Ausgabe 
15.4.1914
 
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Nr. 87

Zweiter Blatt

Erich«, >1 täglich mit Ausnahme beS Sonntag?.

DieSiehener Zamilienblätler" werden dem »Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da? Kreieblan fiir den Kreis Sieben zweimal

wüchemlich. Dierandwirtichgstlichen Seit- srazen" erscheinen monatlich zweimal.

\b\. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Mittwoch, f». April

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn Univerfitäts - Buch- und Steiudruckerei.

R. Lange. Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e=tj§»51. Redaktton:e^si12.Tel.-Adr.:Anze,gerGießen.

Internationaler Geburtenrückgang.

3 bayerische Statistische Landesamt veröffentlicht im ersten Heft des neuen Jahrgangs seiner Zeitschrift u. a internationale llebersichten zum Geburtenrückgang", die sich aus die Zeit von 1841/50 bis 1910 erstrecken und alle Maaten, soweit sie in dieser Hinsicht statistisch kontrolliert sind, umfassen. Es ergibt sich aus diesen llebersichten, das; in der ganzen Kulturivclt die neu.zeitige Erschei- nung des Geburtenrückgangs, namentlich seit der Jrihrhun- dertwende in mehr oder weniger starkem Matze zu beobach­ten ist. Nur in einer kleineren Zahl von Ländern ivird eine Erhöhung der Geburtenzisscr nachgewiesen: doch ist dies zum Teil wohl lediglich der Verbesserung des statistischen Dienstes zuzuschreiben: soweit eine wirtliche Steigerung der Geburtenziffer in Frage kommt, ist sie nur geringfügig.

Das den derzeitigen Stand der Geburtenhäufig­keit anlangt, so lägt sich hinsichtlich der europäischen Staa­ten im allgemeinen eine Berminderung der Fruchtbarkeit von Oster, nach Westen feststellen, Tic höchsten Geburten«! zifsern (d, h, Lebendgeborene aus 1000 Einwohner im Jahre 1910) haben Rußland (43,9 1 und die Balkanstaatcn (Bulga­rien 42,0, Rumänien.89,2, Serbien 88,5), dann folgen Oester­reich und Ungarn (crstercs 32,6, letzteres 35,7 v T,), Ita­lien (33,3), Spanien (33,1) und Portugal (32,3), Deutsch­land (29,8>, Niederlande (28,6), Skandinavien (Dänemark 27,5, Norwegen 26,1, Schtveden 24,7), Grotzbritannicn (25,0), Schweiz (25,0), Belgien l23,8>, und an letzter Stelle steht Frankreich mit 19,6 v, T, Zur Würdigung der bevölke- rungsmchrenden Bedeutung dieser so verschiedenen Geburt tenziffern darf man sic aber nicht isoliert betrachten, sone dern mutz ihnen die entsprechenden Sterblichkeits-s zifsern gcgeuüberstellen. Es zeigt sich dami, daß die höchste Sterblichkeit Rußland hat (28,9 Sterbesällc auf 1000 Einwohner int Jahre 1910 : ihm folgen wieder die Balkan­staaten (Rumänien 28,8, Bulgarien 23,5, Serbien 22,1 v, T,i, ferner Ungarn (23,6), Oesterreich (23,1), Spanien (23,3) und Portugal (19,6 >, Daran schließen sich als Staaten mit mittlerer Sterblichkeit Frankreich (17,8), Deutschland (16,2), Belgien (15,2), Schweiz (15,1); der letzten Sterblich- keitsstufe gehören an Grotzbritannieti (14,0), Schweden

(14.0) , Niederlande (13,6), Norwegen (13,5) iurb Dänemark (12,9), Zieht man nun zwischen Geburten- und Sterbeziffer die Bilanz, so steht Bulgarien mit einem Gebürten- über schütz über die Sterbesällc in .Höhe von 18,5 v, T, an erster, Frankreich mit knapp dem zehnten Teil dieses! Maximums 1,8 v, T, an letzter Stelle, Im übrigen ergibt sich hinsichtlich des Geburtenüberschusses folgende Reihenfolge: Serbien (16,4), Niederlande (15,0), Rutzland

(15.0) , Dänemark (14,6), Rumänien (14,4), Deutschland (13,6), Italien (13,4), Portugal (12,7), Norwegen (12,0), Ungarn (12,1), Oesterreich (HP), Großbritannien (11,0), Schweden (10,7 , Schweiz (9,9), Spanien (9,8), Belgien (8,6) und schließlich, wie erwähnt, Frankreich (1,8 v, T,).

^ Die namhaften Unterschiede, die zwischen den einzelnen Staaten bezüglich ihrer Geburtenziffer zu verzeichnen waren, haben sich also durch die erhebliche Sterblichkeit gerade dcr gcbitrteureichercn Länder beim Endergebnis der natür­lichen Bcvölkcrungsvermehrung wesentlich abgeglichen. Ins­besondere erscheint der Borsprung, den die slawischen Na­tionen hinsichtlich der Gebu'tenhäusigkeit haben, beim Ge­burtenüberschuß wesentlich verringert, Rußland, Serbien, Rumä>iicn haben keinen erheblich größeren Geburtenüber­schuß, als beispielsweise Deutschland, Dänemark, die Nieder­lande bei einer wesentlich niedrigeren Gchurtenauote und einer erheblich günstigcre>i Sterbeziffer erzielen.

Die Arbeit des preußischen Landtags zwischen Ostern und Pfingsten.

Zu Beginn der nächsten Woche nimmt das Abgeord­netenhaus seine a»i 27, März abgebrochenen Arbeiten wieder auf. Die Zeit bis- Ostern war gesetzgeberisch recht unfruchtbar, dcuu nur wenige kleine Gesetze kouutcn verabschiedet werden. Zwischen Ostern und Pfingsten soll wenigstens ein Teil der vorliegenden Entwürfe verabschicdel werden, während die größeren Gesetzentwürfe erst im Herbst zur endgültigen Er­ledigung kommen können, .

Tie Arbeiten, die der Erledigung noch harren, sind fol­gende: Pom Poranschlag hat des Plenum noch in zweiter Lesung den Kultusvoranschlag, den Voranschlag der Finanz- und Siaatsschuldenverwaltungen zu beraten und den Vor auschlag in dritter Lesung zu verabschieden, Tie Tienstem- kommensfragen sind bei allen Voranschlägen ausgeschaltct worden und kommen erst bei der B c s o l d u n g S n o v e l l c zur Beratung, die überhaupt >ioch nicht beraten >it. Außer der Besoldung.-novellc hat das Plenum in erster Leiung lisch zu beraten: Tie Novelle zum Landcsverwnltuugsgcietz, den Ent Wurf über die Bearbeitung der Ausetliandenctzungs- aligelcgcnheiicii in den Provinzen Ostpreußen, Lveitpreutzen und Posen, den Entwurf über Zuständigkeiten in Emuliachen, das Eisenbalmanleihegesetz. das Ftschereigctetz dlc Novelle zum Renteubaukgescy und den Entwurl »der die Beschallt gung von Hilfsrichlern beim Oberverwnltungsgerlcht,

In der B e r a t u ng v o n A u s s ch u s, c n benndcu nch

folgende Entwürfe: Entwurf über die Dienstvergehen der Krankcnkass' beamten. Kölner Etngcmctndungsoorlage. Wobnungsg etz, Komiuuiialabgabcngcscti, Entwurf über die Einziehung staatlicher Schifsahrtsabgabcn durch Gemeinden.

Grundl-tlung-geseb^^e ^ledigen zunächst das Fideikommißgefetz. dtc Dortmunder Erweilcruugsvorlage. die Novelle zum Fürsorgcgesetz und tun, kleinere Borlagcn, ferner eine Anfrage über die Optanten,rage tu Schleswig Bon Au trägen sind im Abgeordnelenhaute tm Plc ygöch gar nicht beraten, daneben sind noch »wcl An­fragen zu besprechen, in den Ausschüssen befinden ,tch tu Vorberatung 20 Aitlrägc___

Erzherzog Franz Ferdinand in München.

München, 14, Slpril, Erzherzog Franz Fer- >in and von Oesterreich ist heute vormittag 9 Uhr in Vertretung des Kaisers in München ctngetrollen um den ieiitch des bahcrischcu Künigspaares tut Zum 1913 atu zu crimdern, Tic Stadt prangt un «e,tich«uck.

X

Auf dem Bahnhose hatten sich zutu Empfange eingefundcn: Der König mit dem Kronprinzen und den Prinzen des Köuiglicheii Hauses, teilweise in der Uniform ihrer bayerischen Regimenter, der Minister des Aeutzcrn Gras Hertling, der Regierungspräsident, der Stadtkommandant, der bayerische Gesandte in Wien Freiherr Tücher von St in Ittersdorf. das Personal der östcrreichisch-uiigari- schen Gcsandtschast, der Polizeipräsident, die beiden Bür­germeister, die Vorstände des- Gemeindekollegiums, die Betcranen-Bereine des l3, Infanterie-Regiments unb des 2. schweren Reiter-Regiments, der Ehrendienst und eine Ofsizicrsabordnung des 2, schweren Reiter-RegimentS. Ferner ivaren erschienen der österreichisch.ungarische Gene ralkousul Schräg Freiherr v, Ramberg, Vizekonsul Zeckeu­dorf, die Vorstände des österrcichisch-nngartschcn HilsSoer- eins, des FlottcnvereinS, der österreichisch-ungarischen Ko­lonie in München und des Ungarnvereins, Der ungarische Gesandte v, Velias hatte im Müitchener Ostbahnhof be­reits den Hoszug bestiegen und sich dem Gefolge angcz schlossen.

Auf dem rechten Flügel der Ehreukompagnic hatten der Kriegsminister Freiherr .streß von Kressenstein und der Kom­mandierende General des 1, bayerischen Armeekorps, Ritter von T'ylander. Aufstellung genommen. Unter den Klängen der HymneGott erhalte Franz den Kaiser" fuhr um 9 Uhr der österreichische Hofzug in die Bahnhofshalle ein, Erzherzog Franz Ferdinand, in der llniform seines bayerischen zweiten schweren Reiter-Regiments, mit dem Bande des HnbcrtuS- ordens, entstieg dem Zuge, Die Begrüßung zwischcit ihm und dem Könige war sehr herzlich. Nach der Vorstellung der beiderseitigen Gefolge, dem Abschrcilen der Ehren- fomvcignic und deren Vorbeimarsch folgte ein kurzer Cercle im Köuigssalon und sodann die Fahrt zur Residenz unter leb­haften Kundgebungen einer zahlreichen Menschenmenge, Im Kaiserhos der Residenz stand eine Ehrenkompagnie des 2, In fanterie-Regimeuts Kronprinz, Ter König und sein Gast schrillen die Front der Ehreukompagnic ab, deren Musik gleichfalls die österreichische .tzyinnc spielte. Daraus empfing die Königin mit der Erzherzogin von Modena und den Prin­zessinnen des Königlichen Hauses den Gast, Nach der Be­grüßung der Mitglieder der Königlichen Familie ließ sich der Erzherzog eine Reihe von Persönlichkeiten vorstellen. Um 1 Uhr war in den Reichen Zimmern Familientasel, Kurz nach seiner Ankunft in der Residenz cnipsing der Erzherzog den Minister des Aeußcren Grafen von Hertling in Audienz, Der König telegraphierte an den Kaiser Franz Joseph:

Soeben babc ich zu »reiner großen Freude Franz Ferdi­nands hochwillkommenen Besuch cmvsangen. Unsere Gedanken weilen IN dieser Stunde in treuer Verehrung und aufrichtiger Freiindichast bei Dir und dgnkbar erinnern wir uns der vielen Lieb,-, die Du nur Und Marie Therese im vorigen Jahre ,n Wien erwiesen hast. Möge Gottes gütige Hand über Dr und Deinem erlauchten Hause walten. Dies ist der von Herzen kommende Segenswimich, mit dem Marie Therese und ich Prinz Ferdi­nand begrüßen, gez, Ludwig,"

Arbeiterbewegung.

Berlin, 15, Avril. Ein teilweise! D r o s ch k e ii ch a u t < feur-Aiisstand tritt heute in Berlin eilt. ^Mehrfach stellten die Chaufseure schon um Miitcenacht als der Streikbeschluß ge­faßt war, die Arbeit ein n;tb nahmen keine Fahrgäste mehr auf. Es handelt üch um diejenigen Wagenführcr, die in kleincren Betrieben tätig lind. Sie wollen sich von den Auiomobiibetitzeru den Abzug einer bisherigen Sondervergiitangi für Gepäckbeförde­rung »ich! geiallen lasten, Tic großen Automobildroschkcn-Ge- sellichasien bleiben von dem Streik unbcrührl.

An» Stadt und Land.

Gießen, 15. April 1914.

** Hessisch-Preußische Eiscnbahngemein- schuft Der Großherzog hat am 14, März den Regicruugs- rat Wilhelm Kilian zu Hannover und den Regicrungs- bauineister Clemens Behle z» Erfurt zu Mitgliedern einer Eisenbahndirektion, soivic die Regicriingsbanmeisicr Ernst Kraft zn Köln und Hermann Wickmann zu Mainz zu Vorständen von Eisenbahnbetriebsämtcrn in der Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeinschasi, sämtlich mit Wirkung vom 1, April d, Js. an ernannt. Ferner wurde dem Regie- ruugsbaumeister des Maschincnbausachs, Robert Wagner in Mainz die etatsmäßige Stelle eines Regierungsbau-j Meisters in der Hessisch-Preußischen Eisenbehugemeinschast mit Wirkung vom >, April d, Js, ab verliehen,

** Der Tchulrckrut, Tcu kleinen Rekruten der Schule beginnen die sorgenden Mütter die Ranzen zu schnüren, Dun bald heißt es, den ersten gefürchteten Gang zur Schule amu treten. So sehr die Schule und ihr Einfluß aut den Geist der Kinder gesegnet werden muß, io sehr müssen die Eltern und Erzieher bedacht sein, daß der Körper der Kleinen unter der ver­änderten Lebensweise keincn Schaden nimmt. Die Bildung des Geistes geht meistens au; Kosten der körperlichen Gesundheit und so gering die erste Stufe der Geistesbildung bei den Kin­der» auch ist, es gehl allmählich eine Wandlung in ihrem ganzen Leben vor. Man achte deshalb daraus, daß dabei die körper- l i d) c Entwicklung nick» zurückbleibt. Sobald die Schule besucht wird, stellt sich bei den Kindern ein launenboster Avpe- tit ein. der sich bald bis zun, Heißhunger steigert, bald ans gänz­liche Eßunlust zusamnieniällt. Mit Sorge und Liebe sehe man daraus, bat) die Kinder gleichmäßig essen und das in allem größte Regelmäßigkeit der Tagesordnung cingcholten wird. Wäh­rend der Lernzeit stellen sich häustg Erscheinungen der Blutarmut oder nervöse Magenftörungen ein, die nur durch kräftige, ein­sichtsvolle Ernährung beicitigt werde» könuen, Tic Schule und die Ernährung, das sind die beiden wichtigsten Punkte vom icchstcn Lebensjahre der Kinder ab. Man versäume und schmälere die Kleinen in keiner Weise, gebe fleißig krätzigere Gerichte von Milch, Eiern, Obst, Butter, Honig, auch Fleisch und Gemüse, und stelle damit ein Gegengewicht der jetzt cinsetzenden geistigen Neben, an die sich der Kindern»» gewöhnen muß. Kräftig cr- nährle Kinder lernen gern und leicht und ivcrdcn trotz der geisti­gen Anstrengung zur Freud: der Ellern aufs beste gedeihen, Tie Sorgen der Mütter, als ob ihre Lieblinge unter den Ausgaben der Schule körperlich zurückbleiben müßten, sind grundlos, ioiern die Eltern der veränderten Leben-weise der Kleinen Rechnung tragen und daSAuipapvcln" der jungen Schulrekrutcn nicht vergehen,

" Im Lichtspielhaus, Babnholstraße 34, gibt, wie un? geschrieben Ivird. von heute ab bis Freitag die Ktnetovhon- (sprechcnde Films) Gesellschaft New York ei» dreitägiges Gaslfpi-l.

Tie Erfindiina des evocheuiachende» Films vo» Edison dürste wohl aiich in Gießen Bewundert»!; erregen und dem Theater ein volles paus sichern. Wir vcriveijeu aut daS heutige Inserat,

Billige BriesenachdenBerci » igtcnStaatc ». (10 Pfg, tut je 20 Gramm), Tie Porwcrmäßigung erstreckt sich nur au) die Briese, nicht auch auf Postkarten, Drucksachen usw, und gilt nur für Briese nach den Bereinigten Staaten von Amerika, »ich! auch nach anderen Gebieten Amerikas, z, B, Eanada. President Grant" ad Hamburg 16, April,Kaiser Wilhelm II," ab Bremen 21, April,Kaiserin Auguste Victoria" ab .Hamburg 23, April,Kronprinz Wilhelm" ab Bremen 28, April,Im­perator" ab Homburg 2, Mai,Kronprinzessin Cccilic" ab Bremen 5. Mai,Amerika" ab Hamburg 9, Mai,Kaiser Wilhelm der Große" ab Bremen 13, Mai Postschluß nach Ankunft der Früh- iügk). Alle diese Schisse, außerPresident Grant", sind Tchnell- dampser oder solche, die sür eine bestimmte (Veit vor dem Mgange die schnellste Besörderungsgelcgenlieit bieten. Es empsichlt sich, die Briese mit einem Leiivermerte wiedirekter Weg" oderüber Bremen oder Hamburg" zu versehen,

** Soll mutt noch das Zimmer heizen? Im hellen Glanze der <vom>e sind wir nur zu leicht geneigt, alle Fettster zu erwarten ist, kann uns leicht übermütig machen. Im hellen Glanze der Ostcrsonnc sind wir nur zu leicht geneigt, alle Fenster der Wohnung weit auszusperren, in der Meinung, cs sei schon Sommer und wir löltirtcn ohne Nachteil für unsere Gesundheit ichvn im Freien sitzen. Das ist zuweilen mögjich, wen» wir uns ans einer Anlagedank niedcrlghcn und uns von den Sonnenstrahlen erwärmen lassen, Binders ist es, tvcnu wir im Zimmer sitzen und Unvorsichtigkeit bat in diesem Falle schon oft zu Katarrhen, Rheu­matismus und Erlättungen aller Art gesührt Tie Räunie werden nämlich in der llebergaiigszeit ost überhitzt oder zu kühl gchallc». Bei der tin Frühjahr häutig weckiielnden Außenicmvergiur crtordcrt es besondere Sorgsali, ine Wärmcguellc so zu regulieren, das; beide Fehler vermieden werden, Biele imicrlasscn die Heizung viel z» srüh vollständig. Wer nun ans der warmen Frühlingslust in ein solches Zimmer zurückkehrt und die Bewegung mit Stillsitzcn ver­tauscht, der läuft Gcsahr, sich zu erkälten, Leute wit sitzender Le­bensweise sollten sich ganz besonders vor solchen kühlen Räumen hüten, Das Zimmer hart aber auch nicht zu heiß sein. Beim Einheizen muß man sich deshalb danach richlen, ob der Raum reich­lich Sonne bekommt oder nicht. Wenn man sich nach diesen Merk­malen richtet, kann mancher Schmivien vermiede» werden, den viele als unvermeidliche Begleiterscheinung des Frühlings ansehen,

" Konkurse i» Hcffen. Das Konkursverfahren über das Ver­mögen des Gastwirts Georg Wicht i» Hahn lei» ist nach er- totgter Abbaltung des Schlußtermins ausgehoben. Tas KonknrS- vertabren über daS Bermögen des Karl Lei ch hör» I, i» Ob­bornhofen ist eingestellt, iveil eine den Kosten des Verfahrens entsprechende Masse nicht vorhanden ist. In den, KonknrSver- iahren über den Nachlaß des in In gen hei in verstorbenen Landwirts Jobann lieinrich Schäfer II, ist Termin bestimmt auf den 8. Mai l, I., vorn,. 10 Uhr, in dem SitzuitgSfaal der ?tmlsger>chls Ober-Ingelheim. In dem Nachlaßkonkurfe Johann Heinrich S ch ä f e t II in Jugenheim, Rheinheiien, ioll die Schlußvertetlung eriolgen, Dazu sind 1885 Mt. 30 Pfg, bat vor­handen. Zu berücksichtigen sind 5892 Mk. 53 Pfg. nicht bevor­rechtigte Faröirunge».

Landkreis Gießen.

' -e- Langsdorf, 14. April, Der seitherige Feticrwehr-

kommandant Otto Bausch trat von der Lestung der hiesigen Pstichtseuenvehr zurück. Als sein Nachfolger ist Herni, K n e I p v II, in Aussicht genommen. Begünstigt durch die herrliche Witter,mg der letzten Tage schreitet die Feldarbeit derart voran, day die Bestellung mit Sommersrucht in den nächsten Tagen vollendet wer­den düritc, An der Kreisstraße nach Nieder-Bcstingcn, zirka einen halben Kilometer vom Dorfe entfernt, wird aut von der Elemeindc zur Verfügung gestelltem Gelände durch die Kreis- straßcnvcrwaltung ein Bogelschntzgehölz angelegt,

Kreis Fricdbcrg,

r, Ba d - N a » h e i Nt, 14, Avril. Tie Olterseiertage brachten nnsereiii im Blütenfchmnck vrangendeti Badeort einen starken Ver- kelir. Namentlich ivar der Kurpark und oie nahegelegenen blnS- ilugSorte, TeichbanS, Waldbaus und IobanniSberg, lehr stark be- fncht. Der Zuaang von Kurgästen ist ausgezeichnet. Ter Badebetrieb ist im vollen Umfange anlgenonime», Tte Unterlialtnnnen im Knr- bauS und auf der Terrasle beginne» am kommenden TonncrStag, Ten Anfang macht die Knrkapell« (Winderslein-Orcheiter) mit zwc, Konzerten nachmittags und abends. Prinz Heinrich der Niederlande besnchie am ersten Feierlag unser Bad und be­sichtigte sämtliche Bade- und Parkanlagen.

Hessen-Nassau,

? Königsberg, 14. Avril. Am I. Avril 1895 wurde hicr- selbit die zweite Lehrersteüe errichtet. Die Echnlerzabl ii! aber Io sehr zurllckaegaugeu, daß unsere Schute jetzt wieder eiuklassig wird. Letzter D c s ch ist mit Beainn des neuen Schuljahres nach All- weilnau (Kr. Usingen) versetzt,

ff K i r ch h a i n , 14, Avril, Die Arbeiten der langersehnte» Eisenbahn durchdas Wohratal von hier nach Gcniünden an der Wolira sind jetzt soweit gediehen, daß am Donnerstag, dem 30. April, che landcsvolizeilichc Abnahme erfolgen kann, Tic neue Bahn, eine Seitenlinie der Main-Wcier-Bahn, bildet die Fortsetzung der schon i» Betrieb besindlichen Bahn ZimmerSi odc- Gemüttden, Sic bat eine Länge von 20 Kiloinctcrii, Ivovon 15 Kiioinctcr auf den Kreis Kirchhain und 5 Kilometer gui den Kreis Fron > k c n b e r g entfallen, Tic Linie der neuen Bahn läuft ausschließlich im Wohratal, sie berührt von hier aus das alte Städtchen Rauschen­berg, sowie die Ortschaften Ernsthauscn, Halsdors und Wohra, Aus der Strecke sollen je 5 Züge verkehren, _

verelnsnachrichte«.

F r i e d b e r g, 11. April. Ter T a u n u s k l u b ,W e 1 t e r a it* (Sektionen Friedberg und Bad-Naubeini) dielt dieser Tacre seine Öouvtversainttllnno bei Gastwirt Steinhäuser ab. Nach deni Nechen- schaitsbericht des Vorsitzenden, Finanzrat H o o 3 , hat der rnhriqe Wanderverein ein günsliqes Geschättsjahr hinter sich. Nach dein Kassenbericht betrltqen die Einnahmen 1759,24 Mk., die Allsgaben 432,-12 Nlk.. so dab ein BerinögeTr-bestalld von 1316,02 Mk. ver­bleibt. Dabei ist der Tnrmbausondß, der -»r Errichtung eines Alissichtstnrilles aus dern Steinkops angelegt ist. aus 1449,69 Alk. ange,vnchsen. Tie Rechnung deZ dein Taunllsklllb angegl'ederten Ziveigvereins Friedberg-Bad-Naliheilll des V. ö. E. schließt mit 158,66 Mk. ill Einnahme und 157,47 Mk. in Allsgabe ab.^ Ter Voranschlag für das ileue Vereinsjahr sieht in Ausgaben 605 vor, darunter 190 Mk. für Wegebezeichnungen und Schilder. An deil Bahnbösen in Friedberg lind Bad-Nauhei>n solleil grobe Taieln nlit Wallderzeichen angebracht werden. Tie Wandeiauszeichiurngen für 1913/14 verteilte Rechnunqsrat Kilsel - Bad-Nauhei,n in laiintgen Versen. 10 Da,neu und verren konnten ausgezeichnet werden, davon drei jjum ersten Male mit dein goldenen Abzeichen, drei zum zlveiten Aiale mit der Goldenen und vier mit dem Wander­stock mit Widmung. Vereinswanderungen sind für das nächste Verein sjahr 12 vorgesehen, von denen die erste bereits am 26. April statt findet. Eine Jugendherberge soll versuchsweise im