Arbciterbewcguiis.
Paris, 15. Marz Wie aus Ca inbrat gemeldet wird, haben die Spitzensabrikantcn von E a u d r tz beschlossen, die von ihnen schon vor einiger Zeit angedrohte Anssperrung der Arbeiter von morgen ab in Kraft treten zu lassen, (> — 7 000 Arbeiter und Arbeiterinnen werden von dieser Aussperrung betroffen.
Aus Stadt und Land.'
Gießen, 16. März 1914.
*' Da S GrotzHerzogs paar hat »ich heute mit den beiden kleinen Prinzen zu einen, mehrwöchigen Aufenthalte nach de», Süden begeben und zwar nach Gardana-Riviera al» Gardasee, wo Hosmarschall v. Ilngcr,»»-Sternberg schon seit längerer ^eit weilt und die nötigen Vorbereitungen zur Ausnahme der Großhcrzoglichen Hcrrschaiten getroffen hat. Der Aufenthalt in den, milden südlichen SUimn erfolgt aus • ärztliches Anraten zur Kräftigung der Gesundheit der beiden Prinzen.
" Offene Lehrcrstellen Erledigt sind, Eine mit einem latholischen Lehrer zu besetzende Schulstelle an der Volksschule zu Mörlenbach, Kreis Heppenheim. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle an der Volksschule zu Rimbach, Kreis Heppenheim. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulskelle an der Volksschule zu Siedelsbrunn, Kreis Heppenheim. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schnl- stellc an der Volksschule zu Hechts heim, Kreis Maiffz. Mit dieser Stelle ist Organistendicnst verbunden.
" Auszeichnungen für Dienstboten. Als Ehrenzeichen für vierzigjährige treu geleistete Dienste in derselben Familie hat die Groß Herzogin das Gol denc Kreuz mit Brillanten an folgende Dienstboten verlieh«,,, Katharina Kretschmar aus Atzenhain bei Grünberg, 40 Jahre bei Frau Jda Blumen au Witwe in T-armstadt, Eliiabetba B c p p l c r aus Dorheim, 40 Jahre bei .Herrn Landtagsabgeordnctcn Karl Breioen- bach in Torheim.
' Schwerer Unfall beim Bau der Umgeh ungsbahn. Am Samstag nachmittag 5 Uhr ritz an der Baggermaschine das Drahtseil. Tic Maschine konnte nicht gleich abgestellt werden und schlug um. Die Maschinisten und die bei der Maschine beschäftigten Arbeiter lonntcn sich durch Abspringen rechtzeitig in Sicherheit brin - gern Nur ein Mann erlitt einen Beinbruch und mußte in die Gieß e» er Klinik gebracht werden.
" V o r Darlc h n s schtvi „de l kann nicht genug gewarnt werden, wie folgender Fall zeigt, der kürzlich einem hiesigen kleine» Beamten widerfuhr. Dieser wollte ein kleines Darlehen auinchinen und loandtc sich an den Spar- und Vorschußvcrein Wilmersdorf bei Berlin. Zunächst mußte er Mitglied des Vereins werde» und ein Aiffnahmegctd bezahlen. Nachdem dieses geschehen, wurde ihm das Darlehen zugcfag'. aber unter io ichivercn Bedingungen, daß er sich nicht Halle nach Wilmersdorf zu wenden brauchen, sondern auch hier überall das Geld erhallen häUe. Obwohl er nun darauf verzichtete, mutzte er seiner Mitgliedcrverpslich- tung ilachtommen und die Jahresbeiträge bezahlen. Nicht genug damit. Mußte er, nachdem der Verein jetzt in Konkurs geraten ist, einen von jedem Genosse» zu zahlenden, gcrichtlich scstgcietzten höheren Betrag entrichten imd wer ivciß, ob nicht noch mehr konimcn wird.
Der Windhos versteigert. Bei der vor einigen Tagen stattgeiundene» zweiten Versteigerung des Windhoses wurde idem Grafen Emil Friedrich von Schlitz gen. Görtz zu Schlitz für das Höchstgebot von 41000 MI. der Zuschlag erteilt. Diese Summe ist sehr gering gegenüber den Baukosten, die seinerzeit 185 000 Mk. betrugen.
** Unbeaufsichtigte Kinder! Am Samstag nachmittag spielten drei kleine Kinder von 2 und 3 Jahren ohne Aufsicht an dem hoch angeschwollenen Tin - ten graben in der Schwarzlach. Eili zweijäliriger Knabe stürzte dabei in das Wasser und wäre ertrunken, wenn ihn ,lieht ein Schüler, der mit seiner Mutter zufällig vorüberkam, im letzten Augenblicke geretlet hätte.
** D i c i ch u l e n i! a s s r n e Jugend. Man schreibt uns, Biele jungen Leute werden in den nächsten Tage» ans der Schule entlassen, und der größte Teil davon ist genötigt, unverzüglich den barten Kamvi nms Dasein auszunchmen. Sic müssen mitoerdicnen, weil der Vater allein nicht mehr imstande ist, den Unterhalt süv die Familie zu beschaffen. Das sunge Blut muß nun alljährlich eriabrcn, daß die „Güter des Glücks" höchst ungleich verteilt sind. Was man gewöhnlich so unter Glück versteht, Geld und Gut! In der Tat hängt ja die ,nähre Freude an> Dasehi von höheren und wertvolleren Gütern ab und zu diesen lvahren Freuden gehört ein gesunder irischer Sinn im gefunden frischen Körper. Wer diese lein Eigen nennt, wird den Kamps ums Dasein leichter rühren »nd — das dünkr uns die Hauvtiackre zu sein er wird ihn mit Freude sührcn können. Uni Körper und Geist sich gesund zu erhalten, gibt cs kein besseres Mittel, als imkcr deutsches Volksturnc», wie eS uns Vater Jahn gelehrt hat Die deutsche Turner schalt, deren eitrig mitstrebcndeS Glied der Gicßener Turnverein von 1846 sich stolz nennt, ruft deshalb den Eltern der a» der Schwelle zum Erwerbsleben stehenden Schuljugend z„, Schickt Eure Knaben in unsere Reihen! Sorgt unter unserer Mithülsc dafür, daß ihnen der Kamps un,s Dasein in der Zeit zwischen Schule und beer, der Zeit, in der es ihnen körperlich an, schwersten fällt und in der die Bcruisarbei! ihnen in der Entwickelimg am meisten schaden kann, durch die planmäßige Betreibung von Leibesübungen erleichtert wird. Leider entbehrt !ast 75 Pro.;, der beralnoachseuden Jugend noch einer planmäßigen körverlichcn Ausbildung. Schickt Eure Kinder aus die Turnplätze, „m dort als Zöglinge im Kreise ihrer Alters genossen »nd unter sachverständiger Anleitung zu turnen und zu toieleu. S. Inserat. )
** Lesehalle-Verein. Am Freitag abend fand die sehr tchwach besuchte .Hauptversammlung des Lesehalle Vereins im .holet Schütz Natt. Ter Vorsitzende Professor König berichtete über den Stand des gemeinnützigen Unternehmens und teilte mii, baß die finanzielle Lage auch für das kommende Jahr dank der Unterstützungen der Bezirkswarlassc mit 1500 Ml., des Kammer zienratc» Klnigspor mit 400 Mk., der Stadt Gießen mit 4M Mk., de« Kreise« Gießen mit 200 Ml., der Gewerbcbauk mit 100 0JJf , der Firma Schuchhardt mit 100 Mk.. des Konsumvereins Gießen Mit 25 Mk. und der Milteldeutschen Kreditbank Iliit 25 Ml., ivetckie alljährlich geleistet werden, gesichert sei. Hierzu komincn die Bei träge von 430 ordentlichen Mitgliedern des Vereins. Es lind in der Hauotlarbe au Ausgaben »n leisten, 2000 Mk. für Besoldungen, 7 ,0 Mk. für das Aboiluement von Zcitnnge», Zeitschrifteil Iifil,, Uff-Vermehrung der Bibliothek etwa 880 MI.. Buchhinüerrechnung 750 Mk.,^ Di»ckkostrn eines Kalatvges (die in Raten bezahlt weiden) c» <50 Mk., Inserate, Verffcherimge», Angestcllieii Versicherung „nd Evesen 250 Alk. Daraus berichtete Tr. Fritsche über ine Büchrrausleihe und bemerkte, daß die Bidliolhet des Vereins jetzt 73i>5 Bände umfasse und daß deren Benutzitng sich stetig von ,nrhr zu Jahr nach oben euttmckelt habe. Während 1911 23947 Bände, 1912 2b 928 Bände entliehen lvnrden, hat i'ich 1913 die Zahl auf 28 067 Bände vermehrt. Es wurden neuerdings wertvolle größere Werke augeichafft Auch Geschenke von Frau Projesfor Höhlbaum. Gehcimrat^ Pasch, Redakteur Neurath, Professor König und Schlvstermeister Stohr haben de» Bücherbestand vermehren Helsen. Aur einzelne Gebiete verteilen sich die aosgeliehenen Bücher wie ivlgl, Erzählungen, Romane »sw. 14 697 Bände, gebundene Zeit- schristcn 4011 Bände, Jugendschristen 2889 Bänve. Persdickttungen und Dramen 537 Bände. Ter Rest der Ausleihe besteht in belehrenden Schritten, u. a. Völkerkunde 733 Bände, Knltnrgcschichtc 327
Bände, Geschichte »nd Biographie 1518 Bände, Naturwissenschaft und Technik 1472 Bände ,»«. Aussätlig und erfreulich ist, wie Tr. Fritsche augibt, eine starke Nachfrage der Leser nach Gedichten. Desgleichen zeigte sich für astronomische Werke großes Interesse. Pro- tesfor P c l k c berichtet über die Lesehalle, welche von inot» gcns 10 Uhr spis abends 10 Ilhr stets gut besucht und zeitweilig stark besetzt ist. Eine neue Einrichtung, jeden Donnerstag abend Mappen mit künstlerischen Reprodiiliioncii allgemein zugänglich z» machen, Hai eine, wenn auch kleine, interessierte Gemeinde gesunde». Aus den Fragen der Jirteresscilten iiierki man gar häufig, daß sich auch Leute aus denk Geiverbelcbcn. die Anregungen für gewerbliche Zwecke suchen, einfinden und gern Erklärungen »nd Belehrungen, die aut Wunsch von Professor Belke erteilt werden, entgegen iiehnie». Ter Vorsitzende berichtet noch, baß die von der Lesehalle veranstalteten Bolksoorlcsungcu sich bewährt haben lind int kommenden Winter vermehr! werden sollen. Eine Aussprache darüber, ob eine Schütcrlefehalle ein Bvoürriris sei und vom Verein eingerichtet werden soll, hatte das Ergebnis, daß man ein Bedürfnis dafür nicht anerkannte und sich dahin aussprach, daß es über den Rahmen der Ausgaben de« Vereins hinanSgehcn würde, eine solche Einrichtung ins Leben zu mini. Auch die Frage einer akademifchcil Lesehalle, wie. sie in den meisten Universitäten besteht, wurde ge> streift. Mau war der Ansick,f, daß cs Sache der Umocrfität_ici, eine solche Einrichtung anzuregkn, wenn sich basier in der -ltt- dciitenschast ein Bedürfnis zeigen würde. Die austckteidenden Vorstandsmitglieder wurden durch Zuruf wiedcrgcwählt. Als erste Tanic wurde in den Vorstand die Lehrerin Marie Zg IN I» c r - in an» gewählt.
** Der Gauturntag d c s Gaues Helfen fand am Sonntag in Steins Garte» unter Leitung des l. Vorjitzcude», des Fabrikanten Metzler Marburg statt. Nach,dem vom Gauvertretcr erstatteten Jahresbericht hat der Gau Hessen gegen daS Vorfahr um 25 Vereine mit fast 1000 Turnern ,»genommen, am l. Januar gehörte» ihm 150 Vereine mit 14 306 Mitgliedern an, lind heute find diese Zahlen aut 160 Vereine mit über 15 000,Mitgliedern gestiegen. Ter Ga» Hessen ilinsaßt die Kreise Gießen, Friedberg, Schotten, Laulcrbach, Alsfeld, Büdingen, Marburg, Wetzlar. Kirchhaiu, Biedenkopf und Frankenberg, Ten Turnbericht erstattete Gauiurnwart Will- Gießen, den RechnuilgsbcrichtP o st- Alsfeld, Die Gesamteinnahmen betrüge» 3967 Mark, die Ausgaben 3934 Mark. Dos Gauturnscst 1914 imbet am 2. Juli in likirch» Hain slalt. Um das Gouturnfest 1915 bewarben sich die Vereine Friedberg »nd Wetzlar. Bei der Abstimmung erhielt W t tzl a r das Fest. Tie dicsiährigen Bczirksscstc finden am 14. Juni statt, nur der Bezirk Gießen-Wetzlar kan» sein Bezirks fest zu Klein-Linden am 2l. Juni abhalten. Das Bergturnfe st tiiidet für dieses Jahr aut dem SchisseIIberg statt. Als (Kau spicllcitck wurde Hermann Fischer Marburg iür weitere 3 Jahre wicdergewählt. Sodann tvurde beschlossen: Ter Antrag, mit dem Gauturiitag in den Orten zu wechseln, wurde abgclchnt, Gieße>i bleibt Tagungsort. Das Zöglings-Wettiipnen soll künftig in zwei Stufen crsolgen, l. Stute, Zöglinge von 14—15Johren, 2. Stufet 16—17 Jahre. Der 2. Gautnrnwart und der Gau- spiellciter erhalten künftig Reiscuergüliiilg und Tagegelder. Bezüglich der Untallversicherung sott der Kreisturntag in Bingen ab gewartct werden. Tic Preisvcrteilnng soll künftig ichncller geschehen. Der Antrag Marburg, „Ten ß 26 der Wettnrnvrdnung zeitgemäß dahin z» ändern, daß lange schwarze Strümpie und Ittrzc, völlig die nackte» Knice bedeckende Hosen verlangt werden", tvird abgelehnt. An den Gautiinitag schloß sich ein gemeinsames Esten.
** W i e man den neue» Bürgermeister feierte. Unser G r c b c n lt a i n er Mitarbeiter schildert mit liiimoristischcr Genauigkeit die dortige Bürgcrmeister- scicr, die wir unseren Lesern nicht voreiitftalteir wollen, „G.^G rcbenhain, 15. März. Zu einem Festtage im lvahren Sinne des Wortes gestaltete jich der 10. März, der Tag nach der Bürger in e i st c r st i ck, w a h l. Morgens 9 Uhr n ar gemeinsames Frühstück ii» Tarmftädter Hof, im Hotel Straucki, und bei Andr Weitzel, wozu sämtliche Ortsbürger, aucki die Gegenpartei, von Herrn Hch. Lind VII., dem ncngcioähltc» Bürgermeister zugczogen tmirden. Nachdem kräftig geirühstückt war, be gaben sich die Holzlwner aut ihren Wagen mit 4 Pferden <2 Bor- rcitcr) nach bei» Klcclopf, wo der Landwirt itnd Gcnicinderat Hch. Horn u » g I. ans seiner Waldung einen Fichtcnbaum von 28 Meter Länge zu einem Maien stiftete. Mittlerwcite batten die Mädckien des Tories einen Kranz gewunden, welcher nach Ankunft des Maien daran befestigt wurde, mit sechs starten Roll- strickcn ivurdc er in die Höhe gezogen und mit einem starke» estcrue» Anker am Speicher bcscstigt. Nach vollbrachter Arbeit erichicn der Musikverein, um dem neuen Ortsoberhaupt ein Ständchen zu bringen, wofür Herr Lind dankte, und in seiner Anivrache hervorhob, daß der ihm zu Ehren gesetzte Maien ein Denkstein sein solle, er werde bemüht sein, das ihm anvcrtraute Amt gewissenhaft zu erfüllen. Frieortck, G r c l> brachte aut ihn ein dreifaches Hoch aus, in das sämtliche Anwesende (aucki die allen und jungen Weiber- träjtig einftiinineten. Unter den Klängen eines Marsches ging es i» die Wirtschast des Karl Faitz wo sich dann bei Bier niw. und einem vorzüglich ziibereiteten Schweinebraten gütlicki getan wurde. Nach beendeter Mahlzeit ivnrdc der unterlegene Kandidat Willi. Z „laut durch den Mnsik- verciii und durch Ortsbürgcr unter den Klängen des schönen Marsches „Ich halt einen Kameraden" abgeholt, und man zog nach der Wirtschatt und Metzgerei Weitzel, wo ebeusalls tapscr geschmaust tmirde. Nach lurzer Zeit ertönte der Nut, „Ruhe". Herr Z t> l a u s ergriff das Wort uno daukte zuerst seinen Wählern und fügte hinzu, obwohl seine Partei die unterlegene fei, wolle sie > dem neuen Bürgermrislcr das Amt nicht schwer machen, sondern ihm erleichtern helfen. Nachdem ging es nach der Wirtschaft zum Stern, tvo bei Biklr, Zigarren, Kaffee und Weck „eine innige Harmonie beide Parteien bis zum lichte» Morgen zusainmcnhielt."
Mit dein Wunsche, „Möge nianch andere Aeiiieindc sich ein Beispiel daran nehmen!" schließt der Einsender »nd das mit Recht, denn er nimmt damit Bezug auf die „innige Harmonie", nicht aber kiuf die lolosjale Eßlust und den eminenten Durst, der in Grebenhain zu herrschen scheint: „Bier usw.!" Obwohl von dem gleichen Durste einch „die altcu und die jungen Weiber" beseelt waren, die so kräftig in daS Hoch eingestimmt hatte»?
•• Eh ein aIige Gicßener Gi> in na s ia st e n feierten am SamSlag abend im Ratskeller zu Frankfurt den Tag. an dem sic vor 2 5 Jahren das Gmunasinm zu Gießen verließen. Es war ei» frohe? Fest des B?icdcrschcns. Leider Halle der Tod in die Reihen schon manche Lücke gerissen.
** A u s dem oberen Vogelsberg. Zurzeit treibe» sich im oberen Vogelsbcrg Hausierer herum, die cs verstehen, durch einen rafffnierten Trick ihre Ware an dir Leute zu verlausen. Sic stellen sich taubstumm, sührcn auf Papier dlc Preise ihrer Ware verzeichnet, welches sie den Leuten zur Gewißheit vorzeigc» und kommen somit durch leicht abgetvickelten Händel zu ansehnlichen Verdiensten. Es wäre zu wünschen, daß die Polizei diesen Leuten das Handwerk lege.
** SHeine Mittcilungc n. Tic Keller der tiefer gelegenen Stadtteile in Bingen sind über 2 Meter mit Waiier gefüllt. Auch in die dortigen Getreidespeicher ist das Wasser ein- gedrungen. Tic Dampsvnmpe, die da» Wasser eniternen sollte, versagte— Der Kreisausschuß des Kreises Ovpenheim hat die Kreisstraßenwärtcr mit Wirkung vom l. April 1914 ab IN ihren Gehallsbezügen aut jeder Lohnstuse um ic 100 Alk. auf- igebeffert. — Tie Einuvhnerzahl der Stadt M a i n t betrug Ende Fcbruar 122 004. Geboren imirden im Februar 221 Personen. Es narbe» 180 Personen Nach den polizeilichen Meldungen zogen im Monat Februar insgefanit 1008 Perfoncu zu. Ats wcggezogen wurden insgesamt 968 Personen gniicldet. — Aus der Station Bad- N a »beim sprang ein Reisender aut den sckwn in Bewegung besmdlrchen Eilzug. der hier 8.6 Uhr abgeht, glitt aus und kam zwilchen die Trittbretter „nd die Geleisebötchung zu liegen. Er wurde eine ganze Strecke geschleist, bis ihn der „aeh- lau,eilte Oberbahnassistcnt Hartwig aus seiner IcbcilSgejährtickwir aLge befreite. — Am Sonntag wurde die neue Luther- kirchc in Offcnbach ihrer Bestimm,mg übergeben. 2lm Sams
tag abend tourde in die Marburg er chirurgische Klinik ein junger Mann aus dem Kreise Wittgenstein cingelierert, der sich aus der Jagd durch einen Schuß ms Bei» schwer verletz! baue. — Der .btjährigc Hcschändler Gg. Zöller von Mainz ivar am Samstag abend damit befchäikigt, in seiner IIN dritte» Stockwerk gelegenen Wohnung mehrere Ouerleistcn am Küchensenster anzn - nageln. Zöller wurde von einem Schwindclansatl betroffen und stürzte in den Hv! hinab. Er starb kurz nach der Einliescrung in das Hospital.
Kreis Schotlcn.
^ Schotten,..13. März. In das Gcnoffcnsckiastsrcgister wurde bei dem Eintrag der „Spar - und Tarlchnskass; e. El. IN. u. H." zu B l c II II g cs h a i ii eingetragen, Tic G> iioffcnfd.oft ist durch Beschluß der Generalversammlung vom 14. und 28. Dezember 1913 aufgelöst Zu Ligllidatorcn sind bestellt,
1. Heinrich Jöckcl II„ 2. Heinrich Strauch, 3. Georg Hieinrickt Weitzel, 4. Otto Wirth, sämtlich in Breungeshain.
Kreis Fricdberg.
I Fricdberg, l3. März. Die FrühjaHIs b czirf-3« ko ii seren ; e n der Lehrer des Kreises Friedberg finden unter dem Vorsitz von Schulrar Süß gegenwärtig statt. Gestern tvurde bereits für den Bezirk Butzbach in Butz bach, heute iür den Bezirk Bad-Nauheim in Ober- Mörlen die Bcnammlung abgchalten. Am 16. und 19. März finden dann noch die Konferenzen iür die Bezirke Friedberg, und Bilbel in D o r h c i m bezw. Dortelweil statt. Ans der Tagesordnung aller Versammlungen stehen als Hauptpunkte „Probelektion in Heimatkunde" und „Vortrag über G. Fretitag".
I. Fried berg, 1>. März. Gestern >and in der Renl- sehnte die mnadtich« Abgangsprüinng lErwerbimg der Ein- jalirigcn Aerechiignug, f!ci!t Vo» den zwölf 2Ibit„rienlei> waren lech« von der inündlichen Pcüinng beßeit. — Ende der Woche snnd die Hnnptversannnlnna der allgemein«» Sterbekasse halt. Tie Kasse zahlte in vier Fällen je 179 Mk. ans. — Tie Preise der fetten S ch l a ch t j ch ,o e i ,i e sind gegenwärtig !o niedrig, daß die Landwiiie nicht mehr die Zucht betreiben wolle» und mehr d,e Haiisschtachlmig einlühren.
k. Butzbach, 16. März. Ju der G c in c > n d e r a l s - fitz» n g erstattete Baurat Renting über de» O r t S b a >, vlau an Hand der Pläne Bericht. Alle Entwürfe des Orts- bauvlans hätten dem Ministerium borgctcgen und seien teil - weise genehmigt worden lieber einzelne Punkte sei man INI Ministerium noch im Unklaren, die man heute aufllären müsse. Ackt Einivrüchc seien bet Offenlegung des Tcilplancs zwischen Taunus» und Kleebergcrstraße erhoben worden, die bis aut zwei, Reitz iund Eickemeyer, erledigt ivorden seien. Der Königlichen Eiscubahndireltion Franksurt a. W. sei mitgetcilt worden, daß eine Bebauung des Geländes westlich der Bahn bis 1916 ausgeschlossen sei. Ta aber Fluchtlinien bereits genehmigt worden seien, so müsse völlige Klarheit geschaffen werden. Durch die vielen Abänderungszeschnungen (Pausen) seien auch kleine Berschen entstanden. Es empfehle sich zu dem Hauptplan nur eine Pause ansertigen zu taffen und darin alle Abänderungeis zu wahren nnb zur Genehmigung vorzntegc». In den Origi- nalplan solle inan nur die genehmigten Fluchtlinien cintragen taffen, dann bliebe dieser iibcrsichktich. Es sei viel richtiger, keine Straßen sestznlegcn, von denen man vorausiichtlich erwarten kann, daß !>- doch in einer Reihe von Jahren nicht offen- aelcgt Und bebaut tverden, man tolle diese nur als vrojckticct int Plan Vorschein Diese Ansicht fand allseitigen Beifall. Hicraus wurde aW Vorschlag des Vortrageiidcu beschlossen, 1) Das Gelände, welches östlich der ans dem Plan vom 20. I. 1912 mit A. B. E. T. bczeichnctcn blauen Linie bis zur Bahn- arcn'e und zwffckien der Taunus- »nd Kleebergerstraßc gelegen ist, bis Ende 1916 von der Bebauung auszuschließe» II. denientsvrk- ckicnd neue Fluchtlinien nicht fcstzusetzen n. die alten auizubeben,
2. Tie Fluchtlinien der Straße IV—XIV sind nach der mit krcuzweisen schraffierten Blcististlinicn erfotgten Einzeichnung in. Plan vom 20. Januar 1912 fcstzulegen. .Hiernach» erhält die Straße sGutenbergstraßr) an ihrer Einmündung in die Taunus- siraße zwischen Tröster und Klingel eine Breite von 8> - Meter und in ihrem weiteren nördlichen Verlaut eine Breite von 9 Mtr. „nd werden die Ban und Straßenstuchtlinicn aut der Westseite der Straße längs des Grundstücks VIII Nr. 133 rechtwinklig zu der Bau- und ctraßeniluchilinie der Straße XIV— XV gebrochen. Ferner erhält die Straße aut ihrer Westseite 5 Mtr. »nd aut ihrer- Ostscite 3,50 Mtr. breite Vorgärten. — Der Finanzausschuß emviahl de» Beitritt der Gcnieindc ats körverschaittiches Mitglied zum Landes verein n o m R o t e n K r e „ z mit einem Jahres beitrag vo» 10 Mark. Dem Vorschläge wird zugestimmt.^— Der von der Kultnrinspektion ausgearbeitetc Kostenanschlag übi'r die Herstellung des Weges nackt dem gcvlante» Friedhof wurde zur Einsicht vorgelcgt Aus Antrag des Finanzausschusses wurde die Austühnuig der Arbeit mich dem Kostenanschlag qenebmigt >-»d dem Feldbcrcüiigu>'gmusiii"e zur wc te.cn Veranlass.ing ütc wi scn Für die neue Klaffe der Vollsjchnle, die 73 Kinder zählt, schlägt der Finanzausschuß vor, eine» weiteren Schuloikar anzuftellcii und vorerst das Zimmer, Lchrlingsbcim im Vereinshaus, als weiteres Schullokat zu venoendcii. Ter Vorschlag wird angcnonimrn.
Starkenburg und Rhcinßessen.
rin. T arm st a dt, lli. März. Durch die Staatsanwaltschaft tvurda der bei der hiesigen Reichsbank- stelle beschästigtc, im Jahre 1888 in Ulm geborene Reichs» bankdiütar Karl Goctz wegen Unterschlagung fcst- genommcn. Er kam 1912 von Schöneberg bei Berlin hierher und bezog rin Gehalt von 1.500 Mk. Obwohl er von seinem Vater, der hoher Militärbeamter ist. entsprechend unterstützt wurde, scheint die Unterstützung für seine flotte Lebensweise nicht ausgereicht zu haben. Er entwendete nach und nach einen Betrag von c t w a 2 00 0 Mark.
Kreis Wetzlar.
O K r o ! d o r!, 14. Atärz. Die Bautätigkeit scheint in dem neuen Jahre wieder sehr rege zn ,verden. An der Gicßener Straße ,,»d an, Friedhof;,reg .sind viele Neubauten entsta iden. dazu verschwindet auch im Inner» des Tortes gar manches alte 6,cbv t. Tie Schitlc steht im Rohbau vollendet »nd kan» bis z Nachsonnner bezogen ,verden.
Hessen-Nassau.
sch Marburg, 15. März. Seit gestern früh vermiß! man den Schreinermcistcr Wilhelm Welk Haupt, einen angesclicnen Bürger Marburgs. Man vermuletc, er habe sich in einem lllnfaN von Gctslesumnachtmig in den Wald
Ein vernachlässigter Schiiupfe» hat schon manchem die Gesundheit gekostet. Aivülä


