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Deutscher Ücich.

IfniffT und S'nnjTtv i 11 Korfu. Aus Korfu ivird gemelkut Am Rachnrittaq des zweiten grieckiischen Ostcrseiertaqes fanden in dem Dorfe Gasttiri dir bekannlen ländlichen Tänzebei großem Zulauf der Bevölkerung aus Stadt und Land unter den Klängen der Musik der Dorskapellc und der Kapelle derHohenzollern" stritt. Dem Sclfaujpiek wohnten bei das Klnserpaar, die Königin^ der Hellenen, der Reichskanzler ». Bethmanu Dollweg. Frhr. v. Wangcnheim. Prof. Quadt und die deutschen Marine ossiziere. Tic Majestäten wurden mit den Klängen der deut scheu und der gricchisclien Nationalhymne empfangen. Tic lretischen Gendarmen, tnrlche in deni Achilleion den Wacht dienst versehen, führten heimatliche Tänze vor.

Staatssekretär Kühn unternahm am Sonntag in Stuttgart in Begleitung de? Finanzministers Tr. Pistorius und des StaotSratcs v. Schneider einen Gang durch dielliugedung derStadt und verbrachte mit den beiden Herren den Abend im Hotel Marquardt. Am Montag mittag lvurde Staatssekretär Kühn vom König in Audienz empfan­gen und durch die Verlcihnizg des Großkrcuzcs des Fricd- richsordeno ausgezeichnet. An der Frühstückstafel bei dem Königspaare, zu der der Staatssekretär zugezogen wurde, nahm auch Ministerpräsident Dr. v. Weizsäcker teil. Am Dienstag wird der Staatssekretär in Karlsruhe Eintreffen.

De r frühere r tt c m b e r g i f ch c Justiz- minister und M i n i st c r p r ä s i d e n t D r. Wilhelm v. B r e i t ti n g ist am Montag früh im Alter von 79 Jahren gestorben. Der Verstorbene war Justizminister von 189« bis 190« und stand dem Staatsministerium als Präsident oon 190t bis 190« vor.

A«»lanv.

Das Befinden des .Königs von Schweden. Der Montag vormittag ausgegebcnc Krankheitsbericht be­sagt: Der .König verbrächte am Sonntag einige Stunden im Lehnstuhl und schlief nachts gut.

Arbeiterbewegung.

Berlin, 20. April. Die Zahl der ausständigen Drosch kenchausscure beläuft sich jetzt auf 1400. Ter Vorstand des Trojchkenbcsitzervereins Groß-Berlins hat gestern abend beschlossen, den Streik der Chauffeure mit einer allgemeinen Aussperrung zu beantworten, wenn bis zum 25. April nicht sämtliche Streikenden die Arbeit wieder ausgenommen haben. -

Rom, 20 April. Bon dem. Tabakarbeitcraus st a n d bleiben die staatlichen Tahaksabrikcn in Cagliari, Bari und Derana unberührt. In Modena. Bologna und Neapel dauert die Arbeit in ziemlich erheblichem Umfange fort. Die Freiheit der Arbeit ist überall gesichert. In Mai­land, Turin, Sestri und Ponente hat sich ein Teil der Arbeiter zur Arbeit gemeldet.

An» Stadt und Land.

Gießen, 21. April 1914.

Feuer in Gießen.

Am Montag abend um Vtz9 Uhr ertönt« die Sturme glocke, als die städtische Feuerwehr gerade zn einer Hanpt- »ersammlnng beisammen war. Im Sturmschritt ging eS ach dem Turmhaus am Brand, wo die Geräte klar gemacht und von dort mit und ohne Besvanniing zur Brandstelle i n hie Nahe der Heyligen st acdt scheu Fabrik ge­bracht wurden Auch die Gaiische Wehr fuhr 5 Minuten nach Beginn des Alarms zum Brande. Eine große Menschen­menge hastete aus allen Teilen der Stadt der Brandstelle zu. die das Gerücht als tn der Heyligcnsbaedtschen Fabrik be­zeichnet«

Bon der Höhe der ehemaligen Aktienbrauerei lohte eine mächtige Feuergarbe zum Himmel und Tausende von sprü heuden Funken belebten den dunkeln Nachthimniel. Es brannte eine dem Stadtverordneten H. Win» gehörige Scheuer.

die an der Verlängerung des oberen Riegclpfads zwischen Liebigsiraße und Leihgestcrner Weg von ollen Seiten voll­ständig frei dasteht. Sie war an vcyligcnstaedt ver- inietet und diente zur Aufbewahrung von landwirt- schaftl. Maschinen unb Erntcvorräten In dem Fachwerkgebäude stand al!es in Hellen Flammen. Die Tach- bedeekung war vollständig zertrümmert Tausend« von kkcinen Flämmchen flackerten, durch den Wind bewegt, au dem Gebälk des Tachstuhls aus und ab. Eine ivuiüiervvNc Tilbouette bildete die Giebelwand, welche nach der Liebig- straße zu steht.

Tic Feuerwehren hatten zwei Schlauchlinieu in Betrieb, doch war dainit nur wenig g tan, denn das Wasser ver- Puffte ohne Löscbersolg. Die Wirtuug des Wassers prallt ab gegen den atemberaubenden Brodem, den das Feuer aus eine Entfernung von 20W Metern in der Umg-buzrg des Brandherdes ausströmte. Man hätte untätig das Element wüten lassen können, da das brennende Fachwerkgebäude Nicht zu retten war und eine Nachbarsckiast, die in Gesahr geraten konnte, nicht vorhanden war.

Bon den landwirtschaftlichen Geräten ist eine fahrbare Pumpe, eine Egge, mehrere Pflüge und einige sonstige Klei- nigkeitcii ge r eitel. Eine Säemaschine, sowie mehrere Psuhlsässer standen mitten auf der Tenne, auf welche die brennenden Holzteilc der Zwischendecke und des Dachstuhls niederrasselten.

Aach drciviertelstündioer Dauer de? Brandes konnte das SignalFeuer aus" gegeben werden. Die beiden Wehren rückten 9 Uhr 15 Min. unter Zurücklassung einer Brandwache ab und die Menschenmasscn verließen im Dunkeln das Feld.

Von dem Bauwerk stehen nur »ocb die aus Lehinfachwerk hergestelltcn vier Wände, Ivelcku:. durch das Ablöschen durch- weickit, kau», den Ausbau lohnen werden, der aber >iuch iedenfalls ivcder gestattet werden wird, noch beabsickitigt ist, da an der Stelle, wo die Sckieucr stand, eine Straße ge­plant ist. An der Brandstelle waren auch Oberbürgermeister Keller und Regierungsrat Gebhardt zugegen.

Brandstiftung?

Unmittelbar, bevor der Brand von Vorübergehenden lnahrgcnommen wurde, soll ein Mann aus den, Ge bände h e r a u s g e l o m m e n und nach HenligeiistaedtS Fabrik zugeeilt fein. Dieser Mann innß zweifellos das Feuer an gesteckt habe». Tic Kriminalpolizei sahndetc noch am Montag abend nackt dem Täter und machte den Ver- such, näheres über dessen Person zu ermitteln. Man Höne auf der Brandstelle die Vermutung aussprechen, daß der iüiigste Sckicucrnbrand in unmittelbarer Nähe der Poppe scheu Fabrik jedenfalls von dem gleichen Täter veranlaßt worden sei.

Der Schade», den die Fabrik von Hcylige»st>iedt hat, soll glicht sehr erheblich sein, da die Maschinen,

die verb-nrnnt sind, versichert töaren Auch der Ge­bäude schaden, den ine LandeS-Brandkasse zu tragen bat, kann nicht von Bedeutung sein, da die Scheuer ja über ttirz oder lang doch hätte abgerissen ioerden müssen. Aller­dings brachte der Bau b isher jährlich 120 bis 140 Mark Pacht ein

Stadtverordneter Winn, der Besitzer, ivar der erste, der dem Branddirektor Branbach telephonisch von dem Ausbruch des Brandes Mitteilung machte. Er hatte zufällig von seiner Wohnung aus den Feuerschein ivahrgenonimen, ohne zu ahnen, daß es seine eigene 'Scheuer war, die in Hellen Flammen stand. Die nicdergebranntc Scheuer war vor nicht ganz 25 Jahren erbaut.

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" La >ide S » n iv e rs it äi. Forstassessor Dr. phil. Gustav Baader, der sich für Forstwissenschaft an der LandeS- »niversität z>, habilitieren wünscht, ivird an, Mittwoch, 22. April, 12 Uhr pünktlich, in der kleinen Aula seine Probe­vorlesung halten über:Neuere Ersahrnngen ans dem Gebiete der Erforschung imd Bekämpfung der Nonne (Lvmantria monacha).

J: Ernennungen Der Oberlehrer an den. Neuen Gymnasium zu Mainz Professor Tr. Friedrich Meyer wurde zum Oberlehrer an dem Realgtnnnasium zu Mainz mit Wirkung vom 20. April 1914 an ernannt. - Der Ober­lehrer an der Realschule zu Butzbach Professor Friedrich Glaser wurde zum Oberlehrer au dem Realgymnasium zu Darmstadt mit Wirkung vom 20. April 1914 an ernannt.

** Aus dem Eisenbahndienste. Der Rcgierungs- baumeisler in der Hessisch-Preußischen Eisenbohngemcinschast Eduard Wolsskehl zu Darmstadt wurde aus sein Nach­suchen vom 1. April d. I. an aus dem Staatsdienste ent­lassen.

** Für bie Stadtveror dneten-Versa mm- luiig am Donnerstag. 23. April, nachmittags 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung ausgestellt worden: l. Mit­teilungen. 2. Gesuch der Trinkerfürsorgestelle um Gewährung eines Beitrags. 3. Gesuch des VereinsHundesport" wegen Stiftung eines Ehrenpreises. 4. Stiftung eines Ehrenpreises der Stadt für die Gewerbe-Ausstellung. 5. Gesuch der Ltcht- bühne-Gesellschast um Ermäßigung der Billettsteuer. 6. Straßenbahn Gi e ß e n-'Wie s e ck. 7. Gesuch des Vereins für Luftfahrt um Ermäßigung des Preises für Ballongas sowie um Ueberlassung eines Raumes für Unter­bringung eines Ballons. 8. Bewilligung eines Nachtrags- kredits für die Herstellung von HauSanschlüssen durch das Elektrizitätswerk. 9. Verkauf von Gelände an die Militär- verwaltung. 10. Ueberlassung von Gelände an das Landwirt­schaftliche Institut in Erbpacht. II. Bauarbeiten >m städti- sci>en Anwesen Marburger Straße ««. 12. Teilung der Klassen Via und Vlla der höheren Mädchenschule; hier: Kredit für eine neue Lehrkraft. 13. Voranschlag des Realgymnasiums und der Oberrealschule für 1913: hier: Krediterweitcrung für Heizung, Beleuchtung und Reinigung. 14. Baugcsuch des E. H. Müller für die Goethestraße. 15. Baugesuch des Dr. Spohr für Neuenbäue 25. 1«. Baugesuch des Karl Textor für die Licbigshöhe. 17. Baugesuch des Ferdinand Krämer für die Marktstraße. 18. Baugesuch des W. Horn für Kreuz­platz 15. 19. Baugesuch Sack & Jughardt für Süd-Anlage 20. 20. Entsendung von Schutzleuten zur hessischen Schntzmanns- schule. 21. Ausstellung des Verzeichnisses der den Militär­anwärtern vor behalte neu Stellen bei der Stadt Gießen (das Verzeichnis liegt am Sitzungislag van 812 und von 2-4 Uhr zur Einsicht im Saale offen). 22. Gesuch des Albert Trinthammer um Erlaubnis zum Schankwrrtschaftsbetried im Hause Burggraben 9. 23. DeSgl. des Friedrich Meß für Alicestraße 20. 24. Desgl. des Otto Wenzel für Brand­gasse 4. 25. DeSgl. der Johann Kirzingcr Ehefrau sür Seltersweg 70. 26. Desgl. des Samuel Rothschild für die Wirlschastshall« aus dem Biehmarktplatz.

" Hessens Gewerbe schiillehrer haben sich z» einem Verbände vereinigt und in derAleniania" z» Franksiirt a. M. ihre erste Versammlung abgchallen.

" SchntzmannSschule für das Großhcrzogtui» Hessen. Der FrühjahcSlchrgang an der gemeinsamen Schiitz- iiiannsschulc sür das Großherzogtimi Hessen hat im Darmstädtcr Polizeigebäudc seinen Anfang genommen. ES beteiligen sich diesmal 12 Schutzleute, je 3 Schutzleute a»S Mainz und Offenbach, 2 Schutzleute aus Därmstadt und je einer ans Worms, Gießen und BenShcim, sowie ein Polizeikommissär- Anwärie» ans WormS.

* Genehmigte WohnhauSbanten. Jni ersten Vierteljahr 1914 wurde unter 6 genehmigten Bangesiichen die Genehmig,mg für 4 Wohnhäuser erteilt. Im gleichen Zeiträume des Vorjahres ivurden 12 Baiigcsnche, unter diesen 8 Wohnhäuser, vom Hochbanamt genehmigt. Der Vergleich zeigt, wie sehr die Bantäligleit in unserer Stadt abnimmt.

** Schlägerei. Eine blutige Schlägerei spielte sich am Sonntag zwischen ausländischen Arbeitern an der Um­gehungsbahn ab.

usinntHnt e-a, windelanzcigen. Tos Kre 0vä uns, niitzutcilen: Seit einigen Jahren erscheinen zahlreichen dcutichen Zeitungen von London ausgehende Anzeig deren schwindelhafte Grundlage eigentlich von vornherein ein Zweifel'Nicht begegnen soNte. Trotzdem fallen ihnen iminer wie! unenahrcnc Personen zum Opfer. Es sei deshalb in folgend aut eimgc^^dlescr Anzeigen besonders hingenäesen:Präses Roxroy lcca Kensmgton High Street London W.", erbietet i gegen Einsendung eines Geldbetrags den Charakter zn deuten v eine Lebciisvorausläge zu stellen. Ein angeblicher Elnier 2. Ki weis lowie ei»National Institute ob Sciences", Dev. 3010 Wettminstcr Bridge-Road Rr. 258, London S. E. behaupt. !'Gchcimnis mpsteriöscr Macht iei endlich enihüllt: eine e ,n;Wbt zur Kontrolle der Gedanken und Gewolmhcitcn eil anderen", sowie zur Beeinflussung eines, auch Tausende von M len ent,ernten Mensckien könne durch das Werk desProfesse Knowlcs' erlernt Ioerden. Das Werk werde durch das Jnsti mit Lilie eines hierzu gegründeten Fonds von 100 000 Mk. kos« los verteilt, !^n Wirklichkeit werden von dem Besteller sür t Buü, ncbu einemradio-bilvnotlstschen Kristall" 120 Mk r> wngt.i EinHngh Mc. Kean", Dep. 150« A. Rr 41, Totl Ätceet, Lo^on SW., endlich erzählt, er habe innerhalb von Hainen ,antt einer Idee und 40 Mk. als Ansangskapital" 100 6 wiark ver dient Sein BuchGewinnbrrnglmde Gelegenheiten pouvidergktchcht". lehre, wie manauf ehrliche, aufrichtige II gewissenhaite Weise" Geld erwerben könne. Das Buch sende er, m c?« unentgeltlich zu: sür Portogebühren könne indessen i am K fr . r" d,g. IN Briet,naiken der Bestellung beiiügen -ro , £ warmen sind Unternehmungen eines Amerikaners Eln ^ l.iaiher. der, loie nmn sieht, in der Wahl von Decknamen n, unenmderiich ist. tkr ha, auch noch andere Firnn-nln-zeutinunc «n »"r3 r ! llw,!l ' ioThe Universal Mail Order Institut »efamnitct Bridge Road. London S. E Man soNle \ ?Is vernünftiger Menich aul Anzeigen des beichrieber oder eines ähnlicheii Inhalts, wie sich auch der Anpreiser nennen mag, nicht cintaiien. Die ersehnten Glücksgüter sind du die Lille des aincrikanischen sttkenschenfreundes sicherlich flicht erlangen.

* r Kleine Milieilungen In Wiesbaden neu übten zwei junge Mädchen Selbstmord. Eine sungc Verkäuferin, die kurz vor der Entbindung stand, entleibte sich. Während des Todeslamvics genas sic eüics Kindes, das ,rdoch nnimtlelbar nach der Geburt starb. Auf dem Grabe des Großvaters erschoß sich ein 20,äkriges Mädchen, die Tochter einer angescheuen Familie. Was die Bedauernswerte in den Tod gctncben lwt, konnte nnt Sicherheit noch nicht festgrstellt werden. In den Ovelwerkcn zu R nsselshcim erlitt ein lüjähriger Lehrling bei dem Stur« von einer Treppe außer inneren Verleyungen einen schzvrren Schädetbrnch. Dem Gendarm zu Neustadl im Kreise Kirch- bain gelang es, zwei aus der Anstalt Rengshausen entlaufene Zwanqszöglingc dingfest zu machen und dem Anitsgerichis- geiängnis zuzusühren. Bei dem Ilmdecken seines Daches fand der Landwirt Heinr. Balßcr X. zu Rödgen eine noch gut erhaltene Geige, die die Jahreszahl 1813 trägt.In M arburg machte eine von auswärts zugereiste junge Dame ihrem Leben durch Gift ein Ende Die Lcbrnsniüde war nervenkrank In Eisern im Siegerlandc ertrank das dreijährige Söhnchcn der Familie Horchler in einer Jauctiegrubc In der Nähe der Eisenbahn­station K r i s t e l sand inan am Montag früh die Leiche eines etwa 30jährigk>i Mannes, der ein Zug den Kops vom Rumpf getrennt halte Jcdcnsatls liegt Selbstmord vor. Finanzielle Schwierig­keiten beim Ankauf eines .haiiics trieben gestern den Ärbeitei' Finger in Kriftel in den Tod. Eine iimge Witwe mit zwei Kindern trauett um den Ernährer. Am ^amstag abend ließ sich auf dem Bahnhof Mainz-Kastel der .Kaufmann Fritz Hirsch­horn von einem Züge überfahren. Er wurde aus der Steklc getötet.

Landkreis Gießen.

L ich, 20. 'April. In h-r prachtvoll gesännückten Ma­ri e n st i s t s ki r ch c sand gestern die Koniliination statt. Es nah­men 80 Konfirmanden zum erstenmal an der Feier des heilige» Abendmahls teil, darunter 21 Zöglinge des Frankturier Waiien- hauses und 5 Mädchen aus dem Arnsburger Retlungshaus. Zu­sammen mit der bürgerlichen Jugend lvurde auch Prinzessin Anna A g n e s , die älteste Tochter des Fürsten zu SolmS-Hohen- solms-Lich. kvniirnniert. Der Frier in der Kirche wohnte außer anderen Verwandten des Fürstlichen Hauses auch die G r o ß - Herzogin Eleonore bei, die morgens mit dem Auto von Tarinstadt gekommen war und gegen 5 Uhr nachmittags wieder zurücksiihr.

Kreis Alsfeld.

di. S i o r n d o r f, 20. April. Gestern nachmittag sand die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der hiesigen Spar - und Tarlehnskassc statt. Präsident Nicht- berg cröfsnetc die Versammlung mit einer Begrüßungs- nnsvrache. ES folgte die Vorlesung der Jahresrechnunq und Bilanz vom Geschäftsjahre 1913. An Stelle des ver­storbenen AussichtsrntSmitgliedes, des Polizcidicners I. Gg. SchäZer, wurde Gastwirt Johs. Eckstein gewählt. Eine Divivendcnverteilung tonnte für dieses Jahr nicht stattsindcn, da die Kasse den Verlust bei der Genossen- schastsbank in T-armstadt noch nicht vollständig gedeckt hat.

Kreis Friedberg.

Bad-Aauhcim, 20. April Beim heutigen Schul­anfang wurden in die S i a d t Ich u l c 120 A -B-E-Schützen aui- genommen, die in drei Parallelilosicn geteilt werden. Die Schule zähl! jetzt 740 Schüler, die sich aut 19 Klassen verteilen. Die günstige Durchschnitisklassenstärke belrägr istiva 38. Die ErIi st - LIIi> wig Schulc. die mit dem neuen Schuljahre als voll­gültige Realschule in staatliche Verwaltung übergegangcn ist, nahm in die Serin heute rund 40 Knaben und Mädchen aut, dir vorher zumeist drei Jahre die Sladtichulc besucht haben.

h. Vilbel, 19 ?Ipril. Ein Gesuch der Frauksurter Handelskammer um Errichtung eines Notariats in Vilbel ist vom hessischen Justizministerium als dem Bedürftns nicht entsprechend abschläglich beschiedcn worden. Auch dos hiesige Amtsgericht und der Landgerichtspräsident zu Gieße n sprachen sich ans Ansuchen gegen den Pion aus: nach ihrem Gutachten ist die Zahl der Sachen, für die ein Notar neben dem Gericht zuständig ist, nrt Antts- gcrichtsbezirk Vilbel in den letzten Jahren erheblich zurüft- gegangen.

Starkenburq und Rlstinhessen.

rb. Tarinstadt, 20. April. Der Kreistag des .Ki'eises Tarmstadt hielt lieutc voriniitag im Fürsiensaal des städtischen Saalbaus seine Jahrcsiitzung unter dem Vorsitz des Regrernngs» rates v. S ta ra ab. Es fanden zunächst verschiedene Ersatzwahlen für verstorbene Mitglieder statt Alsdann wurden der Boranichlag für 1914, die Beiträge der Gemeinden und die Krcisumlagen ge- nelmiigl. Unter den übrigen Beratiingsgegenstäilden ist nur von Interesse, daß bei der Position: Bau und Unterhaltung von KrciSstraßen von verschiedenen Berircicrii lebhaite Klagen über die rasche Ruinierung der Kreisstraßcn durch den Automobil- Verkehr 'Lastaulomvbilc aus Frankfurt usw.> erlwbcn wurden. Es wurde besonders die Heranziehung der Auiomobilsabriken zn den Kosten sür Erhaltung und Vcrbesscrimg der KrciSstraßen an­geregt, auch die schon meiiriach erprobte Teerung der Straßen und deren Belegung mit Kleinpslaster beftirlvortct. wie cs sich auf der K'reisstraße von Psungstadt nach Hahn bewälrrt babe. Zu deni Kavitel: K r c i s u n t c r ft ü tz u n g e n wurde ein Ausschußantrag angenommen, zu den bisher vom Kreise freiwillig übernommenen Kosten sür die innere Armcnpslcge vom neuen Rechnungsjahr ab die Elemeinden mit einem Achtel des Betrage? lieranznziehen. Ae Voranschläge sür die vccichiedenen Krcisinstitute, Abdeckerei, Scblachtvieb- und Fleischbeschgiisw. wurden debatteios genehmigt und darnach noch verschiedene Neuwahlen vollzogen.

rb. D n r Ni st a tz 1, 2h. Avril. Der Raubmord auk d e I Eisenbahn zwischen Franksnrt und Tarmstadt, dessen Opler der Kaulmnnn Brecdner nns Tarinstadt wurde, hat leider noch immer keine Anlklärmig gelunden, trotzdem sowobl die Tarmstädter wie die Franklurter Kriminaloolizei in dem nun bald riistrichcnen Jahre seit der Mordtat die eitrigsten Nachkorschmigeii angesiellt hat und unzähligen Spuren vergeblich^naehge äugen ist. Tic Be­hörden sind letzt von neuem mit der Sache beschättigt worden, da nach einer anstliche» Anzeige im Zuchthaus zn Tietz a, d. Lahn ein dort teil längerer Zeit einlogierter Verbrecher sich selbst beschuldigt hat, die Alordtat vostbracht zu haben. T«> Betreffende ist allerdings zur Zeit der Mord­tat au! lreiem Fun gewesen, doch steht die Siantsanwaltschnkt dem lrciwiüiqeu Bekemitnis des Diezcr Zuchthäuslers zunächst recht ikeplilch gegenüber, besonders da verschiedene nähere Umstände des Mordes von diesem ganz anders bekimdel werden. ES komnit viellach vor. das, Berbrecher zn solchen fingierten Geständniffen ihre Znstncht nehmen und sich ans den Zeiinngen oder anderen llnistände» einen scheinbaren Tatbestand zusammenreimen, in» da­durch sür rimge Zeit eine größere Bewcgnnqssreiheit zn erlangen, belonders qeleaeistlich der behuks näherer Ermittelungen not­wendigen Transporte des Gelangencn an den Tatort usw. Ti« Behörde gebt aber auch selbstverständlich dieser nnwahrschesiilichen neuen Spur nach und hat joiort einen Beamten zur näheren Prniung nach Diei gesandt

n. Osfenbach, 20. April. Mit dem heute begonnenen neuen Schuliahr ist an Stelle des während der Ferien verstorbe­nen Oberlehrers F. F. Alt der Hauvilehrer Weil von Bürget zirm Leiter der Knabenschule am Matiiildeiivlatz ernannt worden. Lauvisehrrr Martin von Büdesheim, Kreis Bingen, wurde heilte dafür als Schulleiter der Bürgeler Volksschulen feierlich in sein Amt eingcfülfrt.

Hessen-Nassau.

X. Hanau, 20. Avril. Zur Besprechung der Fmge über eine A u s nu tz u n g der M a i II w o s s e r k r ä s t c ist vom Ober- vraiidenten der Provinz Hannover lWassersttombanverwaltimg! eine Ziisannnenkunit mit dem Oberbürgermeister der Stadt Hanau, wwie den Landwirten der Kreise Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern, Fulda, Gersield und Hünfeld aus den 25. d. M. nach Hanau i» das Rathaus einberuscn worden.