Wischen beit Zivil- unb Militärbehörden bei einem Einschreiten beä "itlitävS vermiede» worden.
Pl'kssestimmtll.
Die „K reuzzcit » » g" meint, bnft dir »nie Borschrsil ftue» :li ü d i if) t i 11 ofgcHÜbri' der bisher geltenden Jnstruk tion bedeutet.
In, „L o k a l a n z e i g e r" heißt es: Die viel behau delle Kabinettsorder von 1820 Hut in den neuen Vorschriften leine Ausnahme gesunden.
Die ,,B o s l i s eh e Ze , tuu g" schreibt: Die Streit trage, die in dem Falle Zaber» an die Kabinetlsorder von 182l> anluüpste. scheint eine durchgreifende Klärung erfahren zu haben dergestalt, daß sich ein Vorgehen des Militärs wir ans dem Sehloßvlntz von Zaber» nicht wiederholen tan» Der Militärbefehlshaber darf keinesfalls ohne Negnisition eingreisen, solange eine Zivilbehörde vorhanden ist, d. h. nach der neuen Dienstvorschrift hätte Oberst v. Reuter in Zaber» nicht eingreifen dürfen. Die Kabineltsorder von >820 tväre also der Sache nach durch die neue Kabinettsorder beseitigt
Das ,,B e r ki»e r Tageblatt" erklärt: Die Frage ob in Zukunft ein einheitliches Recht im Reiche bestehen werde, ist zu verneinen. DaS Blatt erhebt Zweifel, ob eine generelle Einigung nicht gerade ausgeblieben sei, weil Bagern, Sachsen und Württemberg das bei ihnen geltende Recht nicht rückwärts revidieren wollten. Tie Kabinettsorder von 1820 werde der Form nach vreisgegeben, ihr Weilt lonke aber noch in den neuen Vorschriften. _
21ii3 Sttlöt und Land.
Gießen, 9. April 1914.
Karfreitag.
Es gibt viele Menschen, denen das Sterben Jesu aus Golgatha etwas völlig Fremdes und Unheimliches, nichts als 'ein Geschehnis aus grausamer Vergangenheit und ein Beispiel orientalischer Wildheit und Unkultur i|t. Gern lassen sie sich den Jesus gefallen, der die Kinder herzt »nd segnet, den großen Volkssrennd, der für die Röte seiner Zeit Vev- ständnis hat. den weisen Lehrer, der unter lachendem, blauem Simmel, am Gestade des Sees Genezareth und im Schatten breitwipfliger Oelbäume tiefe und freundliche Worte spricht, aber den Jesus, der hinaus nach Jerusalem geht, »in dort zu sterben, der in Gethsemane trauert und zagt und bleich und blutig am Kreuze hängt, verstehen sie nicht. Viel besser als die Vassionsgeschichle gefallen ihnen die alten, heiteren Göttersagen der Griechen: denn hier iß alles Erdenfrende und vollkommene Sarmonie. Ter Gekreuzigte ist ihnen im letzten Grunde ein unästhetischer Anblick, seine Pein am Mar terholze inmitten gefühlloser Menschen ist nach ihrer Ansicht nichts für empfindliche Nerve». Ein Gedicht Goethes, eine Sonate von Beethoven, ein Gemälde irgendeines italienischen oder niederländischen Meisters ist nach ihrem Empfinden wertvoller für die Auswärlsentwicklung dar Menschheit als die Predigt vom Kreuz, Keineswegs sind es unedle Menschen, die so empfinden, der vor ivenigen Tagen dahingeschiedene Paul Senfe, den inan an seinem Grabe den „letzten Hellenen" genannt hat, kann als typisch für die Anschauung dieser Kreise denken.
Sieht man genauer zu, so herrscht diese Stimmung doch nur bei denen, die man als Glückskinder, als Sonnensöhne bezeichnen kann. Junge, gesunde Menschen, Menschen, deren Weg nach auswärts geht, haben für das Martiirium kein Verständnis. Anders ist es mit denen, die nach einen, im christlichen Sprachgebrauch viel angewendeten Ausdruck des Kreuzes Last aus ihren Schultern fühlen. Gehören wir nicht alle früher oder später zu dieser Schar? Es ist nicht so, daß wir von einem sieg zum anderen schreite», sondern viel häufiger unterliegen wir. Wir werden von Jahr zu Jahr nicht reicher an innerem und äußerem Besitz, sondern sehen uns vor die Notwendigkeit gestellt, die große Kunst zu lernen, auszugeben und zu verlieren. Stück für Stück müssen wir hingeben, was uns einst ivertvoll war: die Heimat, die Jugendgenossen, liebe Familienglieder, die Freude an der Natur- und Geistesw'elt. Armut, Nahrungssorgen, schlaflose Nächte an Krankenbett»!!, das alles ist auch nichts für zarte Nerven, und das Sterben endlich ist etwas recht Unästhetisches und Grobes, ist weit entfernt von griechischer Heiterkeit und Seelenruhe.
Gerade deshalb aber verspüren wir den starken Zug zu dem großen Schmerzensmann am Kreuze. Jesus hat von allen, die über die Erde gegangen sind, das Schwerste getragen. Auf Golgatha ging ihm alles unter. Verschmäht, verleumdet, als ein Fluch der Welt, so hing er am Kreuze. Niemand hat einen so großen Zusammenbruch erlebt als er, sein Wert schien damals ganz zerstört. Nicht nur von den Menschen, auch von Gott fühlte er sich verlassen. Dennoch wurde er in seiner Liebe zu Gott nicht wankend, und zuletzt noch offenbarte er seine große, reine, heilige Liebe zu den Menschen. Er starb einen gräßlichen Tod, aber er starb als Sieger und Ileberwinder. Darum schauen seit zwei Jahr tausenden die Gebeugten, Mühseligen, Enttänschten, Sterben den zu ihm auf und finden bei ihm Ruhe für ihre Seelen! Es ist das Los, dem kein Großer im Reiche des Geistes entgeht, daß sein Einfluß von Jahrhundert zu Jahrhundert schwächer wird, ein glänzender Stern nach dem anderen verblaßt, Jesu Reich aber dehnt sich von Jahr zu Jahr weiter aus, seine Gefolgschaft ivird immer größer. Es bewahrheitet sich, was Panlus».gesngt hat, daß Gott ihm einen Namen gegeben hat, der Tiber alle Namen ist. So oft in der ersten Zeit des deutschen Frühlings sein Todestag iviederkehrt, gedenken Millionen frommer Menschen in stiller Andacht seines LpfertodeS, und durch ihre Seele zieht die Empsindung. die der Dichter in die Worte faßt: Ich bin durch manche Zeiten, wohl auch durch Ewigkeiten in seinem Geist gereist, nichts bat mir's Herz genommen, als da ich bin gekommen gen Golgatha, Gott sei gepreist!
** Offene Lehrer st eile n. Erledigt sind: eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Stelle an der Volksschule zu Rad heim, »reis Dieburg: eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Münster, Kreis Dieburg.
** Der Hessische L a n d e s »L e hr e r i n n en v e r e i n hält seine 4. H a u p t v e r f n in in l » n g am Samstag, den 18. April, in der Turnhalle der Höheren Mädchenschule zu Osseubach a. M. ab. In der Mitgliederversammlung um l) Uhr wird Bericht über den Stand der Hilfslasse erstattet: in der öffentlichen Versainnilung um 4 Uhr spricht Frl. E. Wilhelmy-Worms über „Tie Lehrerin in der Fürsorgetätigkeil".
** Ä u s d e m M i l i t ä r w o ch e n b l a t t Freiherr von P reu scheu, Major und Bats. Komm, im Ins. Leibregt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, zum Kommandeur der Kriegsschule in Enger» ernannt.
** Sonderzüge ,z n Ostern. Zur Bewältigung des Osterverkehr? sind verschiedene Vor- und Nächtige eingelegt worden. Für den 9. April sind von Bahnhof Gießen 19 Züge und 3 Militärzüge vorgesehen. Das hiesige Regiment fährt am Donnerstag in Urlaub, es sind gegen 1000 Mann vor-
gemeldet. Davon entsallen aus die Richtung Frankfurt 51l Mann, Fulda 123 Mann, Marburg 103, Betzdorf 110, Gelnausen 98, Koblenz 52 Mann.
** Offizieller Aus st ellungs-Katalog Wo v erbe Ausstellung Gießen 19,4 für Oberhessen und angrenzenden Gebiete. Die Fertigstellung des offiziellen ?lusstellniigs-.Kataloges für die Gewerbe Ausstellung Gießen 1911 und des damit verbundenen Ansstellimgs-Führer» ist soweit vorgeschritten, daß der S ch l n ß der A »z e ige >i - A n n a h in e auf Mittwoch, den 1 5. A pril, festgesetzt werden muß, Aussteller, Geschäftsleute, Hoteliers und Gast- virte, die sich an der vornehmen und zweckdienlichen Ka- mlogrellanie noch beteiligen ioolle», iverden deshalb erlicht, sicli »ingehend in Verbindung zn setzen mit der Verachtung- und Vertriebsstelle des Offiziellen Aussteklungs- -i'ataloge», Brühl sehe Universitäts-Buch- »nd Steindrnckerei, R. Lange, Gießen,
** T i e Vereinigung hessischer mittlerer Zollbeamten hielt am Sonntag, wie die Tarnist. Ztg. berichtet, in Frankfurt a.M. unter den« Vorsitz de» Ober steuertoiitrolleiirs Dörr ans Mainz ifrrc diesjährige ordentliche Hauptversa in m l u u g ab, die au» allen Teilen de» Großherzogtmns gut besucht war. Die Tagesordnung brachte an erster Stelle einen sachwissenschastlichen Vor- traq de» Haiiptsteneramt» - Assistenten Hisserich ans Mainz über „Das Zündholz und seine Besteuerung". Die Neuwahl de» Vorstandes und der Ausschuß,nitglieder für den Finanzbeainten Verband ergab säst durchweg die Wie- derwalch der seitherigen Mitglieder, Sodann wurde noch in eine eingehende Besprechung über die vom 20, bi» 24. t>. I. in 'Berlin staltsindende B undeS versa,n in l u n g verbuiiden mit dem 3. deatsck>e,i Zolltechnitbrtag, cingc- treten, Ten Schluß der Tagung bildete eine eingehende Aussprache über interne Vereinsangeleg,enheiten.
** Oberhessischer Kun st verein. Morgen, am Karfreitag, ist die Ausstellung de» Aussteller-Verbandes M ü n ch euer K ü n st l e r von 11 bis 3 Uhr uiilinlerbrochen geöffnet,
** A u s zum Turnen! Mit dem Schlüsse des Schulialires ist für manche» Knabe» »nd manches Mädchen die schöne Zeit vorbei, in ber sie mit gleichaltrigen Schulkameraden die freie Zeit beim Spie! verbringen können. Jetzt kommen die Lehrjahre, in denen der weitaus größte Teil des Tages in der Werkstatt, der Fabrik, der Schreibstube oder dein Laben zugebrneht werden muß. In dieser Zeit, die mit der Entwicklung des menschlichen Korbers so eng verbunden ist. ist es dovpelt wichtig, daß bie hingen Leute nach der meist einseitigen Bcrusftätigkeit die Feierabendsiunden richtig, b. h. ihrer Gesnnbheit dienlich, ansnützen. Es ist deshalb eine sittliche Pilichl der Eltern unb Lehrheiren, dahin zu wirken, daß ihre Pilegebetohlenen durch körperliche Hebungen ihre Strafte und Gesundheit sich erhalten »nd stählen. Mögen alle den Sah beherzigen, dessen Richtigkeit schon >m Altertum erkannt worden ist: „Nur in einem gesunden Körper kann ein gesunder Geist wohnen!" Die Gelegenheit, Körper und Geist z» stählen, bietet sich heute in allen der Deutschen Tu r n e r s ch a s t gngeschlossenen Turnvereine», die es übernommen haben, junge Leute im Mter von 14—18 Jahren als Zöglinge auszubilden und sie so einmal an Zucht imb Ordnung zu gewöhnen, zum anderen aber auch den gesährlichen Lockungen schlechter Gesellschaft zu entziehen. Wir empfehlen daher den jungen Leuten sehr den Eintritt in die deutschen Turnvereine. (Siehe auch die Anzeige des Männer.Turnvereins im Anzeigenteil.)
** G r n n d st ü ck s v e r k e h r. Grundstücke zuTrais-Hor- 1 o s s und F e l d h e i m , die aus den Namen des Joh. Hcki. I a k v h und Ehefrau Elisabethe geh. Becker in T r a i s - H o r l o s s eingetragen waren, sollen Freitag, den 29, Mai 1914, nachmittags 2 Uhr, aut dem Rathause in Trais-Horloss im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden,
** Konkurse i« Hessen, lieber bas Vermöge» des Al-red Robrian, Kausman» in Alzen, Inhaber ber Firma Alfred Rodrian, Herrengarberobe- imb Maßaeschält in Alzeh, ist «in 6. Avril 1914 das 5lonk»r?ver!ahre» eröffnet. Der AnwaltSgehilie Andreas Gütz i» Atze» ist zum Konkursverwalter ernainit. Kon- knrslorberuiigen sind bis znni 39, April 1914 bei dem Amtsgerichte Alzey anzumelden. — lieber bas Vermögen der Firma G »st a v Rüger in O b e r - R a m st a b t ist am 7, April bas Koickursverkahrc» eröffnet, Ter ReehtSanwvtt Dr, B r ü ch e r in Tarmstadt ist zum Koiitiirsverwnlter ernannt. 5lo»kiirSiorber>mg«i sind bis juh, 1. Mai 1914 bei dem Amtsgerichte Tarmstadt II anznmelbe»,
Landkreis Gießen.
- Staufenberg, 9. Avril, Am Samstag feierte der Bürgermeister Stephan sein 25sährigeS Dienstlnbiläum. Verschiedene Vereine brachten ihm abends ein Ständchen in Ge- iangsvorträgen. Der Ortsvorstanb schenkte ihm einen Sessel,
i. Sr altem- ob, 6. April. Der Sturm, der in den umliegenden Wäldern Schoden angerichtet Hot, hat unserm Dorf vielleicht für alle Zeit eine Seltenheit geraubt, deren sich jung und alt erfreute. Ans einem altersmorschen, hohen, alleinstehenden Banmstumps im Wiesengrunde vorm Dorf kehrte jede» Jahr mit dem Einzug des Frühlings ein Storchenpaar ein, um sein Nest zu bauen. Mancher sah ihnen gern zu, wie sie das von Winterstürmen zerzauste Nest ausbesserten, wie später das Männchen dein brütenden Weibchen Futter zutrng nnd dann beide der Jungen warteten und sie vilegteii, bis sie die ersten Flugübungen unter« nehmen konnten. Dazu sollte e» in diesem Jahre nicht sominen; denn in vergangener Nacht brach ein Windstoß den altersschwachen Baum zusammen. Früher standen in dem Wiesengrund noch mehr Bäume; sie wurden vor der Feld- bcreinignNg beseitigt nnd die Wiesen trocken gelegt. Schwerlich werden die Störche auf einem hohen Gestell au» drei derben Stangen, das man ihnen vor Jahren in der Nähe aufstellte, den Nestbau von neuem beginnen.
li.t Hungen, 8 . April. Unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft wurde heute die Leiche des sechzehnjährigen Heinrich dosmann von hier, zuletzt mohnhast in Bischofs, heim bei Mainz, zn Grabe getragen. Hofmann war bekanntlich vor mehreren Wochen vom Wohnsitz seiner Eltern in Bischossheini spurlos verschwunden. Nach wochen- l an ge ui vergeblichen Suchen wurde er eine» Tage» in einem W a s s e r l o ch bei Mainz tot a n s g c s n n d e n. Ob an dem Jungen ein Verbrechen begangen wurde, oder ob ihm ein Leid zugestoßen ist, konnte noch nicht aufgeklärt werden.
Kreis Büdingen.
o. Büdingen, 8. April. Gestern halte sich derKreis. ans schliß mit zwei Reklamationen gegen die Bürgerin c i stcrw a hl e n in Bad Salzhauscn nnd Wallern- Hausen z» befassen. Tic Ncklamanten von Bad Salzhansen zogen vor der Verhandlung ihre Einwcndimg zurück. Daher wurde die Wahl des Großh. Beigeordneten Rüper in Bad Salzhansen jnm Bürgermeister dieser Gemeinde bestätigt »,,d die Reklamanten haben die bereits entstandenen sehr erhebliehen Kosten zn tragen. Zwei Rechtsanwälte waren in der Wahlangelegenheit erschienen. Von Wallernhausen waren siebzehn Wahlberechtigte geladen. Tie Verhandlung ergab die Richtigkeit der vorgebrachten Eimveudmigen; demnach mußte die Wahl des Landwirts Karl Schleuning zum Bürgermeister von Wallernhansen für ungültig erklärt und eine Neuwahl in vier Wochen angeorünet werden. Die Wahl
des Landwirts Schäfer in Ober-W iddersheim znni Bürgermeister hat die Bestätigung gefunden. Der Gewählte
wurde am 6. d. Mts. in sein Amt einaesührt.
H. Büdingen, 7. April. lGcmeinderatssitzung.i Bisher bestand in Büdingen die Einrichtung, daß die nickst gepilasterten O r t s d n r ch s a h r I r n durch Personen, die vom .Kreis ange- iwmmeil und bezahlt wurden, wöchentlich zweimal gereinigt wurden. Tie Kosten hat die Gemeinde der Kreis lasse ersetzt und dniin wieder von dcn Gebänbe lind Grmebsttietsanliegeru ans die Länge ihres Anwesens berechnet wieder erlt-oden. Das Großh. Kreisamt kündigt dieses Verhältnis. Vom Bürgerin e i ste r wird die Uebernahme der W es aisttreiuigung aller Straßen und Gassen durch die Stadl emvsohlen. Tie Angelegenheit wird dem Gemeinderat nochmals in einer der nächsten Sipimgeil beschäftigen, nacktdem cinc Anträge bei den Anliegern an den Straße» der auswärts gelegene» Stadtteile erfolgt sein wirb. — Weiter wirb ein Schreiben des Großh. Kreisamts zur Kenntnis des Gemeinberats gebracht, in dem mitgeteitt wurde, daß die Ortsdurchsohrten in'der Tüdelsheimer- und Hammer straffe beträchtlich erweitert wurden. — Die Nenn »tage des Wildenstein Wegs über den Schiagacker wird genehmigt, wenn die Verhandlungen über Erwerb von Gelände mit der sürstl. Verwaltniig zum Abschluß gekommen sind Die sürstl. Rentlammer ist bereit, bns nötige Gelände zum Wildensteimoeg gegen stabt. Gelände in der Hammerwiese zu einem Weg nach der Schneidemühle nmzistauschen. Ein Vorschlag der sürstl. Rentkammer siudet vorerst nicht die Bewilligung de» Gcmeinderats. Tie Einsüh- riing der Gasleitung in den neu anzulegenden Wsldensleiiuvag wird beschlossen. — Tie Landeshypotl, ekenbank D a r inst a b t fragt g„, wann die letzten verdinglich sestgelegten Ab Hebungen »an dem Anlehen, das die Stadt vor 2 Jahren bei der Bank angeiwmme» habe, erfolgen sollten. Ter Bürgermeister gibt bekannt, daß größere Beträge nickst meist nötig würden. Beigeordneter Dotter regt an, daß aller Wahrscheinlichkeit nach IN den nächsten Jahren an eine Erweiterung der Wasserleitung herangetreten werden müsse, und gibt zu bedenken, ob es nicht ratsam sei, sich heute bas noch bei der Landeshvvoiheken bank zur Versüguna stehende Kavital zn sichern. Tie Bürgermeisterei wird beanstragk, mit der Verwaltung der Bank zu ver- handeln. oh der Vertrag über Abhebung des Geldes nicht noch ein Jahr verlängert werden könnte
Krris Lautcrlmcks.
~ Laulerbach, 8. April. Der seit Montag Herr, schenke Südweststurm hat in den Waldungen und an den Straßenbäninen große Verheerungen angerichtet. Auf der Straße nach .Her bst ein wurde am Südausgange der Stadt ein mächtiger Lindenbanm glatt über dem Erdboden abgerissen und durchschlug das ganze Telegraphen- und Telephonnetz. Mit knapper Not entging ein Mrlchfnhrwerk der Zertrümmerung, das in demselben Augenblick die Stelle passierte.
Kreis Friedberg.
— Reichelsheim, 9. April. Am 12. April d. I. sind es 40 Jahre, daß Ober-Postsekretär Z i n se rin Reichelsheim sWetterau) in Dienst getreten ist, und am 24. Mai verwaltet er das dortige Postamt 36 Jahre lang. In dieser Zeit ist das Postamt das bedeutendste Landpostamt der Wetlerau geworden, was nicht zum mindesten seinem eifrigen, pflichttreuen Vorsteher zu verdanken ist.
Hessen-Nassau.
++ H erborn, 9. April Am Mittwoch nachmittag 1.45 Uhr wurde der 26 jährige Hilfsheizer Jos. Feußner. der in Herborn stationiert ist, beim Ueberschreiten der Gleise in Herborn von einer Maschine überfahren und sofort getötet.
x Waldgirmes, 8. April. Bürgermeister Bernhardt, der schon 34 Jahre an der Spitze der Gemeinde steht, wurde wiedergewählt.
— Frankfurt a. M., 8. April. Die Jungtiere des Zoologischen Garten ersrenen sich alle der besten Gesundheit imb gebeiben prächtig. Die beiden Jungbären verlassen jetzt schon häufiger ihre. Höhle und nehmen mit dem größten Appetit an den täglichen Mahlzeiten der Mutter teil. Mit tävvisckten Schritten folgen sie der Mutter und ersrenen das Publikum durch ihre unbehotseneu, possierlichen Bewegungen. Tie beiden jungen Pumas sind lüchtiq gewachsen und schon größer als eine ausgewachsene Hauskatze. Sie zerren krästig an den großen Fleischstücken, nnd Lotti, als gute Mutter, wartet geduldig bis ihre beiden Sprösslinge gesättigt siich. Der slinge Tiger wird noch von der Hündin gesäugt, die ihre Pilege- finb mit größerer Sorgsalt umgibt wie ihre eigenen Nachkommen. Die beiden jungen Löwen befinden sich noch in ihrer Wochenstube imb werben vom Wärter, soweit es dessen Zeit erlaubt, gezeigt. Das vor ungesähr 2 Wochen geborene Caapmann-Zebrg wächst zusehends. Ten, Ganges-Gavial, dein Glanzstück der reichhaltigen Krokobilsammlung scheint die Operlttian < Kieferersatz) gut bekommen zu sein. Er hat sich an den künstlichen Oberlieter sehr schnell gewöhnt und wenn er auch vorläusig noch nicht selbständig frißt, so ist doch berechtigte Hossnnng vorhanden, da» wertvolle Tier unserer Sammlung zu erhalten.
X Bad Orb, 8. April. Zwischen der Verwaltung der Bad Order Kleinbahn und den städtischen Körperschaften schweben Verhandlungen, welche den völligen Umbau des Balmhossgebätides und der Bahnanlagen bezwecken. Dieses ist auch deshalb besonders nötig, weil die für den Truppenübungsplatz notwendige Förderbahn nach dem Haieltale bin größere Ansprüche an den Verkehr stellen ivird. Diese Färber bahnaulage durch das Haseltal hat den weiteren Vorteil, daß die Zuführung aller Materialien für die Herrichtung, des Lagers aus der Höhe der Würzburger Siraße vom Gebiete der Stadt ielbst terngehalten wird. _
vermischte«.
— Tie elektrische Beleuchtung aus der Lust. Aus Madrid wird berichtet: Der spanische Grrfinber Josv Jnliait Jgleiias B l a n e o , der erst kürzlich durch Experimente, i» denen er Dvnamit mit Hilse ultraroter Strahlen entzündete, Anisehen erregte, hat am letzten Samstag III Poznelo bei Madrid eine neue Ersinbung vorgesührt, die bestimmt scheint, in d--r Weiterentwicklung der ElcklrizitätSliibiistrie eine bedeutende Rolle zu spielen. Mit Hilfe einer Anzahl Antennen und selir sinnreich gebauter Apparate ist es Jglesias Blaneo gelungen, der Atmosphäre elektrische Energie z» entziehen unbenutzbar zu machen. Tie Versuche saudei, aus dem Grundstück des Sheridan Garrattschen Besitzes stait. die Antenne» waren ans hölzerne» Türmen von 10 12 Metern Höhe außerhalb des Tarse» aus einer Hngetknpve auigcrichlct. Die Apparate Blancos nahmen elektrische Kraft bis zu einer Spaiitlimg von 60i>0 Polt aus: bei der Umleitung schrumpste diese Energiemenge zwar zu 150 Volt zusammen, aber im Garraltscheu .Hause kannten
Ein vernachlässigter
Schimpfen rächt
sich ojt bitter. 2G9(it)


