Ausgabe 
26.3.1914
 
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Arbeitgeber in einem fcftcn ArbcitsverhiltniS stchen; ferner eine Aeikdcrmig des Gesetzes in Erwägung zu ziehe», durch luclc&c die Befreiung der im festen Arbeitsverhältnis stcdcn den Familienangehörige» des Arbeitgebers von der Kranken versickerungspflicht lediglich von dem übereinstimmenden An trag der Beteiligten abhängig gemacht wird,

flu der elsaß-lothringischen Kammer begrün­dete am Mittwoch der Oberlandesgerichlspräiideiit Tr. Mo liror folgende Entschließung: Tie Kammer bleibt nach wie vor bei ihrer in den beiden lehren fahren ausgesprochene» Auffni jung, das; dir Herabmind rimg der R.vrösenliirsnekiste» de-Rai- ierlichen Statthalters nicht begründer ist und d'r mriasiungsinä sägen Stellung des Kaiserlichen Statthalters nicht eniiplicht. Bürgermeister P 1 u m e ulhal führt aus; lieber die Frage des nandeSaugeuieiienen Haushalts könne mar! verschiedener Meinung sein, Tie Ausstattung der Statth-ikterickasl, die ein Zwiscke»- gtied in der Erfassung darstelte, mit 100 00O Ma> t genüge den höcknen Ansprüchen, Tie Eksaß-Lotdringer, demakrattut vrran- lagr, nähmen fiel» die Schweiz zum Vorbild, Ter Herr Statt- balter möge seine freie Willenshestimiming lo ausüben, wie er sgüniche, ivenu sie aber nicht »brreinnimmt mtt dee ireien Ailtensbeslrmmiiug des Reichskanzlers, lvas dann? Aach wie vor bestehe die Abhängigkeit von Berlin, Ti; Institution der Statthaltti sännt habe durch letzte Ereignisse einen Stoa erlitten, van dein sie sich nicht erboten könne, Slaatsreä lehr er L a band kann de» Schlnßiolgerungen des Vorredners nicht iolgen imd Ivilnichi, daß dein Ztalrtsaltee, wie es allen beim Reichs­kanzler der Fall ist, ei» im Etat begründetes Wrh.il t »»»geworfen wird, Bürger meiner Tr, 3 ch Ip ander erklärt; Liier bau delr es fich nidit um eine irnanziclle, sondern lim eine eminent nächtige politische Frage, WaS iw bezüglich der Ltgithalterschaft aussützrte, har mit einer Trntzpolitil nichts zu Inn, In der Frage der Fort- oder Rückentloicketung unserer Veriassnug gehen die Meinungen weit auseinander, Ich stimme gegen die Resolution, Kaniistvrialvröiident Enrtius spricht sich für die Entschlie Bim« aus. Es fei auis iieiste zu bedauern, dass der Abgang des Grafen v, Aeeel fick als eine Folge von traurigen Umständen vollziehe, wie wir sie in lehter Feit erlebt haben, Tie Frage der Autonomie müsse mehr denn fe ans der Tagesordnung ne heil. Man könnte de» Gegnern derselben keinen grüneren Ge- fallen erweisen, als wenn »ran die Resolution ablehur, - Tie erwähnte Entschließung Imnbc sodann i n n a - m e n t l r ck e r A b st i m m n n g m r l 17 gegen lOStim me n angenommen. Fünf Milglieder enthielten sich der Abstim­mung, darunter die drei Bischöfe,

In der Angelegenheit des in Mannheim v c r h a sl c t e n b a u c r i s ch c n L a n d l a g s a b g e o rd n c - tc n Abrescb gab in der Sitzung der bancriichen Kam in er am Mittwoch der Präsident v. Örtere r vor Eintritt in die Tagesordnung eine Erklärung ab. Er sprach sei» Be fremden darüber ans, daß dem Präsidiiinr der Kammer über diese Angelegenheit nichts mitgeteill worden sei. Er habe deshalb eine bezahlte Depesche mit bezahlter Rückantwort nach Mannheim geschickt. Darauf sei eine Tepeiche solgeirden In­halts aiigekonrinen; Abreich hier wegen Betrugs verhastet, Polizeidircktion, -- Der Präsident meinte, daß dem Hanse jede Möglichkeit abgeschnitten sei. in der Sache etwas wei­teres zu tun. Es sei auch nickt einmal bekannt, ob Abresch auf frischer Tat ergriifcn worden sei, und ob im übrigen bei der badischen Justizverwaltung die Anschauung besteht, daß durch k 36, Titel < der Pcriaiiuiig. die den Abgeordneten garantierte Immunität außerhalb des bäuerischen Bundes gebictes Geltung nicht habe, wie Vas die Auifaisuilg der über loiegenden Mehrzahl der Juristen sei. Der Präsident fuhr fort: So bleibt uns nichts übrig, als die Angelegenheit zur Kenntnis zu nehmen, iveirn wir irgendwie eine Möglichkeit gesehen hätte», in dieser Angelegenheit Schritte zu tun. so hätten wir das im Interesse des Ansehens des Haines gern getan. Wenn ich meinem Befremden darüber Ausdruck gab, daß uns keinerlei Mitteilung zuging. io möge darr» keine Untrcundlichkeit erblickt ivcrde». Ich bin aber der Meinung, daß eine Mitteilung von jener Seite hätte erwartet werde» können, Aus Mannheim wird dazu noch berichtet: Uebcr die Haslentlassnngsbeschwerde wird erst am Donners - tag, 11, d, M., beraten iverdc», TaS badische Iustizministe räum bat die RechtSbcistände AbrcschS tclcgravhiich ange .wiesen, de» Eirund der Immunität in der Beicknverdeichrift wegen der Haitentlassnng geltend zu machen. Das ist be­reits geschehen.

f Au»la«iv.

A u s st a n d S b e w e g n n g in E p i r u S, Tic Regierung erließ ein Rundschreiben an die Mächte, lvorin sie die Ansmerksamkert der Mächte daraus lenkt, daß die Ausstandsbewegung in Epcrus sich immer mehr und mcljr aue-breite, Tie 2ac\e der griechischen Tru­pe» tn Epirns fei schwierig, Tic griechische Regierung in Athen sei gezwungen gewesen, eine Versammlung i» Athen zu verbieten, lueil sie erregte Kundgebungen zugunsten der cvirotiichcii Sache befürchtete.

Heer und Flotte.

Helgoland, 25, März, Das H v ch i e et o r vc do - bapl 1 9 5 lvurdc wäbrcnd der gestrigen nächtlichen Ucbung von dem T v r v e d o b o o t 1 08 »ermn ntt und über der Wasserlinie auigerisscn. Es hat ans Steuerbord drei Löcher erhalten, eins am Achtersteven aus Bactbord, Das Torpedo boot Ist:; gehl inorgcu nach Kiel ins Dock, Notiz des W, T,-B,: An unlerrichtelcr Stelle ist von dem llniallc noch nichts bckannt-

Dc«tkcbe 2,'oloiiisn.

Ei^re ständige Verbindung des Schutzge­biet s S a m o a mit A ii st r n l i e u wird bekanntlich vom 1, Oktober d, I, durch den Norddentschen Lloyd eingerichtet werden. Schon früher hat eine solche Berbindung bestanden, die aber wieder ansgegeben wurde. Die Berbindung der Insel mu dein Fcstlande lvird von englischen und amerikanischen Lchissen hergestcllt, Samoa bat zurzeit zwei Bcrbinduiigei, nach Australien und nach Nordamerika, Diese Verbindungen haben sich belnäbrl, sind aber nur dnrch großen Answand von Zeit und Geld zu bcilutzen, Dnrch die neue deniichc Linie soll Samoa eine Berbindung mit Teittsch-Neu Guinea, den Philippinen, den Niederländischen Jnieln und Ehina in direkter Weise erhallen. Durch diese Linie lvird auch die regel­mäßige Versorgung des Schuoqcbicls mit den nötigen Ar bettern leichter als bisher hergestclll, Ta sich nicht übersehen läßt, wie sich die Arbeiterbeichaiinng aus Ehina in Zukunft gestalten lvird, so muß daraus Bedacht genommen werden, andere Arbciterquelleii zu erschließen. In erster Linie kommt hierbei Niederländisch Indien in Frage Tieje Arbeiter sind recht brauchbar, und es ist zu hoffen, daß die niederländisch- indischen Behörden die Ausfuhr javanischer oder malayischcr Arbeiter später gestatten werden. Die niederländische Bcr- lvaltung hat daS Fehlen einer direkten Schiffsverbindung Samoas mit Java als einen Hinderungsgrnnd ilir die 'AuS- fubr hingestcllt, 'Auch der Transport der chinesischen KnliS lvird sich durch die neue direkte Linie billiger gestalten, ES inird scrncr möglich sein, kranke Kulis schneller als bisber

zurückzufenden. Die neue Linie lvird auch den Vorteil haben, daß das entlegene Samoa enger an die übrigen Lüdseekolo iricn angcschlosscn wird.

Au- Siavt und Land.

Gießen» 26, März 1914.

** T a g c s k a l c n de r für Donnerstag , de» 26. März; Bereinigt« ststehener Halfiave reine: Lichlbilder-Vorteag des Kameraden Oberlelirers Tr. Beck; .Eine Wanderung dnrch Tentsch- land vo» den Alpen bis zur Nordsee* im Saale des ,Felfe»kel!erS", Vahnhoiflenße,

** Die n st e i u i ii h r ii n g d e s n e » c lt Cb e r b » r - g c r m c i st e r S, Ani Nkiliwoch, l, April, nachmittags 5 Uhr. rindet in ö s i e » t I i ch e r Sihnng der Stadtverordneten Ver­sammlung die Dicnsteininbrnng des Oberbürgermeisters Keller durch Geheimcral Tr, ll i, n g e r statt.

E r n e ii n n » g, Ter Großhcrzog Hai den Gcrichls- asseffor Dr, Karl B raden in Mainz ziim Nolar mit dem Amtssitze in Bingen mir Wirkung vom l, April 11)14 er­nannt.

** Offene Stellen, Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer st eile ist an der Votksichnlc zu Ober-Beerbach frei. Mit der Stelle kann die Hälttc des Orgaiiistcndirnstes verbunden werden, Ferner ist die Stelle des K a » z l e i >o ä c t c r s bei der Grvßh. Hnnplstgnis kaiic erledigt, Meldeschluß 1, Avril IHM.

** A ii S d e nt M i 1 i t ii r Woche » blak t, K r a nie, Diviiionspiarrer der l, Garde-Division, zur Großh, Hess. (25.) Division nach Tarmstadt versetzt,

** Technische Hochschule, Ter o, Proieiior der Mathematik Tr. Jakob .v> t> r n in T a r in st a d t erhielt einen ehrenvollen stins an die Universität Jena, als Nachfolger von Gcheimrat Thomae, Es ist aber gelungen, die bnväyrte Kraft der Tnrnistädter Technischen Hochschule zu erhalten und den ihr drohenden schweren Verlust abzlnvcnden,

** T e r Ci roß Herzog,Proteltorde r Äewcrb c- a u s st e l l >i» g, Ter Großtzcrzog hat. lvic uns mitgeteilt lvird, das Protektorat über die Gcwerbeansstellnna 1014 übernommen.

** Techniker-Tagung w ährend der Ä e - >v c r b e a u s it e l l » ii g. Die Tcchnitcr Mitteldeutschlands, liamcnttick» ans dem G r o ß h c r z o gl n in Hessen und aus dee Provinz Hessen-Nassau, werden während der Ans- stettnngszeil in Gießen eine Tagung veranstalten. Als Tresstag ist der 1. und 5. Juli festgesetzt worden, Tie Tagung lvird von den hiesigen technischen Bereinen unter­stützt und-verspricht eine rege Beteiligung,

** A it s stcll ii ii g v o n S ch ii l e r a r b e i t e n. Am So >i »tag, von vormittags !l bis nachmittags 5 Uhr, wird in, Knaben s ch n l h a n s an der Nord - Anlage eine A n S st c k l ii n g der von den Schülern in den dies- snhrigen Kursen für Kuab e n h a nj>a r b e 1 1 gefertigten Gegenstände stattfindcn,

C b r r h e s s. M >i s e ii m n n d <6 a i l s ch e Sa in in - ln.» gen, Wie uns initgeteiit wird, find am Zviintag das Mnscnin am Brnndplatz und das Bötkerniuseittn ge s ch lasse n,

Selbstmordversuch eines Soldaten, In der neuen Kaserne des Jnsniiterie-Regiincnts Nr, 116 ver­suchte sich am Dienstag abend um 6 Uhr der Musketier Eisenbart von der K, Kompagnie ans Furcht vor Strase das Leben zu nehmen. Er ist ein vielsacki vor.^ bestrafter Soldat und batte wegen einer unanständigen Handlung seine Bestrafung zu erwarten. Aus Angst schoß er sich aus dem Klosett eine. Platzpatrone in den Mund. Tie Junge ivnrdc durch den Schuh völlig los» getrennt Man schasste ihn in das Militärlazarett, ,z-o er in bedenklichem Jn.stande darnieder liegt. Gestern war er bei Bewußtsein,

** 25 jährig e. s G e s ch ä f l ? j n b i n m. Die

Wäschefabrik Fritz N o w a ck - Gieße» besteht am Freitag 25 iJEhre, Im Hanse Julius Bach wurde die Firma am 27, März 1.K8S gegründet. Eine Filiale für Schlaszimmer- einrichtniigen und Betten lvnrde im Dezember des Jahres 1000 eröffnet, die sich mit dem Hauptgeschäfte sin Tezem- Icr 1004 int neuen Geschästshanse vereinigte. Das GesckßittS' lwns lind die Jiineiirällme sind zum Judilänni festlich ge­schmückt; in ihnen ist für Freitag ein Jnbilännisverkinf geplant. Für daS Personal wird abends im Hotel Grvß- hcrzog eine Feier stattfinden,

" Der hessische Diak o n ic v e r e i n hielt gestern unter dem Barsitz de-; PsarrerS Janbi tz»BenSheim seine Haiiptversamuiliing in den Räumen der LandeSspnode ab. Anher der üblichen NeehnnngSablage ivnrdc eine Reihe geschäft­licher Angelegenheiten eilediat,

"* ® t a 611 () e n t e r. Nochmals sei an! das Benefiz von Herrn Regilieur Karl Rotiert a»i morgigei, Freitag bingewiese», Sicher werden die Beliedtbeit de- Benefizianlen und die Wabl des Stückes lder Schwank .Der S ch l a s w a g e n k o n t r o l l e u r"> ein volles Hans sichern. Tie Aufführung von .Wie einst im 'l.lni' am Sonntag nachmittag ist die nnbedingi letzte diese? Werte-, Ta sich siir diese Vorstellung, ivie >ür die Bollsvorstellniig vonJägerbtnl" am Montag, die das letzte Austrelen voi, Herrn Lndioig G ross er in einer größeren Rolle bringt, anßer- ordenllicheS Jiilerelie zeigt, iverden Inleressenlen gut tun, sich dnrch Vordsstelliing Plätze zu sichern.

" Silberne Hochzeit feiern am Freitag Tapezier- und Polstermeister Georg Keßler und Frau, Helene, geb. Noll, Blar- bnrger Straße 27, und der Hausverwalter drs Karos .Hassia" Wilhelm Dörr >n>d Iran. Anna, geb. Gehrte.

** Kleine Mitteilungen. Am 20. ds, Mts. lvird das neue Postamt in Friedberg dein Vrrkebr übergeben, das alle Poslginisgebaude wird am 28, abends 8 Ikbr geschlossen, Ein Wiinöerkalb soll in G r a S - E l l t u b fl ch tot zur Welt gekommen fein. Es soll zwei Köpfe, zwei schwänz« und acht Beine gehabt babe.n, Dem 45jährigen Drechsler Bott in H e n s e n st a m m ivrang beim Zuschneäden einer Nabe ein Splitter ins Auge, io daß das Auge austiei lind die Sehkraft verloren ging, In Ee. IIba ch soll ein Turn- und svielolatz für die Jugend geschaiien werden. Einige Herren, darunter Gras Wilhelm, haben bisher zn- jnmmonwO Mk, gestiilet,. In Gonterskirchen wurde eine ireiwiltige Feuerwehr ins Leben gerufen, Aus Gram über den vor I t Tagen erfolgten Tod ibres Mannes vergiftete sich in ihrer Wohnung in Franksurt die Witwe Risting mit Ehaukali,

Landkreis Gießen,

a, Ulvhe, 25, März, In der Wirtichatt von Wilhelm Tag svrach gestern abend vor einer stattliche» Ziihörerichasl Pfarrer rin Ilm an» ans Berstadt über Land,virlschaft und Flotte, Ti« lemperamenlvolle», nngemein fesselnden Ausführnnaen des Redners fanden lebt,asten »eifall. Eine Ortsgrnppe des deutsche» Flotte, i- vereins wurde ins Lebe» ger»!«», der sofort 21 Personen beilraten, Herr Kaustnami F i I s i n g c r wurde zu deren Vorsitzenden geivätzli, Ter hiesige Gesangverein verschönerte de» Abend durch Darbielen mehrerer paffender Gelangsstiicke.

Kreis Büdingen.

** Bad salzhausen, 25. März, Das seil einigen Jahren außer Betrieb gewesene hiesige Braunkohlen- bcrgwer. soll lviedcr in Bau genommen loerden. Die Firma Stern & E.o, in Frankfurt a. M. hat das Bergwerk

von einer Siegenrr Gesellichait in Aslerpacht genommen Gm

Obersteiger und mehrere Arbeiter haben bereit» mit den Auf- räumungsarbcitcn begonnen,

Kreis Schotte»,

ar. Ulrichstein, 2,5. März In der Hplzhauerci des Tomaniallvaldes wurde der Llrb.iter Neeb ans Stum­pertenrod erschlagen, Ta.- Unglück nmrdc dadurch herbeigesührt, daß eine Fichte int Fallen eine zweite mit« riß. die den Mann traf. Tee Verunglückte Innteiläßt F-ran und vier kleine Kinder in dürftigen Verhältnissen.

Kreis Frieöberg,

8 V a d »N a n h eil», 2,5, März, Ein löjährigeS Mädchen sollte gestern in F ü r sorg e e r z i e h n >, g gegeben werden. In dein Augenblicke, als ein Schutzmann es in der elterlichen Wohnung abholen ivollte, nahm es aber Salzsäure, um sich zu vergislen, Aerzllichc.Hilfe war rasch zur Stelle, Das Mädchen lvnrde ins städtische Krankenhaus Überführt. Le­be n s g e s a h r ist nicht vorhanden, da- die Menge der ein- gcilo»t»tcnen Säure doch gering ivar, - Am alten Rat­haus e wurden heute nachmittag von Feucrwehrleuteil und Mitgliedern der Sanitätskoloitne in Lliiwescnheit städtischer Beamter B e r s ii^ch e mit R n u ch > cd u ira p p a r a tc n an- gestellt, da^die Stadt solche znin lüebranch der Fcucrwelrc und der Sanitätskoloiinc anznschalicn beabsickttigl. Eine lllmer Firma ließ durch ihren Vertreter einen Sauerstoss- niid einen LuitzusührungSapparal vorsnhren. Feuerwehrleute drangen damit in die unter Ranch gesetzten Kellerräuinc des alten Rathauses ein, wobei i,ch beide Llpparatc vorzüglich bewährten, Llchnliche Versuche sollen auch am nächsten Sonn­tag bei der großen gcmeinsailiril Uebnng der Feuerwehr und der Sanitätskoloniic und der damit verbniidenell Besichti­gung dnrch Generalarzt Tr, Llitdemann zTarmstadt) ans- gcführt werden,

Kreis Wetzlar,

rv Wetzlar, 25, März, Miltiooch, 1,?lvril, nachmit­tags :!> .,Uhr, erfolgt der Einmarsch der Zöglinge der Un­ter o s s i z i e r s ch u l e. An die Begrüßung des Bataillons durch die Vertretung der Bürgerschast ani deni Tomplatz lvird ttcki eine P a r a d e nnichließen, Llbends lvird die Stadt dem Cssizicrkorps ein Festmahl im Schützengarten gebe», dazu werden auch die Mannschaften ans Kosten der Stadt bouirtet.

Uuivcrjitäts.Na-hrichte».

Ter Privatdozent sür Chemie an der Berliner Universität Tr, Fritz Weigert hat einen Rns als etats- inäßigcr Extraordinarius für Pholochemie und wisscnschast- liche Photographie an die Universität Leipzig aiigeiivm- men: er lvird hier Nachfolger von Prof, Karl Schaum, der nach Gießen übersiedelt,

Wie die z.Hochschulkorr," erfahrt, ist zum Miete lnngSvorstcher am chemisckien Institut der Universität B e r« 1 1 n als Nachfolger von Prof, Pschorr der Privatdozenlt für Ehemie und erster Assisteiit an diesem Jnstitnt Professor Tr, phil, Otto Tiets in Aussicht genommen,

Ter Ratioiialütoiiome Professor Tr, Karl Olden« berg in Greifs lvatd Hot den Ruf an die Universität Götti n gen als Nachfolger von Gcheimrat Prof, Le x is angenommen und lvird mit Beginn des bevorstehenden Soiiimersrmcstcrs an die Georgia-Angnsta übersicdeln.

Ernannt wurde der bisherige ordentliche Professor in der evangelisch-theologischen Fakultät zu Wien Dr. thcol, Rudols ,st ii o p s ziim ordentlichen Professor in der evangelisch-theologischen Fakiilrät der Universität Bonn als Nachfolger des Geh, Konsistorralratcs Pros, Grase,

»- In B udapc st ist am 21, ds, der ordentliche Pros fessor der Phhsiologic an der dorligen Universität Dr, Ladislaus v o » ll d r a n s z k l> im 52. Lebensjahre gestorben,

Ter Physiologe ?lber Halden in Halle a, 2. hat den Ruf. im Herbst Vorlesungen in Nelv Bork zu halten und Kurse in Washington zu übernehmen, abgetchllt, da ihm seine lvissenschastlichen Studien in Teutschland diese Reise unmöglich machen,

Professor Ernst G ö v v e r t in M n r b u r g lLnhn) hat den Ruf als Direktor der Anatomie der Universität F rank surt angenomincn.

(5cridnifaaL

>v. T a r in st adt, 2,5, März, Tie zweite Ttraskauimer verurteilte heute den 4Ijährigcn Kaufmann Franz Höhn ans Heppenheim, früheren Rechner des Spar- und Krcditvereilis .Heppenheim, der nach Unterschlagung von 210 0k» Mark vor zwei Jahren nach 'Amerika flüchtig gc-> gange» war und von dort wegen der von ihm degangenen Urlnndcnsälschnngen ausgelicsert wurde, zu drei Jahren Gesängnis, abzüglich sechs Wochen Untersuchuiigsliast, We­gen der Unterschlagung der Gelder, die inzwischen ersetzt worden sind, konnte er nicht abgeurteilt werden, da seine Ausliescrung von Amerika nur wegen der Urkuildensälschuii» gen crsolgtc,

Lüttich, 24, März, Tie n m s a n g r e i ck e n Eisen­bahn d i c b st ä b l e in Belgien führten zu einer mchrwöchs - gen Verhandlung vor der Ttraskammer, Es waren 28 Personen aiigeklagt, meist Eiienbahnbeamte, Bon den Angeklagten wurde nur einer sresgesprochen, 27 wurden zu Gesängnisstrasen pvn meh­reren Wacken bis zu vier Jahren uernrteiit. Ter Gesamtwert der gestohlenen Gegenstände belänst sich ans rund iOOOOO Mk,

iv 3 ii) e i b t ii cTeit, 25. März. Das Pfälzische Schivnrgeelcki perliandelte heule gegen de» Tünchermeister Peler L i » v , denen Ehefrau Katbarina Li pp und den Kanlinann Georg Zöllner wegen Verbrechens gegen das keirnenüe Leben. Peter Lipp wurde zu 10 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust, feine Ehest«« jii 2 Jahren Zuchthaus und Zöllner zu 5 »tonalen Gefängnis ver­urteilt.

Danzig, 26, März. Tie Tochter des Judnstrielleu Wilde II, die im Februar in Hlbeiielb den Gerichtsasfefsor 31 e 1! c I- heck in belle» Wohn,,»» erschoß, ist aus der Unterfuchmigskait Ittlatleu worden, da kein Fluchtverdacht vorliegl, Ltach ihren Aussaae» wollte sie sich vor den Angen des Slficijov* erschießen Nettelbeck lei ihr in den Arm gekallen und dabei sei der lotliche Schuß losgegangeii.

iv, Kalmar i, E, 25, März, Ter bekannte nationa- listische Zeichner Jean Jacaues Waltz, gen, Hansi, lvurdc beute nach dreistündiger Berhnndlnng vom Landgericht lüol- inar wegen B e le i d r g u n g von O s s i z i e r c n der HE sigen Garnison zu drei Monaten Gefängnis ver­urteilt sowie zur Tragung der gesamten .Rosten des Ber- sahrens, Waltz hatte sich am 15. Januar in ckinem hiesigen Lokal den Scherz erlaubt, mit einem Stücke Zucker einen Stuhl zu desinfizieren, ans dem vorher ein Leutnant der hiesigen Garnison gesessen hatte, Ter Staatsanwalt Halle sechs Ällonate Gefängnis beantragt, Tie Slvasc wurde mit dem Hinweis daraus gemildert, daß der Vorfall sich tzn einer Zeit ereignet habe, in der unter der Bevölkerung insolge der Ereignisse in Zadern noch eine allgemeine Er­regung herrschte. Weiter kam strasmildcrnd in Betracht, daß das Delikt in der Form eines schlechten Witzes geschah, Ta dee Angeklagte schon zweimal lvegen Beleidigung vor­bestraft ist, war von einer Geldstrafe abzuscyen.