und Hcr- wundetc zurücklicst. Hadjami befehligte im Jahre 1913 die Aus- ständischen, die Fez belagerten. General Gouraud hechbt sich nach Zrerka, um dort mit General Liaute» zusammcnzutressen. Tie ein-

S mene Stellung liegt vier Kilometer von dem Lager der Ucd entfernt.

Ans Stadt und Land.

Giesten, 14. Mai 1914.

** Der Großherzog empfing am 13. Mai den Intendantur-Assessor Schamberg, Vorstand der Inten­dantur der Großh. (25.) Division, den Lehrer Spilger von Laubach.

** Offene Stelle. Erledigt ist eine mit einer katho­lischen Lehrerin zu besetzende Schulstellc zu Ober-Mör­len, Kreis Fricdberg.

DaS Preisgericht für den Ausbau der ehe­maligen Klinik war am Mittwoch nachmittag mehrere Stunden zusammen, ohne mit der Prüfung der cin- gegangencn 14 Entwürfe fertig zu werden. Am nächsten Mittwoch wird sich die Jury wieder versammeln und dann ihren Spruch abgeben.

** DaS Ergebnis der R o te-Kreuz-Sanrm- lungen. Aus einer Reihe von Ortschaften Oberhessens und der angrenzenden Gebiete sind jetzt die Ergebnisse der Sammlungen cingelaufen. Sie ergaben in Dorf-Gill 50,00 Mk., Frischborn 26 Mk, (aus einer Sammlung). Weickartshain 45,70 Mk., Grüningen 34 Mark (Kollekte), Bad-Nauheim 2500 Mk., Lantcrbach 409,48 Mk., Schlitz 200 Mk., Marburg 1816,70 Mk., Kirchhain 500 Mk., Wetzlar 840 Mk, BadHomburg 2000 Mk., Frankfurt a. M. 38783 Mk., Öberurscl 800 Mk. Boman«rsheirn 73,50 Mk, Butzbach 500 Mk.

** Vorsicht bei Wohltätigkeits sammlnn- gen. Zum Schutz des Publikums gegen Betrügereien wird vom Polizeiamt darauf hingewiesen, daß jeder, der

in Gießen Gaden für wohltätige Zwecke sam­meln kollektieren will, die schriftliche mit dem Amts­siegel versehene Genehmigung Grosth. KreiSamts oder Gr. Polizeiamts Gießen mit sich zu führen hat. Aus dieser läßt sich ersehen, für welche Zeit die Erlaubnis erteilt ist. Auch der Verkauf von Büchern und Bildwerken durch Reisende im Anstrage einer Buchhandlung unter Vorlage irgend eines Empfehlungsschreibens, wo für gemeinnützige oder wohltätige Zwecke ein bestimmter Betrag des Erlöses vorgesehen wird, schließt einKollektieren" für andere nicht aus und bedarf der Genehmigung. Da in der letzteii^Zeit wieder derartige unerlaubte Kollekten in hiesiger Stadt veranstaltet worden sind, wird wiederholt gewarnt.

** Ausgcloste Geschworene. Behufs Bildung der Spruchliste für die am 8. Juni 1914, vormittag 0 Uhr, be­ginnende Sitzungsperiode des Schnmrgerichts, 2. Quartal 1914, wurden die Namen nachstehender Hauptgeschioorcucn ausgclost: 1. Moritz Zehner, Landwirt in Schwalheim, 2. Heinrich Gricb lll., Landwirt in Torj-Gill, 3. Karl Oppermann, Gutsbesitzer in Lchrbach, 4. August Schwan, Wcinhändler in Gießen, 5. Tr. Hans Freiherr v. Liebig, Professor in Gießen, 6. Heinrich Wickel III., Gcmcinderechner in Borsdorf, 7. Rudolf Rowack, Kaufmann in Giesten, 8. Heinrich Stoll II., Landwirt in Echzell, 9. Albert Stamm. Kaufmann in Giesten, 10. Baron von Level, Major z. D. in Höchst a. d. N., 11. Jakob Minder, Kaufmann in Bad-Nau- berm. 12. Hermann Zülch, Kaufmann in Gießen, 13. Wilhelm Engel, Druckereibesitzcr in Schotten, 14. Konrad August Müller, Rentner in Fricdberg, 15. Tr. Siegfried Gatten, Nuiv.-Prosessor in Giesten, 16. Julius Schilling, .Kaufmann in Schlitz, 17. Wil­helm Schepv, Landwirt in Kirch-Göns, 18. Karl Bartholmai I , Kausmann in Fricdberg, 19. Wilhelm Gaub, Gemeinde-Einnehmer in Oppenrod, 20. Louis Koch, Landwirt in Kohden, 21. Karl Gundrum II., Landwirt in Reiskirchen, 22. Andreas Heinrich, Metzger in Taiicrnbeim, 23. Kart Valentin Berck, Kaufmann in Alsfeld, 24. Karl Wilhelm Georg, Müller in Alsfeld, 25. Heinr. Hcst III., Landwirt in Stammbeim. 26. Adolf Fischer, Kaufmann in Giesten, 27. Georg Hill I Kaufmann in Alsfeld, 28, Heinrich Hahn, Landwirt in Bettenhausen, 29. Karl Engel II., Landwirt in Heegheim, 30, Karl Röhr, Kaufmann in Gießen.

** Besuch der Wetzlarckr Nnierosfizier- schüler. Am Dienstag und Mittwoch trafen Kompagnien der Unterosfizicrschule Wetzlar hier ein, um auf den Militär- schicstständen Schießübungen abznhalten. Die im Bau be­findlichen Schicßftände zu Wetzlar werden erst im Sommer fertig.

** Verhaftung einer Tiebesdande. Eine Tie- besLandc, die um die letzte Weihnachtszeit in Gießen, Friedbcrg, Bad-Nauheim, Tarmstabt und anderen hessischen und nassauischen Städten umfangreiche Diebstähle anssührte, ist jetzt ermittelt und verhaftet worden. Ein Glied der Gesellschaft, der 25jährige Kaufinann Karl Geng aus der Schweiz, »ourde schon im Dezember verhaftet und erhielt damals für seine Straftaten von der Gießen er Strafkammer 4 Jahre Zuchthaus. Tie beiden an­deren setzten ihre Diebeszüge im Rhcinlande und Westfalen fort, bis sie jetzt in Bielefeld auf frischer Tat ertappt und verhaftet wurden. Bei der Feststellung ihrer Personalien erfuhr man erst jetzt ihre richtigen Namen. Es sind der Kellner Aloys Jerusalem und der 28jährige Schneider Hermann Schapfrath ans Aachen. Beide Diebe werden in der nächsten Zeit wohl fast jede hessische und nassanische Strafiammer beschäftigen.

** In der Herberge zur Heimat kehrten im April 1329 Gäste (gegen 1275 im gleichen Monat des Vor­jahres) ein. Von diesen nahmen Nachtlager und Verpfle­gung gegen Arbeitsleistung 459 Personen (382) an. 870 Gäste (893) waren Selbstzahlcr.^ Im Ar beitsnachweis der Herberge konnten 116 Steifen besetzt werden, von denen 06 in Gießen und 20 außerhalb frei waren. Die Arbeitsl? kräste, welche Unterkommen fanden, bestanden aus 56 Hand­werkern und 60 ungelernten Arbeitern. Gesucht werden Landarbeiter. Schwer umerznbriilgen sind zurzeit Bauhand- Werker, Schuhmacher und Schneider.

** Der Verband der oberhessischen Geslügel- zuchtvercine hielt dieser Tage seine Dorstandssitzung im Hotel Kobel zu Gießen ab. Von den 29 Derbandsvereinen waren 23 vertreten, vom Landwirtschaftskammcr-Ausschuisc nahm Sekretär Schwarz an den Verhandlungen teil. Ter Berbandsvorsitzendc S ö d l e r - Nicdcr-Gcmündcn führte im Jahresberichte aus, daß die Vereine gute Leistungen erzielt haben und alle Geflügelschauen im Bcrbandsgebict gut beschickt waren. Der Verbandsrechner, Gg. Stoll II.-Bad-Nauheim, verlas Einnahmen und Ausgaben, wor­aus sich ein Kasscnbestand von 192,07 Mark ergibt. Der neue Arbeitsplan, von Kammerausschust und Verband durch einen be­sonderen Ausschust entworfen, umsastt die 6 Jahre 1914 bis 1919. Danach sindeu alljährlich eine Provinzialschau, eine Kreisschau und in den 6 Jahren zusammen 9 Bezirks- und 9 Stallschauen in Obcr- hcssen statt. Die Bedingungen der neu eingeführleu Stallschauen wurden verlesen und werden demnächst jedem Verein zugesandt. Bei den Stallschauen kommen nur solche Züchter in Mitbewcrb, die wenigstens eine der von der Kammer anerkannten sechs Rassen züchten: neben diesen noch andere Arten Geflügel zu Hallen, bleibt den Mitgliedern unbenommen. Die Landwirtjchastskammer unter­stützt in Oberhessen die Zucht von rebhuhnsarbigcn Italienern, meisten Wyandottcs, schwarzen Minorka, Embener Gänsen, Peking- Enten und rebhuhniarbigen indischen Lausentcn. Es kommt bei den Stallschauen besonders aus züchterische Leistung, Einrichtungen sür Geflügelhaltung und Buchführung an: die Buchsllhrung wird bestenfalls mit 20 von 150 Punkten bewertet. Gewöhnlich werden die Stallschaucn im August erfolgen. Vom Verbände wurde als Preis­richter Herr S ö d l e r , als Ersatzmann Herr R übsamen -Gießen bestimmt. Ter Bezug von Bruteicrn aus den 19 Zuchtstationen des Landw. Kammer-Ausschusses sür Oberhessen wird allen Züch­tern bestens emysoblcii, weil die Zuchtstämme aus guten bezw. reinrassigen Tieren bestehen. Als Postsendungen sind Bruteier auss sorgsältigste zu verpacken: eingeschriebene Werlvakete werden von größere» Eisenbahnstationen aus rascher und sicherer befördert als gewöhnliche Pakete. Die Provinzial-Äeslügelaus- ftellung sür 1914 veranstaltet der Gicßener Verein zu Gießen am 5. und 6. Dezember: als Preisrichter sind Wulf- Leipzig. Müller- Bingen. Diele- Kassel und F r i ck - Biebrich vorgesehen. Da die landwirtschaftliche Kreisschau zu Schotten schon im Mai d. Js. abgehaltcn wird, so soll im Herbst sür das Ge­flügel in diesem Kreise aus Wunsch der Züchter entweder eine be­sondere Bezirksschau oder eine Stallschau stattsinden. Die Bezirks­schau zu Bad-Nauheim am 11. und 12. Juli ist gemeinsam sür die 6 Vereine: Bad-Nauheim, Ober-Mörlen, Niedcr-Weisel, Gam- bach, Butzbach und Kirchgäns. Die Bczirksschau zu Schlitz am 14. und 15 .November d. Js. ist für die Vereine Schlitz und Lauterbach bestimmt. Ter Wctteraucr Gcflügelzuchtvercin hält am 17.nd 18. Oktober zu Rodhcim v. d. Höhe eine allgemeine Ge- flüaelausstclluug. Auch die Vereine Lüh, Nidda und Glimbach haben Schauen für 1914 vorgesehen. Bei Besvrcchung der rebhuhn- farbigen Italiener, von denen 2 Paare durch Gicßener Züchter int Versammlungslokale ausgestellt waren, handelte es sich beson­ders »m die Frage: Soll mit einem Zuchtstämme oder mit zwei für Hahnen- und Hennenzucht getrennten Stämmen gezüchtet wer­den? Man sprach sich dahin aus, daß wir mit einem Zuchtstammc vollständig auskommen In Alten stadt ist ein neuer Ge- slügelzuchtverein entstanden, welcher aus sein Ersuchen in den Ver­band aufgcnonrmeu wurde. Vorträge erhalten im nächsten Winter­halbjahre die 4 Vereine: Gciwbach, Nicder-Weisel, Effolderbach und Altenstädt. Die Taubenzüchtcr beklagen sich über die volizeilich verfügte Einsperrung der Tauben zur Zeit der Saat sm Früh­jahr »nd Herbst sür je 4 Wochen und bezeichnen diese Maßregel als eine große Härte.

** Zur Land wirtschaftliche n Kreisschau in Schotten. Wie uns auf Anfrage der Landwirtschajtskammer- AuSschuß sür Oberhesscn mitteilt, ist in dieseut Jahre wegen der Kaisermanövcr die Verlegung der Kreisschau von dein sonst üb­lichen September aus den 23. und 24. Mai eingetrctcn.

** An die Wasserkante! Zu der heute im Anzeigen­teil enthaltenen Ankündigung der Gesellschaftsfahrten des Hessi­schen Landesausschusses des Deutschen Flottcn-Vcreins nach Ham­burg, Helgoland, Kiel und Dänemark sei bemerkt, daß im Großbcrzogtum nur diese Fahrten vom Floiten-Verein ver­anstaltet werden, daß aber auch Nichtmiigliedern die Beteiligung gestattet ist,

" Konkurse i» Hessen. In deu> Konkursvcrsahre» über bas

Vermöge» des Kohlenhändlers E. L. E > ch e » t l e r in Mainz soll die Schlnßverteiluna slattfinden. Der vcesügbare 'Massebeüaud beträgt Mk. 7173,18, die Summe der zu berückstchtigeuden Fo» dcrniigeli Mk, 67 325,78. DaS Koukursoerwhren über de» ver­storbenen Bankier Heb in Frankiurt a. M. ist bis aus die ^ckilustverteiluiig beendet. Die Gläubiger erbalten knapp 1 Prozent ihrer Forderungen, die rund 555 213 Mk. betragen. Zur Be» st'gung stehe» jedoch »»r 6911,21 'Mk.. wovon noch KerichiSkosten niid Konkursverwallergebühren in'Abzug kominen. Das Konkurs­verfahren über de» Nachlab des Peter Schuster in Fries e»> h e i »i ivird nach Abhaltung des Schlnblermins ansgehobe». Landkreis Gießen.

A Lich, 13. Mai. Die 33. Hauptversammlung des Vogclsberqer Lühenklubs findet nächsten Samstag und Sonntag in Lich statt. Nach der Tagesordnung muß die Wahl eines neuen Doriitzenoen erfolgen. Aui eine bauliche Erwcitc°i rung des alten Klubhauses auf dem Ho Herodskops zielt ein Antrag des Zwcigvcreins Taufstein-Gießen hin. Ein An­trag Laulcrbach verlangt, daß der 2. Vorsitzende, der Schristiührcr und Rechner kioistig im Orte des 1. Vorsttzenden wohnen sollen. Den Verhandlungen geht am Samstag abend eine Vorfeier vor­aus, während sich Sonntag nachmittag ein Festzug durch die Stadt und ein Volksfest aus der Hardt anschliehcn.

E b e r st a d t, 12. Mai. Am Sonntag, den 10. Mat, feierte» hier Herr Kirchenvorstcher Konrad Gorr II. und seine Ehefra» Anna Elise gcb, Gorr im Kreise ihrer Kinder und Enkel ihre goldene Hochzeit. Der Klrchenvorstano überbrachtc dem Jubclvaar seine Glückwünsche. Gorr ist lange Jahre Mitglied des Kirchen- vorstnndes. Pfarrer Egelhofs als Spczialvikar hielt eine An­sprache, segnete t»is Paar nochmals ein und überreichte als Ge­schenk der Gemeinde ein Bild. Beide Eheleute sind noch ver- hällnismäßig gesund und rüsttg. An demselben Tage beging der alte Veteran aus dein Jahre 1848/49 Heinrich Holler I in voller geistiger Frische seinen 86. Geburtstag.

h. B e t t e n h a u s e n, 13. Mai. Hier sollte am Sonn­tag ein Rote-Kreiiz-Festgottesdienst staltfindcn. Die Dorf­bewohner sanit dem Krieger-, Gesang- und Radfahrer­verein hatten sich auch pünktlich in der Kirche eingestellt- Ta aber der Pfarrer verhindert wrir, mußte man sich mit einem Lesegottesdienst behelfen.

Göbelnrod, 13. Mai. Wie wir am Montag berich­teten. geriet ein junger Mann, der im Sägewerk aui der Mücke angestellt ist, der linken Hand in die Kreissäge. Dabei wurden dem Manne nicht die drei Mittelfinger bis aui das zweite Glied vollständig o.bgcschnitten, wie uns das Dampst'ägcwerk schreibt, viclnicbr soll die Verletzung, die sich der Mann aus eigener Un­vorsichtigkeit zuzog, weit geringfügiger sein.

eotaufcnberg, 13. Mai. Von ruchloser Hand wurde dieser Tage eine uralte Eiche angczündet und durch das Feuer völlig vernichtet. Sie stand ungefähr 10 Meter von der Landstraße nach Sichertshausen zu, im sogenannten Ti esc n- b a ch. Die Eiche war eine besonders schöne Naturerscheimmg und manchem Wanderer und Handwerksburschen bekannt. Da sie völlig hohl war, konnte sie bei Regen sechs Personen genügend Raum zur Unterkunft gelvährcii. Auch manch wandernde Bären- samilie bat bei ihr Schutz gefunden. Nach forstmännischcm Gut­achten war sie nahezu 1000 Jahre alt.

Kreis Bstdinaen.

D. Büdingen, 13, Mai, Gemeinderatssihung nachmittags 5 Uhr im Ratbause. Zur Anlage einer Sttaßc nach dem Wildcnstein must herrschattlichcs Gelände erioorben werden. Die fürstliche Rcntkammer beabsichtigt, einen Fahrweg von der Düdinger-Rinderbüger Straße nach der Pavtermühle an- zulegen, lsterzu bedafi sic städtischen Geländes. Bon der fürstlichen Verwaltung wird ein Tausch in der Weise vorgeschlagen, daß die Stadt sür dos wertvollere Gelände einen entsprechenden Kaufpreis bezahlt. Zum großen Teil ist das Gelände, das die Rcntkammer zur Anlage des Weges von der Stadt erwerben Must, Oedland. Ter Gemeindcrat kann sich zu diesem vorgeichlagenen Tausch nicht einverstanden erklären. Gemeinderat Keil schlägt vor, daß die Stadt der sürstlicheu Verwaltung sür den Quadratmeter Gelände am Wildenstein 50 Psg. bezahlt, ioährcnd die Rcntkammer der Stadt das Gelände links der 'Seentcubach den Quadratmeter mit 36 Psg. bezahlt und das Gelände rechts der Scemenbach, das nur Oedland ist, nmsonst überlassen wird, unter der Bedingung, daß der anzulegende Weg als ösicntlichcr Weg von tcderviänn benutzt werden kann. Alle Erwrrbskosten einschließlich der Meß- briese werden von jedem Teil selbst getragen. Gleichzeitig crNärt sich der Gemeinderai damii einverstanden, daß die fürstlich« Ver­waltung eine Brücke über den Scemenbach erbauen läßt. lieber die Errichtung eines O r t s st a t u t s zur Einsührung einer Filialstcuer kann sich der stsemrinderat auch heute nicht ewi­gen, da nach dem Butzbacher Ortsstatut Banktilialen von der Filialsteuer nicht getroffen werden. Eine Entscheidung deS Großh. Kreisamts Friedberg in dieser Angelegenheit soll noch beschosst werden. Die Pläne zur Errichtung einer Leichenhalle liegen vor in vier Aussülirungen. Der Gemeinderai ist geneigt, die Halle nach deni Plan 4 aussühren zu lassen. Dazu soll ein Kostenvvranschlag vorgelegt werdeii. Am Schluß der Sitzung wird voni Bürgermeister mitgetcilt, daß in dev Stadt das Gerede ginge, bei der diesjährigen Losholzverlasung seien Un­regelmäßigkeiten vorgekommen. Er habe die Angelegen­heit dem Kreisamt zur Untersuchung vmgelegt.

Kreis Alsfeld.

rtt F l e n s >1 n g e n, 13. Mai. Ter Bau de? neuen S ch »I» Hauses geht seiner Bollendiing eutqege», so daß die Einwetbung »och im Sommer b. I. erlolge» dürste. Das Gleiche gilt vo» dem neue» Schulbau der 2. Klasie zu Merlau. Beide Gebäude bilde» bei aller Einsachheit eine Zierde der Ortschaften.

Kreis Schotlen.

8 S ch o i t e n, 13. Mai. Am 28. d. M. sindei die diesjährige Krcislchrer-Zusammenkunft in Schotten statt.

z. Herchenhaiu, 12. Mai. Am vorigen Sonntag­abend trat der hiesige GesangvereinEintracht" in der Gastwirtschaft des Karl Adolph zu einer Hanptversamin- lnng zusammen, um den Kasscnbestand bekannt zu geben und über verschiedene VereiNsangelegcnheiten zu beraten. Dem Schulverwalter M e n g e l, welcher Ostern die hiesige Lehrer- stclle bezog, wurde die Leitting übertragen. Dem Antrag des Vereinsdieiiers .Heinrich Nieß aus Entlafiung von seinem Posten wurde nicht stattgegeben, da Nieß in der Reihe von Jahren, wo er die Dienste des Vereins erfüllt, sich dadurch große Verdienste erworben hat und man sein Scheiden un­gern sieht.

Kreis Fricdberg.

A Friedberg, 13. Mai. Eine B ärgermeistervcr- sammlung findet nächsten Montag unter dem Vorsitze des Kreisrats Freiherrn von Schenk im Hotel Trapp statt.

t Bilbel, 14. Mai. Aus dem Ruhla II dsgeländc, das vom Militärsiskus vor zwei Jahren zum Exerzierplatz erworben wurde, herrscht seit einiger Zeit ein militärisches Leben. Das Infanterie-Regiment Nr. 81 hielt leine Kompagnicbesich- tigungeil ab, wobei der Kommandierende General anwesend war. Hebungen der >68cr in Ofscnbach und 80er in Homburg finden öfters hier statt. Vor kurzem wurde aus dom Exerzierplatz in der