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Arbeitsgebiet eingerichtet werden. Die Berfanunlung bewilligte die Nittel da-»,.

L. Friedber/g . 13. April. Hier hat sich cm O rcheBt t* Herein gebildet streich- und Blasinstrumente, der hauptsach- !ich klassische Musil einigen will. Er wird demnächst den Musik- verein ^Ak. Gesangverein) in einem Konzert begleiten._

8c>1varsan in amtlicher Darstellung.

DieRorddenlschc Allgemeine Zeitung" schreibt: Die von dein bei der Berliner ÄttenkontroNe beschäftigten Arzt Dr, Trenn» erhobenen Angrille gegen da« Talvarian und dessen Ers,»dcr,-den WirN. Grd Rai Provisor Dr. Ehrlich-Franksurt <t. M., Italien in lüngsler Zeit in der Presse auch zu «ngrisse» gegen ^e Medi- ziiialbehördei, Vcranl-ssnmg gegeben, denen zum Borwmn gemacht wurde, das, sie nicht wegen der angeblichen .zahlreiche» durch das Salvation veransasilrn Tvdessälle d,c Anwendung des Mittels ver­boten oder wenigstens eine Maximaldosis liir das Salvarsan vor- geschrieben halten Diese Virwüric könne» nicht als berechtigt an- erkannt werden. Lelbstvcri.länbliÄ liaben die obersten Mcdtzwal beliörbcn im Reiche und in. Preuße« die Arbeiten Shrlichs von Anfang an ans das sorgsSltigste verfolgt ititd d>c zahlreichen über da> Salvarsan und seine Verwendung erschienenen Veröljenllichim gcn gewiiiendast geprüft. Zu einem Eingriis in die Prüfung des Mittels durch die berufenen Männer der Wissenschaft und der Praxis liegt kein Anlaß vor. Ebensowenig ist bislang die Fest sefzung einer Marimaldosis eriolgt, einmal, weil eine solche sich ach hem gegenwärtige!» Stand der Wissenschasl überhanp! noch nicht einwandfrei ieststcllen läßt, sodann aber, weil die Maximal- doiis vg», jedem Arzt bekanntlich bestimmt,ngsgemäß überschritten werden darf, wenn er dies im Interesse des Kranken vilichtgemäß -i. erwrdertick erackitet. Er hat nur ilötlg, auf dem betreflcnden Rezept neben die die Maximaldosis überschreitende Angabe ein Ausruinnaszeschen zu sehen.

Die Rochrülften über angebliche -Lalvorsantodcställe find natür­lich gleichfalls geprüft worden und haben Zich der überlegenen Mehrzahl nach anderweitig aufgeklärt. Meist waren die Krankheiten selbst sckmld daran, bcretwegen das Salvarsan angewendet wurde, namentlich die Shtchilis, nicht aber dar Salvarsan. Die Suphilis. nanientlicli die ererbte, ist liekanntlich eine überatfs mörderische Krankheit Welche anderen Nachteile sic besonders für das Zentral- ncrvcn System im Gefolge hat, ist heute jedem Sachverständigen be­kannt. Dos, aber das Salvarsan sowohl allein, als auch in Verbindung mit Ouecksilber den Verlaus der Svpbilis, besonders in den An- sangsstabien überaus günstig beoinslußt. das hat die Ersahrung der Sachverständige» heute völlig einwandfrei sestgestellt. Wohl sind das Salvarsan und das Reosaivarsan Arsenpräparale, aber in ihnen ist das Arsen so fest gelniitden, daN es in seiner Gistiglei! keineswegs einfach mit dem Arsenik verglichen werden dars. Sicherlich lvird sich, bei eincr weiteren statistischen Prüfung, die amtlich cingcleitet worden ist, ein noch genaueres Bild über die ini Lause der Sal- varsanbchandlnng crsolgten Todessälle und die Bedeutung deS Sal- varians überhaiivt ergeben. Es ivird auch die Indikation für seine Anwendung und die zweckmäßigste Dosierung des Mittels eine noch ickiärsere Feststellung ersahren. Allciit dies lvird voranssichllich nn der schon feststehenden Erkenntnis, daß das Mittel eine überaus wertvolle Bereicherung unseres Arzncischatzks darstellr und nn- zähligcn Kranken Heilung zu bringen gceigilet ist. nichts ;>l ändern vermögen.

In einigen Preßorganen waren auch Angrisse gegen die Kran- kenhausleitung »nd die städtischen Behörden in Frankjurt a. M. erhoben worden, weil dort die Prostituierten zwangsweise mit Sal­varsan behandelt und mehrere durch Anwendung von Salvarsan getötet loordcn seien. In einer Sitzung. die am 4. April im Rat­haus zu Frankfurt unter dem Vorsiv des Ministerialdircktors Pros. Dr. Kirchner vom Ministerium des Innern ftaitgesundcil hat und an der außer dem Oberbürgermeister und dem Polizeipräsi­denten von Frankfurt die Aerztc der dermatologischen Abteilung und Exzellenz Ehrlich selbst teilgenommen haben, ist amilich fest- gestellt worden, daß von, 18. Ma>i 15>10 bis jetzt über ll tXX^Per- sonen in der dermatologischen Abteslniig des Franksfirter Städt. Krankenhauses behaitdelt worden sind, daß von ihnen kein einziger an Erblindung oder Ertaubung erkranlt ist, daß von sechs vorge kommenen Lähmungen vier bereits geheilt und zwei aus dem Wegs zur .Heilung bcgrisscn sind, llntcc den 11000 mit Salvarsan Be­handelten befanden sich über 1200 Prostituierte. Bon letzteren sind in dieser Zeit drei gestorben und zinkt die eine drei Monate nach Abschluß der Salvarianbehandluug an eitriger Entzündung des Nierenbeckens, eine zweite zwei Monate nach Abschluß der Behand­lung an einer Blntnng »ach Fehlgeburt und eine dritte einige Tage nach der Behandlung an suphilitsschec gelber Lebergtrophic Eine Schuld gn diesen Todessälle» kann dem Salvarsan nicht bcigetnesscn werden. Festgcstellt lvurdc außerdem, daß ein Zwang der Prostituierten zur Duldung der Saloarsanbehandluitg nicht ausgcübt worden ist. Rur eine einzige Prostituierte mußte zur Behandlung gezwungen werden, weil sie überhaupt lebe Be­handlung verweigerte. Sie war, wie sich bald herausstelltc, gei­steskrank. Abgesehen von ihr haben sich die Prostiluiertcn der Pehandiung mit Salvarsan gern unterzogen, locil sie selbst die Beobachtung machtet!, daß sie die früher übliche Dauer der Tvvhiiistnr wesentlich abkürztcn.

Es lvöre iin Interesse des Ansehens der deutschen Wissen­schaft in hohem Grade ertvünschi, lveun sich die Gemüter über diese Angelegenheit nunmclir beruhigen und die weitere Ent Wicklung der wisscnschastlichen Forschung abwarten möchten. Ze- denialls »»erden cs die Medizi,lalbehördcn an Sorgfalt be, der Vcriolgung dieser Entwicklung nach lvie vor nicht schlen tasien.

vermischte».

* Eine halbe Million veruntreut. Die Deutsche Ueberfeeische Bank teilt mit: In der Tc-- vositcn.kassc der Dänen Alemane Transatlantieo in C a l l a o - Peru) wurdet, Veruntreuungen des V o r st e h e r s dieser Kasse aufgedeckl, ivelche sich aus etwa 500000 Mk. 6c- lausen. Tie bctresscnden Beamten sind verhaftet worden. Das Vorkommnis gab zu dem während der Feiertage insbesondere

in Spanien verbreiteten falschen Gerüchte Anlaß, daß in Lima die Filiale der Deutsche» lleberseeischen Bank, von der die Deposilcnkassc in Eallao abhängt, ihre Zahlungen ein- gesteilt habe, was natürlich unsinnig war Auch aus das Er­trägnis der Bank wird dieses Vorkommnis ketiien Einsluß haben, da der entstehende Ausfall aus den, für solche Zwecke vorhandenen Fonds gedeckt wird.

' Ertrunken. Aus Halle a. 2., 1k. April, meldet e>n Privattelegramm: Drei junge Mädchen, die sich mit Gon- dclsahren auf der Saale vergnügten, tarnen den, Troihoer Wehr zu nahe und wurden über das Wehr gezogen, wobei das Boot >»»- ichlug. Rur ein Mädchen konnte gerettet werden. Bei einer Kahnfahrt aui dem Main verunglückte bei Schwei nsurt der Gtasergejefle Stubenrauch mit seinen beide» Kindern im Alter von acht nnd sechs Fahren und der zehnjährigen^Tochler seines Bruders. Der Kahn wurde von einer starken eotrömnng erfaßt »nd stürzte um. Alle Insassen ertranken.

* D a s R i e s e n g e b i r g s m n s e II IN , das mit einem Kosten­

aufwand von 125 000 Mark vom Riesengebirgsverein erbaut wurde, ist in Gegenwart von Vertretern aller Ortsgruppen des Reiches crölinet worden. _ ...

* Ter Zirknsdircktor S t o s ch - -2 a r a , > a n > fmirdc bei einer seiner Vorführungen in Leipzig, als er unter ein stürzendes Pferd zu liegen kam, schwer verletzt.

* In der Wut. Aus Posen,,1k. April, meldet ein Pri-

vattclegranim: Tie 22jähr;ge Eherrau des htlsskanziisten

Sch acht sch n e ide r hat gestern abend ihre vier Kinder im Alter von süns Jahren bis zu drei Monaten mit einer eisernen' Stange schwer verletz, und dann einen Selbstmordversuch verübt. Ein Kind ist gestorben: der Zustand eines zweiten ist be­denklich. Die Frau ist nur leicht verletzt. Der Grund der Tat ist, daß die Frau vv» ihrem Eheniaun geschieden ivurde und in den nächsten Tagen die gemeinsame Wohnung verlassen sollte. Sic war sür schuldig erklärt worden.

* S chrccke n s sz c n c ii in e i n e m T he a te r. Im Stadttbcoter zu T o r t o s a in Svanien brach infolge eines blinden F e n c r l ä r m s eine Panik aus. 20 Frauen und Kinder wurden im Gedränge schwer verletzt.

* Brennendes Erdgas. Bei M a g t> a r s a r os, 200 Kilometer von Budapest entsernt, brach unter vulkanartigem Getöse bei den staatlichen Bohrungen Erdgas aus und entzündete stch. Die riesige Fcucrsäulc war weithin sichtbar. Seit gestern abend er­streckt sich das Ltervorauclleu des Gases aus über 160 Joch. Ta das Gas sich an mehreren Stellen entzündete, sind bereits mehrere Gebäude abgebrannt. Infolge der durch die Gasausbrüche hervor- gerusencn Bodenverändcrungen hat sich der Sarosbach ein neiles Bett gebahnt.

Märkte.

4. Sich. Ii. Avril. Der beult je 8 ch w e i n c >» a r k t vor dem Obertor war aiißergewölmlich stark belahrcn. Nahezu 1000 Tiere waren anigetriebe» Das Gelchält war aber gedrückt »nbging nur langlnm. Tenn im Verhältnis zur starken Beschickung des Marktes war die Anträge nicht lebhaft genug und nicht alle Ware wurde nbgesclzt, lroßdci» sich der stiandel dis in die Miitngs- slundei, erstreckte, Tie Preise waten ii» Verhältnis z» den Preise» sür Eeblachtichwcinc doch, Ferkel von 6-7 Worben wurde» mit 4050 Alk, das Paar, slällere mit 50-60 Pik. das Paar be­zahlt, während sür das Paar Länser 70-80 Mk, und lür Springer sogar bis z» 90 und 100 Mk. angelegt werden »inßten. Der Markt ivar nicht nur ans der nähere» Umgebung, sonder» auch ans entferntere» Orten der Wetleran, lvie Berstadt, Wohndach, Wölfersheim, Echzell, gut belahrcn. Iin allgemeinen war daS Geschält mittelmäßig, Io baß ein Ueberstand oer- bltcv. Ter mit dem Schweiuemarkt verbundene fitSmtr- markt vor dem Ralhau'e, der in den letzten Jahren etwas ;»- rückgegangen war, zeigle heute wieder lebhafteres Ge­triebe, wenn er auch viel von sciiiem alten Glanz verloren hat. Besonders in den NachmittaaSstimden, die die bäuerliche Bevölke- rmia der llmgebniig in Scharen nach unserer Sladt brachien, herrschte ein slolles Geschäti. Alehr als 30 Buben waren aingeschlagen. Besonders dle in Mitteldeutschland bekannte Markl- signr deswahren Jakob" übte wieder ihre alle Anziehimaskrail anS. Das rege Leben und bunte Treiben hielt bis ln die Abend- slimden an. In verlchiedenen Lokalen tanh Taiizmnßk stall,

T0. Wiesbaden. B l e h h o i-M a rk t b e rt ch i vom lk. Avril. Anstrieb: Rinder 210 (OrMeii 72, Bullen 16, Kühe und Färsen 152,, Kälber 77:», Schafe 280 , Schweine 120 ],

Marktverlaus: Bei mittlerem Geschäft geräumt.

Preise tnr 100 Plh.

Lebend- Schlacht- Ochs en. gewicht

Volllletlchlge, ansqemästete, böchsten Schlacht» MH Mk.

wertes Im Alter von 47 Jahren .... 4953 8693

Junge, fleischige, nicht ansgemästet» und ältere

onsgemästete ............ 4352 8592

Mäßig genährte junge »nd g ge*

genährte ältere ........... 4347 7684

Bullen.

Vollkleüchige, ansgew., höchsten Schlgchtw. . . 4346 7373

Pollfleischige, jünger».......... 3942 6272

Färsen. K n h e.

Vollfleischkge ansgemästit: Färsen höchsten »

Schlachtwertes ........... 4962 8593

Voklstetschige anSgemästete Kühe höchsten

Schlachtwertes bis zn 7 Jahren..... 394 3 74 80

A eitere ausgemästete Kühe und wenig gu! ent-

mickelle jüngere Kühe ......... 4347 7683

Mäßig genährte Kühe und Färsen..... 3438 6570

Gering genährte Kühe und Färsen ..... 3033 6064

Kälber.

Feinste Mastkälber ........... 6870 113118

Mittlere Plast- und beste Saugkälber.... 6l66 107-110 Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 5863 91103

Grriuge Saugkälbrr .......... 5256 88-95

63-84

60-61

Schale.

Weidemastschase: a,

OTnfllämmet und Masthammel .... 43,5047,00 94 96

Schweine, koll fleischige Schwein« von 80100 lig Lebend­gewicht ..............49'/,-50 63-64

Vollfteiichlge Schweine unter 80 !i^ Lebendgewicht 49'/,-00 63-00

Bollslcischige Schwein« von 100 120 Iig Lebend­gewicht .............. 50 51

Vollfleischige Schweine von 120150 dg Lebend­gewicht ..............48-49

(3n einem Teil der Auslage ivicdcrhvlt.) ke. F-ranksurta. M. Diehhoima rkt beri chr vom l4. lllpril. tzlnstrieb: Rinder 9l9, Ochsen 27-, Bullen 44, Kühe und Färsen 635, Kälber i37, Schale 60, Schweine 2357, Ziegen 0, Zlegenlämmcr 0.

Tendenz: Rinder ruhtg, nahezu geräumt, Kälber nnd Schafe ruhig, ausvcrkausl, Schweine ruhig, bleibt llebcrstaiid.

Preis sür 100 Pid.

Ochsen.

Bollsteilchiae, ansgemästet», höchsten Schlachl-

wertes, 47 Jahre alt......

die noch nicht gezogen haben smigeiochtej Junge steilchiqe, nicht ansgemästete nnd ältere

ansgeniästete..........

Sülle».

Dolllleilchlge, ausgewachsene, höchsten Schla

Vollfleischige, jüngere........

Färse», K ü h c.

Pollsleiscknge ansgem. Färsen höchst. Schli Vollflelschige ansgemäslete Knhe höchsten Schlach-

werted dis z» 7 Jahren......

wenig gut entwickelte Färsen.....

ältere ansgemästete Kühe......

Müßig genährte Kühe und Fasten. . .

Gering genährte Kühe und Färsen. . .

Kälber.

Mittlere Mast- imd beste Saugkälber. .

Geringere Mast- und gnte Saugkälber .

Schale.

Slallmastschale:

Mostlämmer und lungere Mastbainniel .

Schwein e.

Vollflelschige Schweine von80-199 lc»

Lebendgewicht........48

vollsleischig; Schwein: unter 8) lcr

Lebendgewicht........ 47.0)-50.00 61.00-63.))

Vollflelschige Schweine von 100120 !r- Lebendgewicht........ 48.2550.00 6 2.0964 ))

Preis für 100 Psd.

Lebend-

Schlacht-

gewicht

Mk.

Mk.

48-52

86-90

4346

7881

38-42

70-77

44-48

73-76

40-43

69-74

44-48

79-86

41-44

76-79

38-43

7383

36-40

6572

30-34

60-68

20-27

46-61

62-68

106-112

56 - 6)

95-102

41-42

90 - 92

50.0) 62,

,00-64 3)

Meteorologische veobachtungen der Station Sietzen.

April

1014

?S>I

Hl

s »

Jf

2*5

,J?

1111 i |

J/3 t; COrfJ

Wetter

1 | 14. 2";

751,4

7,4

64

NW ! 2

9

14. 9"

753.9

9.2

5,3

61

NW 2

5

15/7-

756,2

5 2

5,5

83

W 2

9

Höchste Temperatur am 13. bis 14. April 1914 -- -s- 15,8a Niedrigste . . 13. . 14. 1914 = + 7,9°,

Niederschlag: 0,0 mm.

Kaffee Hag, coffeinfreier Bohnenkaffee, zeichnet sich durch seine Unschädlichkeit aus und besitzt außerdem die Vorzüge des cof- seinhaltigen Kaffees.

(Zeitschrift ftlr soziale GcfunbhcitS. pflege >t>08, Rr. 3).

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