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ftf(fefint täglich, ailtzer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich «IchenerZamilienblittek: iiweunal wöchcnlUireir- >»I,U fSrdeu Kreis «ießen iLienStag undFreilag): zweimal manail. Land- »»irlfchalUlcht Zeilftagen „eruiprech » Änjchlüne: tär die Redaktion 112, Verlag u. ßrctbitioa 51 Adreffe für Depeschen: «nzcigor «letze». Anaahaie »ou Anzeige, ‘üc die TagcSnummer bis vormittags S Uhr.
Erstes Matt
164. Jahrgang
5rettage 20. März 19*4
General-Anzeiger für Oberhesjen
8otati«K56nd mi> Dtrlag »« SrühiZchcn Univ.-Such- un» 51ei«dr>lck«rei 8. Lange. 8t»aMon. Ln»cdition »nd Vrv-kern. SchvI-ratz« Z.
De,»<t»»rclg:
>nonatlich75Pf^v>erteI- jährlich Mk. 2 . 20 ; durch Abhol»- u. .Zweigstellen monatlich So Pi-: durch diePost Mk.L—viertel» jahrl. ausschl. Bcstellg. Zeilenpreis: lokal löPj^ auSwärtö 20 Plenniq. ijchelredakleur: il Goen. Leraritwortlich für be t volit. Teil: Aug. Eoetz: für .Feuilleton^, ,Ber- mifchles' und.Gerichts- faal": Karl Neuratb: für .Stadl und Land": Kurt Bendt; für den Anzeigenteil: H, Beck.
Die heutige Nummer umsaht 14 Seiten.
Tagrskalender aus dem Jahre 1 d!I 4 .
20, Mar»: Blutige Schlacht bei Arcis für Nnbc. A«ballen fxrlicrl über 1000 Mann, — I„, Züdcn Gc'ccht hei Lhon.
Bürgerkrieg im Britenreiche.
Im englischen Ilnterhause hatte die Opposition feierlich erklärt, daß der Bürgerkrieg i 11 Ir land sicher sei. wenn die protestantische Pro» in: Ulster nichl von den Bestimmungen der H o m e r u l e b i l l ausgenommen werde, und aus Ulster selbst ist jetzt die zweifellos sehr ernst gemeinte -Ankündigung ergangen, das, dieser Bürgerkrieg an, Montag fernen Anfang nehmen werde. Der Lhrensädel, welcher dem ungekrönten »önig von Ulster, Sir Edward Earson, über reicht wurde, und dessen Klinge die Inschrist trag,: „Geschenk an sir Edward Earson von seinen Ulstersrennden, die über- »cugt sind, daß Gott das gule Recht verteidigen wird", feint zeichnet die Stimmung, die unter den sogenannten Oraü giften herriklst.
Die Provinz lllster, nur die »ich per Streit bet dein >ioinerulegesetz dreht, ist die einzige in Irland, die eine prote stantische Mehrheit hat, stiach der Iählung der Illsterleute besteht die Bevölkernng der Provinz aus 89000V Protestan te» und 090000 Kalholiken, Ob diese Zählung zntrisfl, sieht dahin, aber jedenfalls sind die Glaubensbekenntnisse innerhalb der Provinz ungleich verteilt, Bon de» neun Grasschaf len weisen nur Anlrrm, t'lrniagh, Down und Derrn eine säst rein protestantische Bevölkerung aus, während in Fermanagb und Throne die Konfessionen gemischl sind, und in Tenegal, Eavan und Monaghan die üatbolifcn bei weitem nbcrwiegen, Merkwürdigenvcise gehören von den 99 Abgeordneten Ulsters im englische» Unterhanse nur 10 den Unionislen und 17 den irischen Rationalisten an, was freilich wohl auf die Mängel des englischen Wahlgesetzes und auf den irischen Wahlierro- rismus zurmkzniühren ist.
Die protestantische Bevölkeriurg der Provinz Ulster hat von Anfang ait leivenschastlrch gegen die Honiernlebill protestiert mit der Begründung, das; sie bei der Trirchsührung der Zespstverwatlung Irlands von der katholischen Mehr beit unterdrnckt zu werden fürchte, und die Unionisten haben iich ihrer Sache angenoinmen. wobei sie zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, nämlich zugleich das liberale 1 abinett zu stürzen lwiiten. Als die Hornerchebill trotzdem zweimal vom Unlerhanse angenommen iourde, drohten die Mstcranrr mit dem Bürgerkriege, und diese Drohung hat auf die Regierung doch einen so starken Eindruck gemacht, daß firft der Ministerpräsident Asqnrth zu der ganz un.ze inöhniiehen Mastnabine bereit erklärt hat, das Gesetz vorder dritten und letzten Beratung noch einmal in einer dm Forderungen der Opposition wenigstens teitivcise entgegenkommenden Form »inzngestalten. Der neue Vorschlag der Regierung gehr dahin, daß jede der nenn Grai- ickiastcn befugt sein soll, durcki die Boitsabsninmnng zunächst aus leck» Ialrre snr suif den AuSschlns; der Wirksamkeit des Homernlegeseyes zu verlangen Wenn die Regh- rung glaubt, mit diesem Entgegenkommen, für das sie die Instiminnng der Irenparici nur sehr schwer erlangt hat, oie Opposition zu versöhnen, so hat sich das als eine starke Selbsttäuschung eriviesen, Ter Führer der Illsterlrulc, Sir rkdward Earson. hat, den Vorschlag sogar als eine „heuchlerische Dxraussorsernng" bezeichnet, und die Unionisten unter Bonar Law griffen diese Ablehnung schon deshalv mit Freuden aus, weil sie die Homernlcsrnge als da- ru-euy
»eiste Handhabe betrachten, die Regiernnq zur Parlaments aiislösmiq zu zwingen und das liberale Kabinett zu stürzen. Dieses befindet sich in einer sehr heiklen Lage, in einer argen Zwickmühle. Zwar hätte es in der Hand, die Home rnlebill mit der von ihr vorgeschlagenen Abänderung im Unterbanse zur Abstinnnnng und zur Annabmc zu bringeu, denn die aus Liberalen, Iren und Arbelterparteikern de stehende Mehrheit hat das Heit in der Hand -Aber gerade das von den Liberalen dnrchgesetzte Parlgmentsgesetz, durch fvelches dos Veto des Oberhauses eingeschränkt wftrde, erweist sich hier als Hindernis, Diesem Gesetz zufolge er langt eine zweimal vom Unterhaus angenommene Bork igc nach zweimaliger Ablehnung durch das Oberhaus, falls sie znm drittenmal im llnlerhaus angenommen wird, auch gegen den Willen der Lords Gültigkeit, Die Bestimmung bezieht sich aber natürlich nur aus ein und dieselbe, nicht aus eine inzwischen loesentlich abgeänderte Vorlage, DaS Kabinett Asquith könnte also die Homerulebttl in der bis herigen Gestalt, nicht aber mit den neuerdings vorgeschla- genen Aenderungen znm Gesetz erhebe»,
DaS ist d i e -Z w i ck m ü h t e. Durch ihren Vermitt lnngsvorschlng hat die Regierung indirekt einaeräumt, datz die .Homerulebill die Provinz Ulster benachteiligt. Will sic das Kompromiß durchsühren. so ivnrde di d.rs Ober Hans zur grundsätzlichen Opposition entschlossen ist, der ganze Kampf um H o m c t u l c von »um begtri neu. Setzt sic aber die Bill in der bisherigen Gestalt in Kraft, so mutz sie mit der Gefahr des angedrohten Bürger trieges in Ulster rechnen, während sie in, anderen Fall die Gefolgschaft der ungedntdrg werdenden Iren za verlieren fürchten mutz, Tie Frage, wie die englische Regierung sich zwischen dieser Troll» und EhartzbdlS h ndirrchfoin den wird, tätzt sich schon deshalb nicht beankfvorten, weil der nächste dazu, nämlich Asquith, die Lösung noch nicht gesunden hat. Immerhin luIvb er nch vielleicht in Er- mangeluifg eines besseren Trostes ans die alte Erfahrung berufen, datz gerade die Revolutionen, welche vorher an- gelnndgit werden, selten ansznbrechen piiegen.
Wir erhallen noch folgenden Bericht:
London, 1!), Mär;, Das Unterhaus bot heute das Bild eines grotze» Tages, Bonnr Law und Premierniinister Asgnitlf lfieltcn ihre Reden vor einem dicht besetzten find gespannt lauichenden Hause, Der Tou beider Reden fvar matzvolt, aber naltfdrücklich. Ein »VN E a r > o » gegen die Regierung, be- iouders gegen den Marineministcr Eburchifl nnlernommener Angriff riet auf beide» Serien des Hauses Unruhe herov-, Svälee stellte der Rateonaliüeniügrer Denlin neuerlich seit, datz E»ri»n einstmals Anhänger oon >aoiaerule geweien iei. Earson sprang erregt aus und rief: Das ist eine iuiarne Lüge! lGrotzk Un- l iihe: Der Sprecher eriuchfe Earson, sich in feine» Ausdrücke» zn mätzigen. Earson erwiderte: Die Behauptinig war eine foiifeu!- liche Unwahrheif, (Erneule UnruheZ Delom nersnchfe, in seiner Rede sortzusahien, doä> dauerte der Tumult weiter an. Der Stfcrcher schritt erneut ein. und rvrderte die Mitglieder ix-s Hauses am, Vechviffici.: Angriffe zn lierineiacn, Tevlin ietzic hierauf feine Rede «mgetzäri fori. Er führrst a-rs, rs habe niemals eine größere Maskerade des Scheins oder des Betrugs gegeben, e.ls die Erzählung von dem Bürgerkrieg in Ulster, Die einzige neue C»t- Wickelung in der Lage ist das Anerbieten Bonar Lafvs, datz die Opvofition die Homerule-BiU annehmen würde, wenn sie durch eine Bolksalfffimmung gebilligt würbe
Premiernnnisrer Äsguiih erklärte, er würde sich keiner 2 lu regnng oerfchlietzen und nahm Kenntnis von dem Anerbieten, Doch zeigen seine Eimvände gegenüber dem Grundiatz der Bolisabstii» »mng. datz Lafvs -Anerbierrn fvahifcheinlich nicht angenommen fvird, Bonar Law beantragte ein Mitztranensvotm», i» dem er- liärt wird, das Haus bedauere die Weigerung der Regierung, Vorschläge zn dem Zufatzamrag zur ,Ho»ierule-Bill zu wachen, uno meinte, datz biete Vorschläge vor der Wiederaufnahme der zweite»
rriung gf lifoafi U'rroen muorrn, oifiim ea » 1 juyu, un >
heute weit gefähriickrer als sie je gentefen, und wenn ein Ausforg gesunden würde, io sei es durch ein Mittel, das er ganz und gar nicht voruussehen könne. Wenn jedoch der Grnndfap der Bei fländigung darin bestehen sollte, datz die Msterlenle nach dem -Aus fchlufse automotiicb unter die Homeenl Bill gebrach! werden sollte», so müßte die Ovvosition dies vollkommen gblehnen,
Prenüerniinister -A i a u i t b fwederholle die Vorschläge der Re gieruno vom 0, d, M Er fügte hinzu, er lfabe Kenntnis voir den Borfchlägen Bonar Laws genommen und frage, ob Ulster das Ergebnis einer Volksabstimmung annehmen foülbe, Earson umerbrach ihn und sagte: Wenn Asquith mir eine» endgültigen Vorschlag macht, so will ich Antwort gebe», Asquith richtete im »feileren Verlauf seiner Rede einen ernsthaften -Appell air das «aus, zu bedenken, daß die neuen Vorschläge den einzigen Weg böten, der -Ho'inung aut eine dauernde Verständigung gäbe, Earson erwiderte: Tie Regierungsvorfchläge i» ihrer gegenwärtigen Form find nicht wert, oön Ulster in Erwägung gezogen zu werden.
vüntscbe» Neich.
Der Kaiser besuchte am Donnerstag vormittag den G r o tz a d in i r a l v. D i r p i tz , der am 19, d, M. seinen Ge bnrtstag feierte,
DaS a n g e kir n d i g t c E t a t n v t cs e s e tz ist dem Reichstage am Donnerstag z»gegangen,
E r m ä tz i g n fi g der S t e u e r zu fehl ä g c in Preußen'? Fm Budgetausschuß des preußischen -Ab geordurtenlsause-s wurde am Donnerstag bei der Beratung des Voranschlags der Verwaltung der direkten Steuerrr aui die Frage, ob nicht infolge der Wehrsteuerveranlagiing größere Erlrägc und dadurch die Aushebung odrr Er Mäßigung der S t c u e r z u s chlä g e zu erwarten seien, bczw ob die Rrueinbringung einer Steuernovelle be- vorstche, voif seiten der Regieruifg erklärt, die Hochkon junktur fvcrde steuerlich im Jahre lüll nickt! mehr voll in Erscheinung treten, andererseits sei die Wirkung der Mehrsteuer berücksichtigt, aber ln den Zeitungen seien lieber treibungcn erfolgt. Ein Uebcrblick über die Ergebnisse der Wehrstenervcranlagung liege noch nicht vor: KAehreinnah men seien allerdings zu erwarten» dagegen werde die Rachstcncr der vorigen Jahre in Fortfall kommen. Der Finanzminister erklärlc. die Aushebung oder Minderung der Tteuerzuschläge mit jährlich <2 Millionen Mark könne nur ani gesetzlichem Wege erfolgen. Entbehrlich seien sic nicht, nafncntlifch foerde die Wehrstenerverankagnng keinen entsprechenden Ersatz bringen, andererseits ständen Mehr ansgabr-fi des Staates bevor. Die Vorlegung einer Steuer- Novelle sei ahne endistiltige Regelung der Steucrzuschläge nickfl tunlich und stehe derzeit Nicht in Aussicht- Dir- Lücken seien infolge der Reichsgesetzgebimg einigermaßen aus- gefüllt .
I m p r c u tz i s ch c n A b g e o r d n e t e n h a n s kam am Donnerstag nach weiterer Beratung des Eiienbahnvoran- schlags das G r u » d t e i l » n g s g e s e tz an die Reihe, Land wirtschaktsminister F-rhr, v, Schorle me r begründete den Entwurf- Er bezweckt vor allem, der Entvölkerung des platten Landes 311 begegnen durch die Erhaltung und weitere An setzuttg von Bauern und ländlichen Arbeitern, besonders auch da, wo die Aufteilung größerer Güter snr die Zwecke der inneren Kolonisation in Betracht kommt. Dem gcwerbs mähige» Gütcrhandel. der >a in der Tat nichts anderes als Grundstücksschacher ist, jpielt der Entwurf allerdings übel mit, da er jede Zerschlagung einer land- und sorstwirtsehasl- lichen Besitzung, an der jener beteiligt ist, von der Genehmi gung der Behörde abhängig macht. Auch die Bestimmungen über das Rücklrtttsrecht werden ntanchenf -Angriff ausgesetzl sein. Das sieht auch Herr v, Sckwrlemer voraus, cr tröstet |.\ti indes mit dem bäuerischen Güterzertriimmerungsgesetz,
Napolrsn als falsch münz«r.
Im Jahre lKOik sagte Ravalcan ,n Schönbrunn kurz vvr drm Friede,fsichlm: zn fira, Bubua, dem Iflencrakadiulantcn >fv„ Kaiser Franz: „Ihr werde» noch vierzehn Tagt verlieren und dann dockt auf meine Bedingungen ei »gehen Ihr könnt die ff-iaor, die Euch drobl. gar nickt übersehen. Ich habe 200 Milli.men Bankozeilr! m FronlrOch macken lasten, die ick in Umlauf brm gen werde »nd sobald der Krieg fvieder beginnt, werde ich wer die Fabrilaiion wieder cinridncit."
Navolcon nrau eilt a l f (fym ü 11 ,»c v. icun er Itev; Oeuitlidv in Paris Geldnöten fremder Staaten, mit denen er im Kriege lag. drucken. Wie freit das ging, zeigt August Fournrer m der „Oefterreichischcn Nlmdschau". ^'b Napoleon ;nnc Ad irckl awi'k,esühn W, Greift man nickt, jebcufalu aber »durfte cr 1813, als Eugen Peauhanrais als Dizckömg von stauen üntq gegen Lefterreich führte, ihm eine Million Wiener Papiergeld. ^ t . 1W1 , .
Tre Verbündeten erfuhren den Betrug eilt 181.4 nach Na
poleons §kur-. Dia dadurch entftandeue Unruhe und llnttarbeit iourde erst durch einen h ü ch ft i u t c r c ) f a n t c u Bericht des Grafen Bombelles, des österreichischen <>iefrffi»tstragers in Frankreich geklärt, der solgendermaften lautete:
Paris, den 26. September 1811 .
..Bereits irrt Fahre 1809 fing man an. falsche Bankorcttel ',u verfertige:», und fuhr d«nnit bis ,;nnt Zeitpmrkt der .'öctroi Napoleons mit der Erzder.;oqin Maria ^our,e *. \\ «ort. mo alles unterblieb. Ihn diese Seit begann tue Ber»cuirf.uug «.er Nubeln und zwei Monate spater jene der engluchen Bankiioteu. Im Jahre 181:> sing mau abermals an. bic o,terre»chi,rf»en Einlösungsscheine uack:umacbcn, und zugleich ahmte man auch die unter dem Namen Papiers de eoalition besonnten 4-aprere »»ach. die jedvrf; »»irf't i»r Umläui gelebt iourde:». Tre im ^ahre 1809 verfertigten falschen öfterreichiichen Bankozettel waren gron »enteils von 500 und 1000 Gulden, und man hat deren »ur 40 Millionen Gulden nachge»nacht. x \vbewn glaubt der Polizeiminifter. daß man nur menige davon in Umlaut gesetzt habe, weil n»ai» »u sehr' besorgte, entdeckt ^u tverden. ».»e v<er nichrungBcr Bücher ürrd Register hat tede wertere Unter,uchuirg und Aufklärung über die Zahl und tem Betrag der ausgegebenen falsche,r Bänkozrttel unmöglich gemarfn. ^re Hauptper'on, dererr sich die vorige Regierung ru diesem Geschäft bedieitte. nxrr an geunsser Tesmareft. Dieser hatte »ick- da;u .'„reu srcheren Terra,sou beigefellt, der ihm die fca;u nötigen Arbeiter und ,»-ün,tler^o.'r- schaffte, unter denen auch I-irmin-Didot erscheint, und ihre Trul- kern mar in d-r Gasse Daugrrard aufgeschlagcn. Dre sranröniche Regierung betrieb betrieb dieses Umernehnien mit sovre» 'Erwr
und verwandte darauf so beträchtliche Summen, das; die Zahl der Pressen auf 24 gebrarfrt wurde, von denen jedoch nur sechs ir» Wirksamkeit waren. Iirr Verbreitung der falschen Papiere bediente man sich untergeordneter Agenten, dereir Namen lue Polizei zu entdecken nick t imstande getcesen zu fein vorgibt. Dreier Teil des Berül/tes de - Poli;crminifters ist schn-ach und srfieiut mir nick.» mit jener Ossenheit abgesant ;n sein, die man ;u erwarten bered tigt war. . , . Ein anderes Mittel, dessen sic!» die vorige Regierung ,;ur Verbreitung der falschen Banko.rettel und Einlösscheine bediente, bestand darin, da»; sie dieselben ihren Generalen mit dem Auftrag Zusandte. sie als eine ihnen zngcfallene Beute ttl verteilen. So halte H. Solllanges letzthin aus Molland 30 000 Gulden der französischen Armee in Italien zugesrfstckt.
s>. Bengnot schlicht seinen Bericht an drn König tuit der Bemerkung. dast die sremdar Höfe, denen man die Instrumente und Platten ausliesert, nackdem dieselben durch Essig und Srfie,dc.v«ls,cr »um Gebrauch untauglich gemacht morden, volttommen versichert sein dürfen, datz die mit Wasserzeichen versehenen sowohl als alle übrigen ,»u dieser Verfälschung bestimmten Papiere ihnen nur darum nickt übergeben merdcn, »veil sic vernichtet worden mib nickt mehr aistieren: das; der Charakter und die Denkungsart des Königs ihnen die sirfwNte-Bürgschaft sein könne-», dah ähnliche Staatsverbrechen unter einer Regierung, wie die dermal igc. wo sich niemand »vk'der um sie an;ubeschleu. »»och um sie auszusühren, findet, ^ewis; nie wieder statthaben werden. H. Beugnot ersuchet endlich
M. zu befehlen, die weitere Untersuchimg über eine Angelegen heit ^l» nntcrdrückcu, in die man die vorzüglichsten Staatsbeamten verwickelt finden würde. Der wahre und eigentliche Fakschmürner, fügte er hinzu, ist Napoleon: alle, übrigen dazu verwendeten Personen sind mehr der Schtväche und Feigheit als der Betrügerei, zn besrfmldigen.
Irf, bitte E. Ezz. mir gesälligst die Weisung erteilen .zu tvolleu, wie diese Platten am sichersten uack Wien zu befördern sein dürsten. denn ihr Umiang und Gewicht ist zu beträchttirf», als dast einer unserer Kouriere sich damit befassen könnte. Ich schätze nlich glücklirf», das; cs mir gelungen hat. zur schleunigeren Beendigung eines Geschäftes bcizutragen, das, ohne die Mitwirkung des Grafen von Blacas, noch unter der Zahl derjenigen wäre. die. wegen der unendlichen Verzögerungen des Fürsten von Dallevrand, nie zu Ende zu bringen find. Bvmbelles."
Niaraus geht hervor, dah Napoleon scholl im Frühjahr 1810 mit einem Krieg gegen Rußland rechnete, da er Rubelscherne an- fertigen lieft. Man sieht, daß er auch hier nach seinem Grundsatz verfuhr: „Ich bin nickt ein Mensch wie ein anderer, und die Gesetze der Mvrol und Sitte gelten nirfft tut mick."
A m n n d s e n . der von Berlin nach Chriftiania zurück-
kehrte, erklärte, daß er feine dcordpolsahrt wegen des Zustandes der „Fr'am" vielleicl)t nocli um ein Jahr hinausschieben müsse. Es sei zweifelhaft, ob die „Fram" in diesen Tagen San Francisco erreirfren werde. Dort müsse das Srfnfs gereinigt werden. Falts es San Francisco nicht bald erreichen könile. sei es gewagt, die Expedition noch in diesem Jahre auszusühren.
Bekämpfung der Tuberkulose in England. 'Zllut Srfmtz der Gesundheit der jugendlichen Arbeiter sind m Eng Inub nachahmenswerte Bestimmungen getroffen. Alle Jugendlichen, die noch nitfit 1(5 Jahre alt sind, müssen sich vor Eintritt iit die Fabrik von dazu bestimmten ?lerzte»l untersuchen lassen und dürsell in die Betriebe nur eingestellt werden, wenn sie ein Gesundheits atteft aunveisen können. Findet der Arzt Keime beginnender Tuberkulose. so muß er dos Attest verweigern, selbst loenn die Kranken durrf) die Beschäftigung iit der Fabrik nicht gefährdet iverdett, da eine Ansteckungsgefahr für die übrigen Arbeiter besteht. Ilm den Jngettdlichcn ihre Gesundheit wiedcrzugeben, lvird angestrebt, sie zur Behandlung den» Gesundheitsamt ihres Wohnsitzes zu überweisen - Äugetlblicklich sind sie ohne jede Fürsorge, da die Bersiche- nlngsgesetzgebung in England im Gegeitsatz zu der Krankeilversiche rnng bei uns in Deutschland erst die mehr als sechzehnjährigen ibrenl Schutz unterstellt. Wieviel Gutes dir Bestimmung schatten kann, gebt schon daraus hervor, daß die Fabrikärzte jährlich 40 000 Knaben mid Mädchen vor ihrem Eintritt m die Fabrik untersuchen. Bei genügender Fürsorge für die Erkrankten muß durch diese Maßnahmen eine Möglichkeit gegeben sein, die Tuberkulose zu bekamp sen, oder wenigstens ihrer weiteren Verbreiiiulg entgegenzuarbei teu. Gewiß umre für Deutschland eine ähnliche Maßnahme, zum Schlitz der jugendlichen Arbeiter sorvohl wie der Gesamtbevölkerung sehr zu wünschen.
Kurze % achrichtcn au •> K u u st und Wissen- f di et»t. Dem österreichischen Forscher Sellin ist es gelungen, in Palästina die Stätte der Stadt Sichen» zu entdecken. Sellin machte Funde aus der kananitisrf)en, svätisraeliti'chen und Hellem stiscken Zeit - Der Vorstand der Internationalen Ber einigung iür Krebsforschung (Vorsitzender Pros. Tr. Johannes Fibiger, Kopenhagen) und der gel'chästssührende Aus schuft der Internationalen Vereinigung (Vorsitzender Minifterial" direktor Kirchner, Berlin) werden zu einer Sitzung am 9. Mai d. I. in Ber kill zu; amment reten. Herr Johann, der Arzt der Frauen, eine tragische Komödie voll ?l.lwin Zorn erzielte bei ihrer Uraufführung im Stabttheater zu K a t sats - lautern einen starken Erfolg.


