I*«? flanke Land Mld die Residenz innigsten Anteil. Mer Wunsch sei, daß ei» gutes Gesckuck auch liiiiftig über dem Herrscher Hause nniUen möge und daß der junge Welfen- spray auswachsen möge zur Freude seiner Eltern und Ära siellern, seinem engeren Vciterlande zum Heile und den, großen deutscl>en Baterlande zum Segen. In das Hoch aus tnrs Herzogs paor und seinen jungen Sproß, die durchlauchtigsten Gäste und besonders die Großeltern stinimten die Amvesenden begeistert ein. Die Musik spielte die Na tionalhymnc, die vom Lnbliknm mitgesnngeu und von den Fürstlichkeiten stehend angehört wurde. — Zur Darstellung kamen Vorführungen der Prima Ballerina der russischen Hofbiihnc Anna Pawlowa mit ihrem Partner Tichomiross und ihrem Ensemble, und zwar das phantastische Ballett „Flute mcigique", Webers „Aufforderung zum Tanz", im Kostüm von 1830, und ein Divertissement. >
Ein Fackelzng.
Den Fcsttagsbeschliiß bildete ein Fackelzug mit Serenade Etwa 2000 Sänger und 4000 Fackelträger bewegten sich in einem langen Zngc nach dein Schloßplatze. Eine gewaltige Menschenmenge wohnte der Veranstaltung bei und brachte den allerhöchsten und höchsten Herrschaften lebhafte Huldigungen dar
Braun schweig, ll. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin sowie Prinz und Prinzessin August Wilhelm und die Prinzen OSkar und Waldemar von Preußen haben gestern abend Braunschweig verlassen. Nach herzlicher Der abschiedunst von dem Herzogspaar fuhr die .ckaiserin um lO Uhr im Sondcrzug nach Wildpark, wo die Ankunft nachts erfolgt.
Die vechcmvllingen mit ZoMjiho;
dem Führer der Aufständischen in Epirus, sind sehr rasch zustande gekommen. Wir erhielten folgende Meldungen: Athen, 10. Mai. Zographos. bir Präsident der Re. gierung von Epirus, und die Mitglieder des internationalen Kontrollausschusses Albaniens, jinb in Korfu eingetrosfen. Die Bcspreclningen haben heute vonnittag begonnen.
Die „Albanisclw Korrespondenz" meldet aus Santi Quaranta- Sämtliche Mitglieder »des internationalen ^ontrollausschusscö sind gestern hier mit dem Präsidenten der provisorisct>en Regierung von Epirus, Zographos, und dein Minister des Aeußern, Kara Pauas, eingctrofsen. Da in Santi Quaranta keine llnlerkunst zu finden war, reisten sic nebst Zographos und Kara Pauas nach Korfu, um dort die Verhandlungen fortzusetzcn.
Die angebliche Kreuzigung von albanischen Gefangenen. Athen,!). Mai. (Agence d'Athenes.) Tic Meldung aus Durazzo über die angebliche Kreuzigung von albanischen Gefangenen durch die Epirotcn wird mit Entrüstung in Abrede gestellt. Fm Gegensatz zu den verleumderischen Behauptungen der Albanesen sei festzustcllen; daß die Epirotcn die Gefangene» großmütigst behandelten.
Deutsche» Ncicy.
Uebcr eine Einigung zur Bcsoldungsvorlage haben »wischen dem Reichsschatzamt und de» Fraktionen des Reichs» tags Besprechungen stattgesunden, die bis setzt .zwar ein 'Ergebnis noch nicht gezeitigt haben, doch aber die Dossnung erivcckcn, daß cs bald zu einer Einigimg kommen wir', wenn die Regccrung kleine Zugeständnisse macht.
Die Novelle zuc.r Mclitärürasgcsctzbuch. Der 27. AusschußdesRcichStagsbat Bericht erstattet über seine Beratungen zur Novelle zum Milctärstrasgesetzbuch. Zweck der Novelle war, die Strafen sür gewisse Vergehen Om» erlaiibte Entscrnimg, Fghnenslucht, Vergehen vor versammelter Mannschaft' zu mildern. Der Ausschuß bat gegenüber der Vorlage weitere Milderungen angenomnien und für minder schwere Fälle den strengen Arrest abgeschasst Ferner hat der Ausschuß beschlossen, daß bei Konrrvllversamml ungen die Einberufenen nur vom Beginn der Kontrollversammlung bis zu deren Schluß unter Militärgesetz stehen. Diesen Beschluß hat die Regierung für unannehmbar erklärt. Es mutz also auch hier zu einer Einigung kommen.
rrusianv.
E,!n Alters - und Jnvaliditätsgesctz in Belgien.' Das am Freitag von der belgischen Kammer angenommene Gesetz für Alterspcnsion sichert den Arbeitern, die das 65. Lebensjahr überschritten haben, eine Maxi malvension von 280 Fr. vr o Jahr, die sich verringert, wenn nicht mindestens 40 Jahre Beiträge gesellte wer den. Das Gesetz gegen K r a n k b c i t gewähr keiftet den Arbeitern eine tägliche Vprgütung von l Fr. sür die Dauer von drei Monaten. Nach dieser Zeit wird der Kranke sür invalid erklärt und erhält dieselbe Vergütung.
DasKöniospaar von Däncinarkin London. Im Buckmgkam-Palast zu London fand am Samstag abend zu Ehren des Köniqsvaares von Dänemark ein Staatsbankctt statt, an dem 132 Gäste teilnaftmsen, darunter die Mitglieder der königlichen >7!amilie, die Minister, das diplomatische Korvs und andere l>ervor- ragende Pcrsnlichkeitcn. K.s'.g Georg und König Christian tauschten herzlich gehaltene Trinksvrüche ans-, in denen sie die Hminung auf einen engeren kosnmerziellen Berlehr zwilchen beiden Ländern, die durch Bande der Freundschaft verknüpft seien, auSdrücktcn. Vor denr Bankett verlieh König Georg dem König Clfrtstian den Hosenbandorden.
Tic russische Zollpolitik. Der russische Reichsrat hch in der Fassung der Düma die Gesetzesvorlagc über die Verzollung des ausländischen Getreides sowie der Erbsen und Bohnen angenommen. Der Zollsatz beträgt 30 Ko- plcken vro Pud brutto. Das Gesäß tritt eine Woche noch der Ver- össentlichung in Krast. Der Reichsrat sprach dabei den Wunsch aus. das Handelsministerium möge die Frage prüfen, ob der scst- geseicte Einsuhrzoll aus Mcbl Rußland in genügender Weise vor der Einsnhr ausländischen Melsles schützt. Der Vertreter des Han- dclsmiuisteriüms pslichtet« diesem Wunsche vollkommen bei, da möglicherwcisc Umstände eintrctcn könnten, welche die Regierung zur Erhöhung des Zolles auf Mehl zwingen würden, erklärte jedoch, eS sei gegenwärtig nicht zeitgemäß, diese Frage zu erörtern.
Ein Handtchreiben des Sultans der Türkei an den Zaren. Aus K o n st a n t i n o v c l, lO. Mai, wird gemeldet: Nach aus dem kaiserlichen Palais stammenden Informationen ist T a l a a t B c y der lleberbringcr eines Handsäireibens des Sultans an de» Kaiser von Rußland. Talaat Ben wird dem Kaiservaar auch Geschenke des Sultans übcrbriugen. Ter erste Dragoman der piissische» Botschaft reiste mit Talaat Bey ab.
Der Rote-Nreuz-Tag in Girtzen.
8.8. Gießen, 10. Mai.
Alich Gießen hat zur Deutschen Roten-Krcuz- Sammlung 1914 nicht nachstchen wollen und rüstete schon seit Wochen, den Tag würdig zn begehen und der allgemeinen Sammlung ein erkleckliches Sümmchen zusühren zs, können. Das Wetter war dem glücklichen Gelingen des Tagcs günstiger als man es nach der kühlen, unsrcundlichen Regenpcriode, mit der sich der Mai cinsührtc, hätte erwarten dürfen. Und so konnten sich schon am frühen Morgen die Frauen und Jungfrauen, die durch Verkauf von Blumen, Abzeichen und Postkarten für die Sammlung beitrugen, aus die Straßen und Plätze in ihren Hellen Kleidern wagen und ihr Geschäft beginnen. Es ist erfreulich, das, den Verkäuferinnen ihr undankbares Amt nach Möglichkeit leicht gemacht wurde. Man kam ihnen höflich und freundlich entgegen und
ersparte ihnen die Unzuträglichkeiten, die so leicht ein solches Ehrenamt mit sich bringt, zumal der Verkauf ohne eine gewisse Geschäftigkeit nicht zu machen ist. Ein hübsches Zeichen sür Gießens Bevölkerung war es auch, daß sich Arm und Reich in gleicher Weise mit den gekauslen Blumen schmückte, stolz, sein Schcrslein sür den edlen Zweck beigelragcn zu haben.
Das Geschäft soll, wie sich bis jetzt seststellen ließ, einen über Erwarten großen Gewinn abgeworfen werden. Den Höhepunkt bildete der Verkauf während des Anlagenkonzertes. Abends gegen 7 Uhr flaute das Geschäft ab. Wer noch ein übriges tun wollte, und deren waren so viele, daß sic die Turnhalle auf der Steinstraße kaum zu sajsen vermochte, beteiligte sich an der
Feier zumBesten des Roten Kreuzes.
Hier waren die Vertreter der Behörden der Provinz, der Stadt, der Universität, des Osfiziertorps, Vertreter der Vereine u. a. erschienen, um mit den« Bürger zusammen den Tag des Roten Kreuzes zu feiern.
Pünktlich um 8 Uhr leitete die Kapelle des Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm unter der Leitung Obermusikmeisters Löbcr die Feier inil dem Kretschmerschen Krönungsmarsch aus „Die Folknngcr" ein. Rach der Stradella- Ouverture sprach Fräulein Jda Strack mit gutem Gelingen einen von Alfred Bock verfaßten stimmungsvollen Prolog, der die Tätigkeit des Roten Kreuzes in Krieg und Frieden verherrlichte und auf den hohen Zweck des Abends hinwics. Ein lebendes Bild, das die Sanitätskolonne in voller Tätigkeit in Feindesland schilderte, folgte. Ganz vorzüglich sang darauf der Baiiersche Gesangverein unter der Leitung des Dirigenten Görlach das „Morgenrot" in der Pützschen Bearbeitung und „Lützows wilde, verwegene Jagd" von Weber.
Die 'Ansprache bielt Herr Oberbürgermeister Keller. Er stellte zunächst die Geschichte des Roten Kreuzes in großW Umrissen dar und tvics dann ans die große Bedeutung hin, die das Rote Kreuz sür unser deutsches Vaterland habe. Dem Vaterland galt sein Hoch. Stehend ivurde die Nationalhymne gesungen. Mit einer Fantasie aus „Carmen", die von der Kapelle technisch einwandfrei gespielt wurde, und einem anmutigen Keulenschwingen der Damenriege des Männerturn- vercins Gießen schloß der erste Teil der Portragsfolge.
Tic Ouvertüre zur Operette „Leichte Kavallerie" er- osfncte den zweiten Teil. Großen Bellall fanden die Rcck- übungcn des Turnvereins Gießen 1846. Nach den Klängen des „Freischütz" sang der Baucrschc Gesangverein die Lieder „Bei der Mühle" von Grün und „Nachtgesang" von Franz Abt, wobei Herr Hassner durch sein wundervolles Bari- Ionsolo den Löwenanteil vom Beifall einheimscn konnte. Ter Verein mußte sich zu einer Zugabe »erstehen, man wählte die stimmungsvolle „Allmacht". Sehr hübsch war auch ein Vierer-Reigen des Gießcncr Radsabrervereins 1885.
Bor dieser letzten Nummer des Programms nahm Herr Provinzialdirektor Geheimcrat Dr. U s i n g c r das Wort, um als Vorsitzender des Krciskomitecs für die Rote-Kreuz- Saminlung 1914 alten zu danken, die sich um die Vorbereitungen znm Rote-Kreuz-Tag und um das gute Gelingen verdient gemacht hatten.
Der Tschcrkessischc Zapfenstreich von Machts leitete zum Tanze über, der alt und jung noch lange fröhlich beisammen hielt.
Auch in den beiden Gießener Kirchen wurde zum Besten des Roten Kreuzes eine Kollekte erhoben.
Wie in Gießen feierte man in ganz Hessen den Dag des Roten Kreuzes und trug durch Blumenverkauf zu der Sammlung bei.
An» Stadt und LanK.
Gießen, 11. Mai 1914.
Die Mordtat in Crainfeld.
Das Ergebnis der Untersuchungen. 4
Das Dunkel, das über den schrecklichen Mordtaten an der Familie Stei» schwebte, ist noch iminer nicht gelichtet. Verschiedene Personen schienen der Tat verdächtig. Man verhörte sie, nahm einige auch in Haft, aber bei ihnen allen trat früher oder später die gänzliche Unschuld zutage, da sic sämtlich ihr Alibi Nachweisen konnten und auch sonst wenig dem Mörder ähnlich sahen, wie ihn das einzige verneh- inungssähige Mitglied der Stcinschcn Familie, die 17jährige Selma Stein, geschildert hatte. Nur auf dem jungen Hof- m a n u ruht noch immer der Verdacht, daß mau in ihm den Täter zu suchen habe. Und doch ist man bis jetzt keineswegs tu der Lage, ihn ohne weiteres mit Bcssimmthcit als den Täter zu bezeichnen, denn ebensoviel Momente wie für seine Täterschaft sprechen, zeugen auch von seiner Unschuld.
Tie schwerverletzte Selma Stein, aus deren Angaben man sich bei der Untersuchung angewiesen sah, sagte bei ihrer Vernehmung ans, in der Nacht zum Dienstag (28. ülprilt kurz nach l Uhr sei sie ausgewacht, als ein sehr großer Manu in die Kämmer trat, die sic mit ihrer 22jährigen Schwester Lina teilte. Der Fremde sei mit einem langen schwarzen Mantel bekleidet gewesen und habe sein Gesicht geschwärzt gehabt oder eine Lcrrve getragen. In der linken Hand habe er eine brennende, viereckige Stallaterne, wie sie aus dem Lande vielfach benutzt werden, in der rechten ein Beil getragen. Er sei zuerst an das Bett der Lina getreten nick habe sie mit dem Bell un- schädlilchs gemacht, dann sei er auch zu ihr gekommen. Mit dem Rufe „Lasten Sic mich!" habe sie aus dem Bett flüchten wollen, der Einbrecher sei ihr aber zuvorgckommen und babe, während sic noch im Bette tag, aus sie cingeschlagen, sie am .hintcrkopfe verletzt, ihr am linken Oberarm durch einen flachen Hieb eine Quetschung zugesiigt und ihr den linken Zeigesinger abgeschlagen. Es ist anzunehmen, daß sie den Finger ans den Bettrand gelegt hatte, da er glatt abgehauen wurde. Das Glied fand man später im Bette wieder. Nach vollbrachter Tat, so gab das Mädchen weiter an, habe der Unhold die Kammer verlassen. Es ist anznnehmen, daß die Schwerverletzte dann in Ohnmacht gefallen ist, denn sic konnte nur noch angeben, daß sie in ein Nachbarhaus und später in das Lautcrbachcr Krankenhaus gebracht worden sei.
Diese Angaben waren der Grundstein, auf dem sich die Untersuchungen und Nachforschungen aufbauen mußten. Sie waren dürftig genug, wenn man daraufhin den Mörder linden wollte, und waren nicht einmal sicher, denn das MÄxhen hatte sich begreiflicherweise in größter Ausregung und Angst befunden und ihren rnlstgen Blick verloren.
Inzwischen war von einem Einwohner von Freien- stcrnau, wohin zunächst die Spuren des Täters durch einen Polizeihund verfolgt worden waren, ausgesagi worden, er habe Karl Hof mann ans Salz'in der fraglichen Nacht um 3 Uhr durch Freiensteinau in der Richtung von Crainfeld in einein schwarzen Mantel gehen sehen. Auch in Crainfeld wollte man Hofmann in deni schwarzen Mantel gesehen haben. Er wurde auf Grund dieser Angaben s e st g e n o m m e n, gab jedoch an, nicht im Besitze eines schwarzen Mantels zu sein, leugnete auch ab, daß er
vor Jahresfrist einen schwarzen Mantel von einem gewissen Linz geliehen habe. Diese Aussage >vac von seinem Vater gemacht worden und erwies sich als richtig. Es ist anzu- nchinen, daß dem Hosmann die Tatsache in der Aufregung, in der er sich befand, aus deni Gedächtnis entschwundeil war. Da dieses jedoch ein Jahr zurücklag, war cs für die weitere Untersuchung belanglos. Es kam aber noch hinzu, daß auch der ermordete Warenhändlcr Abraham Stein sich im Besitze eines schwarzen Mantels (eines Einjährigen. Mantels) befunden hatte, den er von einem Bekannten erhalten hatte. Der Mantel hing in der Scheuer, in der das Feuer angelegt worden ist, und es schien daher nicht ausgeschlossen, daß der Mörder sich damit bekleidet hatte, bevor er ins Haus trat. Von diesem Mantel fand man späte« einige Reste unter den Trümmern und dem Schutt de« niedcrgebranntcn Scheuer, fand jedoch keine Blutspuren daran und sah sich daher genötigt, den Verdacht auszuhebcn und Hofmann wieder aus freien Fuß zu setzen.
Tic abermalige Verhaftung Karl h o s m a n n i vcraulaßte der Gerichtschemiker Dr. Popp aus Fr«uss«rt, der fcstgestellt hatte, daß Blutspuren au de» Klei- dern Hosmanns von Menschenblut herrührt«N. Sie befanden sich an dem Kragen seines Rockes, an der Weste und an den Gamaschen und waren zum (besonders an den Gamaschen) verwaschen. Der Verhaftete gab an, er sei vor etwa sieben Wochen an einer Schlägerei beteiligt gewesen und habe dabei einen Messerstich in die rechte Wange erhalten. Er sei damals vollständig b tu t ü b e rström l gewesen und habe versucht, seinen Anzug vom Blute zu reinigen Tie frische Narbe aus der rechten Wange bestätigt diese Aussage. Höchst verdakpttg ist es hingegen wiederum, daß sich auch unter seinen Fingernägeln Menscheu- b l u t saud. Aber auch hierfür hatte Hofmann eine Erklärung: An seinem Hintcrkopfe habe er ein Geschwür,, das er gekratzt habe! dadurch sei das Blut unter die Nägel gekommen. Benierkenswert ist cs, daß man unter den Fingernägeln auch Algen Vorsand, die aus einem Sumpfe herrühren, in dem Hofmann jedenfalls nach vollbrachter Tat seine Hände vom Blute gereinigt hat. Eine Erklärung hierfür steht noch aus. Immerhin kommt ein Landwirt leicht in die Verlegenheit, seine Hände in unsauberem Wasser waschen zu müssen.
Trotzdem sind die Gründe bcrechsigt, Hofmann in Hast zn behalten, zumal er auch sein Alibi nicht uochzmvcisen vermag, wenn ihm auch die Tat bis jetzt nicht auf den Kopf zugcsagt werden kann. Wie bekannt, leugnet Hosmann energisch, etwas von dem Morde zu wissen. Der Untersuchungsrichter hat sich jetzt werter mit ihm zir beschäftigen und zunächst Feststellungen darüber zu machen, ob die Verletzung, die Hosmann bei der Schlägerei erlitten hatte, tatsächlich so schwer war, daß seine Kleider dadurch mit Blut besudelt wurden.
Während diese Untersuchungen au Hosmann vorgcnom- mcu wurden, stellten Kriminaltommijsar Müller und Wachtmeister Nieß, der zur Staatsanwaltschaft Gießen kommandiert ist, eingehende Nachforschungen in Crainfeld und der Umgegend etwa eine Woche lang an, die am Samstag als erfolglos abgeschlossen werden mußten.
** Der Kaiser auf der Durchfahrt durch
Gießen. Heute morgen 4.40 Uhr kam der kaiserlich« Sondcrzug^aus dem Gießcncr Bahnhof an. Der Kaiser kam von den Tausfeierlichkeiten in Braunschwcig, von wo er gestern abeich 10.10 Uhr abgefahren war, und war auf der Fahrt nach Metz begriffen. Da in Gießen ein Maschincn- wcchscl vorgenommen werden mußte, so konnte die Wartezeit benutzt werden, um dem Kaiser ein vorher bestelltes! Frühsttick in den Zug zu reichen. 4.50 Uhr fuhr der Args weiter.
" Der Groß Herzog empfing am 9. Mai u. a. den Direktor Kalbfleisch von der Realschule in Butzbach, den Reaischiildircktor Hcrtsch von Schotten und den Oberlehrer K r a » s in ü l l e r von Gießen.
** A u s dem Schuldienste. Der Kreisschulinspektor bei der Kreisschukkommission Worms Professor Joseph Lille« ivurde zuni Kreisschulinspcktor bei der Krcisschulkom- mistion Darmstadt, der Oberlehrer an dein Seminar für Volksschnllehrerinnen zu Darmstadt Professor Eduard P f a f f zum Kieeisschiilinspektor bei der Kreisschulkoinnrission Darmstzadt unter Belassung des Charakters „Professor", der Kreisschulinspektor bet der Kreisschulkommission Alsfeld Schulrat Georg Eck zum Kretsschulinspektor bei der Kreis-' schulkommissioii Worins, der Lauptlehrer a» der Volks- - schule zu Darmstadt Georg Hufs zum Kreisschulinspektor. bei der Krcisschulkommission Alsfeld ernannt. — Der Oberlehrer an dem Gymnasium zu Offenbach Professor Karl Steinmetz wurde auf sein Nachsuchcn unter 'Anerkennung seiner langjährigen, treuen Dienste mit Wirkung vom l. Juni 1914 an in den Ruhestand versetzt und ihm die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Uebertragen wurde dem Schulamtsaspirantcu .Heinrich Lichten stein aus Ober- Wesel eine Lchrerstellc an der Volksschule zu Grebenau, Kreis Alsfeld: dem Schulamtsaspirauten August Grünig aus Stockstadt, Kreis Groß-Gerau, eine Lchrerstellc an der Volksschule zu Groß-Eichen, Kreis Schotten.
** Offene Le hrerst eilen. Erledigt sind: Eine mit einem evnng. Lehrer zu besetzende Schulstellc zu Kelsterbach, Kreis Groß-Gerau; eine mit einem evang. Lehrer zu bcsetzcilde Schnlstclle zu Erfelden, Kreis Groß- Gerau (mit der Stelle ist Organistendienst verbunden); eine mit einenl evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Dudenhofen, Kreis Ofsenbach (mit der Stelle ist die Hälfte des Organistcndienstes verbunden); eine mit einem kath. Lehrer und eine mit einer kath. Lehrerin zu besetzende! Schulstelle zu H e n s e n st a m in , Kreis Lifcnbach; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Klein- Stein heim, Kreis Ossenbach; eine mit einer kath. Lehrerin zu besetzende Schulstette zu Zcllhausen, .Kreis Ossenbach; eine mit einer kath. Lehrerin zu besetzende Schulstelle zu Klein-Welzheim, Kreis Ossenbach; eine mit einer kath. Lehrerin zu besetzende Schulstelle zu Klein- Auheim, Kreis Ofsenbach Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende erste Lchrerstelle zu Burg-Gräfen- rode, Kreis Friedberg. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Das Präsentationsrccht steht dem Herrn Grafen zu SolmS-Rödelheim in Asscnheim zu.
" La n dw i r t s ch a f t l rch c Zählungen. In der Zeit vom 28. Mai bis 4. Juni d. I. ist, ivie allsäi/rlich, die Anbau- slächc wichtigerer Fcldirüchtc durch die Großherzoglichen Bürgcr- meistcreien unter lZuzächung von Sachverständigen scstrustcllen. Die lErgcbnissc werden im Herbst dazu verwertet, die Enite von Getreide, Kartosscln und Heu zu berechnen. Die S-ommerzäblung der Schweine, die im vorigen Jahr zum erstenmal erfolgte, wird am 2. Juni d. I. wiederholt Sic ivird so vorgenommen, datz bei der Ansnahnre die Zahl der Schweine vom Zätiler selbst 'in die Ortstiste eingctragrn >mrd. An die Schweincbcsitzcr ioerden Zählpapierc nicht ausgetcilt. —■ Mit der Dirrchsührnng beider Zählungen ist die Großhcrzvgliche Zentralstelle für die Landet-


