Iftfi. Dadurch können wir dem Mangel an Linien und Störungen cntgcgenwirken. Der Betrag, der für die Störungen aufgebraucht wird, ist durchschnittlich 270 OM M. pro Jahr. Die Verkabelung des ganzen Netzes würde eine Milliarde kosten. Das geht natürlich nicht auf einmal. Nun kann man nicht so viel Linien anlcgcn, dasi jedermann jederzeit sprechen kann. Unser Tarif ist billiger als in irgend einem anderen Land. Wir streben dahin, unser Netz auszubauen, aber allen Ansprüchen, speziell während der Börsenzeit, können wir nicht genügen.
Abg. Dr. Gradnancr (Soz):
Die Verwaltung könnte mehr zum Ausbau des Kabelnetzes tun als cs der Fall ist. Das beweisen die Vorgänge in Dresden, wo seit einem Jahr fortdauernd Quälereien und Belästigungen des Publikums stattfindcn. Es herrscht große Erbitterung. da die Wünsche des P blikums nicht angehört werden. Nicht nur die Geduld, sondern auch die Gesundheit der Bevölkerung ist durch die andauernden Telephonstörungcn aufs schwerste gefährdet. Ein Kind ist dadurch gestorben, daß nicht rechtzeitig ein Arzt durchs Telephon herbeigerufen werden konnte. Natürlich ist keine Rede von Entschuldigungen. In den ersten Monaten des llebelstandes suchten die Behörden jede Schuld von sich abzuwalzen und dem Publikum zuzuschieben. Tatsächlich lag die Hauptschuld an den Telcphonämtern selbst; man hat nicht die nötigen Vorbereitungen getroffen. um von dem alten zu dem neuen System überzugehen. Die Postverwaltung hat nicht einsichtig und gründlich genug eingegrrffen. Aehnliche Ucbclstände dürfen sich an anderen Orten nicht wiederholen.
Staatssekretär Kraetke:
Die Telegraphenvcrwaltung hat in Dresden den ersten Ver- sirch gemacht, die halbautomatische Verbindung einzusühren, die an sich sehr schwierig ist. Damit wurde im Telcgraphcndienst zun erstenmal eine Einrichtung getrosfen, die sogleich 2b 000 Anschluss« zu befriedigen hatte. Keine andere Verwaltung der ganzen Welt hatte eine solclw Einrichtung gewacht, wir waren die ersten, die; cs wagten. Ich gebe ohne .vciteres zu, daß manches geschehen tfl; das hätte vermieden werden können, aber d ie Beamten müssen sich erst h i n e i n a r b c i t e n und die kleinen Fehler,' die nicht zu vermeiden sind, kennen lernen. Daß der Mißstand etwas lange gedauert hat, hat niemand schmerzlicher empsunden als wir. Wir haben uns aber bestrebt, die Fehler zu vermeiden, und haben schließlich auch die Zeit cingehalteu, die wir in Aussicht gestellt hatten. Jetzt sunktioniert die Einrichtung recht gut, das hat der Vorredner ja selbst zugestandcn. Die Dresdener sind stolz aus das Telephonshstcm, das bester ist als viele andere. Zur praktischen Beurteilung der Sache müssen alle, wenn ein ganz neues Gebiet eröffnet werden soll, lernen, die Lieferanten und die Beamten.
Abg. Taubadel (Soz.) bringt Wünsche der Telegraphenarbeiter vor.
Abg. Hcckmann (Natl.):
Die bescheidenen, aber berechtigten Forderungen der Tele grapbenarbeitcr sollte man wirklich erfüllen. Das Ergebnis eine, Audienz beim Staatssekretär war gleich Null. Für alle Wünsch, hatte er ein freundliches, aber b ut i m m i c § Nein Auf alle Forderungen erhalten die Arbeiter ^sne schroffe Antwort Das stärkt das Vertrauen zur Verwaltung nicht.
Abg. Kupsch (Vp.):
Die Tclegraphenarbeiter wünschen einen weiteren Ausbai der Arbeiterausschüsse, Erweiterung ihrer Befugniss, und Aenderung des Wahlbcrfahrciis. Eine Verständigung de» Arbeiterausschüste wäre sehr vorteilhaft. Ein Reichsarbeitcraus schuß müßte das Recht haben, sich direkt an den Staatssekretär zi wenden.
Abg. Behrens (Wirtsch. Vgg.):
Es ist bedauerlich, daß der Staatssekretär den Reichsarbeiter- msschuß ablehnt. Dann muß eben der Reichstag -als Reichs« rbeitcrausschuß auflreten, obwohl viele Fragen bester in einem kleineren Kreise erörtert werden. Jetzt kommt der junge DLann zum Telegraphenbau und hofft nach zehn Jahren Beamter zu werden. Da stellt auf einmal der Postarzt einen gesundheitlichen Mangel fest, und mit der Karriere ist cs vorbei. Das heißt doch geradezu eine Falle stellen. (Hört! hört!) Im guten Sinne gemeint. (Heiterkeit!) D. h. ich nehme bei der Regierung kein- Absicht an. Die Kosten der ärztlichen Untersuchungen müssen jetzt die Arbeiter tragen. Das geht nicht, das verlangen nicht einmal die Gruben im Bergbau.
Staatssekretär Äractkc:
Es ist unsere Pflicht, darauf zu sehen, daß gnt und willig gearbeitet wird. Die ärztliche Untersuchung erscheint doch unnötig bei» einem Mann, von dem man nicht weiß, ob er jemals Beamter wird. Praktisch wird es fei»'., eine solche Untersuchung immer im gegebenen Fall anzustcllen. Das Tetegraphenbanwesen verbraucht, wie ich schon im vorigen Jahre fcstftellte, alljährlich erhebliche Summen. Es ist notwendig, die Arbeiten einer entschiedenen Hand anziwertrauen. Ein Drittel der Forderungen auf Lohnerhöhung ist bewilligt werden. Die Arbeiterausschüste haben wir für bestimmte Distrikte gern zugelassen, weil sie im wesentlichen doch lokale Wünsche behandeln sollen.
Das Haus vertagt sich.
Freitag 1 Ubr pünktlich: Anfragen. Desieroerarung.
Schluß 7 Uhr.
Lattdwirtschaff.
— 2 ang- ® o ii$, 3. März. Zugleich ,„ji b ei; 55,115. 'i e reinig ung soll hier m önng-OönS eine grase gemein» i a m c Obstanlage geichaffe» werden. Bor einigen Tagen iand deshalb anl den> Ratlianle eine com Obstpauverein einberniene SSer(ammlimg statt, in der die vorläufige» Taßnngen einer solche» Genoffeuschast beraten wnrden. Wie der Groß». Feldbereinigungs- kommhtär dem Obslbaiwcrein milteilt, will die Znteilungskonnnffston i» jeder Beziehung die Bestrebungen unterstützen. Es ist daher auch wahrscheinlich, da« in die betreffende Flur Masien- grundslücke qelegl werde», dauiit aiich ben Nicht-Landwirten Gelegenheil geboten ist, sich dort ein Grundstück zii eriverbcn, »>» dann Mitglieder der Geiiohenschast z» werde». Aiich von der i'audivirlschailskaunncr wird dieser Plan geiördert und unterstützt werden.
verelnsnachrichten.
•*- O b e r h e i i i I ch e s Tarnenden» Tie Wcihnachts- »Itfiühruiig der Eiskönigin und der Kttideriymphonie am 13. Und 15. Dezember 1913 Iwittc ein Reinergebnis von 687 Mk Einer Einnahnic von 985 Mk. stehen 298 Mk. Unkosten gegenüber. Das Vermögen des Vereins hgl inzwischen noch iveitcrc größere Zu- Ivciidungen erfahren.
-- Garbe,itcich, 3. März. Am Sonntag »criammctten sich die Mitglieder des E v. Bundes zu einem Famiticnabend im weißen Roß. Pfarrer Fr eh tag von Lich hielt cinen Bor- trag über Schweden und Ivußtc als vorrüglicher Kenner von Land und Leuten alle Aittocsendeil durch die aitschaulichc Schilderung seiner Reise» zu ieiseln. Wirksam ergänzt wurde der Bortrag durch schwedische Bvlkslieder, die der Portragende mit seiner Trom- pete zu Gehör brachte.
- A l b a ch , 2. März. Die hiesige Ortsgruppe des Zweig Vereins des E v. Bundes hielt gestern abend im Saale der Frau Tantel Schmitt Wwr. seine» dicSsährigen Familienabend ab, her sehr gut besucht war. Ter Vorsitzende der Ortsgruppe. Pfarrer K 0 e h l e r - Sternbach. begrüßte zunächst die zahlreich Erschienenen, besonders den Gesangverein Sängerkranz, der auch .ji, diesem Zahle chiech gut vvrgetragene Chöre zum guten Der laut des Famitienabends beitrug, Nach einer Uebersicht über die Tätigkeit des Ev. Bundes im lausenden Geschäitsjahrc ging der Vorsitzende zu seinem Vortrag: „TieGcschlchtcdeSDorseS und der Kirche Albach" über. Lehrer Grob von Albach iprach über die Geschichte der Schule von Albach.
Gericbt»saal.
' Ein interessanter Preßvrozeß. Unter dem Vorsitz des Amtsrichters Wächter verhandelte am Dienstag das Schöffengericht Berlin Mitte über eine Privat Beleidigungsklage, die der Ehesredakieur des „Berliner Tageblatt", Tr. Theodor Wolss, gegen den Redakteur der „Deutsch-Sozialen 'Blätter" I. Bücher angestrengt hatte. Der Beklagte wurde von Rechtsanwalt Ulrich verteidigt, während den Privatkläger Justtzrat Mosic vertrat. Veranlassung zu der Klage halte ein Artikel der „Deutsch-Sozialen Blätter" „Agrarische Zustände" gegeben, in dem das „Ber- liner Tageblatt" der „berufsmäßigen Eftrabschneiderei" beschuldigt wurde. Zn der Verhandlung erhielt der Beklagte den Vorwurs der beruismäsigcn Ebrabschneiderei ausrccht. Der Angeklagte wollte diese seine Bchguvtting durch einige Artikel des „Berliner Tageblatt" stützen, Cie sch mit dem Reichstag tabgcordntcn Bruhn und dem srühcren Abgevroneien Schack beschgfiigeii. Der Vertreter des Klagers Juüitrat Masse verwahrte sich entschieden dagegen, daß der Beklagte behaupte, das „Berliner Tageblatt" vertrete die Interessen des Zudenttims. RA. Ulrich bestritt die Aktivlegitimation des Privatklägcrs, der in seiner Stellung als Chesrcdakleur kein Rech« habe, Strafantrag zu stellen. RA. Ulrich erinnerte an die Artikel des „Berliner Tageblatt" während des Leipziger Tnrnsestcs und an den respektlosen Artikel gegen den König von Sachsen während der Völ'erichlachtseier. Das Gericht vccurleiltc den Beklagten zu 200 Mark Geldstrafe und zur Tragung der Kosten. Zm Unvermögcnssalle tritt für ,e füur Mark ein Tag Gesängnis ein. Ferner wird dem Privatkläger das Recht zugesvrockten, den Wortlaut des Urteils innerhalb vier Wochen nach Rechtskraft in der „Teutschen Tageszeitung" und den „Deutsch-Sozialen Blättern" zu veröffentlichen.
London. 4. März. Tie Verhandlung gegen das unter dem Verdacht der Svionage verhaftete Ehepaar 8 0 nld ist wieder ausgenommen worden. Ter Ankläger erklärte, daß man Tokumcnte gefunden habe, in welchen der Verhaftete als Frederick Adolphus Gould Schröder bezeichnet werde. Tie Verhaftete habe erklärt, daß sie 1854 III Teutschland geboren sei, im Jahre 1858 nach England kam und im Jahre 1868 nach Teutschland zurückkehrte.
Düsseldorf, 4. März. Das Kriegsgericht der 14. Division verurteilte wegen Zweikampfes den Leutnant Grafen B e i s s e l v. G >i m n i ch vom Ulanenrcgiment Nr. 5 zu drei Monaten Festung und den Leutnant der Reserve Eckardt zu vier Monaten Festung. Das ohne ernste Folgen verlaufene Pislolenducll ist zurückzuführen aus einen Zwist beim Karneval.
Nantes, 4. März. (Prio.-Telegr) Das Schwurgericht verurteilte den ans einem GutShos beschäitigtcn 15jährigen Burschen Rcdurean, der, um sich für eine Bestrafung zu rächen, sechs Personen ermordete, zu 20 Jahren Gesängnis.
rr«iiver?itäts-Nacbvickten.
— Wie die .Hockffchul-Korreip." eriährt, hat der Kieler Brioatdozent 1>r. sor. Adolf Hasen kam» einen Rn! gui den Lehrstuhl der Ngtionalökonoiiiie an der Technische» Hochschule zu Danzig als elatinäffiger Proiessor und Nachsolger von Proieffor K. Thieß erhalten und angenommen.
— Zn der Erlanger niedizinlschen Fakultät habilitierte sich ve. meä. Erich Toenni essen, Oberarzt »nd erster Assistent an der niedizinlschen Klinik.
— Als Nachiolger des in den Ruhestand tretende» boirats Pro'effor Tr. ( 8 . Matterstock ist der Oberarzt der inneren Abteilung des städtischen Krankenhauses i» Augsburg, Dr. Ludwig Robeit M n l l e r. zum aufferordentlichcn Proieffor »i>d Vorstand der medizinischen Poliklinik a» der Universität Würz bürg berusen worden.
— Ter außerordentliche Proieffor für Mineralogie an der Universität Halle a. d. S. vr. phil. Hendrik Enno Baske hat einen Rui nach Tübingen erhalten. Proieffor Boeke ist 1381 zu Wor- merveer bei Amsterdam geboren.
Sport..
* Auf dem internationalen Schikongreß in Kristiania war Deutschland durch Alexander Schmidt-München und Tr. Peter Freh-Franksurt vertreten. Neu ausgenommen wurde der seit Jahresfrist bestehende ungarische Schivcrband. Ein Gesncki des nicht vertretenen Club Alpin Francais, die Bc- schlüssc und Korrespondenzen der Internationalen Schikommission auch ins Französische zu übersetzen, wurde mit dem Hinweis aus einen früheren Beschluß, ivonach die Vcrlzandlungssprachc der Internationalen Schikommission deutsch ist, abgewiesen. Als Kon- grcßori für 1915 nrurdc Salzburg gewähll. Ten eigentlichen Ausgaben des Kongresses, der Regelung des Schisports durch Festsetzung einheitlicher Bestimmungen, widmete sich die Versammlung durch eingehende Beratung der internationalen Wettlausordirung, nach der alle schisportlichen Veranstaltungen bereits seit einem Jahr versuchsweise durchgelührt wurde». An diesen Bestimmungen soll sestgelzatten werden, hinzu kommen einige norwegische Ergänzungen, die von der Kommission erst verarbeitet werden müssen. Ter für 1916 geplanten Deutschen Schi-Oltimpiade stehen die meisten Vertteter inmpathisch gegenüber. Ter Kongreß schloß mit einem vom Norwegischen Schivcrband gegebenen Bankett.
Vermischte». \
* D ic Mannheimer Mai-Fe st w 0 ch c 1914, vom 3. bis 10. Mai, vereinigt die dreitägigen Pferderennen, ferner den Maimarkt und die Maimesse, die ihr 300jähriges Bestehen feiern, ein zweitägiges Musikfest, besondere Veranstaltungen im Hoftheater, im „Rosengarten" und in der Kunsthalle, zwei große Jlluminalionsfeste, sowie ein Kinderfest mit Ballonpost.
* Uebersahren. Aus Karlsruhe, 4. März, wird gemeldet: In der vergangenen Nacht wurde aus der Bahnstrecke zwischen Durlach und Karlsruhe beim Durlacher Wald ein aus Straßburg stammender Soldat, der beinl hiesigen Artillerie- Regimcni Nr. 14 stand, t 0 t ausgefundcn. Es wird vermutet, daß der Mann, dem der Kopf vom Rumpfe getrennt war, sich absichtlich hat überfahren lassen.
* Beim Spiel verunglückt. Aus Altona, 4. März, meldet ein P r i v a i t c sc g r a in m: In der Weidcnstraßc wurden heute abend drei Kinder, die auf einem sogenannten Holländer fuhren, von einer Kraftdroschke üb erfahren. Ein vierzehnjähriger Knabe wurde schwer verletzt, so daß an seinem Auskommen gczwciselt wird: die beiden anderen Knaben im Alter von fünf und sechs Jahren kamen nett leichteren Verletzungen davon.
* Tainpferunglück. Aus Bremerhaven wird unterm 4.März gemeldet: Der Dampfer „Stadt Nor- d c > 1 " ist heute nacht bei N 0 r d e r n c n mit einer großen Mehlladung gesunken. Die gesamte Mannschaft ist unter schwierigen Umständen durch ein Norderneyer Rettungsboot nach Norderney gebracht worden, wo alle Personen völlig crschövst und teils erkranfl darniederliegen. Der Dampfer und die Ladung sind verloren. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger meldet: Die Rettungsstation Norderney telegraphier!: Am 4.März von dem Dampfer „Stadt Norden". Kapitän Prahm, gestrandet am Riss gegenüber der Weißen Düne, mit Mehl von Hamburg nach Papenburg bestimmt, vier Personen gerettet und durch Rettungsboot „Fürst Bismarck" nach Station Norderney-Weftland gebracht.
* Kn nsthandel 1914. „Was kostet das Oelgemälde?" —
„IRs Bild wird gratis abgegeben, sür seine Erklärung müssen aber tausend Mark bezahlt werden!" sAüs der „Jugend".)
* Er braucht keinen Trost. Braggly: „Nun, und wie siehst du mit deiner Frau, alter Junge?" Jones: „Sie klimpsl doch fürs Frauenstimmrecht, »nd da hat sic so viel Versammlungen, daß sic kaum eine Stunde am Tage zu Dause ist." — „Armer Kerl, da tust du mir aber leid." — „Ach nicht doch, so eine Stunde geht schnell vorbei."
BaitdeL
Der Streit im Kohlensyndikat.
Ltns Essen schreibt uns unser dortiger Mitarbeiter: Ter 'Abbruch der Verhandlungen, die bisher zur Erneuerung des R h c i n i s ch - w e st s ä l I s ch c n K 0 h l e n s n n d i k a t s geführt wurden, hat eine schmierige Lage geschassen, da ihre Wicdcr- auinahine solange nicht möglich ist, als die Gruppe der Dütte»-» zechen den Derhandluiigcn sern bleibt. Tie Tagung des sluSschusscs am Montag konnte deshalb auch zu keinem bülidigcil Beschluß kommen, da die im 'Ausschuß vertretenen Düttenzeche» nicht anwesend waren. 'Aus Seiten der Syndikats-Organe vertritt mau die rechtliche Aussassung, daß die gestrige Tagung als eine private Untcr- hallAng der reinen Zechen auszusassen sei, da der bisherige Erneuerungs-Ausschuß mit der Mandatü-Niedcrlcgung des Gehcim- rats Kirdors und dem „cxodus" der Düttenzeche» als aufgelöst zu betrachten sei. Tas Bestreben der reinen Zechen scheint nun darauf gerichtet zu sein, mit den Dülten.zechen loieder Anknüviungsvunkte zu suchen, um sic wieder zur Teilnahme an den Verhandlung^ zu bc!vegen. Zur Erreichung dieses Z>vecks ist man geneigt, in der -Ltreitirage um die Verbranchszisier Entgegenkommen zu zeigen. Eine Abordnung der reinen Zechen wird dieserhalb mit den Düttcn- zcchcn in Unterhandlung treten und hossentlich die wllnschcnswertc Verständigung erzielen.
Einstweilen bestehen die ungelösten Probleme weiter fort. Für die reinen Zechen bestehen hiniichilich der Wirkungen, die der neue Thndikatsvertrag auf ihre wirrickraftliche Stellung in schlechten Zeiten ausübl, ernsthafte Besorgnisse. Besoirdcrs ist es die Ausnutzung des büttenkontingents sür den Düttenselbstverbranch. die unter Umständen zu Uebergrisscn führen tan», zumal dieses Kontingent durch den Kohlenzukanf ia beliebig vermehrt werden kann. Tie Eriah- rungen, die man mit den .Dütlcnzcchen-Vorrechtcn während der letzten 10 Jahre gemacht hat, haben gelehrt, daß solche Rechte in unzulässiger Weise ausgebenicl und dann nicht beseitigt werden können. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß durch das Kohlen ^ Zukaussrccht die in der Kontingcntszisscr liegende Beschränkung des Düttcnielbstverbrauchs wieder auigchoben nnrd. Es wird also letzten Endes daraus hinauSkommcu, diesen Kohlenzukaus in irgendeiner Form cbensalls zu beschränken. Ten» ganz zu verbieten, wird weder in der Macht, Itoch auch in der 'Absicht der reinen Zechen liegen. Tie großen Votteile, die iit der Verwertung der Kokskohle zu Koks liegen, werden aber schließlich dazu führen, daß die reinen Zeckten mehr als bisher noch Anschluß an Düttenwcrkc suchen imd das Uebergewicht der Hüttenzechcn dann dem Kampf der beiden Gruppen untereiimndcr ein einseitiges Ende bereitet.
Lnrglcicriiöt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum / gegenüber keinerlei Verantwortung.)
^-Beuern, 3. März.
Aus das Eingesandt unter Nr. 50 „Gießcncr Anzeiger" erlauben sich die „Alle gegen einen", denn anders können wir uns keine Bezeichnung beilegen, dem Einsender der 99 Prozent zu cnoidcrn, daß aus seinem Eingesandt viel Sonderinteressc und eine große Unkenntnis, bctreiicnd der neuen Friedhofs- a n l a g e hervorgeht. Seine Gedanken sind nicht .sttchhgltig genug, um alles positiv zu widerlegen.
Zuerst fordert der „Eitic" der 99 Prozent eine Drainierung des allen Friedhofs, überlegt aber nickst toeiter dabei, daß auch hier nicht unerhebliche Schwierigkeiten im Wege stehen, die die Gemeinde event. mit dem Kreisgesnndhcitsamt in Konflikt bringen könnten. Sodann nimmt den von der Gemeinde früher gcsaßtcn Plan, den Fricdhos an „den Steiner" zu verlegen, in die Hand, und erdrcistet sich sogar in dem „säuselten Vorwurs" zu sagen, die Gcnicinde hätte inbctrcff des Ankaufes nicht den ernsten Willen gezeigt. Ja man vergißt manchnnrt „I a" zu sagen, und die Gemeindevertretung lnrndelt doch gewiß dem „großen Publikum" gegenüber, und nicht 2 — 3 Interessenten. Ob das Gelände dorten auch passend war, darüber ist er der „psis- size Schweiger".
Wer hat es jemals in einer Gemeinde „jedem" recht gemacht? Dieser Gedanke bewegt de» Einsender nicht. Ob auch der „Eine der 99 Prozent" über die schöne Obstbanmanlagc gut unterrichtet ist, bezweifeln wir sehr, den» nach cingezogencn Erkundigungen ist der Ertrag der schon bereits 20—30 Jahre bestehenden Anlage etwa 3 Mark Tür das Jahr! — also wegen Obst kein Bedenken. Sodann entwickelt der Einsender so eine Art „technischer Beamter", er kalkuliert schon über Herstellung des „Stirnbergs", betr. große Erdverschiebungen nsw., überlegt aber nicht weiter, daß ein leckt' nischcs Personal soeben den Plan und die Voranschläge ansarbettet, und an maßgebender Stelle in der Gemeinde, so viel mir in Erfahrung gebracht haben, von den Kosten „der großen Summen Geldes" noch gar nichts bekannt ist.
Der Einsender mag sich doch beruhigen und über sog. „ungelegte Eier" io keine große Kopsschmcrzen machen, »nd er mag doch abwartcn, wenn er einmal das Ruder führen Hilst in der Gemeinde, ob gleich alles „Jo und Amen" sagt.
Was den Weg zum projektierten Fricdhos anlangt, so wird dieser mindestens ebenso rein von Schmutz bleiben, wie der des alten Friedhofs.
Zum Schluß, wenn die ganze 'Anlage nebst Bodcnbeschaften- heit des projektierten Fricdhoss nach dem Gutachten „sachkundiger Männer" als wunderschön und der Boden als sehr geeignet bc- zcichnct wird, so soll doch der Einsender der 99 Prozent schweigen, und, wie wir, ruhig seine „paar Pfennige" »Steuer zoUcn: — oder will er als „großer Steuerzahler" in der öfsrni- lichcn Versammlung das Wort führen? Alle gegen .Einen.
Meteorologische veobachtungen der Station Sieben.
März
1914 || i|
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5.1 S" 736,6
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7,7
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8,9
8,1
95
WNW
4
10
Wetter
Regen
1 1 \ 11 i
Höchste Temperatur am 4, bis 5. März 1914 = 10,7 "c. Niedrigste , , 4. , 5. , 1314 = 6,1* .
Niederschlag: 6,6 mm. _


