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erichtint täglich, «uf»<r Sonntags. SSeHagfn: viermal rvöchentlich OletzenerL««r>»eubIatt»r;

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,-r.ienslag »ndKreiiagi; zivettnal msnatl. kaub- »ntlchafUicheStirfiag«, Feeiiivrech - Auschlütis; !>5r die Redaktion 112, r-ertag ii. Expedition Bl Adrest« «it Depeschen: «ojel«tr «ieheu. aiaa^iM van Anzeigen lür die Tagesnunmier bis oormülago 9 Uhr.

Erster Blatt

164. Jahrgang

GiehenerAnzei

General-Anzeiger für Oberhessen

Zamrtag. 21. Zebruar 1914

Beznaövecttz:

monatlich 75 ©tnetiel* jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich So Pi.; durch die Post AL. 2. viertel« jahrl. ausschl. Besteüg. ZeilenvrciS; lokal löPs, auswärts 20 Piennia. Chesredakteur: A Goey. Berautwortlich lür öei« polit. Teil: Aug. Goetz; lür .Feuilleton", .Ver­mischtes" »nd.Gcrichts- iaal": Karl Neurath; lür .Stadt und Laad":

Hotntieits&ratf nnö Verlag &tr vrSHI'schr« Univ.-Vilch- nnö Stenrtraderei B. fange. Rfiaftion, «Zrpcbition nnb Drutferci: Schnlftratze 7. anjetgnueii: &!'»**

Die heutige Nummer umfaßt 2V Seilen.

Tageskalender au» dem Fahre 1814.

81. Februar; Tic Berbiindetcn ziehen ihre sämtlichen Truppen bei Trohes zusammen.

politische wochenscha».

Gießen, 21. Febr.

In wenigen Tagen soll cs sich entscheiden, ob all die | Mi he und Arbeit unserer hessischen parlamentarischen .Körperschaften, die Gehälter der Beamten und Lehrer zeit gemäß zu regeln, umsonst gewesen ist, oder ob der Gegen­satz zwischen erster und zweiter Kammer ausgeglichen wer­den kann. Wir haben gestern berichtet, daß der Finanz­ausschuß der zweiten Kainmer in seiner Sitzung am Ton- ncrstag rntjt den früheren Beschlüssen der Kainmer, die | bekanntlich im Dezember v. I gesagt worden sind, b e lharrt hat. Die ztveite Kammer hat angesichts der gün­stigeren Gestaltung der Staatsfinanzen den unteren und mittleren Beamten gegenüber eine etwas osfenerc Band -gezeigt als die Regierung, manchen Beamten kleine Er lHöhungen ihrer in der Regierungsvorlage festgesetzten Be­züge zugebilligt, besonders aber die Boltsjchullchrer besser bedacht, so daß für diese nach den Beschlüssen der zweiten uKanimer ini ganzen etwa 190 000 Mark mehr aufgc,endet I llvcrden sollen, als die Vorlage angesetzt hatte. Tie erste ^Kammer, deren gedruckten Dusschußbericht wir »or einigen Tagen seinem hauptsächlichen Inhalt nach wiedergegebcn haben, hat die erhöhten Zuwendungen gestrichen und den Grundsatz der Sparsamkeit den anderen Erwägunge» voran ; gestellt. Ueber die ersten Schwierigkeiten, die das Gesctzes- iverk bedroht hatten, nämlich die Einigung über die Unter­schiede von Stadt und Land, die Frage des Wohnnngs-- geldea usw., sind wir glücklich hinaus; gegen das Ende geht es nun noch an ein unerquickliches Feilschen und Bandeln.

Wir glauben, daß der Ausschuß der zweiten Kammer aus dem rechten Wege sich befand, als er die Einwendungen des anderen Bauscs im wesentlichen abivies. Rach unver­bürgten Privatnachrichtcn sollen übrigens maßgebende Mit- ! glieder der ersten Kammer ihren Standpunkt geändert haben i innd zum Entgegenkommen bereit sein. Daß die Finanzlage ! lgünstigcr geivvrden ist, hat Finanzminister Braun kürzlich ! -eingehend dürgelegt; cs ist also billig, daß auch die Beamten und Lehrer cttvas davon profitieren. Ter all gemeine Wunsch des Landes ist es, daß nun endlich cininol <>was Ganzes und Fertiges gesckzassen, und daß künftigen Klagen die Berechtigung abgeschnitten werde. Es ist wahr, "die erste Kammer hat gerade in Finanzfragen am Ende der Aera Gnauth Weitblick und eine geschickte Führung gezeigt; sie hat die Stcuetkräfte des Volkes mit Erfolg zu jcbouen gesucht. Beute, beim Besoldungsgesetz aber, zeigt I die erste Kammer wohl einen nicht völlig' berechtigten Pessimismus. Ter Reiorveionds I aus den lleberschüssen der ! Boranjchläge ist auf 9'/» Millionen Mark augewachseu, ei» iveitcrcr Reservefonds, der Ucberschüsse aus den Eficn-- bahneinnahmen faßt, zählt ebenjalls 3 Millionen Mark. Eine Möglichkeit, die Beamten und Lehrer in der von der zweiten Kammer geforderten Weise zu besolden, ist also vorhanden. Es fragt sich nur, ob denn die zweite Kammer wirklich unbegründete Mehrsordcrnngcn er­hoben Hai.

Aus dem gestrigen Bericht des Finanzausschusses der zivcitcn Kammer war nochmals das Vorgehen der ersten Kammer zu überblicken. Sie hatte die Mehrzuwendungen

an die unteren und mittleren Beamten gestrichen, für ein­zelne Klassen der höheren Bcamicn Kibehrbeträgc eingesetzt. Schwerwiegende und großzügige Entschließungen waren das nicht geivesen, denn cs handelte sich um kleine Beträge. Sv Hai denn auch der Ausschuß der zweiten Kämmet beispiels­weise ohne weiteres seine Zustimmung dazu gegeben, daß die außerordentlichen Professoren in ihrem Endgchalt 150 Mark mehr erhalten als noch den Beschlüssen der zweiten Kammer. Tic Bauptcrörtrrungcn drelzen sich ui» die Gehälter der Lolksschullehrcr. In solchen Fragen hat die erste Kammer de» Vorzug einer größeren Unabhängigkeit; sic bclundet mit einer rücksichtslosen Entschiedenheit ihren Standpunkt, wahrend die Parteicrkorcnen der zweiten Kammer nach den Dahierwünsche,, fragen müssen. Mit ihre» statistischen Be­weisen und Vergleichungen gegenüber anderen Bundes­staaten ist indessen die erste Kammer nicht ganz gerecht vorgegangen. Tie Lehrer haben in ihren Agitationsschriften Gegenbeweise angetreten. Tic Frage der Schulleitung sei in Preußen ganz anders geregelt ivic in Hessen» mit den Funkiions- und Ortszulagen sei cs in Preußen besser bestellt als bei uns, und die Gegenüberstellung der Gesamtbezüge eines hessische» und eines preußischen Lehrers bis zum 60. Lebensjahre gebe ei» falsches Bild der latsächlichcn Verhältnisse. Außerdem werde in Preußen, im Hinblick aus die Besserstellung der Assistenten, mit einer Besotduiigo reform sür die Lehrer gerechnet. ES ist uns natürlich nicht möglich, vollständig in die Materie cinzudringen, sonst würden ivir, wie die neueste Nummer desSclnilboien", viele Spalten fiillen müssen. Ein charakteristisches Beweis­mittel der ersten Kammer aber wollen wir doch hcraus- greifcn. In ihrem Ausschußbericht heißt es;

Vergleicht man die Gehalte der Bolksschullchrcr mit denen der Staatsbeamten seit dem Jahre 1896, so ergibt sich, daß die PollSschuUehrcr in ihren Bezügen seit t896 bis zur Regie­rung L v o r l a g t um 72 Prozent verbessert wurden, während die Regierungsvorlage sür die Ansscher und Diener nur eine Verbesserung von 30,69 Prozent, sür die mittleren Beamten eine solche von 22 Prozent, sür die akademischen Lolalbeamten 20,50, sür die Vortragenden Räte, Ober-Landesgerichts röte usw. 13,89 Prozent und sür die Ministerialräte nur 15,20 Prozent gegenüber dem Gesetze von 1898 Vorsicht; nach den Beschlüssen der Z tv e i t c n Kammer in Truchache Nr. 4(i.'> würden diese Verbesserungen betragen sür die 'Autseher, Diener lind Wärter 35 Prozent, für die mittleren Bcanite» 22,57 Prozent, sür die akademischen Lolal­beamten 2.5,83 Prozent, für die Vortragenden Räte, Ober-Landes gericknscäte 21,53 Prozent und für die Ministerialräte 15,78 Prot., während die Gehaltssteigerung der Polksschulle,hrer, wie sie von der Zweite» Kammer peschloncn worden ist -1:300 vis 38t,0 Ml. . eine Ausbesserung von 95,45 Prozent bedeuten würde."

Hiergegen kann inan zweifellos mit bestem Rechte geltend machen, daß gerade die Ansprüche an Schule und Volksbil­dung in den letzten 20 Jahren gestiegen find und- auch in Znlnnit noch gesteigert werden sollen. Wir wollen doch die Zustände nicht mehr zurückwünschen, wo der Landlehrer ans !reiivilligc Spenden und Zuwendungen der Bauern ange wiesen war. Ma» trage den Lchrcrwünschcn Rechnung und gehe sonach daran, die Aniorderungeil in Bezug ans Vor­bildung, die an diesen für das ganze Volk bedeutungsvollen Berns gestellt werden müssen, zeitgemäß ailszugestalten. Ende der kommenden Woche soll die Entscheidung falten. Wir glauben, daß die beiden Kammern sich einigen werden, denn es muß ja aucl, in Ansatz gebracht werden, daß die Regic- rnngsvorlagc fiir die Lehrer eine.Böchstpcnsion von 100 Pro­zent vorsah, während die zweite und die erste Kammer diesen Satz aus 85 Prozent hcrabgemindcrt haben.

Ter R c i ch s t a g hat dem Justiztwranschlag vier Tage ge- lvidmct, zahlreiche Prozesse der letztet, Zeit bcsprockp-n und lritijiert und lventg ist dabei hcrausgckvmmcn. Am inter-

ejsantestcn ivar, was aus dem »ationallibcrale» 'Antrag auf Beschleunigung und Vcrcinhcittichung der Rechtspflege wer­den würde. Er fiel sang- und klanglos unter den Tisch, da, wie Staatssekretär Tr. Lisco erklärte,das wirklich geeignete Mittel nocki nicht gefunden sei". Tann wurde viel von Schmutz und Schund ,n Literatur und Kunst geredet, und die beiden Antipoden auf der künstlerischen Weltkugel, Tr. Oertel und Tr. Müller Meiningen, hielten ihre charakteristischen 'Ansprachen. Durch den neuen Gesetzentwurf zum Schutze der Jugend gegen sittliche Gefährdung, habe» diese zum Teil gegensätzliche» Auffassungen ivieder ein lautes Echo bekom­men. Tic Klagen über zunehmende »nsittlichkeit haben' ja zu gleicher Zeit auch das preußische Abgeordnetenhaus sehr lebhaft bewegt. Wir hossen, daß durch den neuen Entwirrf, der gestern an dieser Stelle besprochen ivordcn ist, einiges gute erreicht werden kann. Freilich würde Tr. Lisco auch hier lagen können, das wirklich geeignete Mittel sei noch nicht ge­sunden, umdie Menschen zu bessern ioid zu belehren". In­dessen. so überzeugend uns ein Rückblick in die Geschichte be­lehrt, daß frühere Zeitalter in gleichem Maße, vielfach noch abscheulicher, durch Unsittlichlcit verunziert waren, sv not­wendig und selbstverständlich ist cs, daß in unserer Zeit der Bücher und Trucksachen altes literarische Unkraut aubgesätet werde, was die Jugend vergistcn könnte. Mit grotzein 'Aach druck muß aber vor polizeilichem Banausciituni gewarnt iverdcn. Das beste Mittel, auf die Jngend veredelnd cin- zuwirkc», ist, sic Positiv zu bilden, in dem reichen und vielfarbigen Getriebe des Lebens ihr die hohen und unvergänglichen Güter erkciintiich zu machen, das Jola» schc laisser passer la bßtise ihr zu erleichtern, nicht durch Scheuklappen, sondern durch Bildung des Geschmacks. TaS ist erst rechtes sittliches Verdienst, wenn man durch die Lockungen der Untugend ungefährdet seine Bahn wandelt. Ter Staat hat freilich die Pflicht, diese Lockungen der Un­tugend in den crsorderlichen Grenzen zu halten, daß sie unsere Wege nicht Überschwemmen. Er darf dabei nicht kletnlirü versahrcn und z. B. i»i Kampfe gegen die Nackt­heit nicht die Menschenwürde und die Ziele der Kunst ver­stümmeln. Sonst wird weit mehr Schaden als Nutzen Mi» gerichtet.

Die Rrichstagsfiichvahl in Zerichow.

Magdeburg, 20. Fcbr. >Amtlich.) In der Reichs­tags Stichwahl erhielten von 31884 Wahlberechtigten Schiele (Kons.) 16 625«, Haupt Soz.s 15251) Stimmen.

Bei der Bauptwahl am 10. Februar halte Schiele 12089, Kobelt (Fortschrittler) 6909, .Haupt 12 667 Stimmen erhallen.

Ter konservative siegreiche Kandidat hat 4536 Stimmen mehr als bei dcr, ersten Wahl, der Sozialdemokrat nur ein Mehr von 2592 Stimmen erhalten. Trotzdem die Fortschritt­liche Volksvartei darauf hingewiescn hatte, daß durch einen konservativen Sieg die Mehrhcitsverhältnisse im Reichstag zu ungunsteil der Linken verändert würden, hat der größte Teil der liberalen Wähler, nicht nur den Sozialdemokraten nicht gewählt, sondern für den Konservativen gestimmt.

Dentsclies Reick.

Ter Kaiser ist Freitag abend um 10.4.5 Uhr, von Kärlchmhc kommend, auf dem Potsdamer Bahnhos in Berlin cingetroffcn.

Die zwei übersah r c n c n Z c n t r umsnbge - ordneten. TieB. Z." meldet aus Berlin; Ter Rcichs- tagsabgeordncte Puetz wurde ans den, Krankenhausc ent lassen. Das Befinden des Abg. .Bebel I>ai sich derart gc- bcssert, daß seine baldige Genesung in Aussicht steht.

Gictzener Stadttheater.

Gießen, 20. Fcbr. Schneider Wibbel.

Schneider Wibbel" hat in der letzten Spielzeit überall viel von na, reden gemacht. Eine ganze Reihe von vorbildlich.'!! Bühnen führt ihn ständig aut dem Spielvlan, da sich die Komödie einen Erjolg errungen hat, wie wenige ihres Schlages.

Auch die benNgc Erstauiinbrung m Gießen bedeutete einen vollen Eriolg. Es ist keine mit tiefgründigen Tendenzen gespickte und von ichweiwiegendcn El>araktcrcn dm'chgeisügtc Komödie, die tick» da adrollt: nur ein harinloscr Scherz gibt den Vorwurt, ein rechter Fastnachtsscherz, der noch nicht einmal den Stempel der Wahrscheinlichkeit in iick« trägt. Und dock bat .Bans M ü I l c r - Schlösicr sein an sich bescheidenes^Werkchen durch die künst­lerische, technische Behandlung des Stoffes außerordentlich »mrk- iam gemacht, indem er die Spannung während der iüm Bilder iininer wieder durch lustige Einsülle zu beleben weiß.

Ter Jnbalt ist in ivenigen Worten wiedcr'gcgcbcn; Schneider­meister Wibbel Ign sich in der Trimkenhcht eine Maiestätsbclei- digung .zu schulden komme» lassen und soll dasür vier Wochen ins GesÄignis. Ihn »ein Gcsä»äii nicht zu schädigen, schickt er mit seinen Papieren an seiner Stelle einen der Gesellen in den 'Arrest. Während er sich selbst derweil Tag und Nacht in einem Kämmer­lein verbirgt, stirbt der Gesell und mit vielen Ehren trägt nian den vermeintlichen Schneidermeister zu Grabe. Wibbel vcrän dert sein Aeußercs Ultd gibt sich, als matl iltt» erwischt, ols sein eigener Bruder und Bräutigam seiner Frau aus.

Tab sich das Publikum so treitlich bei der Komödie amti tieric. das ist tiicht dem Stuck allein, sondern auch zum guten Teil der vorzüglickten Ausführung zuzusckrciben. Ter Schneider Meister AMon Wibbel, die furchtsame, spindeldürre Schneider seele der guten alten Zeit, wurde von Ludwig (grosser prachtvoll wiedergegebcn. 'Als Großmaul hinter dein Schovven, ivic als Baicnherz in der Geiahr war er naMrgetren und hüstle sich vor Uebertrcibuirgen. die gar leicht aus der Komödie eine Posse gemacht hätten. Rein menschlich Ivar sein Spiel in dem Augenblick, als er sein eigenes Leichenbegängnis sah. Fm. seine Frau, wurde von Else Jüngling dargcstcllt, die sich dem Osteßener Publikum als alte Bekannte, aber », einem neuen, älteren Fache vorstclltc. Sic svieltc als Gast, um m dcr^kom- menden Spielzeit wieder als Mitglied in de» Verband des -tadl tbeater« ein,»treten. Das Bild, dos iic von der Frau e-ckne'der- meister Wibbel entlvari, zeugte von einer gerelste» Künstler- schast Sic war eine kernige Meisterin, die allen Lebenslagen geivachsen ijt, auch vor Listen nicht zurkickschreckt undeben­

em sti'cnges Regiment im Hause führt. Nach der lnutigcn istung wird die Künstlerin in ihrem neiicn Fache für das cater nur eiiicn Gewinn bedeuten.

Tie übrigen Rollen ioaren weniger brmerkcnSwert an Ge­st und Größe' doch auch iic wurden zumteil recht gut gegeben, sonders zeichnete ii» Haus Grosser-Braun als verliebter d eßl,listiger Schneidergesellr. Walter Tworkowskl als ge- :»ger Polizist. Karl Volck als ehrsamer Knivverlmg lind idoll Goll als schnapskundiger Hausierer aus.

5"ie Reaie (Herr T w v r k o w s k i> hatte sür ein slottes Tempo oral io daß sich das Ganze leicht und flüssig, dem Smn des rwilrsö entsprechend, abspielte. Tic Bühnenbilder waren ge- lig und wirkungsvoll. Das Theater war gut bc,ucht. das P»- kum sehr beifallsfreudig. v K. B.

Dcutick» c O ri» o ko s o r s ch u n g S rc ise. Wohl keine Itsche Forschungsreise dürste so sehr die volle Billigung der ,en Gelehrten und erster Perlonlichkeitcii des oistntlichcn Le­is in ganz Teutschland gefunden haben, wie cs Mit dem deut­en Orinoko Forschungsuniernebmcn der Fallt, denen ous-

irlicher und sachuiäuniich durchgearbcltetcr Plan uns vorliegt: bandelt sich sowohl lim die wirtichastlichc als auch winenichott- ie Eriorschuna ii, oeulsch-untioualem «inne des zukunslSreickwN iczolaniichen Guayana, südlich des Ormoco, ,m chemalige» Ilschen Wclfcrlad"-Ve»k,ucla. äer Leiter ,»> der Siidamerika- rickicr Tr. Siegiricd Benignus (Berlin!,, der besonders durch ue WerkeIn Ehile. Patagonien und aus Fciicrland" bekannt oorden ist," und der sich bereits unbesttcilbare Pcrdienstc um > Teutschtum uiid die südamerikanüchc Forschung erworben i Tie wissenschostlichcii Begleiter Geologe, Botaniker, Gco- mli^ Zoologe - werden von ersten Fachleuten ausgcwöhlt und -bürgen ein hannonischcs Zusammenarbeiten mit dem Leiter, ist zu betonen, daß seil Jahre» alle Möglichkeiten des Ge- a-n» der Fofichungsreise icislichsl durck^cvrust worden sind, c venezolanische Regierung sowie auch die brasilianische bringen Beonignus und seiner Forichungsrcise besonderes Wohlwollen d Vertrauen entgegen und ivcrden jedivedc moralisck» Untcr- tzung gewähre». Für die 2- bis 2fi.,ährige Tauer des Untcr- miens ist von Sachverständigen ein Kostenanschlag von 500000 ark ausgearbeilet. Das dari nicht zu hoch erscheinen, wenn ,ii bede'nlt. daß die letzte, 1>5 Jahre dauernde Teutsch-Neu- luea-Erpcdilion. auch mit 5 Europäern und materiell sehr ch von den deutschen Behörden unterstützt, über .500 000 Mk. ilichte. Lorützendcr des Komitees: Geh. Reg.-Rat Prot. Tr. »ische. l. Vizepräsident des Reichstages; stellvertretender Vor­

sitzender Geh. Bcrgrat Prof. Tr. Beyschlag, Tirektor der.königl. geologischen Landesanstalt; Schatznieiitrc Julius Bcllmanu, Ti­rektor der.Kolonialbank (Berlin).

Wertvolle Funde a u s der Karolingcrzcit und kürzlich, wie aus Montpellier berichtet wird, bei der Ab­tragung der Markthalle der Stadt gemacht worden. Man stieß in einer Tiefe von 0 Metern auf die Fundanientc der srühgoiischeir und romanische» Kirchenbautcn, die sich früher an dieser Stätte erhoben und fand iin weiteren Verlause der Ausgrabungen eiip' ganze Reihe interessanter Skulpturen des 10. Jahrhunderts, die in ihrem Stil »ehr deutlich ausgeprägt alle Eigentümlichkeiten der karolingischen Kinistepochc ausweiscn. Tie entdeckten Orna­mente und 2lrchitckturtcile stimmen in der Art ihres Schmuckes mit den Verzierungen des Grabmales des heiligen Ouintin von Saint-Guilhem du-Descrt überein. Es handelt rich im wesent­lichen um Uebcrrestc aus der alten Magdolenenttrche und der Kirche von Notre Tame des Tables. die 1216 die Glätte eines Konzilcs war. Tie von der archäologischen Gesellschaft von Mont­pellier geführten Ausgrabungen werden fortgesetzt: es besteht der Plan, die Fundamente und Altertümer an ihrer Stelle zu er­halten und gleichsam einu utcrirdi sches Musenm" zu schassen, das in seinen Gewölben auch die Taminluugen altrömi- schcr Kunstgegcnstände ausninimt. ,

Dic Stimmgabel im Dienste der ärztlichen Tiagnostil. Ein englischer 'Arzt Tr. James Eantlic l»at. wie im Athenäum berichtet wird, eine Methode auöjtjebttbct, durch die die Stimmgabel im Zusammenhang »nt dem -tethosloo sür die Untersuchung tieser liegender Organe des Körpers verwendet werde» kann. Tie Gabel wird IN Schwingungen versetzt und dann mit dem Fuß auf den Körper geßcllt und über die Baut iortbr- wegt. wodurch ein To» cntlstebt. Ticier Ton, der ani das Stetho­skop übcrttagen Ivird, ist verschieden nach der Dichtigkeit der Or­gane, über die die Stimmgabel geführt wird. So können nicht nur die genauen Grenze» eines Organis aus das eraktest» be­stimmt Iverden, sondern die sonst so,»chlnierige Untersuchung ge­wisser Organe und die genaue Feststellung bestimmter Krank­heiten Ivird überhaupt erleichtert. Tie Lage von Verletzungen läßt »ich nach den Tonverschiedenheiten der Stimmgabel angcbcu und ebenso die Veränderung mancher der Organe. So läßt sich z. B. beweisen, daß die Töne, die durch ein» Fcttleber hervor. gerufen Iverden, ganz verschieden von denen sind, die bei einer normalen Leber anklingen.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wisscn-- » ch a i t Tie Weltausstellung für Buchgewerbe und Graphik in Leipzig 1914 wird bestimmt am 6. Mai eröffnet.