Jl«$ dem Seschästrbericht öcs Grotzy yau;- und Stoatscrdiios für dos Jahr 19|3.
Aus der ständig ^zunehmenden Benutzung der Bestände des ■V'clU'? und ScaatsarchivS. io erfreulich sie in» übrigen «t cnvuchie» neuerdings der Archivverwaltung immer größere ^schwrcrigkeiten bei der Unterbringung ihrer Beamten und der Anttzvbenutzer, Diesem Ilebclstand ist cinstweUen bis zur z-chaf- tung neuzeitlich eingerichteter Archivräume durch die im Oktober D. I erfolgte Ueherweisung einiger Zimmer im nördlichen I.eilc des Hoiiagdamls abgebolien Wort«», die zu Arbcitsräumcn >ür einen Teil der Beamten hrrgerichtct lind.
Die Benutzung des Archivs hat sich auch im Jahre 1U1Ü weiter gesteigert Tie Zahl der Einläufe ist von 2628 auf 3068 gestiegen An Archiv,teile haben >013 benutzt 266 Benutzer an 248Ü Tage». Tie entsprechenden )lahlen lauteten 1912: 228 Benutzer und 2367 Tage. Schri,flick, oder durch Versendung erledigt wurden zusammen 70.5 Anträge (i. B. 589), und zwar 212, die praktische, und 493. die witzenichattlichc Zwecke verfolgten, Don wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Archivbcamten sind in diesem Jahre nur zu nennen die vom Haus- und Staais- archivar herausgegebene l, Hälfte der , .Inner nun der evangelischen Pfarrarchivc im Graßhcrzaglum Hessen" und der von demselben Herausgeber besorgte Band IX der neuen Folge des „Archivs für hessische Geschichte und Altcrtuinskunde",
Tic Arbeiten der U r k u n d e n pf l e g e, die der Leitung der Großb, Archivdircltion unterstellt sind, haben im Z-Kre 1913 rüstigen Fortgang genommen, Tie Verzeichnung der evangelischen Bsarrarchwe nähert sich ihrem (5nde: von den insgesamt 953 Gern eiudearchrven des Landes sind 1913 182 verzeichnet und über- liesert worden,'gegen 55 im Vorjahre: weitere 98 send verzeichnet ■mib «erden in der nächsten Zeit überliefert werden, so daß mehr als ein Drittel als erledigt gelten kann, An weiteres Drittel der kleinen Llrchive hosst die Archivverwaltung im Fahre 1914 zu erledigen, so daß in absehbarer Zeit mit dem 'Abschluß des großen Werkes gerechnet werden darf, Aehnlich wie die Verzeichnisse der Pfarrarchivc sollen auch die der ttzemeindcarchivc im Druck erscheinen,
». 1
Aus Stadt und Land.
Gießen. 18. Februar 1914.
** Befitztvechfel, Tas Anlvesen des Sattlermeistcrs Heinrich Schlemm, Marklstraße 14, ging im Wege des Zwanqsverkauss an den Stadtverordneten Sinn für 13000 Mk, über. Das Grundstück war mit 20 000 Mk, geschützt und ist mit 22000 Mk, .Hypotheken belastet gewesen, *’’■ Der falsche Tausendmarkschein, Aus Darni- stadt wurde i» der vorigen Woche gemeldet, nach einer Mitteilung des Amtsgerichts Groß-Gerau sei von einem Unbekannten in 3! au beim ei» falscher Taulendmarkschcin in Verkehr gebracht worden. Wie wir ersahrcn, verhält sich die Sack« wesentlich anders: Ein Herr aus Nauheim hatte bei dem Kanzlcirat Herbert in Groß-Gerau einen lausendmarkicbein in Zahlung gegeben. dessen Papier rauher war als cs sonst zu sein pflegt. Der Schein wurde zunächst der Bczirkssparkasse vorgelegt, lvelckst seststellic, daß das Papier tatsächlich rauher und auch der Schein selbst 2 Millimeter länger war als andere Scheine, Gesetzlicher Vorschrift gemäß wurde der Inhaber des Scheins vro- wkollansch vernmmnen mid das Protokoll mit dem Schein dem Großb Amtsgericht übersandt Dieses legte die Akten der Großb Staatsanwaltschast Darmstadt vor, der Tauscndmarkichciii kam aut dir Reichsbank und diese bestätigte dessen Echtheit trotz des Untersckiiedes in der Länge
** Di e Lehrzeit der Verkäufe rinnen hat bis heute »och keine gesetzliche Regclnna gefunden, Die Folge davon ist e„, unersreuliätztz Zustand, der Tür beide Teile, für die Gcschästs- inhaber wie für die V-ttkäuierinnen selbst, viele Schädigungen mit sich gebracht hat. Um hierin Wandel zn schaifcn, ist es dringend notwendig, daß beide Beteiligten zur Selbsthilfe greisen und aut Grund eines Lehrvertrages eine mindestens zweijährige Lehrzeit sestkegcn, die der Berkäuscnn nebst dem Besuch der Kauffn, Fori- bildungsschnlc die nölige Grundlage gewährleisten muß, um im Berus vorwirts zu kommen. Andererseits werden dadurch dem stauffnannsstand tüchtige w-iblichc Kräfte sür den Verkauf Iwran- gebildet, an denen beute großer Mangel herrscht. Außerdem ist es den Geschäftsinhabern dringend z» raten, nur solche Mädchen als weibliche Lehrlinge cinjuft-. 1’eit, die eine abgeschlossene Schulbildung besitzen und in den kaufnrännischen Fächern, ivie Deutsch, Rechnen und Schreiben, mindestens die Note „gut" im Abgangs zeugnis Izabe», Dadurch wird aui ersten dein Eindringen solcher Elemente gesteuert. die nicht in den kaurmännisckten Berut passen Andererseits ist den Lehrstellen suchenden Mädckien zu raten, sich an die Bernisberatungsslrllen oder an Ken Kaufmännischen Br cin sür werblick»' Angestellte ilsrer Stadt zn wmdcn, da sic bier die sür die Ausbildung lwn Lehrlingen insbesondere in Betracht kommenden Geschälte ersahrcn können.
** Evang, Arbeiterverein, In der letzten Sitzung wurde die Neuwahl des Vorstandes vorgeuommen, D-r Vorstand besteht ans Oberbibß, tbeiär Dr, Heuser <1, Vorsitzender,, Straßemvart Karl Deels er 12, Vorsitzender,, Psorrer Ausfeld lvrotokollierendcr Sckfrrffiübrec), D, Kirchner lkorresvon dierender Schriltführer', K Müller (Rechner), K Graulich (Bibliothekar,, A, Göbel IKontrvlleur) und 10 Beisitzern, — Ter Mittelrheinische Verband Evang, Arbeitervereine hält am 1. März 191 l in Höchst a M eine Tagung ab.
** Empsindli che Postpakete. Paketen mit empfindlichem Inhalt läßt die Reichspost besondere Sorgfalt angedeibcn. So ist setzt den Postanstalten durch das Reichspostamt von neuem dringend zur Pflicht gemacht worden, Pakete mit lebenden Tieren, Zigarren, Eiern uiw, schonend zu behandeln, damit ihr Inhalt nicht beschädigt wird, Tie Llufsschtsbeamten sind angewiesen worden, darüber zu wachen, daß die Pakete nicht geworten, sondern von Hand zu Hand gegeben werden. Sie müssen stets so verladen und gelagert werden, daß stc nicht zur Erde fallen können und keinem Truck ausgesetzt sind,
** DieRailteiie »-Olga »Nation im Jahr« 1913, Dem Hauvtvcrband ländlicher Genoffe»lct,a<ten lür Teuilchland Niaisseilen gehörten am 31. Dezember >913 54«2 Mitglieder an, und zwar 446', Spar- und Darlebnslaffen-Verein« »nd 997 Betriebs-' gcnoöealchasten. Es bedeutet dies gegenüber dem Vorjahre einen Zuwachs von 196 Mitgliedern, der üch inst 119 auf die Tvar- m ,,i Dar>ebnska ffen-Vereine und mit 84 a»k die Betrlebsgenoffenlchosten verteilt,
** D i e w c i ß e Woche beim P i c r de m e tz g e r, Alle Waren- und Wäschehäuser kündeten zurzeit ihre „Weiße Woche" an: daber wollte auch ein biederer Pscrdeschsäckster in St Ingbert nicht zurücksteben und eines Morgens hin in seinem Schaufenster ein mächtiges Plakat mit der Inschrist: „Bon heute ab bis aur toeiiercs weiße Wockie", Ein treuer Künde erkundigte sich alsbald, ivie er denn zu dieser Ankündigung komme, und der humorvolle Schlächter antwortete ihm, wie das Mainzer Tagbl, belichtet, aus gut pfälzisch: „Du Esel, ich habb z w e e Schim- m e l g c s ch l a ch t
** Güterrechtsre gifte r. Gütertrennung haben vereinbart: Christoph Weimar, Werkmeister in Lollar, und dessen Ehefrau Katharine geh, Forbach: Landwirt Wilhelm D c b-
1 e r und dessen Ehefrau Katharine geh, Schäfer zu Lber-Eschbach,
** Grund st ücksverkchr. Ein Grundstück zu Main», das aui den Namen l, Feuerbach, Johann Ferdinand,
2 Feuerbach, Johann Karl. 3, Feucrbach, Georg, 4, Feuer bach, Emilie, 5. Fcuerbach. Dilhelmine, 6, Feuerbach, Luise Margareta eingetragen war, soll Freitag, den 3. April 1914, nach- mittags 3> - Uhr, im Wege der ZwangsvoNstieckung im neuen Iustizgcbaude zu Mainz, Saal 314, versteigert werden, — Grundstücke zu L a u b c n h e i m , die aus den Namen derJmvertro, Barbara gcb, Bentz, in Gütern getrennte Ehefrau des Schriftstellers Michael Jmpertro, beide in Mainz, eingetragen waren, sollen Dienstag, den 7, April 1914, nachmittags 4 Uhr, im
Wege der Zwangsvollstreckung in dem Gcmerndchaus zu Laubenheim versteigert werden.
" Konkurse in Hessen. In dem Konkursversahren ich« das Vermögen der offene» Handelsgesellscha!! unter der Iirma „£> Moritz^ in Mainz ist der Schlußtermin a»! Mittwoch, 11. Mär» ljl4 f vormittags 10 Uhr, vor dein 'Amtsgericht Mainz bestimmt. — Das Konkulsoeriabren über das Vsrmögen der Firivo 5. Ratz L Cie., Weinhandlung in Oskenbach a. M„ u» deren Inhaber Cieqmund Nußbarint und Siegfried Katz, iü aufgehoben. — Heber das Vermögen der Iirma Markus 'M a n e c und das Vermögen deren Alleininhabers Hermann Mayer zv Seligenstadt ist das Koukursveriahre» eröffnet. Rechtsanwalt Ana Nuß in Seligenstadt ist zum Konkursverwalter ernannt.
Landkreis Giegen.
— Große »-Linden, 18 Febr. Unser Heimallied .Mein G r o ß e n - 8 i n 0 e n\ von vanpilebr-r Bach verfaßt und von Lehrer Blaß m Mnstk gesetzt, w»r e vom Gesangverein .Harmonie^ aus seinem Winterfest zuin eriten Make vorgetrageir. Tas Lied fand guter der verständnisvollen Leitung des Tlrigente» Sam es starken Beilalh
Kreis Friedbcrg. t, Büdesheim, 18, Fcbr, Gestern abend g«sen8Uhr gab der 33jährige Installateur Heinrich Heilmann von hier vier scharse Schüsse aus seinen Schwiegervater Heinrich Jakob Kappes ab, ivovon der eine Schuß in den linken Oberarm ging und der andere Schuß den rechten Mittelfinger trat, Tie beiden anderen Schüsse gingen fehl. Die Kugel, die im linken Oberarm stecken geblieben ist, konnte bis jetzt noch nicht eirtfernt werden Der Täter wurde noel) an demselben Abend von der Gendarmerie verhaftet und in das Hastlokal in Bilbel gebracht. Bei dem Verhafteten wurden cin Revolver, den er nach seiner Angabe an demselben Tage in Frankfurt gelaust haben will, und sieben scharfe Patronen vorgefunden. Er bestreitet den ihm zur Last gelegten Mi o r j> v e r s u ck an Kappes und behauptet, er habe in Notwehr gehandelt, da sein Schwiegervater und sein Schwager auf ihn zugesprungen seien, um aus ihn einzufchlagen. Schon wiederholt sei es vorgekommen, daß er, der Verhaftete, aus seinem Hause vor seinem Schwiegervater habe flüchten müssen. Er habe sich aus diesem Grunde den Revolver gekauft, um sich vor Gewalttaten seines Schwiegervaters zu schützen,
m, Rieder-Mörlen, 17, Febr, In einer Versammlung des hiesigen Schwesternvcrcins wurde endgültig beschlossen, den Umbau des alten Psarrhauses in eine Kleinkindcr- schule bald vorzunebmen und die dazu erforderlichen Arbeiten in nächster Zeit auszuschrciben. Hierzu ist die Summe von 10 000 Mk, oo-cgeichc», welche zum Teil schon durch freiwillige Beiträge aufgebracht sind. Zum Herbst d, I, oder spätestens anfangs nächsten Jahres soll der Betrieb der Kleinkinderschule beginnen und es wird damit einem lange gehegten Wunsche, die Kinder, während die Eltern mit ihren Landarbeiten uiw, beschäftigt sind, der schützenden Obhut der Schwestern anzuvcrtraiccn, Rechnung getragen werden, Ir. Kirch-Go»s, 16. Febr, Wie bereits berichtet wurde, batte der Gemcindcrat die Verpachtung der Jagd nicht genehmigt, da nur MO Mk,. seither 1000 Ml., geboten worben rvaren, A. B r >"r ck e l»Kirch-Göns und Zahnarzt Tr. E 0 o v e r- Frnnkiurt a. M. haben stch nun bereit erklärt, den bisherigen Packrt- vre s z» zahle». Tic Pachtzeit dauert 0 Jahre, kann aber von der» Gemeinberat um 3 Jahre verlängert werde».
Hesken-Nassau. o. Rodhejf» a. d. Bieber, 17. Febr. Gestern führte der Dekan von Gladenbach unter großer Beteiligung der Be. vö'ckerung den neuernonnten Pfarrer O h l y in sein Amt cin.
verelnsnachrichtrn.
L i ch, 16, Febr, Am vergaugcncn Samstag abend veranstaltete der Gesangverein „M änncrguartett" im Saal Zur Linde einen Kapvenabend und Tanzkränzchcn, Außer einige» schön vorgetragcnen Chören, unter Leitung des Dirigenten, des fdguptlehreis Roth, gelangten verschiedene Couplets zur Artf- sührung. Gute Musik lieferte die Kapelle Busch,
8 Bad-Nauheim, 17, Febr, Die Einsührung des Wander- sports durch Schassung einer Wänderriege hat der hiesige Sportverein beschlossen, der sich nun aus verschiedenen ?kr beitsgruvven znsammensetzt, — Recht lebhaft entfaltet sich in diesem Jahre das karnevalistische Treiben, Gesangverein „Konkordia" und Männcrturnverein haben bereits karnevalistische Sitzungen veranstaltet,
c, Rodheim a, Bieber. 16, Febr, Am Samstag hielt die F r e i >v i l l i g e Feuerwehr ihr 8. Winterfest in den Räumen des Gastwins Karl Schlierbach IV. ad. Die uniiormierte Wehr füllte mit ihren Gästen und Angehörigen den festlich geschmückten Saal, Nach einigen einleitenden Konzertstücken szegrüßke der Kommandant, Wilhelm Bender II,, die Anwesenden, darunter die erschienenen Vertreter der städtischen freiioilligen Wehr von Gießen, Ei» Prolog wurde von Fräulein Dönges gesprochen. Cs solgten Musikstücke der Kapelle und Vorführungen einer Volksbühne Ten Schluß bildete der Tanz,
wandern und Netten, väder.
— Nordsee b ad B ü s u in. Man schreibt uns: Große Herings- und Svrottenzüge und >» erreichbarer Näbe aekirbtet worden. Der erbe Kuller mit 8000 Pfund iü eineetroffen. Die Bevölkerung iß nnt -er Bergung des Fanges und mit Räuchern cisw, beschnliigl.^ Die Fischer stellte» eine Unzahl von Seebunde» hierbei feil, io daß im kommenden Jahre di» Cee'nindsjagd sehr aut z» werden verspricht. Im Jahre >813 sind 70 Hunde erlegt worden.!
Gictzener Strafkammer.
Gießen. 17. Februar, WegenschwercnTiebstahls wurde das 14 Jahre alte Dienstmädchen L, St, aus Wetzlar zu ciner Woche Gesängnis verurteilt, Sic hatte bei ihrer srühcren Ticnstherrin im Lltobcr vorigen Jahres aus einer kleinen einsachen Blcchsparbüchie, die in ciner Schublade in der Küche ausbcwahrt wurde und in welche der Hausherr monatlich 2 bis 3 Mark sür Weihnachten zurücklcgte, häufig kleine Geldbeträge, deren Höhe nicht genau sestgcstellt werden konnte, entnommen Sie bcwcilstelligtc dies, indem sic mit dem Finger den schwachen Deckel so weit gewaltsam abhob, daß einzelne Geldstücke hcraussallen konnten. Von dem io .gewonnenen Gclde hatte sie sich ccne Bluse und einige kleiner» Toilettengegenstände gekaust. Mit Rücksicht aus ihre Jugend und die ossenbar schlechte Erziehung, die sic im Elternhaus genossen — ihr Vater verbüßt augenblicklich eine Frcihcitsstrasc — wurde aus die erwähnte geringe Strase erkannt,
EinesVcrgchcns gegen das Dichseuchengesetz waren die Angeklagten W. B„ R, P, Wtvc, und R, H, aus Ohmes befchuldcgtz W, B, hatte im April vorigen Jahres drei, die beiden anderen An^cNagtcn je zwei Schwritne aus Neustadt eingcsührt, ohne im Bentz ecnes Ursprungszeugnisses zu sern, und die Tiere rn rhr Gehost, indem noch andsres ÄlauenviÄ, sich befarch, ein- gestellt. Das verstieß gegen dir aus Grund des Reichsvichseuchen- geletzcs erl-,!civc Verordnung Gr, Kreisamts Alsfeld vom 7, Dezember 1912, Tw Angeklagten wurden zu je 15 Mark Geldstrase vcrurtcrlt, dir >m Unembringlichksüssalle mit einem Tag Gesäng- nls »u verbüßen ist,
• Weyen Nichterscheinens des Angeklagten, iLckurnrsllckcr S, Kl aus Gießen, wurde tue von ihm eingelegte Beruiung ohne Eintritt in die Verhandlung ver- ivoricn. Im August vorigen Jahres hatte der Bruder des An- geNagtcn in der Wirtschaft JörS mr, dem Wirte einen Wortwechsel, den der Angeklagte zum Anlaß nahm, gegen den Wirt tätlich zu werden. Er warf mit einem Glas nach ihm und schlug ihm mit einem anderen die Hand blutig Auch riß er die Wirtin an den Haaren und versetzte ihr mit der Hand einige
Lemagc ins Gesicht, Cr war vvni Tckiönengcricht Gietzcn des- halb zn 4 Wochen Gesängnis und 3 Wockfen Hast verurteilt Ivordcn, wobei es sein Bewenden hat.
Uniucrfitätö>!1adiridT(cn.
— Der Privatdozent für Geologie und Paläontologie an dce Berliner Universität Tr, phil, Hans von Stasi, dem iocbcn aas Prädikat^Proscssor verliehen ivurdc, ist zum Kaiserl, Geologen >'ür Deutsch-Südwestasrika berufen worden,
,— Ter Privatdozent für Pharmakologie an der »niversitol Würzburg Tr, phil, et med. Ferdinand F l u r v wird der an ihn ergangenen Berufung ats Lehrer für Ptzarmakologie, Pharmakognosie und Nahrungsmitlclchcmic, Direktor des chemische» Ar- meelaboratoriums an der Militär»icchizi»al>chulc in tzaidar Pascha bei Konstantinopel und als Inspekteur des ArzneimtttriWesens der türkischen Armee nicht Folge leisten.
verknifcvte».
* Selb st mord einer junge» Frau iit der Wohnung eines Oberste», Eine geheimnisvolle Tat, die sich in dem Hause eines russischen Artillcrieobersten zu Petersburg ab- spieltc, beschäftigt augenblicklich die Gcscllicbaitskreisc der Hauvt - üadt an der Newa, In der Wohnung des Obersten wurde nämlich eine jungvcrheiratete Frau aus der Petersburger Gefellschait namens Pikcl erhängt autgcfundcn. Die Wohnung des Obersten stößt unmittelbar an die eines Maiorr, Als dieser beim ffiachhausc kommen bemerkte, daß die Tür zur Wobming des Obersten osjen- liand, trat er eia ccnd jand zu seinem Entsetzen die Leielfi der jungen Frau am Fensterkreuz hängen. Wenige schritte vom Fenster entsernt, schlief der Oberst sriedlich in seinem Bette, Der Oberst erklärt nun, von dem gonzen Vorgang nichts bentcrkt zu haben und auck, die junge Frau von Gesellschaiten her nuc ganz obcrilächlich zu kennen, Tie Untersuchung der Aerztc hat Selbstmord durch Erhängen sestgestcllt, Ter Schleier, der über der Angelegenheit liegt, wird noch dadurch verstärlt, daß die junge Frau in den glücklichsten Verhältnissen gelebt haben soll,
* Sardinensischcrci im sc e Gene» a reth Tic stillen Gewässer des Sec Olenczarcth in: heiligen Lande werden binnen kurzem der Schauplatz eifriger Erwcrbstäiigkeit werden: nach den Mitteilungen der Jerusalemer Zeitung „Truth" ist zurzeit eine Gcsellschait im Entstehen, die sich das Ziel gesetzt hat. im See Genezareth in größerem Stile Fischzucht, insbesondere aber Sardinensischerei zu betreiben. In den letzten Jahren tauchten in dem See Sardincnschwärmc auf, und sie <mbcn den Anstoß zu dem nun erwachsenen Plan einer großzügigen crardinen- sischerci im See Genezareth, Die Bevölkerung von Tiberios, die ungewöhrilick arm ist, wird damit einen lohnenden ErwerbSzwcrg qcluinnen, und man rechnet au» gute Eriolge, da man annimmt, daß sowohl die christliche wie die jüdische Bevölkerung den Gcnezarcth-Snrdinen den Verzug geben wird. Ja man batst sogar aus einen größeren Versand nach Eurova, wo die Herknnst der Sardinen aus dem heiligen Lande und ans dem Sc: Genezareth der Ware besondere Anziehungskrast verleihen solle.
CttmctattM.
sFür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung,)
G i c ß c n , 18, Febr, Anträge an die Thcaterdircktion,
Wäre cs nicht möglich, die Benciizvorstclknng sür.Herrn Goss auf einen anderen Tag, als ansgerechliet den Karnevaldienstag zu legen? Ich denke, die Bencsizvorstellung eines Künstlers soll sür diesen doch eitlen Vorteil haben. Das kann das Benetz; aber nur »l heschränttcm Maße, tvcnn es an ccncm Tag stattkindet, an dem cin großer Teil der Freunde und Freundinnen dieses beliebten Schauspielers durch andere Veranstaltungen verhindert sind, diese» Vorstellung bcizuwohnen, N, E,
Vrtefknften bev Hcfcaffiott.
tAnonyuic Anfragen bleiben »nberuclüchi>gl.> Ableistung her Dieusipjlichi in lliautschou. Im Oktober 1914 erfolgt in Kuzhaven die Einstellung der Rekruten, und »war der Matroscu-Artillcristen bcc per Siammabteilung der Matrosen- Artillcrie Kiavtschou und der Seesvldalen bei dem I!l, Stamm- scebataillon. Nach der ersten inianteristischcn Ausbildung, die während der Wintermonate noch IN der Heimat vor sich geht, wird im Januar oder Frühjahr 1915 oder 1916 die Ausreise nach Ostaiicn angetreten, Bedingungen sür die Ausnahme sind: Mindcstgröße 1,65 Meter (für Matroien-Artilleristen auch 1,64 Meter), lrästige Konstitutiou, gesunde Zähne, vor dem l, Oktober 1895 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwickelung), Den mit genauer Adresse zu versehendcii Lln- mcldunge», die an das Äomiuando der genannten Marinctcile zu richten sind, ist cin vom Zivilvorsitzcndcn der Eriatzkommission ausgestellter Meldeschein zun, freiwilligen Dien,leint Tu ai.fdreioder vier Jahre bcizusüge». Angenommen lvcrdcn Leute aller Bernfs- nrtcn, ^Bevorzugt werden Elcktrotechniler, McchalZkcr, Chauffeure, Schuhmacher, Schneider, außerdem sür die Matroien-Ar- tillerieabtcilung Handlungsgehilfe», Techniker und Monteure, für die beiden anderen Marinetcile Gärtner und schreibgewandte Leute, In den Standorten in Lftasicn wird außer Löhnung und Ber- vslcgung eine Ortszulage von täglich 0,50 Mark gewährt, die sich bei Vierjährig-Freiwilligen im vierten Ticnstjghr auf täglich 1,50 Mark erhöht.
Dandel.
— Friedberq, 17. Hel'r. dem Handelsregister wurv-
die ^irma „Max in ^riedderg nelöffbt
marttc.
io. ^prnnffurt a. M.. I 7 . »vebr. p eu- „nd Strodmaekt. Ange^adren waren ^ Wage ' C^cit, 0 Wagen Stroh. Bezahlt wurde veu ■<()—*, O'TiIf., Stroh t^or>fla,fg''troh) 0.00—^'.00 Btt., Wirrstroh l',00—0,00 Mt. Alles je 50 Kilo. Gcicba^t ruhig. — Die Zufuhren waren aus de»» Kreisen ?irledberg. L>anau und Dieburg.
ICirchlid'C Nachrichtsn«
Ivangeltiche tSemeinöc.
öentc Miltwoch, den 18. Februar, abends 8 Uhr: Bibelstun de im Lukassaale. <1. Briet Be tri.)
Marrer Bechtolsheim er.


