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llr. 98 Zweites Blatt

tttäiiul§K 4 j mit Ausnahme des Sonntags.

Die ..Giehener Familienblätter" werden dein »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ..Xreisdlatt für den Kreis Kietzen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Zeit- tragen" erscheinen monatlich zweimal.

m. Jahrgang

General-Anzeiger für Gberhejsen

Dienstag, 2?. April |9^

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jche? Universität^ - Buch- und Steilldruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Ervedition und Druckerei: Schul­straße 7. Ervedition itnb Verlag: öl.

Redaktion:S-sS 112. Tel.-Adr.:AiizelgerGleßen.

Die Aamincrwalilen in Frankreich.

.. Daris. 27. April. Bon den 60 2 Wahlen zur Kammer """ bisher 5 93 Ergebnisse bekannt. Gewählt sind 53 Konservative und iatholiich-Libcralc, 54 gemässigte Rcpubli raner, ..»1 LinkSrevubltkaner, 26 Radikale. 8 rcpubilanisch-üiadi- lole. 86^geeinigte Radikale. 16 sozialistische Republikaner. II ge- cinagte Sozialisten; außerdem sind 2 5 1 Stichwahlen erlorder Iid). Eine Wahl in Pontivp wird bestritten. Ausständii imo ihi noch die Wahlergebnisse aus den Kolonien. Die Konservativennd Katholiken geivsnne» «Mandate, d>c gemäßigte» R.oubtilnner re nnnnen 5. kne LinkSrevublikancr 10 Mandate, die radikale-, Re- vublikaner verlieren 6, die geeinigten Sozialist::! gewinnen >. die lozialiftischen Republikaner verlieren 2 Mandate.

In den Presscerörterungen gelangt vietsach die Ansicht zuin Ausdruck, daß Eie kiinstige Kannnrr sich im allgemeinen von der früheren in ihrer ParteizusamMcnsetzung wenig rinterscheiden werde Dieradiialen Blätter äußern ins­besondere lebhajtc Befriedigung über die Wiederwal,t ihrer hervorragenden Parteiführer, namentlich Eaillaur. Die Brrand nahestehenden Organe wieder finden. das Wahler­gebnis beweise, daß im Lande eine für das Programm des Verbandes der Linken günstige Stimmung herrsche. Tiefe Stimmung iväre in noch deutlicherer Weise zum Ausdruck gekommen, tornn nicht die geeigneten Radikalen es fiir gut befunden hätten, niilten im Wahlkampfe die idauplpuiikte des Programms von Pa» itiic Rückkehr zum Zweijahrdienst nnd Einkommensteuer mit Kontroiic der Dekiaration, im Stiche zu lassen. Bon beit Gegnern der Regierung wird die Wiederwahl von Barthon, Etiennc, MiOerand, Briand und Andrs Lefevrc dahin gedeutet, daß die Bevölkerung von der Rotivendigkeit des TreiiahrgefetzeS -urchdrungen sei. Rach einer von derselben Seite stammenden Zusaanmensteilung haben die Anhänger des Treijahrgesetzes int Seinc-Tevar- kcinent 356 000 Stimmen, die Gegner dieses OKsetzes 266 000 Stimmen und jene Kandidaten, die für eine Abänderung des Dreijahrgcsches sind, 68 000 Stimmen auf sich vereinigt.

Deutiede» NekcL.

TaS Kaiservaar in Korfu. Gestern nachmittag war Tanz der Gasturusten, de», der KVriser und die Kaiserin sowie der König und die Königin der Hellen«» beiwolmten. Heute vor- mittag Hörle der Kaiser die Borträge der drei KabinettSchess und des Gcigndteu von Trcutler. Zur Minagötaskl beim Kaiser loar der Maler Marschall geladen. Rach der Tascl besichtigten die Majestäten die Arbeiten des Künstlers, der ans Veranlassung dcS Kaisers mehrere Wochen auf den Terrassen des Achillewns. in Gasturi, ,n Mvnrevos »nd Paleokastrizza gemalt Hai. Ter Kaiier erwarb einige Bilder. Nachmittags «nachten die Majcstätctl eine Ansiahrt in 'Autonwbilcn.

Eine theologische Fakultät für Frankfurt a M? Eine» bedeutsamen Antrag zum Kultusvoranschlcig hat die konservative Fraktion dcS Mgeordnetenhanscs ge­stellt. Sie beantragt die Staatsrcgierniig zw ersuchen, für die ncuzugründeirdc Uuiversität in Frankfurt a. M. eine evangelisch-theologische Fakultät zu errichten und gegebenenfalls die Kosten hierfür auf den Staatshaushalt zu übernehmen. Benierkenswert ist der Antrag namentlich deshalb, weil die .Konservativen bis­her Gegner einer Universität Franksurt geioesc» sind und namentlich von einem Ttaatszuschusse nichts wissen wollten.

Ein Sachverständigen -Ausschuß zur Besse­rn n g der Z u st ä n d e aus dem 61 c b i c t c d es-J m m o b i - I-iarkredits. TicRordd. Allg. Ztg." schreibt: Zur Unter- suckning der Zustände ans dem Gebiete des Immobiliarkre­dits in den Städten und sonstigen Industriezentren sowie in deren Umgebung und zur Gewinnnng von Vorschlägen für Ab­stellung dervorgetrctcner Mißständc hat der Reichskanzler in Verfolg einer Entschließung des Reichstags einen Tachveritändigen- Ausschuß eingesetzt. Bor diesem Ausschuß, dessen Boriitzender Staatssekretär Tr. Tclbrück ist, sollen Sachverständige in, kontra­diktorischen Bersahrcn vernommen werden. Wie im Ausschuß wer­den auch unter den zu vernehmenden Sachverständigen di: ver­schiedensten Richtungen der Wissenschaft und der PrariS vertreten sein. Den Berhandiungen mied ein Fragebogen zugrunde gelegt werden, der von derRordd. Allg. Ztg." verössentlich! werden wird. Zur Vorbereitung der Berbandlungen iverden Vorträge er­stattet. und zwar von den Vroiessorcn Tr. Blicht und Tr. Eber­stadt alS Vertreter der Wifienfchaft, Jnstizrat Tr. Baumert und Präsident a. D. van der Bergdt als Vertreter des Grund- nnd HausbesitzeS, Tr. Luther als Vertreter der städtischen Verwal­tungen, Tr. Schwartz als Vertreter der Hppothekenbanken »nd Staatssekretär a. T. Ternbnrg als Vertreter der gemeinnützigen Vereinigungen lind der Mieter. Am 28. April wird der Ausschuß zur konstituierenden Sitzung zusammcntreten. Alsdann soll, sobald es nach den Verhältnissen möglich ist, mit der Vernehmung der Sachverständigen begonnen werden.

DerAeltestenratdesReichstagsist auf Mitt- tvoch. 29. d. M., mittags 12j Uhr, cinberuscn worden, um die Gescliästspläne für die nächsten Wochen fcstzulegcn. Tie Regierung wirb dabei Mitteilungen über die Vorlagen machen, die sie bis Pfingsten erledigt wissen toill.

In den E r g ä n z u n g s v o r a n s chl ä g e n , die der Bundesrat kürzlich verabschiedet hat und die dein Reichs­tage überinorgen zugehen werden, werden u. a. gefordert: ein Konsulat für Albanien, ein Konsulat für UcSküb in Neuser bien, Militärattaches für Belgrad, Sofia und

lthen.

Auf die Anfrage des Reichs tag sabg. Betz­ens twirtsch. Bg > wegen eines neuen Mittels gegen Raul- und K l a u e n s e u ch c hat" Staatssekretär Tr. Delbrück geantwortet:Mit dem von Tr. Kirstein-Berlin rripsohlenen HeilmittelTrnanin ' sind vom Kaiserlichen Ge undhcitSamt in der Zeit vom 6. bis 15. März d. I. aus incm Rittergut in Ostpreußen Versuche angcstcllt worden. Sei diesen konnte eine svezifische Schutz- oder Heilwirkung gegenüber der Maul- und Klauenseuche nicht scstgcstclit Derben.

preußischen Abgeordnetenhaus wurde am «estrigen Montag der Kultnsvoranschlag beraten. Die tzeivrcchiing setzte gleich sehr lebhast ein, dank den Klagen deS Zcn- rumsabgcordneten Dr. T i t t r i ch-Braunsbcrg. die ankiiüpiten ,n einen Antrag Porsch OBtv. -v. Scydcbran d -Kon« i, ««,i Aushebung der Beschränkungen in der Ausübung per Kran­en vilege durch Mitglieder katholischer Orden, und den ««eiteren Antrag Porsch (Zentr), den nicht. «mt Korporat,ans- "eckten versehenen kaibeiisckcn pitSntederlasi ungen die Erlawznng >cr Rechtsfähigkeit zu erniöglichen. Herr Dntrrch tordcrtc eine reie Kirche im freien Staate", die Aushebung des ganze» ^eim enaciepes den Fortfall der Beschränkungen der Ordcnsiat-.g >i- usw Den beweglichen Klagen des tretbekümmerten Zentrums-

manncS stellte der KuitnSministcr von Trott zu Solz zunächst ecmgc nüchterne Zahlen gegenüber, in: belvtcien, da- :S in Preußen sörm.ick «iminelk von OrdensnieLerlaisungen «,«-.r- OrdcilsnritgÜedern. Ter Minister legte dar. da« die katholisch und die evangelische Kirche z:ocr ganz verschiedene Organisatio «icn seien, verschieden vor allein in ihrem Verhältnis zum Staate und daß sich auch die katholischen Orden Nickst so ohne «vciicres. wie das Zentrum es will, mit ireien Bereinimmgen gleich stellen lassen. Der Minister weist ferner daraut hin, daß auch katholische Staaten, wie Oesterreich-Ungarn. Spanien, Hävern, d'l Kirche a-'genüber e«n HoheitScccht in Aitipcuch nehmen: er betont dabei mit erfreulicher Bestimmtkell, daß eS «ick lner um eine grnnd iätzliche Frage handele, von der nichts abgebröckelt werden dur'r und bittet, den Antrag Porsch abzulchnen. Der nationalliberale Abgeordnete Tr. v E am pe wehrte ebensallS ab. Er widmet wei tcr ae-ch rin treffendes Wort der Fälschung de; bekannten Kai ierbriescS und der Agitation, die mit ihm getrieben wurde. Herr E i ck h o i i (Bolksv.j iordcri eine Reform des geianuen Sch-.il- wciens, ein reines UntecrichiSnnnifterium. Aushebung deS Jesui- tcngesetzcS nnd. gleichwie Tr. v. Campe, Festlegung des OstrriesleS. Ter Abg. Viereck Frei'- wünsch! Vertiefung der Religion, Kamps gegen den Unglauben der Szialdetnokralic und das Ko­mitee KoiiieinonsloS, und Festhalten an dein Kiiltuikamoi Kom- promiß. Tie Anträge des Zentrums beantragt er einem Ausschuß zu überweist». Ter konservative Abgeordnete Freihr. o. schenk zu Sch-ocinSbcrg verbreitete sich ebenfalls über den Reli-ponS- unterrickt uns erklärte in seiner Eigenschaft als treuer Freund des Zentrums, dessen Anträge imwesentlichen sür berechtigt". Dem Abg. S t v e zy n S !,'(Pole! sind in Posen nnd^Westorcu- ßcn zu «venig Orden. D:n Schluß machte der Abg Strobel >Soz. mi: längeren Betrachtung:» über den Religionsunterricht, die Trennung der Kirche vom Staat u'w.

Austanv.

England und die Bündnisvolitik. Im englischen Unterhaus iragte Keir Hardic, ob das Kabinett im Hinblick aus die günstigen Ergebnisse des KönigSbesucheS in Paris die Ratsamkeit erwogen habe oder letzt erwäge, dem König anzu- empsehlen. den gleichen Besuch in Berlin zu machen zu dem Zweck, das wachs ende ölesühl der Freundschaft zwischen dem britischen und dem deutschen Volke zu ver­stärken. ParlamentSunterselrclär Acland erwiderlc: Ich möchte Öardie daran erinnerit, daß der König im letzten Jahre Berlin einen Besuch abgcstattet hat, und ich höre, daß es dem König un­möglich sein wird,*in diesem Jahre weitere StaatSbcsuätz: im Auslände zu machen.

TaS Besinden deS Königs von Schweden. Tcr Bericht über das Beiinden des Königs vom Montag abend besagt: Tie Besserung im Befinden des Königs schreitet normal fort. Ter König bringt den größten Teil des TagcS im Bette zu, kann sich aber täglich kurze Zeit im Freien aujlzaltcn.

Java» hat, wie amtlich aS Tokio gemeldet wird, beschlos­sen, sich an der Panama-Ausstellung zu beteiligen.

Bestech u n gen in Japan. TicTimes" meldet auS Tokio Pont 26. d. Mts.: In dem Bcstcchungsvrozcß sind drei Tirksttoren der Mitsui Lusan« Käisha, die Agenten der Firma Bichaers in Japan, angeklagt, den Vizeadmiral a. D. Matsumoto und Vizeadmiral Matsuo mit 40 000 Pfund bestochen zu haben und zusammen mit Matsuo Fälschungen und Betrug verübt zu haben, um die Spur zu verdecken. Es handelt jülz um den Bau des Schl acht -j kreuzersKongo", wobei der Ausschuß der Mitsut Lusam Kaisha einen Betrug von 115 0./> Pfund verübt haben soll. Tie Anklage gegen Hermann, den GeschäfiS- sührer der Iiemens-Schuckert werke in Tokio lautet aus direkte Bestechung in Höh- von NM Pfund, im Zusammenhang mit einem funkentelegraphischen Kontrakt, den die Firma erhalten hatte, und ans Vernichtung von notorisch gestohlenen Dokumenten des deut­schen Konsulats in Yokohama. Poolch, der frühere Vertreter des ReuterbureauS in Tokio, und Blun- d e l l, der Vertreter von Reuter in Bokohaina, sind angc- tiagt, sür 75 Pfund Tokuniente erworben zu habe», die aus deni Bureau der Firma SiemcnS-Schuckert von deren An­gestellten Richter gestohl-n waren, und unter Troiping der Berösfentlichnng ein ErpressungSgeld von 25 000Pftmd von der Firma Sicmens-Schuckcrt gefordert zu haben.

rc«rcl)e nnd Schu?r.

Einige neuc Zählen über die Arbnt dir coangklijchen Kirche auf sozialem Gebiete.

Ein Blick in die neueste Statistik zeigt eine starke Zunahme der Tätigkeit der cvangcliiäzcn Kirä-e aus sozialen! Gebiete. Vier Arbeitsgebiete treten hier insbesondere in den Vordergrund und zwar zwei im Inlande und zwei int Auslande. In der KaiserS- ivcrther Gencralkonserenz jind jetzt 83 rcichsdeutiche Tiakonissen- Mutterhäuscr zusanimcilgeschlosien, die rund 21 000 Diakonissen beschäftigen, während daneben 18 Tiakonenhänser mit rund .3500 Tiakoncn gezählt werden, vicrher sind »och die vom evangelischen Tiakonicvercin in Berlin-Zehlendors anSgebildeten 1600 Schwe­ster«'. z» rechnen. Ein Bild von den. Umfange der Arbeit dieses Armeekorps von 26 000 Arbeitskräslen aus dem Gebiete der Liebes- längkcit gewährt ein Blick in ein besonders bckanmeS stlrbeits ietd: es werden täglich von 3123 Tiakonisfen in nicht weniger alS 2594 Klcinkinocrichulen 2tX)000 Kinder gesammelt und erzogen. Hicrzü kommen 1345 Kinderhorte mit 84 241 Kindern, ungerechnet die zahllose» KinderrettiingSvercine usw. Tic Werte, die diese gesamte Arbeit in ihren inonnigiacben Zweige» sür das Volks­leben schasst, dürsten zahlenmäßig überhaupt nicht ersaßt werden können. Mit Rücksicht aus die gegenwärtige Bedeutung der Jugendpiiege, die von der evangelischen Kirche^ bereits feit 70 Jahren in organiüerler Form getrieben wird, ist es ooii^Jntcr- effe, welchen ungeheuren Aufschwung die christlich-nationale Jugend­arbeit, die in der Rationalvereiirignng der evangelischen Jünglings bündniiic zulanunengeschlolien ist, neuerdings -ienomme» hat. ES gehören ihr zurzeit 2419 Vereine an, welche die hohe Mitglieder- zahl von 142 826 erreicht haben. Tie Art der Arbeit, die eine innere und äußere Ertüchrigung der Iungmannschast unseres Vol­kes erstrebt, und die Tatsache, daß allein 22.3 besoldete BcrnsS- arbciter tätig sind, geben eine Bürgschaft dastlr, daß hierdurch eine wichtige Arbeit im Interesse unserer Heranwachsenden Jugend geleistet wird. In starkem Anwachsen bcgrissen ist ferner die in nationaler Beziehung so bedeutungsvolle Arbeit cm den im Ausland weilenden denlsckzcn Seeleuten Deutsche SeemannS-Mis fielt, die zurzeit in 214 Welthäsen arbeitct und durch 153 Be russarbeiter nicht nur einen persönlichen Verkehr mit den fee fahrenden Landsleuten pflegt, sondern ihnen in 84 deinrcn und Lesezimmern usiv. ein deutsches beim im Auslands gewährt, ibnen Gelegenheit bietet zum Brieischreibcn uild auch sonst die Ber bindung mit der Heimat ausrecht erhält. Tic ScemannS-Mifsion bilit den Seeleuten, ihre Heuerersparnisse anzulcgen. Tiese Summe ist im letzten Jahre um 450 000 Mark aus l: Millionen Mark gestiegen, wovon. 70000t! Mark sofort in die Heimat geschickt wurden: angesichts der zahllosen Gesahrcn, denen die Seeleute

n den Häsen von -eiten gewissenloser und bcruismäßlgel Schwmd- .er ausgcsctzk ünd, ein in wirlichajilichcr Beziehung außerordent- .ich wichtige. Tiefst, wodurch viel Eleich von dcii Familien und Angehörigen de,-Seeleute abgcivende! wird Daneben wurden >m letzten Jahre 11 000 Kckankcnbeinche au- den Schissen gemacht.

Das 2. große ausländische Arbeitsgebiet ist die evangeliick>c Mission, die jetzt »an 26 deutschen MiisionSanstalten getrieben «vird Abgesehen von der religiösen Seile ihrer Dängteit, di« felbstoerftändlicki den Kern der Arbeit bildet. :otrd ininrer mehr anerkannt, welchen großen Tienst sie in rem lulturcllcr »nd so­zialer Hinsicht feiste:, nicht Mir durch Unterricht und Erziehung es wurden m 367.3 Missionsschulen und 60 Seminaren im a-abr: 1311 197 490 Kinder unterrichtet, sondern ebensosehr

aurck, Veredelung der Titten der Raturvölkcr. durch Unterweisung der Eingeborenen lii Handwerken und Fertigkeiten, durch Erfor­schung ihrer Svrackie. durch Hilse an den Kranken und vieles andere mehr Eine Fülle von Opierireudigkeit und Entbehrungen ichließr diese Pionierarbeit der Mtsswnarc ein.

Päpstliche Ernennungen. TcrOsscrvatorc Ro- ivano" kündigt an, der ^Papst hält anr 35. Mai ein gehcrmeL E Konsistorium. Im öiientlrchcn Konsistorium am 28. Mai wer­den t n Kardinölen ernannt : Ter Erzbischos von Toledo, Asskssor der ilongrcgalion des heüigcn OsficiumS Serasini. der Er-bnchoi von Bologna Tclla Ebicia, der Erzblschos von Str>- genia Csernoch. Zu Erzbischöicn werden ernannt: Von Lyon: Scoin. von München: Bctiingcr, von Köln: Hartmann, von Wie,!.' Pisst, Sekretär der Kongregation der Iteiligen Sakra­mente, Pliuftini, Tckan der Liga der Sacra Romans, Ziota. Assessor der Konsistonal Konyiegatio». Tecchi, Präsekt der eng­lischen Benediktiner Kongregation in OlcsgucS.

Von« d e u t s ch - e o a n g e l i s ch c n M i s s i o n s w c s t n. Tas Jahrbuch der Sächsischen MissionSkonscreuz für 1914. wel­ches kürzlich erschienen ist. bringt eine sorgfältige statisiiichc llcberitcht über die deutsüzen evangelischen Missumsgeiellschasten bis Ende 1912. Es kommen 26 Geiellschnslen l» Betracht Mit 71 I Haupt und 3737 Rebenstationen, 1564 europäischen und 8062 eingeborenen Misiionsarbeitern. Im Jahre 1912 wurden 33 558 Heiden getauft. In 3975 Schulen besinden sich 217 892 Schüler. Tie ElesamtauSgaben ioerdc» mit 12815037 Mark an­gegeben. Tie Mission der Biüdergcincindc ist die ältefte: sic be­steht seit 1732 Tic jüngste unter den Missionsgclellschasten ist die der deutschen Adventisten. welche seit 1903 besteht.

Der Zahrerbericdt des Gewerbeinspettors.

IV.

II. Schutz der Arbeiter vor Gesa h-reit. (Betriebs- n n fälle nndgesnndheitssch übliche Elnslüsse).

Tic Zahl der gemeldeten Unfälle in geivcrblichen Anlagen ist etioas geringer als inr Borsabr gewesen. Tie Ursache lag hanptsöch- lich in der verinindcrtcn GeschästStätigkeit in einzelnen Industrie­zweigen und der geringeren Zahl der beschäftigten Arbeiter. Alle ivichligcrcn Unfälle wurden Nne immer so zeitig toie möglich aus Upe jlrsackteu untersucht. Leider erwiesen sich aber bei diesen Unlersuchungcii die Aussagen der Beteiligten und Zeugen, selbst wenn ausdrücklich betont wurde, das Verhör stünde in gar keinem Zusammenhang mit der Unfallentschädigung, in der Mehrzahl d>-r Fälle als über die Maßen widerspruchsooll und wahrbeitswidrig.

Tie Zahl der schweren Unfälle war im Berichtssahr einc großc. I» einem Steinbruch verlor der Sprengmeister infolge vorzeitiger Entladung des Schusses beide Augen: in einem an deren Bruche ivurdc aus gleiche Weise der Svrcngnieistrr schwer an Armrn und Beinen verwundet. I» beiden Fällen .ließ sich die Ursache des Unglücks nicht ermitteln. Dazu kommen 15 Todes­fälle,, in gewerblichen Betrieben, bei denen ab,-r nur in einem Fall die Schuld eines Dritten erwiesen werden konnte.

Aus einer Backsteiniabrik begrub eine Lehmwand den Meister, der trotz Warnungen wiederholt die Wand nnterstochen hatte, um nit weniger Kosten das Material zu gewinnen.

In einem Kalkstcinbruch lourde ein allein arbeitender Mann verschüttet ausgesunden.

In einem Tandsteinbruch wurde der Meister beim Steinbeeren an einer nicht vorschriftsmäßig abgebautcn Wand von hcrab- sallendcn Stcinblöcken zermalmt.

In den Einichnitkon zweier Stcinbrüche, die von Rollwagen aus Schicncngeleis durchsahrc» wurde», hatte man entgegen der Vorschrist die Teilenwände nicht gehörig abgeböscht und den Ein­schnitt nicht so breit angelegt, daß beim Foribeivegcn von Wagen mindestens aus einer Seite Platz zum gcsahrlosen Vorbeigehen vorhanden war. In dem einen Bruch wurde ein Arbeiter von einem ans der Seitenwand stürzenden Stein, in dem anderen ein Arbeiter dadurch, daß ihn ein Äivvwagcn gegen die Wand drückte, schwer verletzt. Durch solche Kivvwagen lamen im lausenden Jahre in einem Sägewerk ein Arbeiter und beim Bau einer Eisen- babu zwei Arbeiter z» Tode. In dem Sägewerk lies das Schiencn- gleis dickt vor der Tür des Kesselhauses her. Als ein mit Bau­holz beladener Rollwagen oorbeitubr, trat ein Arbeiter ans dieser Türe und wurde von dem Wagen tödlich getrosten. In dem andern Fall vermochten die hlrbeitcr einen beladenen Rollwagen ans einer schiesen Ebene nicht mehr zu halte». Tcr Wagen rollte zurück, stürzte um und drückte den aui ihm stehenden Arbeiter tot. In den, dritten Falle stieß ein Rollwagen, der von selbst in Bewegung geraten war, einen dicht am Gleis stehenden Arbeiter derariig wider die Brust, daß er an der Verletzung starb Beim Eiiisahren eines RangicrzugeS in ein Baugleis, an dem Arbeiter mit dem Ausladen von Erde beschäftigt waren, kam ein Arbeiter unter den Zug und wurde tödlich verletzt. Beim Arbeiten an dem Stromnetz der neuen Ueberlandzentralc Wöllersheim lamen zwei Monteure mit der Starkstromleitung in Berührung. Beide sielen tot nieder In einer Fabrik setzte ein Arbeiter den anSgeschaltetcn Kollcraang, den er bediente, in Bewegung. Er -vußtc nicht pgß der neue Meister die Maschine abgestellt hatte und oben aus dem Zahnradkranz stand, um etwasa-hzusehen. Ter Meister wurd- von den Rädern ersaßl und zermalm,. In der Zuckertabrik des AuiiichtsbczirkeS stürzte ein Arbeiter in einen 25 Meter tiefen Fahrstuhlichackt. Er hatte den Fahrstuhl zu bedienen und um leichter arbciten zu können, die selbsttätig schließende Schacksttürc eigenmächtig scstgebunden, so daß sie nicht funktionieren konnte Beim Ban eines FabrikschornstcincS siel ein Arbeiter tot ab Beim Schmieren der Lager einer Gattersäge steckte ein 17jähriqcr Arbeiter Kops und ?lrm durch die Speichen des einen Schwung­rades. Ter an diesem angebrachte stelzen der Säge ivar bei der Abstellung zusällig am höchsten Punkte der Maschine zur Ruhe gekommen. Jniolge dcS Körperdruckes aut die untere Spcickic drehte sich das Rad und drückte den Kopt des jungen Mann»'- wider den Fundamentrahmcn. Der Tod trat joiort ein.

Bei dem Brande zweier alter Sägewerke ivährend der Nacht­zeit war das Leben der in unmittelbarer Nähe derselben wohnenden Meister und Arbeiter sehr gcsährdet gewesen. Es wurde deshalb beim Wiederaufbau der Werke die Bedingung gestellt daß die neuen Mcistcrwohnungcn in einer anqemcssrnrn Emsernung vom Werk zu stehen kamen.

In einem Steinbruch war dem Vorarbeiter in Abwesenbeit des Bruchmeisters die Aussicht übertragen «vorde» Er arbeitete während dieser Zeit bei der geringen Anzahl Leute selbst Mit Tagegen war nun solange Nichts cinzuwendcn, als er von seiner Arbeitsstelle aus die Mitarbeiter beaufsichtigen konnte. Da er