Ausgabe 
27.2.1914
 
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meiner k not fler bezüglich gewisser an ihn gestellter For­derungen mitgeteilt habe: Im Falle einer Zurückvcrlegung des Infanterie-Regiments Rr. 09 würde er keine Garantie übernehmen können, nickt so sehr wegen der Zaberner Be­völkerung, als.wcgcn der »n Reginient zurzeit herrschenden gereizten Sttrnmuitg usiv. Ta nach bak'bamtlichen Feststellun­gen öic Militärbehörden an den Bürgermeister üder- yaupt nicht in der Garnisousrage he ran getre­ten sind, kaiui es sich nur um Forderungen der Zivilbchörde handeln.

Beleidigungen und Angriffe auf Unter­offiziere in Straßburg. Aus Straßburg wird gemeldet: Auf dem Heimwege zur Kaserne wurden in der Nacht zum vergangenen Montag drei Unteroffiziere vom Infanterie-Regiment Nr. 126 am Ausgang der Langenstraße von einer Grupvc Dastehender mit den Worten: ,,FhrSan - schwo den!" beleidigt. Alstzwin Unteroffizier die Beleidiger zur Rede stellte, holten diese Hilfe aus einem naben Wirts­haus. 10 bis 12 j u it n< Burschen, z u in Teil mit o s se n e u M e s f c r n, g i n g e n g c g e n d i c d r c i ll n t c r- offiziere vor, welche zur Abwehr blank zogen, wobei einer der Angreifer einen Hieb über das Gesicht erhielt. Bei dem Versuche, zwei der Burschen sestzuhaltcn, erhielt ein Unteroffizier einen leichten Messerstich in den Hinter-» kovf. Als sich die Unteroffiziere abwchrcnd nach ihrer Äa- lerne zurückzogen, war die Menge, die sie verfolgte, ichlicst- lich auf 40 bis 50 Köpfe angewachsen. Die herbeigerufene Polizei stellte mehrere Namen der Exzedenlen fest. Die wei­tere Untersuchung ist im Gange. Außerdem hat das,Kom­mando des Infanterie-Regiments Strafantrag wegen Beleidigung nach Artikel 194 deS ReichsstrafgefetzbucheS ge­stellt. So gibt es also in Elsaß-Lothringen doch noch andere Dinge zu tun, als einx Liga zurVerteidi­gung" des Landes zu gründen.

Haussuchungen in Posen. Gemäß einem Be­schlüsse des Kgl. Amtsgerichtes auf Grund eines Ersuchens der Staatsanwaltschaft hat die Poscncr Kriniinalvolizei in den Schristlcituugen desTziennik Poznanski" nild des Kurier Poznanski", solche in den Wohnungen der Ver­leger, der Schriftleiter und der technischen Angestellten dieser beide,, Zeitungen, insgesamt an etwa 50 Stellen, Haus­suchungen vorgenommen in Sachen der Enthüllungen, betr. das Verhältnis des OstmarkenvereinS zu den galizischeu Ruthencu. Ueber das Ergebnis ist noch nichts bekannt.

Ausschließung eines sozialdemokrati­schen Agitators vom EinjäHrifl-Freiwilli­ge ndicnst. Dem Berichterstatter der sozialdemokratischen Rheinischen Zeitung" Walter Stoecker in Köln twu' der Berechtigungsschein für den einjährig-srciivilligcn Militär­dienst mit der Begründung entzogen ivorden, daß sich Stoecker als Sozialdemolrat in besonderem Maße in staatsfeindlickzom Sinne agitatorisch betätigt habe. Aus eine Beschwerde Stoeckers hat dieser setzt voni Kriegs-, ui*i n i ft ft und vom Minister des Innern folgenden Bescheid erhalten: Wir sind nicht i» der Lagd, die Ent« scheibuncpdcr Ersatzbehörde, .1. Znstanz, Koblenz, durch die Ihnen die Berechtigung znni Einjährig-Freiwilligcndienst entzogen ivurde, abzuändern, weil die Art Ihrer agitatori­schen Betätigung in staatsseindlicheni Sinne die für den Einjährig-Freiwilligcndienst nötige moralische Qua­lifikation Ihnen zuzusprechen ni«l>t gestattet.

2lHiian».

Die Verjüng» ng des französischen Offi­zier k or v s. Der französische Generalstabschef I o f f r c hat im Einverständnis mit dem Obcrkriegsral und deni Kriegs­minister einen Entwurf über die Berjiingung der OffizierS- tadres vorgclegt. Danach soll die Altersgrenze für Haupl- leute von 53 aus 51, für Majore von 56 aus 54, für Oberst leutnants von 58 ans 56, für Oberste von 60 auf 58, für Brigadcgencrälc von 62 auf 60 und für Dtvisionsgeuerälc von 65 auf 62 Jahre herabgesetzt werden. Der Generalstab, ivelchcr diesen Entwurf ausgeczrbeitcl hat, ist der Ansicht, daß vier Jahre genügen werden, um die geplante Verjüngung vollständig durchzusüürcn. Die daraus erwachsenden Jahres- ausgaben werden auf etwa 10 Millionen veranschlagt.

Heer und Flotte.

Berlin, 26. Febr. Wie derBerliner Lokalanzcigcr" meldet, tritt Prinz Eitel Friedrich im Herbst an die Spitze des Regiments Königsjäger zu Pferde Nr. 1 und fie­delt nach Posen ühcr.

Au» Stadt und Land.

Gießen. 27. Februar 1914.

Die Stadtverordnetenversammlung vertagt sich.

Ein rasches Ende fand die auf Donnerstag nachmittag 4 Uhr aiiberaumtc Sitzung der Stadtverordneten. Ta für die Beschlußfähigkeit des Hanfes fünf Stimmen von Stadtver­ordneten, die zage sagt hatten, fehlten, mußte sich die Per» iammluiig gegen 5 Uhr vertagen, ohne in die Tagesordnung eingetrcten zu sein. Auf Vorschlag des Oberbürgermeisters Mecum wurde der nächste Montag für die Sitzung in Aussicht qenominen. Sie ist wieder auf 4 Uhr angeseyt.

Ter -Oberbürgermeister teilte mit, daß bis Mitte nächster Woche der Boraiisäilaq für das Jahr 1914 feriiggestellt sein wird. Wir er hinzufügte, braucht keine Steuercrhö-> h u ii g vorgenommc» zu werden, der SteuerauSschlag dleibt wie bisher. was, wie Oberbürgermeister Mecum ausführte, bei der altgeineineu Steucrerhöhuug nur in ganz wenigen Städten Deutschlands der Fall ist.

** T a g es ka l e oder kür Freitag, den 27. Febr. : Stabt- Idealer: .'Sie Bäuerin", .Tie Lore, .Paul und Paula." A» jang 8 Uhr. .

* Von der Landesuniversität. Der Groß- i, erzog hat den ordentlichen Professor in der »ledizinischcu Fakultät der Landes:,niverfftät Dr. Rudolf Otto Neuniann in Gießen auf sein Nachsuchc» mit Wirkung von, l. April 1914 aus dem Siaatsdienfte eiiilasjeu.

** D i c 55. H a >, pt v e r s a m m l u n g der Gewerbe- I> ank. c. G. m l> &., iond am TonnerSIog abend im Hotel Groß- Herzog stalt. Ter Vonitzende des AufstchtSrats, L.Petrill.. be grüßle, nachdem er die fatzungsgemäße Beruiung der Hauvtver iammluiig ietigeüellt batte, die Erichicncnen und teüle mit, daß der derzeitige Mnglikdcrüand ItU4 betrage; durch Tod verlor die Ge noffenschast 16 Mitglieder, darunter den langiöbriqc,, verdienten Direktor Carl Koos: die Bcriammlung ehrt das Andeiilci, der Ver­storbenen in üblicher Weise. Der Zusammenbruch einiger ttzenoffen- schaiten in der Umgebung Gießens hat dar Vertrauen der Mit­glieder zur Geioerbebauk Gießen nicht erschüttert. Ter GeschäitS- aewüiii verringerte sich um etwa 5000 Mk. troxdeni konnten dem Rcseroeionds wieder erbeblichc Zuivcndungcu gemacht und die Ti»i- dendc ln der sellherigcn Höbe belassen werde,,. Der Vorsitzende dankte den Mitgliedern des Vorstandes lind den Gcbilie» für die gute Geschäftsführung. desgleichen den Mitgliedern des AufflchtS- rateS iür ihre Tätigkeit im Interesse der Gcnosienschail und cmp- slchlt die Wiederwahl der satzungsgcmäß ausicheldendc» Mitglieder. > Er schließt mit den, Wunsche, daß die Geweihe bau! auch ferner zum

Wähle des werktätigen Bürgertums und der Stadt ihr« Tätigkeit entialteu möge Den Geschoitsberlcht erstattet Dircltor Möser. Er legt dar. daß da» 55. Geschäftsjahr bezüglich seiner geschäftlichen Eiitwuklung unter dein Einstuß des Niederganges »»lerer Wirtschaft lichen Konjunktur stand: besonder» schlecht lagen die Verhältnisse aus dem Immobilienmarkt und lm Baugewerbe. Dazu kamen die bohen Beiitzwcchiclabqabeu. Die Folgen dieses Konjunkturrückganges machten üch auch in Gießen i» einer Reihe von Konkursen und gc- schäitlichen Zusammenbnichen bemerkbar, von denen auch di-' Bank in zwei Fällen bcriiftvt wurde. Herr Möser geht dann ausführlich auf den Fall R o s c n i d a l ei»: seine Darlegungen, die vieles über den Fall bistzcr Geredete und Geschriebene berichtigten, saiiden all leltige Zustiinmung. Zu dem Geschäftsbericht selbst gibt Herr Möser »och einige Erläuterungen. Die Bilanznimme von 5 666 000 Mark luetft gegen das Vorfahr mit 5 733 000 Mk. nur eine geringe Ermäßigung von 70000Mk. auf. Ter Wechselbestand betrug am Schlüsse des Berichtsiahres 444 662 Mk. gegen 767 057 Mk., sonach ein Weniger von 320000 Mk. Tie Gesaoitsilmnic aller diskontierte» Wechsel bcirug I9>3 4 1 50 485Mk. gegen l 874 976 Mk. in 1912, die Anzahl aller diskonlicrtcn Wechsel 12643 gegen 12 765 i Bari. Etwa-.- iugenommen haben die K ontokorrent - Forderungen mit 3 229 174 Mk. gegen 3007 304 Ml. lm Voriadr. Die eigenen Gelder der Bank haben sich vermehrt. Tic Gefchäitsgutbabcn betrugen Ende 1913 1 213915 Mk gegen 1039 666 Ml. im Vorjahr, batten also eine Zunahnic von I80li00Mk Die Reserven betrugen Ende 1913 524 316 Mk. gegen 518 486 Mk.. nach der diesjährigen Rechnung erreichen die Reserven den Betrag von i',37 800 Mk! Im Ver­gleich zn den eigenen Geldern der Bank weisen die fremden Gelder eine Abiiadine aus. Tie Svareinlagcii ermäßigten sich von 2 555 719 Marl au, 2 285 518 Mk., die Konlolorrent-Guthaben von 779 464 Mark aus 564 779 Mk., die Zahl der Svareliilagebüchcr betrug Ende 1913 1188 Stück gegen 1864 Stück Ende 1912. Tie srem- dcn Mittel, die sich aus Svarguthabc». Kontokorrent Gnlhabc», Konto für verschiedene Guthaben und Guthaben der Bauten zusam mensctztcii, betrugen 3 533189 Mk., ihnen standen 1738231 Mk. eigener Gelder gegenüber, io daß das Verhältnis des eigenen Geldes zu dem ircmdcn ciwa 50 Prozent beträgt. Nach gcnoifcnichaitlichen Grundsätzen soll eine BerhältniSziffer von 33'/, Prozent erreicht werden, dieser Satz wurde sonach nicht nur erreicht, sonder», erheb­lich überschritten. Wenn die Vereine im allgemeinen und besonders die in Masse» gründungen, ohne Bedürfnis entstandenen hessischen ländlichen Kassen sich diese Griiichiätzc besser zu eigen gemacht hätten, bestände die zurzeit herrschende Krise im Genossenschait»- wefen nicht. Die Gewerbebanl har von jeher die Stärkung ihrer eigenen Mittel sich angelegen sein lassen. Während die Geichäits- antcilc 1901 noch 279 000 M k. und die Gcjamtreserve 204 000 Mk. betrugen, erreichten Ende 1913 die Geschästsaiiteile die Höhe von

I 213000 Mt., die Reserven die Hüde von 524000 Mk. Herr Möser verbreitete sich sodann über die allgemeine Lage des Geldmarktes. Die hohen Zinssätze ermöglichten cS trotzdem der Bank, ihren Mit­gliedern das Geld so billig wie möglich zu geben, womit ein gilt Teil ihrer genoisenschaiilicsten Ausgaben erfüllt wurde. Tie Ber- ioaltiiiigslostcii erhöhten sich durch besondere Ausgaben anläßlich des Ilebcrgange» zur beschränkten Haslpslicht, sowie durch die Heran­ziehung der Bank zur Gewerbesteuer. Trotzdem gestattete die Höhe des Reingewinns die Verteilung der gcwohiitcn Dividende von ist Prozent und die Ztfführuiig von 14 000 SOU. zu den Reserven. Der am 19. März 1912 gcsaßlc Beschluß, die Laftsorm abzuändcrn, kann als ein glücklicher bezeichnet werden. Die Befürchtungen, daß der Kredit der Bank notleide» Ivürde, hat sich nicht erfüllt; die Um­wandlung hat der Bank eine Anzahl guter Mitglieder, die unter der alten bastform auSgeschicde» ivaren, ivlcder zngeiüdrt. Im Laufe der daraus folge,Iden Besprechung ivurde der Wunsch aus­gesprochen, daß die Bant auch au «auistagnachmiltagcil geöffnet bleiben möchte, um den Mitgliedern die Möglichkeit zu gebe», den gerade an diesem Tage an sie hcraiittctcnden tzlntorderimgen ge­recht werden zu können. Der Vorschlag wird vom Auisichtsrate einer Prüfung liiitcrzogcn und nötigenialiS zur Austükrung gebracht werden. Dem Vorschläge des Auisichtsrate» entsprechend ivird beschlossen, den 87 168,18 SOU. betragenden Reingewinn wie folgt zu verteilen: l. dem Haiiptreservrionds z» überweisen 9484, Ml, 2. dem ReservetondS II zu überweisen 4000, Ml, 3. al den Mit­gliedern 6'/» Proz. Dividende zu gewähren aus: 986 374 Ml. für ein Fahr 64114,32 Ml , bl den Mitgliedern 6"» Proz. Dividende zu gewähren aus 178 198 Mk. sür .Jahre 8687.lO Mk., 4. auf »cue Rechiiiing vorzuttagen.882.71 Ml. Bei der daraus vor- gcnominenen Wahl eines Direktor» wurde Herr Rechtsanwalt A rno l d mit 113 von 114 abgegebenen gültigen «timmen gewählt. Tie Festsetzung der Anstellung»- »nd Gehaltsvcrbältnissc wurde dem AusstchtSrate überlassen. Die satznngsgemäß auSicheidenden Auf- sichtsratSmitglirder Elchcnancr, Herbert. Kattrci» und Kouimerzien- rat Noll wurden wiedergttväbll, an Stelle des cbensalls auSschciden- den AuisichtSralsmilgliedes Geh. Justtzrat Dr. Gutsleisch, der unter Darlegung seiner Verhinderung wegen Krankheit eine Wiederwahl ablehnte, wurde Weißbindermeister Ehr. Tchniidl II. und anstelle des zum Direktor gewählten Rechtsanwalts Arnold Stadtv. Win» iür den Rest der Amisdauer de» Herrn tzlrnotd gewählt. Zun, Schlüsse »ahm Herr Rechtsanwalt Arnold Gelegenheit, den Mitgliedern für die an, ihn gefallene Wahl und das dadurch bekundete Vertrauen zu bauten: er hoffe, noch recht lange niit Vorstand und AuffichtSrat zum Wohlc der Gciverbcbank zu wirkcn.

** Stobt t f) ca t c t. Um dir morgige Schülcrvorstellung von Egmont" unter Beibehaltung der vollständigen Bccthovcnschcn Musik nicht über drei Stunden auszudehnen. ist die .Handlung auf

II Bilder cingcfchräntt ivorden. Der Anfang muß pünktlich 3'/. Ubr fein. Am kommenden Donnerstag findet ein außergewöhn­liches Gastspiel statt, das alle Freiindr der französischen «vrackic »nd Lilkratur lebhaft interessieren dürfte. Here Carlo Lite» aus Antwerpen mit seinem Ensemble wird da» Meisterwerk des berübniicii belgischen TickücrS Emile Verhaercnl c cloitrc" an diesem Abend zur einmaligen Aufführung bringen. Da» Enicmblr bal inii seinen Aufführungen bereits in zahlreichen dcutschen Städten großen künstlerischen Erfolg und starken Besuch gefun­den, nanienilich auch aus Schülcrkrclscn. Zu dicscin Gastspiel bot für Abouiiciitcn der 6. Ermäßigung»kupon Gültigkeit.

'* Deutschland u n d England. Ter Leschallc-Verein batte aestcr» abcnö IN der Turnhalle der Höheren Mädchenschulc die erste öffentliche Borlcsiing dieses Winters veranstaltet. Nach einigen einleitenden Worten des Prot. Dr. Markcrt über die Erzeu­gung an Koble und Roheisen und den Welthandel Deutschlands, Englands und der Pereinigien Tiaatcn sprach Prot. Dr. E. Vogt über das Verhältnis Deutschlands und Englands zueinander, das ln der Wcltpolink der Gegenwart trat so ungemein große, ivenn iffcht die ausschlaggebende Rolle spielt. Er stellte die zurzeit unleugbare Besserung der »och vor kurzem io gelvannlen Be ziehuugen zwischen den beiden Nebenbuhlern icst. verhehlte aber das noch »ich, ganz geschwundene Gefühl der Unsicherheit nicht. Zum Verständnis dieser Lage Ivan er einen historischen Rückblick aui die Entwickelung beider Völler, aut die mancherlei tzcgenieiiigcn Beziehungen seit den Missionssahrtci! der Angel- sachicn ins dcntschc Land bis in die Zeit der Gegenwart mit ihrem großartigen Wettkampf, nainentlich anl wirtschaitlichen, Gebiet Er ichildcrie das Steigen von Englands Macht über die der Lpanzer. Slliederländer lind Franzolen, bis ihm in den, ciiist »der die Achsel angesehenen D eU tschlan d d e r g efäh rl schst c Gegner enoachien sei. Fn scffclndeii Ausführungen kam die clii- siige allgemeine Bewunderung und Snmvaihic rür das stolze Alvion wie der einm feit Treafchke allniählich eiilgctrcienc, haupt- iächlich in Englands ablehnendem Verhalten der deutschen Einigung gegenüber begründele Wandel der A »s ch a u u >, g c zu Hdn voller Dorslrltnng Deutschlands Eintritt in die Reihe der Kolo­nial und Seemächte, die Ablehining de» ihm durch England wiederholt ongetrogenen dauernden Bündnisse» loeckten die Emp- ffndlichkcil des bisher io ziemlich tonturrcnzlos meergeivalffgen ^nlelvolks und licn>-n in ,hn, den Glauben enntchrn, der Freund von geiler» icider" Feind von hemc. Die Spannung steigerte sich aut beiden «eilen und iührtc nachdem England de» ihm selbit am wenigsten gedeihlichen Anstoß zum Dreadnought-Bau gegeben hatte- zu de» geiätwlichen K r l s e n von 1908 und !9N. Tie Balkankrise hat zwar Teuffchland und England ein ander nähergebrachtaber Bedingung eine» weiteren s r e u n d - sch a i tl i chcn Z u iain mc n g e hen s bleibt doch, daß unsere Vettern von lenscits des Kanals anerkennen, daß wir im Inter

eise dcs Gleichgewichts der Welimächte il»d ihrer Kultur ein Mitrccht auf Beherrsch nng de» Erdballes hoben. Uni

dieses Ziel zu erreichen, ist kein blutiger Kamp, zwischen den bluisoerirandten Stationen »öttg, von dem schließlich nur Driitc

leckitc» Vorteil hätten, «ich gegenseitig zu verstehen und zu be reichern, das ist die ?l>ifgabc. die allen wahren Freunden dee Fortschritts und der Gesittung hüben und drüben erwächst.

** Studentisches Leichenbegängnis Heute morgen lvilrde die Leiche des Studierenden Richard |C»> ronib aus Gin, bsheim von de», patkologlictien Institut der UnivcrsitätSltinik nach dein Bahnlios iiberfiihrt. Oswald war Mitglied der Landsmaiinsclicift Tarmstadtia.

Etnsährig-Freiwilligen-Piüfuiig. An der in Tarmsladi abgchaltcncn Prüfung vor der Einjährig-Freiwrili- gen-Ko,»Mission beteiligten sich von Gießen Williclm Schmidt. Wilhelm Marker und Hermann Maurer, die sämtlich die Prüiuiig bcslandcu.

** BierglaSuntcrsätze mit Zählvorrichtung. Ten, Ärankenkassengehilsc» August «pltz zu ssticßcii ist voni Kaiserlichen Patenianit zu Berlin unter Nr. 591 849 der Gebrauchs- niusterlchutz iür Bierglasuntcrsäve mit Zählvorrichtung erteilt wor den. Alit dieien Bieruntersätzen ist eine neue vraklische Konkrollc ermöglicht, sowie eine iveieniliil'- Erleichterung sür den Bcdicnri, den, wie auch für den Gast geschaffen loorden.

ff ochvrobc. Wir machen ans die Kochprobc de» Wo rer P o l o T e e S, die von dem Indier Cadaraweil morgen Samstag veranstaltet wird, auimerksani. iSiehe Jnscrat.l

** Der bekannte Ausbrecher Toinsik, der dieier Tage au» dem LandeSzuckuhaus iu Marrenschloß auszu- bleihen versiichle, hat trotz schwerer Fesselung nnt der Hand eine,, Nagel au» der Bettstcllc gezogen, ihn mit den Zähnen krumm gebogen und als Dietrich benutzt. Sstachdr», er seine Handschelle auigeickilosien halle, arbeitete er aui rätselhaitc Weise die ichtveren Gitterstäbe durch. Mit dem Nagel, einem kleinen Blech und seine» rlcscustarkcn Fingern und Händen brach er dann die 50 Zenti meter starke Wand, nahezu durch Wäre der Wärter eine Viertel­stunde später gekommen, so wäre der Vogel auSgestogen geiveicn. Jetzi wird Tomsik auf da» schärfste bewacht: alle halbe Stunde, bei Tag und tziachr, ivird seine Zelle und scuic Fesselung nacki- gcsehcn.

** Uit P o st nack> Bulgarien. Die Verbindung Giur - qewoRustschuk ist wiederhergestekli. Jnsolgcdrsseii ivird die Po» für Bulgarien ivieder r«gelmäßig wie früher geieitct.

M a s s e n a u s t r a t t an» der Kirche. Au, dem so geiiamileii Winterhnnh in der Näh,- des Katzenbuckel» ist es uiiicr der cvaiigelischen Bevölkerung zu einem eigenartigen kirck' lichen Streit gckomnien. Das M'itchimd Strümpselbrunn gehört zu den bei der Kirchentriluiig Mi irühereu Kurfürstentum Pialz aus­gefallenen Gemeinden, weshalb es keine Ansprüche aui fina» zicllc 1iilterstützu»gei> vdn selic» des Kirchenfonds erheben lann und für den Kirchenbau fvivle die Erhaltaxg der Karck,' selber jvrge» muß. Ta der Obcrkircheiirat aui die Petition um eine eigene Kirche eine ausweichende Anrmoct erteilte »nd zwei we> terc Bittgesuche nicht beantwortete, haben setzt, wie die Fronki. Ztg. meldet, von den 314 evangelischen Einwohnern 310 Seelen von Weisbach dem Lberkirchenral ihren Auslrilt Nil» der evan gclischen Landeskirche angezeigl.

*' Kleine Mitteilungen Vom Gcmeindcrat zu St am IN heim ist die Erweiterung de» Wasserwerks beschloß. ien Ivorden. Tic Fricdbcrger Stadtichwcster», die bisher im Hospital wohnten, haben ihr neues Heim im Hoipital an, llfaberg bezogen. Ans Lebensüberdruß erhängte sich in N a u h , bei nt die 83jährige Witwe Ackermann. Der angebliche Raudmordüberfnll aut der Strecke Bingerbrück Ober nein hat einen unerwarteten Abichliiß erhalten. Der Hanoi beteiligte, der Eleltronionteur Schlicht, hat sich im Kranken hause, an» de»! er III den nächsten Tagen entloffen werden sollte, erhängt. In einem Briefe an die SlaatSanwaltschaff wiedru holt er nochmals, daß er einem Raubüberialle zum Opfer ge fallen sei.

Landkreis «Kiesten.

E. Rciskirchc», 27. Febr. Nächsten Sckmstag, den 28. d. SOltS. abends i-7 Uhr hält Krcisvetcrulärarzt Dr. Kncll Gießen im Saale der Gastwirlichait Gundruni hier iür die Orte Reistirchen, Burlhardsieldei, und Lindensttmd einen Borirag über den Zweck n»d die Einführung der tzerdbuckikörungen. Der Vor trag ffndel aui Beraiilaffung des .Kreisrinderzuchtvereins Gießen für Vogclsberger Vieh statt.

! Nonnenrotff, 26. Febr. Im lffcsigen Slcinbruch brach gestern an dem Gerüst, auf den, das Schienengleis liegt, ei» Holz und der daraus falircnde Rollivagen mit Steinen stürzte hinunter. Unglücklicherweise saß ge­rade mitte dieser Stelle ein Junge von 8 Jahren. Er ivurde durch die heranSfallendcn Steine am liopfe verletzt. Der fo- iort herbeigeriiieiie Arzt konnte fcststellen, daß die Verletzungen nicht erheblich ivaren.

AWiiinbcto, 26. Febr. Justin al W > nkelaus Grünbcrg erlitt einen schweren Unfall, al» er in einem Nachbarort tättg war. Er glitt auf dem Pflaster aus, stürzte und brach Untcr- arm und Hand.

A Grünbcrg, 26 Febr. Tic Eiitlaffnugsvrüiung lauf» gestern im Beisein de» Geh. -OberschulratS Bloch- Darmstadt an der Bürgerschule statt Sämtliche ll Zöglinge der Untersekunda er­hielten die cinjährig-sreiwilllge Bercchtigiing, 4 wiirden ganz, vier weitere teilweise von der mündlichen Prüfung befreit.

Kreis Büdingen.

A Büdingen. 26. Febr. Die Bürgermeister de» Kreise» Büdingen haben am 7. Marz »nier dein Vorsitze des KrciSrats in Büdingen eine Zusamiuenkiinft.

»>- Nidda, 26. Febr Als gestern nachmittag ldcr Mefferfchiniedemcifter Karl Schneider II. hier mil «(bleifarbenen beschäftigt Itrar, zersprang plötzlich der durch einen clekirischen SNolor getriebene Schleifstein. Die Stücke flogen mit furchtbarer Wucht iii_ der ganzen Werkstatt umher. Durch ein solches ivurde K Schneider am Kopf« sehr s ch iv e r verletzt, befindet sich heute aber außer Lebensgefahr.

Kreis Lautrrbnch.

G. Grebenhain, 26. Febr. Bei der heutigen B ü r - g e r m c i st e r w a h l machten von 164 Wahlberechtigten 133 Wähler von ihrem Wahlrecht «Gebrauch. Es entfielen auf den Schwiegersohn des verstorbenen Bürgermeisters Christian K c i ß n e r 35 Stimmen, auf Hch. Lind VII. 58 Stimmen lind auf Wilhelm Zulauf 40 Stimmen. ES findet somit Stichivahl zwischen Herrn Hch. Lind VII. und Wilhelni Zulaus statt.

Kreis Friedberg.

I, F r i e d b e r g. 2i>. Febr. Nach kurzem Krankenlager vi: starb in Hevvenheim Rektor S di m i b. Er war geborener Fried- bcrger und leierte im Jahre Ist» lein goldene» Lchrerjubiläum. .Kreis Wetzlar.

Steiiidorf (bei Wetzlar), 27. Febr. Bei Holz­fällarbeiten in, hiesigen Gemeindewald wurde heute der 42jährige Landwirt Peier .Heiland von einem n i c d c r st ü r z e n d e n Baume erschlagen.

Starkenburg und Rheinhessen.

Nil D a r m st a d t, 26. Febr. Die S t a d t o e r o r d n e t e n beschäftigten sich heute Mit den, Anträge der Bürgermeisterei, die ieil 6 Jahren cingelührtc B e d ü r.s II i » f r a g e aus unbcstimnttc Zeit zu verlängern. Ter sozialvolitlsche Au»schutz beantragt die Ver­längerung aus 3 Jahre, und man einigte sich schließlich dahl». da» betr. Lrirftatut aus vier Jahre zu vcelängcrn, ll Stimmen waren dagegen und 8 Stimme,, stimmte» übcrbauvt gegen jede Elniüb ruiig der Bedürsnisirage. In der Ausivrache wurde besonders über das Ucbcrhandnchinen des FlaichenbicreS in de» Fminlien Be­schwerde geführt. Tic aus dienstlichen Gründen und zur Erzie-