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Nr. 89

Der #itft«Kr Snzeigtr

erschein! läglich, autzer Sonntags. - Beilagen i viermal ivöchenllich «ietzenerLimiliendläNee, zweimal Wochen! l,Kreil: büm für ben «eeir Sießen (Dienstag und Freilag): zweimal monall, lanb- »ielschgstliche Zellkragen Oernivrech - Anschliisle: s»> die Redaktion 112, Verlag u Erpedilion bl Adreffe sür Tevelchen: Anzeiger «irhen. Annahme »an Anzeigen Kr die Tagedmanmer bis vormittags S lthr.

Erster Blatt

*64. Jahrgang

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger sür Oberhessen

Zreitag. *7. April *9*4

Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten.

Parität in Hessen".

Es ist noch in ganz irischer Erinnerung, min tonal die hessische Volksvertretung und dicGroßh, Regierung den Zentrumswunschen ,n Bezug aus die Milderung d?r Ordensgesetzqebung entgegengekoinmen s.nd. Wir haben vor einiger Zeit die betreffenden Regierungserklärungen, die wir in den SandtagSdrukkiachcn fanden, abgcdruckt^ und es würde schwer fallen, zu glauben, das, trotzdem von An­hängern des Zentrums die Negierung als katholikcnseindlich bezeichnet werde» könnte Ein Tarnistädtcr Mitarbeiter der ,,'töln Bolksztg " bringt dies aber dennoch fcrtiq Er spielt dabei das hessische Volk gegen die Negierung aus und glaubt, wieder einmal über mangelnde Parität in Hessen Nagen zu müssen. Da die Dinge vielleicht im Landtag wieder einmat zur Spraihe ko,innen, lvollen wir einen Aus­zug aus dem Leitartikel derKöln, Bolksztg," hier wieder- geben:

Tie Taijache, bafi auch die neugcschafsenc Stelle eines weitcIc » vorIragcnden Rates in der Schul­abt c i l ll n g des hessischen MinisterüimS des Innern entgegen den berechtigten Erwartungen der Katboleken mit einem Protestanten besetz, morden iit, hat in der katbolisäic» Bevölkerung Hessens unliediiarneS Aussehen erregt. Man batte von dem Gerechtigkeits- sinn der Negierung erwartet, daß mit der Wahl eines katholische» Rates endlich auch der katholische PolkSteil eine Vertretung inner­halb der o b c r st e n 2 ch n l b e h ö r d e iindcn lverdc, die durchweg mis Protestanten zusammengesetzt ist. Aber die Einflüsse des in Hessen immer noch mächtige» Evangelischen Bundes und die un­glaublichsten Vorurteile gegen allez, was katholisch ist, lassen eine varitälischc Behandlung der Katholiken einmal nicht zu, So er­zählt man sich in neuester Zeit speziell über die kirchlichen Orden verbürgte Acutzeruv-gen hochstehender Staats­beamten, die geradezu unglaubliche Ausblicke in die Denkungs­art und in die Vorurteile gewisser Kreise crössnen und eine Er­klärung daiür liefern, dass man im Lande Plnlivps des Groß mutigen von einer gerechten und vorurteilsfreien Behandlung und Einschätzung der katholischen Minderheit immer »och meilenweit entsernt ist. Unter diesen Umständen braucht man sich tvahrlich nicht zu lmindern, wenn auch bei der Besetzung dieser neuen Stelle nnederum die Wünsche der Katholiken leer anSgegangen sind. Man nnll das Schulministcrium nach wie vor ,,katholikenrein" erhalten, selbst aus Kosten einer ausreichende» und sachkundigen Beurteilung katholischer Angelegenheiten, die gerade im BolkSichul wesen sick, aus Schritt und Tritt ergeben und die dann durchweg vo,i Männern entschieden lverden, welche von katholischen Dingen nicht nur keine Ahnung haben, sondern meist mit den unglaub­lichste» Vorurteilen gegen alles, lvas katholische Interessen berührt, erfüllt sind.

Bereits ist in der ZentrumSpresse daraus ausmerksam gemacht nwrden, bah in Hessen die K reiSräte, auch die in de» über­wiegend oder zum erlzeblichen Teil katholischen Kreisen, ausnahms­los Protestanten sind: gleiche Verhältnisse bestehen auch in anderen Zweigen der Staatsverwaltung, Das Wort, in Hessen könne kein Katholik Minister werden, welches einer sehr hohen Stelle in den Mund gelegt wird, ist bis heute noch nicht dementiert worden und wird wohl auch über kurz oder lang wieder seine Bestätigung in der Praxis spiden.

Und dabei ist cs nicht einmal richtig, dass der überwiegende Teil der evangelischen Bevölkerung in das Horn des Evangelischen Bun­des stößt. Wir begegnen vielmehr bei unseren andersgläubigen Mit­bürgern seit Jahren einem wachsenden Verständnis sür die Bedürfnisse und gerechte» Forderungen der katholischen Bevölke­rung, wie eS u, a, die jüngsten Äammerverhandlungen über den Ordcnsantrag der ZentrumSsraktion deutlich bclvicsen haben. Wie trat dagegen die Negierung zurück, die erst die Willenskundgebung

Vas wanüermuseum für Städtebau und Wohnwesen.

Bon A. Kn och. Geheimer Baurat,

Vor kurzem ist in der grossen Ausstellungshalle am Zoologi­schen Garten in Hannover ein Museum eröffnet worden, das bis setzt noch einzig in Deutschland dastehl, ES ist das Dandermuscum für Städtebau und Siedelungs- und Wohnwescn: die eigentliche Schöpfung des verdienten NegicrungSbaumeisters L a »g cn - Osnabrück,

Tos Wandermufcuni will eine allgemeine Uebcrficht über das, oaS auf städtebaulichem Gebiete geleistet ist, geben und neue An­regungen schaffen: cS erläutert durch Karlen, die z, B, den Flug­verkehr, de» Eisenbahnverckehr, die Wohndichte um», darstellcn, durch Ltadtpläue, Entwürse, Photographien von Städten, Bauten, Brücken, Naturdenkmälernsw, und Modelle, Alle Fragen wer­den also durch Material belegt.

Das Museum will, indem es strebt, ganz Deutschland zu durch­ziehen, das- Publikum belehren, und die Fachleute und Städtevrr- valtungen unterstützen, will anrcgen, damit wir auch auf diese Weise zu besseren Resultaten kommeli. Eine Unsumme von Feh­lern sind und lverden in den Städten gemacht. Aus der Summe derselbe» entsteht dann zuletzt die bekannt, Hässlichkeit unserer modernen Städte, im Gegensatz zu der Schönheit der alten,

Ter erste Raum zeigt 15 graste Weltkarte» und eine ebensolch- Anzadl von Karlen von Deutschland, die über die Gröstc des Eisenbahnnetzes, des FlustvcrkchrS, die Bevölkerungsdichte der Städte, die Gewinnung von Eisen und Kohlen über Landwirt­schaft usw, Aufschlust geben, Ter folgende Raum zeigt Bilder von Reihendörfern, Haufendörfern, Bergstädten Landsckloite» aus ollen Teilen Deutschlands, io dast man die verschiedenen Gegenden leicht mit einander vergleichen kan».

Weiter lverden Naturdenkmäler im Bilde vorgciührt: ctiva vom Ballon aus: wir sehen Leipzig, Stuttgart, Meiningen in die­ser Form und viele andere, Stadtplänc geben Aufschlust über das Wohnen, Kleine, verschiedenartige Kreise markieren die Hotels, die Apotheken, das Fuhr-, das Sanilätswel'cn und allerlei sonstige Einrichtungen, so dast solche Karten fast ganz etwas unüber­sichtlich mit Kreisen bedeckt sind,

Tic Bevölkcrungsstärke ist durch schuoarze Punkte, ,eder für 200 Einwohner markiert. Verschiedene Eniwickelungsphasen der Städte sind durch Farben dargestcllt, so sind z, B, römische Reste durch Rot, die Bauten der Zeit von 1550 bis 1850 durch verschie­dene Schattierungen van blau und die der nachherigen durch solche von braun dargestcllt. Für die Klarlegung des Bodenlvertcs der Städte sind besondere Karten angefertigt und Farben dienen wie­derum dazu, die Abstufungen zu zeigen. Auch über Gesundheit,

der beiden Kammern abwartcn zu müssen glaubte, bevor sic sich bereitiinden will, den Lebensintercssen der katholischen Kirche auch nur einigermaßen aus einem Gebiet gerecht tu werden, wo außerdem wichtige gemeinlämc ckiaritativc »nd soziale Interessen von Staat und Kirche vorliegen!

Ter Landtag geht seinem Ende entgegen, und im Herbst stehen wir vor N c m o b I c n , die den bürgerlichen Parleien innen E n t scheid» ngskampk gegenüber der «ozialdemokratrc bringen werden. In eine,» solchen Augenblick ballen cs unsere dkl lilchc» Staatsmänner sür Iwlwendig, durch einen besonders drastischen Beweis der imvaritätischen Behandlung des katholischen VollstkilS einen neuen Keil in die Reihen der bürgerlichen Wähler­schaft hineinzutreiben und neue Gegensätze zu schassen, die naturgemäst nur der äußersten Linken zugute kommen können. Von besonderer TtaatSwciSheit zeugt ein solches Vorgehen gcwist nicht, und die Früchte werden Nicht gusbleibc». Jedenfalls aber werden das latholilche Volk »nd seine Vertreter aus diesen neuesten Be­weis der Unduldsomleit der regierenden Kreise in Hessen die Ant­wort nicht schuldig bleiben.

Das ist also eine Drohung, dast das Zentruni sich beim Eiitscheidungskampfe gegen die Soziabbemokratie" nicht init Volten Kräfte» beteiligen werde. Ob die führenden Zcntrunispolitiker in Hessen wirklich solche doch wohl ziemlich wirkungslosen Drohnngen niisgesprock>eii haben wollen, be ziveiseln wir Antikakholischc Tendenzen bestehen in Hesse» nicht: damit könnte man sich doch wahrlich begnüge» Bei der Besetzung der Beaiutenstettc» muß in allererster Linie die Tüchtigkeit inahgebcud sein, und nach konscssionellew Gesichtspunkten, wie in derKöln, Bolksztg," es geschieht, dars überhaupt nicht gefragt werden. Die Freunde des Zentrums- mögen erklären, was ihnen an demKurs" oder der Politik des Landes sachlich nicht pastt: sie können cs von der Regierung aber nicht verlangen, dast sie ohne Not und Sinn eine Schwenkung vollzieht, indem sie prin­zipiell l o n f e s s i o n e l l e Gründe bei der Auswahl ihrer Beamten in erster Linie maßgebend sein läßt, Tic Perri- tätsschnüfselei wäre für unser Land eine Gefahr, der man sich von vornherein nicht aussetzcn dars. Ob wirklich ein­mal vonhoher Stelle", wie dieKöln, Bolksztg," geheim­nisvoll verlauten lästt,Vorurteile" gegen, die Katholiken geäustert worden sind, ist doch auch wohl fraglich. Biel- leicht hat der Gewährsmann derKöln, Voitsztg," die Auseinandersetzngen wegen des angeblichen Kaiserbriefes als Muster vor Augen gelmbt. Dabei hat cs sich ja aber schließlich auch hcrausgestellt, dast an der Sache nichts war. Wir lvollen keinenKulturkampf" in Hessen, und auch der Artikel in derKöln, Bolksztg," wird ihn lauin näher triide».

IHcrifo und die vereinigten Staaten

New ?sork, IG. April, Huerta telegraphierte au dieNew Bork Times", Mexiko habe kerne Streitigkeiten mit irgend wem, am wenigste» mit der großen amerikani­schen Nation, Ter Zwischenfall von Tampico habe keine be­sondere Wichtigkeit,

Washington, 16, April, Huerta hat die Forde­rungen gestern dem mexikanischen Senat unterbreitet, Chihuahua, 16. April, General Billa berichtet, die von San Pedro zurückgchcnden Bnndestruppen tvürden jetzt zwischen zwei Rebellengruppcn zerrieben. Er eile dem Kampfplätze zu in der Hosjnung, ihnen einen vernichten­den Schlag beizubringen,

Washington, 16, April, Nach amtlichen Depeschen hat Huerta so gut wie zugcsagt, den Salut sür die amerikanische Flagge abzuscucrn,

TicB, Z," meldet aus New Aork: Am Samstag er­eignete sich in Tampico ein zweiter Zwischenfall.

Unlerricht, geistiges Leben, ErholungSfläckscn geben andere Kar­ten sinnreich Ausschluß,

Tie Stadt als Kunstwerk ist ein Hauptkapstel, Pläne von der Königlichen Domäne Talem, dem Temvelhoser Feld, Husum mit ihren großen Grünilächen erfreuen das Auge, Tie Wvhnnngs- gescllschastcn haben viele Modelle, Zeichnungen nsw, ausgestellt. Die Bauberatung Hannovers ebenso.

Ein besonders interessantes Kapitel bildet das der Kuppeln und Türme im Stadtbilde, Wir sclzen die Tome zu Meißen, Erfurt, Bremen, Naumburg, den PetcrSdom in Rom, lvir sehen Köln, Trier, Quedlinburg usw, und eine Menge weiterer pracht­voller Bilder.

Die Geschichte beS Wohnhauses ist ein letztes interessantes Ka­pitel. MasienwohnbauS, Ein-, Zwci-FamilienwohnhauS usw,, das deutsche und das englische FonrilicnhauS,

Auch die Technische Hochschule in Hannover hat eine sntcr- cssantc Ausstellung gebracht. Ebenso ist die Sanitätsabteilung durch bas Tuberkulosenruseum reich beschickt, Ernc sehr ireundliche Arbeilerwohnuna, Stube, Kammer und Wohnküche zu 214, 263 und 108 Mark ist in Natur ausgestellt, Stadt, Wohlfahrtsverein, Bauberatung usw, haben sich große Verdienste erworben.

So haben wir im ganzen ein Werk vor uns, das mit bc- ruscn sein kann, die Mistständc im Städtebau und AobnungS- wesen lieben zu Helsen, Die Verwendungwirklicher Knnst- l c r" in Kunstsragen bleibt aber inrmer die Hauptsache, Mögen die Hauvtstädie Deutschlands dem Wandernmseum ihre Pforten öjsilcn, Ter Nutzen wird ein guter sein,

Auffindung römischer Gehöfte.

Aus Frankfurt a, M,, 16, April wird uns qcschrreben: In der letzten Zeit wurden durch den bekannten Archäologen Professor Tr, Wolfs in der Zorbach'schcn Ziegelei bei B o n a - m eS, bei dem Dorfe Ecken heim, und vor einigen Tagen bei Eschersheim die Trümmer römischer Gehöfte freigelcgt, Tie Gcbäuderestc lagen tcüwcjs an schon bekannten, römischen Stra­ßen, teilwciS wurden sic in Verbindung mit neugefundcncn Stra­ßen und Vizinalivcgen nachgewiescn. Ebenso fand man zwischen Niederursel und Kalbach und zwischen Berkersheim »nd Vilbel die Reste umfangreicher römischer Gutshöfe, Auch die ar­chäologischen Forschungen in der Römerstadt Nida bei Heddern­heim führten letzthin zu sehr wichtigen Ergebnissen, Es gelang, eine abschließende Untersuchung über das schon vor zwanzig Jahren entdÄte riesige Gebäude im Bereich des christlichen Fried- lwt's fcstzulegen. Das Bauwerk lag am Forum der Stadt Nida, es bestand aus einem rechteckigen Hauptgebäude von 7 5 Metern Länge und 45 Metern Brette, dessen

Eine ainerikanischrc Ordonanz in Uniform die die Schisssposr ablioltc, wurde von mcxikauischem Militär verhaftet und ins Gefängnis geworfen und später unter ungenü­gender Entschuldigung sreigelassen.

Dcutsci,-» Neich.

Kaiser und Kanzler in Korfu, AuS Athen lvird von, 16 Avril gemeldet: Zum Tiner, das heute abend Ehren des Reichskanzlers an Bord derHohenzollcrn" stattsindet, ist der Minister des Acußern, Streit, cingeladcn, Ministerprä­sident BcnizeloS trifft heute in Korfu ein, Ter Kars er machte am Donnerstag irnh seinen gewohnten Spaziergang, an dem auch der Reichskanzler teilnahni. Zur MittagStajel bei den Majestäten waren u a, geladen der griechische Minestcr- präsidcnt B c n I z c l o S und der Minister des Aeuftcrn Dr, Streik sowie der Gesandte Grat von Quadt zu Wukradt und Jsnh, Ter Reichskanzler empfing vornrittags BenizeloS und Tr, Streit,

TaS Kaiserpaar wird aut 0. Mai vormittags in Brau » schweig zu den DlUlsfeierlichkeitcn eiirtresscn. Die Taufe des Erbprnnzen sinket abends 6 Uhr im Tome statt, T c m H a u p t in a » n Ka m m l e r, bisher Bezirksvfti zier iin Landwehrbezirk Rhbnik (aus dem Prozeß gegen den Amtsrichter Knittel bekannt), ivurdc der Rote Adler- orden vierter Klasse verliehen.

Der frühere Reichstagsahgcordncte Ahl- Wardt ist an den Folgen eines in der vorigen Woche er­littene» Unfalls im Leipziger Krankcnhause St, Jacob ge­storben.

SuflanS.

England und die Triplcen teilte. DieTi­mes" veröfsentlicht eine Zuschrift des Professors La Visse, des Tirektors der Ecolc Normale Siipöneure in Paris über die Ausgaben der Entente, Lavisse klagt darin über die Unllarheit der össentlichen Meinung in England, Tas Blatt schreibt in einein Leitartikel dazu:Wir sind gegen diese bcunruhigeudcn Symptome nicht blind und vertrauen trotzdcni darauf, daß die Demokratie des britischen Reiches in einem gerechten Streit so mannhaft und l>artliückig kämpfen würde wie ihre Porsahreu Aber die Gerechtigkeit nud die Notlvcndigkeit des Konftiktes must ihr absolut klar sein, Sic lvird keine Prävenkivkriege und leine 2lngrisfskriege sanktionieren. Sie haßt keine Nation, sic will keiner Nation Unrecht tun, sic liebt den Frieden, Nur der positive Beweis, daß andere Unrecht getan haben, wird sie veranlassen, das Schwert zu ziehen. Das britische Reich kann überl>aupt nur handeln, wenn es als eine Einheit handelt, und es kann dies nur bei der individuellen Zustimmung aller zerstreuten Teile tun, 8tur eine Politik, d,c sehr einfach, klar und aufrecht ist, kann die Einheit des Willens aller schassen. Bis das britisckfc Reich wirklich eine organische Einheit geworden ist, muß sich unsere Diplomatie notwendig langsamer bewe- c n als diejenige in einfacheren und kompakteren Staaten, ie Demokraten des britischen Reiches unterstützen die Triplciwtente herzlich, iveil sie eine solche Politik verkör­pert, Sie verstel)«», daß die Entente für die Sache des Friedens angenommen wurde und bereits für den Frieden gewirkt hat. Aber um ihren Einfluß aus ihr Verständnis und ihre Herzen zu behalten, niuß die Entente ihren Prin­zipien treu bleiben, auf denen sie gegründet war. Unter diesen Bedingungen hält das Reich ihr die Treue und wird sie mit vereinter Kraft aufrecht erhalten.

kleine Räume sich um einen in der Mitte offenen Ho» orurpieren. Obwohl die gewaltige Anlage durch die zahlreichen neuzeitlichen Gräber vielfach zerstört ist, gelang cs nicht nur, den Plan des stadtröinischen össentlichen Gebäudes sicher fcstzustellen, sondern auch unter ihm »och Reste srührömischer Sied­lungen aus der slawischen Zeit und in größerer Tiefe noch eine Wohngrube aus der Bronzezeit z» entdecken, Ferner legte man am israelitischen Friedhof einen Kästelltnrin der Tomitianischen Bcscstigung und ein Bürgerhaus aus der Itadtvcriode irei. Hier kam eine Wohngrube aus der Hallstattzcit zum Vorschein, Von Einzeisundcn sind bemerkenswert der Terrakotta-Torso einer Torn- anSzieherin, ein als Unikum anzul'chcnder dunkelbraun bemalter Teller, dessen Grund ein prachtvoll gemalter Fisch ziert und sür die Zeilbcstimmung wichtige Ziegclstempcl, Tic umfangreichen Aus­grabungen standen unter der Leitung von Professor Tr, G ü n d c l (Frankfurt),

Ü c r st e l l u n g S k o st e n v e r l e g c r. Tic Städt, Rcchts- auskunstsstellc in Tarmstadt erläßt folgende Warnung: Eine große Anzahl zweifelhafter VerlagSgeschäske, die besonders in Leipzig ihren Sitz haben, besaßt sich damit, unkundige Anfänger zu ver­leiten, ihnen gegen Zahlung von mehreren hundert Mar! den Ver­lag und Vertrieb ihrer schrislstellcrischen Arbeiten zu übertragen. Für jedes ihnen unterbreitete Werk geben sie sofort ein günfti- geL Urteil ab und stellen sie einen großen Absatz in 2luSsicht, Taniit das Werk nun in besonders gcsälliger 'Ausmachung erscheine, verlangen sie einen Beitrag sür die .Herstellungskosten, In ihrem Dichternd TchriitstellcroptimismuS zahlen auch die Opscr den bcwünschten Betrag, der in Wirklichkeit nur zum geringsten Teil tür die Herstellungskosten Verwendung findet, vielmehr hauptsäch­lich den Verdienst iür die Verleger darstellt. Wenn loirklich auch einige Exemplare gedruckt werden, so sorgt der Verlag doch nicht sür einen Vertrieb, Wenn er cS auch ernstlich versuchte, so würde er doch bei dem Mangel einer Verbindung mit inter­essierten Kreisen und zudem bei der vlelsach vorliandcncn Min­derwertigkeit, ja auch völligen Wertlosigkeit der schriftstelle­rischen Arbeiten nur einen recht bescheidenen Eriolg erzielen. Besonders muß gewarnt werden vor einer VerlagSanstalt in Chemnitz, die durch ein in den Tageszeitungen gebrachtes Preis­ausschreiben ihre Opfer sucht. Viele in diesem 2luSschreiben ent­haltene Angaben sind völlig unwahr. So benennt sic als Mit­arbeiter und Preisrichter hochangesehene Personen, die nicht bis geringste Verbindung mit ihr haben und sich entschieden gegen diese Unterstellung verwahren. Allen des Systems unerfahrenen Schrift­stellern wird daher bei der Uebertragung ihrer 'Arbeiten größte Vorsicht ancmpiohlcn. Sie wollen sich vor Abschluß eines Ver- rragcs an berufener Stelle genau erkundigen. An Hand des ihr vorliegenden Materials erteilt auch die Zentralstelle ;ur Bekamp-