Nr. SÄ
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
164. Jahrgang
Tie „Eietzener jamtUendlätlee" werden dem .Anzeiger" viermal wöchenttich beigelegt, das „Kttisblatt ffit den Ktfis Eiehen" zweimal
wöchentlich. Die „rondwietlchaflitchen s«il- Iragen" erscheinen monatlich zivennaU
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefsen
Dienstag, 3. März 1914
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen
UnwersitälS - Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion: 1 12. Tel.-Adr.: AnjelgerGießen.
Mb Deutscher Reichstag.
225. Sitzung. Montag, den 2. März. Am Tische deL Bundesrats: Kühn, Kraetke.
Daö Rheinland braucht bessere Telephonberbindungen. Das Bemühen der Zentralstelle, das Schreibwerk zu vermindern, finbci nicht bei allen Oberpostdirektioncn die richtige Unterstützung. Den Postlagervcrkchr müssen wir einschränkcn. In Frankreich dürfen
Prösiden. Dr erössne. die S.tzung um - Uh. ,. M.n, ^ ÄÄfS?!
dert der SelbsterbaltungStrieb der deutschen Volles, so geht es nicht weiter. Tic bestehenden Krankenkassen reichen nicht aus.
Zunächst steht auf der Tagesordnung die neue Bcsol dungS Novelle.
Aus Antrag des Abg. Z.T. Spahn (Zentr.) wird sic ohne Erörterung sofort der ieudgetkommission überwiesen. ebenso die beide» neuen NachtragsctatS für die Schutzgebiete.
Der UoTfcfof.
Äbg. Ebert (Soz.):
Staatssekretär Kraetke:
^ch mochte zur Kenntnis bringen, dass China dem Welt- po st verein beigetreten ist und schon in diesem Jahre in Madrid zu der Konferenz als Mitglied erscheinen wird. (Bei- fall.) Dadurch werden wohl die Schwierigkeiten behoben tvecdcn. die gegenwärtig bei der Absendung von Geschäftspapicren und tu' rm » Drucksachen nach Cbina obwalten. Bei der Entwicklung des Brief.
' ? ssd ! ^ ' ° ?? . weniger rn den Etat telegrammvcrkehrs gehen wir jedenfalls so schnell als möglich
.tNgestell. als „n vor gen Ialre Man hat äugen,chemltch aus oorLärtS, ja sogar schneller als andere Verwaltungen. Schon in die sorlgewtzle Ungünstige Kaniunltur Rücksicht genommen. Troß. öi e f em Jahre wild der Plan zur Ausführung gelangen, das; die 'i iur d>- P°ft -m U-berschuh van 100 Millionen Abgabe von Bries.elegrammen »ich. wie bisher erst von 7 Uhr Mark Da^ liewerst. dah die Postbcrwa.tung immer noch entgegen abends an, sondern schon von 5 Uhr an crsolgcn darf. 28 weitere rhrcr wirklichen Bestimmung fiskalische Interessen v e r- Telegraphenämtcr sind für diesen Verkehr eingestellt worden. (Bei- folgt. Die Poftbcstellung in den Landbezirken läßt immer noch j a n.)
biel zu wünschen übrig Die Paketbeförderung hat sich verschlech. I ES jst beabsichtigt, jetzt auch mit Oesterreich und Ungarn be- tert. wie es heißt, auf Verlangen der preußifchen Eisenbahn. Be- züglich der Brieftelegramme in ein näheres Verhältnis zu treten, sonders auS Frankfurt a. M. werden Klagen laut. Mit der Enr- De„ Wunsch nach größerer Verbreitung der Auto. Wicklung deS Zeitungswesens hat die Post nicht Schritt gehalten, maten teilt auch die Postverwaltung. Nur sind die Apparate Die Gebühren für Pressetelegramme sind zu einstweilen noch ziemlich teuer, und wir halten es für richtig, daö hoch. In dieser Beziehung bleibt Deutschland hinter allen Kultur- ‘ allmähliche Herabgehen der Preise abzuwarten, ehe wir mit der ländern zurück. Die orz sich anzuerkenneude Einrichtung oer Aufstellung von Automaten in größerem Umfang Vorgehen. Brieftelegramme muß auch auf kleinere Orte und den inter- Früher kosteten die Automaten über 1000 Mark, jetzt sind die * ' Müri Mgj ißel ■' “
nationalen Verkehr ausgedehnt werden. Die Einführung deS einheitlichen Wcltportos wird immer dringlicher. Zu der Za. berner Postaffäre hat der Staatssekretär ganz merk:
ineren Apparate schon um die Hälfte dieser Summe zu beziehen. Die Apparate sollen aus Bahnhöfen und an Orten, wo eine Aussicht möglich ist, aufgestellt werden. Wo die Aussicht fehlt.
würdige Erklärungen al>gegcben. Oberst v. Reuter hat vor dem ist die Gefahr, daß die Automaten bestohlen werden, sehr groß. Kriegsgericht die Zabcrner Post eines Amtsvcrbrechens bezichtigt, Maschinen für Einschreibebriefe ftndcn^rm großen Publi- Die Verwaltung hat diese Beschuldigung so ernst genommen, daß
sie eine Untersuchung anstellte. Sie ergab, daß keine Briefe unterschlagen, also kein Verbrechen begangen worden ist, daß nur
kum keinen rechten Anklang, da sie nur eine Nummer, aber nicht den Namen des Briefabsenders registrieren können. Deshalb können nur größere Geschäfte, die Postaufgabebücher haben, sich mit einer solchen maschinellen Bestätigung zufrieden geben. Die
v-e kaum erwähnenswerte Tatbestand übrig blieb bah dem Ober. Einrichtung der Postkreditbriese ist von emer Konferenz Sach sten einige nicht ganz einwandfreie Postkarten ausgeliescrt worden „;,T ,.„x
sind. Dabei hatte er in jenen Tagen nicht weniger als 15 000 Postsendungen erhalten. Wir erhalten auch Schmähkarten. Wie
kundiger allgemein gebilligt worden, und ick freue mich, mitteilen zu köünen. daß wir diese Neueinrichtung bald treffen können.
. , . , D:c Tclegrapd:u.'crl-indnug zwiicke„ Berlin und Köln läßt
viele hat mein freund scheide mann erhalten, als er gewiß manches zu wünschen übrig. Die Arbeiten zur Einrichtung hier den Präsidentenstuhl zierte. (Heiterkeit.) Tic Postvertval- einer unterirdischen Linie werden beschleunigt und dürften in tung begnügte sich aber mit der nichtssagenden Erklärung des etwa 2 Jahren abgeschlossen sein. Die Postlagerbriefe sind eine Obersten v. Reuter, er habe nicht die Absicht gehabt, zu beleidigen, sehr ernste Frage, die uns eifrig beschäftigt. Zweifellos wird Sic steht vor einem so mächtigen Herrn stramm, schlägt die Hacken ( diese Einrichtung vielfach benutzt, um Briefwechsel zu führen, der zusammen und gibt ihre Beamten kläglich preis. (Vizepräsident, von den Angehörigen nicht gewünscht wird, aber es bestehen auch D o v e bittet den Redner, sich in seinen Ausdrücken zu mäßigen.) große Schwierigkeiten für die Postverwaltung, um dieses Uebel Gegen die begründetsten Petitionen der Beamten verhält sich zu beseitigen. Wenn die Beamten erst Ausweispapiere verlangen die Postverwaltung ablehnend. Sie verbietet ihnen sogar Petiti- ^ sollten, so würde das zu kolossalen Hemmungen des ganzen Der- oncu an der Reichstag. Das ist ein schwerer Eingriff in die kehrs führen. Wir müßten unser Personal für Postlagerbriefe staatsbürgerlichen Rechte der Beamten. Wir wollen Beamten- um das Dreifache vermehren, und der Reiseverkehr würde sehr ausschüsse. Die Anstellungsvcrbältnisse der mittleren Beamten umständlich werden. Und doch sind neue Erhebungen im Gange, find geradezu unhaltbar. Den auS der Arbciterkategorie hervor-! ob und in welcher Weise etwas geschehen kann, um die Be- ge^angencn Unterbcamten sollte die Dienstzeit als Arbeiter an- strcbungen zur Beseitigung deS illegitimen Verkehrs zu fördern, gecechnet werden. Die Dienstordnung bedarf dringend der Erfreulicherweise sind den Krankenkassen bereits 82 000 Unter- R'form. Die weiblichen Beamten werden unter weitgehende ^ beamte mit 200 000 Angehörigen beigetretcn. Die Frage der K »ntrolle gestellt. Soweit sie nicht bei ihren Eltern wohnen, toeiblichen Beamten hat uns schon in der Kommission eifrig be- dürfen sie nur in Familien wohnen, in denen außer dem Haus-' schäftigt. Wir haben nicht die Absicht, die Anstellung von tveib- h-,ltungsvorstand kein männliches Familienmitglied über j liehen Beamten über das Matz hinaus zu vermehren. Wir stellen 16 Jahre vorhanden ist short, hört!). Wir verlangen Gleich- Beamtinnen nur bei den Fernsprechämtern ein. Dort ist die Bestellung der weiblichen mit den männlichen« schäftigung von weiblichen Beamten viel nützlicher als von männ- Beamten. Die O st Markenzulagen lehnen wir: lichen, weil sic manche männliche Bemerkung, die beim Telephon- wie indcnVorjahrenab.daihr politischer Charakter uns, verkehr kaum zu vermeiden ist, leichter ertragen als die Männer, zweifellos ist. \ (Heiterkeit.)
. - ... . _ m p. .. pf ___,« ' Daß wir die Gehilfinnen bei kleinen Postämtern anlernen,
Staatssekretär des Reimsvostamts Kraetke. (beruht auf der praktischen Erwägung, daß die Gehilfinnen sich
Ich will die einzelnen, vom Vorredner berührten Fragen nicht länger dort halten als die Gehilfen, die bald wieder fortgcnommc- jctzt gleich behandeln, da sie ja von den folgenden Rednern auch werden müssen. Die ersteren werden auf diese Weise auch bcstz noch erörtert werden dürften. Ich will mich nur gegen den Vor- ausgebildet. Die Vergütungen mögen gering sein, aber vielf^ wurf wenden, daß gegenüber der Beschwerde des Obersten von ; handelt cs sich um Personen, die sonst gar keine Gelegenheit hättet Reuter ich nicht für meine Beamten emgetreten bin. ledern s t e j c tnjaS zu verdienen; nach Möglichkeit werden die Vergütungen kläglich preisgegeben habe. Dagegen muß ich__ ernstlich. erhöht. Bei den Zuwendungen an bedürftige Beamte sind
Widerspruch erheben. Cs ist eine ^ cb e r tr et » u n g i o n D er* ^ gezwungen, genau das Bedürfnis zu prüfen. Wenn wir zu gleichen, »vcnn behauptet wird, daß der Oberst von Reutn vre| ^ id j Ii(f) unb l6nc Vorsicht gäben, so würden uns nachher die Postbeamten des AmtSvcrbrechcnS und der Unter,chlagung bc,chul. Mittel für würdige Bedürftige fehlen. Wir sparen an den Fonds digt habe. Ter Oberst hat nicht- Wester gesagt. a!S daß • ja nicht und haben auch keinen Vorteil davon. Wir geben uns Briefe mit bclerdigcndcn Aufschriften be^llt worden.^ercn^und mtr 2 ) ?ühc bi€ ßan3 Bedürftigen hcrauSzufinden.
Abg. Beck-Heidelberg (Natt.):
Sendungen, in "denen sein Vorgehen gelobt würde, nicht wurden. Ich habe nun darauf nichts werter erklärt, als daß dre
Tatsachen, die der Herr Oberst erwähnt bat. richtig steren. und da- ^ Aufstellung des Etats ist eine maßvolle und bcrech-
bei muß ich auch bwiben Ick wi'rde i I k£) 6 j^te Vorsicht geübt worden. Tie Erfahrungen der letzten Jahre
bon Tatsachen schuldig machen, wenn ich - * mahnten dazu. Trotzdem sind wir nicht pessimistisch. Das fiska-
(Seor richtig! rechtst rn ! lifche Interesse darf bei der Post niemals in den Vordergrund ge-
Eine weitere Tatsache, dre ich Nicht verschweigen kanni.rst. bafe J l<ft werden. Das Interesse der Allgemeinheit mutz immer ge- eine Untersuchung eingcleitet wurde, und |uti fi 1 ^ 1 6 ' wabrt werden. Die Postverwaltung mutz leistungsfähig erhalten
daß Briese mit sehr pöbelhaften Dez ch u 6 e n ^ werden, aber sic muß sich auch der Interessen des Verkehrs sorg, bestellt wurden. d>« bei etwas^ mehr Ausmerisamie» batten zu- \ annehmen. Ta»» wird sie Handel, Industrie und Gewerbe rückpestcllt werden können, , tsedr riwt>lll rechts > jjjie tonnen jardcrn und der Ancrlennun» der Volks sicher sein. Wir werden Sie also sagen, ich als Ches habe meine Beamten preisgegeben, nicht aufhören mit Wünschen zn kamnren, die schon seit
Wohin soll das führen, wenn Sie den Worten etwas anderes j, cr t-rfüllung harren Ter neue Weltpoftkongreh
unterlegen, als tbr Sinn bedeutet. Besonders merkwürdig ist, dasi sollte das Weltporto vereinheitlichen und verbilligen. Auch das diese Vorwürfe wegen angeblicher Beleidigung der Beamien von rsrtsporto must wieder billiger werden. Die zahlreichen Peti. sozialdcmolratischer Seite lomm:n. Schlagen Sie doch an^sjanen der Beamten sind wenig erfreulich. Wir wollen daS Ihre eigene Brust, (Lebh. Zustimmung rechts, grotze Nn-. Rocht der Beamten auf Petitionen nicht irgendwie cinschränken, ruhe be! den Soz,1 Sind nick' von Ihrer Seite häufig die schwer- Wir achten ihre Rechte als Staatsbürger durchaus. Die Beamten
sten Anschuldigungen gegen Beamte ausgesprochen worden, lLeb- müsien aber besondere Rücküchtcn wahren. Sie dürsen Nicht
basier Widerspruch b, d. Soz,) Jawobl, von Ihnen, Da sind Sie über den Kops ibrer Vorgesetzten hinweg Peiiiionen nicht so fcinsühlig, und da baben Sic Ihre Anschuldigungen nicht an die gesetzgebenden Körpcrschasicn richten. DaS ist auch bisher in widerrufen, obgleich ich gesagt habe, dast sie nicht richtig seien, nennenswertem Maße nicht geschehen. Die Beamten müssen ihre
Erst be, den dritten Lesungen, nachdem ich mehrfach erklärt Hab«. Wünsche zunächst ihren Vorgesetzten mitteilen.
dast cS nicht ichön sei. derartige unrichtige Beschuldigungen vor> zubringen, sind von Ihrer Seite Widerrufe erfolgt. Jetzt auf einmal aber erklären Sie es für ein furchtbares Verbrechen, wenn der Oberst von Reuter sagt, es seien ihm Postkarten nsit schwcrbeleidi- genden Ausdrücken bestellt und Postkarten mit lobenden Aeuste- rungen nicht bestellt worden. <Beifall rechts.)
Abg. Nacken (Zentr.1:
Der Postctat ist dirsmat recht vorsichtig aufgcsteM. Dar ist zu billigen, denn im Herbst 1313 waren die Einnahmen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Erfreulich ist. daß die Perwailung sich entschlosien hat. Postkreditbliese einzuführen. Auch dast sie mehr Maschinen in ihren Dienst stellt, verdient Anerkennung, Sic sollten auch für die mittleren und kleineren Aemter nutzbar genmcht werden. Dar Postscheckgeseh bringt allerdings nur kleine Vcrbcsierungen; es wird sich aber ausbauen lassen- Die Durchführung der Sonntags Heiligung must sich ermöglichen lasten.
Wir wrinschen aber auch, daß die Postverwaltung diese Wünsche prüft und ba'd Bescheid darauf gibt, und die Beamten nicht monatelang warten läßt. (Sehr richtig!) Die Abgeordneten müsten auch das Recht haben, aus den Beamtenkreisen ihre Informationen zu holen. Die Organisationen soll man Nicht verfolgen, sonst treibt man die Leute indie Geheimbündelei. Hier muß man mehr dem Zuge der Zeit folgen. Eine Ehre für einen Beamten ist es. wenn seine Mitbürger ihn in die Kommunalverwaltung wählen wollen. Da soMe die Post. Verwaltung Nicht hemmend eingreisen, (Sehr richtig I) Bedenk, lich ist die Verwendung der Postgehilfinnen zum Nachtdienst. Seit vierzig Jahren werden Gehilfinnen verwendet. Angeblich sind ober die Erfahrungen immer noch nicht abgeschloffen. Wir wünschen endlich einen Entschluß. Ich befürworte unkündbare Anstellung. sBeifall.)
Die Postagenten wünschen ein getviffeS Grnndgehaktz. eine Zulaae nach der Zeit und nach dem Umfang« chreS DieujieS uf«.
Die Tagegelder der Postboten müsten ousgcbeffer! werden, ebenso
die Gebühren für den Fahrdienst. Die Wünsche der Vorarbeiter usw, unterstützen wir dringend. Zu empsehien ist eine Vcr- einhcitlilbungdcrArbciicrausschüssc. Die Wohl» läligkcitSanstaltcn der Post fördern wir gern. Die Krankenkaffe wurde zunächst von den Arbeitern Mit Mißtrauen ausgenommen. Jetzt hat man erkannt, wie vorteilhast sic wirkt. Man wird aber auch hier zu einer Ausgestaltung kommen müsten. Bei der Sk» stcllung von Drucksachen sollte eine Unterscheidung in eilig« und nicht eilige eintreten, so daß bei den letzteren eine Portoermästi- gung möglich wäre. Der PostanwcisungS- »nd Sebeckdicnst muß vereinfacht und verschmolzen werden. Die Privatpost lebt in ter. schicdcnen Großstädten auf Umwegen wieder aus. Wenn di« Pojt- vcrwaitung den berechtigten Wünschen »ach weiteren Fortschritten cntgegcnkommt, dann wird sie auch in Zukunft di« Anerkennung finden, die ihr jetzt mit Recht zuteil wird. (Beifall b. d. Natl.)
Abg, Dr, Ocrtel (Kons,):
- Der von den Vorrednern dem SiaatSsckrrlär gezollten 71».,
crkcnnung schließe ich mich namens meiner Freunde an. Wir behalten »ns vor. für die Wiederherstellung und Ivcitere Ans-, dehnung der Ostmarkcnzulagc später unsere Gründe an- zuführen. Wir freuen unS der Ucbcrschüste. Die Postverwaltung ist Nicht rückstäiidig, wenn dieser Vorwurf auch in der Presto erhoben wird. Die Prcste ist immer unzufrieden: das gehört ja zu ihrem Handwcrl, (Heiterkeit.) Unsere Postvertvaltung kann, sich vor dem Ausland recht gut sehen lasten, (Lebh, Zustimmung rechts,) Der Staatssekretär kommt den Wünslben der Großstadt^ sehr weit entgegen. Jöh will mich nicht dem Geheul der Presse! aiiSietzen. aber ich muß dock sagen, daß mir die Poitbestellung in! Berlin durchaus genügt. Eine Herabsetzung der ZcitungSbeförde- rungSgebühr wäre uns ZeitungSmenschen natürlich angenehm, aber auch hier darf das fiskalische Jntcrcstc nicht ganz schweigen, und die Preste kann keine Extrawurst verlangen. Im Gegensatz zur Großstadt tritt das Entgegenkommen der Penvattung dem platt«, Land gegenüber weniger zutage, DaS platte Land ist daS Stieffind, In manchen Landoricn ist aus einer SparsamkeitS- wiit die zweimalige Bestellung durch die einmalige ersetzt worden. Die zweimalige Bestellung sollte doch di« Regel sein, (Sehr richtig! rechts.) . , ,
Der Dienst der FernsprechgehUfin ist meines Erachtens für Frauen nicht geeignet. Im Gegensatz z» andere» Behauptungen der Prcste muß ich auch aus meiner persönlichen Erfahrung fest- stellen, daß ich säst bei der Hälfte aller Gespräche salsch verbundcn werde. Ich hätte »ugts dagegen, wenn die Beamtinnen schon vor der Pensionierung beim Dicnsiausiritt eine Rente bekommen. Vielleicht kriege» sie daun eher einen Mann (Heiterkeit), der sie dein bcstcrcn natürlichen Berusc des Weibes zufühlt. Wir treten ein für K i nderzu lage». Eine strengere Ucber-, wachung des post lagernden Verkehrs Ist dringend: notwendig. Die Kritik des Abg, Ebert an dem Zabcrner Fall! ist ganz ungerechtfertigt- Der Oberst v, Reuter hat Briefe mrt Aufschriften ganz schmählich beleidigenden Inhalts zugestellt er- halten. DaS widerspricht der Postordnung und die Bamten Miiffen bestraft werden. (Scbr richtig rechts.) Wir baben ,cden- falls leinen Anlaß, dem Staatssekretär unser uneingeschränkter Vertrauen zu versagen. (Beifall.)
Staatssekretär Kraetke:
ES stk richtig, daß dar platte Land bei der Bester»! lung schlechter wegkommt als die Großstadt, aber das istj in den Verhällnistcn begründet. Wenn vor einig»-» Jahren die, Bestellung aus dem Lande besonders eingeschränkt wurde, so fit, man dabei dem Rufe nach Sparsamkeit gefolgt, der hier erhoben! wurde. Dabei ist freilich manchmal zuwcit gegangen worden und setzt ist ja auch schon eine Beperung ciiigctreten. Auch beim Feru- spicchdicnst aus dem Lande sind wir berechtigten Wünschen imch.^ gekommen. Die Mittagspause iit in 78 Prozent der Orte aus. gehoben worden. Was die F e r n sp r e ch ge bu h r c n o r d - Ni,ng betrisfi. so war der crsic Entwurf ja insofern recht gut. als er de» Bedürfnisten des platten Landes weit eutgegenkam. Gegenwärtig liegt die Sache jo. daß wir in de» größeren Städten' mit der Einrichtung des automatischen Fernsprechbetrikbeö vor. gehen.
Ter automatische Betrieb mit seinen Eigenheiten wird auch die Grundlage für die neue Gebührenordnung abgcben müsten,! und ich kann also heute noch nicht sagen, >i>a»i, die neue Vorlage kommt, Tie B - s ch ä s t i g ll n g w e i b I i ch c r V c a m t c n er. folgt bei uns ourchaus nicht in einem außcrgeloöhnlich großen Umfange. In Oesterreich, in der Schlveiz und i» England werden weit mehr weibliche Beamte beschäftigt als bei uns. Auch für' die Poftogentcn bewahrt die V-rloaltuiig dauernd das größtej Wohlwollen, Es geht aber nicht an, daß man immer wieder sagt.! die Vergütungen seien nicht ausreick^ud. Aus dem platten Lande spielen ein paar hundert Mark regelmäßiger Einnahmen schon eine gewisse Rolle. In den Etats für 1313 und 1311 haben w,r au Mehraufwendungen rund 700 030 Mk, eingestellt.
Daß di- Reichs-Poswerwallung ihren Beamten d i e n - b c r. nähme von kommunalen Ehrenämtern irgendwie erschwere, muß ich bestreiten. Allerdings kann den Beamien nicht garantiert werden, daß sie frei lmbcn. wenn sie irqcndwo cine Sitzung wohrnebmen müsien. Sie müste» sich mit ihren Kollegen über eine Vertretung einigen. Tenn die Wahr- nehmung von Ehrenämtern kann nicht auf Kostew der Allgemeinheit geschehen. Auch die lilagcn über Schädigungen der weiblichen Gehilfinnen an ihrer Gesundheit durch den Nachtdienst müßten substanziiert werden. Aus den großen Fernsprechämtern müsten im Nachtdienst natürlich auch» Damen tätig sein. Die lebenslängliche Anstellung der weiblicheil Gchiisinnen hat die Rcichs-Poswcrwaitung durchaus Nicht als dauernd unmöglich hingestellt, die Anstellung weiblicher Gehilsin- ncn in größerer Zähl datiert aber erst aus jüngerer Zeit und wir haben deshalb noch nicht genügende Erfahrungen, um der lebenslänglichen Anstellung endgültig nähcrzutreten.
ES ist durchaus unrichfig, daß die Eisenbahndertvaltung sich den Bedürfnisten des Verkehrs und den Bestrebungen der Post entgegenstellt. Wir haben am Eisenbahnminister immer daS größte Entgegenkommen gefunden. Auch Herr d. Breitenbach ist davon überzeugt, daß die Verkehrsinftitute so gut wie möglich für das Pubilkum auSgenützt werden müsten. ES ist unrichtig, wenn behaupte! wird, die Wünsche der Beamten werden nicht eingehend! und wohlwollend geprüft. Berechtigte Wünsche werden immer berücksichtigt- Wenn aber Dünsche, die als unerfüllbar anerkannt! find, dauernd Wiederkehr«»- lo können wir Nicht Jahr sür Jahrs, dieselbe Antwort geben. ' ’, v ' v
DaS HauS vertagt sich. w ____ ,
Dienstag. 1 Uhr pünktlich: Kurze Anfragen und Weiter» berotung, - ^ ^
Schluß BK Uhr.


