Ausgabe 
7.5.1914
 
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SDfccrKlvgenm'iffer Keller»mcte dem Ehrenbürger »nd Inngjährrqen Stadtverordneten der Stadt Gießen fol­gende Worte:

bvchansehnlichc Trancrversannnlung!

Ein Ehrenbürger imd Stadtverordneter der Stadt Gienen ist nach einem durch Arbeit und Erfolg reich gesegneten Leben dahingegangcn.

Nicht mitten aus dem schassenden Leben ist er abberusen worden. Schwere Krankheit Ix>t seit Jahren ihn gezwungen, vor­zeitig ausznrnhen von verzehrender Berufsarbeit und den Kämpfen und Mit hcn ö s s c n t l i ch c r, politischer Betätigung, ja es schien, als hätte der Allbezwinger Tod die erlösende Hand, die er nun aus ihn gelegt, schon seit langem schwebend über ihm erhoben.

Wenn wir so schon seit längerer Zeit die vielgestaltige lind reiche Wi k amleii die es hervorragenden Mannes vermißen mußten, so e r neuern sich hier an diesen, Sarge die schmerzlichen Gcsühlc, die sein Heimgang in uns nachrust.

Denn ein Mann von ungewöhnlichen Geistesgabcn, gewaltiger Arbeitskraft und seltenem Gemein- sinn ist von uns geschieden.

Als vielgesuchter Anwalt von glänzender Beredsamkeit und bewundernswertem sueistitchen Scharssinn, als Abgeordneter des Reichstags und,hessischen Landtags, als Mitglied der Ver­tretungen von Provruz, Kreis und Stadt, wie in zahlreichen ander» Ehrenämtern hat er eine eifrige und segensreiche Tätigkeit emsallct und vermöge seiner vornehmen Gesinnung, seines ge­läuterten Urteils und des Gewichts seiner Worte, die selbst an den höchsten Stellen Beachtung fanden, aus den mannigfachsten Gebieten großen und nachhaltigen Einfluß ausgeübt.

Dem deutschen Reichstage gehörte er von 1881 bis 1884 als Abgeordneter des Wahlkreises Gießen und von 181)01893 als Abgeordneter des Wahlkreises Fricdberg an. Im hessischen Land­tage wirkte er von 18881893 als Vertreter des Wahlkreises Gießen- Land und von 19001911 als Abgeordneter der Stadt Gießen. An der Sozialgesetzgebung des Reichs, an der Vcrwaltungsresorm und der Steuergesetzgebung unseres engeren Vaterlandes hatte er hervorragenden Anteil.

Ihm war die P o l i ki k keineswegs Beschäftigung seiner Muße­stunden : sie crsüllke das ganze Wesen dieses ausrechten, libe­ralen Mannes, der immer zur Stelle tvar, wo cs galt, die Idee eines gesunden Fortschritts zur Geltung ^u bringen und die Gesetz­gebung wie das Staats- und Gemeinweien in freiheitlichem Sinne vuszugn'tolten.

Wenn der Entschlaicnc somit weit über die Grenzen unserer Stadt, ia unseres Landes hinaus seine Kraft betätigte, so wurzelte doch seine Daupttätigkeit in der Stadt Gießepi, und mit Stolz und Freude dürfen wir es bekennen, daßerunserwar, daß ihm Gießen zur zweiten Heimat geworden ist, wie er ja auch in Gienener Erde die ewige Ruhe finden wird.

Das Vertrauen unserer Bürger hat ihn zu allen Ehren­ämtern in Reich, Land, Provinz und Kreis bcriifen und am nächsten stand er uns, den erwählten Vertretern der Stadt.

Seit dem Jahre 1884 gekörte er ununterbrochen der Stadt­verordnetenversammlung an, und aus keinem tstebietc des vielgestaltigen lommunolen Lebens ist ein entscheidender Schritt getan worden, ohne daß zuvor die Meinung des Entschlafenen ge­hört worden wäre. Tenn die reiche Erfahrung, der ,charie Ver­stand, der weite Blick, die Gewandtl^it der Rede und die Versöhn­lichkeit des Wesens gewährten ihm in der Stadtverordnetenver­sammlung einen hervorragenden Einfluß, Das im ein­zelnen zu berühren, was im Stadtvorstande seiner Anregung, seiner Unterstützung und seiner Mitarbeit zu danken ist, ist eben­sowenig möglich wie der Fülle unschätzbarer Dienste im besonderen zu gedenken, die er in sonstiger Eigenichait unserer Stadt getriftet hat. Zusammenfassend aber dars ich sagen: IN i t der Entwicklung der Stadt Gießen ist seit einem Menschen alter und für alle Zukunst der Name Gutfleisch unlöslich verknüpft Zum Zeichen ihrer Dankbarkeit hat unsere Stadt ihm die höchste Würde zuerkannt, die sic verleihen kann. Am 20. Oktober 1914 beschloß die Stadt­verordnetenversammlung einstimmig, den Stadtverordneten Ge Heimen Justizrat Dr. Gutslcisch in Würdigung der großen Ver­dienste, die er sich sowohl als Stadtverordneter, wie.auch als Ver­treter der Stadt in der Zweiten Kammer der Landstände in lang­jähriger Tätigkeit um die Stadt Gießen erworben hat, zum Ehrenbürger zu ernennen.

Nunmehr hat die Stadt Gießen und die Stadtverordneten­versammlung dem Heimgegangenen Ehrenbüroei- und Stadtver­ordneten Kränze der Dankbarkeit und treuen Erinnerung aus d>m Sorg gelegt. Die Blüten werdenzcrsallen und die Blätter dahin- wellen: unvergänglich aber wird bei uns dauern das An­denken an Dr. E g i d G u t f l e i s ch, Ehrenbürger und Stadt­verordneten der Stadt Gießen.

Für die Provinz Oberhessen und den Kreis Gießen sprach Provinzialdircktor Geheimerat Dr. U s i n g e r sol- gende Worte:

Im Namen der Provinzialvcrtretung von Lbcrheisen sowie der Vertretung des Kreises Gießen rufe ich dem Verstorbenen mit diesem Kranz die letzten Grüße ins Grab nach. Er hat beiden Vertretungen jahrzehntelang, dem Provinzralausschuß allein bei­nahe 34 Jahre angehört. Verhältnismäßig kurz nach dem Jy- kraittrelen der 1874er Verwaitnngsgcietzc ist Dr, Gutfleisch in den Provinzialausichuß eingetrcten. Wenn die Rechtsprechung dieser Körpcrschast von da ab für ganz Hessen Bedeutung gewann und in gewissem Sinne vorbildlich wtirde, so ist dies mit ei» Verdienst des Verstorbenen, der aus öisenilich-rechtlichem Gebiet staunenswerte Kenntnisse briaß, die ergänzt wurden durch tel- tcnen Scharssinn und uncrlchütterltckez Rechtsgeiühl, gepaart mit von Herzen kommendem Wohlwollen, Vier meiner Amtsvor­gänger und auch noch ich durften in dem Berblichener, einen hochgeschätzten uneigennützigen, nie versagenden Mitarbeiter und Ratgeber erblicken. Mit allen Phasen seines Denkens und Fuh­lens lang er an der Provinz Obcrheiscn, und srcudig hat er noch miterlcbcn können, wie seine Bestrebungen aus Hebung des ma­teriellen und ideellen Wohlstandes der Provinz gerade in letzter Zeit Früchte zu tragen begannen, die in vollem Umfange erst eine spätere Generation villlcken wird, Wälzrend eines in rast­loser Arbeit verbrachten Lebens hat er sich durch seine Tätig­keit, wie überall so auch bei uns ein Denkmal gefetzt, das dauernder sein wird, ivic ein Gebilde von Menschenhand. Möge ihm die Erde leicht sein!

Im Nanicn der Landesuniversität legte der Rektor Professor 1>. Eck einen Kranz am Grabe nieder und würdigte in kurzen Worten die großen Verdienste des Verstorbenen, die er sich um die Universität erworben hatte. Für die philosophische Fakultät, deren Ehrendoktor Gutslcisch war, überbrachte der Dekan, Professor Dr, Horn, die letzten Grüße.

Im Austrage des Zentralausschusses der Fortschritt­lichen Volkspartei Berlin und des Vorstandes der Fort­schrittlichen Volkspartei sür das Großhcrzogtum Hessen sprach Landtagsabgeordncker D en rich-Darmstadt:

Ter Zentralausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei in Berlin sendet ihrem langjährigen treuen Mitgliedc und die Fortschritt­liche Volkspartei für das Großherzogtnm Hessen ihrem bewährten allverehrtcn Führer letzte Grüße. Zum äußeren Zeichen bin ich heaustragt, diese Kränze an der Bahre des Verblichenen nicder- zulegen.

, In diesen Tagen wird von allen Seilen in Wort und Schritt dargetan, welch hohe Wertschätzung der Verstorbene ,m ganzen Lande und über seine Grenzen hinaus erfahren hat, auch chckt denen, die im Drange der Politik uich der Wettamchauung nicht mit ihm gleichen Sinnes waren. Was sein Hinscheiden für nns bedcuiei, die wir ihm politisch näher treten dursten, das zu schildern, sei mir erlasse». Man wird einem Manne, wie dem Heimgegangenen, nicht völlig gerecht, wenn man es unternehmen wollte, seine Leistun­gen einzeln auizuzählen. Eine derartige hervorragende Persönlich­keit will als Ganzes beurteilt und bewertet sein und in diesem Sinne wird der Verstorbene auf immer in unserem Gedächtnis weiter leben. Seine Talen, sein Werken gehSrt der Geschichte un­

seres Heimatlandes an und wird dort sür alle Zeiten eine ehren­volle Stelle cinnchmen. Wir aber, die wir uns im Geiste mit ihm eins fühlen, wir wollen uns daS Versprechen geben, n»is die hohen staatsbürgerlichen Tugenden des Heimgegangenen zum Vorbild zu nehmen. Er selbst ruhe in Frieden,

Stadtverordneter Petri übcrbrackste eine Kranzspende der Gewerbebank Gießen und rühmte in kurzen, treffen­den Worten, mit welcher Hingabe sich der Geh, Justizrat Dr, Gutfleisch den Aufgaben und Zielen der Gewerbebank gewidmet hatte. Er hob hervor, daß das erste Ehrenamt des Verstorbenen das eines Aussichtsratmitgliedes der Ge­werbebank gewesen seil

Justizrat Landtagsabgeordneter G r ü n e w a l d- Gießen sprach im Namen der Fraktion der Fortschrittlichen Volks­partei in der Zweiten hessischen Kammer folgende Worte:

Die Fraktion der Fortschrittlichen Volkspartei des besstschcn Landtages hat mir den Auftrag erteilt, Blumen an der Bahre ihres dahingcschiedenen Führers niederzulegcn und ihrer Trauer Ausdruck zu geben. Nachdem viel Schönes, Gutes und Wahres bereits ausgesprochen worden ist, kann ich aus kurze Worte mich beschränken. Der Abgeordnete Herr Dr, Gutsleisch war viele Jahre Führer und Leiter der Fortschrittspartei im Hessischen Landtage, Sie war klein der Zahl ihrer Äditglieder nach, aber groß und cm- slnßreich durch die überragende Macht der Persönlich­keit ihres Führers, einer Persönlichkeit, die allein eine Par­tei bedeutete Dem Streite abhold, sachlicher Arbeit ergeben, ein Meister der gesetzgeberischen Tätigkeit und vornehmlich der schatten Formulierung der Gesetzcsvorlagen, hat Herr Dr, Gutsleisch cr- solgreich an der Leitung der Geschicke unseres Landes mitgewirkt und wir begegnen den Spuren seiner Tätigkeit allerwege. Ver­söhnlich und vermittelnd war Herr Tr. Gutsleisch geschätzt bei allen Parteien uich alle, nicht minder auch die Regierung hörten gerne die Ratschläge des ersahrenen und klugen Politikers.

Seine Verdienste »m die Förderung der politischen Idee, der er sich gewidmet hatte, und der wir, seine Nachsolger, dienen, wer­den nie vergessen werden, er soll uns immerdar ein Vorbild parla<-> mentarischer Tätigkeit bleiben: sür alles, was er der Partei und dem Lande getan hat, sei unser Dank ihm bezeugt.

Ten Verein der Fortschrittlichen Volkspartei für den Wahlkreis Gießen vertrat Stadtverordneter Eichenauer- Gießen, Er brachte zum Ausdruck, daß der Verein eiu treues Mitglied und einen geschätzten Berater verloren habe| die Größe des Verlustes könne man erst jetzt er­messen, wo seine Stimme fehlen werde. Der Redner schloß mit dem Gelöbnis, daß d-cr Verein Weiterarbeiten wolle in seinem Geiste und Sinne für Freiheit und Vaterland,

Einen Kranz des Vereins der Fortschrittlichen Volks­partei Worms legte Oberlehrer Michel-Worms an der Bahre nieder.

Anstelle des verhinderten Präsidenten der Hessischen Landes-Hypothekenbank Darnistadt, des Direktors Bambur- ger, grüßte Drrektor Bastian das Mitglied des Aufsichts­rates zum letzten Male und legte einen Kranz am Sarge nieder.

Gcrichtsjaal-

Ein Streit im Hause Wagner.

4- Bayreuth, 5. Mai.

Ein unerguicklicher Streit, der allerlei Geheimnisse aus dem Familienleben Richard Wagners an die Oesientlichkeit gezerrt hat, ist unter den Erben des großen Meisters ansgebrochen und soll in den nächsten Tagen durch Spruch des hiesigen Landge­richts seine formale Erledigung sindcn. Wie bekannt, ging Richard Wagner, nachdem seine Ehe mit der Schauspielerin Minna Planer geschieden war, eine freie Ehe mit Cosima v. Bülow, der Tochter von Franz Liszt ein. Dieses srcic Verhältnis währte etwa vier Jahre, bis Eosima v, Bülow von ihrem Mann, dem berühmten Dirigenten, geschieden war und Richard Wagner sie heiratete. In der Zwischenzeit waren dem Verhältnis drei Kinder entsprossen: Isolde, Eva und Siegfried, Alle Welt hat bisher angenommen, daß bei diesen drei Kindern, obwohl die Frau Cosima noch nicht ge­schieden war, die Vaterschast Wagners unbestritten sei. Wagner selbst bat auch einmal in einem Geburtstagsgedicht iich ziemlich unverblümt als Vater der Isolde bekannt, gerade des Kindes, dessen 'Abstammung von Wagner setzt von den übrigen Erben vestrittcn wird. Der ganze Streit scheint sich als Erbschansstreir darzustellen, da die Frage der Teilung des Nachlasses bei dem lwhen Alter der Fra» Cosima bald akut werden dürste. Die Freunde und Anhänger Wagners hätten es natürlich lieber gesehen, wenn die Angelegenheit unter Ausschluß der Oessentlichleit erledigt worden wäre, zumal das Erbe recht beträchtlich ist und daher die Frage der Erbberechtigung einer Person eine mehr oder weniger untergeordnete Rolle spielt. Die berühmte Sparsamkeit der Frau Cosima scheint auch hier treibend gewesen zu sein.

Die ganze Angelegenheit kam aus folgende Weise i» Fluß, Frau Isolde Beidler. die Gattin des Hoskapellmeisters Franz Beidler, war in den letzten Jahren mit ihrer Mutter in Auseinandersetzungen geraten, die ursprünglich wohl ihre Ursache in verschiedenen künst- lerischen Anschauungen von Cosima und Siegsricd Wagner einer­seits und. Franz Beidler andererseits hatten. Im letzten Sommer nun erhielt Frau Jsoida Beidler von ihrer Mutter Cosima einen Brics, der adressiert war:An Frau Isolde Beidler, geh. von' Bülow", Dieser Bries vcranlaßte eine Rückfrage der Tochter an die Mutter, und diese antwortete mit der ziemlich unzweideutigen Erklärung, daß die Frage gerichtlich entschieden iverden solle. In der ersten Verhandlung, bei der der Vertreter der Frau Cosima er- folglvs den Ausschluß der Oesscntlid lest beantragt hatte, wies der Rechtsbeistand der Frau Isolde Beidler daraus hin, daß ebenso wie Isolde auch die Kinder Eva und Siegfried außer der Ehe geboren seien, daß Wagner aber nie ein Hehl daraus gcniacht habe, daß er der Vater sei. Nur die Tochter Daniela habe immer als Tochter von Bülows gegolten. Dieses verwandtsckiastliche Verhält­nis der vier Kinder sei auch in der Todesanzeige Wagners, die der damalige Oberbürgermeister von Bayreuth abgesaßt hatte, zum Ausdruck gekommen. Frau Cosima Wagner bernst sich zum Be­weise riir die Richtigkeit ihres Standpunktes daraus, daß das StandeSomtsregister nur eine Isolde v. Bülow kcnne^ Tie Gegen­partei erkennt dies an, behauptet aber, daß die Standesanits- register unrichtig seien und. entsprechend umgeändcrt werden müßten, Sic wesst ferner daraus hin, büß Haus v. Bülow um die fragliche Zeit bereits ein ichwerkranker Mann war und daher als Vater nicht in Frage kommen könne. Und diese Lenke sprachen von einer Prosanation Wagners, als cs sich darum handelte, den Parzisal sür Bayreuth allein zu bewahren,

. Wir werden über den Ausgang des unerquicklichen Erbschasts- streites berichten, _ _

«RcrirfitsfaaL

K öl n, 0. Mai, DaS Schwurgericht hat den Arbeiter Ernst Georq Tetzlaff aus Danzig wegen Raubmordes zum Tode verurteilt. Ter .Hausdiener Johann Rangette aus Magdeburg wurde wegen Beihilfe zum qualifizierten Raub unter Einrechnung nner kürzlich über ihn verhängten Gefängnisstrafe zu 12 Jahren und einem Monat Zuchthaus sowie zu 10 Jahren Ehrverlust ver- urteilt. Beide hatten am 25. November 1913 die 73jährige Witwe Caspar in Wiesdorf getötet und beraubt.

zrertttifcgteft.

a,. ® U c f " b 6" u n 91 ü ck. Nach Blättermeldungen .

Brunn hat am Dienstag abend aus der Station So ko In cm Zugzusammenttoß stattgcfunden, bei dem 30 Personen sch, und zahlrnckw andere leicht verletzt wurden, Amtlich wird zu d Un,all vvn sokolnitz unterm 8. Mai gemeldet: Gestern n> tttcistc in der statwn Sokolnitz ein einfahrender Güter,ng ei aus dem Nachbargcleise mit der Lokomotive bis über die P kreuzung stehenden Güterzuq von der Seite, so. daß die z ersten Wagen dieses Zuges gegen das erste Gelcismgewor wurden.II selben Slugcnblick suhr aus diesem Gleise ein aus Gegenrichtung vvn Prerau kommender Personenzug ein und s:

aus einen umgcstürzten Wagen, Die Lokomotive, ein TiensNvagei» und die zlvri nachsolgenden Personenwagen entgleisten und wurden beschädigt. Hierbei wurden zweiRcjscndcschwer und vi«r- zc hn F a hrg ä stc leich t verletzt.

* D i e Explosion des Dhnantltlagers in Pa- nama ist durch ein Büschs euer entstanden. Die meisten der Getöteten sind Feuerwehrleute, die das Magazin zu retten ver­suchten.

Märttr.

th. Kletzen, 6, Mai, Der dieswöchentlichc Viehmarkt hatte einen Vorrat von etwa 1000 Stück Großvieh und 400 Kälbern, Schon in der vorigen Woche entwickelte sich am Platze ein lcbhastcr Handel in guten schweren Milchkühen, die hoch bezahlt wurden, und mit Beginn des Vormarkts bereits vollständig geräumt waren. Am Bormarkt wurden nur fette Rinder und gute fette Kühe gehandelt, doch waren auch dafür nur Preise zu erzielen, die einen krästigen Ruck nach unten zeigten, Käufer waren dafür die Metzger aus Wetzlar, Herborn und Dillenburg, sowie die Ein- käuscr sür die Rheinland«», Am Markt selbst war der Handel in Zuchtvieh nur mit einem kräftige» Abschlag der Preise zu machen, der sich je nach der Güte der Ware zwischen 30 und 40 Markfür das Stück bewegte, so daß die Verkäufer Geld bei dem Geschäft beilegten, Ter Vorrat geringwertiger Schlachtlühc wurde von Einkäusern aus der Gegend bei Tarmstadt zu Spottpreisen angc- kaust. Der Kälbcrmarkt wollte im Anfang überhaupt nicht ziehen. Für die Ware war noch am Montag pro Zentner Schlachtgewicht 90 Mark von Kießener Metzgern bezahlt worden und daraus süßend, war das Angebot sür gute Stücke aus 95 Mark gestellt. Tie Handelsleute konnten ihre Ware nur unterbringen sür 7580 Mk, und selbst zu diesem Preise hielt cs schwer, den Vorrat zu räumen. Es wurden bezahlt sür das Stück: Tragende und frischmelkend« Kühe l, Sorte Btt. 500MO, 2. Sorte Alk. 40O-4«o, 3. Sorte Mk 300370; tragende Rinder I. Quai, Mk, 420500, 2. Qual. Mk 3.30400; Fahrküöe 1. Qualität Mk, 470540, 2, Qual, Mk, !60-440, 3. Qual. Mk. 301 0. Bezahlt wurde pro Zentner Schlachtgrwicyt: Leite Rinder Mk. 86-88; leite Kühe l. Qual. 'Mk. 7072, 2. Qual. Mk. 6365. 3. Qual, lsogenaniite Wiirst- fiilie) Mk. 5362 ; Kälber I. Qual. Mk, 7880, 2, Qual. Alk. 7577, leichte Tiere ivaren nicht a»> Markte. Einige Paare Fahrocküen brachte» Mk, 10001100 vro Paar. Milchware ivar diesnial in 2. und 3, Qualität überständig »nd war selbst »ach Schluß des Marktes unter Preis nicht anznbringe», Jette Schweine kosten beute für Gießen Mk. 3869 der Zentner Schlachtgewicht, Gute fette Ochse» sind mit Mk, 86,-88 zu haben. Nächster Markt am 19. und 20, Mai: nin zweiten Tage auch Krämermarkt ans Oswalds Garten.

I-, Fricdberg, 6. Mai, Trotz der schlechten Witterung war der heutige Wochenmarkt gut besucht. Viele Landlente ivie auch die hiesigen Gärtner brachten ihre Ware zu Markte. Biele Geniüiepflaiizen standen ,»>n Verkaufe da, 'Mailraut und sonstige Gemüse, als Salat, Spinat, Spargel usw. Die Kartoffeln sind im Preiie in die Höhe gegangen. Während seither der Zentner,,»r 4 Mk. kostete, kostet er jetzt 5 und 6 Mk, Butter ivird mit 1,50 Mk. das Plnnd bezahlt, Eier das Stück 8 Psg Käsematte da? Pfund 20 Pig., Käie das Stück 6 Plg, Tie Gärtner hatten viele Blumen- itöcke Mid Blniiiensträntze gebracht. Um 1 Uhr war der Markt jl> Ende.

X Ruppertenrod, 6. Mai. Ter heutige FrühjahrS- niarkt zeigte eine starke Anstahrr an Jnngschioeinen, Die Nach­träge entiorach nicht dem Angebot. Ter Handel stockte und hatte n«iig Fluß trotz der billigen Preiie. Diele differierten gegen die vorjährigen aus dem Markte um 1020 Mk, lür das Paar. Dieier Abschlag der hohe» Ferkelpreise entspricht dem billigen Preise lstr die fetten Schweine, die mit 41 Pig. sür daS Pinnd Lebendgewicht bezahlt iverden. Derkauit wurde das Paar Ferkel gerinaster Sorte niit 43-50 Mk., mittlerer 5055 Mk,, bester 5580 Mk. Trotz dieser billigen Preise blieben viele Ferkel unverkanit.

Kt!. Wiesbaden. D le hh o i-Ma rkt b eri cht vom 6, Mai. Austrieb: Rinder 7t (Ochsen 15, Bullen 6, Kühe und Färsen 50), Kälber 315, Schale 27, Schweine 458. Preiie iür lOOPid.

Geschäst mittel. Lebend- Schlacht-

Ochse». _fleroicf)t_

Pollsletschlge, aiisqemästete. höchsten Schlacht»

Ivettes im Alter von 47 Jahren ....

Junge, stelschige, nicht ausgemästete und älter«

onSgemästete............4952

Mäßig genährte junge und gut ge-

genährte ältere . * .....

B»! le \u

Doll fleischige, ausgew, höchsten Schlachtw.

Vollstetschige, jüngere..........4042

Färsen. Stil De.

Pollileischige ausgemästete Färsen höchsten

Schlnchtivertes...........48 -52

Poll fleischige ausgemästete Kühe höchsten

Schlachtivertes bis z» 7 Jahren.....

Aeitere ausgemästete Kühe und wenig gut ent­wickelte jüngere Kühe.........4447

Mäßig genährte Kühe und Färsen , . .

Gering genährte Kühe und Färsen. . .

Kälber,

Feinste Mastkälber...........6668

Mittlere Mast- und beste Saugkälber, .

Geringere 'Mast- u»h gute Saugkälbee Geringe Saugkälber..........4651

Schake.

Weidemastschai«'

Mastlämmer und Masthammel .... 44,50 Schweine, vollsteischtge Schivetne von 80100 kg Lebend­gewicht ..............

Pollfleischige Schweins unter 80 KZ Lebendgewicht 44,48 Bollfleischige Schweine von 100120 kr Lebend­gewicht ..............

Voltsteiichige Schweine vo» 120150 kz Lebend-

gcivicht.............. 44-45'/

Fetisch weine über 150 Lebendgewicht Ltmbnrg a. h. Lahn. 6. Mai. F schuIttSvreis vro Malter, Roter Weizen sNaffauischer) 16,60 Ml., weißer Weizen sangebanie Fremdsortcnj 16,10 Mk^ Korn 12,10 D!k^ Gerste lFutier) 0,00 Mk Brangersle 00,00 Mk, Haier 8,500,00, lMk., Erbsen 0,00 w!k. Kartoffel» 50 Kilo 2,400,00 Atk, Butter das Psnnd 1,200,00 Mk,, Eier das Stück 7 Psg,

ob. Ricber-Jngclhcim, 6. Mai, Ob st markt. Svargel I, Sorte 5565 Mk., 2. Sorte 3538 Mk,, Rhabarber 4 6 Mk, Aepiel 18 Mk. der Zentner.

kirchliche Nachrichten.

Jtzraelitische Religionsgcmcinde.

Gottesdienst in der Synagoge lSüd-Anlage).

Samstag, den 9 Bla« >«>«

Vorabend: 7.30 Uhr,

Morgens: 8.30 Uhr, Predt«»

M a ch m t t t a q s: 4.00 Uhr.

Sabbatausgang: 8.5« 'it*

Israelitische Nelia!s«;aeketll»»F».

Sabbat sei«« am 9 M a i 1914:

Freitag abend 7.35 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr. Prebtzl,

Samstag nachmittag 4.00 Uhr.

Sabbat-ÄuSganq 8.50 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 6.00. abends 8.50 llpr.

Mk,

5053

4952

8692

4447

78-84

4346

40-42

7378

65-72

48 -52

84-92

3943

7480

4447

3337

2933

III

6668

6306

5469

48-51

111-11:

105-11C

9098

7886

i45 # 50

9294

45-47

44-46

58-60

57-59

58-60

44-45'/, 417,-43 ! markt.

55-57

52-54

Durch»

Kinder-

mehl

^Kranken­kost.

Hervorragend bewährt« Nahrung.

Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei u. leiden nicht an Verdauungsstörung