Nr. 52 Zweites
Eriche!»! täglich mitAusnahme des Sonntags.
Di- „Sicßener Zamiliendlätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, dag „llkkisblatt filr de» «reii ®ie|j*n" zweimal
wöchentlich. Tie „randi»1itsch«kIUch«g Seitsragen" erichcinen monatlich zivennal.
Blatt j(64. Jahrgang
Gietzener Anzeiger
Gencral-Anzeigrr für Sbrrhesjen
Vienstag. Z. März
Rotasionsdruck und Verlag der Brühpschcn Universitäts - Bnch- nnd SGindruckcrci.
R. Lang«, Kietzen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Echul- srratze 7. Expedition und Verlag: ^E öl. Redaktion:e^ll2. Tel.-!!ldr.:Anjeiger«ietzea.
Die RetdJsbcfo öutqsnoorOc
ist am SaniStag mittag dein Reichstage zugegangc». In der Begründung wird aiisgeführt, daß seit der letzten Ergänzung des Bewldungsqeieyes sich in der Organisation des Reichsdicnsteo wiederum Acnderungen ergeben Kaben, die eine Ergänzung oder Acndernng des Besoldungsgesetzes notwendig gemacht haben. In Verbindung damit sollen auch die Be Mge der D e ck o f f i z i c r c neu geregelt werden. Durch die Besserstettung der Postassisienten und Poslschassner im vorigen Jahre ist es notwendig geworden, auch anderen Beamlen- klasscn in entsprechender Weise eine Ausbesserung ihrer Be zügc zuteil werden zu lassen. Um ferner den Klagen der pensionierten und als Beamte wieder angesiclltcn Tcckofs, ziere über eine Benachteiligung in ihrem Gesamteinkommen gegenüber wesentlich früher ausgcschiedcnen Militaranwar teru in gleichen Stellungen nach Möglichkeit zu begegnen, ist eine Vcstimmnng aufgenommen, die Tcckofsiziere mit längerer Dienstzeit als solche einen Ausgleich für ihr Verbleibe» im aktiven Dienste gelvährt.
Tic wichtigsten Aenderungcn, die die Novelle vorninunt, sind Ausbesserung der Blassen t, 2, 3a, 3H. 4a, 4b, Oa. Diese Klassen werden im Anfang nnd im Endgehalk um 100 Mk. erhöht. Es erhallen mithin Klasse 1 Bahnwärter bei den Reichseisenbahnen > 1200 bis l 400 Mk., Klasse 2 (Landbriesträger) 1200 bis 1300 Mk., Klasse 3a (Schaffner bei den Reichseisenbahnen) 1200 bis 1600 Mk., Klasse 3H iBahnsiciqschassncr, Pförtner) 1200 bis 1600 Mk., Klasse 4a ^Untere Militärbeamte) 1200 bis 1700 Mk., Klasse 4b (Rot tcnführer, Weichensteller) 1200 bis 1700 Mk., Klasse 6a (Botenmeilter, Bureaudiener, Ilntcrbeamtc bei der Heeresverwaltung usw.i 130l1 bis 1600 Mk. In mehreren anderen Klassen sind zwar die Gehälter nicht geändert worden, doch sind eine Reihe von Bcaintenkalegorien in diese Klassen neu eingefügt worden. In Klasse 17h sind mit einem Gehalt von 1650 bis 3000 Pik. die P i b l i o t h e k s s e k r c t ä r i n n e n eingestellt worden. Das Gehalt in Klasse 21 ist wie folgt festgesetzt: 1800, 2100, 2350, 2600, 2850, 3100, 3350, 3600 Mark. In Klasse 22: 1300, 2100, 2400, 2700, 3000, 3300, 3S00 Mk. Auch bei den Einzelgehältern sind einzelne lext- lßiße Veränderungen vorgenommen. Für Oberdeckosfiziere und Dcckosfrziere betrug das Gehalt bisher 2580 bezw. 2100 Mark. Das Gehalt wird in Zukunst sür beide Kategorien betragen vom 1. bis 3. Jahre 2100 Mk., vom 4. bis 6. Jahre 2298 Mk., vom 7. bis 9. Jahre 2502 Mk., vom 10. bis 12. Jahre 2700 Mk., vom 13. bis 15. Jahre 2850 Mk., vom 16. Jahre ab 3000 Mk. Zur Gewinnung eines langdiencn- Tcckoffizierstandes ist eine Bcrbcssernng der Einkommenverhältnisse der Teckossizierc dringend erforderlich. Das jetzige Gehalt ist bei der ans der eigenartigen Sonderstellung der Teckoffizierc sich ergebenden Lebensstellung nicht mehr ausreichend. Nach dem Einrücken in das Oberdeckoffiziersgehalt ist jetzt eine weitere wirtschaftliche Aufbesserung während des aktiven Dienstes ausgeschlossen. Damit ist ein Anreiz zum frühzeitigen Abgang in besser bezahlte Privat- und Bcamten- stellen gegeben. Dieser Zustand läuft den Interessen des Dienstes zuwider, welche eine möglichst langdaucrnde Ver- iverlung der Dicnsterfahrung des einzelnen Deckossizicrs in seinem Sondersach fordern. Die Laufbahn muß daher zu einer ausreichend besoldeten Lebensstellung ausgebaut werden. Im Zusamnienhang damit steht die Verbesserung der P e n s i o n s v e r h ä l t« i s s e der Deckoffiziere.
Die übrigen Abänderungen derReichSbcsoldungsordnnng sind unwesentlicherer Art. Sic beziehen sich teilweise ans Dertändcrungcn in den Besoldungsklassen, auf Schaffung neuer Dicnstbezeichnungen und einiger kleiner finanzieller Verbesserungen. _
Karötnol Kcpp mit den $tcr&e|a?r<im<n!tit vrrsktzkn.
Breslau, 2. März. Nach einer Meldung der „Schlesischen Bolkszeitung" aus T r o p p a n wurde heute früh folgender ärztlicher Bericht über das Befinden des Kardinals, Fürstbischofs Tr. v. Kapp ausgegeben: Nachdem die Besserung, die in dem Allgemeinbefinden Seiner Eminenz in den letzten Tagen eingctrctcn war, bis gestern angchaltcu hatte.
trat gestern mittag eine ernste Reizung der Gehirnhäute, von hohem Fieber und Bewußtlosigkeit begleitet, ein. GegcnAbcnd hellte sich das Bewußtsein teilweise ivieder auf. Es ist anzunebmen, daß cs sich um einen akuten E u t zü n d u n g s zu st a n d der Gehirnhäute handelt, ähnlich dem, der am rechten Äuge ausgetreten war. Heute morgen war der Kardinal wieder nicht bei Bewußt - sein. Sein Zustand ist sehr ernst, (gez.) Tr. Bendel, Tr. Kaiser, Tr. Bert. — Der Kardinal wurde heute vor-, mittag mit den Sterbesakramenten versehe».
Au» ficHai.
Iritcr Brückner mit 30 Gewehren dort ein und unternahm sofort eine Exvedition nach dem Tatort. Man stieß zweimal aus Eingeborene und gab Feuer, sic zogen sich unier Verlust dreier Gewehre zurück. - Die sechs Polizeisoldatcn im Torsc waren durch Artschläge ans den Hinterkops gclöict worden, wie die im Dorsc vorgkiinidencn Schädel zeigte». Sic müssen völlig überrascht worden sein, da während des Uebcrialles im Torfe nur ein Schutz siel.
Besonders liebt Oberförster Tcininger in ßinem Berichte die niiisterhaiie Haltung der Polizeisoldaten hervor, ohne deren Taplcr- (rit er sicher nicht bei dem llcberiall mit dem Leben davongc- koiimic» wäre.
Die Freie Vereinigung h c s s i s cb e r Nation i! a l l i b e r a l c r Hai auf Sonntag, den 15. März d. I., nach Frankfurt a. M. den erweiterten Vorstand zu einer Sitzung ziisammcnberuscn, in dar die Stellungnahme zu den bevorstehenden Landtags wählen besprochen wer-« den soll
Dcuksch« TLolonicri.
Der Ucbersall auf die Forsterprdilion in Neu-Mecklenbiirg.
Tic Nachricht, daß Oberförster D e i n i u g e r und Forst- asscssor K e m p f in Ncu-Mecklcnburg von Eingeborenen ermordet worden seien, erwies sich glücklicherweise als »nzutrcsscnd. Das soeben eingetrofscne Amtsblatt sür das Schutzgebiet Neu-Guiiiea veröffentlicht nun sowohl den Bericht des Forstasfeffors Kemps wie den des Oberförsters Deiningcr. Nach ihnen hat sich der Ucbersall wie folgt abgespielt:
Am 13. Dezember, vormittags 9 Uhr, kam die Forstckveditron an die Ortschaft P o r o n z u a n , deren Name in der Sappcrlchen Karte nicht verzeichnet ist. Die Karawane bestand aus 50 Trä gern, 7 Polizeifoldalen, 40 Polizesiungen uns 3 Weißen. Obcr- sörster Deiningcr war 150 Meter unterhalb des Dorfes mit 4 Polizcijungcn an einem Kreuzweg stehen geblieben. Aus der Ortschaft selbst kamen drei Mann dorthin. Als man sie nach dem Wege nach dem Darsc Fontalis fragte, nwllten sie anfänglich dielen Ort nicht kennen, gaben aber nach einiger Zeit zu, daß der Weg, an ivclchem Deiningcr mit seinen Begleitern stand, .dorthin führte. Der Oberförster ries dem im Dorie befindlichen jüivarzen Untervssizier zu, er möchte die Leute in Bewegung setzen, da weilermarschierl werden sollte. Nach einiger Zeit ivolltc sich Deiningcr selbst in das Dort begeben, u:n zum 'Ausbruch zu mahne». Als er aut ungefähr 50 Meter heran- getommen war, kamen olle Leute in eiliger Flucht den Reg herunter gestürmt. Mit dem Ruse: „Hall, .Hall" stellte De, ninger sich den Trägern in den Weg, aber sie stürmten a» ihr» vorbei. Hinterher folgten mit Speer und B c i _> bew » ss - netc Eingeborene, von denen einer den Oberförster mit der Art nicderschlug, so datz er rückwärts in den Busch siel. Tic Rebellen stürmte» vor dem vermeintlich Getöteten vorbc, aus den Forstasscssor Kemps zu, der den bei ihm stehenden 3 Posizciioldatcn zu laden und zu feuern befahl, und feinem Hausjungcn die Pistole entriß. Inzwischen war Oberförster -Deiningcr aus seiner Ohnmacht erwacht und riet nach seiner Pistole. Soiort stürmte» zwer Eingeborene aut ihn ein. Mit Fußtritten gegen den Bauch ,mißte er sich ihrer zu erwehren und crreichic den Jungen, der seine Pistole trug. Aber schon batte der Kanaker, der ihn vorher mit der Art niedergeschlagen batte, ihn erreicht, und zielte mit einem erbeuteten Soldatengewehr nach ibm. Deiningcr rief dem neben ihm stestristen Polizeisoldai Sam zu, „schieß!" Inzwischen hatte auch der Oberförster selbst seine Pistole schutzsertig urrd gleichzeitig mit seinem Schuß krachte auch die Büchse des Polizeisoldaten, der den Eingeborenen zu Boden streckte. Es gelang Deiningcr. noch zwei Tckülse abzugcben, dann sprangen alle seindlichen Eingeborenen in den Busch. Er ging daraus gegen das Tors vor, wurde aber oo» zwei Polizeisoldakcn eingchalt. die ihn daraus aufmerksam machten, daß die Eingeborenen sie cinkreiicn wollte ir. Dar- aui zogen sich Oberförster Deiningcr und Forstassessor Kemvj aus ein Tarvseld zurück, das ein freies Schußfeld bol. Sie beschlossen, da sie nur einc Mauserpistole, eine Parabellumvistole und eine Sibrot- slintc mit geringer Munition besaßen, sich nach der Küste durchzu» schlagen. Da die sechs Pvlizeisoldaten, die im Dorfe waren, nichts mehr von sich bören ließen, war mir Sicherheit anzunehmen, daß sie bereits erschlagen waren. Abends 7 Uhr wurde die Pflanzung Hilalon erreicht, auf der der Pssanzungslerter R i n rf bereits von dem Ueberiall gehört und der Station Nanat-anai Nachricht gegeben batte. Bereits am nächsten Vormittag trat bcr StatiaaS-
Kitzrtng 6er ylttMocrerSiicfctt.
9. Gießen, 2. März
Nachdem die aut vorigen Donnerstag angesetztc Sitzung der Stadtverordneten wegen Beichlußnniäbigkeit des Hauses verlegt werden mußte, war die neu anqesetzte Versammlung ohne Rücksicht aus die Zahl der Erschienenen bcschliißsäbiq, sic konnte daher, trotzdem nur 16 Stadtverordnete zugegen waren, »m 4'/« Uhr vom Oberbürgermeister Mecum eröffnet werden.
Zu Urkundsversvnen wurden die Stadtverordneten Tr. Ebel und O r b i g bestellt.
Sodann nahm der Oberbürgermeister das Wort zu einigen
Mittelluitzk».
Pom Baucrschcn Gesangverein war eine Einladung z» dessen 50jährigem Jubiläum eingelausen. Professor Opitz bedankte sich in einem Schreiben iür den in der letzten Stadtverordnetenversammlung bewilligten Jahresbeitrag von 400 Mark für die Beschasfnng von Radium. Eine Eingabe des Postfchaiiiicrs Lenz wurde der Baudcputation überwiesen.
ES folgte dann eine Reihe von
Baugeliiche.
Das Baugesuch des Heinrich L a u n s v a ch sür Liebigstr. 80 erfordert eine Befreiung von h 18 des Ortsbaustatuts. die die Ban- deputalion deiürworlei. Das Baugesuch Ludwig W e b r u m sür die Erednerstraße. bei welchem es sich um einen Erker von 12 Zcnti- meteni bandelt, wie die Baugesuche Abermannu Kling tür die Kroidorier Straße, die einen Erker von 30 Zentim. erzielen. wer-> den ebenialls befürwortet. Ebenio einBangeiuch der Rnbergest l l s ch a s t sür die Robbeimer Straße, das Gesuch des Otto R a t b- schlag wegen Errichtung eines Ggrtenbäuschens Ftnr 38 Nr. 101 bis 103 und ein Gesuch des Heinrrch Nicole! wegen Errichtung eines Garlcnhäuschens Flur 16 Nr. 83 Be, allen Gesuchen ist die Versammlung mit der Besürwortung der Baiidcpuiation cinvcr- ska »de».
Auch zu einigen iveiteren
Gesuchen
gibt die Versammlung ihre Zu stim IN u n g. Es ist das zunächst dieErmictungernesRaumesin dein Gebäude des A l i c e - Schnlvereins zur Unterbringung einer Klaiie der höheren Mädchenschule. Ties ist nötig durch den veränderten helft- schen Lcbrvlan. Schon trüber einmal bis zum Jahre 1907 hatte die Aliccschnle aus dem Oswaldsbcrge einen Raum zur Verfügung gestellt, dieser selbe Raum lass der höheren Mädchenschule überlassen werden. Die Unkosten betragen 150 Marl.
Ter Oberbessischc Automobilklub ersucht um einen Zuschuß zur Anbring II na von Schildern zur Wegbczei ch n >l n g. da die alten Taseln unter dem Einfluß der Witterung so stark gelitten haben, daß sic unleserlich geworden finb._ Der Klub schlägt habet Emailscichilder vor, die den> Wetter besser widerstehen als die bisherigen Blechtaleln. Die Bandevutation stellt hierzu den Antrag, als Zuschuß 100 Mark zu bewilligen unter dem Vorbehalt, daß die Stadt keinerlei Ersatz lür die Unterhaltung zu tragen hat, während sic die Anbrinqung der Taseln übernimmt.
Stadtv. S o in m e r rät von der Anschassung von Emailleschil- dcrn ab, da diese leicht von Bubenhändc» zerschlagen werden können. Dem widerwrickn der Oberbürgermeister, da Blech sehr unter dem Regen leidet und ein Ncuanstreichen alle zwei Jahre crtor- berlich macht. Das Gesuch des AntomubilklubS wird gemäß dem Anträge der Baudepntation angenommen.
Die Besprechung über die Herstellung der Anlagen vor dem Universitätsgebäudc wird a u s g e s e tz t, da die Beratungen zwischen Vertretern der Universität und der Daudepu- tativn noch zu keinem Abschluß gekommen sind.
Die elektrische Beleucht »na im Ober hessischen Museum ist notwendig geworden. Aut ein Gesuch des Direktors, gegen die Finsternis im Bauernzimmer des Museums Abhilfe zu trrrfen, bat sich die Baudevutation mit der näheren Untkrsnchung der Zustände besaßt und ist zu der Ueberzcugiina gekommen, daß
Sin Naturschutzpark in nnserti, »slsnirn.
kos. Darüber, daß bcr Schöpfung größtes Wunder, die herrliche Tropcnnatur. der Verödung und dem Zustande der Kulturwüste mit Riesenichritten entgcgengcht, darüber kann leider kein Zweifel mehr herrschen, schreibt Pros. Dr. S. S-lomon >m Jahresbericht des Vereins Naturschutzpark (Sitz Stuttgart. Ter Umfang der Naturvcrnichtung ist heutzutage ein gewaltiger. Nur kur» nenne ich zur Erinnerung einige Zahlen:^ !>.- Millionen Edelrerher erlegte man in Venezuela in einem Jahre, und zwar während der Brutzeit, so daß die der Eltern beraubten Jungen lnnzuzurcchnen sind. Rußland allein bringt ettva 17 Millionen Pelze iährlidi aui den Markt. Den Abschuß der Elcsantcn kann man aut etwa 80 000 Stück im Jahr bczisicrn lGranerx Selbst die für die Wissenschait !v intcrc sanlcn Mcnschenas'cn, die zu sckricßcn ma» ,'ich scheuen sollte, gehen den Weg allen anderen
Getieres. .. , .. ., , . .
z>lls Quelle die,er Naturzerstorung rst noch zum wenigsten die dem Menschen angeborene Jagdlust anzuklagcn, denn ein vernünstiger Jagdschutz sorgt doch auch tvieder durch Hegen und Pilcaen des Wildes tür die Erhaltung der Art. Das viel mehr ist unverzeihlich, daß eine verhällnismäßig kleine Gruppe von Händler» imstande ist, der ganzen Menschheit herrliche Quellen des Naturgcnusies zu verstovien und, beschützt durch die Mach: des Geldes btc Torheiten bcr Mode in falsche Bahn zu lenke». Einc weitere Gesabr droht dem Naturschutzc durch die Art, Iva-, aemiist ck-,-o,nikranIbriien in unseren Kolonien bekämvst. stlvcr der berüchtigtsten Sencheir 7ltrikas, die Schlaikrankbeit der ' c I VC» unv -I. iirticfronfjcit der Haustiere, werden durch milroikovischc, geißeliragende Lebewesen, sogenannte Trbvanolo- mcn bcrvorgeruscn. Die Uebcrtraguna dieser Trvvanosomcn findet durch den Stich zweier Flicgcnarten lGlosiina valvalis und Glo,- ssna morsitans statt. Tie Besuirde über den Trnvanoiomen- aebalt des Wildes lauten recht verschieden: immerhin muß es nock, den Mitteilungen de» engliiüum Forschers Bruce für möglich --statten werden, daß das asrikanijche Großwild sür beide Krank- beittn einen Seuchenherd darstcllt. So hat denn Bruce kürzlich in den Rnt cingcstimmt: „Das Wild muß der Zivililation gc-
solchen Vorschlägen können die Freunde der Natur aar nicht bestimmt genug Front machen. Zunächst ist cs durch, aus fraglich, ob das Wild in freier Bahn bei der geringen Flug-
weite der Glosiina iür den in seinen Ansikdlungen lebeirden Menschen einc wirklich gefährliche Ouellc iür Erkrankunaen dar- stellt Ferner wäre der Erfolg einer Dildausrottung icdenialls ein sehr ungewisser, oar allem aber ist die Hossnung gerechtier- tigl, den erwähnten Seuchen noch aus anderem Wege bcizukommen.
Ich habe es tür gut gehalten, einige Widerstände und Sorgen des Naturichutzcs bervorzuheten, damit man nicht^iaat, die Natur- ichtib.beiocgnna stürze sich ohne Kenntnis der Totlachen in den Kamps und übertreibe ihre Forderungen.
Es ist die höchste Zeit, cs ist die letzte Stunde, daß in dem troviichcn Deutschland Durchgreifendes zum Schutze der trovl- schen Natur geschieht. Man sage nicht, es gebe ia schon Bestimmungen. Als ich im Jahre 1938 out der Hauptversammlung der Deutschen Kolonialge'ellichafr in Bremen Anträge im Sinne erweiterten Natursckmtz's stellte, wurde mir entgcaengeh-lten, es sc, in alles Dünschenswettc geschehen. Seitdem hat n,»n aber in den dcutichen Schutzgebieten den Elefanten, die Girafse, das Nashorn nahezu ausgerottet, und während man sich mit vielem Aufwand an Geld nnd mit vielem Interesse bemühte, in Ost- airika die großen diluvialen Säugetiere auszugraben und wieder .zuiainmenzusct.cn, vernichtete man mit der anderen Hand die noch lebende» geivalligen Dickhäuter, die stammeSgeschichtlichcn Zeugen einer ehrwürdigen Vorzeit.
In Deutich-Ostasrika sind von einem Gcsamtgcbiet von 100 Millionen Hektar noch nicht l Million bebaut, in Neuguinea ist der Antcrl des Kulturlandes verhältnismäßig noch geringer: dabei bandelt cs sich um ein Land, bei dem von einer Wertfteiqernng von Grimd und Boden noch nicht io die Rede sein kann wie bei uns. Es ist noch nicht an der Zeit, bestimmte Vorschläge zu machen, die sich in den mit der Reichsregierung zu führenden Verhandlungen schon beranskrrstalliiieren werden. Aber es mutz sich in jenem ttovischen Großdeutschland auch bei .allen mit dem Gegenstand verbundenen Schwierigkeiten ein wirksamer Schutz der herrlichen Trvvennatur ermöglichen lassen, und cs muß sich auch unbeschadet des näsigen allgemeinen Schutzes vor allem ein zu- iammenbänaendes Schutzgebiet von bemerkenswerter Größe — ein Naturschutzvark in unseren Kolonien — sinken lassen, der noch unseren Nachkomme» zeigt, daß hier einmal ein großer Augenblick kein lleincs Geschlecht fand.
«
— „T a s .Einb." Aus Düsseldorf, 28. Fcbr., wird uns gemeldet: Unter dem Ehrenvoriitz des Rcgierungsvräsidcnten Tr. Kruse und unter Leitung des Lehrers der Kinderheilkunde an der hiesigen Akademie iür vraktische Medizin. Prossisor Schloß man», wird im Anschluß an die große Tüsseldorscr Ausstellung 1915 eine Ausstellung „Das Kind" veranstaltet werden. In Anerkennung der Dichtigkeit aller mit dem Kinde, als dem Träger der Zukunit in Deutschland, zusammenhänaenden Fragen, wurden den, Rcgierungsvräsidentcir aus allen Teilen des Bezirks von den iübrenften Frauen Mittel zur Durchführung der Ausstellung zur Versügung gestellt.
— Eine Sammlung für die Pauls-Kathedrale. Aus London wird berichtet: Schon mehrfach drangen in letzter Zeit beunruhigende Nachrichten über Londons berühmte St. Pauls- Kathedrale, dies NationalhcUigtum des britischen Landes, in die Lcsientlichkeit: man ersuhr, daß im Mauenverk und vor ollenr auch in den Fundanienten immer größere Schäden zutage treten und den Fortbestand dieses altchrwürdigcn Architckttirdenkmales gefährden. In letzter Zeit sind auch mchrsach Ausbesserungen vorgenommen worden. Nun erweist sich aber, daß es mit der Kleinarbeit nicht getan ist nnd daß die Nation sich zu größer» Opiern auirasien muß, wenn die St. Panls llathedralc erhaltest bleibe» soll. Ter Diakon und das Domkapitel wenden sich if, einem Ausritt an die Mlgcmeinbcit und erklären, daß vorlän- sig 70000 Psund, also über 1400000 Mark dringlich und soson benötigt icien. um das Mauertverk auszubessern. Erst nach Vornahme dieser Arbcsicii soll dann zu einer durchgreiscn» den Erneuerung der Fundamente geschritten werden. Einstweilen dürsen in der Nachbarschaft der St. Pauls-Kathedrale keinerlei Ka- nalisicrungsarbeitcn und Tunnelierungen vorgenommen werden.
— K u r z c N a ch r i ch t e n a u S Kunst und Wissen- schalt. In dem Palais des Markgrasen deila T t u s o in Florenz wurde ein zwei Meter breites Gemälde von Charavaggro ein Konzert darstellend, entdeckt, das aus dem Jahre 1590 stammt — Dem Hostheaterintendantcn Grasen Secbach aus Dresden übersandte die Universität Leipzig gelegentlich das Diplom »um Ehren- d o k t o r. Auch sonst wurden ihm viele Ehrungen zutell. — Pro- scssor Paul M a g n u s in Berlin wurde gelegentlich seines 70. Geburtstags zum Ehrcnmitglie der Schweizerischen Botanischen Gesellschaft ernannt. — Unter starker Beteiligung hielt in Berlin der Ausschuß für Tuberkulosefürsorge im Mittel- stand lerne Hauptversammlung ab.


