Ausgabe 
19.3.1914
 
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Wte.jatöen Teils des deutschen Volkes und die ihm anfgepsravite Vorherrschaft der sogenannten preußischen Geistes verschwin­den und in gleichmäßiger Itammcsgliedening im Norden »nd Süden für eine autonome Entfaltung des deutschen Wesens Raum geschaffen werden muß. Die deutsche Rechtspartei ist der Ucbcrzcugung, das; ein so gestaltetes Reich nach außen, getragen von neucrweckiem Vertrauen der Nachbarvölker und durch engere Verbindung mit den Ländern der Habsburqr- scheu Monarchie, der Kern- und Stützpunkt eines mitteleuro­päischen Bundes fein nrird, der berufen ist, inmitten Europas als Dort des Rechts und des Friedens die Interessen und d,e Zukunft unserer' abendländische» Kulturgemeinschast zu lvahren und die politisch sonne wirtschaftlich irnmer dringender ge­wordene Wcltvolitik Europas zu ermöglichen,"

Es wurde noch ein Antrag eingebracht, die Entschließung zur Kenntnis der gesetzgebenden Körperschaften zu bringen. Die Entscheidung hierüber wurde nach einen! Antrag v. Wangen­heim dem Vorstand überlassen,

B r a u n s ch w e i g , 18, März, Ter Herzog ,hat anläßlich der Geburt des Erbprinzen für die Armen des Landes 30000 M ark gespendet,

Heute vormittag kreiste» drei Ofnziersilieger der Swtion .Hannover, zwei Eindecker und ein Doppeldecker, über der Stadt, Die Flieger waren um 10 llhr von Hannover abgcfloacn. um dem Herrogsvaare eine Huldigung darzubringen. Während der Huldigung der Flieger trat der Herzog auf den Balkon des Schlosses, Ein überaus zahlreiches Publikum begrünte den Herzog mit stürmischen Zurufen Tie Menge sang oatriotischc Lieder und brachte Hoch- und Hurrarufe aus, Die Mannschaften der Garniion haben heute dienstfrei.

Aus der ersten Kammer des clfoft-Iotfjr. kandta-is.

Straßburg, 18, März. Die Erste Kammer des cliaß- lothringifchcn Landtages trat heute in die Beratung des Voran­schlags ein, der mit rund 81V* Millionen balnnziert, Staatssekre­tär Graf Rödern erklärte, dost die Regierung den von der Zweiten Kammer getroffenen, an sich unwesentlichen Aendcrungen zu­stimme.

In der Aussprache führte der Abg. Blumenthal aus, das Land habe ein Jutereisc daran, dast sich die Regierung unabhängig und unbeinngcn ein selbständiges Urteil über Land und Leute bilde, zu cinom Lobe der früheren Regierung, die Ausnahmegesetze beantragt habe, liege kein Atstast vor, D-er Fall Zaber» habe das eine bewiesen, dast unter ollen Uniständen. was auch in diesem Lande Vorkommen mag, die bestehenden Gesetze mehr als ausrei­chend seien, um jeder Unordnung zu steuern

Dos Mitglied R ul and ging in längeren Ausführungen auf die politische Entwickelung Elsaß-Lothringens ein, wobei er be­merkte, man könne nicht erwarten, dast mit dem wirtichaitlichen Anschlüsse Elsast-Lothrinaens an Deutschland sich nun sofort auch der innere natioiwle Anschlust vollziehe. Rach einer verleb'ten Germanisation habe man cinqesehcn, dast man den inneren Ent­wicklungsgang der elsast-lotlrringischen Bevölkerung Zeit lallen müsse. Unter dem früheren Svstem sei von der aussübrenden Re­gierung manches getan toorden, Ions den Absichten des Stattlialters ent gegen stand Der Redner sprach sodann von den Nationalisten als einer kleinen, aber einilustreichen Partei, der man dadurch be­gegnen müsse, dast man sie ignoriere.

In der Nachmitlagssitznng nahm Bischof B e n z l e r den katholischen Klerus gegen den Vorwurf der Deutsch- seindlichkeit in Schutz, Bürgermeister Dr, Schwandcr erklärte; Dir haben von unserem Urteil über Zabern nichts znnlckzvneh- «en. Auch von der neuen Regierung verlangen tvir, daß sie uns vor Dillkür schützt. Dir protestieren gegen die Ausnahme, die die Resolution des Hauses in Altdcutschland gesunden hat, zu­mal die Regierungen anderer Bundesstaaten ganz in unserem Sinne Erklärungen abgegeben baben. Dir müssen Front dagegen machen, so suhr der Redner fort, dast alles was hier geschieht, in Altdeutsch' land als Hochverrat, Phrasendrescherei und als Ausfluß antinatio­naler Gesinnung gebrandmarkt wird, Nock, nie ist die Autorität einer Regierung so geschwächt worden, Ivic hier im Falle Zabern, Dir rechnen esdaherdcrsrübercn Regierung und dem Statthalter hoch an, daß sie es abgekehnt ha­ben, die Regierung weiter zu sühren. Dir wünschen eine energische Regierung zur Förderung der wirtschaftlichen und kulturellen Interessen des Landes, Das andere wird sich schon sinden.

Mitglied Ruland bemerkte, er habe der katholischen Geist­lichkeit nicht den Vorwurf der Deutschseindlichkeit aemacht, sondern nur gesagt, daßleidercinTeilderkatholischcnGeist- lichkeitdienationalistischenBestrcbungennnter- stützte

Zn der weiteren Aussprache sah sich De i b b i s ch o s Frei­herr Zorn von Bulach veranlostt, seine Stellung zum Falle Zabern zu prä>ikicren. Das dort geschehen sei. könne er weder ver­teidigen, noch beschönigen. In Altdeutschland hätte ein ähnlicher Fall vielleicht schlimmer geendet als in Zabern, Mit Liebe und Geduld würde man weiter kommen, als mit dereisernen Hand",

Der Voranschlag wurde schließlich an den Finanzausschuß ver­wiesen.

Kostümfest beim Kronprinzen.

Berlin, 18, März, Das Kronprinzenvaar hat heule abend ein Kostümfest in kleinem Rahmen gegeben, zu dein ungesähr neunzig Einladungen ergangen waren. Unter den Geladenen befanden sich Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich, Prinz und Prinzessin August Wilhelm, Prinz Oskar, Prinzessin Friedrich Wilhelm, der amerikanische Botschafter mit Gemahlin, die Tochter des sran-öiischcn Botschafters, Gra» und Gränn Sierstorit und weitere Mitglieder der jüngeren Hofgesellschaft, Das Fest begann mit einen, Abendessen an Keinen Tischen in den unteren Räu­men, Nach der Tafel begab man sich in die Festsälc im ersten Stockwerke, wo getanzt wurde. Während die Herren in historischen Uniformen ihrer Regimenter erschienen z,B, der Kronprinz in der historischen Uniform des ersten Leibhusarcn-Regiments von 1813 an der Spitze einer ganzen Reihe von Danziger Huiarcnollizicren in der gleichen Uniform, und auch die anderen anwesenden Prinzen trugen die alten Unisvrme» ihrerRegimenicr ieien von trnTamen die solgende» genannt: Die Kronprinzessin trug ein kaukasisches Kostüm, die Prinzessin Eitel Friedrich ein solches nach Big« le Brun (Gemälde von Augelica Kauimann, die Prinzessin August Wilhelm war in Emviretracht. die Prinzcssi» F r i e drich im Rokoko erschienen, Gräfin La risch kam als Markgrä- sin von Brandenburg, Herzogin von Holland, (nach einem Bilde im Königlichen Schloß), Mademoiselle E a m b o n als Hofdame der Königin Marie Antoinette (nach einem Gemälde alte» Stils), Prin­zessin Hohenlohe als Geisha, Fräulein von Bcthmann- H o l l w e g in einem Rokoko Kostüm, Gräfin Bismarck Boh­len in der Tracht einer Hofdame der Kaiserin Maria Theresia, .Hofdame Gräfin Kepierlingk als schwedische Bäuerin, Gräfin Fug­ger und Komtesse Bismarck als Damen aus der Zeit des 30jäh- rigen Krieges, Frau von der Planitz in türkischem Gewände,

Au» t)«|?cii,

Staatszuschust zu Höhere» Bürgerschulen, Die Abgeordneten der Zweilen Kammer Mergelt, B e r - thold,Fenchel,Hauck,Kredel,Lang und Schott haben zu Kap, 39 des Hauptvvranschlages einen Antrag eingereicht, in welchem sie beantragen; Vom Rechnungs- sahr 1914 ab auch den höheren Bürgerschulen zu Beer­felden. Gr,-Umstadt, Reichelsheim i, O,, Rimbach i, £)., Rüsselsheim. die zurzeit keinerlei Staatszuschust geniesten, die nach dem neuen Gesetz über die höheren Schulen zw- lässig« Staatshilsc zu gewähren ?lls Ausgangspunkt für die Berechnung der persönlichen Kosten einer Schule dienen hierbei in allen Fällen ine Schulgeldsätzc der staatlich»! Anstalten

Der Gesetzgebung? aus schuß der Ersten Kammer nahnr in seiner Sitzung am Dienstag deri An»

trat Tchmllt und Gen, betr, die Zulassung der Orden ini Großh, Hessen im wesentlichen nach der Fassung der Zweiten Kammer an.

Ocutldie* Reick».

Söhne von Volks schullehrcru in der Ma­rine, In einer kleinen Anfrage ersucht der Abg, Ö o f f (Fortschr, Vp.) den Reichskanzler um Auskunft darüber, war­um, Zeitungsnachrichten zufolge, Söbnc von Dolksschulleh- rcrn als Ossizsersaspiranlen für die Marine nicht angenom­men werden, auch wenn sic körperlich und der Vorbildung nach den gestellten Forderungen genügen.

Ans Stadt und Land.

Gießen, 19. März 1914.

Geburtenrückgang und Säuglingssterblichkeit.

Ucber den Rückgang der Geburten oder der Säuglings­sterblichkeit im G r o ß h e r z o g t u m Hessen während der letzten 5 Jahre gibt die nachstehende liebersicht der Darm- städter Ztg, Auskunft;

Jahr

Lebend­

geborene

weniger

gegen

das

6iestorbene

Säuglinge

Zahl der Kin­der, die dar I. LebenSiabr

I9OT

37 359

Vorjahr

4 700

überlebte»

32659

1909

36 299

1080

4 722

31 577

1910

34 670

l 6 29

3 913

30 757

1911

33 209

I 461

4 273

28 936

1912

32 339

870

3 247

29 092

1913

32 296

43

2 986

29 310

Danach hat die Geburtenzahl vom Jahre 1908 an ununterbrochen abgenommen, so daß im Jahre 1913 rund ,1000 Kinder weniger auf die Welt kamen als vor 5 Jah­ren, Aber auch die Zahl der gestorbenen Säuglings (Kinder im 1, Lebensjahre) ist fast regelmäßig von Jahr zu Jahr kleiner geworden. Gegenüber dem Jahr 1908 beträgt dadurch der Gewinn rund 1700 Kinder, eine 9»hl, die je­doch den durch Geburtenrückgang veraulaßtcn Verlust nicht ausgewogen hat, Tenn die Zahl der Kinder, die das erste Lebensjahr überlebten, betrug in den letzten Jahren nur rund 29 000, während sie sich noch vor 5 Jahren auf rund 32000 belief. Es ist eine beachtenswerte Erscheinung, daß mit abnehmender Geburtenzahl auch die Säuglingssterb­lichkeit zurückgeht. Die weit sich diese beiden Erscheinun­gen gegenseitig bedingen, darüber gehen die Meiuungjen auseinander,

** Tagcskalcnder für Donn»rslag, dcn 16. März; Gies; ener lleie Halleverein: «lieber Ivissenltboiilickte »nd wörtliche Lustiahrt-nA Dr. P e v 0 l e r - Gieße», Turnhalle der Höheren Mädchenschule, 8)4 Uhr.

** Offene Lehrer st ellen. Erledigt ist eine mit einem evangelische» Lehrer zu besetzende Lehrerstcllc au der Volksschule zu Bingenheim,

* Gewerbe« usslellnng Gießen. Wie >vir hören, hat Herr Provinziaidircttor Geheimerat Dr. U s > n g e r den Ehrenvorsitz der Ausstellung übernommen. Herr Ober­bürgermeister Keller ist Ehrenvorsitzender des AusstcllungS- vorstandeS,

** Verband evangelisch-kirchlicher Frauen» vereine im Großherzogtum Hessen, Ain Montag fand im Gemcindebansc der Jobonnesgcmeinde zu ^Tarmstadt die 19, Frauenkonserenz statt, Frl, Marie Sonne berich­tete über das seit Jahresfrist bestehende Abendbeim des Deut­schen Evangelischen Frauenbundes in der Waldstraße, das jun­gen alleinstehenden Mädchen Gelegenheit gibt, ihre Abende in einem gemütlich eingerichteten Heim bei Gesang, Unterhaltung und Sviel zu verbringen. Daraus solgten Bcrichtc aus Gemeinden, deren Franenoereinc dem Verbände angcschlosscn sind. Daran schloß sich eine rege Aussprache, aus der hervorging, daß neben der Körxerpslege, der Unterhaltung usm, die religiös-sittliche Be- einslussung nicht zu kurz kommen darf, was ja die Voraussetzung einer evangelisch-kirchlickten Gcmeindenrbeit ist, Tie Vorsitzende teilte zum Schlüsse noch mil, daß die Vortragsreihe über weib­liche Zngcndvslcgc deinnächst ihren Abschluß fände in einem Bor- träge, den Pros, kl. Dr, Schign -Gießen ani Mittwoch vor Pfingsten in der Hauvwcrsammlung des Verbandes batten wird überTic Erziehung unserer weiblichen Jugend zum evangelisch- kirchlichen Bewußtsein und zur Beteiligung derselben am kirch­lichen Gemeindelcben",

** Akt-Gießen, In dem Vortragszyklus, welchen die Giestener Ortsgruppe der Hessischen Vereinigung für Volkskunde veranstaltet, kam am Mittwoch abend auch Alt- Gießen an die Reihe, In dem großen Hörsaal der Univer­sität jchprach Herr Bibliothekar Dr. Ebel aus Gießen vor einer außerordentlich zahlreichen Hörerschaft über die Schön- heiten, die einst Gießen auszuweiscm hatte. Viele sparen das nicht, aber immerhin bot Gießen des Malerischen noch genug, was leider immer mehr dem Zahn der Zeit oder besser der Pietätlosigkeit der Gießener Bürger, über die sich der Vortragende' bitter beklagte, zum Opfer fällt. Leider ist von dem früheren Reichtum an Charakteristi­schem jetzt nicht mehr allzu viel über, da man beim Ab- reißcu von Gebäuden nicht gleichwertige an ihre Stelle setzt. Der Grund, man müsse aus Gesundheilsrückfsichten abrcißen, um Licht und Lust zu bekommen, ist nicht stich­haltig, denn die modernen kastcnähnlichen Häuser schließen Licht und Lust durch ihre Höhe noch viel mehr aus.

Es erübrigt sich, näher aus die Einzelheiten des sehr inter- essanten Vortrages einzugehen, da wir den Vortrag dem­nächst im Familieiiblatt veröffentlichen werden, Ter Vor­trag wurde durch gute Lichtbilder prächtig erläutert, die im photographischen Atelier Uhl, Frankfurter Straße, hergestetlt worden waren,

* Gewerbeschule Gießen, Unter dem Vorsitze des Staatskommissars Baurat Becker wierden am 17. die­ses Monats die Abgang-Prüfungen abgehaltcn, Ter Prü- suugs- Ausschuß tonnte dcn zur Prüfung gemeldeten Abiturienten der Hochbau-Abteilung sämtlich das ZeugnisBestanden" erteilen An der Prüfung nahmen teil; Gustav Eckhardt ans Gießen, Ernst Joch um aus Gießen, Heinrich Feil in g ans Atzbach, Wilhelm S l u r m aus Leu», Willi Rinn aus Heuchelheim, Jakob Recb aus Naunheistt, Wilhelm N e e b aus Albach,

** D i c Direktion des Stadtthcatcrs schreibt uns: Aus vielfachen Wunsch iindet am kommenden Sonntag nachinitlag stattSchmcttcrlingöichlacht" eine nochmalige Wiederholung von A l t b c i d c l b c r g" bei Volkspreisc» statt, Zur morgi­gen Premiere des SchausviclsDie Frau des Kom­mandeurs" dürste auch noch folgende Auslastung eine« auswärtigen Blattes non Interesse sein;Diese Geschichte einer Ehe ist wieder ei» DreversckieS Werk, dar all die guten Eigenschaf­ten des ltzmoalbilchen und gewandten DramenichreiberS zeigt, -ochlicht, lebenswahr in der Gestaltung der Periönlichkeiten und ihrer piycknschcn Enllvickclung, reich an bewegten dramatischen Mo­nte, iten und an inner gehaltvollen Rede nicht arm. Die stärkste > 2 eite des Ltückes ist die rrchaiinng von Menichcntriven, nne wir stc heute im Leben doch nur selten von dieser Scelenschönheit iindcn; ganz seine Mensche», die nicht leicht verstanden sind, die uns Trcver aber in solcher Natürlichkeit und deutscher Art hinstellt, daß eiwru

das Herz dabei warm werden kann " Es wird wiederholt daram hingewiescn. daß ran noch wenige Vorstellungen (6 stattiinhen, in denen Gutscheine gelten: es empfiehlt sich daher, mit der Emnabme vm, Gutscheinen bei den letzten Vorstellungen vorsichtig zu sein ** Das Krokodil in zahnärztlicher Behänd lung. Im Frankfurter Zoologischen Garten hatte kürzlich da» große Krokodil das Pech, den langen Obcrkiejer vollständig zu brechen, lim das sehr wertvolle Tier dem Leben zu erhalten, griss man zu einer eigenartigen Overation, Ter Zahnarzt Fritz Fran­kel mußte devl Revtil ein vollständig neues Gebiß in täuschender Nachahmung des abgebrochenen Kiefers und in möglichst gleichen, Gewicht aus Aluminium anierligen, Ter Versuch gelang voll­ständig, Das salsche Gebiß wiegt 51 Gramm, das echte 53 Gramm Bis jetzt bat das Krokodil den Metallkiefcr ohne jede Störung bei der Nahrungsaufnahme gebraucht. Gelungen an der ganzen Sackie ist jedoch der Umstand, daß das Gebiß bei dem raschen Wachstum des Tieres mit jedem Jahr erneuert und vergrößert werden muß,

* Bcttlerirechbeil, Kommt da zu einen, bekannten

Gastioirt ln R >", d t> i n q s h n » s e n ein Handwerksbnriche »nd be­stellt licb eine» Tcbnavs, Als der Wirt die zehn rote» Pleimige de§ Bnrichen einaenricbsn batte, lragic dielsr ganz erstaunt: »Dar! ich mir nicht einen Pleiiilig znrückbebalten?*Hier baben Sie zwei?' war die Antwort des Wirtes, Groß war aber sein Er­staunen, als der Bnrlche weilere zehn Plenniq ans den Tisch zählte und eine» zweiten Schnavs bestellte. Doch besann er stch nicht lange, den Gauner a» d>e lrtlche 2»>t zu setzen, selbstverständlich ohne ihm den zweiten Schnavs verabiolat zu baben,

** Kleine Mitteilungen, Am Mittwoch wurde in Vilbel der I7sährige Schreinerlehrling Wilhelm Ludwig Dies «egen SittlichkcitsveraehcnS verbasiet. Er soll sich an der 7jäb- riaen K und dem l3iähriqen B vergangen haben. Gleichzeitig wurde der Schuhmachcrgeselle Alois Kratochvill von Nen reichena» (Bödmen), der in Vilbel beschäftigt ist, wegen anqeb lichen Notzuchtversuchs an der lrsäbrigen K. verhaftet. Die beiden Täter sind geständig, Ten westlichen AuSqang von R u pv ei­ten rod ha! die Kreisstraßenverwaltung jetzt mit Linden bcvtlan- zim lassen, was sehr zur Verschönerung des Dorf- und Straßen- Hildes beiträat, Unter dem Doriitz des G-roßherzogliche^ Staatskomminars Geb. Oberbaurat Klingelbüsser und im Beiicin der Vertreter der Großh, Zentralstelle für die Gewerbe, Gewerbeichnlrat Mever, sand am Ticnstag die Reiievrüsung an der Bauqewerkschule zu Ofsenbach statt, die ein sehr gün­stiges Ergebnis hatte, In der Ofsenbachcr Landstraße in F r a n k s u r t svrnng der Witwer Deimling von einem sah- rcnden Straßenbahnwagen und erlitt einen Schädelbruch, dem er nach kurzer Zeit erlag.

Landkreis Gießen.

Wieseck, 18, März, Zu der am Freitag, cöbends 8 Uhr stattfinden G e m c i n d c r a t s s i tzu n g ist folgende Tagesordnung aufgestellt worden: 1, Prüfung der Rechnung der Gemeindekrankenversicherung, 2 . Ankauf von Straßen- gelände zu der neu zu errichteirden Straße im Unterdorf.

3, Fürsorgenkalsenbeiträge des Gemeinde-Einnehmers und der (tzemeiudebediensteten. Zahlung durch die Gemeinde

4. Äosseupslasteruug in der Möserstraßc, 5, Gesuch des Hermann Osttvald um Erlaubnis zum Ausschank von Fla­schenbier, (->. Geländeankaus von Hch, Bierau I, zur Erwei- lcrüng des Tiebsweges, 7, Wahl des Veranlagungsaus- ichusfes, 8. Wahl eines Wiesonvorstandsmitgliedes, 9, Die Berichung der Kirckze mit elektrischen, Licht, 10, Die In­standsetzung des Friedhofsweges, II. Verkehrswesen,

Kreis Alsfeld. cL Elbenrod, 17, März, Unser langjähriger Büpger- meister H. Schmidt wurde auf weitere neun^Jahre ein­stimmig wiedergewählt,

,6 Romröd, 17. März, Romrod besitzt seit fast 100 Jahren ein Posta m t. Dieses soll jetzt in eine Agentur umgewandelt werden, da der Fehlbetrag alljährlich 3000 Mark beträgt und sich der Gemeiudreat geweigert hat, für diese Summe auszukommen. Der Gemeiuderat will sich um Erhaltung des Postamts an das Ministerium wenden Kreis Lauterbach.

R, Oueck, 18, März, Nachdem Bürgermeister Hrch Heil nach fast 40jähriger Dienstzeit sein Amt Ende Ja­nuar dieses Jahres aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt hat, fand gestern die Wahl eines neuen Bürger­meisters statt. Obwohl drei Kandidaten ausgestellt tvaren und man bestimmt auf eine Stichwahl rechnete, ging das Gemeinderatsmitglied Christian Hofmann schon "beim ersten Wahlgang mit 62 Stimmen als Sieger hervor. Die beiden Gegenkandidaten brachten es nur auf zusammen 22 Stimmen,

Kreis Schotten,

ch Meiches, 17, März, Polizeidiener K, Wolf, der auf eine 30jährige Amtszeit zurückblickt, legte sein Amt wegen seines hohen Alters nieder. Als Nachfolger wurde sein Sohn Kouead Wols zum Polizcidicncr gewählt, Starkenburg und Rheinhessen. m, Lsfcubach a. M,, 19, März, Das Gesamtver­mögen der Stadt Offenbach ist von 53 977 095 Mark auf 56 719399 Mk gestiegen. In diesem Gesamtvermögen beträgt das Kapitalvermögen 9 340 358 Mk, (im Borjahre 9 762 979 Mark), Die Gesamtsumme der Schulden ist von 36 665 341 Mark aus 37 900161 Mk, angelvacklsen. Vergleicht man da? Vermögen von 56 719399 Mk, mit den Schulden im Be­trage von 37 900161 Mk, so ergibt sich ein reines Ber» mögen von 18 819 238 Mk, gegen 17 311 753 Mk,

d, Mainz, 18, März, In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten verlas Oberbürgermeister Dr Göttel» mann ein Dankschreiben des deutsch-amerikanischen Stadl- verbantws von Hamilton fOhio) für die Spende von 2000 Mark für die Wasserbeschädigtcu, In dem Dankschreiben war sogar die genaue Abrechnung enthalten, wer und wie­viel jeder von den Wasserbesck>ädigten von dem Gelbe der Stadt Mainz erhalten hatte, Für die Herstellung einer Kohlcnförderanlage für das Elektrizitätswerk wurden 60000 ®hirt bewilligt. Die übrigen Gegenstände der Tagesord­nung waren sämtlich baulicher Natur und fanden hie Ge­nehmigung,

Worms, 18. März. In den Ehe mischen Fabriken »nd ?lsp halt werken ist heute früh >/,9 Uhr wiederum Großfeuer onSgebrochen. das einen großen llmsang anzunehmen droht, da bietyort lagernden Erzeugnisse durchweg brennbar sind,

Hessen-Nassau,

L, Usingen, 18, März, T r Pserdcvcrsichernngs- verein für de» hiesigen Kreis beging dos 25sährigr Jubiläum seines Bestehens, In diesen 25 Jahren zahlte er 70000 Mk, an Entschädigung,

Unkvcrfitcitr-Nackirkcksten.

Der Privatdozent fii, Staats- und Verwaltungsreckn an der Berliner Universität, Landcsasscssor Dr, Karl Kor- mann, hat einen Ruf als Extraordinarius nach Leipzig erhalle» Tr Kormann ist 1884 zu Ober-Mörlen geboren und habilitierte sich im Januar 1913 in Berlin,

Ter Privatdozent für Chemie, Dr, Fritz Weigert, an der Universität Berlin hot einen Ruf als a, o, Prosestor an die Universität L e i v » i g erhalten,

Die Ha n, kurzer Bürgerschaft nahm den Amraa des Senats ans Ausbau des K v l v n l a l > n st i t u t s durch tue sosortigc Errichtung von drei Professuren für die Sprache und