Essad 'i' a j di a: Krieg und ,vmanjcii; jyurft ,0 i b D o D a: Inneres imh Post und I elegraplie»: AzizPascha: Justiz ltttb KulruSi Tr. Tue tu Tli: Unterricht; Hassan Bci- P r i st i n g: Ackerbau und Handel.
Eine Reise der Za r e n s a ni il i c. Ter Zar und di« Zarin sowie der Thronfolger und die Groß- flär st innen werden am 24. oder am 28. März zu längerem Ausenthalt nadi Livadia in der Krim rbreisen und erst gegen Ende Mai nacti Pcterhof zurückkehren. Nach vorübergehendem Aufenthalt in Peterhof wird die Zarcn- samilie 'dann die Fahrt nach den finnischen Schären nn- treten., von der sic Anfang August zum Besnclie des Präsidenten von Frankreich nach Peterhof zurückkehre».
Tic Wahlen in Bulgarien. Wie von zuständiger Stelle in Sofia erklärt wird, erlangten nach dem cnd- giltigen Wahlergebnis nntpr Inbegriff der am Sonntag vorgenommenen Rachivahl die Regierungsparteien >27 Sitze, während alle Oppositionsparteien zusammen über 118 verfügen. _
Kreistag des Kreises Gießen.
G i e h c n , 46. März.
Bei Rubrik 7, Kreisstraften brachte Kreistagsabg. W i n n - (Pichen den Bau der elektrischen Bahn Gieften —W i e - keck zur Sprache Er Kmeikte, dah in der Stadt da« Gerücht umgehe. die Kreisverwaltung sei mit schuld an der Verzögerung des Bahnbaue», weil sie bei der Benutzung der Krcisftrafte Schwierigkeiten mache. Er bitte um Auskunft, wo die Verzögerung liege.
Ter Vorsttzcndc, Provinzialdirektor Gcheimerat Tr. llsin- g e r, erklärt hierzu, es sei zunächst festzustellen, dah es sich bei der Frage der Beilegung der elektrischen Bahn auf die Strahe nach Wieseck um eine Angelegenheit handele, die zu erledigen nach dem. Kunststrahengcsetz Sache des Kreisausschulies in seiner Eigenschaft als KrciSverwaliungsbehörde sei. Ta der Kreistag kein Parlament mit Jnterpellationsrccht wäre, könne er g r u n d s ä tz l i ch eine Verpflichtung dazu nicht anerkennen, über den Stand von Verhandlungen Auskunst zu geben, die sich zwischen dem Kreisausschuft und der Stadt Gießen abzuspielcn hätten. (»: lehne eine solche ®ti< oslich lunz vielmehr ab. Wenn er sich trotzdem freiwillig zur Sache äntzere, so geschehe cs deshalb, weil die Kreisvcrwaltungs- behördc in letzter Zeit wegen ihres Verhaltens in der Sache verschiedentlich öffentlich kritisiert worden sei und weil deshalb für den Kreisausichiift ein Bedürfnis bestehe, auch einmal in der Qeffentlichkeit — und er betrachte die heutige Versammlung als Lessentlichkeit — das, wf>4 bis setzt geschehen wäre, klar ausgesprochen zu sehen, umsonrehr, als sich weder das Kreisamr iwch der KrciSausschuh in Preisepolemiken über die Angelegenheit ein lassen könne, was grundsätzlich vermieden würde.
Tic Verhältnisse lägen solgendcrmahe» :
„In der Stadtverordnetensitzung vom 2. Mar, l. Js. soll der Vertreter der Stadtverwaltung unter dem Beifall der Versammlung erklärt habe», die Stadt könne sich aus die Forderungen des Kreises nicht cinlast'en, da dies einen Mehraufwand von 80000 Mark ausmachc: wenn der Kreis nicht nachgebe, sei es unmöglich, die Bahn aus der Krcisstrahe zu führen. Nunmehr ist die Strafte Gießen—Wieseck Kreisstraftc und steht als solche in der Unterhaltung des Kreises Gieften. Ter Kreis läßt die Unterhaltung des Miesecker Weges bis zur Gemarkungsgrenze zurzeit auf seine Kosten durch die Stadt ausübe,r und zwar auf Grund eines zwifckieu dem Kreis und der Stadt abgeschlossenen Vertrages. Taft die Stadt Gieften grund- buchmäftig noch Eigentümerin des bctrcsfcnde» Kreisstraftc,Itcilcs ist, ändert au den durch das Kunststraftcngcfctz von 1896 geschossenen Rechtsverhältnissen nichts.
iliach Artikel 30 dieses Gesetzes bcdars jede Benutzung einer Kreisstrafte zur Hcistelliing össenllicher oder vrioater, besonderen Zwecken dienender Einlagen der Gencbmigung der .Kreisstraftenver- waltung, d. i. des Kreisausschusscs. Bereits am !8. November 1912 wurde der Herr Oberbürgermeister benachrichtigt, daft die Stadt Gieften ;„m La» der elektrischen Balm aus der Kreisstraftc nach Wieseck diese Genehmigung cinzuholen habe und er wurde um möglichst s r ü h , c i t i g e Vorlage der Pläne ersucht, damit alle etwa nötigen Verhandlungen vor dem Bau erledigt werden könnten. Am 5. März 1913 teilte der Herr Oberbürgermeister mit, es sei ihm bekannt, daft zur Benutzung der i NI E i g e n t » m des Kreises st ehendenGichcner Strafte in W i e s e ck die Genehmigung des Eigentümers — d. i. des Kreises Gieften — nötig sei. Er vertritt also hiernach die allerdings irrige Ansicht, daft die »tadt zum Benutzen der Strafte inderGcmarkungGiehen keiner Genehmigung der Kpeisstraßenvcrwaltung bcdürse.
Wenn die Kreisstraftriivcrwaltung bis jetzt noch nicht die Ucbcrschreibung des Wiesccker Weges in Gemarkung Gieften auf den Namen des Kreises verlangt hat, so geschah dies lediglich deshalb, weil zwischen dem Kreis und der Slad! Gieften Verhandlungen lchweben, die aus Tlcbersührung verschiedener Kreis- stragcnstreckcii, unter anderen auch des Wiesecker Weges, in die dauernde Ilnterhalttmg und das Eigentum der. Stadt Gieften abzielen. Tiefe Ablöfungsvkrl.andliinqen schweben ebenfalls bereits seit den, 18. Novemvcr 1912: aber erst am 14. Februar 1914 niachtc der Verirrter der Stadt Vorschläge, au, Grund deren zur Zeit noch verhandelt lvird.
Ende Juli 1913 wurde das Bahnvroiekt Gieften-Wiese, »orgelegi und dessen saudesvolizeiliche Genehmigung beantrag. Der beim Kreisausschuft amtlich zu stellende Antra aut Erteilung der Genehmigung zum Benutzen der Kreisstraft beimE Vau bcr Bahn liegt bis heute noch nicht vo nnv vom streisLusschun formulierten Bedingungen srnd bi letzt der «tadt amtlich noch nicht zugestellt »oordcn. Bon, der Entwurt der Bedingungen erhielt vi-lmestr der Herr Obe: burgermciiier in der KriisansschuftsitziiNg vom 9. S c v tc IN b e r 1913 Kenntnis. Zu den Bedingungen halle der Kreis ausichu,; damals lelbü noch keine Stellung genommen. Eine vo dem .Herrn Oberbürgermeister zu dem Eniwurs in Aussick geftellte Aeufterung ging e r st a m 24. I g n „ g r 1914, also ku, vor den, landespolizeilichen Pniinngstermm, der bekanntlich a, .40. Januar „ainand, ein
der Kreisausschuft nicht wissen konnte, ob aus ein Ruckaufterung vor dem landespolizeilichen Prüsungslermin „o< zu rechnen 'e>. er selbst aber vor diesem Termin Stellun zu den vorzuichlagcnden Bedingungen nehmen muhte g: nehmigie rr, am 17. Januar 1914 diele Bedingunge, Lt beichlov einer gleichzeitig in dem Prüfungstermin darai «»weiten zu Ionen, daft über die Zulässigkeit der Bedingunge nimt im landeSvvl,zeiliche„ Prüsungsversahre» zu entschcldn iondern deren Stellung allein Cache der Krcisstraftcnvrrwal liing sei.
polizeilichen Prüfung termin erklärte ^errreler der Ltavt. wenn der Kreis ank seine Forderung HNattcrung des Bah n p l a n u m s verzichte, er bereit fei.
Zu' 7 ' >1 “ V 4 « II u m y uti-jiujie, tc ueiCTl sk
oben »rwahntcn "lblömngsverbandlnngen mit dem Kreise n ■p'*?"'«- V'irrjn ist zunächst ;u bemerken, daft der S
auf.!
. T li r je y t diese Psiastentng gar nicht verlangt Mln-ch eme solche in einem von der Ltadt OKftfii rorgelc über ine Anordnung der (^leisbcttung in Lkra^en gesehen nt. übrigen untersUitzte der Herr Oberbür'acrme ^ * ^aten. die Bahn nick: aus
Wreseaer Weg, sondern durrl) das zwischen dem Aiesertec '^üea der Marburger Ltroüe liegende Gelände zu führen, a iva rm »te und erklärte sich bereit, ein Projrit iür diele ä binnen t> Wochen vorzulegcn. Hätte der .Kreisausschuft dies nicht geichehen „t — die alsbaldige Pilafterung GleisurciiciiS verlangt, so hätte er für die immerhin Narl guentiertc Kreisstrafte nach Wieseck nur das gefordert, waS die 2 beim Bau der elraftcnbah« nach dem neuen Frieddoi ans d-m w befahrenen Friedhosswcg aus eigenem Antrieb für zwcckmäftß farmt und ausgcführt bat. Tas Operieren mit der unkonlrol
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baren Zahl vru 80000 Mark scheint nur dazu dienen l Kreisausichuft zum Tündenbock sür die Verzöger,, ,g d-sl
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baucs zu stempeln.
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Tic Anlage von Pflaster ikt „ „ r , ü ,
Fall verlangt worden, daft Kre>- und Provinz lünttig ciniuar genötigt sein sollten, die ganze Strafte nach Wieseck zu pslastern. Bei dem geringen Kostenauswand, den die llnierhaliung dieser Strafte zurzeit sordcrt, habe» Kreis und Provinz in absehbarer Zeit gar keine Veranlassung, dort Kleinpslastcr anrulegcn. Jcdcn- salls wird bis dahin die sragliche Strafte wohl sicher in dauernde llnterhaltting der Stadt Gieften übergegongc» und damit die von dem Herrn Oberbürgc,meiner beaniwndclen Bedingungen bin> sällig geworden sein. Aber auch die Stadt dürste sich kaum mit der Pslastcrung des Wiesccker Weges beeilen. Das beweist die bereits im Jahre 189 5 vom Staate in städtischen Besitz über» gegangene Franksurter Strafte vom Bahnübergang bis zur vsv- chialrifchen Klinik, die noch heute, alio uack, 20 Jahren, keine Pslastcrung besitzt.
Wenn der Vertreter der Stadt noch jetzt bemüht ist, eine andere Liniensührung aus Gründen zu erreichen, die schon um deswillen nicht eine Folge der vom KiciSauSl'chuft iornttilierten Bedingungen sein könne», weil er s e l b st im Prüiungsterniin erklären lieft, sein ursprüngliches Profett sei die obenerwähnte andere Linien^ sührung gewesen, so kann dem Kreisausschuft IcineSsalls der Borwurf gemacht weiden, daft er die Schuld an der Verschleppung der Angelegenheit trage Tiefe liehe sich, wie der Vertieter des KreiS- auSschusfeS im PrüfungStermin bereils heroorhob, am einfachsten lind von selbst durch Äcitenührcn der schwebenden AblösnngSver- handlungen erledigen. Tas Fortiühren bicler Verhandlungen wurde am 31. Januar 1914, also ,'osori nach dom PrüiungSierniin bei der Stadl angeregt. Ter Herr Oberbürgermeister hat darauihin am 14. Februar j. Js. Vorschläge gemacht, die demnächstigc weitere Bcrhandlnngcn ermöglichen.
Solange aber die Strafte nach Wieseck noch Kreisstraftc ist, wird der Krcisausfchuft auf Grund der ihm „ach dcni Kiinststraftkil- gefetz zuslchenden Befugnisse alle diejenigen Vorkehr,,ngen bei der Genehmigung des PahnbaueS treffen müssen, die geeignet find, daß Entstehen von Zuständen, wie sie der B c t r i e b d c r B i c b c r- talbahn aui der Kieisslrafte nach Rodheim zeitigte, wirksam zu verhindern, Zustände, die schon seit Jahren gerade von der Giefte- ner Oesfentlichkeit insbesondere von de» Anwohnern auss lebhaf- teste bcNagl werde» und deren Vorhandeufein derselben Krcisvcr- waltung in die Schuhe geschoben wird, die inan fetzt, weil sie Gleiches ruf dem Wiesecker Weg sür die s v ä t e r c Z u k u » s t verhindern wolle, angrcise."
Zu diesen Aussührungcn bemerkte Kreistagsabg. Hirschhorn, der Kreistag könne dem Vorsitzende» nur dankbar sein, daft ec die Verhältnisse über die vo» dem Kreistagsabg. Winn zur Sprache gebrachten Sache in einer Weise dargestellt habe, die erkennen liehe, daß die Äreisbebörde in keiner Weise schuld sei an der Verzögerung der Angclcgkiihcit. Tasür, daft das ganze Unternehmen zur Zeit noch in der Schwebe sei, treffe den kreisausschuft keine Veranlwvr- tung. Im übrigen stehe er aber aus dcnr Standpunkt, daft die Kreis- tagSabgeordnetenn berechtigt seien, derarlige Anfragen zu stellet! und Auskunsl von dem Vorsitzenden zu begehren. ,
Ter Vorsitzende dankte bieraui den, Kreistagsabgeord- ncten tzirichhor» iür die Ar! und Weise, wie cr den Krcisaus- ichuh in dieser Angelegenheit in Schutz genommen habe, fügte jedoch an, daft die Frage der Ausübung und Ausdehnung des Jn- tervellatwnsrcchts Äiiüchtssache sei, worüber die Meinungen sehr wohl auseinander gehen könnten, dah^ er, der Vorsitzende, jedoch in gleichartigen Fällen auch in Zukimst, wenn Auskunft gegeben werde, dieser eine Derwahrnng dahin vorangchen lassen werde, daft e r sich zur Abgabe non Erklärungen rechtlich nicht sür ver»sl>chtet erachte.
An» Stadt und Land.
Gieften, 17. März 1914.
Slus Ser Sitzung der Stadtvcrorvnete«.
Tie Acstrigc Stadtvcrordnctenvcrfamiiiluiig, die dcr Zahl dcr 'Stndtvcrordnctcn noch wieder nicht beschlussfähig gewesen wäre, wenn sie nicht zuni zweiten Male einbe« rujen gewesen wäre, war zugleich die letzte Sitzung unter dein Vorsitz des Obervürgerineisters Me cum, der am Samsiag Gieften verläßt, um vorerst seine angegriffene Gesundheit wiederherzustelle». Von einer Abschiedsstimmung war im Verlaus der Sitzung wenig zu merken, im Gegenteil, es ivurden häufig sicharse Reden geführt, aber dennoch wickelt« sich die umfangreiche Tagesordnung im allgemeinen recht leicht ab, wenn sie auch erst gegen 1 ?9 Uhr völlig erledigt war. Erfreulich war die einmütige Bewilligung eines Zuschusses von 250 Mk. zum Ankauf eines (Keniäldcs von lldbelohde, das gewissermaßen als Grundstock fiir eine st ä d t i s ch e E> e in ä l d e s a m in l » n g gedacht ist, zu der jedenfalls auch reichlickie Sveudeu von privater Seite erfolgen werden. Ohne weitere Aussprache wurden daun die Rechnungsabsdilüsse des Gas- und Wasserwerks, des Elektrizitätswerks, des Realgtzmnastums und der O be r r e a l s ch n l e genehmigt. Der Verwaltungsbericht wird dem Fiiianz- ausschutz zur Prüfung Überwiesen. Der Kindergarteilverein »rbäli einen Zusdiuß von 1000 Mk. und der kath. Kindergarten einen solchen von 200 Mk., obschon die Persamm-' lung der Ansicht war, daft rein tönsessionelle Anstalten, wie der kath. Kuwerhort, sich eigentlich aus eigenen Mitteln erhalten müßten.
Die Boransdiläge sür das städtische Elektrizitätswerk, für den 2 t a d t e r w e i t e r,l,! g s j n n d s und sür die Straßenbahn tverdeu sehr rasch erledigt. Stadtv. Vetters regte eine Verbiltignng des Fahrpreises bei der Straftenbabn an. woraus Stadtv. Ebel darauf verwies, daß er schon seit Fohren die Einfü1,r„ng von Abonnementskarten verlangt habe, ohne daft man sich bisher dazu Hobe entschlieften können. Dadurch werde aber der Verkehr zwischen Haltestelle und Haltestelle sicherlick, bedeutend gehoben. Von anderer Seite wurde angeregt, 12 Fohrmarken für ein: Mark abzugebe», obne daft man aber zu einer Entschließung kam. Dr. Ebel stellte deshalb den Antrag, die Angelegenheit dem zuständigen Ausschuß zu übertragen, der alsbald beraten und Vorschläge mackicn möge. Stadlv. Vetters läßt sich dann über den Bau der Straßenbahn nach Wieseck aus, indem cr eine Aeußcrung des Provinzialdirektors im Kreisausschuß l.eranzicht, wonach di' Schuld der Verzögerung nicht an den Forderungen des Kreises liege Oberbürgermeister Meciim verliest daraiishin die von der Krcisstraßenver- waltu,ig auigestellte» Bedingunge,,, b:c von der Versammlung einmütig als ganz uiigeivöhnlid) weitgehend aner- lannt wurden und die der Stadt Opfer zilmuten, die sie mit gutem Gewissen nicht aus sich nehnien kan». Stadtv. - v m in e r bezeichnet cs als einen „Spezialluriis" der Stadt Gioste». daß ,i« ,wei Paralkellinie» in zwei dicht nebenf einander verlausenden Straßen gebaut habe, immerhin seien die Verhälu,isse besser als es scheine. Aus eine Anfrage rrllär! Oberbürgermeister Meeum, daß der Bau der Z,? hu st a ch K r o s dors von der -lcn'hinigung des preüft. Miuisterlums abb.iugig sei, di- bi» jetzt „och nicht erteilt >c> Gleichzeitig stellte er fest, däß die Stadt jährlich 8000« dadurch spare, daß sie die Straßenbahn in eigene Verwaltung genommen und nicht verpachtet habe, den» so beirege ver Zuschuß nur 1818*; Ml., während die Vergebung an die A E G insgesamt W000 Mk. ersorderlicki gemache habe. Darna/H wird der Voransdflag des (Kos-i und Was,erwerls erledigt »nd der Preis für elektrische Lnergie zu Kras,zwecken nach dem,Tarif C angenommen, ocr als höchsten Preis 18 Psg. und als billigsten 12 Psg. im- jede Kilowattstunde Vorsicht, je nach der Menge dev Abnahme. ' ..
Bei der B e v a t u n g d c s P o r a n s ck) l a g e s für 1914 führte Stadtv. Vetters sehr richtig aus, daß es unbedingt notwendig wäre, Erläntermigen zu den verschiedeneu Punkten des Voranschlages zu geben, da es sonst ohne großen Zeitaufwand nicht möglich niäre, sich einen genauen Ueberblick zu verschossen. Bei den einzelnen Abschnitten deS Voranschlages, die im allgemeinen sehr glatt erledigt werden, verlautete dann, wie das so iiblich ist, häusig eine ganze Menge von Wünschen und Beschwerden, wodurch iwe Sitzung naturgemäß sehr in die Wnge gezogen wurde. Stadtv. Vetters führt Klage, das; ans Anfragen bei der Stadt häufig keine Antlvort erfolge, worauf Geheimrat Sommer unter großer Heiterkeit erklärt, er sei schon zufrieden, wenn ihm wenigstens der Eingang seiner Schreiben bestätigt würde. Juslizrat Grünewald beanstandet dir Preise für Schweinefleisch, die noch immer sehr- hoch seien, obwohl die Schweine außerordentlich billig geworden seien. Oberbürgernieister Mrcnm hält es für bringend notivendig, daß auch der Preis für die übrigen Flerfchwaren herabgesetzt ittnirbc; auch der Preis für Großvieh fei wesentlich gesallcn. Ein Antrag der Stadtv. Ct> b i g und Vetters auf Aufhebung der Verbrauchssteuer bei' Brennmaterial wird nach kurzer Beratung abgelehnt, dageheu soll der Finanzausschuß vrüfen, ob es nicht möglich sei, die W e r t z u w a ch s st e u e r, wie sie die Staat erhebt, etwas zu erniedrige,,. Tie Beratung der Übrig«» Steuern geht dann verhältnismäßig rasch vor sich, nachdem ein Antrag Detters und Orbig, erst die Einlonimen über 900 Mk. zu besteuern anstatt schon die über 600 Mk., für später zurückgestellt toorden war. Der Ausschlag fiir Genie i n d e st e u e r n bleibt derselbe wie im vergangenen Fahre, also 120 Proz. und der für die Vermögenssteuer 21 °/m. Der Voranschlag s ü r 1914 wurde darnach genehmigt. Am Schlüsse der Bersammlung ver- aibschicdete sich Oberbürgermeister Meeum in längerer Rede von den Stadtverordneten, indem er einen kurzen Ueberblick über den unter seiner Leiiung vorgenommenen Ausbau der Stadt gab. Aus eine Anfrage, warum er denn nicht in Gießen bleibe, antwortete er: ob man schon einmal einen Oberbürgermeister gesehen habe, der diesen Ruhesitz in seinem früheren 'Amtsbezirk genommen babe. Der Zuruf: Adickes, verhallte „»gehört Fm Namen der Stadtverordneten widmete Stadtv. Petri dem Lberblirgermetster hcrzliche Abschiedsworle.
** Tageskalender für Dienstag, den 17.Dlärz: 81 adt- lheatcr: .Gespenster." Benesi; Tivortowski. Anlang 8 Uhr.
" Aus dem Militär-Wochenblatt. Buch hold, Uitt.-Arzt b. Großh. Art.-Korps, l. Grvßh. Hess. Feldart.- Regt. Nr. 25.
•• 2luS dem Steuerdien sie. Erledigt ist die Stelle des Bezirkskasse-Assistenten der Großh. Bezirkskasse Mainz I. Meldeschluß: Montag, den 23. März d«. Ir. D,e Stelle der BezirksstenerauiieherS zu Gro ft - l! m stadt.
** Technische Hochschule. Der ordentliche Professor £>r Mathematik an der Technischen Hochschule zu Darm stadt Tr. Jakob lvoru hat einen Ruf an die Universität Jena als Nachfolger von Gel,..Rat Tbomae erdalten. Geboren 1867 zu Rchbacki im Odenwald, studierte er >n Gießen und Berlin, vranwvierte 1889 in Heidelberg mit einer Dissertation „lieber dis Konvergenz der biwcrgevmctrischen Reihen zweier und dreier Veränderlichen", habilitierte sich 1890 in Freiburg i. Br. gut Grund einer Schrift „Uebcr das Snslem linearer Difscrenttalateichungen mit mehreren Veränderlichen", siedelte im Herbst 1892 an die Berliner Technische tzoch- ichule über „nd folgte an, I. April 1900 einen, Rufe als ordcn, sicher Professor dcr Malhematik a» der Bergakadeurie zu Elaustha: als Nachfolger von Prof. Soimucrfeld. Seit Michaelis 1907 wirkt Prof. Horn in Tarnistadt als Nachfolger von Pros. Gundeljinger. Eine Berufung nach Gieften als Nachfolger von Pros. Netto hat cr abgelehnt.
" S , a d t l h e a t er. Nochmals fei in letzter Stunde aus d>« hentiae Ve»eftzvo,-stelI»nM vo» Herrn Oberregifteur D w o r k o »> 5 f, dinge wiese», die I len? .Gespenster" bringt mit dem Gastlpiei der Gattin des Benefizianten, Frau Schrülter-Tworkowski, als Iran -ülwinq. Herr Tmorlowski wird als Regisseur wie als Schan- fvieler (Engstrands an diesem Abeud tätig sein.
'* Oberheffischer- KuuÜverei». Die Ansstellung des AuSüelier-Perbandes Münchener Künstler wurde au, Sonntag trotz der Iingüniigen Witterung von einigen bundert Personen besucht. Auch am gestrigen Montag war der Besuch sehr rege. Es sc, daraui bingewieseu, daft Mittwochs anher von II bis 1 llbr auch am Nachmittag von 3 bis b llbr die Ausstellung geäst n c l ist. Nur an Samstage» bleibt die AuSslellmig geschlossen.
** Stcnogravhie. Am Sonntag fand der vom Bezirk EKeften Gabelsbergerischer Stenographen veranstaltete Uiiterrichts- leiter-Ausbiidungskiiisus seinen Abschluß. Au 6 Sonntagen wurden den Teilnehmern durch Herrn Wilhelm Loh-Gieften die gesamten Paragravdcu eines Lehrbuches in Musterkollektionen vvrgeiührt und entsprechend erläutert, was das größte Interesse aller. Teilnehmer fand. Beabsichtigt ist, im Herbst einen gleichen prakfischcn KürstiS abzuhaltcn.
** D e > s i s ch e L a n d e s h „ v o t h c k c n b a n k. Nach dem soeben erschienenen Geschäftsbericht der Hessischen Landeshvvo- tbekenbank sür 1913 besieht dcr Gcsamtbestand dcr unkündbaren TilMNgsdarlehen aus 1711,0 Millionen Mark, davon 661/7 Millionen zu 3V«, der Rest zu i l / t Prozent. Der Umlauf an Psandbriesen imb Obligationen von Kommunen hat sich aus 170 Mill. Mark erhöht.
" Schwerer U n g lückssal l. Am Montag nach. miitag um 1 /,3 Uhr wurde der aus dem Dache eines Hauses in der Franksurter Strafte beschäftigte Dachdecker Ludwig Schmidt, Nodheimer Straße wohnhaft, durch den Sturn, vom Dache her untergeschle udert. Trotzdem der Mann über heftige Schmerzen im Leibe klagte, konnte er sich mit Hilfe mehrerer Kollegen nach Hause schleppen. Hier holte man einen Arzt, der schwere innere Verletzungen scstsiellte und die sofortige Ueberfnlirung nach der Klinik durch die Sanitätskolonne veranlaßte. Schmidt ist etwa 35 Jahre alt und verheiratet.
""Hochwasser der Lahn. Jnsolge der letzten Rcgen- güsse führt die Lahn schon seit einer Woche Hochwasser mit ziemlich gleich bleibendem Wasscrstandc. ?luch die Seiten- häche bringen große Wassermassen mit sich und haben, wie die Lahn, die Ilsergrimdstücke teilweise übenlulct. Ein Teil des Tchivcinemarkte» und große Strecken in, Hehler und Neustädter Feld stehen unter Wasser. Um nicht ganz abgeichloiien sein, sind die Bewohner der hintere» Stadtblcichen gezwungen, wieder einen Stegs zu ichlagen. Ein Fallen der Gewässer ist bei der jetzigen Witterung sobald nicht zu erwarte».
**' Tic silberne Hochzeit begeht am Mittwoch, dem 18. d. Mts., der Maurer Kurl Pauli mit seiner Frau Elisabeth, Bahnhvsftrafte 20.
*" Z u „i Steilaffen der Käfigvöges. Im Früh- linge erscheinen oft besser gemenite als überlegte Aus- sorderungen von Vogelschützern, den Käfigvögel,, die Frei heit zu selwulen und sic fliegen zu lassen. Es wäre dieses aber leine Wohltat, sondern eine Grausamkeit, denn der einmal an den Käfig gewöhnte Vogel geht draußen elend z„ Grunde. Einmal ist er die Unbilden der Witterung nicht mehr gewöhnt, er hat die Fähigkeit verloren, sich vor sein«,, Feinden zu schützen „nd jich selbst z» ernähren. Aengstl«t> flattern die Tierchen durch Hecken und Gebüsche und fall«»


