Ausgabe 
6.4.1914
 
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A»>» Stadt und Land.

Gießen, 8. April 1914.

Dir hessischen Sparkassen im Fastee 1912.

Wicht lrtniflcr ak- '>09 435 i£iitlc<icv hatten zu fV fltiwt des Jahres 1912 tu 32 öffentlichen Sparkaiscn^» wli dem (5Jffc9 tti'm 8. Auqnst 1902 unb 10 ionftiflen -=pni> ffpieti ein Gesamtguthaden von 384 185143 Mark ; der In- gang der Einleger tsadrend des JähreS betrug 41201, iht 2kdganq 29 503, jo dag insgesamt 11618 Sparer mein gegen das Vorjahr verblieben.

Die Einlagen nahmen demgemäß »in 88 80,912 Mark;», hie jirii mit heit Zinsen, des JahrcS z» einem 61.' jamtguthaben der hessischen Zparer von 181928684 Mt. am ^ndc der- Jahres >912 vermehrt hatten. An 'Attieii- vermögen wiesen diese 42 Kasten gegen n.ndc des Bcrichis- iahres 417 492 862 Mark aus, denen ein RescrveföndS von 27140 264 Mark zur Leite standi an Berwaltnngskosten bcan'pruchicn sie 686 714 Mark. . .

Was das (Guthaben der Einleger aiidetrijst, so darf die Ttädtische Lparkasse zu Mainz siir fid> den Ruhm in 'Anspruch nehmen, mit,43801625 Mark die grösste zu sein: sie hat 84555 Einleger. ES folgen dann die städtische Lparkasse zu Tarmstadt mit 88007 068 Mt (46089 Ein leger , die Städtische Lparkasse zu Worms mit 87 604 821 Mark '21 84? Einleger, die Mainzer Bezirkssparla,,e mit 28151 247 Mark 18 827 Einleger!, dir Bezirkssparkassen zu Groß-Gerau mit 21728651 MI 111,98 Einleger, zu Zeppenheim mit 20187,257 Mk. ,20 778 Einleger>. zu Ot,en- Vach mit 20185 257 Mk. ,20 778 Einleger' und ZU Gießen mit 20087 870 Mk. >20 778 Einleger'.

Al»ch hinsichtlich des R e se r v e s o n d s steht die Main zer Liädiiiche Spartasse mit 4 5487,04 Mk. an der Spitze; dann iolgen Worms mit 4 422 430 Mk., die Kreissparkalse ;u Bingen mit 2 849 986 Mk., die Städttsehe Sparkasse zu Tarmstadt mit 1955190 Mt . die Bezirks,partasse zu Ofsenbach mit 1 761 897 Mk., zu Groß-Gerau mit 1 Ii88k9 Mark und '.lliainz mit 1 (1A> 885 Mk.

T ie höchsten B e r io a I t n n g S k v st e n haben, so schreibt die amtliche Tarmst, Ztg, die s-tädttschcn Spar 1 aifeu zu Mainz 1 68560 Mk.j. Tarmstadt <67 967 Mk), Worms ,46 996 Mk. >, die Brzirkssparkasie zu G i e st e n ,87 348 Mk.), die Städtische Sparkasse zu Ofsenbach (85 877 Mark, die BczirkSsparlassen zu Groß-Gerau ,82818 Ml und Mainz (31 987 Mk.

Automobitverbindung WieseckGieße»?

Wir berichteten seinerzeit, das; in Wieseck eine Bewegung im Gange ist, die die Gründung einer <9. m. b. Sp. für regel­mäßigen A»tomobilverkehr WieseckGießen znin z-Ziele hat.

Wie uns hierzu aus W i e s e ck mitgeteilt wird, fand bereits; gestern eine Besprechung zwischen den in Betracht kommenden Herren und Vertretern der Adler-Werke Frankfurt a.M. statt.

Bei einer noch weiteren Verzögerung des elektrischen Bahnbaues soll die Gründung unverzüglich ins Leben ge rufen werden. Von den Adler-Werken ist das weitgehendste Entgegenkommen zugesichert worden.

Der Großberzog hat dem Jabrildircktor Dr. August Cleini» zu Mannheim den erblichen Adel de? Großh erzo atum S mit dem Familiennamen Elemm von Hohenberg verliehen.

** Der Provinzialdirektor Gehcimerat Tr. Ilsinger hat heute einen, vicrzehntägigen Urlaub ange- treie». Tie Amisgeschäfie nxihrend dieser Jett versieht Regierungsrat De Icker.

** Das SchauspielW a h r h e! t" von Kart Adoli Metz ist am gestrigen Sonniag nachmiitag im Siadttheater zuin zivciien Male zur Aufführung gelangt. Das Haus war etwa zur .Hälfte der Plätze besucht; Sperr­sitz und Parteitplätze waren besser als die oberen Ränge besetzt. Das Pnbiiknm spendete, wie bei der ersten Ansfnh- rung, dem Spiel lebhaften Beifall. Es mar ani Samstag folgendes FlngWatt verbreite! worden:

Gießcnv den 4. April 191!. An sämtliche Interessenten, des Gießener Stadttheaters! Bon Tlieaierbeiuck.ern. welche der llrauiiübrung des SchauspielsWahrheit" von Karl Adoli Metz am vorigen Sonntag beigcwohnt haben, wurde derGießener Anzeiger" gestern ersucht, folgende Notiz eventuell als 'Annonce -n seine heutige Nummer auszunehmrn;

Stadttheatci" Angesichts der einander widersprechen den Reecnsionen über das Lchaujvicl von Hart Adelt Metz Wahrheit" werden unbefangene Beurteiler dringend er­sucht, der am Sonntag Nachmitiag stattsindeiiden zweiten Ausführung bcizuwohnen."

TerGießener Anzeiger" hat diese Ansnahinc vcrtvcigeri, weshalb die Unterzeichneten, welche der nenlichen Borstellnng mit Interesse beiwohnten, genötigt sind, ihr obiges Ersuchen aus diesem Wegebau ihre Mitbürger gelangen zu lassen. Dr. Büchner, Arzt. Tchlieider, Rechtsanwalt. Trümvert, Staats- anioalt.

Wir bemerken dazu, daß die Redaktion unseres Blattes von dem der Geschäftsstelle angebotenen Inserat erst Kenntnis erlangt hat, als das Inserat in der vorliegenden Form^abgelehnt ivorden war. Die Ablehnung erfolgte, weil das Inserat nicht unterzeichnet und aus seiner Abfassung die Absicht herauszulesen war, daß der von uns verössentlichten Besprechung Voreingenommenheit vorgehal­ten werden sollte. Biireauvorsteher Rühl tvar als Einsender telephonisch ausgeiordert worden, an dein Wortlaut einen Ausdruck abznäitdern: er tat dies nicht, und die Verösfenl- lichung unterblieb. Wäre die Notiz der Redaktion zugegange», so wäre sie im redaktionellen Teil ausgenommen worden. Tenn wir hätten die Möglichkeit gehabt, auf die in dem Inserat erwäbiiten Kritiken näher zuriickzukommen. In der auswärtigen Presse waren nämlich nach der 'Ans iührung Urieile erschienen, derenUnbefangenherr" und Sachkenntnis einer ernsten Prüfung sicherlich nicht standhalten würden.

"NeueReichs nt n n z e n. Füns m a r k st ü ck e mit dem .Kops des Königs Ludwig III. von Baneru und Drei Markstücke mit den, veränderten Bildnis des Mecklenbnrg- Sirelitzer Regenlen sind jetzt in den Perkehr gekommen ** Heber die Fahr- u nd Fachschule wurde am Samstag abend in einer össenilichen Versammlung verhandelt, die im RestaurantZum Pfau" stattfaud. Bor tragender war 8 S ch wa p p a ch - Frankfurt a. M . der aus seiner reichen Erfahrung heraus die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der ErriGtung einer solchen Schule auch in G i e ß e n nachwies. So lange der Nachweis der Befähigung für das Fuhrgenxrbe noch nicht gesetzliche Vorschrift sei, meide eben für alle interessierte» Kreise die einzige Hoffnung, ans diesem Wege in der Heranwachsenden Jugend, und zwar in den Reihen der Fortbildungsschule!', einen genügenden Stamm an für ihren Beruf praktisch und theoretisch vorgebildeken (Kespa,inführern heranzn-

ziehen Die Bestrebungen des Verbandes der deutschen Fahrschule» haben bei den verschiedenen Behörden, bei Stadtvernmttuiigen, bei der Polizei, bis hinaus in Mini

sterien, reiche Unterstützung gefunden. Auch Pferdesckmtz- Bereinigungen und andere Tierschutzoereine, die Gespann, besitze:' und die ganze Dekientlichkeii rinden zwar langsam, aber stetig immer mehr Anerkennung für die Ziele der Fahr und Fachschule So ist denn zu erwarten, daß sich mit der Zeit iiberail die ikrtenntnis Bahn brea>en wird, daß die wachsende Verkehrssicherheit »nd die ratio nette Aiisniitznng und Schonung der Pierdekrast die aus zuwendenden Kosten für sackiiiche Ausbildung und ent­sprechende Eiittvtznuiig tüchtiger Gespannführer mehr als einbringen werden.

** Verhaft n n g e i n e s Z u ch t h ä u s l e r s. Ter Ausbrecher H v r n m nun, der nach Aburteilung des Antts- gerichls G r ü n b e r g zu v i e r I a h r e n Zuchlhau s ans dem dortigen Gefängnis a n s g e b r o ch e n war, lvurde heute vormittag 11 Uhr ans dein Asterweg erkannt und gestellt und nach einer Versolgiing von einem Gendarmen und einem Schutzmann verhaftet.

** E i ii n e n c s W i, renh a n s. Die Firma Geschw. .1 n v p s in Karlsruhe, eine große süddeutsche Warenftans- sirma. hat in der Schulstraße das Geschäftshaus von A. G o l d s ch m i d t aus zehn Jahre gemietet. Das Haus, die frühere alte Siadipost, wird an seiner Außenfront und im Innern tut Erdgeschoß und ersten Stockwerk vollständig nm- gebaui und erhält auch nach der Wagengasse hin zusammen acht Schaufenster, Der Inhaber der Firma Goldschmidt gibt sein Geschäft am l. Juli d. I. vollständig aus.

E i ii Geschäftshaus a n o 'Set o ii. Bei de», Wirsig- schen Neubau am SetterSweg wird zurzeit ein enter Versuch mit einem .außer der Frontmauer, voltstäubig aus Eisenbeton hergesletlten Geschäfts und Wohnhaus gemaä,. Statt der ivegeu Raumersparnis fortiallcndcn rechts» und linksseitigen Brand­mauern hat uian nicht nur Eisenbeto» gewählt, sonden, auch sämtliche Zwiünendeäe» bis untre das Dach werden in diesem Material hergcsteilt, so daß der Bau au sich pollstäiidig Feuer­sicherheit erhält, da tu den, eigentlichen Bauwerk kein Holz An- ivenduug gesunden hat.

7 I l be r II e H o ch ji i t seiecu am Dienstag Heizer Lorenz (8 o t 1 o (in e n e r und Dran, Echifsenberqer Weg iw.

*"TieBckämvsungderMakariainJeriisale ui'. Während der Kaiserreise nach Palästina 1898 gewann die Kaiserin tiefe Einblicke in das furchtbare soziale Elend, unter dem der größte Teil der dortigen Bepölkerung seit Jahrhunderten ichmachtet. Aut ihre 'Anregung bildete iidi eine GeselO'chast, die es sich in erster Linie zur Ausgabe machte, die Boltsgeißel des heiligen Landes, die Malaria, zu bekämpieu und dadurch das Bott aus dem nller- schlimmsteit Elend der Menschlichkeit wieder näher,usühreu. Welchen Eriolg die Gesellschaft seit ihrem Bestehen errungen hat, davon berichtete gestern abend Ministerialdirektor Geheimrat K irchner Berlin. ini'Frankinrler Hoi zu F r n n k i II r t vor einem erlesenen ZuhörerkrciS von Medizinern und Vertretern der in Palästina wirtickastlich und sozial wirkenden Körverschaftrn. Tie 1912 zur Ersorichuug der Malaria nach Ferusaleni ausgesandte Expedition unter Leitung von Professor Nüchlcns bat in engstem Zu­sammenschluß mit. der Geseltschast jüdischer Naturforscher, der Nathan Strauß-Hamburg die Mittel zur Veifügung stellte, vor­zügliche Ergebnisse erzielt. Sie stellte fest, dal; als Haupt- träger der Malariakeime die im ganzen Lande üblichen Z i ft e r - n en in Frag'' kommen. Von etwa 8000 umeriuchteu Versouen litten 2000 an dieser Krankheit. Bei den Juden stellte man 87 Pro;., bei JEicn Arabern 29 Pro;, und bei den Europäern 7 Pro;. Malanakrauke fest. Tie Ervedition ordnete zunächst den völligen 'Abschluß der Zisternen durch Decket an und erzielte da durch fcifort einen nennenswerten Rückgang der Seuche; sodann bebaudelte man die Bevölkerung mit Ehini». Beide Maßregeln haben sich bis heute außerordentlich bewährt. Man hoiit, wenn erst das Land vlanmäßig aus diese Weise bearbeitet ist, Palästina in wenigen Jahren ganz von der Malaria zu befreien. 'Außerdem wende die Expedition ihre 'Ausmerksamkeit anderen Votksscuchen zu, die in den ianmiervotleit Wohnungen der Juden ihre stärksten Brutherde besitzen: io dem Tvvbns, »er sehr erhebliche Opfer fordert, dem in drei Erscheiiiungssormen auitretenden Rücksall- steber, de» mancherlei Tarmkrankhcitcn und endlich der verheeren- ben ägyptischen Augeiikeanihcit. Zur Förderung dieser Interessen und zur Unterstützung der türkischen Kulturaufgabe» hat sich jetzt eine d e u t s ch - t si r k i s ch e B c r e i n i g u n g gebildet, die bereits in zahlreiche» deuticheu Ltädten Ortsgruppen besttzt.

* Kleine Mitteilungen. Nach denc Jahresbericht zäblte das Gymnasinm Philippimim in Marburg zu Ostern 228 und die Oberrealtchule mit Resorin-Rcoltzttmiiasium 498 Schüler.Im Gebäude de, Gr. Taubstuuinienaustalt zu Fried l> erg fand gestern vormittag die Prüfung der taubsluinmen Kinder statt. 64 Kinder besuchen die Anstatt, welche bei Friedberger Familien unlergebrachl sind.

Koiiknrsc in Hessen. -I» dem Konkursversahrcii über das Vermögen des Händlers Georg Peter Z ö r q i e b e t von 11 n le r-M o ss a tt n't Schlußlermi» aus Mittwoch, 22. April 1914, nachntlllags 4 Uhr, vor dem Amlsgeriehr Plichetstadl i, O. bestimmt. lieber das Vermögen der Firma Richard Een tu er Aachs,, Alteiniubabcr Anton W a ld, Fabrikation von Reisetasche» i» O'skenbach a. AI., ist am 3l. März das KoukurSoersabren eröffnet. Ter Äertehtstaxator Johannes N i e d e r b o ! zu Oncnbach ist zum Koiiknrsvermalter ernannt. klonknrSiorderuugcii sind bis zum 25. Mai 1911 bei dem Llmls- geeichte Ottenbach anziinielden. In dem KonknrSversahren über das Vermögen der Firma .Johann Weder S; Co., E, !>. H." zn 61 r i e S he i m in an Stelle des verstorbenen Konkms- vcrwalleis Ernst 29olss in Tarmstadt der Kanimann Friedrich Cvar sch neider zn Darmstabt besieNt worden. Das Konkurs- verlahrc» über das Berniögen de; K ourad U t h und seiner Ehe- kra» Maria geb. Becker zu Litzelbach ist cingeslcllt, da eine den Kosten des Vcrlahreus eutspiecheiide Blaue nicht vorhanden in. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Schiffers Johann Schmitt IV. van 91 e ck a r - S t e i n a ch ist Vcraleichs- terinii, aus Freilag, 24, April 1914, voinnttagS 9 Uhr. vor dem Mropherzogl. Amtsgericht Hirschhorn anberanmt. lieber das Vermögen des Friedrich Breth, zuletzt in K« t t« » h e i m . setzt in Atze >), und seiner verstorbene» Eheiran 2ldetheid geb. Heinz ist das Konkursveriohren eröffnet. Ter Bnreauvorsteher Adam Schmitt bei iliechtsauwolt Dr. Baum in Alzey ist znm Konkursverivatter ernannt. Konkurslorderlnigen sind bis zum 25. 'April 1914 bei dem Amtsgerichte Alzey nuzymcldc».

Landkreis Gießen.

I. Rödgen, 6. April. Bei der am Samstag hier statt- gehmdeycn B ürg e r m c i st e r w a hl erhielt Ludivig Kraus, haar II- 53, Heinrich Wilhelm Stein 49, Ludwig Kloß'll, 32 und Johannes Wagner IV. 5 Stimmen. Ed muß daher eine Stichwahl zwischen Kraushaar und Stein stattfinden.

^ Großcn-Bnseck, 6. Avril Dieser Tage sa»d die Ausstellung der Handarbeiten unserer Schulen statt. Ter Besuch war sehr rege und man freute sich altgcmein über die geschickten Hände unserer Kleinen, die ihre Kunst von dem e»>- sachsten Strickstrumpse bis »um schönsten Stükerei-Handspruch zeig­ten. Man dankte der Lebrerin für ihre großen Auiwendungcn und äußerte den Wimsch, dock, iedes Jahr eine solckw Klusstellung zu veranstalte».

4- L i ch ,-5. April. Das schöne Frühlingstvetter brachte szcule auuergewöbnlich starken Touristenverkehr. Ausslügler und Waudervereine. die zuiiieist den Weg durch das schöne Gottes- ackertal nach Kloße, Arnsburg nahmen oder von dort kamen, belebten^,insere Stadl. Unter anderem batte die Touristenveremi' gungFr a n ks u rter Wänderfreund c", die bei sehr zahl- reniHT Beteslsgung von Da nie» und Herren von Bad-Rauheim über steinmrth. Münzenberg und Arnsburg gewandert tvar, unsere «>tadt als Wanderzicl auscrfehen.

-Ul. Hu »ge», 5. April. Im »ahez» vollendeten 70. Lebens» >9hre starb der langsährige Präsident des Krieger­

ve r e ist i b e; i c tz HungcII desHasüo'-Perbandes, Uhr- uiacher Gustav Weck von hier, und wurde heule mit militärischen

E hren zur letzten Ruhe bestallet. Eine Abteilnno der-Gießener RegimeiNskapelle schritt den, Tranerzuge voran, in dein sich ver­schiedene Vcrenie mit ihren Fahnen beiaudeu, 'Am Grabe legten 'Bürgermeister Fendt im Aauien des Kircheilvorüaiides, dem der Verstorbene lange Jahre »gehörte, der Präsident der KriegervereinslXjirks Lonbach, Ritter, ii» Aanie» des Präs,diu,»l des »Hasl'iaE-Verbondes und d,e Präsidenten der erichienr!,en Per- eine des 'Bezirks Hnnqe» Kränze »iedcc. Der Persiorbcne hatte a» -den Kriegen von ltztztz und 1870 71 leilgenomnie»

Kreis Büdingen.

^Büdingen, 5. 'April. Tas goldene Jubiläum kouule dieser Tage die liienne K ra ,pk e n v i l e o e st a t i o » ieieru. Die Station wurde aui Veraiilassmla der Fürstin Thekla ins Leben ge- r»!en und erhielt später zun, -Andenken an die Fürstin Alathilde den Nauicn A! a t h i l d e n - H o > v > l a 1. J»l Herbst 1308 wurde da» neue Krankenhaus in'Benutzung genommen. So blickt ich; die ?lultait aui ein holdes Jahrhundert treuer Tia!o»,sseliorl-e>t in unserer Stadt zurück.

Krcis Frikdbrrg.

^ r. Bad-Nauheim, 5. Avril. Unter Vorsitz des Herrn Sladlvcrordnesei, K nipp hielt der Ortsgewerbeoerein gestern abeud seine 26. Ltauvtversammluno ab. Der Verein nni- tchließt 128 Mitglieder. Die Einnahmen hetrzigen 604 Mk., die Ausgaben 574 Mk. Das Konto der Sonntagszeickstn- und gewerb­lichen Abendschule schließt ab mit 1711 Mk. Einnahmen und 1662 Mark Ausgaben Tie Schulen waren besucht von 48 bezw. 85 Schülern. Ter Bausands, der vor einigen Jahren zwecks Erbauung einer Gewerbeickucke begründet wurde, hat die Höhe von 2584 Mk. erreicht. Ter seit Begründung des Vereins im Jahre 1888 dem Vorstand angebörige Schreinermeister Krug seu. uiurde aus-ein- stimmigeu Beschluß der Bersanimluna zum Ehrenmitglied des Ver­eins ernannt. 87 junge Leute, dgrumer l Kloidermackierinneu, mel­deten sich zur Gesellenprüsung,

k. B u tz b a ch , 4. Avril. In der G e Ul c i u d e r g t s s i tz u n a von, 8. April begründete O v v e » I, c i m e e seinen Antrag, bete. Ucberlassüng der Turnhalle an alle politischen Parteien, üaulit, daß es der sozialdemokratischen Partei hier nicht möglich sei, ein geheiztes Versammlungslokal in, Winter zu erhalten, im Sommer sei ihr die Markthalle zur Verfügung gestellt worden. Er hält diesen ^Zustand für unwürdig und bittet seinem Antrag zuzusstm- meu. Tröster ist gegen die Ueberlassnng des Veeeistshauses an vatitische Parteien, da es beute zum größten Teil als Schulbaus benutzt luürde und dadurch Störungen und Unzusrkedenbeit ver­ursacht werden. Bürgermeister Flach inacht daran, ansmcrksan,, daß die Turnhalle an den Turnverein für alle Wocheuabende ver- vachtct und nur Sonntags frei sei. Würde am Sonniag eine Per» sammiung darin abgehalten, so müßte die Halle Montags früh wieder in Ordnung sein, da sonst der Schnlturnuuterricht gestört würde. M etzger bemerkt hieraus, daß Politik nicht au>s Rathaus gehöre, aber uiau könne ja, loenn das Lokal verlangt würde, von Fall zu Fall darüber entscheiden und solle sich nicht binden. Gem. Heil vertritt die gleiche Ansicht. He yd ist der Meinung, man solle der sozialdemokratischen Partei, der es ickyoer satte, ein Ver­sau,mlungslokal zu erhalten, in, Winter den Turnhatlenraum zur Persüguug stellen. Nachdem O >> n a ck e r und M ü l l e r noch zur Sache gesprochen, stellte Tr. Bogt den Antrag; dem Bürger­meister die Besugnis z» erteilen, die Ttirnhalle außer au gemein nützige Vereine auch an volitisehc Vereine abzugebeu mit der Ein­schränkung, daß die Erlaubnis nur einem hiesige» Eimoohner erteilt ivicd, der sich verpflichtet, für allen Schaden auszukonimen und den ihn, zur Persügiing gestellten Raum wieder in Ordnung bringt, damit der Vertrag mit den: Turnverein nicht gefährdet werde Tiefer Antrag lvurde eilistinimig angenommen. Ovvcnheiiuer begründet seinen seinerzeit eiiigcbrachtcu An­trag betrcssend Nachlaß der F i l i a l st e u e r dem hiesigen Konsumvereinach Art. 16 des G. u. G., der seinerzeit vom Bürgermeister Flach incht zugelassen worden ist. Aus seine Eingabe an Größt,. Kreisamt Friedbcrg sei ihm ei» Bescheid zu- gcgangenz uacb diesem sei in gewisser Hinsicht ein Nachlaß zu­lässig. Er spricht alsdann über die Filialsteuer in, allgemeinen und ist dee Meinung, daß sie ungerecht sei. Er schlägt vor. den, Konmuivereiu einen Nachlaß von 7>0 Pro;, zu gewähren und mackst daraus ausmcrlsam. daß im Falle der 'Abtchuuug der hiesige Konsumverein sich von dem Gießener Verein trennend sich selbständig mache, wodurch der Stadt etwa 200 Mk. Steuer verloren ginge». Tr. P o g t widerspricht de» Aussagen Ovven- hcimers. Ter Gemeinderat sei nicht berechtig,, einen Nachlaß zu bewilligen, da bei dem Konsumverein kein 'Notstand vorhanden sei. Metzger erörtert genau die Steuerverhältnisse und ist eben- salls gegen den Nachlaß der Steuer, da er dies für uugesetzlick, hält. Er betont ausdrücklich, daß ein Erlaß nur dnrch 'Aenderuug der Ortssatzung staltsinden könne. Oppenheimer teilte diese Ansichten nicht und bemerkt, daß der Konsumverein gar kein Ge­werbe betreibe, soudetu dieser verteile nur dic Nahrnugsulittcl uiw. au seine Mitglieder. Hieraus wurde über den Antrag abgestimmt, der mit Stimmeumcbrheit ab ge lehnt wurde. Heyd enthielt sich der 'Abstimmung. Ter Bauausschuß beantragt den Ankaus eines von Geometer S a u e r gcserligteu O r t s ü b e r s s ch i s - planes zum Preise von 180 Mt. Ter 'Antrag wird genehmigt mit der Bedingung, daß der Plan noch von Sauer dem Wunsche der Stadtvcrtrclung entsprechend vervollständigt wird Ein zeichnung der qauze» Feldgemartüiig, der genehuitgleu und pro­tektierten Straßen- und Baust,ichtlinieu Mid Einschreibu»» de,' Flur und Nr. der einzelnen Parzellen Tas Gesuelt der Butz buch Lscher Bahn, um E I Ul ä ß ig u I,g des elektri­schen Strompreises aus 80 Pfennige für die Kilowatt­stunde, wurde tvegen des geringen Verbrauches abgelehnl. Nach einer R e v > s i o n S b c m e r k u » g des Gr, 8 > e i s a u, t S Friedberg zun, Bor au schlag des Armenfonds für 191.4 wird vorgeschlagen, den Z u s ck u s> der Stadl um rund 8000 Mark z» erböbeu, da die int Voranschlag vorgesehenen Mittel, besonders dos Betriebskapital zu niedrig eingestellt seien. Diese 8000 Mark wären durch Erhöhung der Umlagen ausjubriugcu Teni Vorschläge lvurde n i ei; t st a t t o c g c b c n , da bis jetzt die Substanz des Vermögens des Armeusonds noch nicht verringert trorden sei und auch nicht verringert werde. Ergebe sich bet dein Rechnungsabschluß für das Jahr 1918 ein Fehlbetrag, ivas vorausliehtlick nicht der Fall sein dürfte, so soll er vorlagsweise aus der Stadttasse bezahlt und durch Ersparnisse in den soloenden Jahren oder dnrch Uebernahme von Kosten des Armcnsvnds am die Stadt, gedeckt werden. Eine Erhöhung des Betriebskapitals sc, nicklt nolivendig, da die Stadt zu toder Zeit den, Armeusonds borlagStveise Betriebsmittel zur Verfügung stellen könne, dic am Jahresschluß von dcm Armeusonds der Stadt znrückzuzahle,, lind.

Hessen-Nnssau.

r. FellingShanseii, 5. ?lpril. Bei der am Sams­tag, den 4. d. Mts., slattgesnndciien r germ e ist c nv a h l wurde der seitherige Bürgermeister Wagner einkliinmig miede rgcinählt, Wagner verwaltet jetzt sein Amt 16 Jahre. Gleichzeitig ivnrde Gaslivirt L. Ger lach aus Bieber als Stcttvertrcter wiedergcivählt.

sl Marburg, 5. April. Am Freitag nachmittag waren über 1000 Menschen bei der 1 1 Stunden südlich unserer Stadl idntlilch qclegencn N ehe brücke zusanimenoetommen. UNI einen Tmuber IN Ausübung seines Berufs zu sehen. In, letzten Herbste ereignete sich bekanntlich aus dieser Brücke ein 'Autvuuiall. Tas Automobil rannte damals mit voller Wucht gegen die auf der Brücke »u Geländer angebrachke große eiserne JuschrittcMascl, so daß dieie unk samt dem Slcinsockel aus großer Höhe in die dort sehr tieir 2(,bn nel. Um ein Haar hätte das dicht besetzte 'Automobil dasselbe Schicksal ereilt. Gestern gelang cs einem aus Köln herbeibcorde, tfr'lr -Nuchec. die Tafel und den Brückcnslcin nach batbsttindlger -krbczt an emenl Flaschcnzug zu brscstigen und tvieder auf die Brücke zu bringcn.

. . 7^7'^ "9 a u , 6. Avril. In der Nähe von L a II g c n s e l -

dvld bei Hanau hat sich am gestrigen Sonntag nachmittag ent s o l g e n s ch w c r e s A u l o m v b i l u n g 1 sj ck ereignet Ein mit süns Personen besetztes Llutomobil, das der Metz-