Lessrn-Nanau
[] ‘fli a t b u rg , 22. 5jfbr. In heimutlid)cr Erde. neben jihrer im Tod vorousgegvngencn 3®mettcr, wurde tim Sntin-
,ttjg die in Frankfurt n. 9.*l. verstorbene Schriftstellerin Eli- ^abctb Mentzel, gvb Schippet, an- Marburg beerdigt,
I! Marburg, 2?. ftcbv. kl» der dauptversninnilmig der ei m m c u t f) rt I e r Z u ck> t v er e > ll z des Reeller Marburg mürbe beichlob-n, die diesjährige Klirhejüjche Bezirls-Lierichau i» Herste!» uichl zu beichicteu, vou einer Lotaljchan in Marburg in, nackile» Jahre gleichen« abznseben. daiüe aber Vorberrilnngeu zu iiefien, das der Verein die in drei Jnlircn ln Marburg slati- bidende Kneheisifche Bezirks-Tierschau mit gutralsigcm Viel, beschicken kan»,
h, Frankfurt«. M,, 22, Febr^ Tas Befinden der bei bei, Ueberlebeuden ooui Exp l os i o n s u u g l ü ck im städtischen Elektrizitätswerk hat sich bis heute abend soiveit gebef- frri, hast begründete Hoff n u u g a u f Erhaltung des Lebens vorhanden ist, Tie Nrfaclio des Unglücks ist i,inner noch nicht aufgeklärt, Tie explodierte Turbine war erst fer tigniontiert und tvar erst ivetiige Zeit in Tätigkeit, als „„ ter fürchterlichem brachen die Ervivsivn erfolgte und di? Maschine samt Maschinenraum zerstörte, Ter schwer verunglückte Ingenieur Keller, der allein Auskunft geben iöniite, ist noch nicht vernehmungsfähig.
Der Freispruch im Mielzynski-Prozesj,
4- Me seri tz, 22. Ts-c&r.
Pi v a t Mielzvnsli ist nach zweitägiger Berhaudlmig von der AnUage der Mordes fr e i g e t'v r o che » tiitd sojort am freien Just gcjetzi worden, Ter Frestpriich hat hier graste Bcin,- digung hervorgerusen. Man hat, namentlich in polnischen Kreisen, der Verhandlung mit einer gewissen nervösen Unruhe entgegen gesehen, denn man türchtcte, daß der au iid) rein interne Bor- seit infolge fciucr Bcglcüccicheinnngen auch »ach anderer bHid) - lung anSgenätzt werden könnte,
Tie Beweisansnahine ergab keine »enen Tatsachen, Geheimer Mebizinalrar Proseisoc Tr, Lebvmann (Berlin?, der den Angcklaz len in der Charite ans seinen Geisteszustand hin beobachtete, gab in seinem Gutachten der Ueberzeugiliig Ausdruck, dast die Voraussetzungen des straiausschliestendeu >? 5k §t,G,B, nicht gegeben seien, Tic anderen Saäiverständlgen Tr, v, Ianta (Posen) und Prosessar Tr, Zinn (Berlin) stellten sich aui den Standpunkt, dast der Angeklagte sich zur Zeit der Begehung der Tat in ,einer kranlhatten Erregung besundeii Hobe? es fei möglich, dast hieier Erregnugsziistaiw Trübungen des Bewußtseins hcrvorgc- !rufcn habe in aem Maste, datz Straffreiheit einlreten müsst. Nach Schlnst der Beioeisausnohme sormulierke der Vorsitzende !die Tchuldiragen, Insgesamt wurden den Geschworenen nur -vier Fragen vorgclegt, und zwar nach Tötung in zwei Jällen, gnit der entsprechenden Ilnterfrage nach mildernden Umständen. Es feinten die Plaidohers, Ter Vertreter der Anklage, Erster Staatsanwalt Böhlefaar, kam nach Würdigung der Bcweisaus» nähme ^1 dem Ergebnis, dast der Angeklagte schuldig zu sprechen sei. Es liege zweifellos Totschlag vor, wenn auch zuzugeben fei, hast die ganze Situation für den Angeklagten entlastend gewesen sei. Er stelle daher anheim, dem Angeklagten mildernde Umstände zu bewilligen. Als erster Verteidiger sprach Iusttjiat Iarecki (Posen), Er bat IN zweistündigen Ausführungen die Geschworenen, sich die Motive der Tat vor die Augen zu stellen, 'Tein Angeklagten sei zu .glauben, dast er beim Anblick des ehebrecheriichen Paares in äusterste Erregung geriet? man könne
ferner mit Sichcrheri anuehmen, «c Erregung ihn völlig seiner Sinne beraubte, so dast er im Zuswnd der Strassraheu
bandelte, Tie Geschworenen zogen sich hierauf in das Berarungs- zimmer zurück. Nachdem die Geschworenen wieder erschienen waren, verkündete deren Obmann als Wahrivruch „nicht sckmldig".
Der Grat Nahm den Spruch ohne sichtbare Erregung entgegen. Viel bemerkt wurde es. dast der Vertreter der Anklage noch dem Jreiipruch an den Grafen herontrat und ihm die izand reichte. Graf Mielzynsli begab sich mit seinen Verteidigern ins Hotel, wo er einige Erfrischungen zu sich nahm. Tann reiste er aus die Besitzung seiner Bruders Gut Köbnix.
Cristlclnnnhrt.
I o h a it n i § t fj a 1, 22 t>cbr. Der Flieger Bre i tbell. der beule nachmittag \\i Et.iv£* imb ftitruenvliifleu anfgesiiegen iuar, ftiirgre bald daran' auS etwa 100 Aleter vörze ab und brach einen Arm. Er wurde iud Krankenhaus gebracht. Sei l Apparat wurde zerlrünnnert. Breitbe'l war ungefähr 10 Akinuten geflogen und batte schon mehrere Kurven »nid Gleitfliigc auSgesubrt, da wurde .er, wie er sagt, bei einem v'leitstuae von einem Schwindel dealten. verlor die Gewalt über die viaschine und stürzte fcitfrccljt zu Boden.
vermischte«.
- „T i e Wahrheit über Salvarsan," Im „Brest. General-Anzeiger" crgreiil der berühmte Termataloge Geh. Mcdi- tinalrat Prof. Tr. Albert N c i st c r - Brcstnn in einem längere» Artikel das Wort zur Satvarianfrage, Tie Ausführungen des Breslauer Forschers, die eine gtünzende Nectuiertigung der Ehrlich- lenen Entdeckung darstelien, haben um so grösteres Interesse, als hier zum ersten Male ein Syphitisiorschcr von Weltruf öüeutlich aus das viel erörterte Problem eingebt. Gtheimrai Neister betont bar allem, hast in dem sog. Kämme »nt das Salbarfan ans der einen Seite io ziemlich alle Kliniker und Spezialärzte der ganzen Welt stehen, während nur ein kleines ldäufche» von Aerzte» tich zur gegnerüchen .Haltung bekenne. Es bestehe kein Zweifel darüber, dast das Salbarfan von ausgezeichneter Heilkraft gegen die Syphi lis sei nnb Heilerfolge herbeilühren könne, die inan früher mit Cucttiilber allein nicht erreichen ionntr, Neister und mit ihm alte deutschen und ausländischen Kliniker würden es, >o heißt es wörtlich, int Interesse der Menschheit iür ein Unglück und für einen bedeutenden Rückschritt halten, wen» man beriuchen sollte, das Ealvarsan aus der Stzphilis-Behandlung auszuschliesten, ES sei richtig, dast das Mittel vereinzelt Todesfälle beranlastt habe, doch sei dies in erster Linie nur in der ersten Zeit vorgetommen, als man Itoch nicht >o genau wie jetzt über
die Dosis und die Methodik unterrichtet toar,
Neister stell! jedoch die Frage, ob man durch solche gan; vereinzelten Fälle Tausenden und Abertausende», drin ganzen Volke, die Wohltat, die dos Tatvarsan in der ShbhilisbekSmpsung niit sich bringe, entziehen solle, um eine winzige Minderheit zu schützen,
* Schwere U u lv e t t e r k a t a st r o p h e. n werden aus ganz Spanien gemeldet, besonders Mittel-, Nord- und Westspauien sind schwer betroffen. Die telegraphischen tuid telephonischen Berbindimgcn sind fast überall gestört. Auch Schisssunfälle werden befürchtet. In Bilbao sind eine Anzahl Menschen während des Schlafes durch den Einsturz von Testen verwundet morden, Auch der Eisenbahnverkehr hat Störungen erlitten.
QattdeL
— Ha »i> elsregister. Zu das Handelsregister Abi, < ?tr, «4 wrncde heule bezüglich der Firma .21. I. Tröste r" in Butzbach solgender Eintrag vollzogen: Ter Inhaber der Firma §. Tröster» hat feinem Sohne, dem Jngeuieltr Wilhelm Tröster, Prokllra erteilt.
'" Amllicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gie tz en, Wetler-ussichtei, in hefse» am Tieuslag, den ?ä, Febr, ISN.
Vortviegeud , völlig, keine erheblichen Lliederschläge, etlvas kühler, westliche Winde.
Letzte nad)rict)teu.
Kein Rücktritt der deutschen M i l i t ä r in i s s i o n a u S K o n st a ii t i n o p e l.
Berlin, 2ll. Febr. Teilt Berliner „Lokalanzeigcr" wird aus Konstautiuopel über die deutsche Militärmission telegraphiert? Ich habe soeben Gelegenheit, eine hochgestellte türkische militärische Persönlichkeit über dieMilitär- inission zu sprecstel,, Tiefe autorisiert mich, allen Gerüchten mit Enitchiedenheit zu widersprechen, tvelche von einer 2lv- bernsung der deutschen Millttirmissioil sprechen. Die türkische Persönlichkeit erklärle weiter? Was Oberst v, Strem pel anbetrifft, so sind tvir bei seiner Freundschaft für uns sicher, daß er nach Ablauf seines Urlaubs zu uns zurückkehrt,
G r ü >, d ii n g einer d e u t f ch e n w e l t lv i r t - f ch a f t li che ii G e s e l l s ch a s t.
Berlin, 23. Febr, Rach einem Bericht des vormaligen Präsidenten des statiftischen Amtes erfolgte gestern die Gründung der deutsche» tveltwirtschastlicheii Gesellschaft,
Slt h en, 2?l, Febr, Eiu königlicher Erlast erteilt allen B u 1 -1 a reit, die an politischen Verbrechen lvährend der beiden letzten Jahre beteiligt waren, b o l l e A lll ll e st i e. Ter Strasnachlatz u-irb auch auf die Verbrechen ansgedehllt, die ans dem nationalen Gegensatz in Mazedonien entsprungen sind.
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