Ar. 76 * Dritter Blot
Erschein! täglich mit Ausnahme bei Sonntags.
*64. Jahrgang
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»Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, dar „iireisblatt für den Urei» -letzen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschastlichen Seit- tkagen" erscheinen numariich zwennat.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger sür Gberhesjen
Dienstag, 3*. MärzW4
Rotationsdruck und Verlag der Brüht'schea Universttäis - Buch- und Steindruckereu R. Lange, Gießen,
Redaktion, Exvcditron »»d Druckerei: Schul« ftraße 7. Expedition und Verlag: e=a»»:’>l. Redaktion,112. Tel.-Adr.: AnzeigerlSieben.
protestversammluna des Goethe-dunes gegen eine neue „lex heinze".
^ B e r li>, 29. März.
Untec^dem Vorsitz von Tr. Ludwig Sulla hielt heute im Vlüthncr-Saal der Gocthebund eine Prolestreiammtung ab. die lich gegen die Novelle zur Gewerbeordnung, de, sog. Geetzentwurs gegen die Gefährdung der Jugend richtete, ln Vorsitzende Tr. Ludwig Fulda führte als erster Redner ais: Tie Goclhebündc lind entstanden, als man das Treiben des ;s»hältcrs Heinze zum Anlass der Fabrikation eines Gesetzes nahm, .reute, nach l4 Jahren, lieht wieder ein solches Gesetz vor der Tür. ssür den oberiläclrlichen Blick sieht der neue Gesetzentwurf harmlo- aus, und auch wir hätten ihn vielleicht harmlos hingcnommcn, wäre unsere Wachsamkeit nicht durch allerlei Wettcrzetchen geschärft worden. Es tritt hier wieder der alte Feldzug gegen alles Nackte in der .itunü zu Tage. Wen kann die Kunst denn überhaupt verderben? Leute, sür die man zittern mutz, die Kunst könne sie verderben, sind gewöhnlich solche, an denen übcrhouvt nichts mehr zu verderben ist. (.Heiterkeit und „Sehr richtig!") Nachdem eine ganze Reibe Verurteilungen durch Landgerichte erfolgt waren, hat der höchste deutsche Gerichtshof, das Rcichsgerickit, erklärt, daß ein Kunstwerk nicht schon deshalb unzüchtig sei. weil es nackt ist. Das Reichsgericht hat dem Schöpfer, der uns alle miicinaichcr nackt erschuf, somit ein unzweideutiges Vertrauensvotum ausgestellt. iStürmische Heiterkeit.) Und nun kommt wieder c,n solches Gesetz! Mit ihm könnte all das erreicht werden, was mit der seligen lex Heinz« hatte erreicht werden sollen. Es wllim nicht nur Ichaufensterau»- stellungen verboten sein, die die Jugend gefährden können, sondern sogar die Auslagen innerhalb des Ladens. Wohin soll das führen? Ter Inhalt eines Buches oder die Ausführung eines Bildes mag noch so unverfänglich sein — der Verkäufer macht sich strafbar, wenn er sic nicht im tiefsten Kasten verborgen hält. Ter Buch- bändlerladen ist doch schließlich auch sür die Erwachsenen da. Wir Protestieren dagegen, unser ötieniliches Leben aui die Stufe einer Kleinkinderbewahranstalt her,b,»drücken Tas schlimmste an den, Gesetz ist aber, daß die Err chsene» an den Auslagen Aergcrni» :u nehmen haben in der ' rchtung. die Auslagen könnten das sittliche Empfinden der Jv 'sährden. Tas ist das Stichwort für alle Finsterlinge, für 'nd, des freien Gedankens und
für alle Banausen. (Zeh. ) Nicht nur an dem Schund
würde „Aergernts gcirommc rn auch an den Werken unserer
Forscher; das Gesetz wird G, «t vom Ladentisch heruntersegcn, und wenn es die Bibel noch ungeschoren läßt, dann sicherlich nicht, weil darin nicht solche Stellen enthalten sind, die unter das Gesetz (allen. (Lebhastc Zustimmung.) Man kann sagen, die Regierung hätte das Gesetz nicht so gemeint, wir haben aber nicht das Vertrauen zu ihr. daß sic den Gebrauch der Waste verbieten ivird, die 'ie den Reaktionären ausgelicsert hat. Wir ,vollen gewiß einen Fugcndschutz, aber auf diesem Gebiete kann alles nur in der Fa- Utilie geleistet werden. Solange Tausende und Abentausend« unter der entsittlichenden. Wohmingsnot zu leiden haben, spielt der Staat eine komische Rolle, wenn er die^Jugend — vor der Kunst beschützen will. Ecbh. Bravo!). Ter Staat verhängt der Jugend die. Schaufenster. damit sie um so deutlicher das Laster sehen kann, dos in Fl/eisch und Blut aus der Straße herumläust. In der kritischen Zgät, in der der Jugend das Blut heißer durch die Lidern jagt, ist.'jo die gesamte Jugend den sittlichen Gefahren aus- gesetzt, aber gie hat auch ein Antitoxin in sich, das sic diese Ge- 'olltzen ühe<rwinden läßt. Fort mit dem Barographen, der Kunst, Literatur und Wissenschaft zusammen Mit Schmutz und Schund aus 'die Finklagebank bringt. Man dar, die Entscheidung nicht der beartzitettn Unbildung überlassen. Tenn aus den Wachtmeister s.kommt das Gesetz ja schließlich dock hinaus. Der Staat möge dckn guten Leuten und schlechten Musikanten das Exerzieren aui de», Glatteis ersparen, denn Anspruch aut Schutz bat doch schließlich auch der Schutzmann! (Heiterkeit. . Wenn er uns vor Dieben »und Einbrechern beschützen soll, io wollen wir ihn schützen vor den» Fluch der Lächerlichkeit. (Stürm. Beifall.)
Tri. Elsaß (Stuttgart): Der Vorort der Goethe-Bünde in Stuttgihrt iKit kürzlich in einer glänzenden Versammlung in einer t>, ntscklicßung verlangt, die Novelle zur Gewerbeordnung, die ledigliich eine lex Hcinzc ist, von, Erdboden verschwinden zu lassen (Brav p').
P /räsrdent der Großen Kunstausstellung Bros. Karl Lang, ham mer In Deutschland weht stets ein leiser Wind von Pru< derie? Das liegt daran, daß es bei uns eine ganz« Rerhc von Leuten gibt, denen die sittlichen Hemmungen sehleu. Tiesc Hab len sich die Prüderie als eine Art moralische Selbst- ver sichern,lg geschaffen. (Heiterkeit Tas schadet uns nicht: icklrmm wi xb es erst, wenn diese Leute ihre Prüderie auf weitere Kreis« üi zcrtragcn ,vollen llebcrall. wo Kunstwerke zu», Bcrkau, ausstchen, ka nn das neue Gesetz cingrcisen — Ivcr schützt uns da unsere g -aßen Kunstausstellungen! Wie die Staatsanwälte selbst an- - ekannte und Ilassischc Kunstwerle beurteilen, sicht man aus ihren " Kschrcibungeu in den Anklageschriften, in denen eine Ben ns eine unbekleidete Frauensperson" ist. Wenn unsere Richter und Staats- giwältc ubcrlraupt nur fähig wären. Kunstwerke zu beurteilen, > könnten Geiverbcordnungsnooellen geschallen werden, so viel
""'Steffl alter Blaem: Warum werden derartige Gesetze >,ur in Deutschland gemacht ?gst denn unser Vaterland vor allen anderen Ländern so verkommen? Tic Begründung des Gesetze» kvnsta'iert, daß gegen Schmutz und Sckmnd die gesunde Selbit- liilfc nach jeder Richtung hin eingesetzt hat. Also iit der Gesetz- icber hier in der fatalen Lage, lonstatrercn zu mülicn, daß er ngentlich ganz überflüssig ist. (Heiterkeit und Beifall.). Dir können unsere Kinder selbst erziehen, den Büttel als Erzieher vcr-
ntten wir uns. .. .... __
Tfrou Lily Braun: Tre t"e,Innung, dre Exekunvgewallen >es Staates zeigen, wenn sic hochstehende Kunstwerke als objektiv inzüchtrg bezeichnen, ist gerade die allerunsittlichstc. Wenn der Entwurf Gesetz wird, so sind wir der wirklichen Uniittlrchkeit aus- ielicscrt Dieselben Schunleute, die nue in Frankfurt mit dem ßörver armer Frauen Geschäfte machen, wollen unsere Sittlichkeit chützen' Man kann die Polizei irogen, ob fie zur Uiilcrltützung Iitct Tätigkeit nicht englische Suiiragcttcn engagieren möchte Heiterkeit und BeisaN). Unsere .Kinder sind Gott sc, Tank loch fern von der ihnen imputicrten Slraßenkehrergesmimng. Der Schrei nach Polizei, ivenn er von den Elten, arrsgeht, ist nicht» ,ls eine Bankerottcrklärung ihrer Erziehung. Nichts schützt die Fugend mehr als wahrhaft sittliche Kunst. Di- Eltern sollen sich elbst erziehe» namenrlich die in Berlin W , wo die sittliche stcrkommenhert der Juqcnd besonder- groß ,ein soll. (Stürm.
-ehr richtig!). Wenn diese Eltern sich selb,! erziehen und nickt ^ag für Tag ihren Bergnügnirgcn nachlauien und ihre .Kinder ,cn Dienstboten überlassen ivürden, dann brauchte sich niemand aiebr um die Gefährdung der Jugend zu bekümmern. (Erneutes Sehr richtig!")• Wir protestieren gegen ein Gesetz, das, um m,t M-mm eigenen Worten zu reden, „geeignet ist, Aergernts zu cr- acn" Wir protestieren dagegen, daß crn -taa, Vertrauen von ans fordert, der gegen klingendes Gold die käufliche Liebe kon-
"Nachdeni nock Rcickstagsabg. Pastor Setz», Schriftsteller ^r Osborn und Verlagshändlcr Tr. de Gruyter sich ent- chieden gegen den neuen Gesetzentwurf ansgesprochen hatten, wurde intcr stürmischem Beifall solgcnta
Entichlreßung ^rgntommen: „Die Versammlung sieht in den geplanten gesetz
geberischen Maßnahmen gegen die Schaustellung von Schriften, Abbildungen und Darstellungen kein zuverlässiges Mittel zum schütz der Jugend, wohl aber eine schivere Gefahr sür Kunst und Wissenschaft sowie eine Bedrohung des Buchhandels, die mit aller Entschiedenheit abgewehrt werden müssen. Sic verlangt überdies, daß die Behörde jedes Eingreifen schon bei der gegenwärtigen Rechtslage aus diesem Gebiete nicht von dem Ermessen kunstsremdcr Polrzeiorgane abhängig macht, sondern von dem Urteil eines Beirates, der aus berufenen Vertretern der Kunst, Literattir und Wissenschaft besteht."
Interessant ist das Urteil, das Professor Max Liebe r m a n n über den Entwurf in der neuesten Nummer der „Deutschen Juristenzcitung" abgibt. Er führt aus:
Ter Gesetzentwurf scheint mir eine erneute und. wenn möglich, verschlechterte Auslage der lex Hcinzc. Hossentlich hat er auch das- ielbe Schicksaß Ter Kunst liegt ebensoviel wie der Moral daran, schmutz und Schund von der Bildiläche verschwinden zu sehen. Aber mir scheint die Polizei die wenigst geeignete Behörde, um zu entscheiden, was in Literatur und Kunst Schund und Schmutz sei. Auch ist der in der Begründung wieder auitauchendc Käut- schukbegriff des Acrgerni-nchmcns höchst bedenklich, weil er rückständigen Kunstanschauungen zum Deckmantel dient. Moral ist ein relativer Begriff: die Griechen und Römer stellten ihre Götter und Göttinnen nackt dar, dagegen erblickt der Schutzmann in der Darstellung des nackten Körpers etwas Unsittliches. Hat doch sogar vor kurzem ein Berliner GerichtSho! den Verleger von Postkarten bestraft, weil aus ihnen nackte Körper dargestcllt waren, deren Anblick aus die Jugend schädlichen Einfluß haben könnte. Logische Könicguenz wäre, die Museen zu schließen, die Bibel, den ganzen Goethe zu konsiszierc», von neueren Künstlern ganz zu schweigen. Der Ent- wurs, wenn er — was der liebe Gott verhüten möge — Gesetz würde, täte nicht nur der Kunst, deren A und O die Darstellung des Nackten ist, unendlich Abbruch, sondern ebenso der Moral. Denn im Volke den Gedanken zu züchten, daß das Nackte unsittlich sei, hieße geradezu die schlechten Instinkte anzureizcu. nach den verbörenen und daher doppelt süßen Früchten zu Haschen Im Gegenteile müßte man das Kind an den Anblick der natürlichen Nacktheit gewöhnen, und sein gesunder Instinkt wird in der Venns von Milo nichts Lüsternes gewahren. Wessen perverse Natur durch ihren Anblick sinnlich erregt wird, an dem ist nichts mehr zu verderben. Gesetze dürfen nicht gemacht werden, um die krankhast veranlagte kleine Minderheit zu schützen, sondern sic sollen die tausendfach größere Masse von Menschen mit gesunden Jnsttnkten schützen in ihren Genüssen an Kunst und Literatur.
An» Sravt unS £attd.
Gieße«, 31. März 1914. Bismarüfeicr auf dem Hoherodskopf.
aß H o h crods ko p f , 28. März 1914.
Der hoherodskops liegt wieder vollständig im Schnee. Die alte Schneedecke, die im Oberwald seit Dezember vorigen Jahres liegt, hat in den lebten Tagen ein neuer, glänzendes Gewand erhalten. Es hat reichlich Neuschnee gegeben, und io ist nicht nur der Lbcrwatü in ein winterliches, glitzerndes Weiß eingchüllt, auch die freie .Hutweide um die Klubhäuser ist wieder' ganz davon überzogen. Es sieht keineswegs aus, als ob der Frühling in unmittelbarer Nähe loäre. Nur an den Buchcnzweigen sieht man schon die rostbraunen Triebe, die sich der dein warmen Wetter vor einige» Wochen voreilig herausgcivagt haben, und lvcnn man in die Täler nach Südwcsten hinunieriieht, gewahrt man das kräftige junge Grün der Wiesen. Also trotz der winterlichen Lond- schast dock, Anzeichen, daß der Frühling auch hier, IN dieser letzten Burg des Wrnters in unserm heimatlichen Hessen, demnächst seinen Einzug halten wird.
Im Lause des Nachmittags arbeitet sich eine statiliche Schar von Gästen durch den Neuschnee empor zu den stlubhäusern. Sie kommen aus der Nachbarsckiast, auch aus größerer Ferne über Schotten, insbesondere ius Gießen, lauter Mitglieder des Bogelsbergcr Hödenklubs, um die diesjährige voin Jioeig- vcrcin Taufstein-Gießen geleitete Bismarckseier des B. H, C. mitzumachen. Einige tragen ihre Schier auf den schultern; denn der Draht hat die Nacknicht lnuauzgetrageu, daß hier oben in der letzten Nacht 6 Grad Kälte ivarcn, und io hofft man am Nachmittag und am morgigen Sonntag »sch einmal in dieser Saison des stärkenden Schilauss sich erfreuen zu können.
Der Abend hüllt die Gegend in Dunkel. Nach.dcui genrein- samcn Esien bricht ein Teil der Festgenosscn aus, um zum Taus- stein zu oilgcrn Au! der eiserne» Psannc des Bismarcktur'uis flammt, vom leichten Frühlingswind angcsacht, das Freudenleuer cmvor. Nur langsam ringt cs sich durch das vom Schnee durchnäßte Holz hindurch, aber schließlich loht die Flamme hell empor, sie — ein Abbild der Somrc, mitten in die ivinlcrliche Landschaft k.sneingcstcllt, die nun bald dem siegenden Gestirn wird weichen müssen, aber auch ein Sinnbild jedes erhabenen Gesübls, das in der begeistenen Menschcichrnst brennt, insbesondere der Vaterlands- liebe, wie sie unser Held Bismarck in iich getragen. Jeder der unter dem Turm Stehenden suhlt die Weilzc des Aiigenblicks, und die Bewegung der Herzen ergießt sich in vaterländische Lieder.
Man tritt den Rückmarsch an und rindet sich im Klubhaus wiederum zum Festkommers zusammen. Herr Jahnarzt Jäger- Gießen, der Vorsitzende des jestlciicnbcn Zweigvereins, suhlt den Vorsitz. Er begrüßt die Erschienenen und endigt mit einem .Hock aui Kaiser und Großhcrzog. Nach dem Erössnungslicd cr- grcist sodann Herr Oberlehrer Dr. T ch m o l l - G i o f; c n das Wort und feiert den Helden, dem der Festabend gilt. Er töricht vo» seiner Jugend, von seinem Emporstergcn, von seinen beiden großen Lcbcnsiverken, der Gründung des Reiches und seiner groß- arügcn Friedcnstätigkcit, durch die die Grundlage unseres wirt- schaitlichcn AnsschwungS gcickrassen wurde. Tann spricht er von den .Hauptcharaklcreigcnschasten seiner Persönlichkeit, und wie diese, zur Zeil seines Lebens durch Haß und Neigung mannigsgch verzerrt, nach seinem Tode je länger je mehr in die Höhe wächst und Ehrfurcht und Achtung bei allen gewinnt. Er schließt seine begeisterte und begeisternde Ansprache mit einem Hoch aus das Vaterland. Tan» enlwrckelt sich allmählich ein fröhliches Treiben, das die Fcstgenosic» bis in die tiefe Nacht hinein beisammen hält. So hat der Vogelsbergcr Höhenklub auch in diesem Jahre imicrm großen Rcichsgründcr den gebührenden Zoll der Dankbarkeit abgeftattet.
** FrühjaßrskoiitrollversaminluiiAen Tie Jrühjahrskontrollvexsammlungen im Landwehrbezirk Gießen 1914 finden für die Bewohner der Stadt Gießen am 2., 3. und 4. April auf dem Hose der Zeughauskasernc ani Land- graf^PhilipP-Platz statt. Für Gießcn^Land sind die Versammlungen in den Tagen vom 6., ?., 16., 17., 18. und 20. April angcsetzl worden Näheres Bekanntmachung im Anilsblatt.)
** Stadtkasse. Mit Wirkung vom 1. April 1914 ist die Stabtfaffe Gießen unter Postscheckkonto Nr. 8315 beim Postscheckamt Frankfurt a M. migeschlossen worden.
** Dicnftjubiläum. Am I. Avrll begeht der Fahrlade- schassner Ernst Franz sein 25jähriges Tienstjubilüuw.
** Preußische Klassen-Lotterie. Die Erneuerung der Lose zur 4. Klasse muß uMer Vorlegung des Loses der Vor- vafse, bei Verlust des Anrechts, bis zum 3. Avril abends 6 llhr geschehen. Auch nrüssen die Freilose gegen Rückgabe der Gewinnlose I bis zum vorgcnanmcn Termin zur Einlösung gelangt sein.
** Postformulare. Tie Zahlkaricnkormnlare für Einzahlungen im Postscheckverkehr können vom l. Juli ab auch vo,. der Privaiindustric hergestelli iverdc». Den Druckereien wird jedoch cmpsohlcn, hiermit vorläuiig noch nicht zu beginnen, da einc Acnderung des jetzigen Formulars bevörsteht Auch die braunen Nachnahmekartcn und Nachnahme-Postpakeiadressen mit anhängen- der Postanweisung oder Zahllaric, die schon letzt ovn der Privatindustrie hergesiellt werden dürfen, werden geändert werden. Bon der Herstellung oder Bcschaiiung größerer Vorräte an soicheir Formularen ist daher zweckmäßig abzniehe». Die Postverwaltting wird demnächst Mustcrsormulgrc hcrausgcbcn, die alsdann von den Postscheckämtern und Postanstalten bezogen werden können.
" Konkurse in Hesse». I» bei» Konkursoerkahren üb«,
een Llachlaß der Elisabelhe B l a » [ von Tnrmitadt ist eine Gläubi,eri criammlung ans San,«lag, den 4. Livril 1914, vormittaa»
Ubr, berulen — lieber das Vermögen der PnitiewarenbändlerS eoinas Naiggß in Darin stad t ist das Konkursoerka'-ren er- e-ssnel werden. Kausniann Heinrich H i l S d o r i in Doriniiadt ist znn, Konknrsverwaller ernonnl. KonknrS'ordernngen sind ins zun, Itz. Avril 1914 bei dem AmlSaerichi Tarlnstndi anzunielden. — I» dem KonkurSverlaören über das Verinogen de» Karl t> a r 1 o ch, Kaukmann in M a , nz, ist Schlnßlerinin ans Aliltivoch, 32. April 1914, voimistaas 954 llbr, vor dem Größt,. Limtsgerlkbt Alainz bestinunl. — In de», KonstirSversabren über das Vermöge» de» stakob R ü h i IX. von P ! n » g st a d I ist an Lielle deS verstorbene» Verwalters Ernst Wolst in Tarinstadt der Kausniann Friedrich s 0 a r s ch n e i d e r zn Tarmstadl zun. Per,voller ernannt nwiden. — In dein Konkurse über das Vcrinögen de» Packern,erster» Heinrich Wilöelm Heller z„ Tlibenbokei, soll eine AbichlagS- verieiluiig er'olgen. Dazu sind verfügbar 7149,01 Mk Zn berück- ft i it en sind 7,> 4 Mk. bevorrechiigte »nd 14 288,74 Mk. Nichibkvor- reckstmie KonknrSiordernnaen. — lieber den Nachlast der Georg L a n b a ch I, Witwe, Knibarine, qcb. Sebäier, zn Ober-Mockstadt, ist a», 28. Nlnrz ,914 da» KonknrSveisahren erössnei worbe». ReckuSgnwall R a ,n g e in Nldda ivnrde zum Konkursverwalter ernannt. KonkurSlordermigen ünd bis zum 29. 'April 1914 „nzu- melde». — lieber da Vermögen der Firma R. Rud 0 lvh 4.Eie., .lensterlabrik in Olsen back, a. M., ist an, 8». Plärz 1914 das KonkarSvermbren eröffnet worben Rechisanwalt Keßler z« Ofienback, ist znm KonknrSverwnller ernannt. KonkurSkorbernnge» ünd bis znn, 18. Mai ,914 anznmelde». — Ta» Konkursveriabren über den Nachlaß der Leonbarb Die bl Ik. Eheleute von Lorsch ist ansgehoben. — Das Versgiwen in dem Konkurs über den Nachlaß des Gastnnrts Heinrich Jakoby VIII. und dessen Eheirau, Phüinvine, eh Best, zu Darmstadt ist eingestellt — I» dem KonknrSveriabren über das Vermöge» des Kausniann» Rodert Vl»m, Inhaber der Firn-a „Ludwig Schwab' in Darmstadt, ist Kanlniam, »nd Agent Friedrich Sparlchneider in Darm- siadl zun, Konkursverwalter ernannt. — Da» Konkursoeriahre» über da» Verviögen des Wilheln, Gerhardt, Wirt ln Ossen- b a ch a. M., ist aujgebobe»,
Landkreis Gießen.
-r. M u i ch e n h e i m, 29. März. Heute mittag iand Ver- saninilnng der K ä u i e r de» F ü r st l i ch c n Gutes aui dem Ratbanle statt. Bürgermeister Eis er leiste mit, daß KrciSamt und Ren.kaminer den Karä endgültig genehmigt baden. C» wurde dann über die Reidbeichaßung verbandest. Tie hieiige Svar» k a! i c halte sich erboten, lür ihre 'Mitglieder das Geld zu be- schaiie». Der Bürgermeister stellte »»» den Antrag, daß die Kalle da» ganze Kauiqeld beschasien solle. A» der'Aussorache beieiligien sich Beigeordneter Roth, Lehrer Günther und Kaspar Becker, Zn einem seilen Beschlüsse kam es nicht.
— B r ft n b e r fl, 30. März. Am Samstag ieierten Herr Theodor Stein und Eheirau, geh. Oehl, aus der Latzmühl« die silberne Hochzeit.
Kreis Schotten.
st. Schotten, 28. März. Das Gasthaus „Zur Traube" in Gedern, seither Besrtzcrin Witwe H ö l ck e r, ging zum Preise von 25000 Mk. in den Besitz des Ludwig Buß über, der bisher Kellner im .Hotel „Zur Post" war. Tic lieber,rahme erfolgt am
1. Mai d. I.
— Eichelsdorf, 30. März. Tic langwierigen Verhandlungen der Gemeinde Etchelsdorf mit der Firma Him- melsbach in Freiburg über den Weiterbctrieb ihres Eichels- dorfcr Werks sind in einer Besprechung des OlcmeinderatS unter dem Vorsitz des Kreisrats Tr. IM e r ck mit der genannten Firma glücklich zum Abschluß gebracht worden. Ta- nack, wird das Werk in der Gen, ein de erhalten bleiben und der Umfang des Fabrikgeländcs durch Reu- enverb einer großen Anzahl von Grundstücken, die zum Teil seither nur gepachtet waren, vergrößert werden.
Kreis Friedbcrg.
L. Fricdberg, 29. März. .Heute abend nur 71/2 Uhr iand im Feftsaale des Hotel Trapp das I. Konzert des hiesigen M ui i k Vereins (des akademischen Gesangvereins) statt. Gegeben wurde unter Fritz Usingers Lcimng „EliaS" von Mendelssohn- Bartholdp. Saal, Galerie und Rebcnsäle waren bis auf den letzten Play besetzt. Ter gemischte Chor sang vorzüglich, die Begler- tnng führte Tr. St. Schmidt - Fricdberg aus. Auch die Solistinnen und Solisten Frl. H il i i tze r - Franksurt, Frl. B crl o w- Wiesbaden, Herr M a r g u t h - Bab-'Nauherm und Herr Adolf Müller- Franksutt gaben ihr Bestes.
8 P a d - N a u he i IN . 29. März. Eine großzügig ange- legie Hebung sühricn heute vormittag die Freiwillige Feuerwehr und die Frciivilligc Sanrtätskolonnc vom Roten Kreuz, welche noch durch die F r i c d b e r g e r Tchwc- stcrlolonne verstärkt wurde, im lMittclvunkt der Stadt gemeinsam aus. Die Spitzen der städtischen und staailichen Behörden und zahlreick^ Zuschauer waren dazu erschiene». Tas Friebbcrgcr .Kreisamt war durch Regierungsrat Herb erg vertreten. Mit der Ucbung ivar eine Vorführung von R auch sch utzappa- ratcu verbunden. Nachmittags veranstulteten Feuerwehr und Sanitätskolonne eine gemeinsame Feier in der Turnhalle, wobei die Feuerwehrkapellc konzerncrte. Obcrstabsa;t Tr. Schredc, Lberbrandmerstcr Stad rat stamm und Kolonneniübrcr M ah hielten Aniprachcn. Landwirt Joh. Pfeffer, der der Feuerwehr feit 40 Jahren angehöri, wurde zum Ehrenmitglied ernannt, während Christian Salzmann die Urkunde eines Ehrenbrand- meiiters überreicht wurde.
Hessen-Nassau.
FE. 'Frankfurt 0 . M„ 29. März. Ter Mitteldeutsche Viehhändler Verein hielt heule im „Jäger- hos" zu Frankfurt a. eine außerordentliche .Haupiocr- sammlung ab, die von Mügiiedein aus den Regierungsbezirken ftaiiet und Wiesbaden, den Großherzogiümrrn Hessen, Baden, dem nördlichen Württemberg und Unteriranken sehr star, beittckrt war. Sic wurde geleckct von dem Vorsitzenden Salli, Waller- ft e i n - Frankrurt-Rödelhcim. —- Ter Bund der Viehhändler Deutschlands beabsichtigt eine Teuchenvcrsichcrung gegen die Maul und Klauenseuche, gegen Schweinepest und -ieuckc und Backsteinblattern sür das Reichsgebiet zn begründen. Mit großer Mebrherr beschloß die Beriommlung dieser Versicherung beizu- treien. Ter Vorsitzende mackste die Mitteilung, laß die E l i e n - bahnverkchrsinspekiion Gießen ihn benamrichirgt habe, daß der V i e h z u g 6204 von Gießen io pünktlich aus Station Franksuri-Bockenherm eintresfcn werde, daß er die Vreh- transponc vom Lbertaunuskreis via Obcrursct zum Transport


